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Radio bei Katastrophen-Eintritt

Startbeitrag von Moschtkopf am 24.10.2003 09:50

Moin!

Eine frühere SDR-Redakteurin sagte mir neulich, es gebe für große Katastrophen (atomar oder Erdbeben etc.) immer noch eine spezielle Frequenz. Wenn die Polizei dann mit ihren Megaphonen durch die Straßen fährt und "Schalten Sie das Radio ein" schreit, gibt's direkte Informationen und Instruktionen vom Krisenstab!

Weiß jemand von Euch mehr darüber? Was für eine Frequenz ist das? Oder werden die SWR-Programme einfach ausgesetzt und deren Sender bzw. Frequenzen dafür genutzt?

Antworten:

In vielen öffentlichen Gebäuden in Frankfurt hängen in den Foyers Hinweisschilder über das Verhalten in Brand- und Katastrophenfällen. Da steht auch u.a. dass man, bei Ertönen eines ganz bestimmten Sirenentons (der auch näher beschrieben ist), das Radio einschalten soll. Dann folgen die Frequenzangaben der vier HR-Hauptsender plus MW 594 kHz. Eine spezielle Katastrophenfrequenz gibt es IMHO nicht. Würde auch keinen Sinn machen, bei Notsituationen, wo Eile geboten ist, lang am Radio herumzusuchen.



von Heinz Schulz - am 24.10.2003 10:20
Wenn wirklich irgendwas kommt, dann würde ich halt alle öffis und Privaten abdrehen, quasi eine Notgleichschaltung der Medien. Ist in den USA bei Tornado auch so, da gehen regional alle Sender zusammen und es gibt ne Meldung

von elchris - am 24.10.2003 10:47
Naja, eine wirkliche Katastrophe war es nicht, aber bei dem Megawintereinbruch vor ein paar Jahren kurz vor Heiligabend im Südwesten, bei dem Tausende von Autofahrern auf der A8 über Nacht eingeschneit wurden, war auf allen Programmen aktuelles über die lage zu hören. besonders engagiert hier der SWR, der auf allen Wellen (ausser SWR2) Sonderprogramm fuhr. Nur einige Lokaldudler hielten es nicht für notwendig und liessen trotzdem die Automation laufen!
Am besten informiert ist man doch immer noch bei den Öffis. In wirklichen Katastrophenfällen würde ich mich auf die Privaten nicht verlassen, auch wenn sie Lokalkompetenz vorgaukeln.

von PeterSchwarz - am 24.10.2003 11:04
Im Norden hat sich NDR2 als Ende der 80er Orkane über Deutschland fegten und Sturmfluten drohten aus der Popnacht/dem Nachtrock ausgeklinkt und eigene Sendungen gefahren (das eigenständige Nachtprogramm ist heute ja der Regelfall). Ich verlasse mich in Sonderfällen auf RADIO1NL (bei Dingen von europaweitem/weltweitem Interesse reagieren die sehr schnell und bringen laufend Sonderberichte) oder WDR2.
Trotzdem würde mich mal interessieren ob es eine Art "Rangfolge" bei den ö-r's gibt und ob Privatsender auf solche Fälle vorbereitet sind. Ich könnte "daslebenbeginnt" nicht als Infoquelle bei Notfällen ernstnehmen ("Gleich alle Fakten in 1:30 über das schwere Unglück im Chemiewerk aber erst drei NDR2-Hits am Stück.... und das Leben beginnt")

von Staumelder - am 24.10.2003 11:18
Als in Pullach mal wieder das Chemiewerk Peroxid hochging, hat das damalige TELE5 unterbrochen, is ja klar, die Wolke zog auch rüber nach Grünwald.

von elchris - am 24.10.2003 11:21
naja da stimm ich nciht ganz zu,bei dem jahrhunderthochwasser entlang der elbe hat mich RADIO SAW sehr überrrascht,sie berichteten ständig von der aktuellen lage,es wurde hilfsagebote durchgesagt und wo noch hilfe benötigt wurde,dann wurden alle gesperrten straßen und ständig die orte die evakuiert werden sollten angekündigt,und auch im internet wurde ständig alles neue und wissenswerte durchgegeben,also da hat mich SAW wirklich überrascht,ich glaub kein anderer sender hatte sich damals so eingesetzt.



von Robert S. - am 24.10.2003 11:32
@ zwobot,dazu kann ich leider nix sagen,aber es hätte damals auch RADIO PSR betroffen sein müssen,denn die sind ja nicht so weit entfernt vom alten funkaus leipzig des mdr



von Robert S. - am 24.10.2003 14:56
NDR2 schafft mit seinem:"VEKEHRSSERVICE FÜR DEN GANZEN NORDEN" nicht mal größere Störungen auf Rügen oder Usedom durchzusagen. Dafür wird aber ein kleiner Stau auf der A7 Kassel-Würzburg zwischen Kasseler Kreuz und Guxhagen durchgesagt. Das ist nun wirklich nicht das NDR Versorgungsgebiet!
Auch die Busentführung mit Geiselnahme auf der Autobahn bei Hildesheim vor einiger Zeit, fand auf NDR2 nicht statt. ffn und HRAntenne waren live dabei.
Soviel zur Kompetenz von NDR2. Bei Katastrophenalarm würde ich das Programm heutzutage sicherlich nicht einschalten. Bei der Schneekatastrophe Ende der 70er in Schleswig-Holstein war das noch anders.

von digifreak - am 24.10.2003 16:50
Wir sollten hier unterscheiden zwischen notwendiger Information in Katastrophenfällen und Gaffertum.

Wenn eine schwere Sturmflut droht oder -- worst case -- in einem Atomkraftwerk ein Störfall passiert, dann muss die Bevölkerung so gut wie möglich informiert werden.

Ich erinnere mich noch an die Zeit Mitte der 80er, als noch jedes Jahr die örtlichen Sirenenanlgen getestet wurde und zur Probe -- meist Mittwochs gegen 11 -- nach Ankündigung ABC-Alarm gegeben wurde.

In der Ankündigung in der Presse und so weiter wurde dann auch immer erwähnt, dass man WDR 2 einschalten solle. WDR 2 hat einen der letzten dieser Probealarme, welcher aber nicht in allen Kommunen von NRW stattfand, mit einer Sondersendung begleitet.

Im Gegensatz dazu steht das Gaffertum, wenn etwa die Kommerzfunker wie die Geier auf die Sensation setzen und im schlimmsten Fall, wie bei der Geiselnahme von Gladbeck -- die Polizei behindern und sich im Kampf um die beste Position sogar bei den Gangstern anbiedern. Solches Verhalten wird man natürlich bei den örAs nicht finden, auch keine sensationsgierige Berichterstattung in solchen Fällen.

In den USA gibt es schon seit Jahren Informationssysteme, die in Katastrophenfällen automatische Einblendungen bei den lokalen TV-Stationen ermöglichen bzw. Radiosender auf verschiedenen Wegen mit Informationen versorgen, die diese dann weiter geben müssen.

von Alqaszar - am 24.10.2003 20:01
@alqaszar:

Ja, in den USA (vorallem in den ganzen Countys aufm Land also) hat ja jedes Dorf ein Semi-Amateur-TV, da ist das leichter, hier haben ja selbst Lokalsender einen großen Hörerkreis (und dank DX einen noch größeren :D)

von elchris - am 24.10.2003 21:31
An die Sirenenproben kann ich mich auch noch erinnern. Sie hatten ja die Doppelfunktion als Flieger/ABC-Alarm und Feuersirene.

Vor einigen Jahren wurden sie ja fast überall abgebaut.

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, daß es sie hier in NL noch gibt.
Sie stehen in jedem Viertel (Masten etwas über Strassenlaternenhöhe mit einem Körper am oberen Ende der aus 3-4 "Rippen" (oder wie man das beschreiben soll) besteht. Jeden ersten Montag im MOnat wird getestet (glaub elf Uhr).
Vor allem hören sie sich total abgespacet an, die Töne werden dabei immer höher und schriller und fangen dann wieder langsam unten an.

von PeterSchwarz - am 24.10.2003 22:25
Bei uns hier in Niedersachsen nördlích von Hannover steht auch in jedem Dorf mindestens eine Sirene, und jeden Samstag pünktlich um 12:45h werden sie alle getestet (3x langer Dauerton). In Kärnten (Österreich) wird mit einem langen Dauerton um 12:00h getestet.

von Optimierer - am 24.10.2003 22:49
Jeden 1. Samstag im Monat gibts (oder gabs, k.a.) in Pullach b. München noch den langen Dauerton. Quasi der Volkswecker :D

von elchris - am 24.10.2003 22:51
Torsten M. schrieb:

Zitat

Bei uns hier in Niedersachsen nördlích von Hannover steht
auch in jedem Dorf mindestens eine Sirene


Feuerwehralamierung. Hat nichts mit den bereits demontierten Katastrophensirenen zu tun

von AFNBEKENNER - am 25.10.2003 07:30
Wieso wurden eigentlich diese ganzen Sirenen abgebaut? Wieso gibt's keine Tests mehr, bei vorhandenen Anlagen? Und wie wird man in Zukunft dann auf Katastrophen aufmerksam, wenn man grad kein Radio an hat?
Und wie ist der Empfang eigentlich in Luftschutzbunkern? Ich hoffe doch wenigstens, dass es noch einige Bunker gibt, oder wurden die auch alle abgebaut? Bzw. werden bei größeren Neubauten solche noch mitgeplant?

Ich stelle mir besser nicht vor, wir haben kompletten Digitalradio-Empfang, sei's jetzt DAB oder DRM, und dann müssen wir in den Bunker und kriegen gar nichts mehr...



von radiosi - am 25.10.2003 12:15
laos bei uns werden die sirenen immer am ersten mittwoch im monat getestet,meist so gegen mittag,hier wurde nix abgbebaut,alles funktiuniert ohne probleme.



von Robert S. - am 25.10.2003 13:39
im dorf



von Robert S. - am 25.10.2003 13:52
Zwobot:

Was habt ihr denn für ein Steinzeitsystem? Bei uns ist die Alarmierung schon seit, hmm, knap 10 Jahren digital. Funktioniert soweit ich weiß über ein einem Pager ähnliches System.

Robert S.:

Gab es in den 80ern in Hamburg auch noch, daran kann ich mich noch erinnern. Mittwochs (?) morgens, jede Woche. Aber in der Tat, hier gibt es diese Sirenen auch nicht mehr. Ich habe nichtmal Ahnung, ob überhaupt welche existierten, ich wohne erst seit 1990 aufm Dorf.

von -Ole- - am 25.10.2003 14:18
na aber die muß es doch noch geben,ich meine wenns mal brennt oder so gehn die immer an bei uns,oder wie sollen sonst die ganzen feuerwehren informiert werden ?
ich kann mir nicht so richtig vorstellen das die abmontiert sind.



von Robert S. - am 25.10.2003 14:20
Wie geschrieben, die Feuerwehr kriegt das via Funk. Keine Sirenen mehr. Die hört man hier nur noch, wenn die gerade zum Einsatz fahren und die Sirene eingeschaltet haben.

von -Ole- - am 25.10.2003 14:41
Wie mir ein Brandmeister mal erklärte, kommen die Sirenen in den Städten (vorwiegend in ländlichen Gegenden) bei "größeren Schadenslagen" zum Einsatz... die Tests dieser Sirenen sind mittlerweile wohl zurückgefahren worden... früher war's einmal pro Woche, mittlerweile jeweils an einem bestimmten ersten Wochentag im Monat...
Die Alarmierung per Pager für die Feuerwehr basiert AFAIK auf dem GSM-System...

von hybrid - am 25.10.2003 14:53
@Radiosi: Wenn du wissen willst ob´s noch Atombunker giebt,geh mal auf www.kernwaffen.com. dann Zivilschutzanlagen anklicken und du kannst dir von jeder grösseren Stadt ne Liste über die Bunker holn.

von SK1 - am 25.10.2003 14:55
ich erinnere mich noch an die zeit kurz nach der wende,da wurden bei ums im dorf auch immer jeden mittwoch und sonnabend glaube ich die sirenen aller orte getestet,aber wie schon gesagt wurde,es wird heut nicht mehr so oft getahn



von Robert S. - am 25.10.2003 14:57
Feuerwehralamierung ist bei uns alles per Pager (kenne da ein Paar Leute die bei der Feuerwehr sind). Nur die Martinshörner (?) hör' ich hier immer, da ich nicht so arg weit von einer Hauptstraße weg wohne wo die Rettungskräfte oft entlang fahren. Ist manchmal ganz nervig, wenn's dann an einem Tag andauernd vorbeitatütatat. An Sirenentests kann ich mich nur noch ganz schwach aus der Kindheit erinnern. Das gibt's aber schon lange nicht mehr.

von Brubacker - am 25.10.2003 16:19
Brubacker:

Genau. So ist es hier auch. Diese Pager arbeiten aber nicht auf GSM-Basis, das ist ein feuerwehr-eigenes System.

von -Ole- - am 25.10.2003 16:25
Keine Ahnung. Müsste normaler BOS-Funk sogar sein. Das Ding welches ein Bekannter hatte, war ein Motorola-Empfänger, der auf einen bestimmten BOS-Kanal eingestellt war. Und diese Empfänger sind angeblich auch adressierbar, wenn ich mich recht erinnere. Mit GSM oder den früheren kommerziellen Pager-Systemen hat das freilich wenig zu tun.

von Brubacker - am 25.10.2003 16:27
Vor einiger Zeit - muß in diesem Jahr gewesen sein - habe ich gelesen (Quelle?) das eine Vereinbarung getroffen wurde, um derartige Informationen (also vom Katastrophenschutz u.ä) auch bei privaten Sendern sofort in den Äther zu bringen. Kann mich aber nicht mehr an Details erinnern, z.B. ob das bundesweit gilt, oder nur für bestimmte Länder.

von The Jazzman - am 25.10.2003 16:38
@ Brubacker: Genau, im 2 m-Band!



von PowerAM - am 26.10.2003 01:14
@ The Jazzmen:
Privatsender wollen am Warnsystem teilnehmen
[FPoe] Bonn - Auch die privaten Hörfunk- und Fernsehsender werden ihre Programme für die direkte Durchschaltung der Warnmeldungen bei Katastrophen zur Verfügung stellen. ...

Quelle: http://alt.digitv.de/news/arc119.html

von Klausi69 - am 26.10.2003 09:56
Klausi69 schrieb:

Zitat

@ The Jazzmen:
Privatsender wollen am Warnsystem teilnehmen
[FPoe]



So war es früher in der BRD

http://www.lostplaces.de/warndienst/index.html

von AFNBEKENNER - am 26.10.2003 10:26
Dass die öst. Privatsender Katastrophen-Infos bringen müssen (= Durchschaltung vom ORF), ist im Privatradiogesetz geregelt.

Thorsten hat eine landesweiten Sirenenprobealarm gehört. Gibt es alle Jahre wieder. Sonst 12:00 Uhr samstags 15 sec.

von andimik - am 27.10.2003 10:04
Bei uns scheint die Feuerwehrsirene in der letzten Zeit wieder verstärkt zum Einsatz zu kommen, sie wird auch regelmäßig getestet, zumindest für Feueralarm.

Woanders sind die Sirenen aber schon komplett abgebaut worden. Ich kann mich erinnern, dass während der Überschwemmungen ca. an Weihnachten vor 10 Jahren quasi über Nacht die Altstadt von Blieskastel überflutet wurde und viele erst morgens beim Aufstehen festgestellt haben , dass ihr Erdgeschoss (v.a. Geschäftsräume) unter Wasser stand. Eine definitive Vorwarnung durch die Behörden gab es nicht und wenn man nachts im Bett liegt und pennt, kriegt man auch aus dem Radio nichts mit.
Ein Katastrophenalarm wäre in dem Fall extrem notwendig gewesen, ich bin mir aber nicht sicher, ob aus diesem Vorfall wirklich Lehren gezogen wurden.

Fliegeralarm habe ich 1991 zum letzten Mal gehört, da ist man sich wohl sicher, dass man den nicht mehr braucht ...

von Saarländer (aus Elm) - am 27.10.2003 10:16
Sirenenalarm gibt es hier auch noch, wird aber nur für die Feuerwehr benutzt, obwohl diese auch schon Pager besitzt. Die Sirenen werden jeden ersten Samstag im Monat gegen 12:47 Uhr getestet.

von Westerwälder - am 27.10.2003 18:43
ich sags mal so,auf die sirenen kann und sollte man nicht verzichten,bei einam pager können mal die akkus alle sein,nicht jeder hört radio oder schaut tv,eine sirene wird immer und von jedem gehört



von Robert S. - am 27.10.2003 22:02
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