Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Spacelab, Mc Jack, RainerZ, shianne, WiehengeBIERge, Felix 99, Radio-DX, Wolfgang R

Wie defektes Antennenkabel reparieren?

Startbeitrag von Spacelab am 04.05.2009 17:02

Hallo!

Ich habe gerade ein Auto hier stehen bei dem sich der Besitzer über den sehr schlechten Radioempfang beschwert hat. Der ältere Herr hat das Auto gebraucht erworben und war ganz erschrocken als er seinen DLF über die Mittelwelle hören wollte. Der 400kW Brüller der gerade mal 40km von seinem Wohnort entfernt ist wird vom Auto total zugeprasselt. Ist die Zündung aus geht es noch, aber sobald der Motor läuft ist es mit dem AM Empfang vorbei. Den UKW Empfang empfinde ich hingegen als ganz normal.

Ich hab das Auto mal in die Werkstatt genommen und mal so die üblichen Verdächtigen untersucht und als ich den Himmel etwas herunter gezogen habe, hab ich auch schon gleich das Dilemma gesehen. Der Vorbesitzer war anscheinend zu faul beim Antennenwechsel ein neues Antennenkabel einzuziehen und hat einfach die alte Antenne abgeschnitten und das Kabel von der neuen Antenne mit einer Lüsterklemme(!) mit dem alten Kabel verbunden. Ich vermute einfach mal das sich an dieser Stelle die Störgeräusche einschleichen.

Jetzt frage ich mich ob man so ein Antennenkabel irgendwie reparieren kann. Ein neues einzuziehen ist bei dem Fahrzeug nur mit recht viel Aufwand möglich. Und das möchte ich allein schon um den Geldbeutel des Kunden zu schonen vermeiden.

Antworten:

Ich habe die Flickstelle nicht gesehen aber ich würde folgendes probieren:

Antennenleitung ordentlich abisolieren, an beiden Enden.
(das was zum Radio geht und das, was von der Antenne kommt.)

Den Innenleiter direkt verlöten und mit einem Stück Isolator, der beim Abisolieren abfällt, abdecken.
(dazu das Stück schlitzen, damit man es aufschieben kann)

Dann das Kupfergeflecht über die nun isolierte Stelle legen und punktweise verlöten.
Dann noch ein Blech (am besten aus Kupfer) um die Verbindungsstelle legen und mit dem Schirm verlöten, damit es elektrisch einwandfreien Kontakt hat.
Nun Schrupmfschlauch drüber.
(den natürlich vorher auf die Leitung schieben... ich spreche aus Erfahrung)

von shianne - am 04.05.2009 17:28
Danke das werde ich mal versuchen. :cheers:

Aber dann dürfte ich mit meiner Vermutung richtig gelegen haben das sich an dieser Flickstelle die Störungen einschleichen?

von Spacelab - am 04.05.2009 19:15
Es gibt doch auch diese F-Stecker und Verbinder die man im Sat und terr. Bereich nimmt, ich würde einfach die nehmen und noch mit Alufolie umwickeln als Isolator ...

von RainerZ - am 04.05.2009 19:50
Alufolie,...Isolator???:confused: Du meinst sicher Abschirmung.
Die Stecker und Verbinder dürften für das dünne Kabel ungeeignet sein.

von Radio-DX - am 04.05.2009 20:04
ja meinte Abschirmung, soweit ichs aus meinem vorigen Auto in Erinnerung habe wo ich mal am Kabel der Antenne zugange war müssten die F-Stecker für die dünsten Satkabel grad so gehen. Kann aber sicher von Fall zu Fall unterschiedlich sein...

von RainerZ - am 04.05.2009 20:55
Die Sache mit den F-Steckern habe ich selbst schon bei Autoantennenkabel durchgeführt, allerdings auf der Werkbank und nicht im Auto an einer schlecht zugänglichen Stelle.
Meine Prognose: Es wird im Auto unterm Himmel nicht einfach.
Zuerst muss der butterweiche (dünne) Innenleiter verzinnt werden, damit er überhaupt in den Verbinder hinein geht. Dann wirds noch lustiger: Die ebenso butterweiche (flexible) Kunststoffaußenhaut des Kabels zeigt sich beim Stecker aufdrehen äußerst widerspenstig. Die Folge; sie dreht sich axial mit, das gesamte Kabel wird regelrecht verdrillt. Also muss man mit zwei Zangen arbeiten. Eine, um die Außenhaut zu stabilisieren und noch eine, um den Stecker auf dieses Gepfriemel drauf zu würgen. Wie gesagt, auf der Werkbank war das machbar.

BTW:
Beim "zurückrüsten" meines Hyundai zwecks Verkauf fiel mir auf, dass das serienmäßige Antennenkabel den Aufdruck "75 Ohm" trägt. Hyundai-Spezialität oder mittlerweile Standard?

von Mc Jack - am 04.05.2009 21:08
Zitat
Spacelab
Aber dann dürfte ich mit meiner Vermutung richtig gelegen haben das sich an dieser Flickstelle die Störungen einschleichen?


Das kann ich dir leider nicht sagen.

von shianne - am 05.05.2009 03:19
Ich hab mir das gerade mal angeschaut. Unter dem Dachhimmel ist so wenig Platz da kann man gar nichts arbeiten. Das muss schon das reinste Geduldsspiel gewesen sein die Kabel abzuisolieren und in die Lüsterklemme zu quetschen. :rolleyes:

Mir ist da gerade noch etwas aufgefallen: der Innenleiter des im Auto verlegten Kabels ist wellenförmig ausgeführt und besteht auch nur aus 3(!) dünnen Drähtchen. Auf dem Kabel steht auch etwas drauf, aber das kann ich beim besten Willen nicht mehr lesen. Jedenfalls scheint der Spezialist der da rumgewerkelt hat am Innenleiter gezogen zu haben und hat so die Wellenform glatt gezogen. Ist das schlimm? Ich seh ja schon kommen das ich um ein komplett neues Antennenkabel nicht drumherum komme. :-(

von Spacelab - am 05.05.2009 07:00
Unter diesen Umständen: Ja, das Kabel kannste abhaken.

von Mc Jack - am 05.05.2009 07:02
Warum ist der Innenleiter überhaupt Wellenförmig ausgeführt? Ich hab das noch nie gesehen. Ich muss aber auch zugeben das ich noch nie ein KFZ Antennenkabel durchgeschnitten habe. ;-)

von Spacelab - am 05.05.2009 07:17
Kannst du denn nicht am alten, defekten Kabel ein neues befestigen und versuchen, es mittels des alten einzuziehen? Klar, wird es an der ein oder anderen Stelle befestigt sein, aber durch zartes und sanftes Ziehen bekommt man das ja raus.

Vom Radioschacht in Richtung Himmel dürfte es unter dem Amaturenbrett irgendwo in die A-Säule, ggf. auch in die B-Säule gehen und dort in den Himmel.

Wenn du die Verkleidungen abbaust, müsste man das doch sehen.

Alles andere wird wahrscheinlich keine befriedigende Lösung sein.

By the way: Alte, korrodierte Zündverteiler oder poröse Zündkabel können auch zu ganz bösen Knack und Knistergeräuschen führen! Meine Mittelwelle war früher komplett zugeprasselt, nachdem ich alles, was mit Zündung zu tun hat erneuert habe, ist sie prasselfrei! An der Antenne wurde nix gemacht, die ist aber auch noch originool.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 05.05.2009 08:48
Ja ich werde heute Nachmittag versuchen das neue Kabel einzuziehen. Alles andere bringt mich nicht weiter. Da ist einfach viel zu wenig Platz um richtig arbeiten zu können. Vielleicht bekäme ich es hin, aber in der Zeit hätte ich dann auch ein komplett neue Kabel eingezogen. Mist!

von Spacelab - am 05.05.2009 09:02
Das mit den Haardünnen Innenleitern kenn ich .... Dreckskabel ...- Wundert mich dass der Vorbesitzer das überhaupt so ohne auszureissen in die Lüsterklemme bekommen hat.
Wellenförmig sind die auch - Glaub aber dass es keinen Elektrischen sondern eher einen mechanischen Grund hat damit der Innenleiter beim verbiegen nicht reisst.

Zieh ein neues Kabel ein - Lieber richtig als nochmal Frickelei. Der Lösungsvorschlag von shianne ist gut :-) Nur gehts ja leider nicht.

Btw koenntest auch probieren die komplette Lüsterklemme mal mit Alufolie oder ner anderen metallischen FOlie zum umwickeln ( Sollte dann nur guten Kontakt zur Masse haben.
Die minimale Fehlanpassung durch die Lüsterklemme sollte nciht grossartig stören, das Umwickeln mit an Masse verbundener Folie sollte aber den Flickort HF-Technsich abdichten ;)

von Felix 99 - am 05.05.2009 13:02
Werde ich mal versuchen. Ist doch ne nette kleine Spielerei. Wie bekomme ich ein "leck geschlagenes" Kabel wieder dicht? Hat doch was. Ihr glaubt gar nicht wie oft ich hier Antennenkabel habe die teilweise recht übel verletzt sind. Da wird das Kabel über scharfe kanten gezogen bis die Isolierung futsch ist, oder es wird mit einem Schraubendreher irgendwo drunter gequetscht und dabei die Isolierung derbe beschädigt... Ihr würdet staunen was für einen Quatsch die Leute manchmal machen nur um vielleicht 2 Minuten Zeit beim Einbau zu sparen. :rolleyes:

von Spacelab - am 05.05.2009 13:10
Zitat

Warum ist der Innenleiter überhaupt Wellenförmig ausgeführt?

Um Material zu sparen ist meine Vermutung.
Begründung: Skin-Effekt.
HF fließt nur auf dem äußeren eines Leiters, der Kern kann daher auch Luft sein. So ist es ja z.B. auch bei Koaxkabeln die hohe Leistung zu Sendeantennen übertragen, da gibt es auch keinen massiven Innenleiter (dann würde das Kabel auch viel zu schwer wären, bei den in dem Bereich üblichen Querschnitten), sondern einen gewickelten Innenleiter mit Luft als "Kern".


von WiehengeBIERge - am 05.05.2009 16:52
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.