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Radioforum
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vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 1 Monat, 2 Wochen
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Manfred Z, Seltener Besucher, hetietz, Wasat, drahtlos

Medientage München - Zukunft des Hörfunks

Startbeitrag von Manfred Z am 18.10.2009 11:13

Ich eröffne hier einen neuen Thread zum Thema Horfunkdiskussion anlässlich der Medientage München 2009. Selbstverständlich geht es auf den Medientagen auch um Fernsehen, Presse und Werbung sowie alle Verbreitungswege incl. Internet, also allgemein Multimedia.

Ich habe bewusst keine Jahreszahl in den Threadtitel geschrieben.


Präsentationen aus dem Archiv der Medientage (2008):
http://www.medientage.de/kongress/archiv.html

Helmut G. Bauer: Neuer Start - neues Glück mit Digitalradio
http://www.medientage.de/mediathek/archiv/2008/Bauer_Helmut.pdf

Martin Dreher (bmt): Hörfunk+: Von der Servicewüste ins Schlaraffenland
http://www.medientage.de/mediathek/archiv/2008/Dreher_Martin.pdf


In der Mediathek findet man PDFs (Pressemitteilungen), Audiostreams und Videostreams zu früheren Veranstaltungen:
http://www.medientage.de/mediathek.html


Ankündigung: Medientage München 28. bis 30. Oktober 2009

http://www.medientage.de/kongress.html


Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Panel zum Thema Hörfunk.

Programm: Hörfunk

http://www.medientage.de/kongress/programm.html?themen=1&tag=&schiene=H%F6rfunk


Expansion ins Netz: Chancen und Grenzen von Radio im Internet
28.10.2009, 14:00 Uhr | Panel 8.1 | Raum 13 b, 1.OG | Hörfunk
Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

Zitat

Vielversprechend klingen die Potenziale von Internetradio, das erlaubt, die Stärken des konventionellen Hörfunks mit den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Webs zu verbinden. Rund ein Viertel der Bevölkerung hört bereits Radio am Rechner, die tägliche Nutzung ist laut Funkanalyse Bayern 2009 mit etwa 1,5% aber noch marginal. Dennoch befindet sich Web-Radio mit aktuell rund 1.900 Internetsendern auf dem Vormarsch. Auch die Empfangbarkeit wird dank Smartphones oder WLAN-Radio-Geräten stetig verbessert. Die neue Vielfalt birgt aber Herausforderungen: Zahllose Audio-Angebote konkurrieren nunmehr um Zielgruppen und Werbegelder mit. Was erwarten sich etablierte Radioanbieter von Webradio, welche Online-Strategien verfolgen sie? Welche Innovationen bei Programm und Applikationen sind notwendig, um künftig erfolgreich am Markt zu bestehen? Braucht der Hörfunk eine neue Reichweiten-Währung um den Anforderungen der Werbewirtschaft gerecht zu werden? Überwiegen die Marktchancen mit neuen Erlösmodellen oder ist der Hörfunk von einem Verdrängungswettbewerb bedroht?

Impulsreferat, Statements und Podiumsdiskussion


Hörfunk in 2015: Welche Angebote gibt es? Wie wird die Nutzung gemessen?
28.10.2009, 16:00 Uhr | Panel 8.2 | Raum 13 a, 1.OG | Hörfunk
TNS Infratest MediaResearch

Zitat

Die Zukunft der Gattung Radio für die nächsten zehn Jahre war noch nie so schwer einzuschätzen. Ist das regional / lokal definierte und über UKW verbreitete Radiokonzept noch zukunftsträchtig, in Anbetracht der vielfältigen Konkurrenz? Die Zukunft von terrestrischem Digitalradio ist ungewisser denn je. Unklar bleibt auch, inwieweit Radio vom UKW und DVB-T Empfang über Handys profitieren kann. Konkurrenz wächst durch überregionale Radioangebote zusammen mit Digital-TV, in Pay TV Paketen, über Satellit heran. Vor allem aber das Internet bietet praktisch unendlich viele Programme, mit einem W-LAN Radioempfänger immer komfortabler zu nutzen und zumindest inhouse kabellos wie UKW Radio. Und es droht dazu die ganze Vielfalt an Audiocontent, die iTunes & Co verfügbar machen. Zum Panel wurden Programmmacher und Vermarkter eingeladen, um zu berichten und zu diskutieren, wie man auf diese Herausforderung reagieren kann und will.

Vorträge und Diskussion


Kreativwerkstatt: Radioinhalte für das Netz und mobile Plattformen
29.10.2009, 10:00 Uhr | Panel 8.3 | Raum MedienAren | Hörfunk
Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

Zitat

Dem "durchhörbaren" Format verpflichtet, bleibt den meisten UKW-Mainstream-Radios kaum Spielraum für kreative Programmexperimente. Die zunehmende Nutzung des Internet und mobile Plattformen wie das I-Phone haben die Attraktivität der Audioinhalte aber erhöht und inhaltlich eine neue Formatvielfalt ermöglicht. Einige Beispiele aus der neuen "Kreativwerkstatt" im Radiomarkt sollen im Rahmen des Panels vorgestellt werden.

Kurzreferate und Podiumsdiskussion


Radio Summit: New Business - New Radio - New Formats
29.10.2009, 14:00 Uhr | Panel 8.4 | Raum 13 b, 1.OG | Hörfunk
Radiozentrale

Zitat

Dass Radio/Audio in der digitalen Welt deutlich an Relevanz gewinnen würde, darauf hätte anfangs kaum einer gewettet. Mittlerweile aber ist belegt: Mit der Internetnutzung steigt auch der Radiokonsum. Denn die Surfer lassen sich auf ihrem Weg ins Web am liebsten von Radio begleiten. Zudem modifizieren die neuen Wege und Möglichkeiten das Bild von Radioprogrammen, die ihre Marken zunehmend als medienübergreifende Lieferanten von Inhalten rund um den Kompetenzbereich Musik und Regionales verstehen. Mit der Folge, dass auch und gerade die Radionutzung der Jungen stetig wächst. Am Beispiel einer der besten multimedialen Morningshows der Welt wird diskutiert, wie diese Reise hin zu einer neuen Wahrnehmung erfolgreich weiter geführt werden kann. Dabei ist sowohl der Hörer- als auch der Werbemarkt im Blick: Können tausende von eigenen Community-Teilnehmern, Freunden bei Facebook oder twitter-Followers das Traditionsmedium auch im Werbemarkt neu aufladen? Welche Rolle spielen Radio2.0, Webcasts/Simulcasts oder mobile Devices wie i-phone-Applikationen? Und wie muss die Radiowerbung der Zukunft gestaltet sein, wenn noch mehr Medien um die Aufmerksamkeit des Nutzers rangeln? Eine zu den Medientagen veröffentlichte Studie zur impliziten Werbewirkung macht deutlich, dass Werbewirkung im Radio keiner gezielten Aufmerksamkeit bedarf. Vielmehr steuert das Intuitive unser Handeln. Im Klartext: seine emotionale Kompetenz bringt Radio weitere neue Chancen. Auch in der werblichen Ansprache heißt es also umdenken - hin zu "New Business • New Radio • New Formats".

Impulsreferate und Podiumsdiskussion


Zwischen Vielfalt und Konzentration: Ist der deutsche Radiomarkt zu kleinteilig?
29.10.2009, 16:00 Uhr | Panel 8.5 | Raum 02, EG | Hörfunk
Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

Zitat

Mit rund 2.500 Gesellschaftern ist der private Radiomarkt in Deutschland von einer großen Anbietervielfalt geprägt und folgt vor allem föderalen Prinzipien. Gerade in Krisenzeiten werden aber Rufe nach stärkerer Konsolidierung und Konzentration laut, um eine robuste, investitionsstarke Radiobranche zu erhalten. Viele private Anbieter fordern Rahmenbedingungen zur Bildung größerer, großflächiger agierender Senderfamilien und eine Liberalisierung des Konzentrationsrechts. Ist der deutsche Radiomarkt zu stark fragmentiert? Wie viel an Vielfalt ist notwendig? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, um die Innovationsfähigkeit im Hinblick auf die Digitalisierung und die Veränderungen durch das Internet zu stärken?

Rinführung, Statements und Podiumsdiskussion


Getting to digital switchover for radio - The Scandinavian strategy
30.10.2009, 10:00 Uhr | Panel 8.6 | Raum 11, 1.OG | Hörfunk
Radiodays Europe

Zitat

Commercial and public service radio companies have a common interest in getting to digital switchover for radio. This is the common message from national radio industries in many countries all over Europe. France has taken the first step, requiring new cars to be equipped with digital radios by 2013. In the UK the "Digital Britain"-report points to 2015 as the suitable year for all national radio channels to be all digital. In Scandinavia united radio industries are working systematically to make the digital technology shift a reality for radio. In Norway NMTV are making digital radio sexy by adding mobil-tv to digital radio. In Denmark commercial radio see digital radio as the golden opportunity to compete on an even level with public service radio. The public service broadcasters welcome competition and apply to radio the successful arguments for tv-switchover. Now the time has come for national radio industries to unite forces in a common European strategy to bring even the radio medium into the digital age.

Vorträge und Diskussion


Hörfunk: Keine Zukunft ohne Digitalisierung
30.10.2009, 12:00 Uhr | Panel 8.7 | Raum 03, EG | Hörfunk
Deutschlandradio

Zitat

Mit einem Paukenschlag sollte der Neustart des Digitalradios beginnen. Auch die Länder hatten grünes Licht gegeben. Doch daraus wird nun nichts. Zuerst legte sich die Privatfunk-Lobby quer; der VPRT sieht kein vernünftiges Geschäftsmodell und keine Finanzierungsmöglichkeit für eine Digitalisierung des Hörfunks. Dann sperrte die KEF, mit Hinweis auf diese Argumentation, die beantragten Gelder. Was nun? Kann DAB damit beerdigt werden oder geht die Hängepartie in eine neue Phase? Was ist mit denjenigen, die sich für DAB plus stark gemacht haben? Was hat es mit der Neuordnung der UKW-Frequenzen auf sich? Ist das mobile Internet eine bezahlbare Alternative? Was ist mit HD Radio, was mit DVB-H? Braucht das digitale Radio einen eigenen Verbreitungsweg oder droht dem Hörfunk als eigenständigem Medium nun das endgültige Aus?

Podiumsdiskussion
* Dr. Gerd Bauer, Direktor Landesmedienanstalt Saarland, Hörfunkbeauftragter DLM, Saarbrücken
* Marc Jan Eumann, MdL, stv. Vorsitzender und medienpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, Vorsitzender der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, Berlin
* Hans-Dieter Hillmoth, Vizepräsident des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Geschäftsführer Radio/Tele FFH, Bad Vilbel / Berlin
* Fritz Raff, Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR), stv. Vorsitzender ARD, Saarbrücken

Moderation
* Dr. Willi Steul, Intendant Deutschlandradio, Berlin

Antworten:

Werden die bei der letzt genannten Veranstaltung sich einigen - und Nägel mit Köpfen machen... ;-)

von drahtlos - am 18.10.2009 20:02
Klingt wieder nach Selbstbefriedigung der "Experten".

Die Zielsetzung ist ganz einfach falsch. Es geht offenkundig nicht um bessere Inhalte, sondern nur um die bessere Erschließung des Werbemarktes. Man stellte also fest, dass die Jugend wieder mehr "Radio" hört. Folglich werden Wege gesucht, dieses Potenzial werbetechnisch zu erschließen. Mit dieser Kommerzialisierung macht man aber die "Audioinhalte", weswegen die Jugend eigentlich ausgewichen ist, wieder kaputt.

Allerdings wird sich das von selbst regeln, denn das penetrante Kommerzstreben vertreibt die Hörer stets dorthin, wo weniger Kommerz droht.

von Wasat - am 19.10.2009 10:04

Medientage München 2013

Vom 16. bis 18. Oktober finden die 27. Medientage München statt.

Radiothemen:

Mobile als Treiber für Radio: Wie kann Radio sich auf dem Smartphone Gehör verschaffen?
16.10.2013, 14:00 - 14:45 Uhr | Panel 9.1 | Raum 03, EG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Radio behauptet sich auch in digitalen Zeiten, über neue Kanäle wird es in Situationen gehört, die ihm vorher gar nicht zugänglich waren, Nutzung und Nettoreichweite steigen sogar. Smartphones fungieren quasi als digitale "Verstärker" für Radio, gerade bei Digital Natives. Insbesondere Radio-Apps gelten dabei als Wachstumsmotor. Wie kann sich Radio auf dem Smartphone noch mehr Gehör verschaffen und was braucht es, um auch mobil erfolgreich zu sein?


Auf allen Wegen zum Hörer: Smart-TV-Apps für Radio
16.10.2013, 15:00 - 15:45 Uhr | Panel 9.2 | Raum 03, EG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Radio entdeckt TV zunehmend als Verbreitungsweg, die Verschmelzung von Audio und Bewegtbild kombiniert mit Social Media und einem dialogfähigen Rückkanal eröffnet völlig neue Perspektiven. Was müssen Radio-Applikationen bieten, um auf dem Smart-TV-Screen erfolgreich zu sein? Welche Entwicklungsmöglichkeiten haben Radioanbieter auf dem vernetzten Fernsehbildschirm?


Einschalten statt Abschalten - Wenn Promis Programm machen
16.10.2013, 16:00 - 17:00 Uhr | Panel 9.3 | Raum 02, EG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Die Renaissance der einstigen Radio-Personalities zeigt einmal mehr, dass Hörer Radioformate abseits des Mainstream schätzen. Die Gleichschaltung von Moderation und Programm im Sinne der Durchhörbarkeit führt hingegen oftmals zu einer beliebigen Austauschbarkeit der Radiowellen. Doch gerade individuelle Typen binden die Aufmerksamkeit der Hörer und stärken das Image der Radiomarken. Werden die Sender wieder verstärkt auf unkonventionelle Radio-Persönlichkeiten und originelle Moderationen setzen? Oder wäre dadurch die Hörerquote in Gefahr?


Medium der programmlichen Vielfalt: Wer bestimmt die Radio-Agenda?
17.10.2013, 10:30 - 11:45 Uhr | Panel 9.4 | Raum 11, 1.OG | Radio
VPRT

Zitat

Die Deutschen nutzen das Radio so intensiv wie kein anderes Medium: Dieses Panel beleuchtet die Perspektiven des Nutzerlieblings Radio. Gewinnen Netzbetreiber und Aggregatoren die Macht beim Zugang zum Hörer? Was sind die Innovationen, zukünftigen Verbreitungswege und Geschäftsmodelle? Wie ist es um den Wettbewerb bestellt? Und welche Rahmenbedingungen benötigen erfolgreiche Audioangebote?


Wie verändert der digitale Rundfunk die lokale Rundfunklandschaft?
17.10.2013, 12:00 - 13:15 Uhr | Panel 9.5 | Raum 13 b, 1.OG | Radio
VBL

Zitat

Die Einführung von Digitalradio verändert die bisherige Radiowelt. Seit August 2011 senden auch private Sender bundesweit. Die bisher geschützten UKW-Sendegebiete gibt es in der digitalen Welt nicht mehr. Aus Kostengründen können lokale UKW-Sendegebiete nicht so einfach digital abgebildet werden, größere Einheiten und mehr Konkurrenz folgen. Radiosender verlieren immer mehr ihre exklusiven Besonderheiten. Beispielsweise liefern Navigationsgerätehersteller via DAB-Frequenzen Verkehrsdatendienste schneller und aktueller. Wo liegen die Chancen und Risiken für die etablierten lokalen und regionalen Radiosender?


Kassieren statt zu investieren: Ist Radio zu wenig innovativ?
17.10.2013, 14:00 - 14:45 Uhr | Panel 9.6 | Raum 02, EG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Deutschlands Radiosender gelten als besonders innovationsscheu. Das hat viel mit der Struktur der Gesellschafter zu tun, die meist nur an hohen Gewinnausschüttungen interessiert sind und kein Geld für Innovationen bereitstellen wollen. Das kann Folgen für den Hörfunk haben: Weil die Gesellschafter nicht bereit sind, strategisch zu investieren, besteht mittelfristig die Gefahr, dass ihre Sender in der digitalen Audiowelt unter Druck geraten. Internationale Musikdienste und reine Webradios können für den analogen Hörfunk zu Einbußen im Hörer- und Werbemarkt führen. Auch der Umstieg von UKW zum digitalen Rundfunkstandard DAB+ stockt, weil die Inhaber der Radiostationen nicht bereit sind, in den Digital-Umstieg und neue Programme zu investieren.


Der regionale Shift: Vom Underdog zum Leitwolf - Profitiert Radio von der Schwäche der Zeitungen?
17.10.2013, 15:00 - 15:45 Uhr | Panel 9.7 | Raum 02, EG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Im lokalen und regionalen Werbemarkt vollzieht sich ein grundlegender Wandel: Die (jungen) Leser laufen den Tageszeitungen und Anzeigenblättern davon, gleichzeitig wächst die Zahl derer, die jegliche Prospektwerbung verweigern. Weil die gedruckten Werbeträger in die Defensive geraten, überdenken viele regionale und überregionale Unternehmen ihren örtlichen Media-Mix und schichten Etats zum Radio um. Das älteste elektronische Medium überzeugt mit seiner lokalen und regionalen Verankerung, schlagkräftiger Vermarktung und hoher Reichweite in allen Bevölkerungsschichten. Zudem bietet Radio immer feinräumigere Belegungsmöglichkeiten, weil sich inzwischen fast alle Bundesländer für lokale Funkwerbung geöffnet haben. Doch auch für Radio wird die Konkurrenz härter: Nationale TV-Sender drängen in den regionalen Markt und fordern eine Lockerung der Regulierung. Online-Riesen wie Google oder Facebook sowie ortsbasierte Internet-Dienste locken mit digitalem Regio-Targeting, leistungsbasierter Abrechnung und ihrer jungen, mobilen Nutzerschaft.


Goldgräberstimmung: Die Kontroverse um regionalisierte TV-Werbung und die Folgen für Radio
17.10.2013, 16:00 - 17:00 Uhr | Panel 9.8 | Raum 12, 1.OG | Radio
Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Zitat

Wenn es nach der Sendergruppe ProSiebenSat.1 geht, soll Werbung künftig im Kabelfernsehen regionalisiert werden; allerdings würde ein Einstieg der Fernsehsender in regionale Werbung Einbußen für die lokalen und regionalen Hörfunksender bedeuten. Klar, dass die Pläne daher nicht auf viel Gegenliebe bei den regionalen Medienhäusern stoßen. Die Arbeitsgruppe der Rundfunkreferenten sagt dazu: Wer regionalisierte Werbung schaltet, muss auch regionale Inhalte bieten. Welche Auswirkungen wären für das gesamte Radiosystem zu erwarten?


Anmerkung: ProSiebenSat.1 ist in erster Instanz abgewiesen worden.

http://www.medientage.de/programm.php?themen=1&tag=&schiene=Radio

von Manfred Z - am 12.10.2013 12:59
Sehr interessante Themen. Danke an Manfred Z, dass er diese breite Palette verfügbar macht.

Was Werbung betrifft, so habe ich schon früh beim morgendlichen Radiohören meine Ruhe - der BBC sei Dank. Gelegentliche Abstecher zu britischen Privatsendern mit einem gewissen Werbeanteil schaden mir nicht.
Auf idiotische Gewinnspiele für Hörer vom Niveau der "Blödzeitung" usw. auf deutschen Dudelsendern verzichte ich.

von hetietz - am 12.10.2013 18:10
Pressemitteilungen (Resumées) zu den Veranstaltungen gibt es hier: http://www.medientage.de/pressenews.php

In der Mediathek findet man Audiofiles: http://www.medientage.de/mediathek.php

Nachtrag 10:00 Uhr:

Es gibt zur Zeit Audiofiles zu den Panels 9.1 bis 9.8 außer 9.5

Resumées (PMs) gibt es zu den Panels 9.1, 9.3, 9.4, 9.6, 9.7

von Manfred Z - am 19.10.2013 06:22
Hier das Resumée zu Panel 9.1 "Mobile als Treiber für Radio: Wie kann Radio sich auf dem Smartphone Gehör verschaffen?"

„Radio war schon immer mobil“

München – Schon immer ist das Radio von den Hörern als mobiles Medium wahrgenommen worden. Online- und Mobile-Nutzung müssten deshalb dem Kunden leicht zu vermitteln sein. Die Teil-nehmer des Panels der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) stimmten während der MEDIENTAGE MÜNCHEN darin überein, dass die künftigen Herausforderungen für die Branche nicht in einer mangelnden Akzeptanz neuer Verbreitungskanäle liegen. Vielmehr sei zu entscheiden, welche technischen Plattformen den Nutzern einen echten Mehrwert bieten könnten.

Christian Richter, Geschäftsführer Deutschland der internationalen Digitalagentur Spoiled Milk, stellte zunächst zwei grundsätzliche Wege dar, auf denen mobile Radionutzung ermöglicht wird: über das mobile Internet und über Radio-Apps. Dabei stelle sich die Frage „entweder – oder“ allerdings nicht. Beide Wege müssten gleichzeitig konzipiert und betrieben werden. Die jeweiligen Vor- und Nachteile könnten durch den gleichzeitigen Betrieb verschiedener Kanäle neutralisiert werden.

So konkurriere man im Bereich mobile Internetseiten mit anderen Web-Angeboten und müsse ins-besondere die Suchmaschinenoptimierung forcieren. Andererseits sei man dort plattformunabhängig. Apps hingegen würden über entsprechende Web-Stores fast automatisch beworben – hier müsse man aber Einschränkungen in der Kompatibilität der unterschiedlichen Betriebssysteme hinnehmen.

Für das Radio auf mobilen Endgeräten brauchten keine neuen Inhalte erstellt zu werden. Die Vorteile, die das Medium schon immer biete – Regionalität, Personalisierung und Schnelligkeit – könnten und müssten sich unbedingt auch innerhalb der neuen Verbreitungswege wiederfinden. Der Mehrwert liege in der Teilung und Neukonfiguration von Inhalten, die durch die digitale mobile Verbreitung möglich werde.

Vom Erfolg und dem tatsächlichen Nutzungsverhalten der Hörer seines Angebots sport1.fm zeigte sich Robin Seckler, Director Digital des Hauses, überrascht. Nachdem die Sport1-Gruppe den Zuschlag für die Lizenz zum Betrieb des digitalen Radios bekomme hatte, musste innerhalb von drei Monaten ein Programmkonzept erarbeitet werden. sport1.fm hatte sich für eine offene Plattform entschieden, die vor allem mit der Audioübertragung der ersten und zweiten Bundesliga Hörer erreichen wolle. Hinzu komme, dass es sich dabei durchgehend um Liveübertragungen handle, die sonst kein anderer Anbieter im Programm habe. „Das schafft ein Alleinstellungsmerkmal und erleichtert die Verbreitung via mobiler Endgeräte“, so Seckler. Als Erfolgsfaktoren seines neuen Programms identifizierte er zudem die Aktualität der Berichterstattung, die ausgewiesene Kompetenz der Redaktionen und den hohen Anteil interaktiver Programmelemente. „Eine Nagelprobe stellt die Zuverlässigkeit des Verbreitungsweges dar. Das bedeutet, dass beispielsweise der Stream absolut unterbrechungsfrei laufen muss“, ergänzte Seckler.

„Der Bayerische Rundfunk hat bei der Konzeption des multimedialen Angebots Puls die mobile Verbreitung nicht nur als zusätzlichen Ausspielkanal von Inhalten betrachtet, sondern von Beginn an auf ein möglichst hohes Maß an Interaktivität gesetzt“, berichtete Thomas Müller, Abteilungsleiter Jugend und Programmchef von Puls.

Auf die Frage, ob eine Radio-App automatisch zum Anstieg der Hörerzahlen führen würde, antwortete Müller, dass es nach seinen Erfahrungen keine solche Kausalität gäbe. Die neuen Verbreitungswege seien allerdings ein unschätzbar wertvolles Instrument, bestehende Hörer an das Programm zu binden und neue Zielgruppen zumindest zu interessieren. „Das Smartphone ist ein sehr persönliches Alltags-Werkzeug geworden. Wenn die Besitzer via Installation der App den Zugang zu ihrem individuell konfigurierten Smartphone oder Tablet gestatten, sehen wir darin eine Art Vertrauensvorschuss, den wir einlösen wollen“, fügte Müller hinzu.

Besonders wichtig ist dem Team um Müller die Identifizierung von Nutzerwünschen und ihre Erfüllung. In den ersten Monaten nach Programmstart habe sich herauskristallisiert, dass direkte Feedback-Möglichkeiten besonders geschätzt würden. Solche Rückkanäle seien Votings, Gewinnspiele, Tools zum Upload eigener Inhalte auf die Website sowie Diskussionsforen. Zudem wollten die Hörer das Medium nicht immer linear nutzen – hier sollen nach Auskunft Müllers künftig verstärkt On-Demand-Angebote erstellt werden.
Als besondere Stärken von Puls wertete er die Präsenz seines Redaktions- und Promotion-Teams vor Ort bei diversen Veranstaltungsformaten. Zudem sei die Einbindung von Bewegtbildern, die ohnehin für die Fernsehausstrahlung erstellt würden, attraktiv für die Nutzer.

Übereinstimmend beklagten die Panelteilnehmer, dass die neuen Verbreitungswege im Moment noch keine exakte Evaluation des Nutzungsverhaltens gestatteten. Man könne aber sicher davon sprechen, dass sich das Medium Hörfunk im Zeitalter der mobilen Online-Kommunikation seinen Platz innerhalb der Angebotspalette gesichert habe.

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Hier das Resumée zu Panel 9.6 "Kassieren statt zu investieren: Ist Radio zu wenig innovativ?"

„Radio braucht besseres Immunsystem“

München – Konkurrenz durch internationale Musikdienste oder reine Webradios und ein stockender Umstieg auf den digitalen Rundfunkstandard DAB+ machen dem Radio in Deutschland das Leben schwer. Doch für Innovationen fehlt oft das Geld. Ob das auf Gesellschafterstrukturen zurückzuführen ist, die innovationsfeindlich sind und rein gewinnorientiert sind, wurde auf einem Panel der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN aus Verleger-, Radiomacher- und Beraterperspektive kontrovers diskutiert.

Viele neue Player, aber auch viele Unsicherheiten – so fasste Alexander Kahlmann, Partner bei der Unternehmensberatung Schickler, die gegenwärtige Situation auf dem Radiomarkt zusammen. „Deshalb gibt es zwar ein so vielfältiges Investitionsumfeld wie nie, aber die Investitionsentscheidungen sind auch sehr viel komplexer als früher.“ Der Kernhebel für die künftige Weiterentwicklung sei deshalb das Investitionsmanagement: „Am Ende müssen verschiedene Geschäftsmodelle ausprobiert werden.“

Genau dieser Mut fehle aber, kritisierte Rechtsanwalt Helmut G. Bauer. „Das Radio investiert so wenig in seine Zukunft, weil es in der Gegenwart so viel wie noch nie zu tun hat.“ Gerade der private Rundfunk habe weder die Manpower noch die finanziellen Mittel für die Weiterentwicklung von Radio. Das Problem seien auch und gerade die Gesellschafterstrukturen: „Die Zeitungsverlage mit ihren Radiobeteiligungen haben so viel mit den Umstrukturierungen in ihren eigenen Häusern zu tun, dass sie nicht mehr auch noch ins Radio investieren können.“ Dies sei angesichts der großen Herausforderungen an das Radio, vor allem in Bezug auf die Verbreitung, problematisch.

Vorwürfe, die der Verleger und Geschäftsführer des Reutlinger General-Anzeigers, Valdo Lehari jr., als „zu pauschal“ bezeichnete. „Wir müssen differenzierter nachdenken.“ Regionale Unterschiede, unterschiedliche Konkurrenzumfelder und Sendergrößen seien zu bedenken. Grundsätzlich gelte aber in Zeiten der Digitalisierung: „Radio braucht ein stärkeres Immunsystem um zu überleben“, so Lehari und forderte einen „Wakeup-Call für die Gattung“ in Bezug auf Investitionsfreude. „Wenn man zu spät Know-how aus Investitionen zieht, holt man das nicht mehr auf“, sagte er.

Damit war Lehari auf einer Linie wie Moderator Alexander Zeitelhack, Inhaber der Beratungsagentur zeitelhack.com, der zusammenfasste: „Auch eine Investition, die sich nicht gelohnt hat, ist wertvoll.“

von Manfred Z - am 19.10.2013 08:28
Medientage München 2017 - Tag 2 - Audiogipfel:

https://youtu.be/k_rFzKNLC4k?t=4h55m29s

von Seltener Besucher - am 25.10.2017 23:42
Am Tag 1 gab es ein Panel zu DAB+ mit dem Motto „Chancen nutzen, Marktanteile sichern, Zielgruppen erobern.“ Hier die PM von Dienstag, 24 Oktober 2017:

http://www.digitalradio.de/index.php/de/pressebereich-downloads-zum-digitalradio

von Manfred Z - am 26.10.2017 12:22
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