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gb, raschwarz, Sven, Tobbe, KlausD, Stefan Müller, Peter Schwarz, Erich, Andreas Krebs, Wiesbadener, ... und 4 weitere

UNGLAUBLICH!!!!!!!!!!!

Startbeitrag von Tobbe am 28.10.2002 20:46

Antenne AC: Radio Salü sagt Adieu

Aachen. Die schier unendliche Geschichte um die seit geraumer Zeit vom Aus bedrohten Lokalradios erhält wieder ein neues Kapitel.


Und diesmal könnte es für den Kreissender Antenne AC das letzte sein: Am Montag teilte die Betreibergesellschaft von «100,5 Das Hitradio» über ihre Gesellschaftervertreter Dr. Herbert Ossemann (BRF-Media AG) und Jan-Michael Meinecke (Radio Salü) mit, das Modell zum Weiterbetrieb des Kreissenders nun doch nicht weiterzuverfolgen.

Als Grund für die Absage nannte der Radio-Salü-Geschäftsführer Meinecke unter anderem die «medienrechtlichen Rahmenbedingungen», die das Projekt in der gegenwärtig unsicheren Lage auf den Werbemärkten unrentabel machten.

Die eigene Personalplanung sei am Lizenzende im Jahr 2006 orientiert gewesen, wobei niemand sagen könne, ob die Lizenz dann verlängert werde. Die Auflagen der Landesanstalt für Medien (LfM) seien vor diesem Hintergrund «zu kostenträchtig». Meinecke: «Ich kann nicht sehenden Auges in ein Abenteuer laufen.»

Zur Vorgeschichte: Nachdem die LfM in einer Vorprüfung keine Einwände gegen das Radio-Salü-Konzept erhoben hatte, lehnte die Behörde es in der vorigen Woche ab und forderte eine Aufstockung der Antenne-AC-Redaktion um eineinhalb Stellen.

Diese zusätzliche Investition war den potenziellen neuen Betreibern offensichtlich zu hoch - was Antenne AC nun wieder ganz nah an den Rand des Abgrunds rückt. «Wir können noch bis zum 31. Oktober auf Sendung bleiben, denn bis dahin haben wir Geld», sagte Dr. Martin Dreschers, vorläufiger Insolvenzverwalter der Veranstaltergemeinschaft (VG) von Antenne AC, am Montag.

Allerdings glimmt schon wieder ein neuer Hoffnungsfunke. Denn laut Dreschers hat sich ein neuer möglicher Investor gemeldet, der bereits vor der Zustimmung der VG zum Radio-Salü-Konzept Interesse bekundet hatte. Die Verhandlungen laufen also abermals auf Hochtouren, zumal die Zeit drängt.

Dreschers: «Wir versuchen alle Möglichkeiten zu nutzen, um Alternativszenarien zu entwickeln.» Die Entscheidung müsse in den nächsten Stunden und Tagen fallen, und: «Der neue Interessent muss bereit sein, den Sender ab November zu finanzieren.»

Die «Nachforderung» der Landesmedienanstalt bezüglich des Stellenplans für die Antenne-AC-Redaktion kann Dreschers nicht nachvollziehen. «Mit Beginn der vergangenen Woche hat es da bei der LfM einen deutlichen Stimmungsumschwung gegeben.» Die Stellenzahlen seien der Behörde auch schon bei der Vorprüfung bekannt gewesen.

Dies wies Peter Widlok, Sprecher der LfM, am Montag gegenüber der AZ zurück: «Die Details über die genaue Besetzung mit Redakteuren, Volontären und Assistenten waren uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.»

Widlok bestätigte überdies, dass der neue Antenne-AC-Interessent bereits ein Angebot bei der LfM eingereicht habe. Von der Aachener Investorengruppe, die an der Übernahme des Stadtsenders Radio Aachen interesssiert ist, liege dagegen noch «kein langfristiges Konzept» vor, so der Behördensprecher.

Eine Zusammenlegung der Sendegebiete von Stadt- und Kreisradio - wie jüngst wieder mehrfach diskutiert - sei jedoch nur dann eine mögliche Option, wenn es für beide Sender keine Rettungsmöglichkeit gebe. Widlok: «Wir können nicht einfach so gültige Lizenzen entziehen.»

Antworten:

Ist das eine Bananenrepublik, wo so ein Wasserkopf wie die LfM Personalvorgaben machen kann...

"Die Auflagen der Landesanstalt für Medien (LfM) seien vor diesem Hintergrund zu kostenträchtig."

Das ist das Grundübel!

von Sven - am 28.10.2002 21:28
LfM auflösen=Arbeitsplätze schaffen!

von Peter Schwarz - am 28.10.2002 21:46
So, jetzt steht der neue Investor auch wieder fest. Eigentlich keine Überraschung:

aus den Aachener Nachrichten:

Obwohl es zu unschönen Entwicklungen gekommen ist, könnte der Sendebetrieb nun doch wieder bei beiden Sendern weiter gehen. Den Hut in den Ring werfen will nun möglicherweise wieder Radio "Sunshine live" aus Schwetzingen. Geschäftsführer Ulrich Hürter hat am Montag schon Kontakt nach Aachen aufgenommen und will seinen Gesellschaftern ein neues Konzept vorlegen, die darüber heute entscheiden werden: "Verstehen kann man das nicht. Wenn man bedenkt, wie einfach das anfangs war."

Zwischenfinanziert

Jörg Zumbaum, vorläufiger Insolvenzverwalter der beiden Betriebsgesellschaften, hatte frühzeitig vor Alleingängen gewarnt. Der Rechtsanwalt lässt trotz aller Widrigkeiten die Hoffnung nicht sinken: "Wenn heute der Kreis käme, würde sich sicherlich schnell etwas machen lassen. Ich bin bereit, wieder zusammenzuarbeiten und eine vernünftige Lösung für beide Radios hinzubekommen."

Am Mittwoch tagt abends die Veranstaltergemeinschaft für Radio Aachen 100, eins. Diese wird zur Zeit von einer Gruppe Aachener Geschäftsleute zwischenfinanziert.

von Tobbe - am 29.10.2002 06:42
...und in einer Woche entscheidet die LfM, dass sie sunshine live als neuen Träger nicht genehmigen kann, weil die Musikfarbe zu einseitig ist oder zu wenig Elemente eines Vollprogramms enthalten sind. Wenn die Kreis-VG das neue SSL-Konzept nicht schon vorher blockiert. Das Spielchen ist doch durchschaubar: die Landesverantwortlichen wollen auf kurz oder lang eine Zusammenlegung der Aachener Gebiete, dann kann das Zeitungsmonopol wieder zum Zuge kommen, der Aachener Verlag würde einsteigen und radio NRW würde wieder Mantelanbieter.

von NRW-Experte - am 29.10.2002 07:11
@NRW-Experte: Du hast es erfasst. Zitat aus der epd:


"...Wie LfM-Sprecher Peter Widlok sagte, überlege die Landesmedienanstalt nun, die Verbreitungsgebiete für Stadt und Land zusammenzulegen, um so den Sende- und Programmaufwand zu mindern. Davon könnten sich möglicherweise auch örtliche Zeitungsverleger wieder zu einer Beteiligung bewegen lassen, so die Hoffnung..."

von Marc - am 29.10.2002 08:11
Mal 'ne dumme Frage:

Was hat das alles überhaupt noch mit privatem Hörfunk, ich meine im Sinne von Privatwirtschaft zu tun?

von Kai - am 29.10.2002 08:23
Hat es in NRW jemals Privatwirtschaft, zumindest beim Rundfunk gegeben? Was dort praktiziert wird, ist Planwirtschaft à la carte...

von Wiesbadener - am 29.10.2002 08:30
Das ist vor allem sozialistische Planwirtschaft auf Kosten aller Beteiligten - vom Pförtner bis zum Gesellschafter. Kein halbwegs denkender Mensch wird jemals in den NRW Lokalhörfunk investieren wollen, wenn immer feststeht, daß die LfM jeweils den lizenzrechtlichen Knüppel zwischen die Beine wirft.

Das ist das sozial-"demokratische" Verständnis von Rechts- und Planungssicherheit, von freiem Unternehmertum und Investitionstätigkeit.

Jeder in NRW investierte Euro wird geschreddert - powered by rot/grüner Landesregierung.

Mit dem "Fall Aachen" hat sich das Land selbst in Dummheit promoviert. Herzlichen Glückwunsch!

von gb - am 29.10.2002 09:50
Die Hörer werden belogen, bis sich die Balken biegen.
Es gäbe nicht ausreichend Frequenzen, mehr privater Hörfunk sei nicht finanzierbar und wie die Ausflüchte der Verwalter des selbstkreierten Mangels immer wieder lauten.
Alles Unsinn. Die Sesselpupser mit ihren Auflagen haben den Privatfunk in Deutschland an die Wand gefahren.

Ein grosser Kostenfaktor neben den anderen, tw. schon genannten Auflagen ist: Privatradios dürfen terrestrische Sender im Gegensatz zu den ÖRs nur SEHR TEUER anmieten und nicht selber betreiben.

Es wird Zeit, mal mit einer Demo der Radio-Unzufriedenen die Verantwortlichen vor Ort in Düsseldorf (LfM, Landesgesetzgeber) einzuheizen. Wir sollten uns hier mal "sammeln". Das ewige Analysieren bringt auf Dauer nichts. Es müssen Taten her. Vielleicht auch mal eine landesweite Unterschriftenliste mit der Frage, wollt ihr mehr Radio (grob gesagt).

Sonst gibt es auch in Zukunft neben den ÖRs und den grössten Hits seit den 80ern keine Oldies-, Rock-, R&B-, Dance-, Newstalk-, oder Jazzsender hier.

von Sven - am 29.10.2002 10:46
Mal abgesehen von den unsinnigen Auflagen seitens der Landesanstalt für Medienmanipulation: Immerhin bleibt uns hier so die doppelte Ausstrahlung eines der unnötigsten, aber angeblich meistgehörten, Programme der Euregio (nämlich 100.5 Das Shitradio) erspart. DAS wäre wirklich eine Frequenzverschwendung gewesen. Von daher bin ich über diese Entscheidung gar nicht mal so unglücklich...nur wird jeder andere potentielle Neueinsteiger wohl genauso behandelt, so dass es leider wieder auf Radio NRW hinauslaufen wird.

von Kroes - am 29.10.2002 11:22
Es ist schon richtig, der Analyse haben wir langsam genug.

Fraglich nur, ob - im Falle einer tatsächlich sehenswerten Unterschriftenliste oder was auch immer - der Rotfilz in Düsseldorf überhaupt reagiert? Ich habe die Befürchtung, daß die ganze Aktion trocken laufen wird. 1. Weil sich in der Politik ohnehin niemand (mehr) um Bürgerbelange kümmert. 2. Weil der Rundfunkrat in Köln jahrzehntelang erfolgreich die Rundfunklandschaft in NRW kontrolliert hat und dies auch in Zukunft so beibehalten möchte.

Es ist ja nicht so, als ob man in NRW kein Radio veranstalten könne. Lizenzen bekommt man für alles, was nicht terrestrisch stattfindet. Mit einer solchen Off-Air-Lizenz geht der Veranstalter dann zur bekannten Kabelgesellschaft und bittet höflichst um Auskabelung. Das funktioniert auch, solange (siehe Mega Radio) nicht mehr als - Verzeihung, Herr Latte - geistiger Dünnpfiff gesendet wird. Ein schon etwas anspruchsvolleres Programm, das es klar auf WDR 2, 3 und 4 abgesehen hat, wird mit dem Argument fehlender Kapazitäten im Kabel (jaja!) abgewiesen. Wobei klar sein dürfte, daß nicht die Kabelgesellschaft ansich die Tür zuschlägt, sondern dahinter das genannte Gremium steht - man läßt sozusagen zuschlagen.

Unter dem Verweis, jeder könne ja Radio in NRW machen - obwohl das natürlich nicht der Fall ist - hat sich aus politischer Sicht die Sache gelöst. Tragisch vor allem auch, daß die politische Opposition am Rhein für "unsere Aktion" auch nicht zu gewinnen sein dürfte: Sie steckt mehr oder minder mit im System. Und auch die juristische Seite sieht düster aus: Eine Klage gegen das Landesrundfunkgesetz wg. bspw. fehlender Qualität der Sender wird schon von Gutachtern ausgehebelt, die klar sagen, die 44 Stationen böten die meiste Vielfalt usw. in ganz Deutschland.

Wo soll man also anfangen?

von gb - am 29.10.2002 12:57
Humoristisch geantwortet: Man müsste die Verantwortlichen der Misere so lange an einem Ort in den USA einsperren und stundenweise alle Sender des Frequenzbandes rotierend gemeinschaftlich hören lassen, bis sie endlich wissen, was Vielfalt ist. FM und AM.

von Sven - am 29.10.2002 13:04
@gb
sehr guter Beitrag, wobei man noch ergänzen muss, dass NRW nur die Spitze des Eisbergs bildet!

von raschwarz - am 29.10.2002 13:07
Sunshine live interessiert sich nun angeblich für die 107,8 (die ja auch eine größere techn. Reichweite hat als die 100,1 und das obwohl selbe Sendeleistung von 400 Watt)
100,1 ist erstmal bis 15.11. am leben erhalten. Wie man hört, ist die Investorengruppe auch bereit nochmal einen Monat zu finanzieren. Was dann kommt, keiner weiss es. Bis dahin wird Programm gemacht fast wie eh und je und fleissig Phillip-Leisten-Werbejingles abgefahren.
107,8 Antenne AC sendet derweil quasi vom Flur aus (in ihr angestammtes Studio dürfen sie ja nicht mehr), somit senden sie halt mit den Geräten aus einem Reserve-Produktionsstudio (so hört sichs auch an)
Aber immerhin gehört den Machern der beiden Sender (wohlweisslich den Redaktionsteams und Moderatoren und NICHT den VGs und BGs) mal ein grosses Lob und einen Dank für ihr unermüdliches Durchhaltevermögen und daß sie nicht wie die Ratten das sinkende Schiff schon längst verlassen haben. Es muss schon ein Scheiss-Gefühl sein, wenn man abends beim Ins-Bett-gehen nicht weiss ob man morgen noch einen Job hat.
Der Galgenhumor auf 100,1 in den letzten Wochen war übrigens teilweise göttlich. Und der Sender hat jetzt einen Bekanntheitsgrad erreicht, von der er die Jahre davor nur träumen konnte (wenn man mit jemand darüber sprach, musste man erst erklären daß 100,1 und 100,5 zwei verschiedene Sender sind)

von Peter Schwarz - am 29.10.2002 22:55
Es ist nicht zu glauben, was in NRW abgeht!

Mein Vorschlag:

WDR Funkheus Europa - Einstellen und darauf einen landesweites Privates Radioprogramm ausstrahlen. Die 103,3 ist gut genug um ganz NRW abzudecken.
Unsere ausländischen Mitbürger bekommen schon genug in den Arsch geschoben, da braucht man nicht auch noch ein Radioprogramm.

RADIO NRW - Einstellen und die Frequenzen neu Ausschreiben! Hier könnten dann bundesweite Anbieter (SSL, SKY etc.) zum Zuge kommen.

Sollte dann noch BFBS irgendwann seine Frequenzen räumen, hätte man sogar noch Kapazität um ein 2tes Landesweites Programm zu installieren.

So einfach wäre das!

Die Politik sollte sich vornehmlich erst mal um andere Dinge und Belange kümmern, als um genehmigungs- oder nichtgenehmigungsfähige Radiosender.

WAHLBETRÜGER!

von Stefan Müller - am 30.10.2002 10:39
@ "Herr" Stefan Müller - Kommmentar super überflüssig. :sneg: :sneg: :sneg:
Ich will nur hoffen, dass diese Ansichten ( "Ausländer" ) und dieser Ton sich hier im Forum nicht weiterverbreitet :o

von KlausD - am 30.10.2002 10:56
Erstens Das!

Und zweitens: Wer so leichtfertig einen Paradiesvogel wie FH Europa vom deutschen grauen Radiohimmel schießen würde, der outet sich sowieso als Ignorant und hat nichts kapiert. In Bremen läuft er auf dem Fernsehturm und wird vor allem für seine außergewöhnlichen Nachtmixe geschätzt. Aber da schlafen die Müllers wohl schon...

von Erich - am 30.10.2002 11:54
Nun ja, im Ton mag sich "Herr Müller" fraglos vergriffen haben!

Was er aber wahrscheinlich zum Ausdruck bringen wollte und absolut diskussionswürdig ist: Warum eine nahezu landesweit empfangbare UKW Frequenz mit einem Programm belegt wird, das nichts anderes als eine intellektuelle Spielerei unter dem Deckmantel des Minderheitenschutzes ist. Stichworte sind hier die bekannten "Abbau der Mehrfachversorgung" und "Frequenzneukoordinierung".

Allerdings BFBS in Frage zu stellen, zeugt von bedauerlich wenig Wissen in Sachen Rundfunk und disqualifiziert den Autor für jede weitere Diskussion.

Interessant ist aber dennoch, warum "diese Ansichten ('Ausländer')" nicht offen angesprochen werden dürfen? Lieber KlausD, auch wenn die Ausdrucksweise des "Herrn Müller" gänzlich unangemessen ist und vor allem die letzten beiden Zeilen schlimm zu lesen sind: Man darf durchaus darüber nachdenken, ob das politische - und hier rundfunkpolitische - Engagement in Deutschland in Bezug auf Dienste für Ausländer nicht auch einer Überprüfung unterzogen werden darf. Es geht einem bisweilen auf die Nerven, als Deutscher diesen verbalen Dauerbückling vor jeder ach so geknechteten Minderheit vollführen zu müssen. Ich kann Sie aber gleich beruhigen, seit einigen Jahren im Ausland lebend, der mir typischerweise wahrscheinlich gleich unterstellten politischen Denkweise nicht zu folgen. :-)

In der Praxis ist es natürlich wenig hilfreich zu forden, das Funkhaus Europa einzustellen. Denn (siehe meinen vorherigen Beitrag) ein neu lizensiertes Programm müßte ja gewissen Anforderungen entsprechen und das Ergebnis mag im Vergleich zum heutigen status quo noch weniger befriedigen. Ebensowenig macht es Sinn, die Aufschaltung von Dudelwellen wie SSL und SKY zu fordern.

von gb - am 30.10.2002 12:04
@ gb: es ging mir nicht um das "Infragestellen" der -Ausländerprogramme- ( Jeder, der nicht in D ist, gilt dort wo er sich befindet, als Ausländer ), sondern um die Ausdrucksweise.

Ich lebe und arbeite selbst mit "Nichtdeutschen Bürgern", die mich bei einem verbalen Dauerbückling ziemlich "auf die Rolle" nehmen würden. Angesichts der fortschreitenden Satellitentechnik ist mir keiner meiner Kollegen bekannt, die tatsächlich hier im Rhein-Main-Gebiet noch die fremdsprachlichen Programme auf MW bei swr1 / hr-chronos hören. Die schauen lieber direkt via Satellit. Insoweit sollten diese ARD-Geneinschaftsprogramme in der jetzigen Form und Verbreitung durchaus überdacht werden ( auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten-/Nutzenrelation ) :-)

von KlausD - am 30.10.2002 13:10
Fakt ist, das Auslandsprogramm wird zum Zukleistern einer der letzten leistungsstarken FM- Frequenzen missbraucht.

von Sven - am 30.10.2002 13:25
Und die - unbestrittene - Tatsache, dass BFBS im schlimmsten Radioland Europas - NRW, besser als nur WDR ist, ändert nichts daran, dass es für die Verwendung der 96,5 und 103,0 also guter Frequenzen keine Rechtfertigung dadurch gibt, dass in NRW an wenigen Stellen konzentriert noch ein paar Englische Soldaten rumlaufen. Das ist eine Unverschämtheit. Ein paar Watt an den Kasernen würden ausreichen und die BFBS Frequenzen könnten für einen landesweiten Privatsender genutzt werden!

von raschwarz - am 30.10.2002 13:38
Ich weiß nicht was die Engländer dazu sagen würden, wenn in London außer der BBC nur WDR1live zu hören wäre. Umgekehrt ist es aber so im Ruhrgebiet!

von raschwarz - am 30.10.2002 13:41
@ raschwarz: So leicht ist es nicht. Die Frequenzen "gehören" den Briten zur Nutzung ( siehe u.a. NATO-Truppenstatut ). Erst wenn die meinen, sie werden von Ihnen nicht mehr bzw. nicht mehr sooooo stark gebraucht und geben an die LPR zurück, dann - aber erst dann - lohnt es sich über die weitere Verwendung nachzudenken :rolleyes: .

von KlausD - am 30.10.2002 13:45
Neue Entwicklungen in Aachen! Angeblich will sunshine live nun doch Radio Aachen 100,1 übernehmen, während sich Mega Radio (!!!) Antenne AC zuwendet. Mega Radio soll auch Interesse an Radio EN haben. Noch nicht bestätiogt, aber ich denke mal, wenn die Aachener Käseblätter heute abend wieder ein Update bringen, könnte das genau so drinstehen. Freilich hat die LfM noch nirgendwo zugestimmt, und auch die VGs tagen erst heute und morgen. Erst danach können die Jugendradio-Hasser loslästern...

von Tobbe - am 30.10.2002 13:53
"Ich weiß nicht was die Engländer dazu sagen würden, wenn in London außer der BBC nur WDR1live zu hören wäre. Umgekehrt ist es aber so im Ruhrgebiet!"

Der Vergleich ist nun aber wirklich fragwürdig. Wer die BBC im Ohr hat, benötigt ansich - aus qualitativen Gründen - keinen anderen Sender mehr. Sodann sind, mit Ausnahme von Classic FM, auch in London die anderen Sender nicht unbedingt besser, vielleicht lauter, lustiger, aber keinesfalls anspruchsvoller.

Im Ruhrgebiet kann der WDR allerdings nicht den qualitativen Anspruch der BBC auf die Fahne schreiben (wenngleich der WDR und auch der BR im Vergleich zum Rest der ARD sicherlich das beste Programm veranstaltet). Entsprechend wird BFBS ganz einfach "gebraucht", um im Land das qualitative Niveau halten zu können - dies alles immer aus Hörersicht.

@ Sven: Stimmt schon. Aber so ist die Politik am Rhein. Ein von vielleicht berufeneren Menschen gerne geführtes Argument ist dabei, besser die ARD als Kontrollinstanz für Ausländerprogramme walten zu lassen, als diese privatwirtschaftlich arbeiten zu lassen mit dem Ergebnis, (nicht zwingend als Folge aber doch latent möglich) politisch radikalen Zeitgenossen den Äther zu öffnen - Stichwort "Taliban FM" oder das, was in Offenen Kanälen nach 9/11 so alles angeblich zu hören war..

von gb - am 30.10.2002 14:58

Re:

Dieses ganze Gerede über Qualität und angebliches Niveau geht mir ziemlich auf den Geist. Radio sollte keine Zwangsbildungseinrichtung, sondern Gebührenzahler sollen für ihr Geld das hören können, was ihnen gefällt und zwar eine besonders große Vielfalt um die Wünsche möglichst vieler Hörer bedienen zu können. Nicht mehr und nicht weniger !!! Das schöne am Privatradio ist, dass diese Selbstverständlichkeit da ganz von alleine funktioniert!

von raschwarz - am 30.10.2002 15:23

Re:

Nur keine Bildung, nur nicht in den Kopf investieren, bloß nicht Interesse für unsere Welt zeigen, auf keinen Fall sich selbst fordern und dafür immer den Ball schön flachhalten.

Das ist mit ein Grund, warum es mit Deutschland "so den Bach heruntergeht". Und der Grund, warum man so viele, nette, recht gebildete, eloquente und umgängliche, gar beeindruckende Landsleute hierzulande in Großbritannien und in den USA - und sicherlich auch noch woanders - findet. Ist jemandem schon einmal zu Ohren gekommen, daß diese "Exilanten" nach wie vor ein Kultur-, Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsbedürfnis besitzen und sich - selbst bei bestehenden Empfangsmöglichkeiten - vom originär deutschen Radio und Fernsehen angewidert abwenden (Channel D...)? Warum wohl?

Nun ja, wenn der Gebührenzahler seichte Kost bevorzugt, soll er diese auch bekommen. Wenn der Privatfunk in seiner unendlichen Dummheit weiter Quote erzielt, soll er weiterleben.

Ich wundere mich dann lediglich, warum der "Fall Aachen" überhaupt solche Wellen schlägt, wenn genau solche Programme in einem solchen politischen Rahmen scheinbar das Maß der Dinge sind.

Daß hier aber im Forum einige Autoren vehement die Feder gegen den Filz spitzen zeigt allerdings, daß möglicherweise schon einige die Zeichen der Zeit erkannt haben und der Volksdummung überdrüssig sind.

von gb - am 30.10.2002 15:41

Re:

Der Filz hat m.E. mit der angeblichen Volksverdummung nichts zu tun. Das Gegenteil wäre richtig. Die Kulturwächter (etwa in NRW) wollen ja angeblich der Verflachung dardurch vorbeugen, dass sie eben keine Konkurrenz zu den "kulturell wertvollen" Programmen des WDR zulassen. Wer sich also als Beauftragter für Volksbildung versteht ist in NRW gerade richtig und kann da mit Filz WDR 1 bis 6, Bürgerfunk und BFBS glücklich sein. Ich bevorzuge Baden-Württemberg oder Sachsen!

von raschwarz - am 30.10.2002 15:56
Mega Radio und SSL in Aachen?

Toll, für jeden etwas!

Find ich gut!

von Andreas Krebs - am 30.10.2002 17:54
@ Klaus D.

Herr D.,

ich möchte Sie einmal fragen, wie sie sich fühlen, wenn Sie im Supermarkt an der Kasse stehen und ihre spärlichen Einkäufe (mehr Leisten kann man sich bei der Abgabenlast nicht mehr!) bezahlen und hinter einem stehen 2 Türken die nachweislich nichts Arbeiten mit einem dicken Geldbeutel und dann in einen Mercedes E55AMG einsteigen und davonfahren.

Oder wenn ein Kollege beim Arbeitsamt sitzt und zwei Vietnamesen mit nem Porsche 911 vorfahren um Arbeitslosengeld zu beantragen.

Nur zwei Beispiele!

Nur eines noch:

Ich wohne nicht im Osten, bin nicht braun veranlagt und habe keine Glatze.

Aber das nervt!

von Stefan Müller - am 30.10.2002 18:00
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