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Radioforum
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vor 8 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
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Radio-DX, ATS-909, Lahnwelle, Werner53, Mathias Volta, Harald Z, _Christoph, Mujek3, Christian_66, DX-Matze, ... und 7 weitere

Tipps zum Empfang (bei Tropo, Sporadic-E etc.)

Startbeitrag von ATS-909 am 04.06.2009 19:06

Hallo,

ich bin nun seit ~2 Monaten stolzer Besitzer eines modifizierten Sangean ATS-909!

Nun zu meiner Frage:
Wo und wie führe ich am besten einen Bandscan durch!?
In meiner Wohnung im dritten Stock, oder doch lieber draußen im freiem?

Nun zu den Problemen:
Ich der Wohnung habe ich ein Kabelleck, im freiem leider keinen Hügel in der Nähe!

Ich lese hier im Forum ja manchmal Entfernungen von bis zu 500 - 600 Kilometer bei guten
Bedingungen...

Ich berücksichtige natürlich den Unterschied Teleskop- Yagiantenne,
komme aber trotzdem nicht über die 200 Kilometer!

Vielen Dank,
ATS-909

Antworten:

naja, wenn richtig Tropo ist, dann sollte auch Empfang mit einer Teleskopantenne möglich sein.
Und wann richtig Tropo ist, darüber kannst du Dich online vorinformieren, es gibt da spezielle Prognosekarten.

von Felix II - am 04.06.2009 19:19
Zitat
ATS-909
Hallo,

ich bin nun seit ~2 Monaten stolzer Besitzer eines modifizierten Sangean ATS-909!

Nun zu meiner Frage:
Wo und wie führe ich am besten einen Bandscan durch!?
In meiner Wohnung im dritten Stock, oder doch lieber draußen im freiem?


Generell geht hier probieren über studieren. Bei mir ist es beispielsweise so, daß ich draußen im Garten fast gar nichts empfange (relativ gesehen), während ich unterm Dach mit relativ wenig Sicht nach außen, einen um Welten besseren Empfang habe.

Zitat

Nun zu den Problemen:
Ich der Wohnung habe ich ein Kabelleck, im freiem leider keinen Hügel in der Nähe!

Ich lese hier im Forum ja manchmal Entfernungen von bis zu 500 - 600 Kilometer bei guten
Bedingungen...

Ich berücksichtige natürlich den Unterschied Teleskop- Yagiantenne,
komme aber trotzdem nicht über die 200 Kilometer!

Vielen Dank,
ATS-909

QTH: Germering
RX: Sangean ATS-909W (110 kHz)


Das dürfte wohl eher an den topographischen Bedingungen der Münchener Schotterebene liegen, bei mir im Südosten sieht es genauso aus, bei 200km (Säntis, Ochsenkopf) ist Schluß, nur bei Tropo wird es besser, wobei ich auch da nur ganz selten über 400km komme. 500 oder mehr habe ich noch nie erreicht. Außer natürlich bei Sporadic-E, wobei ich da in letzter Zeit immer den falschen Zeitpunkt erwischt habe....

Ciao
Christoph

von _Christoph - am 04.06.2009 19:21
Für ein guten Bandscan brauchts net unbedingt nen Hügel,es wurden und werden auch sehr gute Scans in der Ebene erziehlt,Berge haben halt den Nachteil das von allen Seiten die UKW Signale einfallen und es da sehr schwierig wird sehr schwache Sender zu loggen.


von Robert S. - am 04.06.2009 19:22
Manchmal machen wenige Meter schon viel aus.

Beispiele:

Brocken DVB-T

Wohnzimmer linkes Fenster - gutes bis sehr gutes Signal outdoor
Wohnzimmer rechtes Fenster - unter normalen Bedingungen gibt's hier nichts zu holen

Berlin 88,8 UKW
geht nur an einer bestimmten Stelle auf einem bestimmten Parkplatz


von Mujek3 - am 04.06.2009 19:24
Wichtig ist beim Scannen, dem "Störnebel" weitestgehend zu entkommen. In Häusern oder in stark bebautem Gebiet gehen schwache Sender meist im "Störnebel" unter. Mancher weiß gar nicht, welche Störungen alles auf seiner Antenne ankommen. Ich habe hier im Haus selbst so ein Problem. Wenn ich an meinen Empfängern sitze und meine Tochter schaltet den Fernseher an, kommen im unteren UKW-Band (ca. 87,5 - 92,5) plötzlich nur noch die starken Sender. Das Band wird einfach zugerauscht. Als ich die Ursache noch nicht kannte, habe ich nach einem Wackelkontakt im System gesucht. (Antenne, Verstärker, Netzteil, Kabel und Enpfänger) Erst nach einigen Wochen fiel mir auf, daß die Störung immer dann auftritt, wenn die Tochter in der Wohnung ist. Da habe ich den Übeltäter (Fernseher) dann schnell gefunden. Das Schaltnetzteil stört etwa 50 m weit. Meine Antennen sind etwa 30 m vom "Störsender" entfernt unter dem Scheunendach. Die Störung ist so unauffällig, daß man einfach an schlechten Empfang glaubt. Wenn ich es nicht mehrfach gehört hätte, wie der Empfang sich schlagartig verschlechtert oder verbessert, würde ich heute auch noch an schlechte Empfangsbedingungen glauben.
Wenn hier im Forum einige bei bester Tropolage schreiben, daß sie bei sich nichts empfangen, könnten solche Störungen evtl. eine Rolle spielen. Man kann sich mit einem Empfänger einfach etwas von den Gebäuden oder Industrieanlagen entfernen und einen neuen Scann machen. Da bemerkt man schnell solche Störer.

von Radio-DX - am 04.06.2009 20:38
Vielen Dank für eure Antworten!

Das was mich am meisten stört, ist das Kabelleck!
Das macht mir einige Frequenzen kaputt...

Ich werde demnächst mal einen Bandscan durchführen,
den ich dann auch gerne hier posten kann!

von ATS-909 - am 04.06.2009 20:43
störfreie Umgebung und Höhe ( = frei Sicht in Richtung Sender ) sind die Schlüsselfaktoren; in Germering sollten mit deinem Equipment 300 km gehen; probiere doch mal Kreuzberg 107,9 oder Inselsberg 90,2; die kommen bei mir in FFB regelmässig.

von Werner53 - am 04.06.2009 21:12
In Stichpunkten:

Du hast ein tragbares Geraet und ein strahlendes Kabelnetz im Haus. Also raus mit dir und dem 909 an die frische Luft! :D Idealerweise auch raus aus Siedlungsgebieten! Damit entgehst Du dem Zivilisationsmuell, der allerorts abgestrahlt wird.

Ein gutes tragbares Radio braucht nicht zwingend einen Antennenmast und 'ne riesige drehbare Antene. Du hast mit der Teleskopantenne ein einfaches, sehr ergiebiges Gebilde, das durchaus Richtwirkung hat. Hier wird ueberwiegend horizontal gesendet, also haelt man die Antenne eher irgendwie waagerecht. Drehe dich um deine eigene Achse, veraendere bei schwachen einfallenden Signalen auch mal den Antennenwinkel. Also hebe oder senke das Ende der Teleskopantenne.

Den groessten Vorteil, den Du gegenueber einer ortsfesten Antenne hast: Du bist beweglich! Bei Fernempfaengen machen es oftmals wenige Zentimeter und der Empfang verbessert sich oder etwas voellig neues kommt zum Vorschein.

Beim 909 gibt es noch ein Problem. Er reagiert zuweilen recht zickig auf starke Signale in unmittelbarer Naehe. In Sichtweite eines Grundnetzsenders auf Fernempfaenge zu hoffen ist daher vergebene Zeit. Stellst Du Mischprodukte fest, also mehrere Sender durcheinander oder Sender auf Frequenzen, auf die sie nicht gehoeren, dann schiebe versuchsweise erstmal die Antenne elementweise ein oder suche dir ein anderes Plaetzchen!

Es gehen mit richtig guten tragbaren Geraeten auch Entfernungen zwischen 300 und 500 km "aus der Hand"!! Mein Eton E5 hat mir schon einige tolle Empfaenge ermoeglicht. Kreuzberg/Rhoen am Jadebusen in Sichtweite von Wilhelmshaven, Berliner Sender im Oldenburger Land, Schwerin an der niederlaendischen Nordseekueste und vieles mehr! Der ist mit extrem schmalen 53 kHz-Filtern aber nur noch Sportgeraet und taugt zum normalen Radiohoeren nicht mehr wirklich.

Hilfreich ist auch, sich das Listenmaterial aus FM-List (siehe Startseite www.ukwtv.de) fuer Deutschland und die bei dir angrenzenden Nachbarlaender auszudrucken. Geheftet bilden sie fuer unterwegs ein gutes und umfangreiches Nachschlagewerk, um schnell nachzusehen, was man da gerade empfaengt.

Kompakter, dafuer mit teils fehlerhaften Angaben und nur auf Deutschland und auslaendische Sender in Grenznaehe beschraenkt, ist der Hoerzu-Radio Guide (ISBN 978-3-88180-667-1, Ausgabe 2008/09). Hier gibt es rund um den Radioempfang noch einige lesenswerte Artikel, falls dir die Publikation im Taschenbuchformat 12,90 EUR wert ist.

von PowerAM - am 04.06.2009 22:55
Hallo Fabian,

ich logge auch "nur" mit einer Stabantenne (bzw. im Auto). Yagi-Antenne scheidet bei mir leider aus weil Mietwohnung blablablubb. Mit einem entsprechend gutem Empfänger vermisse ich ehrlich gesagt auch nicht viel. Klar, mit jedem Meter Höhe und mit entsprechender scharfer Richtwirkung lassen sich sicher mehr Sender aus dem Äther zaubern. Allerdings kann man mit einem portablen Empfänger durch die Wohnung laufen oder einfach nur ein paar Schritte nach links oder rechts gehen um evtl. einen schwachen Sender hinter einem starken hervorzuzaubern. Das wird mit ner Yagi auch trotz Rotor schwer.

Kabellecks sind natürlich übel. Ich habe in meinen vier Wänden ebenfalls welche. Daher solltest Du vielleicht mal auf einen Hügel steigen oder evtl. ein paar Meter unterhalb des "Gipfels" stehen bleiben um den Berg als Hindernis zu nutzen. Ansonsten lassen sich auch sicher in Deiner Wohnung interessante Scatter-Kandidaten beobachten. So taucht bei mir am Rand der norddeutschen Tiefebene in unregelmässigen Abständen Muhlouse auf der 88,6 auf. Den Sender habe ich durch Zufall entdeckt.

Und was Tropo angeht: Wir im Norden haben da glaube ich wohl mehr Glück. Sporadic-E zieht sich aber quer durch die Republik und dürfte sich auch auf Deine Empfänge auswirken.

von Staumelder - am 05.06.2009 05:49
Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit 4 Stockwerken und 12 Parteien, teilweise Betonwände und mit ganz neuen super dichten Fenstern, dazu kommt ein Kabelleck, daher habe ich draußen deutlich besseren Empfang als drinnen. Spannend ist, dass ich auf dem Westbalkon (große Loggia) einen teilweise ganz anderen Empfang habe als auf dem Ost-Balkon, weil das Haus selbst dann wie eine Abschirmung wirkt. Das kann man aber gut ausnutzen. Ost-Balkon: gut für Österreich-und Tschechien-Empfänge, da nach Westen abgeschirmt. West-Balkon gut für Baden-Württemberg und Hessen (bei Tropo). Roadstar mit Teleskop-Antenne ist ideal zum rumexperimentiren. Zwischen Säntis und Ochsenkopf ist viel möglich auch ohne Tropo. Bei Tropo (z.B. im Herbst bei Nebellagen) geht dann vom Kalmit bis Feldberg/Ts. und Inselberg sehr viel.
Was allerdings genauso gut ist, ist scannen mit dem Autoradio. Etwas raus aus der Stadt, dann sind oft tolle Empfänge möglich, wenn man nicht gerade ein absolutes Billigradio hat. Und man hat gleich RDS. Hat mein Roadstar nicht.
Sporadic-E-Empfänge hatte ich letztes Jahr allerdings auch indoor, sogar direkt neben dem PC (Tunesien). Wenn die richtig stark reinkommen, geht fast überall was. Dieses Jahr hatte ich noch kein Glück.


von HeibelA - am 05.06.2009 06:11
Frage zu Sporadic-E

Ich konnte bislang noch nie Sporadic empfangen, obwohl immer fleißig mit meinem kleinen Campingfernseher scanne, wenn es im DXer Forum entsprechende Meldungen gibt.

Vor einiger Zeit hatte ich mal gelesen, dass das Netzteil des TVs (Batteriebetrieb leider nicht möglich) den Empfang empfindlich stören kann. Macht das wirklich so viel aus und welche potentiellen Störquellen gibt es neben Kabellecks und Elektrosmog noch?




von Mujek3 - am 05.06.2009 08:24
Computer und angeschlossene Geräte (Drucker...) können auch ganz gemeine Störenfriede sein. Das hat sicher jeder schon erlebt, wenn er durch eine Ortschaft fährt und der eingestellte Sender kurz (auf 30 - 50 m) von starkem Rauschen und "Surren" überdeckt wird.

von Radio-DX - am 05.06.2009 10:01
Danke nochmal für eure ausführlichen Antworten!

von ATS-909 - am 05.06.2009 18:13
Mit meinem ATS909 (unmodifiziert) sind hier Tropo-Signale aus Slowakien (1200 kms+) empfangen,
und 50 watt-Sender aus Deutschland, und Lokal-Stationen in NRW.
und mit Sporadic E kan ja fast alles gehen, hier ist Jordan den Rekord :-) 3200 kms+

Ein sehr guter Portabel !

Guter DX, Arvid

von Arvid Husdal - am 05.06.2009 19:00
Ich habe mir heute die Karten für Tropo und Sporadic-E einmal näher angesehen!
Die Vorhersage für Tropo ist ja recht einfach abzulesen...
Aber bei der Karte für Sporadic-E Wolken verstehe ich nur Bahnhof!
Könnt ihr mir die beiden Karten (Tropo, Sporadic-E) vielleicht kurz erklären!?

von ATS-909 - am 05.06.2009 21:00
Zitat
ATS-909
Aber bei der Karte für Sporadic-E Wolken verstehe ich nur Bahnhof!

Hi Fabian,

Auch das ist recht einfach:
Auf dieser Karte wird die MUF (maximum usable frequency) als Reflexionspunkt angezeigt. Zwischen Sender und Empfänger, sprich Dir, sollte also entsprechend mindestens ein Quadrat, besser mehrere Quadrate mit der entsprechenden MUF vorhanden sein, damit Empfang möglich ist.
Steht z.B. eine 60 oder ähnliches in diesem Frequenzbereich zwischen Deinem Wohnort und z.B. dem spanischen Großraum Madrid im Quadrat, kannst Du mit Band-I Empfang des spanischen Fernsehens rechnen (habe bewußt dieses Beispiel gewählt, da TVE 1 einer der am einfachsten zu loggenden Sender via ES ist und entsprechend häufig empfangen wird).
Mehrere Quadrate mit 108 oder höher lassen dann auf UKW i.d.R. entsprechend richtig die Post abgehen, wenn die Entfernung entsprechend adäquat ist.

Bei der Tropo-Karte ist es im Grunde genommen auch nicht schwierig:
Unter der Karte sind mehrere Stufen der Intensität erläutert. Zwischen der Region, aus der mit Empfang zu rechnen sein sollte und Deinem QTH sollte ein entsprechend farbiges Feld liegen, welches sich i.d.R. in unseren Breiten maximal auf Stufe 3 (grün) beschränkt, selten sind mal Stufe 5 oder 6 im Spätsommer oder Frühherbst drin, wenn die Wetterbedingungen (falls hier noch Unklarheiten sind, einfach fragen) es zulassen.
Bei den sehr guten troposphärischen Überreichweiten am vergangenen Montag abend gab es zumindest hier im Nordwesten zwischen unserer Region im Nordwesten und Norwegen die schon seltenere Stufe 4, welche Vollausschlag des norwegischen Senders NRK P1 aus 623km Entfernung ermöglichte.
Hier sollte zwischen Sender und Empfänger eine äußere(!) Linie der stärksten Tropo-Stufe vorhanden sein, um entsprechende Empänge zu ermöglichen (hoffe, das ist so richtig, hier bin ich mir nicht 100%ig sicher).
Anzumerken sei vielleicht noch, daß in unserer Region hier im Norden bedingt duch die Nähe zur Küste (Empfänge über die Nordsee sind noch um einiges einfacher zu realisieren als Empfänge komplett über Land, da die Leitfähigkeit des Wassers höher ist) profitiert. Aber auch in Deiner Heimat sollten 400-500km durchaus drin sein, wenn die Bedingungen es zulassen.
Hoffe, ich hab es halbwegs plausibel und vor allem korrekt erklären können. Wenn nicht, Keule raus und mir eins überbraten ! :-)

LG,
M.

von Mathias Volta - am 05.06.2009 22:32
Hallo Mathias,

danke für deinen ausführlichen Beitrag!

Beispiel:
Nehmen wir einfach mal die Strecke München - Hamburg!
Sollte ein Empfang möglich sein, müsste sich das farbige also
in der Mitte von Deutschland befinden, oder!?

von ATS-909 - am 06.06.2009 12:06
Hi Fabian,

Bei halbwegs freier Frequenz vorausgesetzt sollte das Feld schon entsprechend der oben erwähnten Intensität farbig sein, dann wäre das theoretisch möglich.

von Mathias Volta - am 06.06.2009 15:56
Was mich auch einmal interessieren würde, ist die Standortabhängigkeit beim Sporadic-E-Empfang. Spielt diese überhaupt eine große Rolle? Ich habe festgestellt, daß beim mobilen Scannen auch Standorte im Tal nette Empfänge bescheren können. Aber wie ist es an erhöhten Standorten, wo es praktisch keine freien Frequenzen mehr gibt? Orte mit sehr schlechten Empfangsbedingungen wie etwa niedrig gelegene, stark abgeschirmte Wohnungen eignen sich auf jeden Fall nicht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Aber sind hoch gelegene Orte mit guten Empfangsbedingungen aus allen Richtungen wirklich optimal für Sporadic-E oder besteht dann eher die Gefahr, daß die zahlreichen, relativ starken Signale aus der Umgebung die reflektierten Sender nicht mehr durchlassen und daß diese womöglich an tiefer gelegenen Standorten eher empfangen werden können? Da ich den Bremen MP74 mit DDA benutze, muß der reflektierte Sender auf jeden Fall stärker werden als ein bereits vorhandener schwacher Sender auf der Frequenz. Und wenn man z. B. Empfänge aus dem Mittelmeerraum erwartet, sollte dann der Standort auch unter Normalbedingungen gute Empfangsbedingungen Richtung Süden haben oder spielt das keine Rolle? Fragen über Fragen.

von Lahnwelle - am 21.06.2009 23:10
@ Lahnwelle
sporadic E Signale kommen i.d.R. mit sehr geringen Erhebungswinkeln über Horizont an; es sollte also freie Sicht in die Richtung bestehen, aus der man etwas empfangen will; lokale Sender auf gleicher Frequenz stören dann natürlich, wenn sie aus gleicher Richtiung kommen, jedoch sind selbst leistungsschwache Sender, wenn sie über spod. E empfangen werden oft stärker als lokale ( hinter dem Horizont liegende ) , da bei ihnen keine sonst extrem starke Dämpfung durch die Erdkrümmung auftritt. Ausserdem kann vertikal polarisierter Empfang Vorteile bringen, da spod. E Schwingungsrichtung oft gedreht wird, lokal dagegen nicht. Fazit: spod. E am Besten in der flachen Ebene mit freier Sicht in alle Richtungen.

von Werner53 - am 22.06.2009 08:02
@Werner: Danke für den Tip! Allerdings sind solche idealen Standorte hier im bergigen Marburg kaum zu finden. Da müßte ich mich am besten mit meinem Auto irgendwo in die Lahnaue stellen. Wenn ich sowieso unterwegs bin, wäre das kein Problem. Aber wenn ich nur mal schnell zum Scannen raus möchte, stelle ich mich dann doch lieber irgendwo in der Nähe hin. Wenn richtig starke Signale in Ortssenderstärke ankommen, geht es dort auch.

Wegen der Polarisation: bedeutet das, daß die Stabantenne auf dem Autodach am besten möglichst senkrecht stehen sollte? Auf diese Art würden ja auch die horizontal sendenden deutschen Sender noch ein wenig abgeschwächt, was die Chance auf Sporadic-E-Empfänge zusätzlich erhöhen würde.

Es ist wirklich dumm, daß ich nicht in der Wohnung DXen kann, dort kommen nicht einmal alle Ortssender gut herein. Wenn man eine DX-taugliche Wohnung hat, kann man den ganzen Tag eine leere Frequenz vor sich hin rauschen lassen und währenddessen etwas sinnvolles tun. Aber ich muß immer zum DXen herausfahren (oder gehen), das ist doof.

von Lahnwelle - am 22.06.2009 10:57
Was die Antennenausrichtung betrifft, ich habe die Erfahrung gemacht, daß sich mit einer um 45° geneigten Antenne die meisten und besten Empfänge machen lassen. Rein vertikal bzw. rein horizontal lassen sich nicht nur weniger Sender empfangen, auch die Feldstärke ist (am RDS-Empfang ausgemacht) geringer.

Ciao
Christoph

von _Christoph - am 22.06.2009 11:19
@ Lahnwelle
//quote//
Wegen der Polarisation: bedeutet das, daß die Stabantenne auf dem Autodach am besten möglichst senkrecht stehen sollte? Auf diese Art würden ja auch die horizontal sendenden deutschen Sender noch ein wenig abgeschwächt, was die Chance auf Sporadic-E-Empfänge zusätzlich erhöhen würde.
//unquote//
JA
//quote//
Es ist wirklich dumm, daß ich nicht in der Wohnung DXen kann, dort kommen nicht einmal alle Ortssender gut herein. Wenn man eine DX-taugliche Wohnung hat, kann man den ganzen Tag eine leere Frequenz vor sich hin rauschen lassen und währenddessen etwas sinnvolles tun. Aber ich muß immer zum DXen herausfahren (oder gehen), das ist doof.
//unquote//
was sporadic E betrifft tritt es i.W. nur in den Sommermonaten und tagsüber auf; wenn du das UKW DX Forum checkst, erfährst du, wann es sich lohnt herauszufahren / gehen
@_Christoph
//quote//
Was die Antennenausrichtung betrifft, ich habe die Erfahrung gemacht, daß sich mit einer um 45° geneigten Antenne die meisten und besten Empfänge machen lassen.
//unquote//
Ja, weil dann Anteile beider Polarisationen aufgenommen werden
//quote//
Rein vertikal bzw. rein horizontal lassen sich nicht nur weniger Sender empfangen, auch die Feldstärke ist (am RDS-Empfang ausgemacht) geringer.
//unquote//
eigentlich nicht; die Feldstärke ist am grössten wenn die Polarisationsrichtungen genau übereinstimmen und nimmt dann mit cos phi ab.


von Werner53 - am 22.06.2009 11:42
Meine Faustregel: Aus den Richtungen aus denen man "normale" UKW-Sender gut empfangen kann, geht auch Sporadic-E. Ich bin hier auf drei Seiten von 60 m hohen Bergen umgeben. Nach Südosten steht der Berg gleich (200 m) hinterm Haus. Aus dieser Richtung empfange ich fast nichts. Südwest ist am günstigsten, da das Tal dort etwas offener ist. Ich versuche mal ein Bild von meiner besch... Lage anzuhängen.






von Radio-DX - am 22.06.2009 16:21
In diesen Minuten haben wir so eine Situation, Sporadic-E aus Italien über den Berg. Das Band ist voll, aber die Signalqualität ist so schlecht, das RDS fast unmöglich ist. Für kurze Zeit gibt es auch mal ein ganz sauberes Signal und RDS. Ich weiß aber nicht ob ich die Wellen direkt empfange oder nur Reflektionen von den anderen Bergen. So geht es mir bei allen Empfängen aus Süd bis Ost. Mit Spanien und Portugal gibt es diese Probleme nicht (Berg weiter weg).

von Radio-DX - am 22.06.2009 19:22
Auch meine Wohnung ist alles andere als gut geignet für DX. Aber mit etwas Geduld und Probieren gelingen trotzdem schöne Erfolge.
Ich wohne im ersten Stock eines vierstöckigen Hauses, umgeben von allerlei Wohnbebauung, gefühlte 5 Meter ü.NN (also vielleicht so 60m). Bergisches Land, Eifel, Westerwald sind ringsum 300 bis 500 Meter hoch.
Aber es gibt die DX-Ecken:
Wohnzimmer-Couch, Antenne "zur Wand" ist gut für:
- BR vom Kreuzberg / Pfaffenberg
- DRadio Inselsberg
- Sporadic-E Italien/Griechenland
- Flugzeug-Scatter Landeanflug Köln-Bonn

Schlafzimmer, am Fenster gut für:
- Holland, Belgien
- Sporadic-E Spanien

Noch nicht herausgefunden habe ich eine gute Ecke nach Norden.

Ich erfreue mich an meine Erfolgen, wohlwissend dass es immer bessere Orte gibt.
Aus meiner Sicht ist das Wichtigste: Geduld. Und Freude an den eigenen Erfolgen.

von Christian_66 - am 22.06.2009 19:44
Das Problem mit aktivem Computer beim DXen hab ich gelöst in dem ich für das hier ein Notebook verwende, in einem Abstand von 2 Meter ist der Störnebel weg.
Ein PC mit TV-Karte sollte möglichst weit weg von der Antenne seinm sonst sieht man nichts mehr.
Mein TFT schafft es sogar die BIOS-POST-Meldungen (PC-Start) schemenhaft auf dem VHF-I Band wiederzugeben zumindest auf meinem alten Hitachi, dem jede Art von Störung "stinkt".

von DX-Matze - am 23.06.2009 12:55
Aus: http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/Theme_DX_Programme/Material/100609.htm
DX-Programm: Antennen für UKW-Fernempfang
Das wohl wichtigste Zubehör für den Fernempfang von UKW-Sendern und auch von Fernsehsignalen, ist und bleibt die Antenne.

An einzelnen Tagen (mit Ausnahme der Nachtstunden) können zuweilen Sender empfangen werden, die sich in einer Entfernung von 2.500 km vom Empfänger befinden (und sogar noch weiter, wenn die Ausbreitung der Wellen über großen Wasserflächen erfolgt). Der Empfang ist mit einer gewöhnlichen Teleskopantenne möglich, über die ein jeder Empfänger verfügt. Die Antenne muss aber in ihrer Verankerung geknickt werden können, damit sie auch handlich um ihre Achse gedreht werden kann. Das ist notwendig, da das Signal aufgrund gekrümmter Polarisierung aus verschiedenen Richtungen kommt, in Anhängigkeit der Art und Weise der Spiegelung an der Ionosphäre. Und das nur, wenn dort die Schichten „ES“ und „F2“ präsent, oder das Signal an der Troposphäre reflektiert wird. Dabei erscheinen eine Vielzahl an Sendern für eine verhältnismäßig kurze Zeit – von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten. Es kann sogar vorkommen, dass sie Ortsender übertönen. Das werden sie schwächer und man kann dafür andere hören. Das erschwert natürlich die Erstellung eines Empfangsberichts.

Bei weitem bessere Ergebnisse lassen sich mit Sonderantennen erzielen. Gut beschrieben sind sie in allen Antennen-Nachschlagewerken – empfehlenswert sind aber vor allem jene, in denen es speziell um Fernsehantennen geht. Mit allgemein üblichen Fernsehantennen kann man nämlich gut entfernte UKW-Sender empfangen. Die Antennen werden aber für gewöhnlich ausgerichtet. Für den Empfang von schwachen Signalen sind Antennen mit einer größeren Anzahl von Elementen notwendig, was ihr Gewicht vergrößert und entsprechend Probleme bei der Verankerung verursacht. Die Elemente selbst sind entweder aus Aluminium- oder Kupferröhren, man kann aber auch gewöhnlichen dickeren Leitungsdraht verwenden. Enthusiastische DXer, die sich dem Fernempfang von UKW- und Fernsehsignalen verschrieben haben, basteln sich ihre Antennen selbst und bevorzugen Quadratantennen. Obwohl die Konstruktionen recht alt sind, geben sie dennoch gute Ergebnisse – vor allem die Signale können für eine längere Zeit stabil empfangen werden.

Nun zu den Bereichen, auf die die Antennen eingestellt sein müssen. In Westeuropa, Teilen Asiens und Nordamerikas müssen sie für die Frequenzen zwischen 87,5 bis 108 MHz abgestimmt sein. Die Funkfreunde in der Nähe von Japan hingegen müssen sich auf den Bereich zwischen 76 und 90 MHz konzentrieren, wie auch auf den Bereich, der in der ehemaligen Sowjetunion gängig ist: 64 bis 74 MHz. In allen übrigen Teilen der Welt gilt wie gesagt der bereich zwischen 87,5 und 108 MHz.

Man kann sich natürlich auch eine kombinierte Antenne für alle drei Bereiche basteln – sie wird aber spürbar schwächere Ergebnisse bringen. Die Konstruktion einer Quadratantenne ist recht einfach, ihre Dimensionen sind dafür recht groß. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die Antenne um ihre Achse gedreht werden kann. Wünschenswert ist auch die Möglichkeit einer Neigung von +/- 30 Grad gegenüber dem Erdboden. Und noch eine Anforderung: man muss die Antenne möglichst hoch anbringen. Die besten Empfangsbedingungen sind zudem außerhalb größerer Ortschaften gegeben.

Autor: Rumen Pankow


von Harald Z - am 26.06.2009 06:33


Einspruch!
Davon träumen wir alle. :rolleyes: Und die UKW-Antennen wurden nur so zum Spaß entwickelt.

von Radio-DX - am 26.06.2009 10:11
Der Bericht stammt aus Bulgarien. Das ist OIRT u.a. mit TV Kanal R4: 84-92 MHz und R5: 92-100 MHz. Zumindest letzterer soll in Bulgarien noch aktiv sein. Somit kann man mit allgemein üblichen OIRT Fernsehantennen gut entfernte UKW-Sender empfangen.

von Harald Z - am 26.06.2009 11:22
Mir war bis heute nicht bekannt, daß zwischen 68 und 108 Mhz in Europa auch Fernsehkanäle liegen. Wenn das so ist, dann funktioniert der Empfang von UKW mit Fernsehantenne natürlich. Wenn nicht, dann dürfte es schwer werden. Selbst bei einer Band 1 Antenne bricht der Gewinn oberhalb der eigentlich dimensionierten Nutzfrequenz schnell weg. Bei stärkeren UKW-Sendern geht da sicher noch etwas, aber Fernempfang? Ich glaube nicht dran.

von Radio-DX - am 26.06.2009 11:52
Und wie ist es eigentlich umgekehrt? Eignet sich in unseren Breiten eine UKW-Antenne (keine Yagi, sondern eine Teleskopantenne oder eine einfache Dipol-Wurfantenne) auch zum Empfang von Fernsehsendern im Band I, auch wenn es unterschiedliche Frequenzbereiche sind? Oder gehen auch Stabantennen oder Allzweck-Zimmerantennen für TV/Radio? Wenn ja, könnte man relativ einfach auch mobil Sporadic-E-Empfänge im Band I an einem tragbaren Fernseher hereinbekommen. Man kann ja unmöglich eine monströse Band-I-Antenne mitnehmen, das geht nur zuhause oder sogar nur, wenn man in einem Einfamilienhaus wohnt.

von Lahnwelle - am 26.06.2009 13:54
Bei meinen letzten Band I empfängen hatte ich mit dem LMK Stab mit UKW Dipol auf E2 E3 und R1 teilweise fast rauschfrei Bilder und mit der 4 Elemet K4 gar nichts, dafür aber mit dieser OIRT Radio.

von cain - am 26.06.2009 23:49
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