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vor 8 Jahren, 1 Monat
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Spacelab, shianne, Erich Hoinicke, PowerAM, Wolfgang R, Mc Jack, Felix II, carkiller08

Blaupunkt und Wärmeprobleme?

Startbeitrag von Erich Hoinicke am 09.08.2009 05:40

Ich beobachte seit Jahren bei meinen beiden Blaupunktmodellen MD70 Dallas exakt das gleiche Problem und frage mich, ob das bei Euch auch auftritt:

Sobald ich die Lautstärke über mehrere Minuten >55 (max 66) halte, schaltet sich der linke Kanal ab. Belasse ich's dabei, meldet der sich irgendwann wieder kurz, um sich gleich wieder zu verabschieden. Schalte ich das Gerät ab, sind beide Kanäle wie nach einem Reset sofort wieder aktiv und das Spiel beginnt von vorne.

Es sind nur 2 von 4 möglichen Lautsprechern angeschlossen. Dennoch sieht das für mich wie eine Wärmeschutzschaltung aus. Der Verdacht einer kalten Lötstelle bestätigte sich bei beiden nicht, wäre auch ein großer Zufall. Kann das Phänomen jemand bestätigen? Dann würde ich mir evtl. einen Lüfter einbauen.

Antworten:

Zieh das Radio einfach mal aus dem Schacht und probiere, ob es da auch abschaltet.
Die Konvektion ist auf jeden Fall besser.

Weißt du, wie die Bezeichnung des Endstufen-IC lautet?

Und dann kann man mal nachschauen, ob die Wärmeleitpaste o.ä. noch in Ordnung ist.

von shianne - am 09.08.2009 05:59
Mein ur-altes San Francisco CD-Radio hatte das gleiche Problem. Nur waren hier 4 Lautsprecher angeschlossen (die kleinen Serientröter im Golf II). Wenn man längere Zeit laut gehört hat gingen zuerst die hinteren Lautsprecher aus. Kurze Zeit später war dann auch einer der beiden vorderen Kanäle tot. Nur war es bei dem Radio glaube ich der rechte der keinen Mucks mehr von sich gab.

Solche Schutzschaltungen sind bei Autoradios aber normal. Da gibt es die unterschiedlichsten Wirkungsweisen. Bei Pioneer Geräten wird automatisch der Bass rausgedreht und wenn das nicht reicht die hinteren Lautsprecher abgeschaltet. Das ist dann aber sehr selten. Bei Kenwood (ich weis nicht ob das bei den aktuellen Geräten auch noch so ist) wird automatisch der Bass rausgedreht und wenn das nicht reicht die Lautstärke automatisch reduziert. Dreht man dann am Lautstärkeregler um wieder lauter zu drehen blinkt für ein paar Sekunden "Overheat" im Display.

Das ganze ist aber mittlerweile recht selten geworden. Moderne Autoradios sind da nicht mehr so empfindlich wie die älteren Modelle. Da muss es schon richtig heftig zugehen das die neueren Geräte die Notbremse ziehen. Und dann wird meistens der verträglichere Weg gewählt und einfach nur der Bass bis zum Anschlag rausgedreht.

von Spacelab - am 09.08.2009 10:15
Zitat

Weißt du, wie die Bezeichnung des Endstufen-IC lautet?

Laut Schaltplan 2 x TDA7375A, wobei einer die beiden rechten, der andere die beiden linken versorgt. So gesehen also die thermisch günstigere Lösung, wenn nur ein Pärchen verwendet wird.
Zitat

Solche Schutzschaltungen sind bei Autoradios aber normal.

Na das beruhigt mich schon mal zu wissen. Dann führt am Lüfter kein Weg mehr vorbei.
Zitat

Bei Kenwood (ich weis nicht ob das bei den aktuellen Geräten auch noch so ist) wird automatisch der Bass rausgedreht und wenn das nicht reicht die Lautstärke automatisch reduziert.

Na bravo. Wie war das mit Deinem neuen Kühlschranl im OT, Spacelab? Dein Bier wird nur so kalt wie meine Regelschaltung es Dir erlaubt, nachregeln zwecklos. :D

von Erich Hoinicke - am 09.08.2009 11:29
Zitat

Wie war das mit Deinem neuen Kühlschranl im OT, Spacelab? Dein Bier wird nur so kalt wie meine Regelschaltung es Dir erlaubt, nachregeln zwecklos. :D

Das ergibt doch eine interessante Parallele. AutoradioKühlschrank. :D Wobei ich das Eingreifen der Regelschaltung beim Autoradio ja noch verstehen kann. Oder denkst du den Kühlschrank hat angst das ich mir mit zu kalten Getränken den Magen verderbe und MICH so schützen will? :joke:

von Spacelab - am 09.08.2009 11:50
Okay, ich hatte gestern vor der Heimfahrt mal shiannes Vorschlag umgesetzt und das Blaupunkt zu 2/3 aus dem Schacht gezogen. Vorher noch den Deckel abgehebelt und bei Innentemperatur von 35++ den Amp gequält. Der linke Kanal schaltete sich nicht schon nach 5, sondern erst so ab 15 Minuten ab. Geschätzte Kühlkörpertemperatur 80...90 C°, gezischt hat's noch nicht beim Dranfassen.

Ich werde bei Gelegengheit passende Minilüfter bestellen. Platz ist genug. Ich hätte nie gedacht, dass ich so eine Mikrowelle im Wagen habe...

von Erich Hoinicke - am 10.08.2009 13:28
Och du wirst staunen wie heiß die Radios werden. Ich hab mir schon ein paar mal die Finger an so einem Teil verbrannt.

von Spacelab - am 10.08.2009 14:15

Re: Blaupunkt und W¤rmeprobleme?

Elementar ist auch der Einbauort: Ueber Lueftungskanaelen wird einigen Geraeten im Winter dank laufender Innenraumheizung schnell zu warm. Auch stauende Hitze unter dem Armaturentraeger beim in der Sonne geparkten Fahrzeug sorgen fuer Geraetetemperaturen von gut und gern 65 Grad und mehr. Kommt dann noch die vom Geraet selbst erzeugte Hitze dazu, dann ich nicht mehr viel Reserve vorhanden.

Kanalweise ausfallende Endstufen sind aber nach meiner Erfahrung eher ein Hinweis auf zuwenig oder gealterte Waermeleitpaste zum Kuehlkoerper hin. Koennte man mal pruefen und ggf. verbessern!


Das Abschalten der Loudness-Funktion, Reduzieren der Baesse oder Absenken der Lautstaerke ist mir als Schutzfunktion eher bekannt. Eines meiner Philips-Radios ging mit dem Hinweis "TOO HOT" im Display dann sogar freundlicherweise ganz aus, was wohl den groessten Erziehungseffekt fuer den Benutzer hat. :D

von PowerAM - am 10.08.2009 15:21
Es könnten ggf.auch zusätzliche Lautsprecher in Reihe zu den bestehenden Lautsprechern eingesetzt werden, um die Impedanz,
welche die Endstufen "sehen", zu erhöhen.
Damit sinkt die Verstärkerausgangsleistung und auch die Verlustleistung der
IC's.

von carkiller08 - am 10.08.2009 17:17
Das wäre eine Möglichkeit. Aaaaber die eh schon sehr bescheidene Ausgangsleistung sinkt dadurch noch weiter. Ich empfehle daher auch immer eine kleine Endstufe. Das sind mittlerweile Kästchen die kaum größer sind als eine Zigarettenschachtel und einfach zwischen den ISO-Anschluss gestöpselt werden. Dank Class-T Endstufen ICs sind dadurch dann ECHTE 4x40Watt möglich. Und nicht nur die mageren 4x15 Watt des Autoradios. Das reicht ja kaum zum Mücken rösten. :rolleyes:

von Spacelab - am 10.08.2009 18:04

Re: Blaupunkt und W¤rmeprobleme?

Will man das? ;) Fakt ist, dass die in PKW verbauten Passivlautsprechersysteme meist hinsichtlich ihrer Groesse, ihres Einbauortes und des fehlenden (abgestimmten) Volumens hin ineffektiv arbeiten. Dazu kommen oft zu duenne Kabel.

"Mehr Leistung!" lautet daher immer die Forderung! Dabei zeigt gute Technik aus dem Bereich Home-HiFi eindrucksvoll, dass mit wenig Leistung aber guten Lautsprecher in optimalen Einbauumgebungen richtig viel Rabatz zu machen ist, der zudem auch noch gut klingt!

Wenn es ein Autoradio sein soll: Ich kann mit den viermal 17 W aus einem JVC-Autoradio meinen ganzen Aufgang beschallen, wobei ich zwei 50 l-Standboxen (Philips) und zwei 15 l-Regalboxen verwende. Auch das ist gewiss nicht optimal, kracht aber wie Hecke... :eek: Allerdings liegt das Autoradio frei und hat dank fettem Schaltnetzteil auch genuegend Energie zur Verfuegung, die bis zum Leistungsmaximum stabil steht.

von PowerAM - am 10.08.2009 22:19

Re: Blaupunkt und W¤rmeprobleme?

mein erstes mp3-fähiges Autoradio (mp3-Cds abspielen) wurde auch immer tierischst heiß nach einer geweissen Zeit und hat dann die Cds nicht mehr lesen können. Also habe ich unter das Autoradio einen separat einschaltbaren PC-Lüfter gebastelt der das Radio von unten her gelüftet hat. Dadurch konnte ich diese Überhitzungen vermeiden. Aktuell habe ich ein Woody DAB 53 drin, den Lüfter hab ich beim Radiowechsel an seiner Stelle gelassen. Das Woody wird wenn man längere Zeit laut hört auch ganz schön heiß und zeigt dann sogar die selben (gleichen ?) Symptome (Cds werden nicht mehr richtig gelesen). Also Lüfter an und nach einer Weile 'erholt' es sich wieder. Kanalaussetzer hatte ich jedoch noch nie (zum Glück).

von Felix II - am 11.08.2009 06:33

Re: Blaupunkt und W¤rmeprobleme?

Meistens ist es so das viele Leute einfach den Aufwand und nicht zuletzt die Kosten scheuen sich ordentliche Lautsprecher einbauen zu lassen. Da wird dann halt versucht mit einer kleinen Endstufe wenigstens das Maximum aus den vorhandenen Lautsprechern raus zu holen. Und bei den neueren Autos sind die Einbauplätze und die größe der Lautsprecher gar nicht mal so schlecht. Mittlerweile macht man sich auch bei den KFZ-Herstellern ein paar Gedanken um die Musikanlage.

Die meisten Leute setzen eine externe Endstufe immer mit höherer Lautstärke gleich. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Selbst bei gemäßigter Lautstärke klingt eine Endstufe deutlich dynamischer, luftiger und kontrollierter. Der klang ist deutlich feiner aufgelöst. Die im Autoradio verbauten Verstärker-ICs können zwar bei guten Lautsprechern ordentlich Lärm machen, aber klanglich sind diese Teile ziemlich mies. Und Erich Hoinicke, der jetzt sogar Lüfter verbauen will um sein Radio zu kühlen, würde ich dann doch als DEN klassischen Kandidaten für eine externe Endstufe bezeichnen. :D

von Spacelab - am 11.08.2009 06:34

Re: Blaupunkt und W¬rmeprobleme?

Oder man teilt es sich auf und nimmt die Endstufen aus dem Autoradio fuer Mitten/Hoehen. Den leistungshungrigeren Bassbereich holt man sich aus einer kleinen Endstufe, die fuer die meisten Hoergewohnheiten mit zweimal (oder viermal) echten 25 W genug Bumms haben duerfte. Passiv geweicht vielleicht nicht optimal - aber besser als alles aus dem Autoradio zu befeuern.

von PowerAM - am 11.08.2009 08:45
Wenn bei zwei identischen Geräten nur das IC für die linken LS heiß wird, vermute ich einen technischen Defekt.
Hast du die vier Elkos mal unter die Lupe genommen? Bei einem neun Jahre alten Radio, bei dem das Innenleben ständig gegrillt wird, könnte einer der Becher schon etwas trocken sein...

von Mc Jack - am 11.08.2009 08:54
Oder einfach eine Toleranz in des Übertemperaturschutzes.

Ich habe mal mit meinem Selbstbauverstärker (2x A2030H oder TDA2030) experimentiert.
Mit einigem Quälen (der ist nicht heiß zu bekommen, selbstgebaut eben...) habe ich ihn dann zum Abschalten gezwungen.

Obwohl beide Kanäle auf derselben Leistung liefen (Messung der Stromaufnahme) und ich die ICs dann noch getauscht habe,
hat der eine IC immer etwas eher abgeschaltet.

Thema Klang:

ICs rammeln nur. Und umso schlimmer, je mehr Leistung sie bringen können.
(der A210 klingt noch gut, der A2030 rammelt schon deutlich;
irgendwo hatte ich mal einen 200W-IC gehört, der war nur noch als Leistungs-OPV zu gebrauchen...)

Am besten klingen diskret aufgebaute Endstufen, möglichst als H-Brücke oder mit symmetrischer Spannungsversorgung,
dann braucht man die Elkos zur gleichspannungsmäßigen Entkopplung nicht.
Und dann immer darauf achten, nicht mit Strom sondern mit Spannung zu arbeiten.
Will heißen:

24W nicht durch 12V und 2A sondern durch mindestens 48V und 500mA erreichen.
Klingt besser, da die Transistoren ein anderes Schaltverhalten haben.


von shianne - am 12.08.2009 13:28
@shianne, leicht OT: Du scheinst dich gut mit dem Thema auszukennen.

Könntest du mir als nicht Elektrotechnikstudent dann mal kurz erklären, wo der Unterschied zwischen Spannungsgetriebenen und Stromgetriebenen Eingängen ist?

Konkter spreche ich jetzt von DIN auf RCA, Adapter sind ja kein Problem, dann passt es. Aber es ist eben immer etwas leiser, man muss immer lauter stellen. Das soll eben daher kommen, das DIN mit Strom arbeitet und RCA auf Spannung ausgelegt ist.

Deshalb soll es auch solle Aufholverstärker geben. Mach mich mal schlauer ;)

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 12.08.2009 14:28
Zitat
shianne
Und dann immer darauf achten, nicht mit Strom sondern mit Spannung zu arbeiten.
Will heißen:

24W nicht durch 12V und 2A sondern durch mindestens 48V und 500mA erreichen.
Klingt besser, da die Transistoren ein anderes Schaltverhalten haben.

Aus diesem Grund sollte man auch nie über kleine Endstufen die Nase rümpfen. Auch wenn sie vielleicht nicht viel mehr Leistung haben als der im Autoradio verbaute IC, klingen sie doch ganz anders. Außerdem ist der Klang selbst im Grenzbereich, also kurz vor der "Verzerrungsgrenze", deutlich sauberer. Dadurch können Dynamikspitzen deutlich besser reproduziert werden.

von Spacelab - am 12.08.2009 18:39
@Wolfgang R:

Ich beschäftige mich auch "nur" hobbymäßig mit Elektronik.

Das Problem mit den DIN-Anschlüssen älterer Geräte und den RCA-Anschlüssen neurer Geräte ist ja nicht ganz unbekannt.

Die neuen Anschlüsse (ich denke mal nicht nur RCA, sondern alle line-Ins und line-Outs, also lineare Ein- und Ausgänge)
sollten für 1Vss (Volt Spitze-Spitze; Spannung zwischen positiven und negativen Scheitelwert des Signals) ausgelegt sein.

Die DIN-Anschlüsse sind wohl für weniger ausgelegt. (vermutlich 0,775Vss ?)

Was nun passiert, ist logisch:

Der Verstärker ist so eingestellt, dass er bei 1Vss am Eingang eine bestimmte Ausgangslautstärke liefert.
Er hat also einen eingestellten Verstärkungsfaktor.

Kommt weniger rein, so kommt auch weniger raus.
Es wir ja mit dem selben Faktor verstärkt.

Man muss also, um bei weniger rein gleich viel rauszubekommen mehr verstärken,
den Verstärkungsfaktor also erhöhen.

Das macht man durch Drehen am Lautstärkesteller.

(Zahlenbeispiel:
1 * 10 = 10

von shianne - am 13.08.2009 14:13
Zwischen DIN und RCA ist aber auch der Widerstand total anders. Damals, also zur Anfangszeit als die allerersten Verstärker fürs Auto kamen, hatten diese auch DIN Anschlüsse. Genau die gleichen die man damals auch Zuhause verwendete (5 Pol DIN). Nur nutzte man die beiden "Play" Adern für die vorderen Lautsprecher und die beiden "REC" Adern für die hinteren Kanäle. Mal davon abgesehen das sich durch die niedrige Lautstärke gerne mal Störgeräusche eingeschlichen haben (nicht umsonst haben moderne Autoradios 4 bis 5 Volt Pegel am Cinchausgang), waren diese Stecker sehr praktisch. Man konnte die Kanäle nicht vertauschen und die blöden Cinchstecker verbinden ja erst die Signalader bevor sie Massekontakt haben. :rolleyes: Jedenfalls habe ich hier noch verschiedene Datenblätter von solchen Endstufen mit DIN Eingang rumliegen. Unter anderem eins von der Firma "Autosound" (Gott habe sie Selig :-( ) deren Endstufen immer RCA und DIN Eingänge hatten. Dort steht das der RCA Eingang 10kOhm habe und der DIN Eingang 47kOhm. Ich denke diese Tatsache sollte man auch nicht unterschätzen.

von Spacelab - am 13.08.2009 16:19
Richtig.

Ein Anpassungsproblem.

Wobei eine niederohmige Quelle an einem hochohmigen Verstärkereingang meist funktioniert,
andersherum funktionierts nicht...

von shianne - am 13.08.2009 17:43
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