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Martyn136, Radio_DDR, audion, Hamradio, Onabi, Morphymen, Bolivar diGriz, Spacelab, CBS, Habakukk

"DRM+ eignet sich bei Digitalisierung des UKW-Bandes"

Startbeitrag von CBS am 20.12.2009 22:48

Ich schreib's jetzt nicht in "[DRM] News", da es in eine andere Richtung geht...

Auf Teltarif gibt es einen mehr oder weniger beachteten Artikel über DRM+ und die Tauglichkeit des UKW Ersatzes.

http://www.teltarif.de/dab-digital-radio/news/36913.html

Wer meinen einen oder anderen Beitrag gelesen hat weiss, dass ich DRM+ als UKW Ersatz favorisiere.

Warum der Artikel da am 18. erschien weiss ich nicht. Der Feldtest war m.W. schon einige Zeit her. Oder weiss jemand was genaueres? Was will der SWR mit Internetradio in dem Satz eigentlich ausdrücken: "Da Internetradio nicht überall gehört werden kann, plädiert SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann in einem Interview mit dem Magazin Digital Fernsehen trotz aktueller Schwierigkeiten, DAB auf den Weg zu bringen, weiterhin auch für eine digital-terrestrische Ausstrahlung." :confused: Klingt so, als ob der eine oder andere Internetradio als vollwertigen Ersatz von Rundfunk verstünde... :rolleyes: Den Satz könnte man auch so verstehen, als ob DAB keine digitale terrestrische Ausstrahlung sei ;-).

Um DRM+ war es sowieso letzthin sowieso recht ruhig. Wird Zeit, dass das System bekannter wird. Ein System, für UKW und LW, MW, KW sollte die Möglichkeit geben, sehr gute Empfänger zu bauen, gerade im Autoradiobereich, da man nicht mehr mehrere Systeme berücksichtigen müsste.

Antworten:

Es wird in Zukunft sicher noch oft die eine oder andere Technik zur digitalen terr. Hörfunkübertragung vorgestellt werden. Aber was nützten unzählige Möglichkeiten, wenn keine davon auch sinnvoll umgesetzt und eine entsprechende Verbreitung über Test- und Experimentalbetrieb hinaus zum vollwertigem Regelbetrieb in der Fläche erreicht?

von Radio_DDR - am 20.12.2009 23:03
Die Zukunft heißt SDR, und zwar auch bei "Radio-Only" Geräten, also ohne PC. Das jeweils aktuelle System kann per Software geladen werden, und ob es dann DRM+ oder DAB++Extra heißen wird, per USB oder sogar drahtlos wird das Update eingespielt, fertig.

von Bolivar diGriz - am 21.12.2009 05:51
Das ist ja schön und gut, aber es muss ja erstmal ein brauchbares Übertragungssystem her bevor man über SDR Empfänger nachdenkt. Denn zumindest einen Frequenzbereich auf dem später gesendet werden soll muss man schon mal im voraus festlegen. Außerdem bleibt ja auch immer noch die frage was die Industrie will. Denn möchte man uns wirklich ein Radio verkaufen das auf alle Ewigkeiten einfach per Firmwareupdate weiter spielen wird? Ich befürchte ja eher das man weiter am Kurs der "Wegwerfradios" festhält und man dem Kunden lieber regelmäßig ein neues schönes Radio verkaufen möchte.

Ansonsten würde ich auch DRM+ den Vorzug vor den anderen Systemen wie FMeXtra oder HD-Radio geben. Auch wenn ich befürchte das man dann sein Radio im Ausland in die Tonne kloppen kann weil wir mit DRM+ mal wieder unser eigenes Süppchen kochen.

von Spacelab - am 21.12.2009 08:49
Vieleicht

Auch DRM+ wird genauso scheitern wie DAB und DRM.

TV digital ok, Rundfunk digital nein
.

von Morphymen - am 21.12.2009 09:01
Das "Wegwerfradio" mag für Handies und andere kurzlebige Kleingeräte sicher zutreffen, aber im Fahrzeugbereich bedarf es doch einer zuverlässigen und durchdachteren Lösung. Den Stationärbetrieb daheim würde ich nicht mal als das Problem sehen, da viele dort meist auf Kabel/Sat oder Internet zurückgreifen und der klassiche UKW-Betrieb sicher nur noch eine Ergänzung ist, bzw. zum Empfang der Orts-/Regionalprogramme dient.

von Radio_DDR - am 21.12.2009 09:05
Naja, das letzte was man in Sachen DRM+ gehört hat, war ja, dass man nun eher DRM+ im Band III (also dort wo auch DAB gesendet wird) favorisiert. Eignen täte es sich anscheinend, und im UKW-Band wär eh nicht genug Platz.

von Habakukk - am 21.12.2009 11:00
Zitat

Das "Wegwerfradio" mag für Handies und andere kurzlebige Kleingeräte sicher zutreffen, aber im Fahrzeugbereich bedarf es doch einer zuverlässigen und durchdachteren Lösung.


Naja, spätestens seit der Abwrackprämie macht die Wegwerfmentalität ja auch vor Autos nicht mehr halt.;-)

Nee also ich glaube schon lange nicht mehr an eine (wenn auch nur teilweise) Ablöse von UKW durch was auch immer. DAB(+) gebe ich zumindest hier in Bayern noch eine kleine Chance sich als Ergänzung zu UKW durchzusetzen, aber alles andere ist utopisch.

von Onabi - am 21.12.2009 14:25
Den privaten Programmanbietern dürfte DRM+ schon deutlich besser gefallen, denn schliesslich gibt es bei DRM+ keinen Boquetzwang und man kann sowohl die Programmbelegung als auch die Senderstandorte frei wählen. So gesehen wäre da DRM+ schon intressant.

Da DRM+ nur 96 kHz belegt könnte jeder Programmanbieter wie bei FM eine eigene Frequenz bekommen, die vier Dienste mit zusammen 186 KBit/s erlaubt. Das würde dann für drei Radioprogramme a 56 KBit/s und einen EPG mit 16 KBit/s reichen. Somit können auch digitale Spartenradios terrestrisch on air gebracht werden. Und damit ist DRM+ auch deutlich frequenzökonomischer als HD Radio und vorallem DAB+.

Am Ende werden aber die Gerätehersteller und nicht die Programmanbieter oder Regulierungsbehörden entscheiden ob DRM+ ein Erfolg oder eine Flop wird. Wenn es wie bei DAB und DAB+ nur ein paar Nischenhersteller gibt wird es ein Flop, aber wenn die Gerätehersteller überall DRM+ integrieren würden, dann wird es ein Erfolg.



von Martyn136 - am 21.12.2009 14:41
Zitat

Am Ende werden aber die Gerätehersteller und nicht die Programmanbieter oder Regulierungsbehörden entscheiden

Es ist eher umgekehrt:

--- Zunächst verschafft sich die Regulierungsbehörde bürokratische Arbeit durch massive Falsch- und Ueberregulierung.
--- Dann stehen die bereits existierenden Programmanbieter auf die Bremse, weil sie nur verlieren können. Digitalisierung bedeutet automatisch mehr Konkurrenz.

Bis hierher besteht ja "Defizitgarantie" durch den Steuerzahler und politischer "Schreibtischtäter-Schutz".

--- Zu allerletzt kommt die Geräteindustrie, die eigenwirtschaftlich(!) arbeiten muss. Wenn diese aber das ganze Regulations- und Polit-Desaster zum Thema Radio sieht, muss ihr die Lust vergehen. Schliesslich will sie ja überleben. Ein simples Marktgesetz besagt: Wo etwas zu holen ist, wird es geholt. Wenn nichts geholt wird, ist offensichtlich auch nichts zu holen.


von audion - am 21.12.2009 15:52
Ich denke es liegt eher daran das viele Hersteller her Amerika und Asien im Fokus haben, und europäische Standards nur unterstützt werden wenn es den unbedingt sein muss. Und da die Kunden mangels breitem Angebot lieber auf DAB / DAB+ und möglicherweise ebenso auf DRM+ verzichten als auf andere Produkteigenschaften zu verzichten.

Aber es würde sicher keine Hersteller in den Ruin treiben, in Handys, MP3 Player und Navis zusätzlich zum FM Tuner auch einen DAB Tuner zu integrieren.

von Martyn136 - am 21.12.2009 20:34
Zitat
-faro-
--- Zunächst verschafft sich die Regulierungsbehörde bürokratische Arbeit durch massive Falsch- und Ueberregulierung.


Und dann kommt die tolle EU und mischt sich ein.

von Hamradio - am 21.12.2009 20:49
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