Zerobase UKW -- simple Lösung

Startbeitrag von Alqaszar am 13.10.2009 00:27

Dieser Gedanke kam mir gerade, als ich mal wieder über pro/contra DAB sinnierte.

Eigentlich ist die Übetragungsqualität von UKW schon ausreichend hoch. Analog, aber gut. Sogar im mobilen Betrieb ist der Empfang befriedigend.

Jedoch gibt es Vorausssetzungen für die optimale UKW-Qualität:

1.) Das Signal muss ausreichend stark sein.

2.) Die Frequenz muss frei sein.

Das Problem kennen wir alle: Zu viele UKW-Sender sind inzwischen aktiv, viele davon mit kleinen Leistungen, Zudem sind zahlreiche "Genf-84-Koordinierungen" von vornherein Müll, wie Wesel102,8 Nordhelle 102,7 oder die nordbayerische 103,2/103,3-Situation zeigt.

Mit dem jetzigen Programmangebot ist das nicht zu erreichen. Es müssen also weniger Programme her.

Nach einer Entzerrung der Genf-84-Überschneidungen sollten in jedem Bundesland fünf bis sechs flächendeckend gute UKW-Ketten zur Verfügung stehen. "Funzeln" dienen dann wirklich nur noch zur Beseitigung von Empfangslücken.

Nun aber die Gretchenfrage: Wer bekommt die Frequenzen?

Hier lautet der Spruch selbstverständlich (ok, nicht selbstverstädnlich in Deppen-Deutschland): Qualität geht vor Quantität.

Nicht der Blödeste mit dem meisten Fliegen auf seinem Haufen Scheiße macht das Rennen, sondern diejenigen mit dem besten Programm.

Wer eine der UKW-Ketten will, muss also möglichst viele Qualitätskriterien erfüllen. Diese müssten in einem Katalog nachvollziehbar festgelegt werden.

Solche Kriterien könnten lauten:

(Ja = 10 Pkte; Nein = 0 Pkte)

-- Das Programm strahlt keine Werbung aus
-- Das Programm verfügt nicht über eine "Verkehrszentrale", oder ein "Nachrichtenzentrum", oder sonstige Erfindungen des Blödfunks.
-- Das Programm ist locker und kompetent moderiert, ohne jedoch gekünstelt oder anbiedernd zu wirken.
-- Das Programm hat keine eingeschränkte Playlist, die andauernd wiederholt wird.
-- Das Programm verbreitet Informationen und keine boulevardesken Schlagzeilen.
-- Das Programm wiederholt nicht sog. "Claims" mehr als ein Mal innerhalb von sechs Stunden
-- Das Programm verfügt nicht über eine sogenannte "Morningshow"
-- Das Programm verfügt über Comedy, die wirklich lustig ist.
-- Das Programm ruft zur Hörerbeteiligung auf, welche jedoch nicht über eine kostenpflichtige Rufnummer erfolgen kann.
etc.

Für NRW ergäbe sich dann für die sechs bis sieben UKW-Ketten folgendes Bild:

1.) Deutschlandradio DLF
2.) Deutschlandradio Kultur
3.) WDR 3
4.) WDR 5
5.) WDR Funkhaus Europa
6.) BFBS Radio 1
7.) WDR 2

Für Eins Live (720 kHz), WDR 4 (702/774/855 kHz) und den Lokalfunk stehen ja noch ausreichend verfügbare Frequenzen in anderen Wellenbereichen zur Verfügung. Lokalfunk ist ja laut ITU auf z. B. 1485, 1594 und 1602 kHz vorgsehen.

Aber auch ehemalige Deutschlandradio-Frequenzen können genutzt werden. Im Prinzip reicht ja ein starker Sender (z. B. DLF 1422, DLR 990) aus, um nachts Europa zu versorgen.

Vorteil: Jedes Programm bekommt eine optimale Verbreitungstechnologie verpasst. Es werden keine UKW-Frequenzen mehr an Musikprogramme verschwendet, die dann sowieso nicht gut klingen. Statt dessen können qualitätsorientierte und ambitionierte Wortprogramme dann die volle Qualität der dann ungestörten Ultrakurzwelle ausnutzen.

Schaut man sich die neusten Entwicklungen, z. B. bei DAB+ in der Schweiz an, spielt Tonqualität offenbar sowieso keine Rolle mehr. Dann also konsequent sein und die Dudler von den wertvollen Frequenzen abschalten und diese der Qualität zur Verfügung stellen.

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Zitat alqazar:
Sogar im mobilen Betrieb ist der Empfang befriedigend

Ich lade Dich mal zu mir ein. Dann wirst Du sicher eines anderen belehrt.

von delfi - am 13.10.2009 05:08
@Frequenzfieber: Das hast du jetzt aber sehr vorsichtig ausgedrückt. :D

@delfi: Bei mir in der Gegend könnte ich seine Aussage auch widerlegen.

von Spacelab - am 13.10.2009 05:50
Ich habe mir deinen Text durchgelesen,mich allerdings gefragt wo das Problem liegt?

Wenn ich mir hier im Lohmar die senderbelegung mal genauer ansehe,stelle ich fest das nichts falsch gelaufen ist,bei der vergabe,und ich hatte nur hier für meine Region geschaut,sender von nachbarländer oder Bundesländer mal abgesehen.

Was mich allerdings massivst stört,und da denken hier sicher einige genau so wie ich,die sache mit den NRW Lokalsendern

Da sind doch die Kreise teilweise so klein,wo zu braucht Radio Bonn Rhein Sieg eigentlich 4 frequenzen oder waren es sogar 5?

Der sender ölberg,und hier oben lohmar-birk hätte man getrost abschalten können da der sender aus Bonn ausreichend zu empfangen ist das selbe mit dem siegburger sender

Den siegburger sender,kann ich hier kaum noch empfangen,ob wohl ich das Kreishaus von hier sehe,also Luftlinie etwa 4-5km!!

Das selbe mit dem Birker sender,den Fernsehturm sehe ich von hier auch der empfang ist allerdings eher ein graus:(

Mit der funzel da oben sollte eigentlich hier Lohmar much...abgedeckt werden,was meiner meinung nach in die Hose gegangen ist,da kommt Radio Berg ja noch besser rein!!

Zu mal die funzel da oben fast auf der Kreiskrenze steht!!

Ein Sender"funzel"die man schon kaum noch Alltagstauglich im Umkreis von 5km hören kann finde ich schwachsinnig und völlig überflüssig.

Eine Bessere Idee würde ich da noch finden Funkhaus Europa,das der sender mehr frequenzen bekommt,als die eine Langenberg frequenz,die man hier nich wirklich gut empfangen kann

Das Programm nach süden aus zu blenden dann antennen nach west-nord-ost zu errichten sollte doch machbar sein,der sender würde wegen der Lage vermutlich auch recht weit gehen,sollte er mit 50kw senden können

von Rheinländer - am 13.10.2009 05:55
Weshalb kann man nicht, wie es z.B. auch in Frankreich gemacht wird, in Gleichwelle senden? Also eine Frequenz pro Programm? In Frankreich sendet meines Wissens Europe 1 auf 104.7 und RTL auf 104.3, und das von sehr vielen Standorten aus. Gibt es hier Verwirrzonen oder Zonen, wo sich mehere Sender ausloeschen koennen, so wie bei der hr-Mittelwelle? Der "bekannte" Problemfall DLF 102.8 vs. 102.7 in NRW besteht doch deshalb, da hier zwei Sender frequenzmaessig sehr dich beieinander liegen. Wenn die jetzt auf derselben Frequenz senden wuerden, wuerde sich die Situation dann verschlechtern oder verbessern?



von Klaus Wegener - am 13.10.2009 06:53
Es hätte nie soviele Lokalradiosender geben dürfen: Warum hat man nicht einfach z:B. den Raum "Südwestfalen" zusammengefasst ein Lokalprogramm gegeben ? Für Südwestfalen wäre dann ein Sender auf der Hunau ( Sender Hochsauerland ) und Herscheid / Waldberg ( Sender Lüdenscheid ) ausreichend gewesen. Wenn wir die Zufunzelung alle so sehr ablehnen, dürfen wir uns anderseits aber auch nicht beschweren, wenn der Hitdudler nicht in jeden Billigradio empfangbar ist !.
Wenn ich hier über die Radioskala drehe und mindestens 37!!! Lokalfrequenzen empfange in doppelter und dreifacher Einheitsdudelei bekomme ich die Hasskappe :mad:

von 88,7 MHz - am 13.10.2009 07:26
Zitat
sept secrets
Es hätte nie soviele Lokalradiosender geben dürfen: Warum hat man nicht einfach z:B. den Raum "Südwestfalen" zusammengefasst ein Lokalprogramm gegeben ? Für Südwestfalen wäre dann ein Sender auf der Hunau ( Sender Hochsauerland ) und Herscheid / Waldberg ( Sender Lüdenscheid ) ausreichend gewesen. Wenn wir die Zufunzelung alle so sehr ablehnen, dürfen wir uns anderseits aber auch nicht beschweren, wenn der Hitdudler nicht in jeden Billigradio empfangbar ist !.
Wenn ich hier über die Radioskala drehe und mindestens 37!!! Lokalfrequenzen empfange in doppelter und dreifacher Einheitsdudelei bekomme ich die Hasskappe :mad:


Ganz genau so geht mir das auch:mad:,zu mal dort eh nur werbung läuft,oder grotten schlechte musik:(
letzteres is geschmacksache,also ich habe die sender noch nie gebraucht,wir haben doch WDR2 mit Lokal programmen das sollte doch locker reichen?

Warum strahlt man dann nicht auf der 100,4 WDR2 Bonn nicht lokales für Bonn/Rhein-Sieg-Kreis aus?nein da kommt der einheitsbrei aus köln:mad:

Köln hat die 98,6MHz,dort könnte man den lokalteil aus Köln laufen lassen.

WDR2 hat doch so viele leistungsfähige sender,die man überall Problemlos empfangen kann,also könnte man die Lokalzeiten mehr Regionalisieren

Was mir noch auffiel wenn ich jetzt Radio BN/SU einstelle und die A3 Richtung Leverkkusen fahre,sollte das RDS Radio im Auto doch eigentlich auch auf die jeweilige Lokalfunzel wechseln,passieren tut das nicht:(

Also muß man manuell wechseln auf Radio Köln,wenn man da weg ist Radio Leverkusen....also jedes mal manuell,nur weil man nicht weitergeleitet wird:(das nervt zusätzlich



von Rheinländer - am 13.10.2009 08:30
Wenn im RDS des Lokalfunk's die Alternativfrequenzen der benachbarten (konkurrierenden?) Stationen hinterlegt werden wuerden, dann wuerde an manchen Stellen a) das RDS dauernd hin und her springen, obwohl das Programm ja nun durchaus nicht das gleiche ist (tagsueber zumindest nicht), b) sind an manchen Orten Lokalsender die nicht fuer den Ort bestimmt sind besser zu empfangen als das Lokalprogramm, das fuer den Ort selbst gedacht ist. Koeln (107.1), Erftkreis (105.8), Leverkusen (107.6) und Antenne AC (107.8) kommen z.B. recht weit nach Norden und sind z.B. im Kreis Mettmann besser zu empfangen als das fuer den Kreis selbst bestimmte Radio Neandertal (Langenberg ist hier an einigen Stellen recht stark abgeschattet, waehrend nach Sueden freie Sicht ist).



von Klaus Wegener - am 13.10.2009 09:29
Hmm,

also natürlich ist dieser Thread auch als Provokation gedacht, überhaupt einmal über die Ausgestaltung unserer Radiolandschaft nachzudenken.

Es wird viel kritisiert, wie ich finde, auch zurecht. Aber um Dinge ändern zu können, muss man einfach mal ins Blaue denken. Ich finde den Gedanken, dass es eine qualitätsbahängige Zuteilung von Frequenzen gibt, die ihrerseits einen guten Empfang garantieren, sehr bestechend. Relaität ist, was wir draus machen.

Andererseits weiß ich natürlich, dass da viel Sarkasmus im Spiel ist. Ich gebe zu, dass ich mich ein wneig geärgert habe, nachdem ich im Schweizer Forum die spannende Diskussion um den dortigen Start von DAB+ verfolgt habe, dann aber feststellen musste, dass dort zwar einige alte "DAB-Fehler" behoben wurden, andererseits wieder das Qualitätsproblem (niedrige Bitrate mit schlechtem Encoder) besteht.

von Alqaszar - am 13.10.2009 09:35
Mit Zerobase- und Koordinierungsplanphantasien befasse ich mich genauso wenig wie ein Frequenzverwalter mit DX. Wir "speziellen" Hörer sind nun mal auf der Empfänger- und nicht auf der Senderseite und müssen damit leben, was der Mehrheit angeboten wird. Ich sehe neben einem unrealistischem Zerobase mit strengen Auflagen nur eine weniger unrealistische und eine Notlösung.

(1) Modell Privatfunk auslaufen lassen. 250 Hitwellen auf 1000 Frequenzen sind zuviel. Der Konkurrenzdruck schlägt durch bis zu den Öffies mit all seinen verhassten Formatelementen. Aber wer das verbieten will, muss auch Fastfood, Alkohol oder Prostitution verbieten. Die Zeit lässt sich aber nicht zurückdrehen.

(2) In hochwertigere mobile Empfangsgeräte/Antennen investieren (zuhause gibt's ja Kabel, Satellit oder Internetradio).

Ich zähle mich auch zu den anspruchsvolleren Hörern und komme im zerfunzelten Rhein-Main-Gebiet mit Lösung (2) auch dank interessanter NKL-Sendungen gut klar. Und wenn ich König von Deutschland wär, würde ich nach Schweizer Manier die Rundfunkgebühr so weit erhöhen, dass der Öffentliche Rundfunk mit dem auferlegten Werbeverbot gut auskommen kann. Damit fiele als Sahnehäubchen die unsäglich verzerrende Medienanalyse und der damit verbundene Quotendruck weg. Solange Hitwellen in einem Weltstar wie z.B. Björk (u.v.a.) einen Abschaltfaktor sehen, dann sollen die Programmmacher lieber Würstchen verkaufen als sich an dem weiten Feld der Musik zu vergreifen.

alqaszars 10-Punkteplan ist hiermit unterschrieben. ;)


von Erich Hoinicke - am 13.10.2009 09:48
Zitat
alqaszar
also natürlich ist dieser Thread auch als Provokation gedacht, überhaupt einmal über die Ausgestaltung unserer Radiolandschaft nachzudenken.

Es wird viel kritisiert, wie ich finde, auch zurecht. Aber um Dinge ändern zu können, muss man einfach mal ins Blaue denken. Ich finde den Gedanken, dass es eine qualitätsbahängige Zuteilung von Frequenzen gibt, die ihrerseits einen guten Empfang garantieren, sehr bestechend. Relaität ist, was wir draus machen.


Ich fand Deine Idee auch klasse, und etwas schade, dass gleich von einigen dagegengewettert wurde (unrealistisch etc.).

Wenn es in Deutschland nur oeffentlich rechtliche Sender gaebe, dann haette Deine Idee u.U. gute Chancen, umgesetzt zu werden.

Aber im Privatfunk muss leider Gewinn eingefahren werden, daher wird ein "Programm" erstellt, welches moeglichst massenkompatibel ist, moeglichst viele Hoerer erreicht (wobei ich diesen Marketing-Umfragen eh nicht traue, ich kennen niemanden, der jemals befragt wurde).

Vielleicht muss man sich auch mal die Frage stellen, weshalb in Frankreich und Spanien die meistgehoerten Stationen Wortprogramme sind? Sind Spanier und Franzosen "intelektueller" als wird Deutschen? Oder hat dies historische Gruende, dass RTL, Europe1 und Co. dort seit den 50er Jahren in den Koepfen sind und sich daher "etabliert" haben, waehrend bei uns immer ein WDR2, hr1 und SWF1 dominierte, und dieses mittlerweile "verweicht" sind und daher auch die Zuhoerer "verweicht" oder zu anderen Medien abgewandert sind?

Einen DLF oder ein D-Radio hoert doch niemand, ausser Spezialisten oder wirklich interessierten. Selbst wenn die bundesweit ueberall ortsueblich auf UKW gingen, wuerden diese Programme nicht so dominieren wir RTL, Europe1 und France Inter in Frankreich.

Wobei auch ich durchaus dafuer waere, starke UKW Frequenzen fuer qualitativ hochwertige Programme, und ein FFH "Funzeln" bekommen sollte. Wobei ich denke, dass ein Zeitungsverleger oder was weiss ich wem FFH gehoert, da bestimmt nicht mitspielen wuerde, da man dann weniger Werbeeinahmen haette und die "Fabrik" nicht mehr so gut funktionieren wuerde...





von Klaus Wegener - am 13.10.2009 09:55
Zitat
alqaszar
Für NRW ergäbe sich dann für die sechs bis sieben UKW-Ketten folgendes Bild:

1.) Deutschlandradio DLF
2.) Deutschlandradio Kultur
3.) WDR 3
4.) WDR 5
5.) WDR Funkhaus Europa
6.) BFBS Radio 1
7.) WDR 2

Igitt (wobei ich aber auch schon die jeztige Situation in NRW schlecht finde)

Zitat
alqaszar
Vorteil: Jedes Programm bekommt eine optimale Verbreitungstechnologie verpasst. Es werden keine UKW-Frequenzen mehr an Musikprogramme verschwendet, die dann sowieso nicht gut klingen. Statt dessen können qualitätsorientierte und ambitionierte Wortprogramme dann die volle Qualität der dann ungestörten Ultrakurzwelle ausnutzen.
Wer abgesehen von Rentnern hört den heutzutage noch Wortprogramme im Radio?

Auch wenn viele Musikprogramme auf FM nicht so gut klingen wie sie theoretisch könnten, ist der Klang immer noch deutlich besser als das was bei AM möglich ist. CHR auf AM ist für die Katz, das tut sich keiner an. Daran ist z.B. auch Megaradio gescheitert.

von Martyn136 - am 13.10.2009 10:50
Zitat
Martyn136
Wer abgesehen von Rentnern hört den heutzutage noch Wortprogramme im Radio?

Du offenbar nicht. Selten so ein dummes Geschwätz gelesen...

von Sebastian Dohrmann - am 13.10.2009 11:07
Zitat
Martyn
Wer abgesehen von Rentnern hört den heutzutage noch Wortprogramme im Radio?

Z.B. intelligente, denkende, politisch und gesellschaftlich interessierte Menschen, denen es sch... egal ist, wen Boris Becker z.Zt. gerade heiratet oder Heidi Klumpfuß ihr 27. Kind bekommt oder Madonna beim höchstpersönlichen Heraustragen des Mülls beobachtet wurde...
Der Rest kann sich ja dann Dudelfunk anhören (manche bezeichnen das Gesendete sogar als "Musik") bzw. Dschungelcamp gucken!

von iro - am 13.10.2009 11:09
@iro: Nur weil man Radio nicht als Einschaltmedium nutzt und keine Kultur im Radio haben will, heisst das nicht das man generell anspruchsvollen Content ablehnt. Es gibt durchaus intressanten, anspruchsvollen Content, aber den such ich mir dann selber im Internet oder sonst irgendwo. Radio ist für mich eher ein Nebenbeimedium das man so nebenbei nutzt (also unterhalten soll, ohne zu sehr von anderen Tätigkeiten abzulenken).

@sep secrets: Bin 26.

von Martyn136 - am 13.10.2009 11:53
@sep secrets: Bin 26.

Gut, dann "tu" dir einfach mal ein "Wortprogramm" an und nutze das Radio nicht nur so nebenbei,- das kann ganz sinnvoll sein. :spos: Alles andere füllt nur, mach aber nicht richtig "statt"

von 88,7 MHz - am 13.10.2009 12:18
@martyn: bei mir ist das halt anders, ich nutze das Radio als vor allem als Einschaltmedium [wenn nicht gerade DXt wird ;) ], suche mir interessante Sendungen aus den hervorragenden und kostenlosen Programmheften des Deutschlandradios sowie der Hörzu heraus und will Kultur im Radio haben. Selbst des gespielten Musik im Radio lausche ich andächtig :D. Deshalb kann ich dem Dudelfunk auch nichts abgewinnen, die dort gespielte Musik ist mir einfach zu "einfach" für meinen eher schrägen Musikgeschmack. Interessanter sind da für mich schon die spätabendlichen oder nächtlichen Musikfeatures des DLR und anderer Öffis. Auf dem Privatfunk gibt es das ja leider nicht mehr (ich denke da z.B. an die Grenzwellen auf ffn).

von iro - am 13.10.2009 12:20
Es müssen auch nichteinmal reine Wortprogramme sein sondern darf auch journalistisches Jugendradio a là Fritz oder FM4 sein!

von Anonymer Teilnehmer - am 13.10.2009 12:34

Zerobase UKW -- simple Lösung

Zitat
Martyn136
..Wer abgesehen von Rentnern hört den heutzutage noch Wortprogramme im Radio?

Eine Menge Leute und auch ich als "Mittelalter" höre nicht nur bei längeren Fahrten DLF / DLR Wortprogramme.

Zitat
Martyn136
Bin 26.

Wenn ich dies im Zusammenhang mit deiner obigen Behauptung betrachte, kann ich mich des leisen Eindrucks nicht erwehren, dass wohl schon damals zu Schulzeiten beim "Sozialkundeunterricht" ( oder wie es evtl.anders hiess ) beim Verhalten gegenüber Mitmenschen und bei den Vorurteilen schon einiges "schiefgelaufen" sein könnte .....

von KlausD - am 13.10.2009 13:20
Oh weia, also mit dieser Programmauswahl wäre ich auch nicht zufrieden. Und der Qualitätskatalog von alqi ist sehr subjektiv.
Auf die Postings der Trollblume namens Martyn gehe ich sowieso nicht mehr ein. Erich ist der Pragmatiker, sicher nicht der falscheste Weg. Ich habe aber auch schon gerne zerobasen gesponnen. Es wäre schon was möglich, dann aber auch mit zusätzlichen Programmen, nicht nur mit den etablierten Kulturwellen.


von Peter Schwarz - am 13.10.2009 14:19
Zitat
KlausD
Zitat
Martyn136
Bin 26.

Wenn ich dies im Zusammenhang mit deiner obigen Behauptung betrachte, kann ich mich des leisen Eindrucks nicht erwehren, dass wohl schon damals zu Schulzeiten beim "Sozialkundeunterricht" ( oder wie es evtl.anders hiess ) beim Verhalten gegenüber Mitmenschen und bei den Vorurteilen schon einiges "schiefgelaufen" sein könnte .....

Jeder Kommentar zu oder über diesen Benutzer kann man sich sparen. Es gab schon mehr als genug Texte und Wortmeldungen zu dessen teilweise mehr als sinnfreien Äußerungen.

von Radio_DDR - am 13.10.2009 15:44
Ich find den Entwurf von Alquaszar auch sehr schön, leider werden wir so etwas nie bekommen. DLR, DLF, WDR 5, Nordwestradio und Bayern 2 sind ehrenwerte und unterstützungswürdige Programme. Wür diese Würde ich Rundfunkgebühren zahlen, leider kann man sich nicht aussuchen, an welche Programme die Gebühr fließt.

von DJ DAREK - am 13.10.2009 16:03

Die Qualitätskriterien wie sie oben formuliert sind, sind sehr subjektiv. Jedoch finde ich die Idee, Frequenzen an solche Kriterien zu knüpfen, nicht schlecht. Man könnte die Kriterien etwas objektiver formulieren, z.B. einen bestimmten Informationsanteil vorschreiben, wobei dieser auch klar definiert wird, damit er nicht durch irgendwelche Tricks umgangen werden kann. Die öffentlichen-rechtlichen Sender wären dann gezwungen, sich wieder auf ihre ursprüngliche Stärke, nämlich Qualitätsradio zu machen, zu besinnen. Öffentlich-rechtliche Dudelwellen a la NDR 2, hr3 oder gar JUMP gäbe es dann nicht mehr. Den Privatfunk müßte man nicht ganz außen vor lassen. In der Anfangszeit des Privatfunks gab es auch Programme, die mehr zu bieten hatten als Dudelfunk. Solche Kriterien könnten auch bei manchem Privatsender zum Umdenken führen, so daß auch eine Frequenzvergabe an Privatsender möglich ist.



von Lorenz Palm - am 13.10.2009 17:59
Zitat
Peter Schwarz
Oh weia, also mit dieser Programmauswahl wäre ich auch nicht zufrieden. Und der Qualitätskatalog von alqi ist sehr subjektiv.

Obwohl ich BFBS in Essen sehr zu schätzen gelernt habe, sollte dieses Programm außen vor bleiben, es ist schlicht "Militärunterhaltung" und entzieht sich erstmal grundsätzlich unseren Staatsorganen. Das dieses Programm vielleicht gerade deshalb einzigartig ist, darüber sollte an anderer Stelle nachgedacht werden.
Aber wo bleibt denn in dieser Liste WDR4? Grundsätzlich würde ich auch noch nach Musikfarben differenzieren, dabei die anderen Qualitätsstandards keinesfalls aus den Augen verlieren. D. h. auch wenn ein Radio Melodie volks(d)tüm(m)lich daher kam, sollte derartige auf Grund des Alleinstellungsmerkmals "Volksmusik" keinesfalls als gesetzt durchgehen.
Vielleicht sollte man auch alles auf den Stand 1990 zurückführen und dann in jeder Hinsicht sinnvoll entwickeln. Der Privatfunk wurde zwar von der SPD eingeführt, bringt aber die gleiche Dudelei wie in einem X-beliebigen schwarzen Bundesland auch. Ich verstehe schon, man will alles auf Kreisebene (Polizei, FH,...) haben, da darf dann auch der Privatfunk nicht fehlen.
Ansonsten: Auch die Zerobase bringt für mich nicht im ausreichenden Maße Metal im Radio ;-)

von Thomas (Metal) - am 13.10.2009 18:15
Zitat

Wenn es in Deutschland nur oeffentlich rechtliche Sender gaebe, dann haette Deine Idee u.U. gute Chancen, umgesetzt zu werden.

Das hatten wir bis 1984. Und es gab bis 2. Oktober 1990 (bzw. "eigentlich" 9. November 1989) auch mal die DDR. :D
Wenn wir noch die DDR hätten, hätte ein Wiederaufbau der Mauer auch gute Chancen, umgesetzt zu werden. ;)
Was soll dieser sinnlose Thread und diese alqaszar-"Provokation"?
Zitat

-- Das Programm wiederholt nicht sog. "Claims" mehr als ein Mal innerhalb von sechs Stunden

Nur als goldiges Beispiel für die Sinnhaftigkeit.
Da wären ja alle (!) Programme in D betroffen.





von Schwabinger - am 13.10.2009 19:34
Zitat

Wer abgesehen von Rentnern hört den heutzutage noch Wortprogramme im Radio?


Ich...und viele meiner gleich/ähnlichalten Freunde. WDR 5 wird hier gern gehört.

Zitat

Was soll dieser sinnlose Thread und diese alqaszar-"Provokation"?


Provokation. Anregung zu einer Diskussion. Wer das nicht weiß, der braucht auch nicht mitmachen.

ZUM THEMA:

Etwas überzogen ist es natürlich, fast nur Wort-/Kulturprogramme zu verbreiten. Eine sinnvolle Beschränkung der Lizenzen bzw Auflagen wärenüberdenkenswert.

6 landesweit gut empfangbare UKW-Ketten sollten machbar sein, auf die dann verschiedene Programmstile geschaltet werden, unter strenger Einhaltung der Auflagen.


1. Info/Wortprogramm (Politik, Dokumentationen, Wissenschaft, Bildung, Hörspiele, Kinderprogramme, Service)

2. anspruchsvolle Musik wie Klassik, Jazz und andere (ich weiß nicht, ob man die Stile wirklich unter einen Hut bekommt...sollte aber möglich sein)

3. Erwachsenenprogramm mit Information und Unterhaltung (Pop, Rock, Jazz und Konsorten jeglichen Alters, also auch Heavy Metal und mal nen Schlager)

4. Programm für jüngere Hörer mit Unterhaltung, Talk und Comedy, Musik aller Genres (Pop, Rock, Indie, Metal, Dance, Trance, Gabber, Industrial, RnB, Hiphop, wasweißich)

5. Ruhigeres Programm mit leichter Unterhaltungsmusik (Schlager, Volksmusik, Swing, Chansons, Liedermacher, leichte Klassik) sowie Unterhaltungssendungen (à la WDR4-Scheinwerfer)

6. Regionale Vollprogramme, mit populärer Musik aller Art, Info- und Kulturmagazinen, Lokalnachrichten und Service.

Die restlichen gut verwendbaren Frequenzen werden an private Anbieter vergeben, die dort entweder an ein Format gebunden sind oder ihren Dünnschiss unkontrolliert durch den Äther jagen können. Meinetwegen auch auf einer 7. Kette mit bestimmtem Musikformat.

Auf Deutschland ausgeweitet: Die Programme 1-5 werden von den ARD-Anstalten gemeinsam produziert, Programm 6 von den regionalen Anstalten und Regionalstudios.

von Japhi - am 13.10.2009 21:54
Zitat
Radio_DDR
Zitat
KlausD
Zitat
Martyn136
Bin 26.

Wenn ich dies im Zusammenhang mit deiner obigen Behauptung betrachte, kann ich mich des leisen Eindrucks nicht erwehren, dass wohl schon damals zu Schulzeiten beim "Sozialkundeunterricht" ( oder wie es evtl.anders hiess ) beim Verhalten gegenüber Mitmenschen und bei den Vorurteilen schon einiges "schiefgelaufen" sein könnte .....

Jeder Kommentar zu oder über diesen Benutzer kann man sich sparen. Es gab schon mehr als genug Texte und Wortmeldungen zu dessen teilweise mehr als sinnfreien Äußerungen.


Ich will mich ja da nicht einmischen. Aber ist es nicht jedem selbst überlassern, was er hört und was nicht? Wenn Martyn lieber Dudelfunk oder Ghettomusik oder was weiß ich hört, dann ist das doch seine Sache. Nicht jeder mag die Wortprogramme. Und - genau wie er sagt - vorallem die jungen Leute wollen kein gelaber, sondern die größten Hitzzz von heute. Das ist nunmal leider so.
Also akzeptiert doch bitte die Meinung der anderen, auch wenn sie von eurer eigenen Meinung mal abweicht. Sonst kann man irgendwann garnichts mehr schreiben, ohne Angst zu haben, von allen Seiten bombadiert zu werden ;)

@alqaszar: Gefällt mir auch sehr gut :spos:

von DX OberTShausen - am 13.10.2009 21:59
In diesem Land möchte ich aber nicht leben!
Die jetzige inhaltliche Situation der ör speziell hier in Hessen finde ich ideal. Auch die Auswahl privater Anbieter ist ok, gut FFH sendet wirklich seit Jahren nur noch Dünnpfiff und sollte sich auf 1992 zurückbesinnen, da waren die wirklich mal top.
Ansonsten sollte es gerade in Hessen so bleiben - Topauswahl!

von Oliver.M - am 13.10.2009 22:03
Persönlich: Dann lieber NRW oder Bayern. Da hat man wirklich Auswahl. In Hessen kann ich nur RadioBoB oder hr1 länger ertragen, wobei bei mir zweiterer Schnulzensender nach ner halben Stunde eingeschlafene Füße verursacht.

von Japhi - am 13.10.2009 22:10
Ich bin mit der Auswahl hier auch ganz zufrieden. Letzte Woche irgendwann gabs auf SWR 4 Country, heute auf Bayern 1 Hits aus meiner Jugend (1965.....1980) :D und manchmal kann ich sunshine live auf 102,1 hören. Also alles da, was will man mehr? Manchmal ist es aber auch gut, daß meine Empfänger auf Frequenzen eingestellt sind, wo gerade nichts zu hören ist. :D

von Radio-DX - am 13.10.2009 22:17
Zitat
Oliver.M
In diesem Land möchte ich aber nicht leben!
Die jetzige inhaltliche Situation der ör speziell hier in Hessen finde ich ideal. Auch die Auswahl privater Anbieter ist ok, gut FFH sendet wirklich seit Jahren nur noch Dünnpfiff und sollte sich auf 1992 zurückbesinnen, da waren die wirklich mal top.
Ansonsten sollte es gerade in Hessen so bleiben - Topauswahl!

In Hessen finde ich die Radiolandschaft auch in Ordnung, mir persönlich würde dort You FM am Meisten zusagen, als private Alternative dazu gäbe es noch planet radio. Aber auch für andere Zielgruppen gibt es Programme sowohl von öffentlich-rechtlicher als auch privater Seite, z.B. Klassik Radio, ...

Zitat
Japhi
IPersönlich: Dann lieber NRW oder Bayern. Da hat man wirklich Auswahl. In Hessen kann ich nur RadioBoB oder hr1 länger ertragen, wobei bei mir zweiterer Schnulzensender nach ner halben Stunde eingeschlafene Füße verursacht.

NRW hat imho die ärmste Radiolandschaft in ganz Deutschland. Für jüngere Radiohörer gibt es dort mit Eins Live nur ein einziges Programm. Eins Live hat zwar durchaus intressante Sendungen, wie z.B. Domian. Tagsüber ist Eins Live auch einigermassen durchhörbar, aber abends wirds sonderbar und nicht mehr wirklich massentauglich, so das man dann die restlichen verbliebenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch vergrault und zu den MP3 Playern treibt.

In Bayern ist die Situation zwiespältig. Der BR bietet für Jugendliche und junge Erwachsene nicht viel. on3radio ist abgesehen davon das es nur über MW und DAB verbreitet wird sowiso zu sonderbar um angenommen zu werden. Und an Privatrundfunk gibt es landesweit betrachtet nur Antenne Bayern das die gleiche Zielgruppe wie Bayern 3 hat und Lokalradio das die gleiche Zielgruppe wie Bayern 1 hat. Natürlich gibt es auch einige Regionen die mehr Glück haben: Hier sind z.B. die tschechischen Programme zu empfangen und da gefallen mir Kiss Proton und Evropa 2 ganz gut. Ansonsten gibt es noch Radio Galaxy aber leider auch nicht überall. Und in Nürnberg noch Hitradio N1. In Nürnberg gibt es generell für jede Zielgruppe ein Radio, angefangen von N1 für Jugendliche und junge Erwachsene bis hin zu Radio F für ältere Hörer. Aber in der Fläche sieht es in Bayern nicht so gut aus.

von Martyn136 - am 13.10.2009 23:35
Zitat

Tagsüber ist Eins Live auch einigermassen durchhörbar, aber abends wirds sonderbar und nicht mehr wirklich massentauglich, so das man dann die restlichen verbliebenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch vergrault und zu den MP3 Playern treibt.


Ich kenne viele, die 1Live gerade abends einschalten, weil da so netter Drum'n'Bass oder Dance läuft.

Ich mein, wer Nebenbeibeschallung mit den täglich gleichen Liedern will, der kann seinen mp3-Player laufen lassen. Etwas zuhörintensivere Sendungen wird derselbe aber nicht erstellen.

Zur allgemeinen Info: Ich habe nichts gegen Mainstreamprogramme, das sind meist die gut anhörbaren. Allerdings muss das nicht in völlige Einfallslosigkeit und Blödheit ausarten (außer in Deutschland wohl...) 1Live schafft hier den Bruch zwischen Mainstream und Special Interest im Ansatz.

Zitat

NRW hat imho die ärmste Radiolandschaft in ganz Deutschland.


Ich kann hier zwar nur zwischen 1Live, WDR 2, BFBS, den Lokalradios und CT wählen, wenn ich moderne Pop- und Rockmusik hören will, jedoch ist mir diese qualitativ hochwertigere kleine Auswahl lieber, als tausende Dummfunkprogramme, die eh alle das gleiche spielen.
Natürlich geht es besser (siehe NL), aber innerhalb Deutschlands steht NRW (zumindest für mich) immer noch am besten da, neben Bayern. Ausnahme: Berlin ;-)


von Japhi - am 13.10.2009 23:49
Zitat
Wetterauer
Ich will mich ja da nicht einmischen. Aber ist es nicht jedem selbst überlassern, was er hört und was nicht? Wenn Martyn lieber Dudelfunk oder Ghettomusik oder was weiß ich hört, dann ist das doch seine Sache. Nicht jeder mag die Wortprogramme. Und - genau wie er sagt - vorallem die jungen Leute wollen kein gelaber, sondern die größten Hitzzz von heute. Das ist nunmal leider so.
Also akzeptiert doch bitte die Meinung der anderen, auch wenn sie von eurer eigenen Meinung mal abweicht. Sonst kann man irgendwann garnichts mehr schreiben, ohne Angst zu haben, von allen Seiten bombadiert zu werden ;)


Sehe ich genauso, die Masse hört gern Dummfunk und das ist unabhängig von der Bildungsschicht! Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Personen die einen höheren Bildungsstand haben als ich aber wenn es ums Radio hören und Fernsehen geht lieber Dschungelcamp gucken oder N-Joy hören, weil TV und Radio ausschließlich der Unterhaltung dienen, während ich lieber auf Fritz oder arte zurückgreife, und da finde ich Bemerkungen wie Troll und dergleichen absolut daneben!

von Anonymer Teilnehmer - am 14.10.2009 00:26
massentauglich, durchhörbar, Zielgruppen, blablabla ...

Das Thema lautete: Zerobase UKW. Das ist ein technisches Problem. Die hier gebotenen simplen Lösungen drehen sich aber immer wieder um Inhalte der Sendungen.


von hegi_ms - am 14.10.2009 09:32
Eine zerobase ist eine technische Sache, aber die Initialzündung dafür ist eine politische. D.h. eine solche muss gewollt werden. In NL waren es die kommerziellen Sender, die massive Veränderungen einforderten und denen wurde stattgegeben. Allerdings war es nicht der erwartete grosse Wurf, weil die zerobase keine solche war, sondern man trotzdem wieder auf gewisse Besitzstände Rücksicht nahm. Und dann musste noch massiv nachgebessert werden, was zu der absurden Situation führte, dass man mittlerweile keine 40km von einem Großsender entfernt Stützfrequenzen braucht! Und das wohlgemerkt im flachen Land!
In NRW liese sich bestimmt auch was machen, sowohl im kleinen Stil mit ein paar Frequenztauschaktionen als auch im großen Stil (dann aber wohl deutschlandweit). Es müsste aber wie gesagt erst einmal gewollt sein.


von Peter Schwarz - am 14.10.2009 09:49
@hegi_ms

Eigentlich wollte ich die technische mit der inhaltlichen Diskussion verbinden. Denn beides gehört zusammen. Wenn die Inhalte nicht stimmen, kann sich eine Technik nicht durchsetzen -- siehe die bisherigen DAB-Fiaskos.

Andererseits scheint die "gute, alte" UKW für den dort verbreiteten Content gut geeignet zu sein.

Anders ausgedrückt: "It's the content, stupid!"

von Alqaszar - am 14.10.2009 12:09
Zitat
Japhi
Ich kenne viele, die 1Live gerade abends einschalten, weil da so netter Drum'n'Bass oder Dance läuft.
Dance vermisse ich auch etwas bei vielen deutschen Sendern, aber wenn dann möchte ich eher Dance wie er auf den CZ Sendern läuft aber nicht so was eigenartiges wie bei Eins Live läuft.

Was das technische Problem betrifft: Ich denke man müsste einerseits die Sendeleistungen der grossen Grundnetzsender reduzieren, damit man genug gute Frequenzen bekommt und der Interferenzlevel sinkt. Dann kann man sogar auch auf viele Funzeln verzichten, und so bekommt man mehr Ketten raus und kann mehr Zielgruppen über FM ansprechen.

von Martyn136 - am 14.10.2009 14:56
Zitat
alqaszar
Für Eins Live (720 kHz), WDR 4 (702/774/855 kHz) und den Lokalfunk stehen ja noch ausreichend verfügbare Frequenzen in anderen Wellenbereichen zur Verfügung. Lokalfunk ist ja laut ITU auf z. B. 1485, 1594 und 1602 kHz vorgsehen.


Natürlich könnte man statt UKW auch die Mittelwelle zufunzeln. :rolleyes:

von StGr - am 15.10.2009 12:35
Zitat
StGr
Natürlich könnte man statt UKW auch die Mittelwelle zufunzeln. :rolleyes:


Das denke ich die ganze Zeit, waehrend ich die Diskussion hier verfolge. Man koennte Wortprogramme wie Bayern 5, NDR info, mdr info auf die Mittelwelle legen. Dann muesste der Empfang aber "Kuechenbruellwuerfel-"tauglich sein. So wuerde das UKW-Band entlastet.

Wenn man sich die heutige Situation (zumindest in Deutschland) betrachtet, so fragt man sich, weshalb es eigentlich noch die AM-Taste hierzulande gibt. Die drueckt doch ausser Freaks und DLF-Hoerern im UKW-Funkloch niemand mehr!

Die Mittelwellensender in Deutschland dienten meiner Meinung aber immer auch dazu, das jeweilige Regionalprogramm in anderen Bundeslaendern und der DDR hoerbar zu machen. Die Mittelwelle diente eigentlich weniger der lokalen Versorgung (wie in den USA beispielsweise), sondern dafuer, dass hr1 auch in NRW gehoert werden kann, und der DLF in der DDR, und der NDR in Bayern.

Aber heute, durch die Abschaltung zahlreicher Sender und die Leistungsreduzierung, geht tagsueber da nicht mehr viel...


von Klaus Wegener - am 15.10.2009 13:12
Zum Glück nenst du nicht WDR 5, Bayern 2 oder DLF "Wortprogramme", die auch auf Mittelwelle verbreitet werden könnten. Das genau ist nämlich der Trugschluss. Totkomprimierte Popmusik geht auch auf MW (hab hier die 891 von Radio 538 als gutes Beispiel), anspruchsvolle Wortprogramme (Hörspiele, Features, Life, Lifeaufzeichnungen) benötigen schon ein besseres Signal.

von Alqaszar - am 15.10.2009 13:19
Genau meine Meinung. Das was da oft auf den schon von alqaszar genannten Programmen läuft, verdient einen deutlich besseren Verbreitungsweg als AM. Hier hätte DRM einen dicken Vorteil gehabt. Aber mittlerweile glaube ich das DRM genauso tot ist wie DAB.

von Spacelab - am 15.10.2009 13:41
Nein, nein, ich meinte schon wirkliche Wortprogramme, also solche, die nur Nachrichten bringen. Wie Bayern 5. DLF, WDR 5 & Bayern 2 sind fuer mich keine Wortprogramme, das sind "Kulturprogramme". DLF ist zwar sehr wortlastig, aber es gibt auch zahlreiche Musiksendungen, die es auf Bayern 5 nicht gibt. Und sowas wie Bayern 5, das kann doch wirklich auf Mittelwelle (meiner Meinung nach).

Zitat
Spacelab
Hier hätte DRM einen dicken Vorteil gehabt. Aber mittlerweile glaube ich das DRM genauso tot ist wie DAB.


Das Problem bei DAB ist doch die geringe Sendeleistung. Ich denke, hier spart man an der falschen Stelle. Wenn man statt 1 KW Sender ordentliche Brenner mit 50 KW oder 100 KW Sender nutzen wuerde, wuerde der Empfang endlich ueberzeugen und es wuerde wieder mehr Overspill geben, wie bei UKW. Zahlreiche Regionen in Deutschland leben vom Overspill, wie das Rheinland und das Rhein Main Gebiet (SWF3). Wenn das dann ploetzlich nicht mehr geht, fragt man sich zurecht nach den Vorteilen der neuen Technik.

Bei DRM spart man auch an der Sendeleistung, meiner Meinung nach.




von Klaus Wegener - am 15.10.2009 15:13
Ja da triffst du den Nagel auf den Kopf. Digital hin, Fehlerkorrektur her. Mit den Sendeleistungen mit denen die DRM Sender betrieben werden kann das ja gar nicht störungsfrei funktionieren.

von Spacelab - am 15.10.2009 17:15
Graben wir halt hier mal aus, BNetzA 24.10.2016 hat damit schließlich nichts zu tun.

Zitat
sup2
Dann fahr halt mal hin. Der Büttel kommt nicht mal schwach an, aber es sind permanente Störungen - bezogen auf den Empfang im PKW - vorhanden. Wer sich gen Osten leiten lässt, wird die Störungen noch stärker wahrnehmen,. Hier kommen eben Ochse, Büttel und Hühnchen zusammen. Während der Dill noch nicht kräftig genug ist, aber immerhin störungsfrei. ( Mono )
Es betrifft auch nur B3, die Feldstärke ist groß genug. Die anderen Sender, die ich dann auch hörte, waren problemlos., 91,4 und 91,9 - Null problem. Die 99,3 vom Büttel ist nur deshalb so schlecht, weil es weit entfernte Sender gibt, die fast auf 99,3 senden. Das Ding auf 99,2 korrigiert, und die Störungen wären verschwunden.

Es hatte also doch einen Grund, dass in den ARI-Karten der 1980er der Büttel nur als schmaler Strefien gezeichnet wurde. Der Ochse ist auch damals kräftig gewesen, was heute noch nachweisbar ist, wenn man dort mit dem PKW fährt. 99,42 einstellen, ist eigentlich überall in Franken hörbar.


Doch, ich kenne die Gegend durchaus. Man nehme mal den westlichen Kreis Fürth, Raitersaich oder von mir aus auch Petersaurach im Kreis AN. Die Dächer sprechen eine eindeutige Sprache: Zu 90% wirst du bei Fernsehantennen eine VHF-III für den Dillberg sehen. Damit kannst Du davon ausgehen daß auch UKW, hier im Beispiel Bayern3 auf der 97,9, ausreichend stark ankommt wenn man die 10m-Regel anwendet. Eigentlich bräuchte man jetzt schon nicht mehr weitermachen. Alles darüber hinaus würde ich DAB vorbehalten. Wo soll der Sinn darin liegen _jetzt noch auf Biegen und Brechen_ Stereo auf UKW mit einer Wurfantenne in einer Einliegerwohnung erreichen zu wollen? Aber auch ohne dieses Eingeständnis: Die 97,9 wir prima durch die 99,3 und sogar auch 99,8 ergänzt. Die 99,5 ist nur ganz im Süden des Kreies AN überhaupt interessant. Selbst hier springt RDS munter zwischen 97,9, 99,8 und 99,3 (Sichtverbindung zu den Sendern), sowie auch 99,4 hin und her. Probleme? Keine!
Wenn dir östlich von AN schon schwierig erscheint, fahre doch mal nach Neustadt/Aisch. Dort sieht man am westlichen Ortsende quasi den Büttelberg, aber auch der Ochsenkopf ist noch deutlich stärker. Bamberg strahlt auch wunderbar in den Aischgrund ein, aber hier zeigt Bad Mergentheim deutlich die Nähe zu Baden-Württemberg auf. Auch hier: Die 97,9 geht problemlos. Alles andere sind Luxusprobleme. Weiter westlich und nördlich im Steigerwald ist dann sogar Kreuzberg noch eine häufige Alternative. Das weiß zumindest RDS, wenn man BR-Klassik hört ;-) .
Ansonsten: Der BR ist wirklich absolut fit in der Frequenzplanung und hat _damals als sich das noch rentiert hat_ sicherlich schon bezüglich der 99,2 überlegt. Dagegen spricht einerseits der Peißenberg. Es wäre schon bei kleinster Tropo ein interessantes Duell auf beiden Seiten. Andererseits gibt es einen Donnersberg auf der 99,1. Fahre mal nach DÜW und stelle die 99,3 ein. Gut, manchmal ist das inzwischen SWR3 zu hören. Dann fahre mal direkt am Hang des Pfälzer Waldes nur wenig höher... Sicher, das sind auch nur wenige Stelle die dann wiederum durch den Sender Weinbiet aufgefüllt werden, Stuttgart (105,7 vs 105,6) ist das im Vergleich viel extremer. Der SWR hätte da dennoch was mitzureden. Under der Bayern3-Hauptversorger für das nördliche Baden-Württemberg wäre natürlich auch dahin ;-) .

von Thomas (Metal) - am 27.10.2016 19:30
Und wo wir gerade dabei sind:

Zitat
Terranus
Naja man hat schon auch in Deutschland oft sehr gewagte Geschichten wenn man danach geht: 102,7 Bleßberg gegen 102,9 Bamberg-Geisberg beispielsweise. Die überlappen sich, und gerade weil Coburg und Ochsenkopf auch nicht mit voller Kraft BR Klassik senden wird die auch im starken Bleßbergbereich benötigt...

Von Sachen wie 103,3 Rhön vs. 103,2 Ochsenkopf wollen wir gar nicht anfangen...


In Bamberg die 101,1 mit der 102,9 tauschen. Möglicherweise hat 1988 die DDR noch auf den Einzug bestanden, weswegen man für die Antenne die 101,1 gewählt hat. Die 102,9 hätte damals schon besser zur Antenne gepaßt mit Pfaffenberg und Ochsenkopf in direkter Umgebung. Die schlechtere 102,9 wäre durch die sehr gute 103,8 aus Meeder ausgeglichen. Heute: Die Kosten für die Umstellung will sicher keiner tragen. Außerdem: Warum sollte sich die Antenne freiwillig verschlechtern?
103,3 vs 103,2: Da hat man vielleicht bis heute nicht mitbekommen daß man mit dem DLF nicht mehr nach Osthessen einstrahlen muß. Hier hätte Antenne Bayern mit einer 103,3 allerdings einen deutlichen Vorteil wenn man das gleiche Programm am Ochsen auf der 103,2 hat. Alles andere wäre nur dann gegeben wenn die 101,9 eine tatsächliche Alternative im oberen Maintal wäre. Ich würde das mit nein beantworten.

von Thomas (Metal) - am 27.10.2016 19:41
Dass es jetzt noch, wo UKW schon deutlich angezählt ist, zu einer UKW-Zerobase kommt, halte ich für äußerst unwahrscheinlich. (Wenngleich ich der Meinung bin, dass es sich selbst für die verbleibenden Jahre noch lohnen würde.)

Eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, eine Zerobase durchzuführen, ohne im großen Stil Frequenzen neu zu koordinieren zu müssen (was das ganze wegen internationalen Abkommen erheblich erschweren würde), wäre, zunächst sämtliche Frequenzen einzuziehen, und anschließend Frequenzbänder zuzuteilen. Also z.B. dem DLF sämtliche bereits koordinierte UKW-Frequenzen von 87,6 bis 88,9; dem DKultur die UKW-Frequenzen von 89,0 bis 89,9; dem öffentlich-rechtlichen Landesprogramm mit den Regionalfenstern die Frequenzen 90,0 bis 92,9; dem öffentlich-rechtlichen Kulturprogramm die Frequenzen 93,0 bis 94,9; dem öffentlich-rechtlichen Popprogramm die Frequenzen 95,0 bis 96,9; die Frequenzen 97,0 bis 99,9 an die Landesrundfunkanstalt zur eigenen Verwendung (Info-, Jugend-, etc.), und die Frequenzen ab 100,0 an den Privatfunk, aber nie mehr als 1 MHz Bandbreite an einen Anbieter.

Das würde im ersten Schritt natürlich zu einer suboptimalen Versorgung führen, weil manchen Programme nun in manchen Regionen keine Frequenzen mehr hätten, und dafür in anderen Regionen, teilweise an den gleichen Standorten, mehrere Frequenzen hätten. Aber dabei würde es nicht bleiben, denn auf dieser Grundlage würde man dann individuelle Frequenzen um- und neu koordinieren können. Und da jedes Programm in einer großeren Region einen bestimmten Frequenzabschnitt komplett "besitzt", entfiele in vielen Fällen die Schwierigkeit, sich mit anderen Veranstaltern abstimmen zu müssen - man würde sich ja nur selbst stören.

Eine solche Umverteilung hätte auch den Vorteil, dass man Programm auf einfachen Radios leichter findet, wenn man weiß, in welchem Bereich man suchen muss.

Aber, wie gesagt, ich halte ein solches Szenario aus vielerlei Gründen für völlig unrealistisch.

von freiwild - am 27.10.2016 21:33
@sup2:
Meine Erfahrung mit Büttelberg 99,3 ist die, daß die 99,3 westlich von Schwabach immer dominiert hat und ab Ansbach der benachbarte Ochsenkopf auf 99,4 gar nicht mehr ging. In Nürnberg und knapp südlich von Nürnberg ist freilich der Ochsenkopf auf der 99,4 etwas stärker.
Man kann eigentlich sehr gut auf die 97,9 vom Dillberg ausweichen, ich hatte bis Ansbach immer Stereo-Empfang und nie ein Umschalten auf Mono auf der 97,9.
Die 97,9 und dier 100,6 gehen bei mir zum Teil noch am Kreuz Feuchtwangen recht gut.

von Stefan Z. - am 28.10.2016 08:04
Es kann sicherlich sein, dass mir das verbaute Serienautoradio ( sicher nur ein Einzelexemplar ) einen Strich durch den Empfang machte. RDS wechselte fleissig hin und her. Aber zw. AN und GüB war dann wirklich mal Schluss mit "gut hörbar". Jedenfalls mit diesm Auto und Autoradio.
Schon programmlich attraktiver schaltete ich auf B1. Hier fanden sich keinerlei Probleme auf den Landstraßen, alles tipptopp. 91,4, 91,9 .... Absolut bestens ! B4 testete ich leider nicht.

Ach ja, 101,9 Kreuzberg. Es ist die einzige Frequenz, die rund angedacht war.
Kann es sein, dass diese QRG ursprünglich für den DLF angedacht war ?
Das liesse sich auch heute noch korrigieren. Die aktuelle 103,2 // 103,3 ist bekanntlich Müll.

von sup2 - am 28.10.2016 11:37
Zitat
sup2
...Ach ja, 101,9 Kreuzberg. Es ist die einzige Frequenz, die rund angedacht war.
Kann es sein, dass diese QRG ursprünglich für den DLF angedacht war ?


Derzeit wird die 101,9 nicht am Kreuzberg, sondern am benachbarten Heidelstein vom privaten Hörfunkanbieter Antenne Bayern genutzt.

von Winnie2 - am 28.10.2016 14:17
Zitat
Derzeit wird die 101,9 nicht am Kreuzberg, sondern am benachbarten Heidelstein vom privaten Hörfunkanbieter Antenne Bayern genutzt.



Leider !

von sup2 - am 28.10.2016 14:27
Da Deutschlandfunk und Deutschlandradio flächendeckend über DAB verbreitet werden sollen werden diese nirgendwo in Deutschland neue UKW-Sendeanlagen in Betrieb nehmen dürfen.
Ein Frequenzmangel für DLF u. DRadio besteht demnach nicht, es sei denn man lehnt DAB grundsätzlich ab u. stellt den Sinn von DAB in Frage.

von Winnie2 - am 29.10.2016 15:02
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