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vor 8 Jahren, 1 Monat
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vor 8 Jahren, 1 Monat
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shianne, Channel Master, Daniel28-55-59, phaserotator, Nohab, Radio_DDR, digi-john, audion

Fernspeise-Netzteile mit vertauschter Polarität

Startbeitrag von Daniel28-55-59 am 12.08.2009 12:36

Ich habe kürzlich drei Fernspeise-Netzteile geschenkt bekommen. Eines von Polytron und zwei von Fuba. Waren noch Original-verpackt.

Aber bei allen dreien ist die Masse innen und plus 24 Volt= außen. Kann sie also nicht verwenden.

Mich würde wirklich interessieren, was das damals für einen Sinn hatte?

Den Pluspol auf der Masse.
Das paßt doch überhaupt nicht zusammen, wenn man das Signal noch weiter verstärken möchte etc.

Sämtliche Vorverstärker von Kathrein haben die Masse außen.

Heimann hat früher mal bipolare Vorverstärker gebaut, jetzt aber auch nicht mehr.

Antworten:

Eventuell zum Schutz vor vertauschen.

Ich meine das wiefolgt:

Verstärker mit geringerer Spannung haben den Minus außen, die für höhere Spannung den Minus innen.

Wenn man nun die Netzteile vertauscht, geht nichts kaputt, vorausgesetzt im Verstärker ist eine Verpolschutzdiode.

von shianne - am 12.08.2009 13:06
Zitat
Daniel28-55-59
Den Pluspol auf der Masse.
Das paßt doch überhaupt nicht zusammen, wenn man das Signal noch weiter verstärken möchte etc.


Wenn das Signal über Kondensatoren ein- und ausgekoppelt wird ist das egal, kann man auch einen Verstärker mit negativer Betriebsspannung verwenden (ev. dann mit PNP-Transistoren).


von digi-john - am 12.08.2009 14:21
Wurde vielleicht auch aus Gründen der Korrosion so gemacht?

von Radio_DDR - am 12.08.2009 15:24
Zitat

Aber bei allen dreien ist die Masse innen und plus 24 Volt= außen.


Hier liegt ein allgemeiner Denkfehler vor. Die Masse (=0V) ist _immer_ außen, denn sonst hätte man in der Tat ein Problem mit dem Weiterverteilen des Signals. Kathrein- und Hirschmann-Netzteile haben auf dem Innenleiter +24V, Fuba- und Polytron-Netzteile haben auf dem Innenleiter -24V bezogen auf Masse. Manche Vorverstärker lassen sich mit beiden Vorzeichen betreiben, manche jedoch auch nicht.

Wie Radio_DDR schon schrieb, habe ich ebenfalls vor langer Zeit mal aufgeschnappt, dass -24V Vorteile beim Korrosionsschutz hat.

von Channel Master - am 12.08.2009 17:18
Wenn es um Korrosionsschutz geht:

Sind die Netzteile Schaltnetzteile oder konventionelle Netzteile?

Zitat

Hier liegt ein allgemeiner Denkfehler vor. Die Masse (=0V) ist _immer_ außen, denn sonst hätte man in der Tat ein Problem mit dem Weiterverteilen des Signals.


Fernspeisenetzteile, keine Steckernetzteile mit Hohlstecker.
Darunter stelle ich mir einen Kasten vor, der eine Netzanschlussleitung, einen HF-Signal-Eingang (= Niederspannungsausgang) und einen HF-Signal-Ausgang (zum Empfänger) besitzt.

Nunja, dann ist die Masse immer außen, der Abschirmung wegen.
Und definitionsgemäß sollten dort 0V-Potential sein.
Der Verstärker arbeitet dann mit negativer Spannung.
Dafür kann es verschiedene schaltungstechnisch bedingte Gründe geben.

von shianne - am 12.08.2009 17:37
Zitat

Wenn es um Korrosionsschutz geht:

Sind die Netzteile Schaltnetzteile oder konventionelle Netzteile?


Mir sind bisher nur konventionelle Netzteile für diesen Zweck untergekommen, was aber auch einfach daran liegen mag, dass mein Equipment auf dem Stand der späten 80er stehengeblieben ist ;)

Was das jedoch wiederum mit Korrosionsschutz zu tun haben soll, solltest Du einmal näher erläutern.

Zitat

Fernspeisenetzteile, keine Steckernetzteile mit Hohlstecker.


Nur um die ersteren geht's im Thread-Titel. Steckernetzteile mit Hohlstecker können auch Masse (=0V) auf dem Innenleiter und positive Spannung auf dem Außenleiter führen.

von Channel Master - am 12.08.2009 17:53
Zitat

Zitat:
Zitat

Fernspeisenetzteile, keine Steckernetzteile mit Hohlstecker.

Nur um die ersteren geht's im Thread-Titel. Steckernetzteile mit Hohlstecker können auch Masse (=0V) auf dem Innenleiter und positive Spannung auf dem Außenleiter führen.


Ich wollte das nur noch mal sicherstellen. Kenne die industrielle Antennentechnik nicht.

Zitat

Zitat:
Zitat

Wenn es um Korrosionsschutz geht:

Sind die Netzteile Schaltnetzteile oder konventionelle Netzteile?


Mir sind bisher nur konventionelle Netzteile für diesen Zweck untergekommen, was aber auch einfach daran liegen mag, dass mein Equipment auf dem Stand der späten 80er stehengeblieben ist ;)

Was das jedoch wiederum mit Korrosionsschutz zu tun haben soll, solltest Du einmal näher erläutern.


Bei konventionellen Netzteilen gar nichts. Deshalb frage ich mich, warum sowas erzählt wird.
Nur ein Gerücht oder eine Tatsache, die wir übersehen?

Bei Schaltnetzteilen hat man nie eine 100%-ige Netztrennung aufgrund von Entstörkondensatoren.
Wenn man dann noch einen Schutzleiter anschließt, kann ein nicht unbeachtlicher Strom über den Außenleiter fließen.
Das kann zu einer Korrosion führen.

An Antennenanlagen sind SNT aber nicht wirklich sinnvoll.
Ich ahbe da Erfahrungen mit Brummschleifen und verschleppten Potentialen gemacht.

Insgesamt scheint mir die Sache mit der Korrossion aber unlogisch, egal was für ein Netzteil.

von shianne - am 12.08.2009 18:02
Ich schäme mich beinahe, es zu sagen: Ich hielt das immer für einen Vorläufer heutiger Systemvielfalt, die den Sinn hat, möglichst keine Bauteile eines "Fremdherstellers" zuzulassen. :D

Es könnte aber auch folgendes einen gewissen Einfluss gehabt haben (ich müsste es mir aber mal genau durchdenken ;) ):
Die ersten "Supertransistoren" für UHF waren Germanium-Typen (AF 139, AF 239 und Co.) und hatten + am Emitter und - am Kollektor, später bei den Siliziumtransistoren ( BF ...) war es umgekehrt. Je nach Firmenphilosophie hat man gewechselt oder eben nicht gewechselt. :confused:

Auf nachfolgende Verstärkungsmassnahmen hat dies keinen Einfluss, da dort ein anderes Netzgerät die Polarität für "seinen" Verstärker definiert.

von audion - am 12.08.2009 18:19
Das sind alle konventionelle Netzteile, keine Steckernetzteile.

-24V=, 60mA, das sind die Werte für die Fernspeisung.

von Daniel28-55-59 - am 12.08.2009 18:27
> Insgesamt scheint mir die Sache mit der Korrossion aber unlogisch, egal was für ein Netzteil.
Ich hatte irgendwo schonmal gelesen, daß man wegen der Korrosion früher auch bei Autos Plus auf
die Karosserie gelegt hatte, im Gegensatz zu heute, wo alle Blechkutschen mit Minus auf der
Karosserie herumfahren.


von Nohab - am 13.08.2009 11:11
Das mit dem Korrosionsschutz ist schon möglich. Habe mal gelesen, dass die Deutsche Bundespost / Telekom die Speisespannung der Ortsnetze, aus diesem Grund, auf -60V gegen Erdpotential festgelegt hat. Das negative Potential wurde bis heute so beibehalten.
Zitat

6.1.5 a/b-Ader-Polarität
Bezüglich der Gleichstromversorgung des T-Net/ISDN
- hat der a-Ader- Anschlusspunkt negative Polarität (-);
- hat der b-Ader- Anschlusspunkt positive Polarität (+);
- sind beide Anschlusspunkte negativ gegenüber Erdpotential (siehe Anhang F (Seite 162)).
Aus:Technische Beschreibung der Analogen Wählanschlüsse am T-Net/ISDN der T-Com 1 TR 110 - 1

Finde leider die Quelle nicht mehr, die den Zusammenhang zum Korrosionsschutz herstellt.:confused:

von phaserotator - am 13.08.2009 12:03
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