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Wie funktioniert eine "Mini-Antenne"?

Startbeitrag von Spacelab am 13.05.2009 05:36

Hallo!

Also jetzt brauch ich mal etwas Nachhilfeunterricht. Ich habe ja immer noch so das alte Vorurteil im Kopf das eine Antenne um gut zu sein immer möglichst groß sein muss. Jetzt hatte ich gestern zum ersten mal eine von diesen gerade so trendigen "Shark-Antennen" verbaut die sogar zu etwas zu gebrauchen war. Es war zwar mit Abstand teuerste Antenne die ich jemals verbaut habe (rund 200 Euronen! :eek: ), aber das Teil war trotz seiner mini Größe sogar richtig gut. Ich hab zwar keinen direkten A-B vergleich gemacht, aber auf der Testfahrt habe ich so auf Anhieb keinen unterschied zwischen der winzigen Shark-Antenne und der um ein vielfaches größeren Hirschmann 16V Antenne ausmachen können.

Jetzt frage ich mich natürlich wie sowas funktioniert. Ist die UKW Antenne in einer solchen Shark-Antenne etwa genauso lang wie bei einer 16V Antenne nur ist diese ähnlich wie eine Spule aufgewickelt? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Der eingebaute Verstärker ist schon mal ein gutes Stück kräftiger. Die 16V Antenne hat ja 7dB Verstärkung auf FM und die Shark-Antenne 14dB.

Antworten:

Die 16V Antennen sind ja schon zu einer Spule aufgewickelt. Das wird bei diesen Minidingern ähnlich sein, nur das man da halt noch weniger Signal aus der Luft angelt und noch mehr verstärken muß. Solange das rauscharm geschieht kann man damit noch leben. Wunde würde ich da aber nicht erwarten, erst recht nicht auf Lang- oder Mittelwelle.

von Marc_RE - am 13.05.2009 05:41
Grundsätzlich gilt: Die Physik kann man nicht bescheißen! Eine Antenne muss an die Wellenlänge angepasst sein, das kann man durch Spulen usw. erreichen. Das macht offenbar diese Shark-Antenne, und zwar offenbar sehr gut. Aber selbstverständlich gilt nach wie vor der Grundsatz, je größer desto besser. Eine Yagi auf dem Autodach ist nicht wirklich praktisch, aber volle oder zumindest halbe Wellenlänge wäre perfekt. Du weißt doch wahrscheinlich vom Radio zu Hause, dass oftmals ein Versetzen der Antenne um wenige Zentimeter über den Empfang oder Nichtempfang eines Senders entscheiden kann. Je größer die Antenne, desto mehr Energie wird "aus der Luft gezogen", und die Wahrscheinlichkeit eines guten Empfangs steigt. Wobei eine gut angepasste "Shark" Antenne durchaus besser sein wird, als eine schlecht angepasste Teleskopantenne.

von Bolivar diGriz - am 13.05.2009 05:45
Normalerweise sollte eine passive Autoantenne Lambda/Viertel lang sein, um einen reellen Fußpunktwiderstand zu haben, der dem Kabel angpaßt ist. Auf UKW realisierbar. Bei MW/LW Enpfang diente früher ein Trimmer zur Kompensierung der Fehlanpassung.

Bei den 16V-Antennen erfolgt die Fußpunktanpassung über ein aktives Glied (und gleichzeitige Signalverstärkung). Die effektive Höhe leidet bei diesen Antennen, besonders jedoch bei Shark-Antennen. Da MW/LW/KW-Empfang kaum noch gefragt ist, konnte sich dieser Antennetyp durchsetzen, da auf UKW kaum merkliche Nachteile. Im Laufe der Jahre sind diese Aktivantennen im elektronischen Teil auch besser geworden, und Übersteuerung und Kreuzmodulation kaum ein Thema.

Erinnere mich an die 70er Jahre, wo man mit einer Passivantenne und Autoradios mit gutem MW-Teil, erstaunlich guten Empfang auf dieser Welle hatte.

von Radiation - am 13.05.2009 07:18
Zitat

Bei MW/LW Enpfang diente früher ein Trimmer zur Kompensierung der Fehlanpassung.

Zu diesem Trimmer gibt es immer wieder verschiedene "Interpretationen". Richtig ist folgendes:

Angepasst werden konnten diese Antennen, bzw. die zugehörigen Koax-Kabel niemals (...). Darum wurde ein eigentlich genialer Trick angewendet:

Damit die geringe vom passiven Teleskopstab aufgenommene Energie nicht kapazitiv gegen Masse im völlig fehlangepassten Koax-Kabel praktisch verloren ging, bezog man die Kabelkapazität in die Schwingkreiskapazität ein. Da nun diese Kabelkapazitäten je nach Kabellänge verschieden waren, wurde ein etwas zu kleiner Wert gewählt, der dann mit diesem "ominösen" Trimmer "künstlich" auf den Sollwert angehoben wurde. Bei zu langen Antennenkabeln (z. B. Kabelverlängerungen bei Heckmontage) konnte logischerweise kein Maximum mehr mit dem Trimmer gefunden werden, da man so schon ohne Parallel-Trimmer über dem richtigen Kapazitätswert lag.

Der Preis für den Trick:
Die minimale Abstimmkapazität war nicht mehr bei "0" pF, sondern bei der Kabel+Trimmerkapazität, was den Empfangsbereich drastisch einengen würde. Deshalb wurde nie über einen Drehko abgestimmt, sondern über ein Variometer (Verschieben der Spulenkerne bei fixer Kapazität).

Diese an sich sehr gute Technik wurde überflüssig (nicht überholt), als man aktive Breitband-Impedanzwandler in die Antennenfusspunkte einbauen konnte. Damit konnte auch L/M/K (AM) korrekt niederohmig (um 70 Ohm) auf die Zuleitung gegeben werden, wodurch deren Länge unkritisch wurde und in den Autoradios die teure (mechanisch aufwendige) Variometerabstimmung wieder duch Kapazitätsabstimmung (jetzt billige Kapazitätsdioden an Stelle von Drehkos) übernommen werden konnte.

von audion - am 13.05.2009 08:11
Da der Kunde angerufen und bescheid gesagt hat das er erst heute Nachmittag kommt, konnte ich eben noch etwas experimentieren. ;-) Mit ist beim rumprobieren auf dem Hof eine Eigenart der Shark- Antenne aufgefallen. Diese Antenne scheint extrem empfindlich auf ihren Standort zu reagieren. Nur wenige cm unterscheiden zwischen rauschfreiem Empfang und stille. Die 16V Antennen sind da nicht so empfindlich. Hier rauscht es zwar je nach Standort mal kräftig auf, aber dass das Signal ganz verlustigt geht passiert nur bei der Shark-Antenne. Bewege ich das Fahrzeug nur um ein paar cm ist das Signal sofort wieder da. Und das mindestens so stark wie bei der 16V Antenne. Hier macht sich wohl die relativ hohe Verstärkung von 14dB bemerkbar. Ich kann mir vorstellen das es dadurch aber auch zu Übersteuerungen des Tuners kommen kann. Da hier aber keine übermäßig starken Sender einfallen kann ich das leider nicht testen.

Laut beigelegtem Datenblatt liegt das Rauschmaß des Verstärkers bei

von Spacelab - am 13.05.2009 08:12
Und ich hab mich immer wieder gewundert warum diese Shark-Antennen so schlecht gehen. Ich hab jetzt mal eine ORIGINAL BMW Antenne zerlegt und bin aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus gekommen. Aber schaut selbst:





Diese Messingspirale soll die UKW Antenne sein. :eek: Diese Antenne hat übrigens laut Datenblatt eine Verstärkung von 21dB(!) FM und 19dB AM. Trotzdem hat sich der Kunde beschwert das er in Saarlouis nur sehr ungenügenden (nicht Beifahrertauglichen) SWR3 Empfang hat. Wen wunderts... :rolleyes:

Ebenfalls in dieser Antenne verbaut sind eine GPS Antenne fürs serienmäßige Navi (Planarantenne mit 2dB Antennengewinn und 26dB Verstärkung) und eine GSM Antenne (passive 1,4L Mobile Antenne mit 2,14dB Gewinn). Die GSM Antenne war aber mangels Autotelefon nicht angeschlossen.

von Spacelab - am 19.05.2009 13:27
Wo nichts ankommt (empfangen wird), kann nichts verstärkt werden. Da helfen auch keine 19, 21,....dB.

von Radio-DX - am 19.05.2009 14:03
Der Meinung bin ich auch. Aber die schmeißen ja gerade bei diesen Mini-Antennen mit Verstärkerleistungen um sich das es nicht mehr schön ist. :rolleyes:

von Spacelab - am 19.05.2009 17:37
Diese Messingspirale ist die GSM-Antenne. Durch das Anpaßnetzwerk ist eine hochohmige, kapazitätsarme Signalabnahme nicht mehr möglich, das Resultat ist schlechter UKW-Empfang. LMK geht mit dem kurzen Element garnicht mehr, so hochohmig ist kein HF-Verstärkereingang. Damit überhaupt noch was geht, wird eben verstärkt bis zum Erbrechen. Die einzige Möglichkeit, die ich hier sehe, diese Spirale mit etwas Draht zu verlängern und diesen Draht mit in dem Deckel unterzubringen. Nur ist dann GSM nicht mehr nutzbar, weil die Antenne dafür dann nicht mehr resonant ist.



von Nohab - am 21.05.2009 05:19
Also bin ich zurecht immer skeptisch wenn man an eine so kleine Mini-Antenne so viele verschiedene total unterschiedliche Geräte anschließen kann. Das ist ja dann alles immer nur ein fauler Kompromiss. Und das mit dem Verstärken bis zum erbrechen ist ja auch nicht gerade die tollste Lösung. :rolleyes:

von Spacelab - am 21.05.2009 11:03
21 dB Verstärkung der UKW-Signale bezieht sich sicherlich auf die von der Antenne an den Verstärker abgegebene Leistung. Wegen der Fehlanpassung ist die entnommene Leistung aber bei weitem geringer, als an einer Stabantenne bei Anpassung verfügbar ist. Man wählt die Verstärkung halt so hoch, dass die Kabeldämpfung und das Rauschen des Empfängereingangs das Signalrauschverhältnis nicht zusätzlich merklich verringern.

Die Konstruktion der aktiven 'kurzen' Empfangsantenne beruht auf folgenden Annahmen: Die Antenne empfängt neben dem Nutzsignal auch Rauschen und Störsignale. Der Verstärker fügt dem noch Rauschen hinzu. Solange das von der Antenne abgegebene Rauschen viel größer ist als das im Verstärker hinzugefügte Rauschen, verschlechtert sich das Signalrauschverhältnis nicht merklich. Verkürzt man die Antenne, dann sinkt die an den Verstärker abgegebene Leistung (das betrifft das Nutzsignal und das Antennenrauschen gleichermaßen). Das kann man so weit treiben, bis sich das Systemrauschmaß (Antennenrauschen zusammen mit Verstärkerrauschen) auf ein noch akzeptables Niveau verschlechtert. Was ist denn die Alternative? Eine Lambda-Viertel-Antenne kann man zwar gut an ein Koaxialkabel anpassen. Im Kabel werden aber Nutzsignal und Antennenrauschen um ein gewisses Maß geschwächt und der Empfängereingang fügt seinerseits noch Rauschen hinzu. Auch bei dieser Lösung verschlechtert sich also das Signalrauschverhältnis.

Bei BMW hätte ich einen Diversityempfänger mit zwei Scheibenantennen als Mindestausstattung erwartet. Diese Mini-Dachantenne wirkt da vergleichsweise unbeholfen. Aber wenn sie ein Kabel für den Anschluss des Radios herausführt, dann wird sie wohl als UKW-Empfangsantenne dienen. Für den Empfang von TMC-Daten wird das wohl reichen.

von Ingo-GL - am 21.05.2009 16:56
Interessant.

Ist wenigstens der Verstärker für irgendetwas zu gebrauchen?
(mit einer ordentlichen Antenne dran)

von shianne - am 21.05.2009 18:49
Also um es gleich vorweg zu nehmen, der GPS Empfang dieser Antenne war super. Selbst hier auf dem Hof unter dem Blechdach wo die üblichen Navis eine halbe Ewigkeit brauchen um festzustellen wo sie sind, hatte das BMW Navi sehr schnell einwandfreien Empfang. Vielleicht sind diese Empfänger auch nicht so kritisch was rauschende und bis zum erbrechen verstärkte Signale angeht.

Also das mit dem Antennenverstärker finde ich sehr interessant. Ich interessiere mich sehr dafür, habe aber von der technischen Seite leider keine Ahnung. Da brauche ich also noch eine Menge "Nachhilfeunterricht". Deshalb bitte ich jetzt schon mal im voraus für eventuelle dumme fragen um Entschuldigung. :cheers:

Jetzt mal folgenden Gedankengang: ich habe auf dem Auto eine 16V Antenne mit dem üblichen Antennenstab. Der Verstärker der Antenne verstärkt das Nutzsignal und das (immer vorhandene) Grundrauschen um 6dB auf FM. Wenn ich jetzt den Antennenstab abschraube und so einen nur wenige cm kurzen "Designstab" dran schraube habe ich ja weniger Signal das am Verstärker ankommt. Habe ich, wenn ich jetzt die Verstärkerleistung auf (sagen wir mal nur um jetzt mal eine Zahl zu nennen) 12dB hoch drehe, das gleiche Signal am Radioeingang als mit der langen original Route und 6dB Verstärkung?

Wie äußert sich das eigentlich wenn ein Antennenverstärker ein hohes Rauschmaß hat? Auf AM könnte ich mir ein deutlich hörbares Rauschen im Ton vorstellen, aber wie ist das auf FM?

Heute morgen hatte ich ein seltsames Erlebnis. Mir ist gestern als ich im Keller was gesucht habe so ein kleiner Verstärker in die Hände gefallen den man einfach zwischen Radio und Antenne steckt. Die Teile gibt es heute noch in jeder Autozubehörabteilung für rund 10 Euro zu kaufen. Da ich heute morgen etwas Langeweile hatte hab ich den kleinen Verstärker mal zwischen meine 16V Antenne und mein Becker Grand Prix gesteckt. Das Ergebnis hat mich dann doch sehr verwundert. Ich habe selbst Stationen die hier nur noch sehr schwach reinkommen plötzlich in absolut rauschfreiem Mono empfangen. Aber, und das ist es was mich so verwundert, das Radio weigerte sich mir das RDS zu decodieren. Nur bei den üblichen Ortssendern wurde mir das RDS angezeigt obwohl die anderen, weiter entfernteren Sender, in ebenso guter Qualität rein kamen. :confused: Wie geht denn sowas?

von Spacelab - am 21.05.2009 20:43
Zitat
Spacelab
Wenn ich jetzt den Antennenstab abschraube und so einen nur wenige cm kurzen "Designstab" dran schraube habe ich ja weniger Signal das am Verstärker ankommt. Habe ich, wenn ich jetzt die Verstärkerleistung auf (sagen wir mal nur um jetzt mal eine Zahl zu nennen) 12dB hoch drehe, das gleiche Signal am Radioeingang als mit der langen original Route und 6dB Verstärkung?

Man kann in dem Fall die Verstärkung so wählen, dass man denselben Nutzsignalpegel erhält, aber im Allgemeinen ist dann der Rauschpegel höher, das heißt das Verhältnis von Nutzsignalleistung zu Rauschsignalleistung verringert sich.

Zitat

Wie äußert sich das eigentlich wenn ein Antennenverstärker ein hohes Rauschmaß hat? Auf AM könnte ich mir ein deutlich hörbares Rauschen im Ton vorstellen, aber wie ist das auf FM?

Am Ausgang des FM-Demodulators rauscht es denn ebenfalls stärker. Das Rauschen klingt bei FM nur ein bisschen anders.
Bei den 16V-Antennen von VW und der DAB-GTI-Flex von Blaupunkt steigt das Rauschen im Woodstock 54 auf leeren Kanälen an, wenn ich die Stromversorgung der Antenne am Phantomspeisemodul anstecke. Wenn man keinen leeren Kanal hat, dann kann man den Test bei heraus gedrehtem Antennenstab durchführen. Allerdings fehlt dann das vom Antennenstab selbst eingefangene Rauschen. Dass das Rauschen ansteigt, beweist nicht, dass die Antennen besonders schlecht sind (das Rauschmaß des Verstärkers kann man nicht so einfach bestimmen). Das Ansteigen des Rauschens beweist, dass das System richtig ausgelegt ist. Wenn man schon eine aktive Antenne hat, dann soll sie den Hauptbeitrag zum Rauschen leisten und nicht zusätzlich auch noch in merklichem Maße der Empfängereingang.

Dass bei Deiner Anlage sich offenbar das Signalrauschverhältnis durch Einfügen eines weiteren Verstärkers verbessern lässt, wundert mich. Hat der Eingang des Becker Grand Prix ein ungewöhnlich hohes Rauschmaß? Oder ist der Verstärker der Antenne zu schwach?


von Ingo-GL - am 21.05.2009 21:50
Ich hab jetzt gerade ein anderes Auto mit der gleichen Antenne vor der Tür gehabt und dort war der Empfang besser als bei mir. Entweder hat mein Becker Radio einen defekt, oder was viel wahrscheinlicher ist, bei der Antenne ist irgendwo der Wurm drin. Irgendwie hab ich momentan die Serie mit Antennen! :mad:

Was sollte sich denn eigentlich verändern wenn ich so einen Verstärker zwischen schalte? Denn wenn sich ja praktisch nichts verändert weil Signal und Rauschmaß gleichermaßen ansteigen sind solche Dinger ja quasi wertlos.

von Spacelab - am 22.05.2009 06:56
Zitat
Spacelab
Heute morgen hatte ich ein seltsames Erlebnis.[...]

Mach mal bitte ein Foto von dem Verstärker.

Ich habe da so eine Vermutung, um was es sich handelt.
Kann ich aber erst sicher sagen, wenn ich das Ding gesehen habe.
Dann klären sich auch die von dir beschriebenen Effekte.



von shianne - am 22.05.2009 06:56
Ich hab das Bild hier im Netz gefunden. Genauso sieht dieser kleine Verstärker den ich habe auch aus.



von Spacelab - am 22.05.2009 07:23
Ja, genau die kenne ich.

Problem bei diesen Dingern:

Die Plus-Leitung wird nicht über eine Drossel geführt.
Folge: Wenn nicht irgendwo eine Drossel in der Leitung ist (wenn über Radio versorgt, dann ist sie im Radio),
fließt die HF über den Plus ab.
-->keine Verstärkung mehr

weiteres Problem:

Diese Verstärker besitzen keinerlei Filter.
Es wird alles verstärkt, wie es die Schaltung hergibt und was zum Eingang reinkommt.
(hängt hautpsächlich von den verwendeten Bauteilen und der Leiterplattengestaltung ab)

Was das Empfangsteil des Radios dazu sagt, kannst du dir denken.
Und da war dein Becker gut.

Ich kenne das dann auch so, dass man gar nichts mehr empfängt. Nur noch quirlenden rauschenden Brei.
Warum wohl...

Von innen sehen die Dinger so aus:

http://img261.imageshack.us/img261/7504/billigpkwatv.jpg

Die blaue Perle rechts ist eine von mir eingebaute Drossel.
Schaltet man ein Filter vor den Verstärker, dann ist er gar nicht so schlecht.

Die Schaltung besteht nur aus zwei Verstärkerstufen, die über Kondensatoren gleichspannngsmäßig entkoppelt sind.
Wenn eine Schaltung erwünscht ist, könnte ich sie hier reinstellen.
Dauert aber etwas.


von shianne - am 22.05.2009 09:01
Ich hatte diesen Verstärker ursprünglich mal an einem alten Grundig Radio in Gebrauch. Da gab es aber nur totales Chaos. Manche Sender waren über das ganze Band verteilt, oder extrem breit und stellenweise gab es nur diesen von dir schon beschriebenen Brei aus allem möglichen. Deshalb hatte ich das Teil auch in der Wühlkiste im Keller verschwinden lassen.

Was würdest du denn empfehlen wie ich diesen Verstärker am besten anschließen sollte? Ich hatte ihn einfach an den Schaltausgang des Radios geklemmt wo auch die Motorantenne dran kommt und bei mir auch die Endstufe drüber geschaltet wird.

von Spacelab - am 22.05.2009 09:39
Du als einer, der, wie viele oder alle hier, sicher besseres gewohnt ist, am besten gar nicht;)

Nein, sorry, war mein erster Gedanke.

Als erstes brauchst du eine Drossel in der Plus-Leitung.
Da hilft nur probieren oder mal defekte Verstärker ausschlachten.
Kann dir da leider keine Daten geben, ich habe auch nur probiert.
Die von mir verwendete Drossel fand sich in einem defektem Videorekorder.

Die Versorgungsspannung aus dem Schaltausgang scheint ja schon mal gut genug zu sein.
Ist die Strombelastbarkeit groß genug?

(Verstärker an 12...14V klemmen und den Strom messen. Kann das Radio den liefern?)

Dann brauchst du ein Filter oder eine Filterweiche für UKW.
Ich habe vor den Verstärker eine UKW-TV-Weiche aus DDR-Zeiten geschaltet (Weiche 3036).
Man kann auch mal probieren, die Weiche hinter den Verstärker zu schalten.



Was für eine Weiche man nimmt,sollte unkritisch sein.

Eine Zeit lang hatte ich enen Aufbau aus zwei solchen Verstärkern an meiner "Zimmerantenne"
laufen.
Ein Verstärker an 12V gab sein Signal auf die Weiche, ein zweiter an 6V verstärkte hinter der Weiche nochmal etwas.

Auch interessant ist eine einstellbare Betriebsspannung.
Man sollte vielleicht einfach mal ein bisschen experimentieren.

PowerAM könnte dazu eventuell auch noch etwas sagen, stimmts?
(Stichwort KEMO-Bausatz Nr. B099. Der ist von der Grundschaltung her das selbe in grün.)


von shianne - am 22.05.2009 10:05
Zu der Überschrift kann man nur antworten, ....(fast) gar nicht.
Es ist schon sehr verwunderlich, was heute für Schrott als Antenne verkauft wird. Da denke ich mit Verbitterung an die Zeit nach der "Wende", wo die neuen "Eigentümer" im Antennenwerk Bad Blankenburg Autoantennen zu (zehn) tausenden zur Verschrottung in große Container gekippt haben. Mir ist bis heute noch keine bessere Nachrüst-Antenne in die Finger gekommen. Zum Glück hat mir ein bekannter noch einige Exemplare gerettet. Es war halt ein Ostprodukt und damit automatisch nichts wert. Heute wissen wir, die "Anderen" können es auch nicht besser. Dazu gab es ja hier schon den Tread: "Was taugt DDR-Antennenzubehör..." o.ä..
Diese Autoantenne bildet die Basis für meine Groundplane-Antenne zum 360 Grad "Lauschempfang" und für Sporadic E. Bisher ist sie unübertroffen.
Ich versuche mal zwei Bilder anzuhängen. Hoffe es klappt.




http://images3.bilder-speicher.de/show.php?type=image_800&id=09052217122939
http://images3.bilder-speicher.de/show.php?type=image_800&id=09052217468108

von Radio-DX - am 22.05.2009 16:27
@shianne: Das mit diesem Verstärker ist nur eine kleine Spielerei. So etwas zum Zeitvertreib und vor allem zum rumbasteln.

Wo ist denn eigentlich der Unterschied zwischen dem Verstärker der in einer (ordentlichen!) 16V Antenne verbaut ist und so einem "Spielzeugteil"? Ich frage deshalb, weil mir aufgefallen ist das ich absolut keinen Sender mehr empfange wenn ich die Stromversorgung der Hirschmann 16V Antenne kappe. Unterbreche ich allerdings die Stromversorgung dieses kleinen Nachrüstverstärkers klappt der Empfang trotzdem noch problemlos. Man merkt natürlich einen Unterschied ob der Verstärker aktiv ist oder nicht, aber es kommt, obwohl er keinen Saft hat, trotzdem noch ein Signal durch.

@Radio-DX: Sehr passend das du gerade Antenne Bad Blankenburg erwähnst. Ich hab hier einen Katalog von denen bekommen und überlege ob ich mir mal, statt immer nur Hirschmann, eine Antenne von denen leisten soll. Ich hab gehört die 16V Antenne von denen soll sehr gut sein und gerade als Händler muss man ja neuem gegenüber immer aufgeschlossen sein. Was natürlich nicht immer ein Vorteil ist. :rolleyes:

von Spacelab - am 22.05.2009 17:54
@ Spacelab
Kann man dort keine Muster (gegen Rechnung) anfordern?
Ich denke einen Versuch ist es wert.
Übrigens, auch die ULNA-Verstärker (ULNA 3013 FM) sollen aus Bad Blankenburg kommen.???

von Radio-DX - am 22.05.2009 18:22
Zitat
shianne:
PowerAM könnte dazu eventuell auch noch etwas sagen, stimmts?
(Stichwort KEMO-Bausatz Nr. B099. Der ist von der Grundschaltung her das selbe in grün.)


Zitat
Produkteigenschaften lt. Heimseite von KEMO:
Dieser breitbandige Antennenverstärker arbeitet mit einer Betriebsspannung von ca. 9...12 Volt=. Der Eingang und Ausgang ist für 60 Ohm Koaxkabel ausgelegt. Die Verstärkung beträgt max. 20 dB. Anwendung: Verstärkung von schwachen Antennensignalen für Radio, Fernsehen, Amateurempfänger.

Technische Daten:

* Betriebsspannung: 9...12 Volt=
* Ein- und Ausgangsimpedanz: 60...75 Ohm
* Frequenzbereich: ca. 30...850 MHz
* Verstärkung: max. 20 dB
* Platinengröße: ca. 55 x 55 mm

Preis: 5,80 ¤


Ich hatte das Ding mittags aufgebaut und vor dem Spaetdienst nur kurz testen koennen. Der Aufbau des Bausatzes ist auch fuer Anfaenger kein Problem. Man wird in der sehr gut gemachten Aufbauanleitung darauf hingewiesen, alle Bauelemente moeglichst kurz aufgesetzt einzuloeten und in ein metallisches Gehaeuse zu verbauen. Das soll auf die Signalmasse gelegt werden. Ich hatte nichts anderes als 'ne viel zu grosse Dose "Daenish Butter Cookies" das entgueltige Gehaeuse ist's noch nicht, zum Probieren langte es aber.

Erster Test am Grundig WKC6400 und simplem UKW-Dipol: Band voller Mischprodukte. :( Anderes Geraet genommen, ein Grundig Allixx. Spielt! :) Allerdings nicht viel besser als am unverstaerkten Dipol. Einziger Unterschied war der RDS-Empfang bei Antenne Brandenburg 87,60 MHz, der ohne Verstaerker nicht ging.

Ich ging daraufhin den gleichen Weg und nahm 'ne Split-Wanddose (UKW/TV getrennt bei gemeinsamer Zuleitung), weil ich die gerade griffbereit hatte. Vor den Verstaerkereingang gesetzt und mit in die Keksdose geworfen. Trennt mir auch Band III raus! :spos:

Ein weiterer schneller Test brachte interessante Ergebnisse: Das Band rauscht auf freieren Frequenzen staerker. Alle Grasnabenempfaenge und Scatter kommen etwa einen O-Wert besser. Mein lange Zeit beobachteter fast dauerhaft empfangbarer NDR 1 NDS auf 98,00 MHz vom ueber 200 km entfernten Torfhaus im Westharz schwankt und fadet zwar weiter vor sich hin, bringt es aber auf sauberen Stereoton, wenn er mal hochkommt. RDS-Staerke schafft er manchmal auch. Dazu brauchte man frueher handfeste Tropo-Unterstuetzung.

Naechster Versuch mit Radio Hamburg auf 103,60 MHz: Fadet auch staendig zwischen Unhoerbarkeit und O=2 herum, Entferung vergleichbar. Im Fadeout reisst auch der Verstaerker nichts, kommt der Sender allerdings hoch, dann bringt das Ding einen hoerbar klareren Empfang und geringeres Rauschen.

Fasse ich zusammen: Der Verstaerker verbessert den Abstand zwischen Signal und Rauschen. Wenn ein Grasnabensignal hochkommt, dann ist der Empfang lauter und klarer. Mit vorgeschalteter Weiche hat der Verstaerker noch genuegend Bumms und bekommt vorselektierte Signale. Die Versorgungsspannung ist zwischen 9 und 12 Volt angegeben. Der Verstaerker arbeitet ab knapp 8 Volt. Die Verstaerkung steigt spuerbar ab 10 Volt.

Der Bausatz ist m. E. also durchaus brauchbar. Betrachtet man die Bauteilkosten und den Aufwand, die Platine selbst herzustellen, dann ist der Bausatz auch sein Geld wert.

von PowerAM - am 22.05.2009 18:38
@Radio-DX: Viele Firmen verschicken keine "Testmuster" mehr. Da wurde angeblich in der Vergangenheit zu viel Unfug getrieben und die Gutmütigkeit mancher Firmen ausgenutzt. Ironischer weise bekomme ich von teuren Geräten (Radios, Endstufen, Navis...) jederzeit Testmuster. Aber eine Antenne für vielleicht 30 Euro rücken die nicht raus. :rolleyes:

von Spacelab - am 23.05.2009 05:56
@ Spacelab
Berufe Dich doch einfach auf die geschickten Kataloge, beteuere ernsthaftes Interesse und schimpfe über die Konkurenz. Da geht immer was. :D

von Radio-DX - am 23.05.2009 17:15
Ich werds mal probieren. Mehr als "Nein" sagen können die ja nicht. ;-)

von Spacelab - am 23.05.2009 18:19
Hab mal eine Frage, und zwar habe ich mir jetzt einen BMW vom Typ E32 gekauft und habe bis jetzt noch keinen Plan wo diese sich befindet! Empfang ist sehr gut, vergleichbar mit meinem Golf 2 und desses Teleskopantenne!

von Anonymer Teilnehmer - am 01.06.2009 15:59
@Moe Szyslak:

Der E32 dürfte eine bzw. mehrere Heckscheibenantennen haben, je nachdem welches Radio verbaut ist. Der Antennenverstärker sitzt vermutlich in der linken oder rechten Seitenwand des Kofferraums.

Zur Shark-Antenne von oben: Es würde mich echt wundern, wenn dieses Ding irgendwas mit dem Radioempfang im BMW zu tun hätte. Dafür werden Heckscheibenantennen (bzw. Antennen in den Seitenscheiben bei den Kombis) verwendet, nur das Cabriolet hat eine Stabantenne.



von Doityourselfer - am 01.06.2009 17:03
Da gab es verschiedene Lösungen die BMW damals verbaute. Je nach Radio wurden zwei Antennen verbaut. Eine in der Heckscheibe und eine zweite ganz am Rand der Frontscheibe. Bei manchen Modellen kam aber auch nur mal die Heckscheibe zum Einsatz. Die letzten gebauten Fahrzeuge hatten, wie Mercedes, die Antennen dann in den Stoßstangen. Übrigens war, bis auf ganz wenige ausnahmen, kein Diversity Tuner verbaut sondern die beiden Antennen wurden mit einem kleinen Kästchen in dem auch ein Antennenverstärker verbaut war, zusammen geführt.

von Spacelab - am 01.06.2009 17:08
@Spacelab:

Das BMW Reverse Radio hat kein Diversity (1 Antenne), das BMW Business hat Diversity (1 Tuner und Schaltbox im Antennenverstärker), und das BMW Professional hat 2 Tuner.

Mein E46 mit einem BMW Business MD hat definitiv nur Heckscheibenantennen.

von Doityourselfer - am 01.06.2009 17:22
Also ich habe das Business mit Tape und Wechsler im Kofferraum. Der Wagen ist Baujahr 94 und somit einer der letzten! Wer hat denn die BMW Radios damals gebaut, wurden die in Eigenproduktion hergestellt oder gab es da Zulieferer?

von Anonymer Teilnehmer - am 01.06.2009 20:18
Ich habe mir 1994 einen 5er BMW gekauft. Das eingebaute Radio war aber nicht so der Bringer. Kann aber nicht sagen, welches und von wem es war. Danach bin ich auf VW-Passat (Variant) umgestiegen (wegen des Radios :D). Das dort verbaute Radio "Delta" war eindeutig besser. Es gibt hier in der Umgebung Strecken, wo der Empfang mancher Sender recht kritisch ist. Da teste ich die Radios immer und kann sie dann bewerten. In meinem neuen Passat (2009) ist ein RCD 500 verbaut. Es hat den Test mit "gut"bestanden.

von Radio-DX - am 01.06.2009 20:35
Was ich viel erstaunlicher finde ist, dass das Radio sogar einen KW-Tuner hat!

von Anonymer Teilnehmer - am 01.06.2009 20:48
Riecht nach frühen Mittelalter.:D Sowas baut in der Neuzeit (fast) keiner mehr in ein Radio ein.

von Radio-DX - am 01.06.2009 21:01
So spontan fallen mir nur noch Becker, VDO und Blaupunkt ein die KW in ihre Geräte bauen.

Welche Geräte BMW verbaut kann ich dir auch nicht sagen. Ich weis das die mal eine zeit lang Becker Geräte verbaut hatten. Aber das waren wohl nur die Top Geräte. In (gefühlten) 90% der Fälle wurde ein Gerät von irgendeinem OEM Hersteller verbaut. Ich habe noch im Keller irgendwo ein altes BMW Radio rumfliegen das einem Blaupunkt zum verwechseln ähnlich sieht. Aber an dessen empfangsleistungen kommt es bei weitem nicht heran.

von Spacelab - am 02.06.2009 05:58
auch heute noch baut BMW OEM Autoradios mit LW, MW, KW ( 49m ) und UKW ( mit diversity ) ein.

von Werner53 - am 02.06.2009 12:51
Was heißt Diversity, habe ich noch immer nicht ganz verstanden. Dienen denn die Heizdrähte als Antenne oder sitzen da am Scheibenrand noch seperate Drähte? Ich stehe natürlich jetzt vor der gewissensfrage ob ich mein kaum gebrauchtes neuwertiges Bremen MP76 dort einbaue oder das original BMW-Radio drinlasse...

von Anonymer Teilnehmer - am 02.06.2009 15:55
Diversity arbeitet grundsaetzlich mit zwei Tunern und jeder hat eine eigene Antenne. Durch digitale Signalbearbeitung kann ein gutes Geraet eine virtuelle Richtantenne daraus machen und den Empfang stabilisieren und vermeintliche Stoersender ausblenden. Daher sollten die beiden verbauten Antennen moeglichst weit auseinander montiert sein. Die Bauform kann und soll sich auch unterscheiden.

Die bei BMW, Mercedes und Toyota teilweise verbauten zwei Antennen sind allein noch kein Diversity. Solange sie auf einen gemeinsamen Antennenverstaerker gehen bleibt's bei 'nem Single-Tuner. Wobei die auch nicht grundsaetzlich schlecht sein muessen.

von PowerAM - am 02.06.2009 16:11
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