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vor 8 Jahren, 10 Monaten
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DRM+ im Band III

Startbeitrag von peeraxel am 07.10.2009 06:23

... und noch ein interessanter Link:

DRM+ im Band III (Präsentation IFA 2009)

Es gibt jetzt Überlegungen, DRM+ ins Band III zu tragen. Anstelle eines DAB-Multiplexes (mit vielleicht 6 Programmen) könnten 17 DRM-Plus-Programme übertragen werden. Das würde auch die Problematik der lokalen Programmen lösen. Das Hauptproblem bleibt natürlich: Nur wenn viele Stationen an einem Ort in dieser Norm senden, wird es überhaupt Interesse an Empfangsgeräten geben, soweit verfügbar.

Antworten:

Deutschland tut sich sehr schwer mit der Einführung von digitalen Radionormen; DRM+ könnte - wenn heute Empfangsgeräte bereitstehen würden und auch eine Programmvielfalt bestehen würde, frühestens jenseits von 2030 (oder gar 2040) in Deutschland eine Rolle spielen.
Man erinnere sich: Für DAB standen ab 1995 Geräte und Programme, ab 2002/2003 eine grosse Geräteauswahl zur Verfügung, und wo stehen wir heute in Deutschland?
In DAB+ kann man übrigens auf einem 1,5 MHz breiten Ensemble 18 oder 24 Programme übertragen, je nach Bandbreitenbedarf.
DRM+ wäre sehr sinnvoll, wenn man es im 11m/10m-Band einführen würde, da hätte man auch wirklich grosse Reichweiten, hier stehen auch Frequnzen zur Verfügung (zwischen dem 11m-Rundfunkband und dem CB-Band).
Sehr sinnvoll wäre es, landesweite und bundeslandweite Programme auf DAB+ auszustrahlen, und lokale Programme auf DRM+.

von dxbruelhart - am 07.10.2009 06:41
Ich glaube Deutschland hat es schwer, noch irgend etwas sauber, d.h. über alle Staatenvereinbarungen hinweg, in die Wege zu leiten. Was will man noch im Band III, wo doch international festgelegt wurde, wer im Band III senden darf. Am besten noch im Tausch mit DAB, welches dann in Zukunft im Band II senden darf?:cool:

Uebermorgen kommt Digitalradio in Deutschland in der Version XXL und möchte auch noch neu beginnen mit irgend noch "besseren" Komprimiermethoden die Welt zu beglücken. Und wieder wartet man mit dem Digitalradiobetrieb, bis auch dieses System sich "deutschlandweit" etabliert hat.

Ich frage mich, wo ist DRM geblieben? War allenfalls der unglückliche Name schuld, dass immer noch nicht überall auf der ganzen Welt in DRM gesendet wird.

Ich habe in letzter Zeit kein neues Chipset gesehen (und gehört), wo DRM in irgendeiner Form zusammen mit andern (neuen) Digital-Standards zu hören war. DRM+ schiesst auch im Band II HD-Radio in den Rücken. So wird das doch einfach nichts und nun in Konkurrenz zu DAB, welches in anderen Ländern im Aufbau ist.

Der letzte Weisheit Schluss wäre halt doch DMB in allen Facetten, inkl. SAT-Betrieb, ähnlich Korea. Millionen von Geräte sind da bereits auf dem Markt.



von drahtlos - am 07.10.2009 07:00
@dxbruelhart
Deutschland ist leider kein Maßstab mehr, wenn es um die Digitalisierung des Rundfunk geht. Da gibt es inzwischen bessere Beispiele. Was Du ja alleine schon von Dir zuhause kennst.

von delfi - am 07.10.2009 07:22
Zitat
drahtlos
Ich frage mich, wo ist DRM geblieben?

Für den LMK-Bereich hat es sich letztlich als ziemlich unbrauchbar erwiesen. Die ständigen Aussetzer nerven um ein Vielfaches mehr als kurze Fadingeinbrüche bei AM, die die Verständlichkeit des Programms meist kaum beeinträchtigen. Man müsste mit sehr robusten Parametern senden, wobei dann aber der Klang schlechter wäre als bei AM.

DRM im Band III? Grundsätzlich wäre es einen Versuch wert, aber Deutschland ist sicher kein geeignetes Experimentierfeld für sowas. Warum denkt man eigentlich nicht ernsthaft über normales FM-Radio im Band III nach? Das hätte IMHO die deutlich besseren Chancen als jedes neue Digitalsystem...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 07.10.2009 18:52
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
.... Warum denkt man eigentlich nicht ernsthaft über normales FM-Radio im Band III nach? Das hätte IMHO die deutlich besseren Chancen als jedes neue Digitalsystem...


Würde zu mehr Programmen in der " Luft " führen das dürfte nicht ernsthaft gewollt sein
Früher hiess es " Konkurrenz belebt das Geschäft " aber das war GESTERN
Heute herrschen die Keule und der Ellenbogen...
MFG Det.


von RADIO354 - am 07.10.2009 19:08
Zitat

Warum denkt man eigentlich nicht ernsthaft über normales FM-Radio im Band III nach?

Der Gedanke ist ja noch verrückter als DAB+! Da wäre ja gleich ALLE derzeitigen Geräte wertlos, auch jene, welche noch DAB/UKW haben;-)
Wer weiss eigentlich, wie DRM+ Geräte funktionieren? Von den vor ein paar Wochen in Paris gemachten Tests habe ich bisher noch nichts gelesen.

von drahtlos - am 07.10.2009 21:41
Zitat
drahtlos
Der Gedanke ist ja noch verrückter als DAB+! Da wäre ja gleich ALLE derzeitigen Geräte wertlos, auch jene, welche noch DAB/UKW haben;-)

Wäre doch ein fabelhafter Kompromiss: Kein DAB, aber Band III ;)

von Ingo-GL - am 07.10.2009 21:46
Gestern bei der BLM in Berlin:

BLM-Forum "Medien in Deutschland - alles digital, außer Radio?"

siehe http://forum.mysnip.de/read.php?8773,704306,page=28


Heute bei der ALM in Berlin:

TKLM-Symposium 2009 "Terrestrik der Zukunft - Zukunft der Terrestrik"

Programm zum Download: http://www.alm.de/fileadmin/Download/TKLM-Symposium_2009/TKLM-Symposium_Programm.pdf

http://www.alm.de/

Da gab es so tolle Zukunftsthemen wie z.B.:

10:35 Uhr Zukunft der Verbreitung und Nutzung von Rundfunkangeboten
Fakten, Ausblicke und Thesen für die Medienlandschaft 2020 als Herausforderung für Politik und Wirtschaft
Prof. Dr. Klaus Goldhammer
Geschäftsführer Goldmedia GmbH, Berlin

14:40 Uhr Werkstattbericht: Long Term Evolution: LTE-Projekt NRW
Neue Chancen für den terrestrischen Rundfunk?
Rüdiger Malfeld
Leiter der HA Infrastrukturmanagement
Direktion Produktion und Technik, WDR, Köln

Da gibt es in den nächsten Tagen sicher neue Vortragsfolien und Videostreams zur erbaulichen Betrachtung.


Bis zur nächsten Veranstaltung.

von Manfred Z - am 07.10.2009 22:26
Zitat
drahtlos
Zitat

Warum denkt man eigentlich nicht ernsthaft über normales FM-Radio im Band III nach?

Der Gedanke ist ja noch verrückter als DAB+! Da wäre ja gleich ALLE derzeitigen Geräte wertlos, auch jene, welche noch DAB/UKW haben;-)
Wer weiss eigentlich, wie DRM+ Geräte funktionieren? Von den vor ein paar Wochen in Paris gemachten Tests habe ich bisher noch nichts gelesen.

Band II bliebe natürlich bestehen. Die heutigen UKW-Geräte würden also nicht wertloser als bei jedem anderen neuen System. Der Vorteil wäre aber, dass man das Rad nicht neu erfinden müsste. Fernost wäre da schnell mit "neuen" Geräten zur Stelle. Anderes Frontend, neue Software, vielleicht noch eine andere Antenne, fertig. Der Rest bliebe gleich. Die Herstellungskosten und die Ladenpreise wären am Ende etwa die gleichen wie bei "normalen" UKW-Radios. So abwegig finde ich den Gedanken nicht und ich habe mein Posting durchaus ernst gemeint.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.10.2009 04:59
Eben. Für die Europäische Industrie wäre diese Lösung ein ganz schlechtes Geschäft. Die asiatischen Hersteller müssten noch nicht einmal Lizenzgebühren abführen. Oder steht die RDS-Technik noch unter Schutz?
DAB-Empfänger, die UKW-FM mittels Digitalfilter am Ausgang des DAB-ZF-Verstärkers empfangen, können wohl per Firmware-Update aufgerüstet werden. Gleiches gilt für Hybrid-TV-Karten, die jetzt schon UKW-FM-Radio wiedergeben können.

von Ingo-GL - am 08.10.2009 07:27
Noch effizienter: AM-Radio auf Band III mit nur einem Seitenband. Vorteile: keine anfällige Digitaltechnik, stromsparend und strahlungsarm (bei reduziertem Träger und Synchro-AM auf Empfängerseite), Empfänger lassen sich billig produzieren, keine Audiokompression bei voller 15 KHz Bandbreite, kein Multiplex-Zwang und vor allem: 75 Mono-Programme pro DAB-Kanal (75 x 20 KHz bei 5 K Schutzabstand). In Stereo wären es die Hälfte. Ich weiß, wie unrealistisch der Vorschlag ist und werfe ihn hiermit dem Forum zum Fraß vor.

von peeraxel - am 08.10.2009 08:56
Da sowieso alle den gleichen Dudelfunk hören: alle Programme bis auf einen Privatdudler abschalten. Nach einer Übergangsfrist UKW komplett abschalten und den Privatdudler per Megaphon und Lautsprecheranlagen überall verbreiten. Vorteil: man spart sich den umständlichen Weg über Antenne, Empfänger, Verstärker, Lautsprecherboxen und erreicht direkt die Herzen der Menschen.

von Habakukk - am 08.10.2009 09:09
Die Geschichte mit dem SSB-Betrieb auf VHF III gefällt mir fast. Allerdings ist FM dann doch etwas weniger störanfällig und nur wenig komplizierter im Aufbau. Aber aus rein egoistischen Gründen bin ich eigentlich für Radio via DVB-T. Trotz Multiplexzwang, denn dafür besitze ich immerhin schon die notwendigen Empfangsgeräte. So dürfte es auch einigen anderen gehen. Und wenn der Dudelfunk meint, mit 64 kbps in MP2 senden zu müssen, soll er es tun. Dank Inhalt und Soundprocessing machen höhere Datenraten das Signal auch nicht wirklich angenehmer...

Zitat
Habakukk
den Privatdudler per Megaphon und Lautsprecheranlagen überall verbreiten. Vorteil: man spart sich den umständlichen Weg über Antenne, Empfänger, Verstärker, Lautsprecherboxen und erreicht direkt die Herzen der Menschen.

Solche Gruselgeschichten las ich mal über Nordkorea. Dort wird angeblich die staatliche Propaganda über Lautsprechernetze in den Städten verbreitet. Und von stalinistischer Gehirnwäsche bis zum Dudelfunk ist dann... äh... möglicherweise kein ganz so großer Schritt mehr ;).

von Thomas R. - am 08.10.2009 09:47
@peeraxel:
Also nach derzeitigem Frequenzplan für Band III insgesamt 225 Mono-Kanäle! Das VHF-Signal könnte man mit einem einfachen Konverter (ca. 10 ¤) auf den Kurzwellenbereich umsetzen und die "gut klingenden" Röhrenradios weiter nutzen. Endlich mal ein sinnvoller Vorschlag für alle, die nach "mehr Vielfalt" schreien.

@Habakukk
Die Idee ist wohl realistischer. Am besten in jedem Raum der Wohnung einen (wichtig!) nicht abschaltbaren Lautsprecher direkt neben der Überwachungskamera anbringen. Näheres bei Georges Orwell "1984". Ich bezweifle allerdings, dass es noch erreichbare Herzen gibt.


von hegi_ms - am 08.10.2009 09:59
@Jassy,
nein, es sind 75 Stationen pro DAB-Kanal, man könnte auch sagen pro Station 20 KHz. Das macht dann 2800 AM-Kanäle (Mono) bzw. 1400 Stereo-Kanäle für das gesamte Band III. Und jetzt nehme nochmal jemand das Wort Frequenzmangel in den Mund. Ich mag meine Idee!

von peeraxel - am 08.10.2009 10:37
Zitat
Habakukk
Da sowieso alle den gleichen Dudelfunk hören: alle Programme bis auf einen Privatdudler abschalten. Nach einer Übergangsfrist UKW komplett abschalten und den Privatdudler per Megaphon und Lautsprecheranlagen überall verbreiten. Vorteil: man spart sich den umständlichen Weg über Antenne, Empfänger, Verstärker, Lautsprecherboxen und erreicht direkt die Herzen der Menschen.


Alles schon dagewesen :

Während der Berlinblokade und den daraus resultierenden Stromsperren verbreitete RIAS genau
so sein Programm : Radio per Lautsprecherwagen.
MFG Det.

von RADIO354 - am 08.10.2009 12:15
Zurück zu Rolfs Idee:
Warum nicht den Bereich zwischen 76,0 und 87,5 MHz (wie in Japan) auch für FM nutzen.
Empfänger dafür gibt es ja bereits => Säbel1103 :p
Der ganze BOS-Funk und was dort sonst noch bisher sendet, kann ja im Zuge der Digitalisierung in's Band III umziehen.

Dann hätten wir UKW-FM von 76 bis 108 MHz. - Na, wär das was? :)

von Manager. - am 08.10.2009 15:42
Der Blaulichtfunk soll sowieso umziehen --> Stichwort Tetra.
( Da hat sich Deutschland auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert )
4m wird dann sowieso frei. Es wäre dann nur eine Frage der Koordinierung mit den Nachbar-
ländern. Hier sollten dann vorzugsweise aber die Sender zum Zuge kommen, die jetzt nur
schlechte Frequenzen oder einen fürchterlichen Funzelteppich haben, z.B. die D-Radios.
Danach den noch freien Bereich als Auslagerungsbereich für die zwingend notwendige
Neukoordinierung aller UKW-Sender nutzen. Daß ein Sender deshalb mehrmals die Frequenz
wechselt, muß man hinnehmen, danach wäre aber wieder richtig Platz im Band.


von Nohab - am 08.10.2009 17:41
Also nun gibt es DAB, DAB+, DRM und DRM+...und da soll Otto-Normalverbraucher noch durchblicken?

Es wäre wirklich einfach das beste, wenn DVB-T für digitale Radioübertragungen genutzt wird. Die Geräte bzw. die Chipsätze dazu sind vorhanden und noch dazu schweinebillig. Außerdem lassen sich bestehende DVB-T-Sendernetze nutzen.

Zudem hat man auch noch den netten Effekt, TV damit gucken zu können. Farbdisplays werden derweil sogar schon in billigen Tintenstrahldruckern verbaut. Da sollte es ja auch kein Problem sein, Radios mit eben so einem Farbdisplay statt einer 7-Segmentanzeige auszustatten, über das man als Spielerei auch gleich TV gucken kann.

Man könnte es ja so einrichten, daß das Band III ausschließlich für Radioübertragungen genutzt wird. Muß ein DVB-T-Kanal eigentlich immer mindestens 7 MHz breit sein? Oder ginge das auch schmalbandiger um regionalen Anbietern gerecht zu werden?


von Kay B - am 08.10.2009 17:56
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