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Überrascht von Heckscheibenantenne

Startbeitrag von Spacelab am 27.04.2009 08:57

Hallo!

Ich hatte gerade ein Auto in der Werkstatt dem wir auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin so ein Adapterkästchen eingebaut haben damit die Drähte der Heckscheibenheizung als Radioantenne benutzt werden. Also quasi das gleiche wie Mercedes und BMW auch schon seit geraumer Zeit benutzen. Dort funktioniert das teilweise ja ganz anständig, aber von diesen Adapterkästchen aus dem Zubehör hatte ich bislang immer Abstand genommen.

Ich hatte vor längerer Zeit nämlich mal so ein Teil verbaut und war von der Empfangsqualität alles andere als begeistert. Das damalige Teil war von Conrad und allein die auf der Verpackung aufgedruckten Technischen Daten hätten mich abschrecken sollen. Da wurde eine Verstärkung von 20dB auf FM und 22dB auf AM angegeben. Das Ergebnis war auch dementsprechend. Selbst gestandene Radios wie Blaupunkt und Becker waren der Verzweiflung nahe und schafften es beim besten Willen nicht mehr Nachbarkanalstörer zu unterdrücken. So wurde beispielsweise der SWR3 Empfang hier in der Gegend absolut unmöglich. Mal ganz davon abgesehen dass das RDS fast Amok lief und total behämmert die Frequenzen durchschaltete.

Letzte Woche kam aber ein Kunde zu mir der unbedingt keine Antenne mehr auf dem Auto haben wollte. Stattdessen kam er mit so einem besagten Adapterkästchen an. Das Teil war von AIV. Das absolut baugleiche Gerät gibt es aber auch von RTO wie ich mittlerweile herausgefunden habe. Laut Verpackung beträgt die Verstärkerleistung hier 8dB FM und 9dB AM. Was so ungefähr der Verstärkerleistung der Hirschmann 16V Antenne entspricht. Einen richtigen Vergleich konnte ich leider nicht machen, allein schon weil der Kunde so eine Gurke von Autoradio (Ground Zero mit ausfahrbarem Touch Screen) verbaut hatte. Viel Bling Bling und ganz wenig Radio. :sneg: Aber dennoch war der Empfang überraschend gut. Selbst so die üblichen Sorgenkinder im Kreis Saarlouis wie SWR1, SWR3 und bigFM gingen erstaunlich gut.

Jetzt aber etwas was ich nicht verstehe: ich dachte immer so eine Heckscheibenantenne hätte eine extreme Richtwirkung. Dem war aber nicht so. Ich hatte mal einen schwachen Sender eingestellt und fuhr mehrmals im Kreis und konnte nicht feststellen das der Empfang an einer Stelle jetzt übermäßig dramatisch eingebrochen wäre. Das hatte mich schon damals beim Mercedes meines Vaters überrascht der ja auch nur eine Heckscheibenantenne hatte. Wie ist denn sowas möglich? Ich dachte immer so eine Antenne hätte in Fahrtrichtung ihr Empfangsminimum und von da käme kaum noch was brauchbares am Radio an. :confused:

Antworten:

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Ich hatte das gleiche Aha-Erlebnis vor ein paar Jahren mit 'nem Honda Accord Coupe, bei dem ich eine Antenne von "Rainbow Electronics" eingebaut hatte. Optisch baugleich mit dem Produkt von "RTO Ratho Hamburg".

Und auch mit 'nem wirklich guten Blaupunkt Dresden (aus der Keycard-Generation) hatte das Ding 'nen recht ansprechenden Empfang. Selbst der DXer in mir lachte! :spos:

Allerdings konnte ich mich bei dem Accord Coupe an eine sehr deutliche Richtwirkung erinnern. Die Ostseewelle ging bis an die Berliner Stadtgrenze - wie ich es auch von anderen guten Autoradios mit guten Antennen in Erinnerung habe.

von PowerAM - am 27.04.2009 17:19
Jetzt muss ich mal genauer nachfragen:

Sind da in der Heckscheibe mehrere Leiterzüge angebracht, die nur als Antenne dienen
oder werden die Leiterzüge der Heckscheibenheizung genutzt?

Wenn die Leiterzüge der Heckscheibenheizung genutzt werden, muss man diese ja entstören (wegen dem "Gerümpel" auf der Bordspannung) und in gezielte Resonanz bringen.

Dann gibt es ja auch noch die Variante mit ein oder zwei Abgriffen an der Antenne.

Ich denke mal, so bestimmt man auch die Richtwirkung mit.
(und natürlich mit der Karosse, dem unberechenbarem Faktor...)

Wie genau funktioniert denn so ein Adapterkästchen?
Schon mal auseinandergenommen und die Schaltung analysiert?

Ich vermute mal stark, da kommt man nicht drum herum, wenn man wissen will, warum die Dinger gut und schlecht funtionieren.
Interessant ist es ja schon.

von shianne - am 27.04.2009 17:46
Hat jemand von euch mal eine Typbezeichnung oder Bestellnummer? Ich kann bei ebay von diesen Herstellern nichts finden.

Interessiert wäre ich schon, da ich im Golf IV als Zweitantenne keine Kotflügelantenne anbringen kann und das abgesetzte Koax-Kabel in der A-Säule nicht sooo dolle ist.

von Channel Master - am 27.04.2009 18:00
Ich kann mal morgen früh wenn ich wieder in Firma bin nachschauen ob ich die Verpackung der AIV Antenne noch finde. Kann aber auch sein das der Kunde diese wegen der Garantie wieder mitgenommen hat. Aber ich schau auf jeden Fall mal nach. Bei Westfalia gibt es so ein Teil aber auch. Leider weis man bei denen genauso wie bei manchen anderen OnLine Händlern nie was man bekommt. Normalerweise hat Westfalia nur AIV Autoantennen im Angebot, aber da die keine genauen Namen dazu schreiben kann es auch des öfteren mal passieren das man einen Artikel von irgendeinem anderen Hersteller zugeschickt bekommt. Das auf dem Bild ist jedenfalls nicht das Gerät von AIV. Das sah zwar so ähnlich aus, war aber komplett vergossen. Was das Teil von Westfalia offensichtlich nicht ist.

Wie genau diese Teile funktionieren kann ich dir nicht sagen. Das Mistding von Conrad hab ich damals ganz schnell wieder zurückgegeben und das Ding von AIV ist halt komplett vergossen. Da kann man nichts öffnen. Die Elektronik ist wie für die Ewigkeit komplett in so eine Art Kunstharz vergossen.

Zitat

Sind da in der Heckscheibe mehrere Leiterzüge angebracht, die nur als Antenne dienen
oder werden die Leiterzüge der Heckscheibenheizung genutzt?

Bei diesen Geräten werden alle Leiter der Heckscheibenheizung genutzt da diese ja bei einer normalen Heckscheibe alle am Rand zusammengeführt werden. Bei den neueren Modellen von Mercedes sind eigene Drähte in die Scheibe eingearbeitet. Seitdem kann man die Antenne total vergessen. Aber das ist nur halb so schlimm da Mercedes gleichzeitig noch eine zweite Antenne in der vorderen Stoßstange hat und die verbauten Becker Radios zwei Antenneneingänge haben.

von Spacelab - am 27.04.2009 18:36
War es dieser Adapter?

http://www.aiv.de/commerceportal/ftp/PB_150270.jpg


von cain - am 27.04.2009 19:46
Ja der Antennenstecker war ein klein wenig anders, aber sowas hake ich mittlerweile als "Produktionsstreuung" ab.

von Spacelab - am 28.04.2009 05:48

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Was mir noch einfaellt: Bei jenem Accord-Coupe fuehrte die eingeschaltete Heckscheibenheizung oder ein laufender Heckwischer zu lauten und nervigen Stoerungen im Radioempfang.

Vielleicht hat es beim Accord Coupe auch deshalb sonst so gut mit dem Radioempfang funktioniert, weil die Heckscheibe nahezu riesig war und auch ueberdurchschnittlich viele Heizdraehte enthielt. Diese ganze Flaeche steht dann zur Aufnahme der HF-Energie zur Verfuegung. Gewiss besser als 'ne Mini-Heckscheibe mit nur vier Draehten.

von PowerAM - am 28.04.2009 07:21
Ich denke das mit so einem Adapterkästchen ist wie Lotto Spielen. Es KANN gut oder sogar sehr gut funktionieren, MUSS aber nicht. Da kommt es auf die Anzahl der Heizdrähte an, auf die länge der Heizdrähte (also die breite der Heckscheibe), der Einbauwinkel der Heckscheibe dürfte auch eine sehr große Rolle spielen und so weiter... So ein "Universal-Adapter" hat also prinzipiell immer etwas von einem Glücksspiel. Der Kunde bei dem ich diesen Adapter verbaut habe und der diesen super Empfang hatte, hatte einen VW Polo. Das Auto hat eine ziemlich kleine Heckscheibe die fast senkrecht steht. Da funktioniert so ein Adapter natürlich ganz anders als wenn ich diesen in einen CLK mit großer Heckscheibe und unzähligen Drähten eingebaut hätte. Mal ganz davon abgesehen das diese Heckscheibe ziemlich flach liegt. Gäbe es diese Adapterkästchen speziell für ein bestimmtes Auto, wäre das weniger ein Problem. Denn dann könnte man ja die im Adapter verbaute Anpasselektronik entsprechend abstimmen.

Zitat

Bei jenem Accord-Coupe fuehrte die eingeschaltete Heckscheibenheizung oder ein laufender Heckwischer zu lauten und nervigen Stoerungen im Radioempfang.

Diese Beobachtung hatte ich damals bei dem Teil von Conrad auch gemacht. Auf UKW ging es noch, aber vor allem auf Lang- und Mittelwelle gab es heftige Störungen wenn man die Heckscheibenheizung einschaltete. Bei dem Teil von AIV konnte ich das jetzt nicht beobachten. Hier war ruhe. Es gab lediglich ein kurzes Knacken wenn man den Knopf der Heckscheibenheizung drückte. Aber das schiebe ich mal eher auf das schlecht entstörte Billigradio.

von Spacelab - am 28.04.2009 07:40

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Das Accord Coupe hat 'ne sehr flach stehende Heckscheibe. Daher 'ne recht grosse Flaeche, die Heizdraehte waren recht zahlreich und in ziemlich geringem Abstand angebracht. LMK-Empfang habe ich nicht probiert. Zielsetzung war guter mobiler UKW-Empfang und das wurde auch erreicht.

Den Heckwischer hatte ich damals mit 'ner grossen Kapazitaet parallel zum Motor ruhig bekommen, die Heckscheibenheizung war wie bei dir mit einem lauten Knacken beim Ein- und Ausschalten zu hoeren.

von PowerAM - am 28.04.2009 07:57
Bei einer Heckscheibenheizung gibt es ja auch "senkrechte" (je nach Neigung der Scheibe) Drähte, diese fördern sicherlich den Rundumempfang.

von Rosti 2.0 - am 28.04.2009 08:11

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Zitat

Ich dachte immer so eine Antenne hätte in Fahrtrichtung ihr Empfangsminimum und von da käme kaum noch was brauchbares am Radio an

Ist das so? Ich dachte, die Heizdrähte arbeiten als offener oder geschlossener Dipol. Dann wär's aber genau umgekehrt, Minimum seitlich, Maxima entlang der Starße. Oder meintest Du LMK-Empfang?

von Erich Hoinicke - am 28.04.2009 08:11

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

So eine Heckscheibenheizung ist schon eine interessante Antenne. ;-) Ich hab mir eben mal so eine Heckscheibe genau angesehen. Da hat man horizontal die Heizdrähte die links und rechts der Scheibe in eine breitere Kupfer(?) Leiste münden die die Drähte zusammenfast und eine Verbindung zum Kabel herstellt. Man hat also, zumindest oberflächlich betrachtet, mehrere dünne horizontale Drähte und zwei vertikale Empfangsstäbe von denen einer(!) bei meinem Seat Ibiza fast die länge des Strahlers der 16V Antenne hat. Erinnert mich irgendwie an meine Basteleien die ich als kleiner Junge vollbracht habe um in Wallerfangen HR3 rauschfreier rein zu bekommen. :D

Zitat

Ich dachte, die Heizdrähte arbeiten als offener oder geschlossener Dipol. Dann wär's aber genau umgekehrt, Minimum seitlich, Maxima entlang der Starße.

Ne stimmt ich hatte da nen Denkfehler drin.

Zitat

Oder meintest Du LMK-Empfang?

Änder sich das beim LMK Empfang?

von Spacelab - am 28.04.2009 08:35

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Zitat

Änder sich das beim LMK Empfang?

Theoretisch ja, wenn die Heckscheibenantenne eine große Spule bildet. Ferritantennen haben ja auch Richtwirkung senkrecht zur Stabachse, d.h. Wickelebene der aufgewickelten Spule = Ebene des Empfangsmaximums. Aber Theorie und Praxis können wegen der unbekannten Größe Karosserie bei solchen Lösungen weit auseinanderliegen...


von Erich Hoinicke - am 28.04.2009 08:43

Re: ?berrascht von Heckscheibenantenne

Zitat
Spacelab
Diese Beobachtung hatte ich damals bei dem Teil von Conrad auch gemacht. Auf UKW ging es noch, aber vor allem auf Lang- und Mittelwelle gab es heftige Störungen wenn man die Heckscheibenheizung einschaltete. Bei dem Teil von AIV konnte ich das jetzt nicht beobachten. Hier war ruhe. Es gab lediglich ein kurzes Knacken wenn man den Knopf der Heckscheibenheizung drückte. Aber das schiebe ich mal eher auf das schlecht entstörte Billigradio.

In den 90ern hatte ich beim Kauf eines 3er BMWs das werksseitige Radio gegen mein Blaupunkt Radio ersetzen lassen. Danach ging auf LW und MW nichts mehr, wenn die Heckscheibenantenne an war. Ein Knacken beim Einschalten war aber nicht zu hören.
Das gleiche Radio hatte ich schon beim Vorgängermodell an einer Heckscheibenantenne angeschlossen. Da funktionierte alles tadellos.

Was an den Heckscheibenantennen auch immer auffällt, ist die enorme Richtwirkung.

von Manager. - am 28.04.2009 20:19
Ich hab mal die Version von "RTO", die technisch mit der Version von AIV identisch sein soll, genommen und verlegt. Das ganze Gehäuse war vergossen und konnte nur mit viel Mühe zerlegt werden. (Erinnert mich daran das ich dem Erfinder des Dremel einen ausgebe. ;-) :D )

So sieht so ein Adapterkästchen für die Heckscheibenheizung von innen aus:

Platine Nummer 1:


Platine Nummer 2:


von Spacelab - am 30.04.2009 12:35
Also entweder hab ich da was kaputt gemacht, was ich nicht glaube, oder bei mir funktioniert das mit diesem Adapter nicht. Ich hab das Teil wieder zusammen gesetzt und mal gerade so provisorisch eingebaut. Irgendwie blick ich nicht durch. Das Kästchen ist sehr empfindlich was den Einbauort angeht. Die 10cm Kabel des Kästchens die eigentlich an den Kabel der Heckscheibenheizung gehen sollten scheinen die ganze Antenne zu sein. Ein bewegen dieses kurzen Kabels hat den gleichen Effekt als würde ich die Wurfantenne meines Radioweckers bewegen. Verbinde ich jetzt das Anschlusskabel des Adapterkästchens mit der Heckscheibenheizung passiert so gut wie nichts. Ich hab mit dem Multimeter gemessen ob auch wirklich eine Verbindung mit dem Draht in der Heckscheibe besteht, ich hab genau darauf geachtet dass das Kästchen ordentlichen Massekontakt hat... Nichts! Es scheint als würde der Adapter nur auf die 10cm Kabel reagieren und was danach kommt ist total egal. Ich versteh das nicht.

von Spacelab - am 30.04.2009 13:54
Hast Du es auch mit Strom versorgt?
Was ich an der Sache sehr positiv finde ist daß man keine Phantomspeisung mehr braucht.
Mein Galaxy hat ja auch in der hinteren rechten Scheibe 2 Drähte vertikal integriert die als Antenne auf UKW sehr gut funktionieren (mit Verstätker und Phantomspeisung) allerdings nicht so auf MW und LW.
Das könnte der Empfang bei den vielen Drähten der Heckscheibenheizung schon besser sein.



von cain - am 30.04.2009 18:52
Klar hab ich das Kästchen mit Strom versorgt. Das war nämlich auch mein erster Gedanke das es daran liegt. Aber wenn ich das Stromkabel entferne geht gar nichts mehr.

von Spacelab - am 01.05.2009 06:57
Wenn ich mir die Platine ansehe bin ich sicher, die aufgedruckte Spirale (Zickzackleitung) soll eine aufgewickelte Antenne (vergleichbar einer Verlängerungs-'Spule' = Induktive Verlängerung) darstellen, auch in Gummiwürsten von HaFus sind aufgewickelte Antennendrähte; die eigentliche freie Antenne ist der 10 cm Drahtstummel, und der soll "obenauf" noch eine dicke Dachkapazität erhalten.

Wir Funkamateur setzen gelegentlich bei zu kurzen Antennen (insbesondere Vertikals zur Höhenbegrenzung) oben auch einen "Stern" drauf; einzelne kommerzielle Hersteller von Kurzwellenvertikalstrahlern haben auch schon mal ein Quadrat aufgesetzt (sieht aus wie beim "Haus vom Nikolaus-Zeichnen im Kindergarten"). Dient immer nur dazu, die Kapazität gegen Erde oder Radials zu vergrößern, also die elektrische Länge der Antenne größer abzubilden.
(Soll auch Leute geben, die an Ihrem Haus die Kupferdachrinne als Strahler für 80 m anzapfen).
Oder die Rundfunksendeantennen von See-Sendern (Caroline, Capital-Radio), der Mast dient nur als Träger, es wird vertikal eingespeist, und oben durch riesige Kapazitäten verlängert - aber aus Stabilitätsgründen nach unten abgekippt (Reusenartig übergestülpt).

Da ist die eigentliche Aufgabe der Heizdrähte. Man könnte auch aus dem Baumarkt ein Stück Blech oder Kupfer von 1/2 qm nehmen und 'oben' auf setzen. Die Heizdrähte der Scheibe selbst sind ja keine lange Antenne, da sie nicht in Serie sind, sondern parallel, und begrenzt werden von den breiten Seitenstreifen. Man kann das mit einem Blechstück vergleichen, aus dem man um durchschauen zu können kleinere Rechtecke ausgestanzt hat.

Und elektrisch gesehen ist die Heckscheibenheizung lediglich ein Serienwiderstand von Batterie + zu Masse, der als ziemlich einziges Element der ganzen Elektrik (von den Seiten- und Heckleuchtenbirnen vielleicht mal abgesehen) frei und ausserhalb der Gesamtkarosseriemasse liegt und damit überhaupt als "Ätherlauscher" funktionieren kann.

von df8dq - am 01.05.2009 07:56
Mein erster Kontakt mit einer Heckscheibenantenne war im Audi 80 Ende der 80er. Ich fand den Empfang sehr bescheiden.
Um so überraschter war ich über den sehr guten Empfang in meinem 3er von 2001. Das dort verbaute BMW bzw. Becker-Radio hat einen Super-Empfang. Deutlich besser als im Vorgänger: Einem Seat mit Dachantenne, und zwar nicht nur auf UKW, sondern auch auf MW.
So konnte ich in den ersten Urlauben mit dem Auto in Bibione/Italien Bayern 1 tagsüber auf 801 durchgehend hören. Meim Schwager gelang das mit dem Audi nicht. Wenn Bundesliga war, war daher immer mein Auto gefragt ;).
Die Richtwirkung ist auf UKW schon stark, aber jetzt auch nicht so schlimm. Bei starken Sendern bemerkt man sie nicht.

von HeibelA - am 01.05.2009 08:39
Das die Drähte der Heckscheibe nur als Dachkapazität benutzt werden und nur diese 10cm Draht die eigentliche Antenne sind erklärt dann auch warum sich der Empfang kaum verändert wenn ich diese 10cm an die Heckscheibe anschließe oder nicht. Und dann kann ich auch verstehen warum das Kästchen so extrem auf den Einbauort reagiert. Nur 2cm weiter links oder rechts entscheiden über glasklaren Empfang oder totales Rauschen.

Könnte man dieses Adapterkästchen nicht irgendwie "frisieren"? Zum Beispiel den 10cm Draht abschneiden und einen langen Klingeldraht anschließen. Im Auto könnte man den ja gut unter der Fußleiste oder der Randverkleidung des Dachhimmels verstecken.

von Spacelab - am 01.05.2009 09:21
Der Klingeldraht unter der Fußmatte oder unter dem Blechdach bewirkt wenig, da er sich innerhalb des faraday'schen Käfigs (abschirmenden Käfigs) der Gesamtkarosserie befindet. Ausserdem wird er sicherlich durch die unmittelbare Nähe zum Blech - nur isoliert von Lack - verstimmt bzw. gekoppelt, als würde man eine Antenne auf den Boden auflegen.

Eine Antenne gehört einfach nach draussen.
In den Anfangsjahren der Autoradios, das erste Autoradio wurde meines Wissens 1923 / 1924 gebaut, die Serienfertigung von Autoradios in den USA für FORD (Tin Lizzy) lief zur Wirtschaftskrise 1928 !, wurden daher - weil man die Teleskopantennen noch nicht kannte - Antennen für das Autoradio unter dem Einstieg, heute würde man sagen zwischen Radkasten Vorderrad und Radkasten Hinterrad isoliert waagerecht aufgehängt. Sie hingen also als Metallstab zwischen dem Unterboden, wo man heute die Wagenheber ansetzt, und der Fahrbahn. Und waren für Mittelwelle, oder was man damals als MW bezeichnete. Denn seinerzeit wurden wohl auch die heutigen Mittelwellen so um 1.500 kHz noch als Grenzwelle für Kurzwellenamateurfunker verwendet; erst später bis 1.600 kHZ, jetzt bis 1.700 kHz ausgedehnt.

Und UKW-Rundfunk entstand ja erst in den 1940-er Jahren. Also damals kannte man noch gar kein FM.

von df8dq - am 01.05.2009 09:52
Also kann man da gar nichts machen? Sehr schade! Denn gerade so eine "unsichtbare" Antenne wäre aktuell DER Renner. Denn bei den ganzen Car-Hifi Freaks kann die Antenne gar nicht klein genug sein. Die kommen da ja manchmal mit den dämlichsten Konstruktionen. Einer hat so eine kleine Gummiantenne wie man sie für 5 Euro im Baumarkt bekommt im Motorraum neben die Batterie gesetzt. Ein anderer hat einfach eine Teleskopantenne neben die mit Schaltnetzteilen bestückte Endstufe gelegt und so weiter. Aktuell verkaufe ich auch diese "Shark" Antennen wie blöd. Das sind diese kleinen mini "Haifischflossen". Deren Empfang ist natürlich auch äußerst bescheiden. :sneg: Aber die Leute wollen alle keine Antenne mehr auf dem Auto haben. Da wäre es gerade jetzt natürlich extrem passend wenn man da eine gute Alternative hätte. Das diese Heckscheibenantenne bei dem einen Kunden so gut funktioniert hat war wohl nur reiner Zufall. Leider! :-(

Und nur als Warnung: Es gibt von Bosch doch diese Scheibenklebeantenne die man an die Frontscheibe pappt. Also sowas wie die Blaupunkt DAB Antenne. Das Teil kann man absolut in die Tonne treten! Die Antenne hat eine extreme Richtwirkung und trotz eingebautem Verstärker kommen selbst die starken Ortssender nicht sonderlich überzeugend rein. Davon würde ich auf jeden Fall die Finger lassen! :sneg:

von Spacelab - am 01.05.2009 10:26
@ Spacelab -
Zu verdeckten Antennen - Drahtdipol in die Heckstosstange - Bei den Tuningfraks sollte doch in den
Riesengesässpolstern genug platz sein ^^ ;)

>Hab z.B. bei mir für APRS ( Amateurfunk-Positionssender) nen Dipol in der Heckstosstange :-)

Geht ganz gut. Hätte dann zwar auch ne Richtwirkung aber die hören ja meist eh alle CD und wollen die
Antenne nur für Salü & SR1 ^^

Gruss
Félix

von Felix 99 - am 03.05.2009 17:39
Mercedes hat sowas in der Frontstoßstange und zwei kurze Drähte in der Heckscheibe. Die Becker Radios suchen sich dann automatisch die passende Antenne aus. Aber, wie du ja schon richtig angemerkt hast, hören die meisten eh nur Salü und da brauch man kein Antennen-Diversity.

von Spacelab - am 03.05.2009 19:50
Ein bisschen OT: Neulich fuhr ich hinter einem VW-Bus her, der einen richtigen Dipol, wie man ihn auch auf Dächern sieht, hinter der Heckscheibe hatte. Keine Ahnung, ob der auch auf Empfang war oder nur transportiert worde. Wessen Fahrzeug breit genug ist, kann ja auch damit mal experimentieren. ;)

von BFBS - am 03.05.2009 19:52
Das ist eine räumliche Abtrennung und kein Dipol.
Eine Antenne macht innerhalb eines Faradayschen Käfigs nicht allzuviel Sinn. ;)

von Mc Jack - am 03.05.2009 20:01
Wobei der Käfig ja Löcher hat.

Mein Taschenradio mit Stabantenne geht aber trotzdem nur schlecht.

von shianne - am 04.05.2009 17:36
für 3 Meter Wellen sind die Löcher aber ziemlich klein.....

von Werner53 - am 04.05.2009 20:07
Man kann ja die Türen auf lassen.:D

von Radio-DX - am 04.05.2009 20:11
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