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Wann wurde das 50-kHz-Raster bei UKW abgeschafft?

Startbeitrag von Kay B am 17.06.2009 18:28

Wenn man sich mal alte Frequenztabellen aus den 1950er und 1960er Jahren anschaut, dann begegnen einen oft Sender, die im 50-kHz-Raster sendeten. Beispielsweise wurde vom Brocken einst auf 88,95 MHz statt auf 89,00 MHz gesendet.

Wann und warum wurde dieses Raster abgeschafft?


Und vom Blauen im Schwarzwald soll auch mal auf 89,175 MHz statt auf 89,2 MHz gesendet worden sein. Wie kam man denn auf diese krumme Frequenz? Wurde das UKW-Rundfunkband möglicherweise sogar mal in 25-kHz-Schritten unterteilt?

Antworten:

Ja, diese Offset-Frequenzen gab es damals zum Teil. Ich glaube, das wurde schon vor der Einführung von RDS umgestellt. Nur manche Länder, wie Italien, haben noch solche krummen Frequenzen im Einsatz. Das wird aber auch weniger, da viele Empfänger heute damit Probleme haben (100kHz-Abstimmschritte).

von Peter Schwarz - am 17.06.2009 18:54
Eigentlich hielt man sich in den 50er Jahren weitgehend an das 300 kHz-Raster.
(Kanal 2: 87,6 MHz, Kanal 3: 87,9 MHz usw.)
Zu kleineren Verschiebungen kam es wohl, um Interferenzen zu vermeiden.
So teilten sich 1958 zwei SDR-Funzeln (0,05 kW) den Kanal 19 (92,7 MHz): Wertheim auf 92,72 MHz und Buchen-Walldürn auf 92,67 MHz.

In den 60er Jahren wurde dann das 300 kHz-Kanalraster praktisch aufgegeben (obwohl weiterhin auch die Kanalnummern gekistet wurden), und man plante größtenteils in 100 kHz-Schritten.

In der DDR arbeitete man aber mit dem 50 kHz-Raster, Anfang der 70er Jahre waren 20 der 45 UKW-Frequenzen "krumm". Um 1980 war es noch fast genauso, also könnte die Umstellung mit dem Genfer Plan von 1984 zusammenhängen.

von StGr - am 17.06.2009 20:08
Ja, die krummen Frequenzen verschwanden mit dem Genfer Wellenplan GE84, der am 01.07.87 in Kraft trat; außer in Italien, das diesem Abkommen nicht beitrat.


Zitat
Peter Schwarz
Das wird aber auch weniger, da viele Empfänger heute damit Probleme haben (100kHz-Abstimmschritte).

Die 100 kHz-Schritte der damals noch neuen PLL-Empfänger waren ein wichtiger Grund für die Abschaffung der krummen Frequenzen bei GE84.

von Manager. - am 17.06.2009 20:15
Aus dem Gedächtnis:
Im 1985er WRTH waren Frequenzen von CFN und/oder RFC gelistet, die auf ***,125MHz sendeten.
Muss ich bei Gelegenheit mal rauskramen.

von Mc Jack - am 17.06.2009 20:17
Habe den Sender Inselberg (Radio DDR ll) noch im Nov. 1987 auf der 92,55MHz empfangen können, weiß aber nicht mehr genau wann danach auf der 92,50 gewechselt wurde, 1989?

von Pirat 07 - am 17.06.2009 20:29
Hier mal ein paar krumme Frequenzen von 1981:

Berlin 87,85
Pirmasens 101,75
Berlin 98,75
Ismaning 89,95
Söllingen 101,125
Goslar 92,65
Hardberg 92,65
Würzberg 89,75
Aurich 98,15
Aurich 90,05
Flensburg 96,05
Göttingen 88,55
Bad Mergentheim 99,65
Stuttgart-Degerloch 87,85
Berlin 88,75
Blauen 89,175
Feldberg 89,85
Haardtkopf 91,125
Berlin 97,65
Berlin 95,05
Brocken 91,55
Brocken 88,95
Dresden 97,25
Dresden 92,25
Helpterberg 95,95
Inselsberg 97,15
Inselsberg 87,85
Inselsberg 92,55
K.-M.-Stadt 97,05
K.-M.-Stadt 87,75
K.-M.-Stadt 92,85
Leipzig 88,45
Leipzig 93,95
Marlow 96,65
Marlow 88,25
Marlow 91,05
Schwerin 95,25
Schwerin 98,55
Schwerin 92,75

von Manager. - am 17.06.2009 20:50
Mit den krummen Frequenzen könnte man aber heute die Reichweite und empfangbarkeit der Funzeln verbessern.

von Marcus. - am 17.06.2009 23:07
Welchen Grund hat man für das weitere festhalten der 50Khz schritte in den Kabelnetzen ?
Denn hier hat sich seit je her nichts geändert.

von _Yoshi_ - am 18.06.2009 09:45
Zitat

Welchen Grund hat man für das weitere Festhalten an den 50 kHz Schritten in Kabelnetzen ?

Wohl Verminderung unerwünschter "Mischprodukte".

von audion - am 18.06.2009 09:50
Gerade die ersten PLL Tuner konnten aber 50kHz Schritte, selbst die billigen. Und selbst heute koennen die meissten das immer noch wegen des Kabels welches weiterhin 50kHz verwendet. Nur bei Autoradios oder rein Transportablen Empfaengern (also solche ohne Antennenanschlussbuchse) laesst man die 50kHz weg.

von Nordlicht2 - am 18.06.2009 11:25
Bei den Autoradios hat man dafür entsprechende Filterschaltungen, deren Bandbreite variabel. Somit trifft man auch den Sender(Kabelleck...), wenn er ± 50 kHz "daneben" liegt.

von Radio_DDR - am 18.06.2009 13:04
Die letzte krumme Frequenz hier in meiner Region war Ö1 vom Gaisberg auf 90,85 MHz. Ich weiß leider nicht genau, wann die auf 90,9 MHz korrigiert wurde. Südtirol 1 hatte in den 80ern 104,05 MHz als Frequenz, die hat sich ziemlich eingeprägt. :-)

von Habakukk - am 18.06.2009 15:37
Eigentlich find ich die US Lösung (keine geraden Frequenzen, also 200 kHz Raster) am besten: Unsinnskoordinierungen wie Genk vs. Langenberg (z.B. 101,3 vs. 101,4) hätte es dann nicht gegeben.

von Free Speech - am 18.06.2009 16:52
In einer ORF-Frequenzliste vom 31.12.1984 finden sich folgende krumme Frequenzen:

89,25 Lech Ö3
89,35 Lienz-Rauchkofel Ö1
89,65 Bregenz-Pfänder Ö3
90,85 Salzburg-Gaisberg Ö1
95,195 Linz-Lichtenberg ÖR O
95,398 Graz-Schöckl ÖR St
97,125 Ehrwald-Zugspitze Ö3


von Manager. - am 18.06.2009 18:05
Re Uhlerborner:
Das verstehe ich dann nicht ganz. 101,4 wäre dann nicht möglich gewesen, also nur 101,3 oder 101,5. Beide wären aber keine sinnvolle Alterantive für Genk 101,4. ;-)

von Thomas (Metal) - am 18.06.2009 21:31
Insgesamt wuerde es dann im UKW Band ziemlich leer sein.
Ich finde die italienische Variante am Besten. Ortssender gehen da wo sie gehen sollen also im Nahbereich und dafuer gibt es auch reichlich viele davon.
Schreit man dort eigentlich auch so sehr nach einer Digitalisierung des Radios :D

von Nordlicht2 - am 19.06.2009 08:38
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