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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Lahnwelle, PowerAM, Radio_DDR, R.Oberlahn, Thomas R., Free Speech, Bolivar diGriz

TV-DX im Auto

Startbeitrag von Lahnwelle am 30.07.2009 15:46

Nachdem ich am UKW-DXen bei Sporadic-E inzwischen großes Gefallen gefunden habe, möchte ich mich nun auch endlich ans TV-Dxen wagen. Ich habe mir nun einen tragbaren Schwarzweiß-Fernseher von Loewe mit Teleskopantennen, Baujahr 1970 besorgt. Aber bei mir zuhause würde ich das Sporadic-E-DXen als völlig sinnlos einschätzen, da hier selbst zu der Zeit, als noch analog terrestrisch gesendet wurde, sogar die Sender vom Hohen Lohr nur verrauscht hereinkamen, obwohl nur einige Schritte vom Haus entfernt Sichtkontakt zum Hohen Lohr besteht! Der Empfang ist vor allem Richtung Süden mehr als miserabel, auch UKW-DX hat dort absolut keinen Zweck. Also möchte ich im Auto DXen und den Fernseher über einen Wechselrichter an den Zigarettenanzünder anschließen. Nun frage ich mich aber, wie lange die Batterie das mitmacht. Auf dem Fernseher selber steht etwas von 45 Watt. Aber wenn schon, würde ich möglichst auch zeitgleich das Autoradio laufen lassen, um auch dort nach Sporadic-E Ausschau zu halten. Wie sieht das aus, kann ich den kleinen Fernseher und das Auto sagen wir mal eine Stunde oder vielleicht sogar zwei gefahrlos im stehenden Auto laufen lassen, ohne daß die Batterie schlappmacht? Ich habe nämlich schon negative Erfahrungen mit einer elektrischen Kühlbox gemacht, die aber wahrscheinlich auch einen wesentlich höheren Stromverbrauch hatte. Ich möchte aber nicht beim DXen liegenbleiben. Dann kommt noch hinzu, daß ich meistens nur Kurzstrecken im Stadtverkehr fahre, weshalb die Batterie wahrscheinlich kaum richtig vollgeladen wird.

Was mich auch noch interessieren würde, ob es vom Empfang her einen bedeutenden Unterschied machen würde, ob ich den Fernseher im Auto (z. B. auf der Rückbank) stehen habe oder ob er außerhalb des Autos im Freien steht. Natürlich könnte ich den Fernseher vorne auf die Motorhaube stellen und durch die Windschutzscheibe beobachten, was für vorbeigehende oder -fahrende Passanten aber bestimmt amüsant aussehen wird.

Das ist übrigens der alte Loewe FP 34, kennt den noch jemand?



Antworten:

Es gibt auch Fernseher, die direkt an 12 V laufen und weniger Strom verbrauchen. Einige sind sogar DX-tauglich.

Ansonsten haben die Wechselrichter teilweise das Problem, Bildstoerungen zu verursachen. Manche DXer stoert das, manche nicht. Probiere es erstmal aus!

An welche Antennen hast Du gedacht?

von PowerAM - am 30.07.2009 16:04
Eigentlich wollte ich die eingebauten Teleskopantennen verwenden.

von Lahnwelle - am 30.07.2009 16:12
Schon mal von HF-Modulatoren gehört? Vom Testbild hatte ich natürlich eine Aufzeichnung.

von Lahnwelle - am 30.07.2009 16:16
:spos: Aus dem Auto raus brauchst Du auf jeden Fall bessere Antennen. Im einfachsten Fall eine der Zehnder-Zimmerantennen, die Du auf's Autodach stellst. Die Stromversorgung musst Du natuerlich sicherstellen. Fuer UHF gehen sie gut, VHF geht nicht wirklich, egal welches Band.

von PowerAM - am 30.07.2009 16:20
Ich habe zwar eine Zehnder AA200, also die Zimmerantenne schlechthin, aber die empfängt doch eigentlich kein Band I, worum es mir ja schließlich geht. Andererseits habe ich hier im Forum schon häufiger gelesen, daß manche mit einer gewöhnlichen Teleskopantenne Sporadic-E empfangen. Oder geht das nur, wenn die Signale Ortssenderstärke erreichen. Ansonsten wäre vielleicht eine UKW-Dipol-Wurfantenne denkbar, da UKW ja von den Frequenzen her dem Band I am nächsten wäre. Andere Möglichkeiten hätte ich momentan auch gar nicht.

von Lahnwelle - am 30.07.2009 16:26
Wenn es dir nur oder ueberwiegend um Band I geht, dann wuerde ich dir empfehlen, entweder einen passenden Langdraht (Lambda 1/2) anzufertigen, den Du dann bequem bei Nichtgebrauch zusammenrollen kannst. Oder Du baust dir ebenfalls einen Drahtdipol (Lambda 1/2) fuer Bandmitte. Wobei das Band so breit ist, dass alles irgendwie nur ein Kompromiss darstellt.

Du brauchst allerdings besonders fuer Band I auch etwas Antennenhoehe. Ideal waere das Aufspannen irgendwo zwischen Baeumen. Und ebenfalls wichtig: Weg von Zivilisation und allem, was stoeren koennte.

Bei Sporadic-E hast Du meist recht starke Signale, manchmal aber auch was an der Grasnabe, das mit ungeeigneten Antennen dann nicht sichtbar werden wuerde.

von PowerAM - am 30.07.2009 16:39
Zitat

Das ist übrigens der alte Loewe FP 34, kennt den noch jemand?

Oh ja! :-) :spos:
Ich hatte Anfang der 90-er mal einen TV mit 12 V auf dem Flohmarkt erstanden. 100 Mark, 1x angeschlossen, Rauchentwicklung, Ende des Experiments, TV in die Tonne. Seitdem nie wieder das Bedürfnis gehabt ;-)

von Free Speech - am 30.07.2009 16:53
Ich würde für Mobil-DX oder Portabel-DX auch eher zu kleineren Geräten raten, die auf 12 Volt-Basis arbeiten und oft auch einen empfindlichen Tuner haben, weil sie gerade für solch schwierige Empfangsverhältnisse entwickelt worden sind. Mit LCD-TV habe ich schlechte Erfahrung gemacht, die bekommen bei schwachen Signalen keine vernünftigte Synchronisation hin.
Ich verwende für Sporadic-E-Empfang dieses zugegebenermaßen schon in die Jahre gekommene Gerät: Siehe hier (Bild nicht von mir; Bezeichnung: TV 1002 Mini Car TV), es nimmt etwa 800 mA bei 12 Volt auf (= ca. 10 Watt).
Außerdem funktioniert nicht jeder TV mit jedem Spannungswandler. Manche größeren Röhrengeräte haben einen sehr hohen Einschaltstrom, der viele Spannungswandler in die Knie zwingt. Das habe ich schon bei vielen Geräten erlebt, als ich früher ein paar Mal ATV-DX gemacht habe. Nur ein uralter 40cm-Noname-Monitor und ein recht moderner 37cm-Röhren-TV von JVC haben funktioniert (an einem Wandler für max. 300 Watt; kurzzeitig angeblich 600 Watt). Die schon erwähnten Störsignale sind dabei auch nicht zu verachten.

Für erste Sporadic-E-Erfolge reicht die Teleskopantenne vollkommen aus. Du solltest überlegen, einen Band I-Dipol zu basteln, nützlich ist dabei, wenn Du noch ein altes Symmetrierglied hast, mehr hat schon PowerAM geschrieben. An der Teleskopantenne habe ich hier schon Russland, Ukraine, Italien, Spanien, ... empfangen. Exoten wie Persien sind hingegen unwahrscheinlich und ich komme bei weitem nicht an die Signalqualität ran, die von einigen Leuten im DX-Forum auf den Screenshots zu bestaunen ist. Aber Spaß macht es dennoch gelegentlich.
Übrigens ist Sporadic-E-Empfang auch in bescheidenen Lagen möglich, da die Signale relativ(!) steil einfallen. Wenn Du also nicht unmittelbar vor einem hohen Berg wohnst, ist es auf jeden Fall ein Versuch wert.

von Thomas R. - am 30.07.2009 16:55
Oftmals sieht man auch noch Restbestände von alten 16 cm Schwarzweiß Fernsehern vom Typ "Orbiter 416", identisch mit "Telestar". Der Preis liegt beim Neugerät bei ca. 15 EUR! Gibt es schon mal in den Ramschläden mit Batterien und Handyoberschalen, oder bei eBay. Da ist auch ein Kabel für 12 V im Lieferumfang, und die Stabantenne ist recht lang. Die Stabantenne ist auf einem Antennenstecker, Man kann also ohne Probleme eine externe Antenne anschließen. Nur drauf achten, dass man keinen Winkelstecker, sondern was "langes dünnes" nimmt, andere Stecker passen nicht. Mein Fernseher hatte keine Kopfhörerbuchse,auf dem Foto der Anleitung ist diese jedoch eingezeichnet. Ich habe das Gerät geöffnet, die Buchse ist da und auch funktionstüchtig, allerdings für 2,5 mm Klinke statt die üblichen 3,5 mm Klinke. Dennoch habe in das Gehäuse ein Loch gebohrt, man weiß ja nie ;-)
Die Empfangsleistung von dem Teil ist nicht übel, ich habe den Fernseher jetzt seit über 25 Jahren und er leistete mir immer treue Dienste auf dem Dachboden oder auf dem Dach beim Ausrichten von Antennen. :-)

von Bolivar diGriz - am 30.07.2009 18:14
Ein Betrieb von Netzempfängern mit Wechselrichtern ist eigentlich wenig sinnvoll, da der hohe Oberwellengehalt der trapezförmigen Netzspannung sich kaum in Griff bekommen läßt und die Schaltnetzteil-Gleichrichter durch die steilen Spannungsanstige der nicht-sinusförmigen auch nicht immer lange halten.
Die portablen Kleingeräte haben aus Platz- und Kostengründen nur sehr einfache Schaltungen, somit werden die Tuner nicht die beste Empfindlichkeit und/oder Trennschärfe haben. Teilweise ist die Abstimmung auch nicht sehr "feinfühlig", da man mit einer 270°-Drehung das komplette Band überdeckt. Vielleicht meint ihr ja auch andere Geräte, aber ich habe noch derartige aus den 90ern hier zu stehen, die wahlweise mit externer 12V-Quelle oder internen R14-Zellen betrieben werden können. TV- und Radioempfang.

von Radio_DDR - am 30.07.2009 18:57
Ich schliesse mich der Meinung von Power AM und Venusberg an. Für den Band-1-Empfang mit einer Wellenlänge von fast 6 m, ist die eingebaute Teleskop Antenne eine Kompromist-Lösung. Dasselbe gilt auch für alle Zimmerantennen. Du solltest einen resonanten Dipol selbst herstellen und mittels Mast neben das Auto (= Faradayscher Käfig) stellen. Dann sind auch mögliche Störungen durch die Autoelektronik und den Wechselrichter unterdrückt.
Also: aus 240 Ohm Bandleitung einen Dipol mit L = ca. 2,60 m bauen und auf eine Holzlatte nageln oder binden. Danach folgt - je nach Anschluß des Fernsehers – ein Symmetrierglied mit Koaxialableitung oder direkt ein 240 Ohm Kabel. Die Antenne befestige möglichst hoch horizontal an der Spitze einer runden Holzlatte mit L = max. Innenlänge des Autos. Du kannst diesen Mast - wie damals bei unserem UKW-DX-Versuch - am Türgriff oder Außenspiegel festbinden und in die gewünschte Richtung drehen.


von R.Oberlahn - am 31.07.2009 09:08
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