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ARD erwägt Hörfunk via DVB-T statt DAB+

Startbeitrag von transponder am 24.07.2009 13:32

Die ARD wird nach Ablehnung des DAB+ Antrages durch die KEF eventuell einen neuen Antrag stellen. Hier soll nicht nur die Hörfunkabstrahlung via DAB+ sondern alternativ die Ausstrahlung über DVB-T erwogen werden.

Zitat
Ebenso werde über DVB-T als möglichen alternativen Übertragungsweg für digital-terrestrisches Radio diskutiert, heißt es in dem FTD-Bericht weiter.


Außerdem scheint es bei den Beteiligten absolut keinen Plan zu geben, wie es mit der Radio-Digitalisierung in Deutschland weitergehen soll.

Zitat
herrscht große Uneinigkeit unter den Beteiligten, wie der Hörfunk in Deutschland digitalisiert werden soll.


http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=54219

Der Originaltext:
http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Kein-Markterfolg-Digitalradio-scheitert-in-Deutschland/544181.html

Die 50 interessantesten Antworten:

Es ist natürlich eine ambivalente Sache, je nachdem ob man es aus der technischen oder ökonomischen Richtung betrachtet.

Als ich die Überschrift las, dachte ich sofort: "Na endlich!". Endlich wird ein von den Konsumenten akzeptierter Verbreitungsweg für digitalen terrestrischen Hörfunk in Betracht gezogen. Endlich gibt es die die Hoffnung, bald digitales Radio mit kleinen kostengünstigen Geräten wie Mobiltelephonen zu empfangen. Und endlich sind es nur noch zwei Mausklicks, um über eine USB-DVB-T-Empfänger Radioprogramme am Computer aufzunehmen, ohne auf bescheidene, ineffiziente Streams aus dem Internet zurückzugreifen oder eine Schüssel auf's Dach nageln zu müssen. Und endlich gibt es eine Alternative zum verzerrten, verrauschten, dynamikreduzierten UKW-Empfang. Freilich möchte ich damit nicht sagen, dass ich dafür bin UKW abzuschalten. Beide Systeme haben ihre Vorteile (UKW ist gut, weil es technisch vergleichsweise primitiv ist) und sollten parallel weiterlaufen.

Tja, und die technische Seite: Natürlich kommt (wie schon angesprochen) mal wieder eine Technologie für einen Zweck zum Einsatz, für den sie nicht entwickelt worden ist. Ähnlich irre ist die Idee, Hochfrequenz (DSL) über unabgeschirmte Telephonleitungen zu übertragen, aber auch das hat sie in der Praxis als machbar herausgestellt! Den Kompromiss sollte man eingehen, denn nun wird eine Technik verwendet, die akzeptiert wird. Ob diese Technik dann auch für Radioempfang verwendet wird, muss sich zeigen. Ich denke, die mobilen Endgeräte werden da eine Schlüsselrolle spielen.
Wenn man besonders robuste Modi wählt, hätte man die Chance, eine vernünftige Abdeckung für mobile Geräte zu erreichen, und könnte im Erfolgsfall das Sendernetz verdichten (mehr Sender, kleinere Leistung). Wie das in der Praxis aussieht, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, weiss ich nicht. Das hängt davon ab wie robust QPSK gebündelt mit einer hohen FEC wirklich sind.
Mit QPSK, FEC 1/2 und einem GI 1/4 erhält man etwa 5 Mbit/s Nettodatenrate auf UHF. Mit 256 kbit/s pro Sender könnte man auf die Weise etwa 19 Radioprogramme übertragen. VHF wäre insofern besser geeignet, als dass es besser in Täler und abgeschattete Gebiet kommt, würde aber weiterhin Antennen via Kopfhörerkabel notwendig machen und VHF-Tuner voraussetzen die wohl leider längst nicht mehr überall eingebaut sind.
Testen sollte man es auf jeden Fall einmal und es bleibt zu hoffen, dass die ARD dann auch bundesweit interessante Programme aufschaltet. Darunter verstehe ich auch ortsfremde Kultur- und Spartensender sowie die letzten verbliebenen anspruchsvollen Popmusiksender der ARD.

von Thomas R. - am 24.07.2009 15:19
Zitat
UKW-Fanatiker
Also diese Idee wäre sehr gut. Ganz wichtig ist hierbei, dass es dafür schon viele Geräte gibt.

Und genau das sehe ich als Schlüssel zum Erfolg an. Das Problem könnte allerdings VHF werden. Wenn "jedes Kind" ein Handy mit DVB-T hat wird auch Radio darüber gehört werden. Der Rest ergibt ich dann von selbst.

OT:
Zitat

Es wäre zumindest ein weiterer Grund, in diesem Land endlich auf Autobahnen ein Tempolimit zu erlassen. Leider wird dies wohl weiterhin nur ein Wunschtraum bleiben.


Um Gottes Willen! Ja kein Tempolimit! Es ist schon ne zumutung, zb in Dänemark nur mit 110 fahren zu dürfen, da kann man noch in Deutschland noch froh sein. Und es wird auch weiterhin ein Wunschtraum, weil dann können Porsche & Co. nun endgültig zu machen ;-)
[/quote]
Nö. Zum einen sollte man bedenken, daß der Gesamtumsatz bei Porsche immernoch gegenüber VW deutlich geringer ist ;-) . Die andere Seite: Wir haben doch ein Tempolimit und das heißt 130 km/h. In günstigen Fällen darf man sich eben darüber hinwegsetzen. Bisher setzen sich allerdings auch staatliche Stellen beim Schutz der 130-fahrenden nach meiner Ansicht zu oft darüber hinweg. Wer über 130 km/h fährt darf eben keinen anderen behindern. Aber darüber kann man im OT-Forum ausgiebig diskutieren.

von Thomas (Metal) - am 24.07.2009 17:05
Hallo Zusammen,

Wenn die ÖR auf DVB-T Radio setzen müsste es auch so einfach wie UKW zu empfangen sein.
Lässt sich das überhaupt bezahlen ? Ich meine mal auf UHF ist das zu Teuer denn das würde
bedeuten die Gebiete mit Zimmerantennenempfang auf nahe 100 % der Fläche Deutschlands
auszudehnen. Ich denke mal das wird es nicht geben. Bliebe noch VHF bei der vollen Bandbreite
von 7 Mhz würde es auch ziemlich " dicker " Sender bedürfen um portabel- indoor Deutschlandweit
zu Funktionieren und auch das wird teuer werden. Teilt man nun die Bandbreite eines VHF- Kanals
um eine Bessere Portabel- indoor Versorgung zu erreichen kommt man eigentlich wieder an etwas ähnliches wie DAB nur das es eben in MP2 wäre und das gilt bei vielen von Uns als veraltet.
Zumal die ÖR doch nur 3 Muxe veranstalten dürfen wo sollen da noch die Radioprogramme hin ?
Auf die Bundesweit lizensierten Privatsender würde Ich keinesfalls zählen. Bestenfalls in Ballungsgebieten könnte es Privatradio über DVB- T geben. Real Bundesweit schalten die nicht auf.
Nun noch die Sache mit dem Mobilempfangseigenschaften. Wie geht DVB- T denn eigentlich mobil
im Bergland ? Hat das mal Jemand getestet ? Jedenfalls bleibt es spannend und wir
können uns hier gegenseitig " auf dem Laufenden halten ".
MFG aus dem DAB+ Land.



von RADIO354 - am 24.07.2009 17:30
Es stehen doch sicherlich noch einige VHF-DVB-T-Sender ungenutzt in der Landschaft herum.
Warum also nicht einfach mal ausprobieren, wie es sich wirklich mobil verhält. Zumal die
Maximalgeschwindigkeit nicht so das maßgebende Kriterium ist, wenn es mit 120 km/h geht,
dann sollte es völlig ausreichen. Ich hatte irgendwo mal gelesen, daß nur noch ca. 5% der
deutschen Autobahnen ohne Tempolimit wären. Und für die 5%, die wahrscheinlich auch noch
die halbe Zeit vollstehen, einen Riesenaufwand zu treiben, sehe ich nicht als notwendig an.
Also, Radio per DVB-T ist eine Sache, die wirklich eine Überlegung wert ist, da man eben
gleich mit einer anständigen Gerätebasis startet, die Mobilfraktion kann ohne große
Experimente später drauf einsteigen, zumal die Gerätetechnik so unterschiedlich nicht ist.

Zitat

Man könnte höchstens DLF und DKULTUR per DVB-T übertragen.

Das hätte man schon lange machen können, das wäre wesentlich sinnvoller als die
Funzelsammlung, die jetzt läuft. Und bevor jemand mit Mobilbetrieb kommt, diese
Funzelsammlung ist selbst mit RDS-AF nicht wirklich mobil zu gebrauchen. Erst recht nicht
mit diesen Brechstangenkoordinierungen, die den typischen DLF-ZischelsoundTM
hervorbringen.


von Nohab - am 24.07.2009 21:19
Zitat

Von den VHF-Kanälen gibt es nur 8 Stück. Wie soll damit eine vernünftige Versorgung mit Radio sichergestellt werden? Pro VHF Kanal sind in vernünftiger Qualität nicht mehr als 24 Programme möglich.

Zitat

Jedes Bundesland bis auf die Stadtstaaten aht eine VHF Bedeckung zugewiesen bekommen, damit kann man ja schon mal arbeiten.

bzw. mehrere. In Bayern z. B. 2x K10, K7 und K6. Und 24 Programme sind ja eigentlich auch völlig ausreichend. Gut, allein der BR würde mit seinem vollen Angebot schon ungefähr 10 Programmplätze davon in Anspruch nehmen, aber selbst dann bliebe wahrscheinlich noch mehr übrig, als an privater Nachftrage vergeben werden könnte.
Auf längere Sicht gesehen könnte man dann noch lokale Netze aus vielen Kleinsendern koordinieren. Entweder auf UHF oder, dank des weitgehend niedrigen VHF-Interresse im Ausland relativ frei koordinierbar, als Zweitbelegung im VHF-Band. z. B. Allgäu K7, Augsburg K9, Ulm K11, München K12,...
Dieses Lokal-Ensemble liese sich beispielsweise nach folgenden zwei Mustern gestalten:
1. ca. 5-10 öffentlich-rechtliche Radioprogramme aus benachbarten Gebieten (bezahlt aber von der eigenen ARD-Landesanstalt) und die restlichen Plätze gehen an regionale Sender oder
2. Ein Lokaler TV-Kanal (TV-Augsburg, TV-Allgäu, München2,...) mit ca. 3-3,5Mbit/s und der restliche Platz geht an regionale Radiosender



von Zwölf - am 25.07.2009 08:17
Zitat
Spacelab
Toll wie hier mit vorurteilen um sich gehauen wird. :rolleyes: 120km/h reicht aus weil eh keiner schneller fährt, UKW reicht aus weil man im Auto eh nicht zuhört... Sagenhaft! Nur für alle die die es noch nicht verstanden haben: ich erlebe das jeden Tag wieder aufs neue. Es ist sch*** egal ob alle Fähigkeiten eines Systems auch wirklich genutzt werden. Wenn die Grenzen so einfach zu erreichen sind (ich muss nur schneller als 120km/h fahren) kauft das System keine Sau. Das ist wie mit den Handys. Gefühlte 10% der Nutzer wissen überhaupt was ihr Telefon alles kann und davon nutzen diese Fähigkeiten vielleicht gerade nochmal 10% auch wirklich aus. Aber wenn ein Gerät nicht allen Nippes und Schwachfug an Bord hat, egal obs gebraucht wird oder nicht, wird es nicht gekauft. So einfach ist das.

Also meiner Meinung ist das ganze wirklich nur ein Aufmacher fürs Sommerloch. Nicht mehr und nicht weniger. Aber eine mal eine interessantere Idee als nur wieder über den Politiker xyz herzu ziehen. Das die nix taugen wissen wir ja eh schon... :D


100% Zustimmung. DVB-T ist nicht für Radio ausgelegt und es wird auch kein Radio auf DVB-T kommen. Ganz abgesehen davon, dass sich ausser ein paar Freaks ohnehin niemand dafür interessieren würde. Ich habe mal in meinem bekanntenkreis rumgefragt, wie viele Leute ihren Sat-Receiver mit der Stereoanlage verbunden haben. Es war genau einer von schätzungsweise zwanzig befragten. Einige habe ich dann mal versucht zu überzeugen - es muss ja nur ein Kabel gezogen werden. Die Antwort war immer gleich: Brauche ich nicht, ich höre wenn überhaupt eh nur den lokalen Sender und das reicht mir. Etliche gaben sogar an zu Hause gar kein Radio zu hören.

Hanno.

von UKW/DAB/TV - am 25.07.2009 11:09
Zitat
RainerZ
Zitat
Radio_DDR
Warum wird bei der bundesweiten Anwendung diesere Technik so eine Diskussion entfacht? Im Berliner Raum funktioniert es ja auch seit längerer Zeit, von einem Experimental- oder Probebetrieb kann man sicher nicht mehr sprechen. Warum sollte es dann nicht bundesweit möglich sein? Nicht als Ersatz für das zuverlässige, grundversorgende UKW, sondern als Ergänzung für jene Programme, die keine UKW-Kapazitäten bekommen oder aus anderen Gründen dort nicht senden können/wollen. DAB war ja auch eher ergänzend und in den meisten Regionen ist es auch bei kurzzeitigen, mit sehr wenigen Programmen veranstalteten Aussendungen geblieben.


Dann wäre es ne interessante Frage wieviel % der Berliner Bevölkerung bzw. % der DVB-T Nutzer es nutzen. Ich glaube leider verschwindend gering

Laut Aussage des RBB gab es durchaus Proteste nach der Abschaltung der RBB-Radioprogramme über DVB-T in Berlin. Insbesondere die Herausnahme von radioeins aus dem Radiobouquet soll Unmut hervorgerufen haben, so daß sich der RBB genötigt sah, auf seiner Homepage darüber zu informieren, daß man über einen Wiedereinstieg in DVB-T nachdenke. Daraus ist dann aber wohl nichts geworden ...

Daß der RBB in Berlin von Anfang an auf die Ausstrahlung seiner beiden »cash cows« Antenne Brandenburg und radioBERLIN 88,8 über DVB-T verzichtet hat, war natürlich der Nutzungsattraktivität nicht gerade dienlich.

von Dixie_ - am 25.07.2009 13:31
Zitat
Uhlerborner
Nur weil DAB tot ist, muss man ja nicht auch gegen DVB-T Radio sein. DVB-T ist eine eingeführte Technik, wo es geräte- und frequenzmäßig die Möglichkeit gäbe, auch Rundfunkprogramme auszustrahlen. Genauso wie bei DVB-S. Ich sehe keinen Grund, dies nicht zu tun.

Es ist etwas unglücklich, die Frage unmittelbar mit dem gescheiterten DAB zu verknüpfen. Sie sollte eher formuliert werden: "nachdem DAB gescheitert ist, wie kann man außer übers Internet, Sat, Kabel und UKW ggf. noch Radioprogramme zu den Menschen bringen?". Dann ist die Antwort eindeutig: DVB-T.

Wenn die Radioprogramme erstmal auf DVB-T sind, drückt sicher der eine oder andere mal die Radiotaste. Und wenn sich in 5 Jahren herausstellt, dass das nicht hinreichend gemacht wird, schaltet man die Kanäle halt wieder ab. Kein Aufwand, einfach mal machen!


Kein Aufwand?????? Hallo - geht's noch???? Immerhin müssen dafür flächendeckend Sendeanlagen bereitgestellt werden, genau wie für jedes andere System. Das dürfte sicherlich etliche Milliönchen kosten. Das alles für einen Test, der aller Voraussicht nach scheitern wird?

Vor allem macht Euch doch mal eines klar: Würde Radio über DVB-T verbreitet, hätten die privaten Dummfunker damit das gleiche Problem wie mit DAB. Schon alleine deshalb wird der VPRT genauso dagegen sein, die KEF kein Geld freigeben und so weiter - die Story kennen wir doch schon.



von UKW/DAB/TV - am 25.07.2009 14:41
Zitat
Mc Jack
Hä? Hallo? Die Sendeanlagen stehen doch schon längst und sind - na sowas - schon längst on air.
Und nicht zu vergessen, sämtliche angeblichen Contra-Argumente bei DVB-T sind auch dieselben Contra-Argumente bei DAB. Mit dem klitzekleinen Unterschied, das DVB-T auf einer sehr breiten Fläche bereits verfügbar ist und die Geräte nicht im Laden, sondern beim Consumer stehen.



Mitschnitte || Technik || Dütt un Datt


Wie bitte? Wo stehen die Sendeanlagen? Es stehen Sendeanlagen für DVB-T. Wenn man nun einen weiteren Kanal mit Radio hinzuschalten möchte, benötigt man selbstverständlich einen weiteren Sender! Ggf. kann man die Antennen mit nutzen und das auch nur wenn man bei UHF bleibt.

Die meisten der genannten Argumente wären ürigens keine Argumente gegen DAB, da

- DAB mobil funktioniert (es wurde explizit dafür konzeptioniert)
- portable Endgeräte in grösserer Auswahl vorhanden sind
- Flächendeckung bereits nahezu vorhanden ist

Ich bleibe dabei: Ich sehe kein einziges sinnvolles Argument nach den DAB Millionen jetzt schon wieder Geld für ein anderes mindestens ebenso zum scheiten verurteiles System in den Sand zu setzen.


von UKW/DAB/TV - am 25.07.2009 15:08
Zitat
Uhlerborner
Lustig, dass sich hier neue Koalitionen bilden. Leute wie ich, die DAB schon seit Jahren für gescheitert erklärt hatten, sind für DVB-T Radio. Viele Freunde des dahingeschiedenen DAB sind plötzlich gegen digitales terrestrisches Radio.

Ich möchte es meine Position so zusammenfassen: In den nächsten 10-20 Jahren wird es UKW und DVB-T geben, da gibt es gar nix zu diskutieren. Also sollte man die vorhandenen Wege auch möglichst sinnvoll nutzen.
Ob all-IP Netzwerke ("Webradio") in 20 Jahren in der Lage sind, die klassische Rundfunkverbreitung mobil abzulösen oder weiterhin nur zu ergänzen, kann man jetzt noch nicht sagen, dazu müsste man Prophet sein.

Jetzt und hier stehen die DVB-T Empfänger in den Wohnungen, jetzt gibt es die freien Kanäle also würde ich jetzt DVB-T Radio lancieren und nicht abwarten. Jetzt einschalten und sehen, ob die Leute es nutzen!


Bereits seit vielen Jahren hat jeder, der einen Satelliten Empfänfer besitzt die Möglichkeit eine grosse Anzahl Radiosender zu hören. Die Vielfalt ist um ein x-faches höher als sie mit DVB-T Radio jemals ein könnte. Trotzdem nutzen weniger als 5% der Sat-Nutzer auch Radio. Damit brauchen wir DVB-T Radio nicht ausprobieren, das wäre eine absolute Totgeburt.

Mal ganz abgesehen davon: Die KEF hat die Gelder für DAB+ nicht freigegeben, da ein Nutzen nicht nachgewiesen werden konnte. Darüber hinaus wurde bemerkt, dass kein Abschaltplan für das "alte" UKW angegeben wurde. Wie soll das denn mit DVB-T Radio gehen, welches UKW ja gar nicht ablösen könnte?

Ich bleibe dabei: Nettes Thema für das Sommerloch, aber weder realistisch noch sinnvoll.

von UKW/DAB/TV - am 25.07.2009 17:14
Zitat
Uhlerborner
Die öffR haben quasi unbegrenzte Finanzmittel zur Verfügung (8 Mrd. im Jahr) und können sich damit Dinge leisten, die wirtschaftlich völlig unsinnig sind (Mittelwelle z.B.). Wenn es die KEF nicht gäbe, hätten die öffR schon längst DAB oder etwas anderes lanciert und die Gebühren lägen bei 10 Mrd./Jahr.


Die KEF gibt es aber schon seit 1975. Da frage ich mich, was solch eine provokative Aussage bezwecken soll außer billiger Polemik, die mit bösartigen Unterstellungen arbeitet. Was sagt die KEF dazu?

Zitat

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wurde am 20. Februar 1975 durch Beschluss der Ministerpräsidenten der Länder errichtet. Ihre Aufgabe war es, den von den Rundfunkanstalten angemeldeten Finanzbedarf zu überprüfen und auf dieser Grundlage gegenüber den Regierungschefs der Länder Empfehlungen über die Höhe der Rundfunkgebühr abzugeben.

Aufgrund des 8. Rundfunkurteils des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Februar 1994 wurde das Gebührenfestsetzungsverfahren neu geregelt und im 3. Rundfunkänderungsstaatsvertrag auf eine gesetzliche Grundlage gestellt.

Die Kommission hat danach bei der Ermittlung des Finanzbedarfs die Aufgabe, unter Beachtung der Programmautonomie der Rundfunkanstalten deren Anmeldungen fachlich zu überprüfen und den Finanzbedarf festzustellen. Die Überprüfung bezieht sich darauf, ob sich die Programmentscheidungen im Rahmen des rechtlich umgrenzten Rundfunkauftrages (siehe 10. Bericht, Tzn. 39 ff.) halten und ob der aus ihnen abgeleitete Finanzbedarf im Einklang mit den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit ermittelt worden ist.


Dann geht es polemisch weiter:

Zitat

Der VPRT seinerzeit ist auch eine Lobbyvereinigung, die kundenunfreundliche Dinge wie HD+ und CI+ mit unterstützt. Bei denen geht es ausschließlich ums Geldverdienen.


Das ist das gute Recht des VPRT. Und Geldverdienen ist der Sinn von Privatsendern. Und Zuschauer von Privatsendern sind keine Kunden, sondern ... (das erspar ich mir).

Und jetzt kommt's:

Zitat

Weder den öffR noch dem VPRT würde ich daher von vornherein vertrauen und lieber das eigene Gehirn einschalten.


Auweia! Welch eine Selbstüberschätzung!

Schauen wir doch einmal in einen älteren Bericht der KEF zur Gebührenperiode 2005 bis 2008. Warum haben sie nicht schon früher den DAB-Ausbau gestoppt?

Zitat

14. Bericht der KEF vom Dez. 2003

5. Kapitel/Entwicklungsbedarf/Projekte

3.2 Projekte der ARD
3.2.1 ARD-Gemeinschaftsprojekte

DAB

Tz. 217
Die Kommission hatte in ihrem 13. Bericht festgestellt, dass der ARD für
„Digital Audio Broadcasting“ (DAB) ein Betrag von 132,1 Mio. ¤ zur
Verfügung steht. Für die Periode 1997-2004 war ein Bedarf von 97,3
Mio. ¤ anerkannt worden. Damit sollten für die Periode 2005-2008
noch 34,8 Mio. ¤ zur Verfügung stehen. Im Ergebnis ausführlicher
Gespräche mit der ARD und auf Grundlage eines Schreibens der ARD
vom 1. Juli 2003 stellt die Kommission fest, dass in der Periode 1997-
2000 27,9 Mio. ¤ für den von der Kommission als Bedarf anerkannten
Aufbau und Betrieb des DAB-Sendernetzes eingesetzt wurden und dass
für die Periode 2001-2004 von einem Mitteleinsatz von 55,6 Mio. ¤
auszugehen ist. Zum Ende der laufenden Gebührenperiode werden
daher 83,5 Mio. ¤ eingesetzt worden sein. Damit verbleibt ein Rest in
Höhe von 48,6 Mio. ¤, den die ARD für den Aufbau und Betrieb des
DAB-Sendernetzes verwenden kann.

Als Bedarf für die Periode 2005-2008 meldete die ARD einen Betrag von
91,4 Mio. ¤ an.

Tz. 218
In Anbetracht der Tatsache, dass DAB Ende 2004 bereits in einem Groß-
teil Deutschlands empfangbar sein wird (geplant ist gemäß Anmeldung
der ARD eine Empfangbarkeit auf ca. 90 % der Fläche) und nach An-
sicht der Kommission ein wirklich perfekt flächendeckender Ausbau erst
dann finanziert werden sollte, wenn die Akzeptanz von DAB beim Kun-
den sehr wesentlich über das hinausgeht, was von der ARD selbst in
ihrem Sachstandsbericht vom 10. Juni 2003 mit den Worten „Der Markt
hat Radio im DAB-Verfahren und damit auch die Angebote bis heute
nicht angenommen“ beschrieben wird, sieht sich die Kommission nicht
in der Lage, der ARD weiteres Geld für den DAB-Ausbau in der Planungs-
periode zur Verfügung zu stellen. Sie würde allerdings eine Finanzierung
mit Mitteln aus zusätzlicher Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit in Höhe
von maximal 42,8 Mio. ¤ akzeptieren. Die Mittel für DAB sind zweck-
gebunden.

Tz. 219
Unter den in Deutschland bereits ausgestrahlten DAB-Hörfunkprogram-
men öffentlich-rechtlicher Programmanbieter findet man bereits diverse
Angebote (z.B. von BR, SWR und WDR), die es im analogen Hörfunk
nicht gibt. Die Kommission hatte gesonderte Finanzbedarfe hierfür nicht
anerkannt. Dieses wird auch die Linie der Kommission bleiben. Eventu-
elle weitere DAB-Programme müssen von den Rundfunkanstalten daher
durch Umschichtungen im Bestand finanziert werden.

Tz. 220
Die Kommission geht davon aus, dass das DAB-Projekt zum Jahres-
anfang 2009 in den Bestand überführt werden wird.


Also kein Extra-Geld für zusätzliche Programme und für Investitionen in den weiteren DAB-Netzausbau schon seit 2005. Die Mittel müssen woanders eingespart werden. Da ist also bereits Sparsamkeit von der KEF verordnet.

Hier nun der Absatz zu DVB-T. Da kann Uhlerborner sich überzeugen, wie sparsam die ARD auch sonst wirtschaftet.

Zitat

DVB-T

Tz. 225
In ihrem 12. Bericht hatte die Kommission zur Finanzierung der ersten
Stufe der Einführung von „Digital Video Broadcasting-Terrestrial“ (DVB-
T) in Deutschland für die Periode 2001-2004 einen Bedarf in Höhe von
73,7 Mio. ¤ anerkannt. In einer Prognose vom 1. Juli 2003 teilte die
ARD mit, dass bis zum Ende des Jahres 2004 für DVB-T 43,6 Mio. ¤ aus-
gegeben sein werden. Für die Periode 2005-2008 meldete sie einen
Mittelbedarf in Höhe von 86,7 Mio. ¤ an. Mit Blick auf den zum Jahres-
ende 2004 vorhersehbaren Restbetrag aus der Vorperiode wäre daher
ein weiterer Betrag in Höhe von 56,6 Mio. ¤ erforderlich. Auf Nach-
frage der Kommission erklärte die ARD darüber hinaus, dass der ge-
samte Finanzbedarf zur Einführung von DVB-T in Deutschland mit
190,7 Mio. ¤ gegenüber dem mit den Anmeldungen zum 12. Bericht
genannten Bedarf unverändert geblieben sei.

Tz. 226
Die Inbetriebnahme von DVB-T ist in Deutschland nur dann möglich,
wenn die bisher für das analoge terrestrische Fernsehen genutzten
Sender nach einer kurzen Zeit der Parallelausstrahlung außer Betrieb
genommen werden, damit die von diesen genutzten Sendefrequenzen
für DVB-T genutzt werden können. Die Phase der gleichzeitigen Aus-
strahlung des analogen und des digitalen Fernsehens wird international
als „Simultaneous Broadcast (Simulcast)“ bezeichnet. Anders als in der
ursprünglichen Projektanmeldung vorgesehen – hier ging die ARD von
einem einjährigen Parallelbetrieb aus – kristallisiert sich mittlerweile her-
aus, dass diese Simulcastphase nur noch sechs Monate dauern wird.
Die Kommission nimmt dies zum Anlass, die Gesamtfinanzierung für die
Einführung von DVB-T, die von der ARD mit einer Dauer von 10 Jahren
veranschlagt wurde, zeitanteilig um den aus der Verkürzung um sechs
Monate resultierenden Anteil, also um 5 %, zu kürzen. Die Gesamtkür-
zung über die Projektlaufzeit beläuft sich auf 9,5 Mio. ¤. Hiervon ent-
fällt auf die Periode bis 2008 ein anteiliger Betrag von 5 Mio. ¤.
Aus der Übertragung der nicht verausgabten Restmittel von 30,1 Mio. ¤
aus der Periode 2001-2004 auf die Periode 2005-2008 und der Verkür-
zung der Simulcastphase ergibt sich insgesamt eine Kürzung des bean-
tragten Bedarfs um 35,1 Mio. ¤. Die Mittel für DVB-T sind zweckge-
bunden.


Weiter Uhlerborner:

Zitat

Fakt ist:
- UKW ist entgegen aller Unkenrufe quicklebendig - überall in Europa - und daher ist eine Technik, die angetreten war, um UKW abzulösen, aber mehr Nachteile als Vorteile hat, DAB, gescheitert und gehört ins Technikmuseum zu D2Mac und DSR.
- DVB-T ist eingeführt und bietet ohne großen - auch finanziellen - Mehraufwand die Möglichkeit, Tonrundfunk zu übertragen. Also sollte man diese Möglichkeit auch nutzen.

UKW, DVB-T und Webradio. Wem das nicht reicht, kann man nicht helfen.


In anderen Ländern wird DAB (bzw. DAB+, DMB) gerade eingeführt - mit großen Erwartungen. Siehe Australien und Frankreich - mit großer Unterstützung der Privatsender.

Der bisherige Misserfolg von DAB in Deutschland ist den mangelhaften Bedingungen in der Vergangenheit geschuldet. Jetzt, da diese überwunden sind, soll Deutschland zum terrestrisch digitalen Inselbetrieb werden? Mit einem zusätzlichen DVB-T-Radio, das außerhalb der Ballungszentren nur mit hohen Investitionen hörfunktauglich gemacht werden kann? Welch eine Alternative!

Nachtrag: Letzten Absatz korrigiert: analogen Inselbetrieb -> digitalen Inselbetrieb

von Manfred Z - am 26.07.2009 13:23
Das bestätigt doch nur das was ich mit meinem Posting ausdrücken wollte. Es ist regional sehr unterschiedlich mit dem Radioempfang. Für mich gehörst du schon wieder zu den recht gut versorgten. In manchen Teilen des Saarlandes ist ja noch nicht mal der Empfang aller Öffis möglich. Stichwort "Unser Ding" in Fahrtrichtung Merzig. Bei uns gibts nur die SR Sender und den üblichen Dummfunker (Radio Salü). Sender wie zum Beispiel bigFM oder Classic Rock Radio gibt es schon wieder nur in Ballungsgebieten. Aus dem Ausland kommen nur RTL Radio (gääähn!) und ein paar total uninteressante Franzosen rein. Und die, wegen der Topografie, auch nur mehr schlecht als recht. Über DAB gabs hier 13 Sender aus dem Saarland, das DAB Ensemble aus der Pfalz und das Ensemble aus Belgien. Und das alles in rauschfreiem und absolut stabilem Stereopanorama. Sogar während der fahrt!

Aber anstatt sich jetzt hier zu kabbeln wer mehr Programme über welches System empfängt sollten wir erstmal schauen was ein digitales Radiosystem überhaupt kann und was nicht. Und da spiele ich jetzt mal ganz speziell auf DVB-T an. Nicht nur weil wir gerade in einem Thread über dieses sind, sondern weil es sicher helfen würde mal etwas Klarheit in die ganze Sache zu bringen. Der eine sagt dies, der andere das... Klären wir doch erstmal ab was überhaupt Sache ist. Denn irgendwie zäumen wir die ganze Zeit das Pferd von hinten auf.

von Spacelab - am 26.07.2009 15:26
Prinzipiell hätt ich ja auch nix gegen DVB-T Radio.

Erlaube mir mal noch einige Aspekte zu dieser Sommerlochdiskussion hinzuzufügen.

DVB-T Radio wird wohl in z.B. Belgien, Spanien, UK übertragen. Gedacht ist es dort jedoch für den Empfang zuhause und nicht mobil.

Selbst wenn es jetzt z.B. auch Autoradios mit DVB-T Tuner geben würde die erschwinglich wären, gäbe es immernoch ein grosses Problem.
=> Frequenzkoordinierung.
Obwohl für jede Region europaweit 1 Kanal im Band III für DVB-T reserviert ist, braucht man trotzdem
sehr sehr viele neue Füllsender, und kann jetzt auch nicht so die Leistung raushauen um auch im
letzten Winkel empfangbar zu sein. Da wäre es wirklich ökonomischer den DAB+ Traum am Leben zu erhalten.

Solange die Privatradios sich weiter vor Konkurrenzangst in die Hose piseln und bei keinem Bouquetdienst mitmachen kommts auch hierzulande zu keiner Lösung.

Momentan ist die Zeit gut einen Dienst à la Worldspace /XM /Sirius zu starten und ganz Europa für n paar Euro abzudecken. Das Konsortium aus Eutelsat und Astra hat ja leider mom. Probleme mit ihrem Satelliten ... .

Trotzdem würde das die Grundversorgungsproblematik nicht lösen. Ein Stück Weltraumschrott gegen Satelliten und Radio wäre weg....


Ich wart jetzt erstmal ab und reg mich dann in ein paar Jahren wieder drüber auf das Deutschland mal wieder Schlusslicht ist und Resteuropa irgendein System regulativ durchgeboxt hat.



von Felix 99 - am 26.07.2009 20:30
AAC+ (HE AAC v2) kann man mit einer maximalen Datenrate von etwa 80 kbit/s einsetzen. Bei höheren Datenraten bringt das weniger effiziente AAC bessere Ergebnisse.

Privatsender würden aus Kostengründen wohl eher AAC+ mit 48 kbit/s bevorzugen, was in der Qualität etwa 128 kbit/s bei MP2 entspricht (Faktor 2,5). Nun gilt aber: Je niedriger die Datenrate, desto mehr Sender im Ensemble, was für Privatsender dann wieder kontraproduktiv ist (noch mehr Konkurrenz). Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Also sagt man lieber NJET.

Von den öff.-r. Bestandssendern sollte man erwarten, dass sie wegen der bereits vorhandenen Empfangsgeräte weiterhin in MP2 senden.

Die Landesrundfunkanstalten müssen, wenn sie DAB langfristig retten wollen, nun wohl einen Abschaltplan für FM vorlegen. Der könnte so aussehen (pragmatische Lösung am Beispiel WDR):

WDR 3 - Mitte 2013
1LIVE - Mitte 2015 (oder 2017)
WDR 5 - Mitte 2017 (oder 2015)
WDR 2 - 2025 (gleichzeitig mit Radio NRW)
WDR 4 - nach dem Tod der heutigen Klientel

WDR 3 hat geringe Hörerzahlen. Ich vermute, dass die Klientel eher zum Digitalumstieg bereit ist, wenn die digitale Qualität stimmt (d.h. besser als FM ist).

Es müsste gesetzlich geregelt werden, dass wegen Digitalisierung abgeschaltete öff.-r. Frequenzen nicht an Privatsender vergeben werden dürfen. Sonst wird man nicht abschalten wollen.

von Manfred Z - am 27.07.2009 08:58
Das Hauptproblem um ÖR und private unter einen Hut zu bringen weiterhin der Bouqetzwang sein. Einzig DRM+ wäre dann für eine UKW Ablösung sinnvoll. Und speziell dafür ist es auch entwickelt worden. Könnte natürlich noch sein, dass Privaten dann eine Zusatzlösung a la CI+ wollen, damit auch ja keiner das Programm klaut :kotz:

Wenn nur die ÖR loslegen und sich dann auf DVB-T festlegen, wird es in den Bundesländern im jeweils koordinierten VHF Kanal die Landesprogramme plus DLF/DLR geben. Hier beim SWR dann 1,2,3,4, ContRa, DasDing, DLF, DLR. Fertig. Sind die Autoradios umgerüstet, werden wohl erstmal keine Sender aus den Nachbarländern gehen. Zumal ja schon SWR4 nach einer Regionalisierung schreit... es wird trotz der großen Akzeptanz im Fernsehbereich mit Radio über DVB-T als UKW Ersatz nichts werden. Man kann Berlin im DVB-T Radiobereich mal wieder als Insel bezeichnen, es wird Deutschlandweit nicht funktionieren.

Bei DAB hatte man die L-Bänder als Lokallösung auserkoren. Ja, es war sogar ganz interessant mal Energy Stuttgart in Freiburg zu hören - aber das wars auch mit dem Zusatznutzen. Die "besseren" Frequenzen wurden an die Platzhirsche im Bouqet vergeben. Und solche Lokallösungen mit DVB-T Radio gehen erstmal nicht mehr. Die Digitale Dividende :wall: hat das Band gerade im oberen "Lokalbereich" schön beschnitten...

Nun ja, IP als Alternative zum Rundfunkt... :joke: Das wird nix, schon gar nicht mobil. Außerdem müssen ja sämtliche IP Verbindungen in Zukunft über Zentrale Server laufen zwecks Protokollierung und Überwachung. Verabschiedet Euch von der eigentlich tollen Idee. Spätestens das Urheberrecht wird es in Zukunft verunmöglichen, IP Radio in der heutigen Auswahl zu hören. :drink:

Ich höre ab und zu auch gerne ContRa, und zwar auf MW. Unser Auto hat im Gegensatz zu anderen, die ich sonst ab und zu austeste, einen super MW Empfang, ohne brummen und knattern, nur ab und zu rauschen. Selbst in Freiburg im Kappler Tunnel ging es, wenn auch sehr schwankend.

Mein Favorit bleibt daher DRM und DRM+. Beide kommen der jetzigen Analogsituation am nächsten, was die meisten Nutzer bestimmt begrüßen würden. Man muss nur wollen. Dressierte Affen bekomens auch toll hin... :rolleyes:

von CBS - am 27.07.2009 11:35
> Warum ergänzen sich bei DAB Gleichwellensender und warum löschen sie sich bei DVB-T gegenseitig aus ?

Auch bei DVB-T ergänzen sich die Signale.

Bei Gleichwellennetzen gibt es zwei wesentliche Einflussfaktoren:

1. Laufeitunterschiede
Wenn die Antenne Signale von zwei oder mehr Sendern aufnimmt, müssen die Signale gleich sein. Die Signale vom weiter entfernten Sender kommen etwas später an. Wenn die ankommen, darf der nähere Sender noch nicht das nächste Symbol (Bit) ausstrahlen. Deshalb gibt es zwischen den Symbolen kurze Pausen, in denen die Symbolwechsel stattfinden. Diese Pausen nennt man Schutzintervall. Davon hängt der maximal zulässige Laufzeitunterschied und damit der maximale Senderabstand ab.

2. Dopplereffekt (Frequenzunterschiede)
Fährt man auf einen Sender zu, wird die Empfangsfrequenz etwas höher, fährt man von ihm weg, wird sie geringer. Bei DVB-T werden üblicher Weise 8000 Einzelträger verwendet, die sehr dicht nebeneinander liegen. Wenn man sich von einem Sender weg und auf einen anderen zu bewegt, werden die Empfangsfrequenzen des einen noch unten und gleichzeitig die des anderen nach oben verschoben.
Wird die Verschiebung sehr stark, kommen die Trägerfrequenzen des einen Senders zu nah an die jeweiligen Nachbarträger des anderen Senders, die aber mit einem anderen Symbol moduliert sind. Dann kann keiner der 8000 Träger (bei DVB-T) mehr demoduliert werden. Das ist bei DAB und bei DVB-T prinzipiell gleich. DAB verwendet aber weniger Träger mit mehr Frequenzabstand bei tieferer Trägerfrequenz, deshalb wird es dort erst ab etwa 240 km/h (Kanal 12) kritisch (bei tieferen Kanälen bzw. Frequenzen bei ensprechend noch höherer Geschwindigkeit). Nachteil dieser Einstellung: die übertragbare Datenrate sinkt.

Bernhard


edit: Tippfehler entfernt


von Bernhard W - am 27.07.2009 13:46
Zitat
UKW/DAB/TV
Zitat
Mc Jack
Die meisten der genannten Argumente wären ürigens keine Argumente gegen DAB, da

- DAB mobil funktioniert (es wurde explizit dafür konzeptioniert)
- portable Endgeräte in grösserer Auswahl vorhanden sind
- Flächendeckung bereits nahezu vorhanden ist

Ich bleibe dabei: Ich sehe kein einziges sinnvolles Argument nach den DAB Millionen jetzt schon wieder Geld für ein anderes mindestens ebenso zum scheiten verurteiles System in den Sand zu setzen.
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.07.09 17:14 durch UKW/DAB/TV.


"- Flächendeckung bereits nahezu vorhanden ist"
Da muss ich ja Lachen, trotz Sichtverbindung zum Berliner Fernsehturm und Zentrumsnah, muss ich, um alle DAB-Sender aus Berlin vernünftig empfangen zu können, auf den Balkon gehen. Und das ist kein Stahlbetonbau, sondern ein 4 Geschosser von 1928. Und wenn ich aus Berlin raufahre gibt es in weiten Teilen Brandenburgs, in ganz MV und auch in großen Teilen Niedersachsens, und Schleswig-Holst. überhaupt keine Sender und damit keinen Empfang. Wie das in Hessen, NRW oder so aussieht, weiß ich nicht. Wenn ich aber im sonst so gepriesenen DAB-Bayern bin, hört der Empfang außerhalb von München auch schnell aufhört. Fahr mal nach BGL oder ins Chiemgau kein DAB, von Östereich strahlt da auch nichts ein.
Ich bin übrigens ein stolzer Besitzer von schön viel Hörfunk-Digitalschrott
- ein netter DSR-Empfänger fürs Kabel, na gut, hat auch ein UKW-Teil, kann ich also noch verwenden
- ein tolles Telefon mit DAB/DMB Empfänger. DMB ist nicht mehr, DAB kann man vom Programm und der Qualität vergessen und geht nur vernünftig im Freinen, aber telefonieren ist super
- ein DAB DABman, halte ich auch für Schrott, mangels interessanter Sender und nur vernünftigen outdoor-Empfang schon seit 2 Jahren nicht mehr aus dem Schrank genommen
- im Wohnzimmer ein Verstärker/Radio mit UKW, MW und DAB von Philips, Kabel-UKW Top, Mittelwelle na ja, DAB Blubber - Di - Blubb nicht anhörbar und eine Antenne auf dem Balkon will ich für DAB nicht anbringen
- ein Super DRM Weltempfänger, nach dem Anfangsspektakel, Schrott, da für Normalnutzer untauglich, für Gutwillige auch mehr zum Spielen als zum Radiohören, UKW, MW, LW. KW analog aber super


Fazit, nach allen Irrwegen ist nach wie vor UKW Top, auch DVB-T Radio höre ich viel, geht wenigstens indoor. Uns mein MiniTV für den Balkon, das Schlafzimmer usw. hat ein abschaltbares (nicht schwarz, sondern echt abgeschaltet) Display. Nach der Anfangsnavigation schalte ich das Display aus und dann hält auch der Aku einige Stunden.
Internetradio geht natürlich auch am PC, am Laptop und mit Einschränkungen mobil mit dem Nokia N95.
Ach ja DVB-C Radio läuft natürlich auch super....


von abc - am 27.07.2009 15:23
Dann wage ich mich auch mal an diesen Thread heran.
Also, mein Standpunkt ist seit jeher folgender: DAB ist von der technischen Seite her ein gutes System. Natürlich ist mit dem Fortschritt zu DAB+ mit AAC wieder eine Verbesserung hinzugekommen. Leider, wie wir alle wissen, ist die politische Umsetzung in Deutschland katastrophal verlaufen. Deshalb bin ich weiterhin für das System DAB (egal in welcher technischen Variante), kritisiere aber die Verantwortlichen auf medienpolitischer Seite. Vor- und Nachteile von UKW aber auch DAB wurden ja in den letzten Diskussionen deutlich und sind mir auch bekannt.

Umso erstaunlicher finde ich nun die Diskussion darüber, ob digitale Radioverbreitung via DVB-T oder DAB besser wäre. Ich sehe außer von der technischen Seite keinen Unterschied. Es gibt für DVB-T so gut wie gar keine Radioempfänger, wie es sie für DAB(+) bereits gibt. Warum also komplett neue Geräte entwickeln, wenn andere fix und fertig zum Verkauf sind? Gleiches gilt für die Sendernetze: Würden endlich die Leistungen und Bitraten bei DAB erhöht, hätte man auch dort schonmal die größten Probleme bereinigt.
Auch DVB-T ist bei weitem nicht flächendeckend und mit den heute üblichen Stummel- oder Wurfantennen meist nicht empfangbar. Ergo müsste die Sendeleistung erhöht und das Sendernetz verdichtet werden, damit auch im Kellergeschoss auf dem Land DVB-T-Radio gehört werden kann.

Meine konkreten Vorschläge zur Durchsetzung von Digitalradio wären:
- schnellstmögliche Klärung der medienpolitischen Fehler
- endgültige Festsetzung auf einen Codec (MUSICAM oder AAC) bzw. ein Verfahren (DAB, DAB+ oder DVB-T)
- Erhöhung der Sendeleistungen an den entsprechenden Standorten für einfachen Indoorempfang
- Je nach Gelände, Verdichtung des Sendernetzes
- Ganz wichtig: Private und öffentlich-rechtliche Sender müssen an einem Strang ziehen
- Eingriff der Landesmedienanstalten: keine Neuvergabe von UKW-Lizenzen mehr, gleiches gilt auch für die ÖRs
- Bekanntheitsgrad steigern durch Werbekampagnen oder Berichte im UKW-Programm
- Empfängermarkt ankurbeln durch Aktionen (Gewinnspiele, meinetwegen auch gebrandete Radios) etc.

Die Vorteile:
- Frequenzökonomie --> Geldeinsparung pro Programm (nicht mehr 5 x 100 kW, sondern 1 x 20 kW)
- Geräte leichter bedienbar, da keine Frequenzen mehr gesucht werden müssen
- besserer Empfang, durch erhöhte Sendeleistungen auch Overspill aus Nachbarländern
- Datendienste mit höherer Datenrate sind möglich

Die Nachteile:
- neue Sender-Infrastruktur
- evtl. Senderneubau
- zig Millionen UKW-Radios werden irgendwann keine Funktion mehr haben (es sei denn, man setzt DAB-Signale per UKW-Transmitter um)
- Kosten für die Umstellung auf Sender- und Empfänger-Seite nicht gering


Mehr fällt mir dazu gerade nicht mehr ein. Ich denke, es wird wie immer am Geld scheitern und der Markt regelt das irgendwann von selber. UKW existierte auch jahrzehntelang parallel zur Mittel-, Lang- und Kurzwelle und setzte sich irgendwann halt durch. Ohne Zwang, ohne Kommission, ohne Fördermittel.

von oli84 - am 27.07.2009 15:57
Zitat

Wenn ich aber im sonst so gepriesenen DAB-Bayern bin, hört der Empfang außerhalb von München auch schnell aufhört. Fahr mal nach BGL oder ins Chiemgau kein DAB, von Östereich strahlt da auch nichts ein.


Hmm, vielleicht solltest du dir auch mal eine Antenne für DAB genehmigen? Ich fahre schon jahrelang mit DAB im Auto (Woodstock+Magnetfußantenne) im Chiemgau umher und kann nur sagen, dass ich mit dem bayerischen Ensemble 12D bis auf minimalstes Blubbern in der Altstadt von Wasserburg unten keinerlei Empfangsprobleme habe, das geht nun wirklich überall. Angesichts der ärmlichen Sendeleistungen z.B. am Wendelstein (0,5kW im Vergleich zu 100kW bei UKW oder 20kW bei DVB-T) eigentlich eh ein Wunder.
Übrigens geht auch in weiten Teilen des Chiemgaus noch das Münchner Lokalensemble auf 11C (8kW aus Ismaning), dieses geht bei mir auf der Inntalautobahn sogar bis Kufstein, bzw. auf der A8 bis Salzburg.

Aus Österreich ist tatsächlich nix zu hören, was schlichtweg daran liegt, dass es von dort keine DAB-Sendungen mehr gibt. Immerhin reichten aber bis letztes Jahr 1kW Innsbruck/Patscherkofel und 250 Watt Innsbruck/Seegrube auf der Autobahn von der deutschen Grenze bis zum Brenner, das sollte man auch mal erwähnen, nicht immer nur die Negativbeispiele.

Was das Berchtesgadener Land angeht, da hat es auf 12D minimale Aussetzer, was aber daran liegt, dass es in dem gesamten Gebiet schlicht und ergreifend noch keinen Sender gibt, der in Betrieb ist. Da hast du also recht, da fehlt es schlichtweg am Sendernetz. Wenn du auf UKW oder bei DVB-T die Sender Untersberg, Kirchholz und Berchtesgaden ausknipst, dann ist auch schnell Schluss mit Empfang da hinten, dann kannst du dir allenfalls den verzerrten Brotjacklriegel oder Wendelstein anhören.

Dass in weiten Teilen Schleswig-Holsteins kein DAB-Empfang möglich ist, liegt halt auch nur daran, dass derzeit nur eine 400 Watt-Funzel in Kiel auf Sendung ist. Wie wäre denn der Empfang auf UKW oder bei DVB-T, würde man nur mit 400 Watt aus Kiel funzeln?

Ich finde, das alles kann man nicht dem Hörfunksystem DAB anlasten, denn das würde schon ordentlich funktionieren, wenn die Sendernetze ansatzweise vergleichbar zu UKW ausgebaut wären. Das sind sie aber leider in manchen Regionen noch nicht (womit du schon recht hast). Das hat aber medienpolitische (finanzielle) Gründe, weniger technische.

Aber das hatten wir ja schon oft genug, dass DAB vernünftig betrieben technisch nicht so übel ist, wie es immer hingestellt wird. Das System hatte ja nie wirklich Chancen, seine Stärken richtig zu zeigen. Allenfalls hier im Großraum München, oder bei einer Fahrt von hier nach Südtirol konnte man erahnen, wie es mit DAB sein könnte (Empfang und Programmangebot).

von Habakukk - am 27.07.2009 15:57
Was steht denn nun wirklich in dem Artikel der FTD?

Zitat

Die Sender suchen Alternativen. Niemand klammere sich an DABplus, ist zu hören. Man werde "intern beraten, ob und in welcher Form ein neuer Antrag bei der KEF gestellt wird", sagt der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust. Dabei müsse "auch etwa das Internet einbezogen werden". Die Nutzung des Fernsehstandards DVB-T für Digitalradio wird ebenso diskutiert. Privatradiochef Hillmoth empfiehlt gar, vorerst einfach den analogen UKW-Funk auszubauen.

DAB-Befürworter kontern, Radio aus dem Internet sei "unbezahlbar", weil die Kosten mit jedem weiteren Nutzer steigen. Und für mobilen Empfang eigne es sich ebenso wenig wie DVB-T. Eine Einigung ist nicht in Sicht.


Alles sehr vage. Weiß der Autor des Artikels überhaupt, wer was gesagt hat?

Auch an anderer Stelle im Artikel ist der Autor nur schlecht informiert:

Zitat

Frequenzen, auf denen DABplus-Angebote ausgestrahlt werden könnten, hat die Bundesnetzagentur gerade ausgeschrieben. Bis zum 29. Juli können sich Hörfunksender oder Netzbetreiber wie Media Broadcast dafür bewerben. Ob sich aber jemand findet, der auf den Frequenzen senden will, ist unsicher.


Es geht hier um den geplanten Bundesmux (1/3 DLR + 2/3 Private). Nur, seit wann können sich private Hörfunkanbieter bei der BNetzA bewerben? Wenn ein Netzbetreiber feststeht, muss doch die ZAK (neue Kommission der Landesmedienanstalten) die freien Programmplätze ausschreiben. Dann wird man sehen, ob es Interessenten gibt.

Fazit: Diese ganze Diskussion basiert auf dem von mir kursiv gesetzten Satz in einem leicht verwirrten Artikel.






von Manfred Z - am 27.07.2009 16:21

DAB vom Braunenberg [Aalen]

Zitat
macintosh-xl
Wäre es möglich, auch die Programme via Aalen (so wie ich schon alle UKW Programme aus Aalen inklusive 96,9 MHz und 107,1MHz rauschfrei bekomme ) zu empfangen? Bei 0.8 KW sehe ich da aber eher keine Chancen....


Hallo!

Bei dieser Frage muss ich einfach antworten! ;-)

1. Sendet Aalen mit 1 kW ND - also (fast) vollkommen rund!

2. "Fast" rund, weil sich seit dem Umbau für DVB-T keine VHF-Antenne mehr auf dem großen Sendemast befindet.

Woher kommt dann der DAB-Empfang?
Ja, von dem kleinen mickrigen Empfangsmast, den man nur von Aalen aus sehn kann.
Und in eine Richtung schattet der große Sendemast natürlich das Signal dazu noch ab! :kotz:

Und an dieser Situation sollte sich auf meine NAchfrage hin bis auf Weiteres nix ändern - und das wird es nach dem Scheitern von DAB+ auch bis auf Weiteres nicht! :angry:

Ih kann nur hoffen, dass mir im Aalener Talkessel wenigstens DAB in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und ich in den Häuserschluchten weiterhin den frei von störenden Spratzern DAB-Empfang genießen kann! :spos:

Und deswegen wird's wohl fast unmöglich sein in Forchheim! :rolleyes:

Viele Grüße,
Carsten




von CarstenD - am 27.07.2009 19:24
Zitat
oli84
UKW existierte auch jahrzehntelang parallel zur Mittel-, Lang- und Kurzwelle und setzte sich irgendwann halt durch. Ohne Zwang, ohne Kommission, ohne Fördermittel.


Auch bei der UKW Einführung musste ziemlich nachgeholfen werden. Nur von uns war, denke ich mal, keiner dabei. Laut Überlieferung war der Südwestfunk, wegen der hohen Kosten, strikt gegen UKW, und die Post sah es als Konkurenz für die HF-Drahtfunknetzte. Deutschland war aber im Gegensatz zu heute Vorreiter der neuen Technik.

Hier ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit:
Zitat

... drei entscheidende Fehler, die die Amerikaner bei der Einführung des UKW-Rundfunks gemacht haben:

Fehler 1 bestand in dem Prinzip, schwache Sender mit aufwendigen Empfängern abzuhören. Wir haben von vornherein
10-kW-Sender mit hoher Antennenbündelung vorgesehen, um die Empfänger einfach und damit billig zu machen und nicht
den hohen Aufwand der Armstrong-Empfänger bei jedem Teilnehmer betreiben zu müssen.

Fehler 2 der Amerikaner war, daß sie den UKW-Rundfunk und das Fernsehen gleichzeitig dem Publikum vorgestellt haben, das sich dann dem Fernsehen zuwandte, und der UKW-Rundfunk geriet in Vergessenheit. Die sehr teuren
Armstrong-UKW-Empfänger waren auch kein Anreiz, sich dem UKW-Rundfunk zuzuwenden.

Fehler 3 der Amerikaner war, daß sie über die Ultrakurzwellen nur ihre Mittelwellensenderprogramme ausgestrahlt haben,
also keinerlei Anreiz boten, sich dieser neuen Rundfunkart zuzuwenden.

Bei uns in Deutschland wollte man zwar möglichst rasch mit UKW die Versorgungslücken auffüllen, die auf der Mittelwelle entstanden waren. Das setzte aber voraus, daß auch der Hörer mitzog. Bei ihm musste die neue Empfangsmöglichkeit erst populär gemacht werden, am besten mit attraktiven Programmen. Je früher auf UKW ein eigenes Programm verbreitet werden konnte, um so wirkungsvoller war das für die Umstellung der Teilnehmer auf den UKW-Rundfunk. Man machte sehr populäre Programme und griff gelegentlich auch zu Tricks, die sich die Hörer wohl heute nicht mehr gefallen ließen.

Nestel berichtet, man habe beispielsweise die erste Halbzeit eines Fußballspiels auf MW und UKW ausgestrahlt, die zweite Halbzeit nur auf UKW. Für die nur-Mittelwellenhörer war das momentan bitter, es hat aber mitgeholfen, den neuen Wellenbereich zum Erfolg zu führen. Auch die Programmzeitschriften zogen kräftig mit und widmeten um diese Zeit in fast jeder Ausgabe eine Spalte oder gar eine ganze Seite dem UKW-Problem.
Eduard Rhein, der erfolgreiche Chefredakteur von „Hör Zu“, erfand den als Schlagwort rasch populär gewordenen Slogen „UKW – die Welle der Freude“...

Aus „Die UKW-Story“ von Reinhard Schneider 1989

von phaserotator - am 27.07.2009 20:27

Re: ARD erw¤gt H¶rfunk via DVB-T statt DAB+

@-faro-:
Eigentlich ist es doch ganz einfach: Digitale Funksignale sind nicht kontinuierlich, sondern
impulsförmig. Und genau da kommt das Ergänzen, oder besser gesagt, das Nichtstören
zustande. Wenn 2 Analogsignale gleichen Inhalts und gleicher Frequenz übereinandergelegt
werden, dann ergibt sich je nach Phasenlage ( Zeitlicher Beziehung zueinander ) eine
Verstärkung oder Auslöschung. Leider ist das auch noch stark frequenzabhängig,
so daß FM-Signale fast grundsätzlich immer verzerrt werden.
Bei Digitalsignalen haben wir jedoch nur einzelne Impulse mit einer Pause dazwischen.
Senden nun 2 Sender auf einer Frequenz, dann ist das so, daß die Impulse eines Senders
in den Pausen des anderen Senders fallen, der Empfänger kann das nun leicht zeitlich
auseinandersortieren und die Impulse beider Sender zur Rekonstruktion der Daten
heranziehen. Damit nun aber der aktuelle Datenimpuls nicht vom zeitlich vorherigen oder
nachfolgenden Impuls des anderen Senders gestört wird, darf die Reichweite der Sender
nicht zu groß werden, damit das Signal der anderen Sender noch in der Lücke, dem
Guardintervall bleibt.

Zitat
HAL9000
Wieviele Radioprogramme kann man denn auf einen DAB- Kanal unterbringen? Ist damit evtl. denkbar, sowas wie den "ARD- Radiotransponder deutschlandweit abzubilden? Wenn auch nicht auf einem Kanal, soviel ist klar.

'Das kommt darauf an', würde Radio Eriwan sagen. Ernsthaft, es hängt von der gewünschten
Qualität, des verwendeten Codecs und der eingestellten Stärke der Fehlerkorrektur ab.
Mobiltauglich in guter Hi-Fi-Qualität sind in DAB 6, in DAB+ 9 Programme möglich.
In guter UKW-Qualität sind 8, bzw 12 Programme möglich. Aufgrund der Tatsache,
daß immer ein paar Wortprogramme dabei sind, die weniger Datenrate benötigen,
gehen meist noch 1-2 Programme mehr. Rein von der Frequenzkapazität im Band 3 her
geht deutschlandweit der gesamte Hörfunktransponder sowie die meisten kommerziellen
Dummfunker.


von Nohab - am 28.07.2009 13:11

Re: ARD erw¤gt H¶rfunk via DVB-T statt DAB+

Zitat
-faro-
Zitat

Nohab: Und genau da kommt das Ergänzen, oder besser gesagt, das Nichtstören
zustande.


Ja, das ist schon klar.
Hm, dann definierst Du also "Ergänzen" = "Nicht stören". OK. Dann stimmt Deine Erklärung, aber ich habe dann Mühe mit der Definition ;) Ergänzen ist für mich etwas ganz anderes als "nicht stören". Ergänzen ist für mich eher "Verstärken" als "in Ruhe lassen". Aber immerhin erklärst Du die Sache "wissenschaftlich" mit einer unabdingabren Definition (Voraussetzung). :cheers:


Es kann natürlich sein, daß es gerade zeitlich so hinkommt, daß die Impulse beider Sender in
einem SFN genau übereinanderliegen, dann verstärkt sich das natürlich, ich hatte den Fall
auch schon damals bei den DRM-SFN-Experimenten der DW. Der Regelfall dürfte aber eher
das gegenseitige Nichtstören sein. Wichtig ist im übrigen, daß die Sender beinhart
synchronisiert werden, läuft einer aus der Reihe, kann er im Überlappungsbereich kräftig
Unfrieden stiften.

Zitat
-faro-
Es ist doch so, dass beim physikalisch Unbedarften der Eindruck entsteht, dass bei DAB, DVB-T etc. folgendes Beispiel gilt:
Direktes Signal: 20 /uV, Reflexion 1: 5 /uV, Reflexion 2: 7 /uV ---> ergo liegen am Eingang 32 /uV.
So wird es doch (falsch) den Leuten eingeflüstert: "Reflexionen verstärken den Empfang" und genau dies halte ich in meinen Beiträgen für werbetechnische "Schlangenfängerei". Besser müsste man sagen: "Reflexionen schaden in gewissen Grenzen dem Empfang nicht (mehr)."

Das mit dem Verstärken ist schon richtig, nur kann man das eben nicht auf Spannungswerte
beziehen, die sich addieren, sondern man muß es darauf beziehen, daß sich Daten addieren,
weil eben Daten der reflektierten Signale mit herangezogen werden. Oder auch nur Daten
von reflektierten Signalen genutzt werden, weil der direkte Weg dicht ist.


von Nohab - am 28.07.2009 13:28
Zitat

Wieviele Radioprogramme kann man denn auf einen DAB- Kanal unterbringen?


Bei herkoemmlichem DAB mit gaengigen Fehlerschutzparametern (PL3) kommt man auf ca. 1150kbps Datenrate gesamt, die man auf die Programme aufteilen kann. Urspruenglich setzte man 192kbps pro Radioprogramm ein, womit man auf 6 Programme pro Ensemble kam. Spaeter dann hat man die Audioqualitaet zugunsten mehr Programmen auf 128kbps runter gefahren, damit kommt man dann schon auf 9 Programme.
Wuerde man fuer alle Programme einen schlechteren Fehlerschutz verwenden (PL4), dann bringt man nochmal mehr Programme unter, dann passen insgesamt gut 1400kbps in einen DAB-Kanal, was 7 Programmen bei 192kbps oder 11 Programmen bei 128kbps entspraeche. Das erkauft man sich aber damit, dass die Programme sehr viel schneller Aussetzer haben, wo PL3 Programme noch nicht mal hoerbar blubbern.

Bei DABplus gibt es anscheinend etwas andere Fehlerschutzmechanismen, aber ich vermute mal, dass ca. 1400kbps verfuegbar waeren. Bei 96kbps AAC+ ergibt das gute 14 Programme, bei 64kbps AAC+ waeren schon knapp 22 Programme moeglich. Ob das noch gut klingt, mag jeder selber entscheiden.

Mit vier deutschlandweiten DABplus-Bedeckungen (entspricht einem DVB-T-Kanal) koennte man also so halbwegs den kompletten Hoerfunktransponder abbilden. Rechtlich halte ich das aber eher fuer voellig unmoeglich. Terrestrischer Rundfunk ist Laendersache und nur das DRadio darf als Oeffentlich-rechtlicher seine Programme terrestrisch bundesweit verbreiten. Schade eigentlich.

von Habakukk - am 28.07.2009 13:35
Zitat
Radio_DDR
Die Empfangsschaltung ist ja auch weiterhin analog, weil es ja auch nicht anders geht. Welche Modulationsverfahren auch immer genutzt werden, oder wie die übertragenen Signale interprdiert werden, ist für die Ausbreitung völlig egal. Es gibt ja auch keine digitalen Übertragungskanäle, es ist ja alles nur eine Sache der Transportcodierung, wie das Signal am Empfänger verwendet wird.

Die Empfangsschaltung kann bis auf Eingangsfilter und evtl. einer Vorstufe ebenfalls
komplett digital sein, z.B. diverse DAB-Module, der bekannte Perseus und ähnliche
Konzepte. Der eigentliche Vorteil ist, daß sich Impulsfolgen wesentlich besser herausfiltern
lassen als kontinuierliche Signale (AM/FM).

Zitat
Radio_DDR
Sicher werden FM-Signale verzerrt, was aber der Demodulation nicht schadet, da ja nur die Frequenz(änderung) wichtig ist und nicht die Signalform selbst, sowie der Betrag der Amplitude.

Die Signalform ist leider auch wichtig. Das Problem bei Phasenauslöschungen ist die
Auslöschtiefe, was dazu führt, daß das Signal beim Durchlaufen der Auslöschung unter den
Begrenzereinsatz fällt. Das gibt harte Kratzgeräusche im Takt der Modulation. Das reflektierte
Signal wird aber auch frequenzmoduliert, damit wandert die Auslöschung, was noch mehr
Probleme verursacht. Rein digitale FM-Konzepte, wie sie mal von Motorola vorgeschlagen
wurden, können das in Grenzen abmildern, aber wirklich verzerrungsfrei bekommt man
Mehrwegeempfang bei FM nicht weg. Deshalb gibt es immer noch Dinge wie
Antennendiversity und Doppeltuner.



von Nohab - am 28.07.2009 13:55
@-faro-
Man muss wohl zwischen den Eigensschaften des freien Raumes und einer Leitung unterscheiden. Sobald bei der Zusammenführung zweier synchronisierter Sender auf eine Leitung die Synchronisation nicht mehr stimmt, wird unweigerlich Energie reflektiert und im Sendeverstärker in Wärme umgewandelt.
Der freie Raum wird ohne Hindernisse nichts zum Sender reflektieren, auch nicht, wenn zwei gegenphasige Anteile aufeinanderprallen. Selbst wenn ich meinetwegen mit zwei grossen Parabolantennen z.B. auf 10GHz einen entfernten freien Punkt im Weltall anpeile und die Parabolantennen gegenphasig speise, wird da nichts zurück kommen. Es wird starke Nebenkeulen geben in denen die Energie wieder auftaucht. Das hat ja Bernhard W in einem anderen Thread so schön erklärt. Die Energie zweier Sender Bleibt also, im ungestörten Raum, immer erhalten, nur die räumliche Verteilung ändert sich mit der Phasenlage der ausgestrahlten Wellen.
Ein gutes Beispiel, dass sich auch nichtsynchrone, bzw. rauschähnliche elektromagnetische Wellen im Durchschnitt addieren ist weisses Licht.
Ich glaube aber dass das "Ergänzen" bei DVB-T und DAB völlig überbewertet ist. In der Praxis kann man froh sein, dass sich die Sender nicht negativ beeinflussen, aber auch das ist ja schon ein Fortschritt.
Werde mir später die von GerdG empfohlene pdf-Datei anschauen.

von phaserotator - am 28.07.2009 19:34
Falls DVB-T Radio kommen sollte denke ich nicht das dafür dann ein eigener MUX verwendet wird, sondern es ist wahrscheinlicher das dann ein TV Programm aus dem Dritte MUX geopftert wird.

Ausgenommen im MDR und RBB Gebiet, dort ist auch so genug Kapazität vorhanden. Ähnlich ist die Situation im Rhein-Main Gebiet. Da gibt es zwar bislang noch keine Kapazität, jedoch würde sich dort die Situation mit einer Umstellung auf UHF ändern.

Durch diese Aktion bekommt man dann über den Daumen gepeilt so 3.500 KBit/s frei, was dann für 14 Radioprogramme reichen würde.

Denke die Opferkandidaten wären dann:

Hamburg und Schleswig-Holstein: BR
Bremen und Niedersachsen: hr
Mecklenburg-Vorpommern: MDR
Osthessen: MDR
Südhessen: WDR
Nordrhein-Westfahlen: MDR
Saarland und Rheinland-Pfalz: BR
Baden-Württemberg: WDR
Nordbayern: hr
Südbayern: ARD

Die DVB-T Radio Belegung könnte ich mir für Nordbayern so vorstellen (bin jetzt zu faul um für alle Regionen plausible Listen zu erstellen)

Deutschlandfunk
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandradio Wissen
===
Bayern 1
Bayern 2
Bayern 3
Bayern 4
Bayern 5
Bayern Plus
on3radio
===
Antenne Bayern
Rock Antenne
Radio Galaxy
egoFM

von Martyn136 - am 28.07.2009 20:10
Zitat
Manfred Z
Hier ist zu beachten, dass das Auge als Lichtempfänger nach dem Quantenprinzip arbeitet.

Jede elektromagnetische Welle kann nach dem Quantenprinzip oder der Wellentheorie betrachtet werden. Mit steigender Frequenz nimmt die Energie der einzelnen Quanten zu und die Quanteneffekte werden offensichtlicher. Für die Gesamtbetrachtung der Energie (wenns nicht um wenige Einzelquanten geht) spielt das keine Rolle.
Zitat
Manfred Z
Wenn die Sender korrekt synchronisiert sind (was normalerweise der Fall ist), die Signale der einzelnen Sender am Empfangsort keine unzulässige Laufzeitdifferenz haben (also das Guardintervall nicht überschritten wird) und keine teilweise Phasenumkehr durch ungünstige Reflexionen auftritt, sollte alles im grünen Bereich liegen.

Sobald sich der Empfänger auch nur minimal zwischen den Sendemasten bewegt, sind vom Empfänger aus betrachtet durch den Dopplereffekt die Frequenzen gegeneinander in der Frequenz verschoben. Auch wenn es eine langsame Schwebung von z.B. 5min. ergibt, es werden immer Maximum und Minimum durchschritten. Es sind aber nur einzelne Träger nacheinander betroffen und dadurch kommt die Fehlerkorrektur gut damit zurecht.
Zitat
Manfred Z
Desweiteren ist es für den Empfänger nicht egal, ob die Funkwelle analog oder digital moduliert ist. Je nach Art des Signals ist ein unterschiedlicher Rauschabstand (C/N) nötig, um sauber demodulieren zu können. Bei digitalen Signalen ist er deutlich niedriger, d.h. ein digitaler Sender kommt bei gleicher Reichweite mit weniger ERP aus.

Das kann man so nicht grundsätzlich sagen. Wenn ich z.B. eine 256QAM mit schmalband FM für Sprechfunk vergleiche, braucht die schmalband FM ein deutlich niedrigeres C/N. Die Bandbreite spielt bei der ERP Betrachtung dann auch noch eine Rolle. Die sogenannten digitalen Modulationsarten können sowieso nur durch Datenreduktion des Modulationsinhaltes mithalten oder sie auch weit übertreffen. Beim Analogen TV Restseitenbanverfahren fand natürlicht die reinste Bandbreitenverschwendung statt. Ein Starker Träger und ein paar weit verteilte Seitenlinien.

HF-technisch gesehen ist Modulation eigentlich immer eine analoge Angelegenheit. DVB-T und DAB sind sogar aus dieser Sicht analoger als FM. Bei FM kann der HF Leistungstransistor oder die Senderöhre quasi im Schalter-Betrieb verwendet werden (C-Betrieb). Es muss nur eine bestimmte Anzahl von Impulse pro Zeiteinheit ergeben. Das ergibt hohe Stufenwirkungsgrade von über 70%. Bei DVB oder DAB muss aufgrund der höherstufigen Modulation und der vielen Einzelträger ultralinear verstärkt werden. Nur die geringste Amplitudenverzerrung würde die Bitfehlerrate und Bandbreite des Signals drastisch ansteigen lassen. Aufwändige Massnahmen zur Arbeitspunktstabilisierung sind erforderlich und der Stufenwirkungsgrad ist entsprechend schlecht.

Ich will jetzt aber die digitalen Verfahren überhaupt nicht schlecht reden. Datenreduktion und Fehlerkorrektur sind heutzutage so ausgeklügelt, dass in den meisten Fällen die Analogtechnik in den Schatten gestellt wird.

von phaserotator - am 29.07.2009 00:55
Zitat

Deutschlandfunk
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandradio Wissen
===
Bayern 1
Bayern 2
Bayern 3
Bayern 4
Bayern 5
Bayern Plus
on3radio
===
Antenne Bayern
Rock Antenne
Radio Galaxy
egoFM

Das würde ja ganz gut klingen, auch für Südbayern. (Ich hätte vielleicht statt egoFM lieber KlassikRadio drin) Allerdins finde ich es schade, dass dadruch die Regionalsendungen wegfielen bei Bayern 1 und 2. Bei BR2 wärs noch zu verschmerzen, aber bei Bayern 1 wär das schon sehr schade. In Nordbayern könnte man es noch irgendwie so machen, dass man die zweite Regionalversion z. B. auf Bayern Plus aufschaltet und das dann irgendwie verbindet (nach dem Muster, wie z. B. der WDR mehrere Regionalversionen in seine Muxe aufnimmt). In Südbayern würde das freilich etwas schwieriger werden, da es hier vier Regionalversionen gibt.
Ich bin jedenfalls mal gespannt, die Ausstrahlung im 3. Bouquet ist zwar von denn Sendeparametern nicht so optimal, aber dafür entstünden keine Zusatzkosten für den BR. Allerdings bezweifle ich es mal sehr stark, dass der BR privates Radio ins Bouquet lässt; eher glaube ich an ein "Öffi-only"-Paket; in Südbayern vielleicht so:
Bayern 1 - Oberbayern
Bayern 1 - München
Bayern 1 - Schwaben
Bayern 1 - Ostbayern
Bayern 2 plus
Bayern 3
Bayern 4
B 5 Aktuell
on3radio
Bayern plus
Bayern Verkehr
Deutschlandfunk
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandradio Wissen

Wenns nach mir ginge, könnte der BR in Südbayern schon gleich loslegen mit testen. (Das Erste auf geringe Bildqualität runterfahren (wird ja eh nur für Handy-TV ausgestrahlt) und gleich ein paar Radiosender mit drauf)

von Zwölf - am 29.07.2009 07:30
Zitat
TerranusI
Aalen geht direkt. Der ist weiter westlich als FMT Nürnberg, der "ruscht" sozusagen noch am Walberla vorbei. Auch z.B. die 107,3 aus Katterbach (AFN) geht hier mit Yagi nahezu rauschfrei, weil da fast Sichtverbindung besteht, außer ein paar Hügelchen.

in Ebs oberhalb des Krankenhauses geht der FMT aber direkt rein, dort gingen sogar die analogen Privaten mit guter Antenne einigermaßen.
ARD über K4 ? dafür gab es doch schon sehr lange den TVU auf der Wallerwarte.

49,7°N - 11,2°O - Lkr. FO


Das war eben so in dem Mietshaus (heute Mozartstraße, damals nur eine namenlose Stichstraße) eingebaut, warum, weiß ich auch nicht- ich durfte an der Verschaltung nichts verändern...
ist auch schon ca. 25 Jahre her. Mir ist nur nicht klar, wie der Sender Aalen, Waldenburg, Mergentheim etc. aus der Richtung West-Südwest über die "Lange Meile", die Reuther Anhöhe, den Forchheimer Kellerberg (Auerberg), sowie die Hügelzüge bei Pinzberg bis Gosberg rüberkommen. Und der FMT Nürnberg- der scheint nur via Reflexion zu kommen, oder habe ich das falsch verstanden? Was ist mit dem Heidelstein- der kann doch nun wirklich nicht via Sichtverbindung hereinkommen....jedenfalls sehe ich das so auf dem Programm RadioMobile.

Ideal wäre der Standort auf dem Feuerstein, oder dem Katzenstein bei Pretzfeld. EBS liegt doch schon in der "Ebene" des Wiesenttales...wahrscheinlich aber sind die Ausbreitungsbedingungen in EBS doch komplizierter als ich mir gedacht habe. Man lernt eben nie aus...



von macintosh-xl - am 29.07.2009 13:00
Zitat
Zwölf
Das würde ja ganz gut klingen, auch für Südbayern. (Ich hätte vielleicht statt egoFM lieber KlassikRadio drin) Allerdins finde ich es schade, dass dadruch die Regionalsendungen wegfielen bei Bayern 1 und 2. Bei BR2 wärs noch zu verschmerzen, aber bei Bayern 1 wär das schon sehr schade. In Nordbayern könnte man es noch irgendwie so machen, dass man die zweite Regionalversion z. B. auf Bayern Plus aufschaltet und das dann irgendwie verbindet (nach dem Muster, wie z. B. der WDR mehrere Regionalversionen in seine Muxe aufnimmt). In Südbayern würde das freilich etwas schwieriger werden, da es hier vier Regionalversionen gibt.
Ich bin jedenfalls mal gespannt, die Ausstrahlung im 3. Bouquet ist zwar von denn Sendeparametern nicht so optimal, aber dafür entstünden keine Zusatzkosten für den BR. Allerdings bezweifle ich es mal sehr stark, dass der BR privates Radio ins Bouquet lässt; eher glaube ich an ein "Öffi-only"-Paket; in Südbayern vielleicht so:
Bayern 1 - Oberbayern
Bayern 1 - München
Bayern 1 - Schwaben
Bayern 1 - Ostbayern
...

Die richtige Bayern 1 Regionalversion zuzuführen wäre aber schwierig da es für ganz Bayern ja z.B. nur zwei Zuführungsversionen gibt. Und gleich drei oder vier weitere Programmplätze für wenige Stunden Regionalversion zu verwenden wäre imho auch Unsinn. Zumal es ja für jene welche ihre Regionalversion wollen ja auch noch FM gibt, und das wird wohl noch mindestens die nächsten 10 Jahre so bleiben.

Nur öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme zu senden wäre durchaus ne Möglichkeit, aber denke da würden sich dann eher Jump, MDR Sputnik, SWR3, Das Ding anbieten.

Für private Hörfunkprogramme könnte man ähnliches realisieren, indem man ein Programm auf den Gemischten MUX, also je nach jeweiligen Bundesland z.B. MonA, HSE24, Bibel TV oder CNN International opfert.

Allerdings wären dabei die Investitionskosten etwas höher das der Gemischte MUX ja noch garnicht bundesweit verfügbar ist.



von Martyn136 - am 29.07.2009 13:50
Zitat

Die VHF Band III Kanaele reichen nicht fuer zwei Bedeckungen.

Warum denn eigentlich nicht? Spiels doch mal gedanklich durch (Dank des größtenteils recht geringen VHF-Interesses des benachbarten Auslands ja nicht so schwer). Möglicher Weise würde es schwierig, mit so großen SFN wie der 1.-Belegung zu arbeiten, aber man könnte an ein Netz aus kleineren Sendern/unterschiedlichen Kanälen denken. Dadruch ließen sich dann auch regionale Radioprogramme auch wirklich nur regional ausstrahlen. Die landesweiten privaten Sender könnten sich dann einfach in allen Regionalbouquets beteiligen, was dann von der Reichweite her ungefähr der 1.-Belegung entsprechen könnte. Dadurch wäre der Bouquetzwang nicht mehr ganz so schlimm(Ich habe bei diesem System natürlich die bayerische Radiolandschaft vor Augen; wie viel dieses System in den anderen Bundesländern an Gewinn bringen würde, kann ich von daher nicht beurteilen.) Aber das hier ist eh alles bestenfalls Zukunftsmusik. Vererst wird man wohl schon froh sein müssen, wenn überhaupt Radiosender in die bestehenden Bouquets aufgenommen werden. Und selbst dann kann man nur hoffen, dass nicht nur ergänzende, sondern auch über UKW übliche Programme gesendet werden. (wie sollte Digitalradio erfolgreich sein, wenn nur Programme aufgeschaltet werden, die den Großteil der Bevölkerung z. B. musikalisch nicht ansprechen?)

Die Aufnahme der Privatradios in die Gemischten Bouquets fände ich von daher nicht so toll, da sie außerhalb der Ballungsgebiete nicht empfangbar sind und ich es außerdem für schwierig halte, einfach ein TV-Programm rauszuschmeißen. Und vielleicht sollte bei Digitalradio (welches Norm auch immer) eher darauf geachtet werden, schlecht versorgte, ländliche Gebiete einzubinden.

Man könnte die ganze Sache auch so sehen, dass in einigen Jahren ohnehin Radio übers Internet kommen wird; also kein Geld verschwenden und solange noch bei UKW bleiben. (Von mir aus könnte man den UKW Bereich auch noch etwas erweitern). Aber ich bin kein Freund von Webradio (Ich mag, dass Radio auch noch irgendo etwas regional bregenzt ist; und damit meine ich nicht Staatsgrenzen), von daher hoffe ich, dass ein starker, terrestrischer Radionorm, noch möglichst lang das Internet ausbremst.

von Zwölf - am 29.07.2009 21:57
Zitat
Winnie2
Mit UHF Frequenzen bekommen die Anbieter keine wirklich flächendeckende Versorgung zu bezahlbaren Kosten hin. Da werden wieder viele Füllsender notwendig, zumindest in Gebieten mit Mittelgebirgen und in den Alpen. Flächendeckend im Sinne von: Empfang mit portablen und mobilen Empfangsgeräten.

Das wäre nur nötig wenn man wirklich FM abschalten möchte, was aber imho Unsinn wäre. Und wenn man FM beibehält und DVB-T Radio nur als Ergänzung betreibt, dann braucht man auch keine absolut vollkommende Flächendeckung für den Mobilempfang.

Zitat
Winnie2
Ich halte es für unwahrscheinlich dass die privaten Radiosender bei Radio über DVB-T mitmachen werden, aus dem gleichen Grund wie bei DAB: Bouquetzwang.

Selbst wenn einige Platzhirsche nicht mitmachen wollen gibt es ja noch andere Intressenten.

Zitat
Zwölf
Warum denn eigentlich nicht? Spiels doch mal gedanklich durch (Dank des größtenteils recht geringen VHF-Interesses des benachbarten Auslands ja nicht so schwer). Möglicher Weise würde es schwierig, mit so großen SFN wie der 1.-Belegung zu arbeiten, aber man könnte an ein Netz aus kleineren Sendern/unterschiedlichen Kanälen denken. Dadruch ließen sich dann auch regionale Radioprogramme auch wirklich nur regional ausstrahlen. Die landesweiten privaten Sender könnten sich dann einfach in allen Regionalbouquets beteiligen, was dann von der Reichweite her ungefähr der 1.-Belegung entsprechen könnte. Dadurch wäre der Bouquetzwang nicht mehr ganz so schlimm(Ich habe bei diesem System natürlich die bayerische Radiolandschaft vor Augen; wie viel dieses System in den anderen Bundesländern an Gewinn bringen würde, kann ich von daher nicht beurteilen.) Aber das hier ist eh alles bestenfalls Zukunftsmusik.

Nach der Vier-Farben-Theorie bräuchte man schon mindestens vier Kanäle. Das funktioniert aber nur in einer absolut flachen Ebene, sobald Hügel und Täler hat, braucht man für eine Bedeckung mindestens 6 Kanäle, folglich für zwei Bedeckungen 12 Kanäle.

Aussderm würde ein Netz aus so kleinen Sendern einen enormen Kostenaufwand bedeuten. Und soviel Kosten für ein System ausgeben das kaum Vorteile gegenüber FM hat wäre ja reine Geldverschwendung. Man kann digitalen Hörfunk ja einführen wenn es relativ kostengünstig ist. Aber nicht zu so hohen Kosten.

Ausserdem würde ein DVB-T MUX mit den Paramtern: VHF, QPSK Modulation, GI 1/8, FEC 1/2 gerademal 4.944 KBit/s bieten. Da dann ein eigenständiger MUX einen eigenen EPG bräuchte bleiben dann noch 4.880 KBit/s für die Programme, was dann 19 Programme ermöglichen würde.

Im Vergleich zu der Lösung die mit der gemischten Ausstrahlung in den Dritten bzw. Gemischten MUXen mit circa 2x 3.500 KBit/s = 7.000 KBit/s Bandbreite für 2x 14 = 28 Programme

von Martyn136 - am 29.07.2009 23:57
Zitat

Gebiete die bislang schon eine schlechte Empfangsqualität bei FM und DVB-T haben würden in der Tat etwas schlechter dastehen, aber man kann eben nicht alles haben.

Das lässt sich in der Tat leicht sagen, wenn man in Großstadt-Region wohnt. Aber Deutschland besteht nicht nur aus Großstädten; ländliche Gebiete werden fast immer benachteiligt (DVB-T, DAB, UKW,...) Dabei wären gerade diese ländlichen Gebiete jene, wo sich wahrscheinlich am Meisten Leeute ein Digitalradio kaufen würden, wenn es ihr Angebot erhöhen würde. Wer in den Städten kauft sich schon ein D-Radio, wenn er mit dem aktuellen Angebot völlig zufirieden ist?

Zitat

Im Vergleich zu der Lösung die mit der gemischten Ausstrahlung in den Dritten bzw. Gemischten MUXen mit circa 2x 3.500 KBit/s = 7.000 KBit/s Bandbreite für 2x 14 = 28 Programme

Dann willst du also jeden Radiosender mit ca. 250 kbit/s ausstrahlen?! Meinst du nicht, dass das etwas viel ist? In Berlin haben sie 4 TV-Sender im Mux und dann noch 15 Radiosender. Die haben da oben zwar andere Sendeparameter, aber wenn wir hier einen ganzen TV-Platz abschalten würden, hätten wir deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung; also so an die 25-28 Sender alleine im BR-Bouquet. Gut, vielleicht sendet man ein paar Sender mit etwas mehr Qualität, trotzdem bliebe, wenn alle Sender 190 kbit/s senden würden, noch Platz für 18 Programme.

von Zwölf - am 30.07.2009 07:23
Zitat
TerranusI
Heidelstein ist in EBS völlig unmöglich, den kriege ich hier DVB-T auch nicht ( ich wohne ja 3km südlich von Ebs), der kommt erst ab Kirchehrenbach sauber rein, da ging früher auch hessen3 über K37 recht gut. Das Walberla hat den etwas reflektiert, für ein schattiges S/W Bild hat's gelangt.

Jetzt spielt da das DVB-T wirklich seine Stärken aus, die drei Muxe vom Kälberberg gehen praktisch flächendeckend, auch an Stellen wo früher analog nichts Anschaubares machbar war - weswegen ja zig TVUs verbaut wurden.Selbst in den "Löchern" wie Unterleinleiter etc. gehen die ziemlich gut. Das waren ja früher K4 exklusiv Orte :D ging sonst nix.

auf dem Katzenstein war früher der Kabel-Unterkopf drauf, da haben sie Aalen perfekt gekriegt, auch die ARD Stuttgart wurde da eingespeist, bis der Umsetzer auf K8 in Betrieb ging. Auch Blessberg und Heidelstein gingen dort oben einwandfrei und wurden für's Kabelnetz empfangen. Der wurde aber 2004 abgebaut und das Netz Forchheim an den Bamberger Glasfaserstern angekoppelt.
Seit ein paar Wochen sind auch die TVU Antenne abgebaut, an dem großen Mast sind jetzt genau zwei GSM 900 Antennen von T-Mobile übriggeblieben...

49,7°N - 11,2°O - Lkr. FO


Das ist wirklich sehr interessant- ich weiß auch, daß in Ortschaften wie Muggendorf (trotz Umsetzer) früher nicht viel ging- da spielte dann der SAT-Empfang (teilweise) seine Trümpfe aus.
Ich habe mich damals geärgert, wie der Kanal 8 Umsetzer in Betrieb genommen wurde, da mein Empfang von Aalen V8 doch beeinträchtigt wurde. Der war schon mal beeinträchtigt worden durch ein Kabelleck der Hausverteilanlage des Alterheims in der Bayreuther Straße und des BRK Altenheims in der Hainbrunnenstraße. Der Störungsmeßdienst hat allerdings sehr schnell für Abhilfe gesorgt- nur wegen des neuen Senders konnte er natürlich nichts tun.
Der Heidelstein, Kreuzberg, FMT Nürnberg, Dillberg (mit Beugung)- Charivari Neumarkt Seubersdorf auf 94.00 MHz kommt rauschfrei in Stereo mit RDS, Hesselberg und Büttelberg gehen bei mir mit Sichtverbindung (laut Radio Mobile), der Sender Aalen gerade eben so noch als Sichtverbindung mit leichter Beugung + doppeltem Horizont... der Bleßberg und Ochsenkopf (nur sehr schwach, auf UKW verzerrt) geht gar nicht- volle Abschattung Richtung Lange Meile und Jägersburg. Dafür geht jetzt der Kälberberg (Buttenheim) trotz Reflexion , der analog nicht genießbar war, jetzt einwandfrei. Der Inselsberg geht bei mir ebenfalls via UKW noch, auf UHF nicht mehr (zu DDR Zeiten auf K31 und K5 war das mein DDR Hauptsender).
Interessant bei meiner topografischen Lage ist, daß bei mir die Sender Grünten und Pfänder sehr oft hervorragend ankommen. Auf 93.3 MHz empfange ich jeden Tag (fadend) Ö1 (schwankt zwischen mono und stereo- manchmal kommt dann auch RDS) Auch der Sender Hühnerberg kommt bei mir fast mit Ortsenderqualität.
Da scheint irgendeine "Empfangsschneise" vorzuliegen. Nur den Sender Rotbühl habe ich noch nie probiert- vielleicht funktioniert der ja auch? Gelbelsee kommt via UKW recht gut, nur die Kanäle sind schon vom Heidelstein blockiert.


von macintosh-xl - am 30.07.2009 07:37
Zitat
Zwölf
Das lässt sich in der Tat leicht sagen, wenn man in Großstadt-Region wohnt. Aber Deutschland besteht nicht nur aus Großstädten; ländliche Gebiete werden fast immer benachteiligt (DVB-T, DAB, UKW,...) Dabei wären gerade diese ländlichen Gebiete jene, wo sich wahrscheinlich am Meisten Leeute ein Digitalradio kaufen würden, wenn es ihr Angebot erhöhen würde. Wer in den Städten kauft sich schon ein D-Radio, wenn er mit dem aktuellen Angebot völlig zufirieden ist?
Prackenbach und Auerbach sind alles andere als Grossstädte.

Aber FM und DVB-T gibt es ja auch in ländlichen Gebieten (allerdings mit bescheidener Programmauswahl), z.B. Standorte wie Helpterberge, Dequede, Torfhaus, Ochsenkopf, Hoher Bogen, ...

DVB-T Radio würde dort dann ja mehr Radiovielfalt bringen.

In einigen ländlichen Gebieten, vorallem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gibt es schon noch einige Lücken was die FM und DVB-T Versorgung überhaupt betrifft. Aber ich denke nicht das die Leute dort jetzt so scharf auf Digitalradio sind. Weitaus grössere Probleme sind dort eher DSL, UMTS, schlechter Winterdienst, ausgebluteter Einzelhandel, ausgeblutete Schulen, ... Digitalradio steht da imho relativ weit hinten.

Zitat
Zwölf
Dann willst du also jeden Radiosender mit ca. 250 kbit/s ausstrahlen?! Meinst du nicht, dass das etwas viel ist? In Berlin haben sie 4 TV-Sender im Mux und dann noch 15 Radiosender. Die haben da oben zwar andere Sendeparameter, aber wenn wir hier einen ganzen TV-Platz abschalten würden, hätten wir deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung; also so an die 25-28 Sender alleine im BR-Bouquet.
Ich bin von 256 KBit/s MPEG-2 ausgegangen um damit eine Qualität zu erreichen wie man sie bei 144-160 KBit/s MP3 hätte. War mir nicht sicher ob 192 KBit/s MPEG-2 dafür genügen würden. Aber prinzipiell hast du natürlich recht, gerade bei den Nachrichtensendern könnte man schon Bandbreite einsparten, bei den Klassik- und Popsendern aber eher nicht. Aber ich denke 2x 14 Programmplätze würden schon ausreichen.

Deutschlandfunk
Deutschlandradio Kultur
Deutschlandradio Wissen
Bayern 1
Bayern 2
Bayern 3
Bayern 4
Bayern 5
Bayern Plus
on3radio
Jump
MDR Sputnik
SWR 3
Das Ding

Antenne Bayern
Rock Antenne
Radio Galaxy
egoFM
Klassik Radio
radio horeb
ERF Radio
Energy München
Energy Nürnberg
Sunshine Live
2255live
90elf
afk max
M94.5

Das würde ja locker ausreichen.


von Martyn136 - am 30.07.2009 12:23
Ich kann mir ehrlich gesagt, auch wenns schön wär, nicht vorstellen, dass sich der BR freiwillig Konkurenz in Form von SWR und MDR (landesweit) mit ins Boot holt, und den Spaß dann auch noch bezahlt. Eher würde man noch den ein oder anderen Sendeplatz ans Privatradio vermieten.
(Evtl. Antenne Bayern, Rock-Ant. und Galaxy könnte ich mir da als Kandidaten vorstellen - vielleicht als Ersatz für DAB?)

Ich finde 2x14 Sender auch völlig ausreichend, aber wenn man 28 Sender landesweit für alle ausstrahlen könnte, wär das natürlich noch besser. Aber überhaupt schon mal ein paar Programme wären besser als gar nichts.

Zitat

Nach der Vier-Farben-Theorie bräuchte man schon mindestens vier Kanäle. Das funktioniert aber nur in einer absolut flachen Ebene, sobald Hügel und Täler hat, braucht man für eine Bedeckung mindestens 6 Kanäle, folglich für zwei Bedeckungen 12 Kanäle.

Die 1. Bedekung gibt es bereits in Form von Riesen-SFNs (die für DVB-T bereits koordiniert sind). Bei der Koordinierung der Regional-SFNs stehen also, je nach einfallenden Erstbelegungen, 4-7 Kanäle zur Verfügung. (vereinzelte Gebiete, in denen nicht mehr genug VHF-Kanäle zur Verfügung stehen, müssten sich notfalls mit UHF begnügen.)
Ob man für die 2.-Belegung extrige Kleinsender in Betrieb nehmen sollte, oder ob man einfach von den 1.-Bel.-Sender aus auch sendet, könnte man sich ja noch überlegen.

von Zwölf - am 30.07.2009 16:34
Zitat
Uhlerborner
Zitat

Warum nimmt man für DVB-T Radio nicht die freigewordenen VHF Frequenzen?

Yepp! Gute Idee!


No, keine gute Idee, da überhaupt nicht realisierbar. Die komplette Infrastruktur müsste neu aufgebaut werden, was kostenmässig bei einem Projekt mit geringen Erfolgsaussichten nicht zu stemmen ist (vgl. freigabe von Finanzmitteln durch die KEF für DAB).

Halten wir doch mal fest: Das ganze kann nur eine Insellösung für einzelne Gebiete werden. Da die Privaten bei DAB gar nicht und schon bei DVB-T Fernsehen nur in einigen Ballungsräumen mitmachen ist nicht zu erwarten, dass sie es bei DVB-Radio tun würden. Also was soll das? WDR1 - WDR5, BFBS und zahlreiche Lokalradios kann man hier mit jedem Brüllwürfel empfangen, das brauche ich nicht nocheinmal weder über DAB noch über DVB-T. Wo soll der Mehrwert sein? Antenne Bayern in NRW? Wäre schön, aber ist vom WDR garantiert nicht gewünscht und wird daher nicht kommen.

Entschuldigung dass ich hier so viel Pessimissnmus verbreite, aber wir haben die DAB Story gerade durch. Die wesentlichen Probleme sind leider bei DVB-T Radio genau die gleichen (Bouquetzwang, Mehrwert, keine UKW Abschaltung und damit verbunden keine positive Kosten-/Nutzenrechnung). Dafür wird's schlicht kein Geld geben und ehrlich gesagt es wäre auch ein Jammer dafür Geld auszugeben.

von UKW/DAB/TV - am 30.07.2009 19:06
Zitat
Spacelab
Zitat
Marcus.
DVB-T wird / wurde in Berlin, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Hamburg über VHF verbreitet. Ausserdem gibt es genügend DAB Standorte, die vorhanden sind, und man nutzen könnte.

Leider nicht. Stichwort Gleichwelle. Da kann man nicht einfach einen Sender nehmen und hoffen dass das dann mit der Gleichwelle (sinnvoll) funktioniert. Mal ganz davon abgesehen das etliche mobile Empfänger gar kein VHF mehr empfangen können.

Aber DAB sendet doch auch als Gleichwelle.

Zitat

Wozu brauche ich zuhause Radio über DVB-T o. ä.?

Über Sat oder Internet kommt das doch schon

aber zum einen hat nicht jeder Sat, und zum anderen, selbst wenn meist nur in einem Raum (man braucht ja auch immer ein antennenkabel). Internet könnte über WLAN eine Alternative sein, aber auch hier gibt es Leute, die keine sondlich gute Bandbreite haben, und sich deshalb das ganze entweder in einer schlechten Tonqualität oder mit Aussetzern anhören müssen.

Quam-64 und DVB-T2 halte ich für die ganz falsche Richtung. Erst mal Radios in ein Quam-16-TV-Paket (wenn ich überlege, wie selten ich ein Drittes eines anderen Bundeslandes anschaue, dann ist es glaub ich nicht so schlimm, wenn man nur 3 Programme im 3. Mux hat oder 4 Programme, und drei davon in niedrigerer Auflösung) und langfristig dann DVB-T-Radio in QPSK über zwei VHF Radiobouquets über das DAB-Netz; einen landesweiten Kanal und einen regionalen Kanal. (sollte sich das System bewähren könnte man über einen dritten, nationalen Radiomux nachdenken mit den Programmen DLF, DKultur, DWissen, Deutsche Welle, Ein ö.-r. Programm aus jedem Bundesland und evtl. große Privatsender, die Interesse an einer bundesweiten Ausstrahlung haben)

von Zwölf - am 31.07.2009 08:37
Jetzt, wo's mit DAB/DAB+ wohl nix wird, könnte man endlich von der schwachsinnigen Marschroute "Über DVB-T aus politischen Gründen kein Radio" abkommen. Ich bin der Meinung, dass man schon jetzt mit den derzeit vorhandenen Kanälen ohne großartige Mehrkosten einige Programme senden könnte. Einfach pro TV-Muxx 800 kbit/s pro Mux für Radiosender abzweigen. Dann hätte man bei den TV-Programmen im Durchschnitt 200 kbit/s weniger pro Programm, damit sollte man gut leben können.

Wenn eine Bitrate von durchschnittlich 160kbit/s pro Radiosender veranschlägt, kriegt man so 5 Programme pro Mux unter (wobei man noch z.B. ein Programm mit 128kbit/s senden kann und dafür eins dann mit 192kbit/s).

Die beiden ARD-Muxe (soweit ich das sehe, gibt es da in jedem Bundesland zwei davon), wären prima geeignet, um die jeweiligen ÖR-Landesprogramme plus ausgewählte ÖR-Programme aus anderen Bundesländern zu senden. DLF/DKultur könnten beim ZDF drauf (das sogar deutschlandweit, noch weniger Aufwand!).

Im Saarland könnte es demnach z.B. so aussehen:

SR-Bouquet 1 (TV: Das Erste, SR Fernsehen, ARTE, Phoenix): SR 1 (160 kbit/s), SR 2 (192 kbit/s), SR 3 (160 kbit/s), UnserDing (160 kbit/s), AntenneSaar (128 kbit/s)

SR-Bouquet 2 (TV: SWR RP, hr-fernsehen, WDR, BR; identisch mit SWR-Bouquet 2): ein SWR-Programme, das nicht mehr in SWR-Bouquet 1 gepasst hat (160 kbit/s), 4 weitere ÖR-Programme

ZDF-Bouquet (TV: ZDF, 3sat, KiKa/Doku, Info): DLF (192 kbit/s), D-Radio Kultur (192 kbit/s), D-Radio Wissen (192 kbit/s, wenn es denn mal kommt), Dokumente&Debatten (192 kbit/s)

Das wäre doch schonmal recht ordentlich (wenn man bedenkt, dass man im halben Saarland noch die SWR-Muxe empfängt, kämen sogar für viele noch die SWR-Radios dazu). Die Kosten können doch da IMHO nicht so hoch sein, die Bouquets sind ja schließlich alle schon auf Sendung.

Wenn dann doch bei den Privaten Interesse besteht, könnte man (wo vorhanden) erstmal die gemischten Boquets nehmen (die ÖRs werden kaum die Privaten in ihren Bouquets wollen). Man könnte hier schonmal je nach Bedarf vor allem landesweite Private, aber auch (wenn noch Platz ist) deutschlandweite Privatprogramme senden.

Etwa:
Gemischtes Bouquet (Tele5, QVC, BibelTV, geplant center tv): Salü (160 kbit/s), BigFM Saar (160 kbit/s), ClassicRockRadio (160 kbit/s), evtl. noch Antenne West, Radio Saarbrücken und/oder ein deutschlandweites Programm

Ich weiß echt nicht, was daran so schwer sein soll?! Meines Erachtens ist das eigentlich auch völlig unabhängig von einem Erfolg von DAB/DAB+, einer Abschaltung von UKW (warum eigentlich? für die meisten funktioniert UKW doch mehr als ausreichend und bietet eine ordentliche, stabile und mobil nutzbare Grundversorgung). Einfach Aufschalten, evaluieren ob es erfolgreich ist/genutzt wird, und wenn ja ausbauen (etwa nen zusätzlichen Kanal mit deutschlandweiten Programmen aufschalten), wenn nicht zurückfahren.

Ich persönlich glaube auch, dass es genutzt würde; schließlich sind ja schon viele DVB-T-Receiver verkauft worden, es gibt DVB-T-USB-Sticks für den Computer (hier sieht's mit UKW nicht toll aus), es gibt sogar Handys mit DVB-T. Und: DVB-T-Reiceiver sind billig (sowohl eine Settop-Box als auch so ein USB-Stick kriegst du problemlos für 30 Euro, hingegen war selbst für ein einfaches DAB-Radio unter 100 Euro nix machbar!).



von SaarLux03 - am 01.08.2009 11:02
Zitat
Uhlerborner
Es geht nicht um Ersetzen von UKW sondern um einen Zusatzdienst für DVB-T Nutzer. Und der Stick muss auch nicht bei 300 km/h im ICE laufen. Meine Güte! Kann man in Deutschland nicht einfach mal was machen, ohne dass jeder vorher seine Maximalforderungen anbringen muss.

Danke! Genau dieses Argument habe ich in der redundanten Diskussion auf den letzten 10 Seiten vermisst. Ich möchte UKW gar nicht ersetzt sehen, sondern lediglich ein zusätzliches Angebot schaffen, das Radioprogramme auch terrestrisch in einer exzellenten Qualität zur Verfügung stellt. In Köln wird's mit 'nem Stück Draht empfangbar sein, in Hasenboseroth dagegen nur mit Dachantenne. Na und?

Nachdem ich mir große Teile des Threads durchgelesen habe verspüre ich Resignation: Vielleicht ist es besser, den Dudelfunk außen vor zu lassen. Es ist besser weder hr3 noch SWR3 noch Bayern 3 zu übertragen. Denn überträgt man nur einen davon, kläffen die pawlowschen Hunde so lange bis auch Radio Neandertal in Passau ausgestrahlt wird. Außerdem ist digitaler Hörfunk mit hohen Bitraten für so ein Soundprocessing sowieso viel zu schade.

Beschränken wir uns vielleicht besser auf die Verbreitung von Kulturwellen und Programmen mit Sonderstellung wie Funkhaus Europa, Radio Eins und Bayern+. Dann kann sich auch keine Rundfunkanstalt über Konkurrenz beschweren und die Hörer dieser Sender wissen die terrestrische Verbreitung in guter Qualität vielleicht auch eher zu schätzen.

Zitat
-faro-
"Frequenzökonomie" ist nicht nötig (sondern sogar schädlich), denn sie erfordert aufwendige und nicht "krisenresistente" (GPS-) Synchronisationen

Das ist ein interessanter Punkt. Man könnte evtl. auf DCF77 u.ä. ausweichen für die Synchronisation, aber viel krisenresistenter ist das freilich auch nicht.
Aber wie kommst Du auf drei- bis viermal so viele Programme, wenn man auf VHF DVB-T senden würde? Das lässt sich doch auf den acht Kanälen gar nicht realisieren, wenn man Schutzabstände einhält.

von Thomas R. - am 01.08.2009 14:18
Die Dudelsender sind flächendeckend über ein gut ausgebautes UKW-Netz empfangbar. Sie zusätzlich auch noch über DVB-T auszustrahlen, wäre reine Geldverschwendung, da ausser ein paar Freaks niemand diesen Empfangsweg für die Standardsender nutzen würde.
Als sinnvoll und halbwegs realistisch würde ich es dagegen erachten, die Deutschlandradios (und wirklich nur diese!) in bereits vorhandene DVB-T-Pakete mit hinein zu packen. So liesse sich bei überschaubaren Kosten der stationäre Empfang dieser bundesweiten Programme in manchen Gegenden deutlich verbessern.

Allerdings bleibe ich bei meiner Aussage, dass DAB aus technischer Sicht das deutlich bessere System für die Radioübertragung wäre. Die Euphorie, die manche hier an den Tag legen, verstehe ich nicht. DVB-T-Radio hätte exakt dieselben (medienrechtlichen) Probleme wie DAB, sowie zusätzlich auch noch technische Nachteile. Die einzigen Vorteile wären eine grössere Basis bereits vorhandener Endgeräte, sowie in einigen Gegenden (vielleicht) noch vorhandene VHF-DVB-T-Sendeanlagen, mit denen sich aber noch längst keine Flächendeckung erreichen liesse. Es müsste also auch erst mal kräftig ins Sendernetz investiert werden, wenn es nicht bei einem Flickenteppich bleiben soll.

Ich behaupte, dass DVB-T-Radio in Deutschland genauso floppen würde wie DAB, weil die Rahmenbedingungen nahezu die gleichen sind. Da nützen auch die schönsten Wunschträume und Belegungsvorschläge nichts. Wie oben schon erwähnt, hielte ich eine Ausstrahlung der D-Radios auf bereits existierenden Paketen für einen realistischen und brauchbaren Zusatznutzen, gegen den wahrscheinlich auch die LMAs und der VPRT nichts einzuwenden hätten. Was darüber hinausgeht, wäre mit den gleichen Problemen wie bei DAB konfrontiert und somit in Deutschland zum Scheitern verurteilt. Also hört auf zu träumen...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 02.08.2009 07:04
Zitat
Rolf, d.F.:
Also hört auf zu träumen...

Ja, bei manchen Beiträgen kann man nur den Kopf schütteln...

Aber jetzt versuche ich mir mal das in der Praxis vorzustellen.

Annahme:
Über die bereits vorhandenen DVB-T Sender in meiner Umgebung werden die bei mir GEZ-pflichtigen 8 Radio-Programme (SWR und DLR) mitausgestrahlt. Private natürlich nicht, denn deren TV-Programme kommen hier ja auch nicht über DVB-T. Im Gegenzug könnte man dann DAB 12B BW abschalten, denn die gleichen Programme kann ich ja dann über DVB-T empfangen.


Sendernetze und Empfangsmöglichkeiten bei mir zu Hause im Vergleich:

1) UKW (Band II)
- SWR1 BW => Heidelberg/Stuttgart/Waldenburg je 100 kW, Hornisgrinde 80 kW, Langenbrand 5 kW
- SWR2 BW => Heidelberg/Stuttgart/Waldenburg je 100 kW, Hornisgrinde 80 kW
- SWR3 => Heidelberg/Stuttgart/Waldenburg je 100 kW, Hornisgrinde 80 kW, Donnersberg 60 kW
- SWR4 BW => Stuttgart 100 kW, Heidelberg/Waldenburg je 50 kW, Hornisgrinde 5 kW, Heilbronn 2 kW
- DasDing => Stuttgart 2 kW
- cont.Ra => kein UKW-Empfang (nur MW)
- DLF => Hornisgrinde 80 kW, Heilbronn 0,1 kW
- DKultur => Stuttgart 1 kW, Heilbronn 0,1 kW

=> UKW-Empfang im Auto und im Haus überall möglich bis in den Keller


2) DAB (Band III)
- K 12B => Stuttgart/Waldenburg/Langenbrand je 1 kW, Heidelberg 0,8 kW, Mudau 0,5 kW

=> DAB-Empfang im Auto und im Haus überall möglich; nur im Keller geht nichts mehr


3) DVB-T (Band IV/V)
- K 21/23/26/33/49/50/60 => Heidelberg/Langenbrand/Waldenburg/Stuttgart je 50 kW

=> DVB-T Empfang im Auto und im Haus nicht möglich; nur mit Außenantenne im 2. Stock


Ergebnisse/Ausblick:
1. Radio über UHF erfordert (abgesehen vom Flachland) ein dichteres Sendernetz (und damit zusätzliche KEF-Gelder*) als im Band II oder III.
2. DVB-T Radio über VHF (zusätzlich zu DVB-T TV über UHF) erfordert wieder neue Sender (und damit zusätzliche KEF-Gelder*)
3. Genauso wie schon beim TV-Empfang via DVB-T ist auch beim Radioempfang via DVB-T (im Gegensatz zu UKW und DAB) keine vollflächige Versorgung gegeben. Von den systembedingten Schwächen beim Empfang im Auto ganz zu schweigen.
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* = GEZ-Gebührengelder, die die Gesetzgeber (Landtage) auf Vorschlag der KEF genehmigen würden


Fazit:
Gegenüber UKW und DAB ist Radio via DVB-T technisch unterlegen und teurer. Eine Ablösung von UKW durch DVB-T ist genauso utopisch wie der DurchbruchTM von DAB.
DVB-T Radio ist ein nettes Gimmick; mehr nicht.



Und nun wieder zurück zur Sommerloch-Diskussion... :rolleyes:

von Manager. - am 02.08.2009 08:54
Zitat
Martyn136
Da waere es gut wenn die GEZ Zahler da ein Stimmrecht haetten - ich glaube dann haetten sich Deutschlandradio und Deutschlandfunk bald von selbst erledigt.

Du kannst dich über die Programminhalte bei dem zuständigen Rundfunkrat bzw. Hörfunkrat beschweren. Das Recht steht dir zu.
Nur den Mainstreamgeschmack bei den Rundfunkinhalten zu bedienen halte ich allerdings für falsch.
Noch mehr Sender die nur die Media Control Charts rauf- und runterdudeln braucht kein Mensch.

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Die Dudelsender sind flächendeckend über ein gut ausgebautes UKW-Netz empfangbar. Sie zusätzlich auch noch über DVB-T auszustrahlen, wäre reine Geldverschwendung

Meine volle Zustimmung für diese Aussage.

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Ich behaupte, dass DVB-T-Radio in Deutschland genauso floppen würde wie DAB, weil die Rahmenbedingungen nahezu die gleichen sind.

Dazu kommt dass lediglich 10% der Haushalte in Deutschland überhaupt über DVB-T-Empfangsgeräte verfügen. Ok. bei DAB ist der Prozentsatz noch geringer.
Aber die Leute welche Fernsehen über Kabel oder Satellit empfangen werden sich wegen ein paar zusätzlichen Radioprogrammen, welche vermutlich nichtmal im Auto vernünftig empfangbar sind, keinen DVB-T Receiver zusätzlich kaufen.

von Winnie2 - am 02.08.2009 09:55
Zitat
Martyn136
Fuer den Anfang mitweniger Programmen starten ist schon eine Moeglichkeit um die Akzeptanz zu testen.

Allerding muss dann erst mit den Massenprogrammen starten und ggf. die Nischprogramme nachziehen.

Fuer Bayern bedeutet das, das ohne Bayern 3, Bayern 1, Bayern 5, Antenne Bayern und Radio Galaxy garnichts laeuft.

Bayern 4, Bayern 2, Bayern Plus und on3radio hingegen sind fuers Erste verzichtbar. Und Deutschlandfunk und Deutschlandradio sind fuer die Massen noch unintressanter.

Sehe ich auch so. Mit Deutschlandradio kann man niemanden locken; wahrscheinlich nicht mal die DRadio-Zielgruppe. Wer will nicht zumindest zwischendurch mal umschalten? Wäre es da nicht sehr unpraktisch gleich das Radiogerät wechseln zu müssen? Ich könnte mir auch vorstellen, dass durchaus Interesse bestünde, Bayern+ über DVB-T-Radio zu empfangen, wenn man zu den Regioanlnachrichten auf Bayern 1 schalten kann. Wenn alle öffentlich-rechtlichen Sender eines Bundeslandes ausgestrahlt werden, halte ich Privatradios nicht mehr für unbedingt erforderlich, deshalb sollte man ihnen aber trotzdem noch die Möglichkeit geben, sich landesweit mitbeiteiligen zu können (Bei DAB haben sich schließlich auch einige beteiligt). DVB-T-Fernsehen am Handy konnte man ja auch gut bewerben, warum dann nicht auch DVB-T-Radio am Handy? DVB-T Radio ist da vielleicht sogar etwas übersichtlicher als eingebaute FM-Radios (womöglich sogar ohne RDS) und von daher leichter zu bedienen. Durch die niedrigeren Preise für DVB-T-Geräte und die Möglichkeit damit auch TV empfangen zu können, lässt sich der Erfolg noch nicht im Vornherein mit DAB vergleichen/vorhersagen, meine ich. Wenn die ARD klar die Absicht äußern würde, DVB-T Radio Großflächig einzuführen, dann würden auch Firmen Küchenradioähnliche Geräte entwickeln; im Prinzip ist das ja nur eine Designeraufgabe, da die Receiver an sich ja schon längst fertig entwickelt sind.

von Zwölf - am 02.08.2009 12:25
Um Missverständnisse zu vermeiden, muss man zwischen dem Radio als Gerät und als Medium unterscheiden. Für den Empfang in (Wohn-)Räumen besteht nicht zwingend die Erforderniss, das es über eine im Gerät befindliche Antenne erfolgen muss um mobil/transportabel in diesen Räumen zu sein, sondern da steht möglichst guter Empfang im Vordergrund. Es wird keiner vom mobilen Empfang verlangen, das dort das gleiche Senderangebot in Hülle und Fülle verfügbar ist, wie man es von ortsgebundenen Empfangseinrichtungen kennt, meist geht es ja nur um einen oder mehrer bestimmte Sender. Der rel. geringe Verbreitungsgrad von Hörfunk über Sat mag auch daran liegen, das der Gerätezahl eine rel. hohe Anzahl an mobilen Geräten(in Kfz...) gegenübersteht und zum anderen die Personen meist nur jene Sender hören (wollen), die sie gewöhnt sind, weil sie eben über UKW/MW empfangbar sind und so keine Notwendigkeit sehen, dafür plötzlich andere Geräte zu verwenden.
Zitat
Winnie2
Genau das funktioniert ja bei Receivern ohne externe Wiedergabegeräte nicht. Ohne Fernsehgerät, Stereoanlage oder angeschlossene Aktivboxen keinen Ton. Kein Receiver hat dafür bereits die notwendigen Lautsprecher eingebaut.
Diese Tatsache ist mir auch bewußt, ich hätte mich lediglich präziser ausdrücken sollen: Mit Wiedergabe ohne Bild meinte ich die ausschließliche Tonwiedergabe am TV-Gerät, welche bei ausgeschaltetem Bildschirm arbeitet. Diese Betriebsart haben jedoch nicht alle Geräte.

von Radio_DDR - am 02.08.2009 21:53
Schaue ich mal zwei Wochen nicht ins Forum und dann hat sich hier ein neuer Mamutthred mit rekordverdächtigen fast 70000 Zugriffen in der kurzen Zeit aufgebaut.

Das meiste, was mir beim lesen an Entgegnungen eingefallen wäre, haben vor allem Uhlenberger, Terranus und Venusberg schon sehr treffend geschrieben. Hoffe jedenfalls, dass diese Überlegungen kein Sommertheater bleiben.

Ein paar Sachen dazu aber noch an die, die immernoch DAB-Varianten für die einzige Rettung des Radios halten:

Betreffs des VPRT dürfte der bei DVB-T weniger Einwände haben, weil damit auch die Sinnlosverschlüsselung, wie sie in Stuttgard und Leipzig versucht wird, gegen die Wand zu fahren, einfach möglich wäre, um sich zumindestens der Illusion hinzugeben, damit neue Ertragsmodelle zu erschließen... Andererseits wiürde die KEF da auch weniger dagegen haben können, weil es da eben deutlich weniger Investitionsaufwände gäbe, wenn man das soft angeht und zunächst einen Kanal in bestehenden Sendernetzen umwidmet oder aber den VHF-Bereich umwidmet.
Ob VHF oder UHF, das wird der zu klärende Spagat. Mit VHF bekäme man sicher kostengünstiger oder beterffs der Kapazitäten überhaupt erst ein flächendeckendes Sendernetz hin. Andererseits ist das mit dem Empfangsgeräten so eine Sache, in DVB-T-Handies lassen sich UHF-Empfänger und effektive Antennen sicher einfacher und kostengünstiger integrieren, als für VHF. Spricht deshalb vieles dafür, bestehende UHF-Kanäle im DVB-T-Netz für die ARD-Programme der jeweiligen Sendeanstalt umzuwidmen und u.U. dafür ein 3. Programm aus anderen Regionen zu opfern. Die Kosten wären am geringsten, um zunächst die Akzeptanz nachzuweisen...

Dass DAB in Gross Britanien so gut laufen soll, gehört auch der Vergangenheit an. Da ist inzwischen auch Radio über DVB-T eine beliebter werdende Alternative!
Es wird meiner Meinung nach kein einheitliches digitales Audioübertragungssystem geben, sondern die Zukunft ist ein hybrider Mix unterschiedlicher Verfahren, die im Huckepack bei anderen Technologien mit laufen. Für DAB bleibt da bestenfalls eine Nische für die, die dem Geschwindigkeitsrausch nicht entsagen können.
Entgegen anderer Behauptungen hier, ist Radio über DVB-S oder DVB-C sehr wohl schon etabliert und beliebt, insbesondere, wenn's darum geht, Stationen aus anderen Regionen, z.B. der eigenen Herkunfstregion o.ä. zu empfangen. Und der Anteil der mobilen Nutzung von Hörfunk ist selbst laut konservativen Medienanalysen nur ungefähr bei 30%. Nur die täte DAB eventuell Vorteile bringen. Das älteste digitale Radiosystem für Staellit und Kabel -DSR- wurde trotz qualitativer Vorteile zu dem Zeitpunkt endgültig aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet, als ein umfassender alternativer Standard für Fernsehen und Radio - DVB(-S) anfing sich zu etablieren. Warum soll das terrestrisch anders laufen? Nur weil für DAB noch viel viel mehr Steuermittel verbrannt wurden?

Vielleicht sollte man es bei einer Rumpfversorgung mit überregionalen, für den Verkehr relevanten Programmen über DAB belassen und für den Rest eben in den Ballungsräumen und drüberhinaus wo es geht, DVB-T einsetzen. Schätze, in 90% der Fälle könnte das als Alternative zu DAB Das UKW ersetzen. Man darf sich nur nicht die Taschen vollügen und sagen, DAB oder DVB-T-Radio wäre alleine die perfekte Lösung für die Umfassende Grundversorgung. Die für DAB noch sprechenden 10 % könnten dann auch von UMTS bewältigt werden. Die Zukunft müssten dann Hybrid-Empfänger sein. Ältere Empfänger können engeschränkt weitergenutzt werden.
Mit einem alten MW-Empfänger kann ich zwar nicht mehr viel Programme, aber immerhin noch etwas empfangen


von Hagen - am 04.08.2009 14:04
Am 3. März 2008 gab es im Forum Digitale Medien beim Bundeswirtschaftsministerium in der AG "Hörfunk" ein Workshop zum Thema "Endgeräte für Neues Digitales Radio".

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Informationsgesellschaft/medienwirtschaft,did=240612.html

Hier die einleitenden "Fragen an die Hersteller" von Prof. Ulrich Reimers:

Zitat

Einige Fragen

• Wie werden Hörfunkempfänger der Zukunft aussehen?
– Gibt es noch das klassische Radio?
– Sind alle Geräte Multifunktionsgeräte?
– Haben alle Geräte einen Bildschirm?
– Sind „Taschenradios“ gleichzeitig Handys?
– Was steckt in zukünftigen Autoradios?
– Wie sehen die künftigen Tuner für HiFi-Anlagen aus?

• Ist ein Softwareupdate von Hörfunkempfängern in der Praxis realisierbar?

• Beim Mobile TV spielt Technologieneutralität (T-DMB / DVB-H) eine große Rolle.
Welche Bedeutung hat die Technologieneutralität beim Hörfunk?

• Wie beurteilen die Gerätehersteller die internationale Situation
(Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Frankreich etc.) und das Drohen der Fragmentierung?

• Kann man Geräte für eine „DAB-Familie“ bauen?

• Braucht man eine europäische Gerätespezifikation?

• Brauchen die Gerätehersteller „Deutsche Minimalanforderungen“?

• Welche „Garantien“ benötigen die Chip- bzw. Gerätehersteller, bevor sie in Chips bzw. Geräte investieren?

Wir sind gespannt auf die Antworten!


Zur Beantwortung der Fragen gab es Präsentationen von
• ARD
• Bosch und Blaupunkt
• Dolby
• Frontier Silicon
• PTKO/TKLM-Arbeitsgruppe (ARD, ZDF, DLR, IRT / LMAs)
• PURE Digital
• Verband der Automobilindustrie (VDA)
• Dr. Stephan Ory, Rechtsanwalt (APR)

Zitat

Besonders interessant sind die Antworten von Bosch:

Grundsätzliches:
• Die DAB Technologie (DAB, DAB+, DMB, TMC und TPEG) ist in hohem
Maße geeignet ein einheitliches, flächendeckendes und wirtschaftlich
umsetzbares Angebot in ganz Europa einzuführen.
• Die A/V Codierungen DAB, DAB+ und DMB bieten Hörrundfunk in hoher
Qualität mit multimedialen Erweiterungen und Informationsdiensten.
• Die Verkehrsinformationsdienste TMC und TPEG bieten die Möglichkeit
ein europaweites Netz welches nahtlos und grenzüberschreitend nutzbar
ist aufzubauen. Dies wurde gerade im EU Projekt GST entwickelt und
erprobt. Ein europaweites DAB Netz ist damit ein wichtiger Bestandteil für
neue Telematik Anwendungen
• Bosch u. Blaupunkt unterstützen daher die Planungen der privaten und
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten für einen Relaunch ausdrücklich.

Wahl der A/V Kodierung:
• Eine Vorgabe für ein Audio/Video Kodierungsformat ist nicht notwendig.
Alle Varianten lassen sich in einem Multiplex mischen und können in der
Wahl des Programmanbieters liegen.
• Wir bereiten uns darauf vor alle Formate zu unterstützen. Wir planen in
2010 auch für DAB+ lieferfähig für Serieneinführungen im automotive
Umfeld zu sein.

Verfügbarkeit von Empfängern:
• DAB und DMB (inkl. Video) Empfänger sind in ausreichender Vielfalt
vorhanden.
• Trotz guter Mobiltauglichkeit der Technologie wird in 2009 eine
Markteröffnung für „Digital Radio Plus“ nicht über Anwendungen im
Automobil erfolgen, sondern über Küchen- und Weckradios sowie
portable Empfänger.
• Um einen erfolgreichen Relaunch zu erreichen ist ein verbindlicher
Einführungsplan für ein attraktives Programmangebot zu erstellen, über
dessen Abarbeitung stetig zu informieren und mittels Reportagen und
Werbung zu ergänzen.


Aus der Präsentation der ARD (WDR):

Zitat

Diesen Samstag in deutschen Tageszeitungen…

(Werbeanzeigen von Händys, Mobilgeräten etc)

Wir, das heisst die Gattung Radio, wollen hier rein!
Welchen Mehrwert gegenüber UKW müssen wir dafür schaffen?

• Nutzung (auch) zeit- und ortssouverän
• Flexible Verbindung mit Eigenmedien
• Synergien mit gelernter Nutzung von Podcasts und serverbasierter Aktualität (rss-Feeds)
• Graphisch anspruchsvoll gestaltete Zusatz-Informationen (vgl. Cover Flow)
• Interaktivität im Endgerät (Merkfunktion, Bewertungen, Aufzeichnungen usw.)
• Interaktivität extern (z.B. Rückkoppelung mit / Fernsteuerung von Heim-Unterhaltungsmedien)
• Hohe Verfügbarkeit, gerade in der Fläche (am Hot Spot geht‘s subjektiv ja heute schon!)

(Vorführung: audiovisueller Empfang mit Händy)

Und nun?

• Das neue Digitale Radio muss langfristig mehr bieten als „UKW mit digitalen Mitteln“.
• Audio-Abwärtskompatibilität zu Einfach-Radios muss natürlich gegeben sein.
• Marktforschung erforderlich.
• Wieviel geht mit dem DAB-Standard und intelligenten, Software basierten Endgeräten; was braucht BIFS oder LASeR?
• Angebots-Ideen sind unabhängig von technischer Transportschicht.
• Aber: Keine terrestrische Alternative zur DAB-Familie sichtbar: breitbandig, mobil, ausreichend genormt, flächendeckend, Spektrum vorhanden...


von Manfred Z - am 04.08.2009 16:50
Zitat

Die privaten Dummfunker wollen gar keinen Mehrwert.

Einen Mehrwert sehen viele Private schon (mindestens in der Schweiz), der allerdings klar für HD-Radio spricht (ich bin kein HD-Radio-Freak!):
Sie möchten in ihrem Sendegebiet ihr zweites (melodiöses) Programm auch terrestrisch verbreiten. Allmählich sehen nämlich einige ein, dass ein melodiös orientiertes Publikum einfach verloren geht und das Radio höchstens noch für Nachrichten einschaltet oder nur noch vor der Glotze hockt.

In der Schweiz werden melodiöse Programme auf UKW (wie SWR4 usw.) aus ideologisch/diktatorischen Gründen nicht bewilligt. Sie wären ausserdem für den Staatsdudler eine zu grosse Konkurrenz. Man versucht aber recht erfolgreich mit diesen Programmen DAB/DAB+ zu retten, obwohl man immer behauptet hat, dieses Hörersegment sei marginal.
Für bestehende UKW-Private ist aber vom Preis/Leistungsverhältnis her HD-Radio die Lösung, zumal man mit dem Hörerstamm und deren Empfangsgeräten weitermachen kann, ohne wie bei DAB/DVB-Radio vorne anfangen zu müssen. Man kann HD-Radio als Technik-Freak bedauern, das ändert aber nichts an den Tatsachen.:

Einige UKW-Private stehen schon in den Startlöchern, Beispiele:

Radio FM1 (Mainstream-Dudler) ist über UKW zu hören
Radio FM1 Melody nur über Kabel und Internet

Radio NEO1 (Mainstream-Dudler) ist über UKW zu hören
Radio NEO2 nur über Kabel und Internet

HD-Radio ist mitunter auch ein Preis, der aus der stümperhaften politischen Bewirtschaftung von DAB resultiert.


von audion - am 05.08.2009 07:47
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