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Südkoreanischer Rundfunk und Fernsehen in Nordkorea

Startbeitrag von Lutz2 am 06.06.2010 15:18

Wie sicherlich alle wissen, ist Nordkorea gegenüber dem Ausland absolut abgeschottet.

Was mich interessieren würde, ist, ob Nordkoreaner die Möglichkeit haben, südkoreanische Programme via Radio und TV zu empfangen.

Und: Wie sieht es umgekehrt aus: Lassen sich in Süden der koreanischen Halbinsel auch Programme aus dem Norden reinkriegen?

Die 50 interessantesten Antworten:

Grüß Dich,

Ein paar Fakten:

- Nordkorea: PAL - D/K
- Südkorea: NTSC - M
Von über die chinesische Grenze nach Nordkorea eingeschmuggelter chinesischer Multinurm-Alleskönner in bekannter niedriger Preisklasse abgesehen, ist die Inkompatiblität der gängigen analogen Systeme deutlich größer als zu Alt-BRD/DDR-Zeiten, wo das "Westfernsehen" bei fehlendem PAL-Tuner dank gemeinsamer B/G-Norm in einem Secam-Gerät aus DDR-Produktion wenigstens noch in s/w zu sehen war.

- Laut wikipedia hat das nordkoreanische Fernsehen bis auf weiteres kein Interesse an einem Umstieg auf DVB-T oder ein anderes DTV.
Aus wirtschaftlicher und generell finanzieller Sicht dürfte das Land (von den fragwürdigen Atomtests ganz zu scheigen) und dessen Staatsfernsehen sicher auch völlig andere Sorgen als die Einführung einer digitalen Norm haben.

- Soul liegt nur ungefär 60 km von der inner-koreanischen Grenze entfernt, Pyöngyang ebenfalls - glaube ich - nur rund 140 km.
Die gegenseitige TV-Versorgung dieser beiden Metropolen dürfte also aus geographischer Sicht - theoretisch (!!) - ähnlich gewährleistet sein wie zu Alt-BRD/DDR-Zeiten.
Angemerkt sei, daß in Nordkorea drakonischste Strafen bis hin zur Todesstrafe (sogar bei unerlaubten Auslandstelefonaten, wie ich kürzlich bei den Neuigkeiten Nordkoreas auf der Amnesty International-Seite laß) für das Konsumieren von "Feindsendern" stehen. Ferner sind zahlreiche TV- &Radioempfänger mit festeingestellter Frequenz (bzw. "verplombt") im Umlauf, welche auch regelmäßig von den Staatsorganen kontrolliert werden, da Wohnungen in Nordkorea wohl nicht abgeschlossen werden dürfen, und somit die Staatsmacht ein leichtes Spiel hat. Dennoch werden aufgrund der Nähe zur inner-koreanischen Grenze beider Hauptstädte auch gegenseitig (TV-)Störsender eingesetzt, wie ich kürzlich in einem Thread im WFTDA-Forum gelesen habe.

von Mathias Volta - am 06.06.2010 16:05
Interessantes Thema, zumal es auch Unterschiede zu "unserer" Situation DDR/BRD gibt:

Soweit ich weiss, ist der Empfang von Programmen aus dem Norden im Süden verboten. Im Süden dürfen noch nicht einmal Frequenzen und Standorte nordkoreanischer Sender veroeffentlicht werden.

Umgekehrt ist im Norden natürlich auch der Empfang von Sendern aus dem Süden (dem Ausland generell) verboten.

Interessant ist - so habe ich gehoert (man moege mich korrigieren, falls das nicht stimmen sollte) - dass der Süden den Norden jammt (und nicht umgekehrt), z.B. den 1500 Kilowatt starken Sender auf 1080 KHz aus Haeju, im aeussersten Südwesten von Nordkorea. Hier kommen in Seoul nur Stoergeraeusche an.

Ich meine mal gelesen zu haben, dass der Norden nicht den Sueden jammt. Was wohl damit zutun hat, dass das Gebiet in Nordkorea nahe der Grenze recht dünn besiedelt ist, und darueberhinaus in Nordkorea ohnehin alle Radiogeraete so modifiziert sind, dass sie nur die Frequenzen der staatlichen Sender empfangen koennen. Das Gebiet in Südkorea naher der Grenze ist staerker besiedelt (Seoul liegt nicht weit der Grenze).

In Nordkorea (Kaesong) gibt es laut diverser Angaben einen Fernsehsender, der in PAL fuer Nordkorea sendet, und zeitweise auch Sendungen in NTSC fuer Suedkorea im Programm haben soll:

Kaesong, VHF Kanal 8; Leistung: 30 kW. PAL/ NTSC Norm D/K u. M

In wie weit diese Sendungen im Sueden gesehen werden ist eine spannende Frage, auch frage ich mich, wieso man "nur" mit 30 KW sendet. Auch habe ich gelesen, dass auf Kanal 8 in Seoul ein Testbild ausgestrahlt wird, so dass der Empfang des Senders aus Kaesong verhindert wird.

Sicherlich gibt es zahlreiche Untergrundsender in Suedkorea mit Sendeanlagen teilweise in China und Russland, die Programme fuer Hoerer in Nordkorea produzieren. In wie weit diese in Nordkorea gehoert werden weiss man nicht.

Waehrend man in West-Deutschland also problemlos Programme aus der DDR konsumieren konnte, ist in Suedkorea der Empfang von Programmen aus dem Norden verboten. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass es bei uns der Westen war, der die Wiedervereinigung "wollte". In Korea ist es meines Wissens der Norden, dessen politisches Ziel die Wiedervereinigung mit dem Sueden ist (natuerlich unter Beibehaltung des nordkoreanischen Systems). Der Sueden hat zwar auch eine Wiederverinigung in seiner Verfassung als Ziel verankert, ist an dieser aber wohl nicht so "interessiert" wie der Norden.





von Klaus Wegener - am 06.06.2010 16:18
Zitat
DXer_2008
Da hab ich mir nur so gedacht: Die Nordkoreaner, die lassen sich auch alles von ihrer Regierung gefallen.
Dass sich dort noch nicht mal der leiseste Wiederstand regt.

Na ja, wenn du dein ganzes Leben lang erzählt bekommst, dass der große Führer fliegen, über Wasser gehen und aus NDR 2 ein gutes Radioprogramm machen kann, dann glaubst du das eben.
Und wer mehr weiß ist so schlau und sagt es nicht.
Übrigens ist dort Papier rationiert, sodass du keine Flugblätter drucken könntest. :eek:

Zurück zum Thema: Was in Nordkorea wohl tatsächlich ankommt ist Kurzwelle. Es gibt Sender wie http://english.nkradio.org, die über Anlagen in Südkorea, Russland, China oder Armenien nach Nordkorea strahlen und dort mit kleinen KW-RXs gehört werden. Gelegentlich gibt es sogar Interviews (!), für die Aufnahmegeräte und Kassetten nach NK und wieder zurück geschmuggelt werden.

Spannend, alles.



von kielerförde - am 06.06.2010 17:49
Off-Topic:

Zitat
DXer_2008
Da hab ich mir nur so gedacht: Die Nordkoreaner, die lassen sich auch alles von ihrer Regierung gefallen. :D
Dass sich dort noch nicht mal der leiseste Wiederstand regt.


Ich finde diesen Artikel interessant:

http://kritische-massen.over-blog.de/article-32037844.html

Man muss sich auch vor Augen halten, dass die Leute dort vom Kindesalter erzaehlt bekommen, wie toll alles ist. Wenn man nichts hat (auslaendische Medien, Reisen ins Ausland), die einen eine andere Meinung bilden lassen, glaubt man, was einem erzehlt wird. Und ins Ausland duerfen nur die, die ideologisch sehr gefestigt sind.

Doch wieder topic: Radio-Spezialist fuer Nordkorea ist Arnulf Piontek. Ich habe gehoert, er haette mal einen Bandscan in Pyongyang gemacht, habe aber mittels Google nichts finden koennen...



von Klaus Wegener - am 06.06.2010 19:42
@ teucom

Zitat

Wieso leistet sich Nordkorea überhaupt eine Satellitenverbreitung? Wird das für die handvoll terrestrischer Sender gemacht, oder zu Propagandazwecken ins Ausland?


Wohl zu Propagandazwecken.


Zitat

Würde man die DDR, gäbe es sie noch, heute auf Satellit antreffen, eventuell in einem gemeinsamen Bouquet der Sozialistischen Bruderländer?


Sicherlich. Hier stellt sich aber die Frage, ob tatsächlich die Inlandsprogramme (also DDR1 und DDR2) übertragen worden wären oder ein Auslandsdienst. Es ist unwahrscheinlich, daß die DDR die Rechte für Filme und Serien für ganz Europa eingekauft hätte. Oder man hätte dann auf Eigenproduktionen setzen müssen.

Seitdem sich das Privatfernsehen in den 90ern entgültig durchgesetzt hat, dürften die Preise für die Rechte an Filmen und TV-Serien deutlich gestiegen sein. Hier stellt sich die Frage, wie sich das auf die DDR ausgewirkt hätte.

Auf Satellit war das DDR-Fernsehen schon aktiv. Man sendete über diverse Gorizont-Satelliten. Ich habe mal irgendwo Bilder davon gesehen. Das waren wohl aber keine regulären Ausstrahlungen.


von Kay B - am 06.06.2010 20:35
Zitat
teucom
Wieso leistet sich Nordkorea überhaupt eine Satellitenverbreitung? Wird das für die handvoll terrestrischer Sender gemacht, oder zu Propagandazwecken ins Ausland?


Ich kann mir nicht vorstellen, dass das zu Propagandazwecken gemacht wird. Denn man erreicht ja nur sehr wenige, zumindest hier in Europa ist C-Band Empfang wenig verbreitet. Zweck von Propaganda ist ja, moeglichst viele zu erreichen. Wenn Propagandazwecke, waere es sinnvoller, das Programm, so wie China oder Kuba es tun, im Ku-Band auszustrahlen.

Ich koennte mir vorstellen, dass man mit den Ausstrahlungen Auslandskoreaner erreichen moechte. Es gibt ja doch einige, z.B. hat die nordkoreanische Botschaft in Berlin eine C-Band Antenne auf dem Dach.

Bei Google Earth sieht man diese noch nicht, die Aufnahme ist wohl zu alt, aber man sieht die riesige, in Richtung Nordkorea ausgerichtete Kurzwellenantenne, die sich immer noch dort befindet. Hinzugekommen ist, wie gesagt, eine C-Band Antenne...

http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=52.511704,13.385858&spn=0.000293,0.000603&t=h&z=21

Ich koennte mir schon vorstellen, dass man ein gewisses Interesse daran hat, dass die Botschaftsmitarbeiter das heimische und nicht das "westliche" Fernsehen sehen. Wobei mir nicht klar ist, ob die in dem Gebaeude auch wohnen, denn bei der Arbeit fernzusehen, macht man ja nicht...




von Klaus Wegener - am 07.06.2010 06:11
Vor einiger Zeit hatte ich mich auch, angespornt durch West Empfang in der DDR Threads, für Nord - und Südkorea interessiert. Vieles ist ja schon gesagt worden, wie das verbot des Empfangs von nordkoreanischen TVs in Südkorea und selbstverständlich umgekehrt. Jamming wurde genannt und darüber findet man auch Videos auf Youtube. Zu nordkoreanisches TV in der Nähe Seouls empfangen gibt es auch Videos, Qualität ist aber wirklich schlecht und wird wohl gestört.

Auf meinen Umsteigezeiten auf Incheon hatte ich auch mal das Band mit dem Handyradio gescannt, aber ich bekam nichts wirklich aus Nordkorea zu identifizierendes rein. Ok, die Empfangsanlage und Situation war im Gebäude auch nicht wirklich gut.

Auch hatte ich mal ein Video gefunden, wo eine Reisegruppe auf nordkoreanischer Seite bei Panmunjom sich ins südkoreanische Handynetz einbuchen konnte. Irgendwie schien das Handy bei den Sicherheitskontrollen durchgerutscht zu sein.

Da mich die Situation auch selbst interessierte hatte ich mal mittels Radiomobile geschaut, wie denn der Empfang südkoreanischer Rundfunksender in Nordkorea aussähe. Ich hatte Sender auf wirklich exponierten Punkten entlang der Grenze gesetzt, inkl. der südkor. Inseln im Gelben Meer vor der Küste Nordkoreas, htte die Sender noch mit 500m angenommen und eine Leistung von 100kW (oder sogar mal 500kW). Ergebnis: Pjönjang ist nicht erreichbar, die Berge, v.a. die hohen nahe der Küste schatten die Hauptstadt sehr gut von Einstrahlungen aus dem Süden ab. Ja, es kommen Signalfetzen an, aber nur in sehr geringer Stärke und diese sind bestimmt nicht mit Kofferradios dort empfangbar. Eine Dachantenne würde wohl zu auffällig sein. Es kamen sogar Signale an den Bergen hinter Dandong in China an. Ebenso konnte die Bucht um Wonsan und Hungnam zum Jap. Meer hin recht gut versorgt werden. Ansonsten hielten die hohen Berge Mitten auf der Halbinsel die Funkwellen zurück.

von CBS - am 07.06.2010 07:20
Zitat
CBS
Auch hatte ich mal ein Video gefunden, wo eine Reisegruppe auf nordkoreanischer Seite bei Panmunjom sich ins südkoreanische Handynetz einbuchen konnte. Irgendwie schien das Handy bei den Sicherheitskontrollen durchgerutscht zu sein.


Mobilfunk ist auch ein interessantes Thema. Es gibt seit 2003 ein Handynetz in Nordkorea, GSM 900, Name "SUN NET".

Nach dem Zugunglueck 2004 liess der "liebe Fuehrer" alle Handies wieder einsammeln. Das Netz wurde aber nicht abgeschaltet, es gibt priviligierte Personen, die dieses weiter nutzen. Das Netz konnte - und deshalb kam ich jetzt darauf - von südkoreanischer Seite an der Grenze geloggt werden.

Hier ein Foto eines iPhones eines Touristen im Flughafen Pyongyang:

http://www.roaminginfo.de/html/handybilder_-_korea.html

Offiziell gibt es dieses Netz aber weiterhin nicht (mehr). Anstattdessen wurde letztes Jahr ein 3G Netz aufgebaut, welches wohl - wie man hoert - im Rahmen der Moeglichkeiten recht erfolgreich sein soll.

von Klaus Wegener - am 07.06.2010 08:59
@CBS: Hier der Link von dem Du zu Anfang sprachst: http://www.youtube.com/watch?v=BXIYWPPP8k8

Man muss nicht des koreanischen mächtig sein, um zu verstehen, worum es bei der Sendung geht.
Wenn im nordkoreanischen Fernsehen den ganzen Tag so ein Schrott läuft, dann wundert es mich, dass sich dies überhaupt noch jemand ansieht.

Interessant auch das folgende Video (trotz der falschen Untertitelung): http://www.youtube.com/watch?v=N6OQJxe8ic0

...unglaublich, wie selbst die Kleinsten indoktriniert werden! :mad:

Laut der Doku Mengeles Erben: Menschenexperimente im Kalten Krieg gibt es noch heute Gaskammern in nordkoreanischen Gefangenenlagern.

Diejenigen, die in der nordkoreanischen Führung für diese Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verantwortlich sind, sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden!

von Lutz2 - am 07.06.2010 09:30
Zitat
Dixie_
Zitat
Lutz2
Schade, dass es keinen Bandscan aus Pjöngjang gibt.

Ja, dies liegt aber daran, daß es in Nordkorea verboten ist, unverplombte und somit nicht auf den Staatsrundfunk fest eingestellte Radios zu besitzen. Dieses Verbot gilt auch für westliche Touristen.


Ein OM hat mir erzaehlt, Arnulf Piontek haette bei seinen Reisen nach Nordkorea ein Radio dabei und Bandscans angefertigt. Ich hatte ihn mal per e-mail kontaktiert aber keine Antwort erhalten. Hat denn keiner der hier mitlesenden OM's Kontakt zu Herrn Piontek? Vielleicht ueber den ADDX?

Bzgl. des Verbots für westliche Touristen gibt es verschiedenen Aussagen. Einerseits liest man, die Einfuhr jeglicher Art von Kommunikations-Geraeten (Radio, Handy...) sei verboten.

Ich habe lange nach einer Antwort gesucht, warum das so ist. Die einzige einleuchtende Antwort, auf die ich gestossen bin, war, dass man mit relativ einfachem Mitteln jeden Empfaenger zu einem Sender umbauen kann und mittels diesem die "US-Aggressoren und deren Marionetten-Regierung im Sueden des Landes kontaktieren und eine Invasion vorbereiten kann". Es hat - zumindest im Falle der westlichen Touristen - also nichts damit zu tun, dass diese dort keine Radioprogramme hoeren duerfen. Es geht um die "Gefahr, die die Technik birgt".

Andererseits habe ich mit einigen gesprochen, die in Nordkorea waren und mir sagten, sie konnten problemlos ihren MP3-Player mitnehmen (der ja durchaus ein Radio beinhalten kann).

Auch interessant ist, dass das Handyverbot wohl nicht fuer alle gilt, sondern nur fuer "normale Touristen". Ich habe mit zwei Diplomaten gesprochen, die beide unabhaengig voneinander (sie kannten sich nicht) in Nordkorea waren und mir sagten, sie durften ihr Handy einfuehren (funktionierte dort mangels Roamingabkommen aber nicht).

Interessante Frage, das koennte einem vielleicht Herr Piontek sagen, ist, wie eigentlich nordkoreanischen Radios aussehen. Es scheint ja durchaus mehr als nur ein Programm zu geben, und es werden verschiedene Frequenzen verwendet (laut WRTH Handbook). Haben die Radios keine Skala bzw. durchstimmbaren Bereich, sondern feste Programmtasten (so wie die "Luxemburg-Taste" frueher bei uns)? Das stelle ich mir aber sehr umstaendlich vor.

Dann gibt es ja noch die "Kaesten" in den Wohnungen, gab's ja auch schon einige Threads hier, das scheint Drahtfunk zu sein. Die Dinger kann mal wohl nicht aus, sondern nur leise schalten. Ob das ein regulaeres Radioprogramm ist, das auch terrestrisch verbreitet wird, oder ein spezielles nur per Draht zu empfangendes Programm, weiss man nicht...

Im TV gibt es nicht nur ein Programm, sondern drei: Korean Central TV, Mansudae TV, und "Cultural & Educational TV (vor 1997 hiess dieses Programm "Kaesong TV Broadcasting Station"). Diese drei koennen in Pyongyanger Hotels gesehen werden.

Im WRTH sind diese drei verzeichnet:

Mansudae TV Pyongyang, VHF Kanal 5; Leistung: 350 kW
Cultural & Educational TV Pyonyang, VHF Kanal 9; Leistung: 140 kW
Kaesong, VHF Kanal 8; Leistung: 30 kW. PAL/ NTSC Norm D/K u. M

Im WRTH fehlt KCTV, und was genau der Sender Kaesong ist, erschliesst sich mir nicht. Der scheint ja, wie gesagt, auch Propagandasendungen in NTSC im Programm zu haben...





von Klaus Wegener - am 07.06.2010 11:42
@Lutz2: Warum die Amis tatenlos zusehen? Warum denn nicht? Die Amis interessieren sich doch einen Scheißdreck für Menschenrechte. Wenn ein Krieg keine wirtschaftlichen Vorteile bringt, wird er auch nicht geführt. Zu Zeiten des ersten Koreakrieges war das Land ja noch strategisch bedeutsam, so als Frontstaat zur UdSSR und zu China. Jetzt hat man den Fuß in Südkorea und in Japan, das reicht den Amis. Man braucht das Land auch nicht für eine Pipeline, und Opium wird in Afghansitan bereigts genug für die ganze Welt angebaut. Solange man in Nordkorea keine besonders wertvollen und seltenen Bodenschätze findet, wird dort keiner die Menschen befreien. Und was heißt befreien? geht es den Menschen im Irak oder Afghanistan heute besser als früher? Wollen die Nordkoreaner überhaupt befreit werden? Es gibt da bei Youtube auch zahlreiche Videos von Touristen in Nordkorea, die Menschen dort sind dermaßen indoktriniert, die meisten würden ihr Land bis auf die letzte Patrone verteiden. Das erscheint uns verrückt und irrational, aber die radikalen Moslems begehen auch Selbstmordattentate aus völliger Überzeugung. Und selbst in Ländern mit relativ freier Presse gehen Menschen auf die Straße, um *gegen* eine gesetzliche Krankenkasse zu demonstrieren, weil so etwas ja "sozialistisch" und damit automatisch "böse" ist. Für die Menschen in Nordkorea bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass Kim Jong Il bald stirbt, und sein Sohn was besser drauf ist. Immerhin hat Kim Jong Un auch im Ausland studiert und spricht fließend englisch.

von Bolivar diGriz - am 08.06.2010 04:36
Zitat
elchris
Man kann Nordkorea wohl nur schwer mit der DDR vergleichen. Gegen das, was (laut den dem Westen vorliegenden, uns allen wohl nicht nachprüfbaren, Informationen!) dort passiert war die DDR nix. Dort gab es Alte, die sind in NK wohl alle schon weggestorben oder weggesperrt - d.h. es kennt niemand mehr die Welt davor/ausserhalb der Staatsdoktrin. Für die Leute dort ist der Zustand normal und auch richtig.

Ich glaub auch, dass da die meisten kein normales Radio wollen - damit könnte man ja bösartige Aussendungen aus dem Ausland empfangen, die die Gedanken verwirren, einen vom großen Führer abbringen usw. Hat direkt was Religiöses - die kommen halt nicht in die Hölle sondern ins Arbeitslager - im Endeffekt derselbe Käse.


Ich glaube, Du hast die Sache auf den Punkt gebracht.

Hier noch ein interessanter "Brief eines Nordkoreaners", in welchem ein in Deutschland lebender Nordkoreaner beschreibt, dass es das Wort "Wahl" in der koreanischen Sprache nicht gibt, man kennt es also nicht, eine Wahl zu haben. Deshalb nimmt man alles so, wie es ist, und erachtet es als richtig. Man kommt gar nicht auf die Idee, dieses in Frage zu stellen. Da es keine Wahl gibt:

http://www.wer-hat-die-wahl.de/beitrage/pdf/1Preis_Chang.pdf


Zitat
Lutz2
@elchris: Noch größerer Käse, um nicht zu sagen ein Skandal, ist es dann, dass der Westen dem tatenlos zusieht! :mad:


Wie wuerdest Du es finden, wenn Kim Jong Il's Armee jetzt in den USA einmarschieren wuerde und sagen wuerde: wir befreien die jetzt mal! Wir finden es nicht gut, dass es dort eine so hohe Arbeitslosigkeit gibt, dass es viele Obdachlose gibt, dass viele keine gesundheidliche Versorgung haben, dass in Guantanamo gefoltert wird - wir befreien die jetzt mal und druecken denen unser System auf's Auge.

Genau. Unmoeglich.

Aber wieso nehmen die USA sich das Recht raus, dieses zu tun? Im Irak haben sie es getan, da sie Massenvernichtungswaffen vermutet haben. Haben sie aber nicht gefunden. In Nordkorea vermuten sie ganz schreckliche Zustaende. Aber sind die Zustaende dort wirklich so schrecklich? Ich weiss es nicht. Aber ich vermute mal, die Wahrheit liegt - wie so oft - in der Mitte, zwischen den "paradiesischen Zustaenden", die uns die nordkoreanische Nachrichtenagentur verkauft, und dem stark verzerrten Bild in unserer westlichen Presse (Thema Feindbild).

Man schaue sich mal diesen Thread in diesem Forum an:

http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=48831455

Ob die Bilder dort echt sind? Oder nicht? Oder nur Vorzeigebilder sind? Man weiss es nicht. Die nordkoreanische Nationalmannschaft, die dieser Tage in Suedafrika spielt, sieht auch nicht wie dahinsiechende Hungergestalten aus....



von Klaus Wegener - am 08.06.2010 07:52
Hui, nun wird's politisch. :)

Ich hab den Thread die letzten Tage verfolgt und finde das Thema außerordentlich interessant. Die Meinung von Erwin teile ich. Denn es ist ja so... Die meisten Menschen die heute in Nordkorea leben, haben außerhalb dieses Staats nie etwas gesehen. Sie wurden ja auch schon, kaum das sie auf der Welt waren, in dieses System eingefügt und gedrillt. Ihr Horizont endet an der Landesgrenze und sie sind zufrieden damit.
Und ob es ihnen so schlecht geht? In Relation zu uns sicherlich. Aber was man nicht kennt, vermisst man nicht. Es ist, denke ich, ein Irrglaube von uns Außenstehenden zu meinen, dass die Nordkoreaner wissen, dass sie unterdrückt und eingesperrt sind und alle mit einer stillen Wut auf Kim Jong Ill herumlaufen. Die meisten Menschen dort werden ihrem Alltag nachgehen und sind zufrieden damit. Sie kennen ja auch nichts anderes. Ich wage sogar zu behaupten, dass sie sich keine Gedanken über so etwas machen. Sie haben keine Vergleichsbasis für ihr Staats- und Gesellschaftssystem. Also was sollen sie auch darüber grübeln? Ihr großer Führer beschützt sie vor Gefahren von außen, dafür müssen sie eben tun was er sagt. Das erscheint uns fremd, aber ich teile Erwins Meinung, dass gefühlte 99 % der Nordkoreanischen Bevölkerung ihr Land und System bis auf's Blut verteidigen würde, genau wie wir unseres.

Die meisten Nordkoreaner werden gegenüber den Ländern von Außen höchstwahrscheinlich die selbe Meinung vertreten wie ihr großer Führer. Störender Einfluss auf's System, Gefahr für Staat und Vaterland. Sie werden also gar keinen Südkoreanischen Rundfunk empfangen wollen, selbst wenn sie es könnten.

Sicher, das von mir oben beschriebene gilt nicht für alle Nordkoreaner, aber für die meisten, denke ich.

Wenn ich mir das Nordkoreanische System so betrachte, sehe ich auch unsere Demokratie in etwas anderem Licht. Denn haben wir keine Propaganda? Wie viele freie Medien werden von Großkonzernen oder Politik gesteuert und dienen nur als Sprachrohr? Und die Medien die noch unabhängig sind, werden auch oft nicht genutzt, weil das ja mit Aufwand verbunden wäre. Die Folgen daraus sehe ich in den USA. Dort sehe ich auch die Zukunft Europas, denn meistens schwappt sowas ja hier rüber. Viele Menschen sind politisch schlicht ungebildet und ihr (geistiger) Horizont endet auch meistens bei der Landes- oft schon Staats- oder Stadtgrenze. Diese Entwicklung setzt sich fort und macht mir manchmal echt Angst.

von Sebastian Dohrmann - am 08.06.2010 08:03
Zitat
elchris
...d.h. es kennt niemand mehr die Welt davor/ausserhalb der Staatsdoktrin. Für die Leute dort ist der Zustand normal und auch richtig.

Dennoch gehört zu grundlegendsten Dingen der menschlichen Natur, Neues kennen lernen zu wollen und seine eigenen Neigungen frei zum Ausdruck zu bringen. Dies ist ein ungeheuer starker menschliecher Trieb, denn Millionen sind dafür sogar schon in den Tod gegangen. Die muss in Nordkorea weitgehend unterdrückt werden, was einen ungeheuren Aufwand braucht. Hunderttausende Sicherheitsleute müssen das Volk überwachen und jede individualistische Regung sofort ersticken, indem die Betroffenen weggesperrt werden.

Zitat
Klaus Wegener
Deshalb nimmt man alles so, wie es ist, und erachtet es als richtig. Man kommt gar nicht auf die Idee, dieses in Frage zu stellen.

Man hat sicher keine Wahl, aber jeder kennt selbst seine individualistischen Gefühlsregungen und auch Leute, die deswegen weggesperrt wurden. Man lebt daher in ständiger Angst, auch einmal bei einer "Untat" ertappt zu werden.

Ist schon aufgefallen, dass auf den Fotos aus Nordkorea fast nie jemand lächelt? Dabei gilt Lächeln in Ostasien als oberste Pflicht. Ich meine, dass man versucht, die Nordkoreaner in einer Art kollektiven Psychose zu halten. Doch so wie Psychopathen Momente haben, in denen sie nicht ihren wahnhaften Gedanken folgen, trifft dies auch auf die Bürger Nordkoreas zu.

von Wasat - am 08.06.2010 10:32
Zitat
Wasat
Dennoch gehört zu grundlegendsten Dingen der menschlichen Natur, Neues kennen lernen zu wollen und seine eigenen Neigungen frei zum Ausdruck zu bringen. Dies ist ein ungeheuer starker menschliecher Trieb, denn Millionen sind dafür sogar schon in den Tod gegangen. Die muss in Nordkorea weitgehend unterdrückt werden, was einen ungeheuren Aufwand braucht. Hunderttausende Sicherheitsleute müssen das Volk überwachen und jede individualistische Regung sofort ersticken, indem die Betroffenen weggesperrt werden.


Im Buch Ihr seid hier im Paradies, die Erzaehlung der Kindheid eines Jungen, der in Nordkorea aufgewachsen und anschliessend geflohen ist, wird gesagt, dass bereits in der Schule trainiert wird, seine Mitschueler anzuschwaerzen. Jeden Montag musste jeder Schueler einen Klassenkameraden auswaehlen und anschwaerzen, was dieser letzte Woche falsch gemacht hat. Findet jemand keinen, den er anschwaerzen kann, gibt es Rohrstockschlaege vom Lehrer. Dadurch wird man gedrillt, auch spaeter im Erwachsenenleben seine Mitmenschen zu ueberwachen und Fehlverhalten sofort zu melden.

Ich weiss nicht, ob man die Aussage, dass die Menschen nicht wissen, wie es im Ausland aussieht, fuer alle Nordkoreaner stehen lassen kann. Sicherlich fuer die Mehrheit der Bevoelkerung. Aber es gibt doch durchaus auch Nordkoreaner, die ins Ausland reisen oder im Ausland leben. z.B. die Mitarbeiter der Botschaft in Berlin, in Wien, in den anderen Botschaften. Oder die Zirkus-Akrobaten, letzten Herbst war doch ein nordkoreanischer Zirkus in Deutschland auf Tour. Oder jetzt die Fussballmannschaft. Ich wuerde gerne wissen, was in deren Koepfen vorgeht. Ich kann mir vorstellen, dass hier nur Leute ausgewaehlt werden, die linientreu sind, und von denen man weiss, dass sie wieder in die Heimat zurueckkehren. Auch habe ich gelesen, wenn sie wieder in ihre Heimat zurueckkehren, sie einer "Untersuchung" unterzogen werden, wo geprueft wird, ob sie noch standfest sind, und falls nicht, sie wieder "standfest gemacht" werden.

Es gibt einen sehr lesenswerten Blog ueber Nordkorea. Der Autor hatte vor kurzer Zeit ueber die Eliten geschrieben, dass es scheinbar innerhalb der Eliten Machtgerangel gibt. Es wurde auch erwaehnt, dass etwa 1/4 der Bevoelkerung als "linientreu" einzustufen ist (aus diesen werden dann die Eliten rekrutiert), 2/4 als "schwankend" und 1/4 als "feindlich gestimmt". Innerhalb dieser "Kasten" gibt es noch zahlreiche "Unterkasten". Von einer klassenlosen Gesellschaft kann also keine Rede sein.

von Klaus Wegener - am 08.06.2010 12:32
Sorry, vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

Nehmen wir an, es gibt eindeutige Belege, dass in Nordkorea Lager existieren, in denen an Menschen Experimente durchgeführt werden (wovon ich ausgehe, auch wenn diese weitestgehend geheim gehalten werden)? - Sollte der Westen da tatenlos zusehen?

Sollten wir sagen: Die Nordkoreaner haben sich an dieses System gewöhnt, also haben wir kein Recht, uns einzumischen?

Das ist doch genau das gleiche Argument, dass immer und immer wieder von der chinesischen Führung vorgebracht wird: Jeder Verweis auf die desolate Menschenrechtslage in der Volksrepublik China wird von den dortigen Machthabern als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes abgetan.

In Nordkorea ist die Menschenrechtslage jedoch mit Sicherheit noch katastophaler als in China: In China gibt es wenigstens noch das Internet als Kommunikationsinstrument, auch wenn dieses zensiert wird (wobei sich die chinesische Firewall durchaus bspw. mit Hilfe von VPN-Diensten umgehen lässt).

Eine Staatsführung, die solche Nachrichtensendungen ausstrahlen lässt, wie in den obigen Beispielen dargestellt, muss vollkommen paranoid sein: Hier werden Kim Jong-il und Kim Il-sung ja geradezu vergöttert!

Schaut euch doch mal die Doku Mengeles Erben: Menschenexperimente im Kalten Krieg an: Dort kommen nordkoreanische Dissidenten zu Wort; Menschen die aus erster Hand von den dortigen Greultaten berichten können (weil sie an diesen teilweise sogar mitgewirkt haben).
Von der Stimme Koreas oder auch dem im Ausland via Satellit empfangbaren nordkoreanischen Fernsehen erfährt man praktisch nichts über das reale Leben in Nordkorea, da die Sendungen zu fast 100% aus Propaganda bestehen.

Ich weiß, dass auch in unserem westlichen System vieles nicht in Ordnung ist, wir sollten jedoch nicht vor lauter Selbstkritik den Mut verlieren, für die Menschrechte einzutreten; - und dies überall auf der Welt!

von Lutz2 - am 08.06.2010 13:48
Zitat
elchris
Eine Gefahr geht von Nordkorea aber auch nicht aus - die Machthaber wissen genau: Zünden die eine Bombe, gehen die Amis und viele andere ohne die UN zu fragen zum Großangriff über, Stunden nach einem Angriff auf ein NATO-Mitglied dürfte NK nicht mehr existieren...


Die Nordkoreaner sehen das wie folgt (ich zitiere es hier mal, da ich es schon amüsant finde):

Zitat
http://www.kcckp.net/de/news/news_view.php?0+24586
Falls die südkoreanischen Marionetten mit Rückhalt durch den US-Imperialismus irgendwelche Bewegung, sei sie auch so klein, unsere Republik in politischer, militärischer oder wirtschaftlicher zu provozieren, machen, werden wir dies sofort mit einem gerechten Vernichtungskrieg beantworten und allerlei Abfälle der Nation auf der Koreanischen Halbinsel wegräumen sowie auf diesem Boden das vereinigte Korea aufbauen, wo die ganze Nation aufblüht und gedeiht.


Und bzgl. "aufblühen und gedeihen" steht an anderer Stelle:

Zitat
http://www.kcckp.net/de/news/news_view.php?0+24586
Unsere Republik ruft die ganze Armee und das gesamte Volk zur Schaffung großer Neuerungen und großer Sprünge auf, um 2010 das Tor einer großen aufblühenden Macht zu öffnen.


Stimme aber elchris zu, das "Gepolter" darf man nicht allzu ernst nehmen. Ich denke nicht, dass sie sich trauen, einen Krieg anzufangen. Das ist lediglich Verbalakrobatik. Genauso wie die Atomtests. Das brauchen sie zur Abschreckung, damit sie sich sicher fühlen. Genauso braucht das System ein Feindbild (USA). Ohne Feindbild kann das System nicht existieren - dann würde es ja keinen Sinn machen, die Grenzen geschlossen zu halten. Im Gegenteil. Würde Nordkorea mit der Welt Freund sein, würden automatisch mehr Besucher ins Land kommen, und Nordkoreaner ins Ausland reisen, und dann würde man die Kontrolle verlieren und das System würde kollabieren. Nordkorea kann also nur funktionieren, so wie es jetzt ist.

Und die Arbeitslager? Was soll der Westen denn machen. Nordkorea leugnet die Existenz dieser. Und dass es Google Earth gibt, findet man in Nordkorea überhaupt nicht gut....


[EDIT]

Hier eine interessante Dokumentation des Fernsehsenders arte:

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-reportage/Einmal-Nordkorea-und-zurueck-_E2_80_93-ein-Reisetagebuch-/2741234.html

Wenn man das gesehen hat versteht man, dass die Menschen gar nichts am System aendern wollen, gar nicht auf die Idee kommen, etwas zu aendern...


von Klaus Wegener - am 08.06.2010 15:13
Zitat
elchris
Warum ein solches Land trotzdem in der UN sein darf, ja sogar an einem der wichtigsten Gremien teilnimmt (Sicherheitsrat) - das ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die UNO wurde ja nicht als Organisation westlich-demokratischer Staaten gegründet (davon gab es 1945 auch nicht so viele), sondern als permanentes Gremium, in dem Staaten unterschiedlicher politischer Richtung, und selbst wenn sie miteinander Krieg führen, zu einem Dialog finden sollen. Im Weltsicherheitsrat saß auch die UdSSR unter Stalin als permanentes Mitglied. Und neben den 5 ständigen Mitgliedern gibt es 10 nicht-ständige Mitglieder, von denen manche auch nicht unbedingt Musterdemokratien sind wie z.B. derzeit Uganda und Libanon. In der letzten Periode war Libyen drinnen.

China hat heute genug Selbstvertrauen, um wieder seine eigene Kultur und Geschichte zum Beispiel für seine weitere Entwicklung zu nehmen. Man wird sich daher in ethischen Fragen nichts mehr von uns Europäern sagen lassen. Im Gegenteil werden sich die kulturell den Chinesen näheren Völker Ostasiens künftig noch mehr an China orientieren.

China hatte nie eine machtvolle Religion, deren Moral sich die Staaten zu unterwerfen hatten, wie es in Europa der Fall war. Für die Chinesen steht der Staat selbst für den moralischen Konsens und somit die gesellschaftliche Einheit. Das ist ein völlig anderer Staatsbegriff als der bei uns geläufige. Und daher fürchten die Chinesen auch nichts mehr als den Zerfall ihres Staates. China hat auch nie eine Aufklärung im europäischen Sinn gehabt und kann deren Ziele auch nur teilweise nachvollziehen. Es ist daher höchst zweifelhaft, dass China je zu einer Demokratie europäischer Prägung werden könnte.

von Wasat - am 08.06.2010 15:38
In der Skywaves-Mailing list gab es vor einigen Wochen einen Auszug aus dem Buch Nothing to Envy- Ordinary Lives in North Korea. Darin wird beschrieben, wie ein Nordkoreaner sein Fernsehgerät entplombt hat, um südkoreanisches Fernsehen schauen zu können. Er baute die Antenne heimlich nachts auf, stellte den Ton ganz leise und kroch fast in den Lautsprecher, um zuzuhören. Schließlich wurde er bei einer Kontrolle erwischt.
http://uk.groups.yahoo.com/group/SkywavesDX/message/3016
Nun soll sich jeder sein eigenes Bild darüber machen, wie viel Wahrheit in dem Bericht steckt. Jedoch dürfte klar sein, dass im Vergleich dazu sogar in den meisten Ostblockländern paradiesische Verhältnisse geherrscht haben. Man denke an die DDR mit ihren Antennengemeinschaften und geduldeten Parabolantennen. Klar dürfte auch sein, dass es durchaus eine beachtliche Anzahl Menschen in Nordkorea gibt, die sehr wohl wissen, wie es um sie und die Welt bestellt ist. Auch wenn es nur 20 % sind, bei uns werden es auch nicht viel mehr sein...

Zitat
Sebastian Dohrmann
Wenn ich mir das Nordkoreanische System so betrachte, sehe ich auch unsere Demokratie in etwas anderem Licht. Denn haben wir keine Propaganda? Wie viele freie Medien werden von Großkonzernen oder Politik gesteuert und dienen nur als Sprachrohr? Und die Medien die noch unabhängig sind, werden auch oft nicht genutzt, weil das ja mit Aufwand verbunden wäre. Die Folgen daraus sehe ich in den USA. Dort sehe ich auch die Zukunft Europas, denn meistens schwappt sowas ja hier rüber. Viele Menschen sind politisch schlicht ungebildet und ihr (geistiger) Horizont endet auch meistens bei der Landes- oft schon Staats- oder Stadtgrenze. Diese Entwicklung setzt sich fort und macht mir manchmal echt Angst.

Sehr treffend gesagt :spos:.
In den USA und mittlerweile auch in Europa hat man festgestellt, dass es gar nicht notwendig ist, die allgemeine Presse- und Meinungsfreiheit einzuschränken. Denn so lange die Mehrheit der Bevölkerung ihr Brot und ihre Spiele hat, geht von ihr keine Gefahr für die Machthaber aus. Und kommt es dennoch ausnahmsweise zu Ausschreitungen, wird draufgeknüppelt. Dank Händykameras gibt es mittlerweile auf Youtube genügend Videobeweise von willkürlicher Polizeigewalt in Deutschland.

Der Unterschied zur aktuellen Lage in Nordkorea, den wir uns mühsam über Jahrhunderte und mit vielen Rückschlägen erkämpft haben, ist jedoch: Wer bei uns aus der Reihe fällt, mit dem System und der Gesellschaft nicht zurecht kommt, wird nicht in ein Arbeitslager gesteckt, sondern erhält (in den meisten Fällen) sogar als Arbeitsloser noch Anspruch auf existenzsichernde Unterhaltszahlungen. Bei aller berechtigter Kritik daran: Soziale Auffangnetze und die Toleranz Andersdenkender sind riesige Errungenschaften unserer Zivilisation! Werden sie, wie in Nordkorea, nicht gewährt, zeugt das davon, dass der Staat moralisch und wirtschaftlich sehr unterentwickelt ist. Jedoch sind dies auch die ersten Dinge, die in unsicheren Zeiten wie heute hinterfragt werden, wie man an der allgemeinen Datensammelwut und Gestalten wie Westerwelle immer wieder feststellt. Um es mit Dieter Hildebrandt zu sagen: Wir gehen sehr leichtsinnig mit unserer Demokratie um.

Unsere Propaganda ist subtiler. Sie ist verpackt in Soaps, in von der Musikindustrie gesteuerte Radiosender, in von der INSM gekaufte Politikern. Aber sie ist genauso präsent wie in Nordkorea. Schaut mal aus dem Fenster, ihr seht bestimmt irgendwo eine Werbebotschaft. Aus der Politik kommen bei uns ebenfalls Durchhalteparolen, denn wirklich ändern können Politiker mittlerweile nichts mehr. Die Verantwortung wurde längst an den Markt und die Großkonzerne abgegeben. Und dort gilt das Überleben der Angepassten, jedoch keine Demokratie.


von Thomas R. - am 08.06.2010 17:45
Aber auch in den westlichen Demokratien gab es sehr düstere Kapitel: In den USA die McCarthy Ära, wo das Land dicht am Rande zu einer Diktatur stand. Bei uns in der alten BRD das nicht durch das Grundgesetz gedeckte Verbot der KPD und der FDJ in den 1950ern, die zur Inhaftierung der Führungsmitglieder führte, und bis 1989 gab es Berufsverbote für Kommunisten, d.h. ein Mitglied der DKP durfte nicht im öffentlichen Dienst arbeiten (der damals ja noch wesentlich weiter gefasst war: Bahn, Post, Grünflächenämter, ja selbst Bademeister) arbeiten, in den meisten Firmen wurden Kommunisten schon "freiwillig" nicht eingestellt. Übrigens gab es dazu durchaus auch Protest aus anderen europäischen Staaten wie Italien oder Frankreich, wo Kommunisten an der Regierung saßen. Die USA betreiben seit Bush ebenfalls Geheimgefängnise, es werden Gefangene gefoltert, es gibt die Todesstrafe insbesondere für Schwarze, es wird sogar ein KZ in Guatanamo Bay unterhalten. Und jeder weiß es, auch in den USA.

Eine Demokratie ist sicherlich die erstrebenswerteste Gesellschaftsform, sie hat sich bisher noch am sichersten und stabilsten für die Bevölkerung erwiesen. Nur muss diese Demokratie keineswegs immer "westlicher Prägung" sein, was immer das bedeuten soll. Zwischen den Regierungen in Deutschland, der Schweiz, der USA und Großbritannien sind rechtlich und im Aufbau gravierende Unterschiede, aber alle gelten sie als "westlich geprägt". Dabei sind alle 4 genannten Systeme weit davon entfernt perfekt zu sein, das Modell der Schweiz erscheint mit noch am fortschrittlichsten, das britische System in der Theorie am schwächsten, in der Praxis außerordentlich stabil. Die DDR hatte auch eine Verfassung die man durchaus als demokratisch bezeichnen kann, nur wurde sie in der Praxis nur da beachtet, wo es gerade gut auskam. Dabei kann man nicht einmal an einzelnen Punkten ausmachen, wo der Fehler lag. In der DDR.Verfassung waren Verwaltungsgerichte vorgesehen, die einfach nie eingerichtet wurden. Für uns in der BRD heute unvorstellbar, kein Rechtschutz gegen Behörden. Hm, die USA-Verfassung sieht Verwaltungsgerichte nicht vor, es gibt sie auch in keinem einzigen Bundesstaat. Großbritanien hat nicht mal eine Verfassung, und an jeder Laterne hängt eine Überwachungskamera. Und trotzdem ist weltweit kein anderer öffentlich-rechtlicher Sender so freisinnig und direkt wie die BBC. Bei uns gibt es ein ausgebautes Justizsystem, und trotzdem sitzt ein Wetterfrosch seit Monaten in U-Haft, nur weil seine Ex-Perle ihm einen reinwürgen wollte. Obwohl das Gutachten sagt, dass die Geschichte zum Himmel stinkt, bleibt er im Knast. Ist die BRD deswegen ein Unrechtstaat? Wo zieht man die Grenze? In der DDR waren die Wahlen eine Farce, aber Versagen hatte schlimme Folgen für den veranwortlichen Politiker. In der BRD tritt er einfach zurück und kassiert lebenslang eine hohe Rente. Verantwortung? Keine Spur. Ist das im Sinne der Wähler? Wir werden es nicht mehr erleben, dass in irgendeinem Land der Welt die "perfekte demokratische Staatsform" entdeckt und eingeführt wird. Es gibt nur recht brauchbare und ganz schreckliche Staaten. Nordkorea gehört zu letzteren, um mal wieder den Bogen zum Thema zurück zu schlagen.

von Bolivar diGriz - am 08.06.2010 18:57
Zitat
Lutz2
In Hongkong und Tawain klappt es doch mit der Demokratie (zumindest halbwegs).

Taiwan ist eine "abtrünnige Provinz" und Peking errinnert trotz bester Wirtschaftsbeziehungen die Politiker in Taipeh regelmäßig durch wüste Drohungen daran. Hongkong ist ein eigensinnige Kuh, die man in Ruhe lässt, so lange sie genügend Milch gibt.

Zitat
Erwin Lindemann
Verantwortung? Keine Spur. Ist das im Sinne der Wähler?

Wobei den meisten Leuten gar nicht klar ist, dass mit Wählen eine Übertragung von Verantwortung verbunden ist. Wahlen sind ja inzwischen zu einer Art "Schönheitswettbewerb" verkommen. Wer schön reden kann und smart aussieht, wird gewählt. Neuerdings werden jene gewählt, die besonders radikal sparen wollen und damit natürlich dort anfangen, wo es am leichtesten ist - bei den Normalbürgern, also ihren zuvor noch jubelnden Wählern.



von Wasat - am 08.06.2010 21:28
Die Intonation ist sicher politisch gewollt und hat nichts mit einem lokalen Dialekt zu tun, auch wenn sich die Sprache in Südkorea nach der Teilung des Landes ganz anders entwickelt hat.

Letzteres führt dazu, dass nordkoreanische Flüchtlinge, die auf abenteuerlichen Wegen nach Südkorea gelangen (eine Flucht über die innerkoreanische Grenze ist quasi unmöglich, da diese noch marzialischer überwacht wird, als seinerzeit die Deutsch-Deutsche Grenze), große Kommunikationsprobleme nach der Ankunft im Süden haben.
Die meisten dieser Flüchtlinge kommen im Süden mit seinem riesigen Leistungsdruck überhaupt nicht zurecht: Sind Kinder und Jugendliche darunter, finden diese nicht den Anschluss an ihre Mitschüler, da sie in ihrer früheren Heimat nichts als Propaganda gelernt haben und werden häufig (auch wegen ihrer Sprache, an denen man sie sofort erkennt) gehänselt. Erwachsene finden nur sehr selten einen einfachen Job. Die meisten landen dann bei der Sozialhilfe.

Vor einigen Jahren lief eine Dokumentation in der eine Pjönjanger Verkehrspolizistin auftrat (ich glaube, weil die Ampel mal wieder ausgefallen war); diese trat in ihren Bewegungen bewusst militärisch auf.

Das ganze öffentliche Leben in Nordkorea scheint auf die Armee und damit die Landesverteidigung ausgerichtet zu sein, deshalb auch der militärische Stil, der bis in die Art und Weise des Vortragens der tagesaktuellen Nachrichten hineinreicht.

von Lutz2 - am 09.06.2010 07:13
Zitat
Lizenzinhaber
Wer aktiv an Veränderungen arbeitet wird entweder finanziell ruiniert, öffentlich lächerlich gemacht oder unter irgendweinem Vorwand eingebuchtet.

Kommt aber auch darauf an, was man darunter versteht, "aktiv an Veränderungen zu arbeiten". Dies ist nämlich oft eine diplomatische Formulierung dafür, anderen Leuten seinen Willen aufzwingen zu wollen.

Jede Gesellschaft braucht einen Konsens bei den grundlegenden Verhaltensregeln. Der Spielraum für Leute mit individualistischen Lebensstilen ist daher grundsätzlich beschränkt, umso mehr, je stärker organsiert eine Gesellschaft ist. Eine von immer mehr technischen Mitteln abhängige Gesellschaft erfordert immer mehr Regeln, womit der Organisationsgrad zunimmt und die allgemein respektierte individuelle Freiheit abnimmt.

Wenn sich in der Vergangenheit eine größere Gruppe mit stark abweichenden Regeln bildete, hat das immer Gewalt bedeutet. Es gibt auch aktuelle genügend Beispiele dafür. In gut einem Drittel der Staaten der Erde gibt es Zustände mangelnden Konsenses und damit eine über die übliche Kirminalität reichende Gewaltanwendung.



von Wasat - am 09.06.2010 10:10
Ich bin noch auf einen interessanten Artikel zur Fußball WM Übertragung in Nordkorea gestoßen:

http://www.badische-zeitung.de/f-wm/der-arme-bruder-blickt-in-die-roehre

Einige Ausschnitte (ich denke Full Quotes aus Zeitungen sind etwas heikel?):
Zitat
Badische Zeitung
Nord- und Südkorea streitet sich über die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaftsspiele.
[---SNIP---]
Bisher ist unklar, wie das südafrikanische Fußballfest ins nordkoreanische Fernsehen kommen soll.
[---SNIP---]
Laut Vertrag mit der Fifa liegen die – nicht ganz billigen – Übertragungsrechte für die gesamte koreanische Halbinsel bei dem südkoreanischen Privatsender SBS. Bei der WM in Deutschland gab SBS die Spiele kostenlos an Nordkorea weiter. Südkoreas Regierung, die allen Übermittlungen von Rundfunksignalen in den Norden zustimmen muss, übernahm sogar die Datentransferkosten von 132 500 Dollar.
[---SNIP---]
Jetzt ist es mit der Großzügigkeit vorbei.
[---SNIP---]
Eigentlich wollte Pjöngjangs die WM für eine Propagandaoffensive nutzen, die dem in Armut lebenden Volk demonstrieren soll, dass Nordkorea in der Welt Ruhm und Respekt genießt.
[---SNIP---]
Die Chinesen könnten es auch sein, die auf der koreanischen Halbinsel letztlich die Entscheidung im Übertragungspoker herbeiführen – indem sie ihrerseits die Spiele nach Nordkorea übertragen.
[---SNIP---]


Der Artikel ist einiges länger und ganz interessant zu lesen.

von CBS - am 13.06.2010 00:55
Zitat
Lutz2
Gestern wurde ein kurzer Filmausschnitt mit dem Bus der nordkoreanischen Nationalmannschaft gezeigt: Die Spieler wurden sogar während der Fahrt zum nordkoreanischen Trainingscamp mit Propaganda indoktriniert. :-(


Wie sah diese denn aus? Parolen ueber Lautsprecher im Bus? Was fuer Parolen waren es denn?

Zitat
Lutz2
Interviews sind für die Spieler verboten und die Fans wurden von China "eingekauft".


Zumindest ein Spieler, Jong Tae Se, wurde doch in Japan geboren und hat nie in Nordkorea gelebt. Ihn koennte man doch interviewen duerfen. Bei ihm besteht doch keine Gefahr, dass er durch Interviews Einsichte bekommen koennte, die nicht zu dem passen, was er in Nordkorea gelernt hat.

Eine Sache, die ich ueberhaupt nicht verstehe:

Zitat
CBS
Ich bin noch auf einen interessanten Artikel zur Fußball WM Übertragung in Nordkorea gestoßen:

http://www.badische-zeitung.de/f-wm/der-arme-bruder-blickt-in-die-roehre
(...)
Laut Vertrag mit der Fifa liegen die – nicht ganz billigen – Übertragungsrechte für die gesamte koreanische Halbinsel bei dem südkoreanischen Privatsender SBS. Bei der WM in Deutschland gab SBS die Spiele kostenlos an Nordkorea weiter. Südkoreas Regierung, die allen Übermittlungen von Rundfunksignalen in den Norden zustimmen muss, übernahm sogar die Datentransferkosten von 132 500 Dollar.


Wie kann es sein, dass einem südkoreanischen Fernsehsender die Übertragungsrechte für die gesamte koreanische Halbinsel zugesprochen werden?

Das waere doch so, als wenn das DDR-Fernsehen die Übertragungsrechte fuer ganz Deutschland haette oder das franzoesische Fernsehen die Übertragungsrechte fuer ganz Europa. Weder ist in Nordkorea SBS zu empfangen, noch war ueberall in der BRD das DDR-Fernsehen zu empfangen, noch ist in ganz Europa das franzoesische Fernsehen empfangbar. Zudem strahlt SBS in NTSC aus, in Nordkorea benutzt man eine andere Norm. Wie kann es sein, dass sich ein Sender aus dem Sueden die Übertragungsrechte fuer einen anderen Staat mitsichert, dazu noch einem Staat, wo aus politischen Gruenden der Empfang nicht moeglich ist?

von Klaus Wegener - am 16.06.2010 08:53
irgendwas läuft da nicht ganz in ordnung. Laut diesem Artikel wäre SBS übers Ohr gehauen worden, da sie die alleinigen Übertragungsrechte für ganz Korea besaßen, die ABU aber ebenso diese für Nordkorea bekam. Warum dann überhaupt Verhandlungen? Und wer was bezahlt ist auch irgendwie im Grauen. Ach, was mit der Fifa da so abläuft...

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1001803

Zitat
Süddeutsche
Nordkorea kann entgegen der Berichte aus Südkorea ganz legal die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft im Fernsehen ausstrahlen. Das sagte eine Vertreterin der Asiatisch-Pazifischen Rundfunkunion (ABU) in Kuala Lumpur (Malaysia).
[---SNIP---]
Nordkorea werden nach ABU-Angaben die Satellitenfernseh-Signale für sämtliche 64 WM-Spiele zur Verfügung gestellt.
[---SNIP---]
Über die genauen Bedingungen für das Recht Nordkoreas zur Ausstrahlung der Spiele machte die Vertreterin der Sportabteilung bei der ABU keine Angaben. «Doch wird das vermutlich unentgeltlich sein», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.
[---SNIP---]
Die ABU müsse für die Übertragung in den fünf Ländern eine Gebühr an die FIFA entrichten. Neben Nordkorea seien das Osttimor, Kirgistan, Usbekistan und Laos.


von CBS - am 17.06.2010 13:48
Zitat
Nohab
Nachbau des bekannten Philips-Testbilds:
Die Betonung liegt auf Nachbau, denn ein paar Dinge sind beim DPRK-Bild falsch.

PM5544? Hm, die überwiegende blaue Farbe hat mich eher an das hier erinnert:



Dachte, die Vorliebe fürs Hellblau deutet vielleicht auf einen bestimmten Hersteller hin, der diese Custom Made Generatoren baut.

Mich wundert ja schon, das China inkl aller Provinzen das PM5544 verwendet statt eines Eigenbaus...
oder sie haben es einfach nur 1:1 nachgebaut :) :)

Zitat
-radiofan-
Wo gibt es denn das? Senden die über SAT?

Das Südkoreanische KBS (Welt-Version) ist sogar unverschlüsselt hier im Kabel - und wird hier dank englischer Untertitelung sogar regelmässig gesehen, besonders die Mistery-Serien oder die Soap Operas in historischen Settings inkl. aufwändiger Kostüme... einfach eine Schau.

Nordkorea gibts leider nicht :), die gibts nur im C-Band (wie NHK World).

von teucom - am 23.06.2010 15:56
Zitat
Klaus Wegener
Zitat
Erwin Lindemann
Übrigens ist die Teilung Koreas eine Erfindung der USA gewesen, es wäre perfide erst in einem Truman-Stalin Pakt die Teilung Koreas zu beschließen, und dann den Staat in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone Koreas nicht anzuerkennen.


Laut dieser Webseite (Punkt "1.") erkennt die USA Nordkorea als Staat nicht an.


Ich denke mal um Schuld oder Nichtschuld am Koreakrieg lässt sich streiten, es war 1950 Kalter Krieg und Korea ein Testfeld für Amerika und Rot China.
Beispiellose Verbrechen wurden auf beiden Seiten begangen, aber das größte Verbrechen ist immer der Krieg selbst der dann losgelöst Gesetzlosigkeit zum Gesetz macht.
Heute ist die Lage wohl anders und Nordkorea handelt aus de Sicht eines in die Enge getriebenen Raubtieres, was in den Köpfen der N-Koreanischen Bevölkerung wirklich vorgeht ... wird wohl niemand wirklich.wissen

von astranase - am 28.06.2010 18:49
Danke, Max 1, für diese lehrreiche Seite! Jetzt weiß ich endlich, was eine Kimilsungie ist:

"Die Kimilsungie wird als Blume der Sonne vom koreanischen Volk und von fortschrittlichen Menschen der Welt hochgeschätzt. Sie ist eine schöne Blume, die nach dem ewigen Präsidenten der DVRK, Kim Il Sung, genannt wird.
Diese Pflanzenart aus der Familie Orchidee wurde im Jahr 1964 vom indonesischen Botaniker Buntu neu erforscht und gezüchtet. Im April 1965 stattete Präsident
Kim Il Sung Indonesien einen Freundschaftsbesuch ab.
Während des Aufenthaltes in Indonesien sah er gemeinsamen mit dem damaligen Präsidenten Indonesiens Skarno im botanischen Garten Bogor diese Blume und sagte, dass diese wirklich wunderschön und ausgezeichnet sei.
Da äusserte der Präsident Skarno Kim Il Sung seinen Entschluss, diese Blume nach dem großen Präsidenten Kim Il Sung zu benennen. Präsident Kim Il Sung lehnte mit Dank ab. Aber dank der Mühe des Direktors des botanischen Gartens Bogor und seines Sohnes sowie der fortschrittlichen Persönlichkeiten in Indonesien kam die Blume mit dem neuen Namen Kimilsungie zur Welt.
Im Jahr 1975 schickten sie zum 10. Jahrestag des Besuchs des Präsidenten Kim Il Sung in Indonesien die vollaufgeblühte Kimilsungie nach Korea.
Seitdem verbreitete sich die Kimilsungie in der ganzen Welt. Diese tropische Pflanze wächst über 30 cm hoch, und an dem 8-gliedrigen Stengel spriessen dünne und lange Blättchen im Zickzack. Wenn es etwa 8 Blättchen entstehen, bilden sich am Ende des Stengels ca. 30 cm lange Blütenstöcke."

Das wichtigste hatte ich fast übersehen:

"Die Kimilsungie wird mit den unvergänglichen Verdiensten des Präsidenten Kim Il Sung um die koreanische Revolution und die Erfüllung der Sache der Souveränität der Menschheit als Blume der Sonne auf dieser Welt immer schön aufblühen."



von hegi_ms - am 16.04.2011 19:56
@robiH: Nein, CCIR wie bei uns.
Allerdings sollen die Radios dort auf bestimmte Frequenzen festeingestellt und plombiert sein. Zudem gibt es in jeder Wohnung eine Art "Drahtfunk", der sich höchstens leiser, nicht jedoch ganz abstellen lässt.

Dasselbe gilt für Fernseher, wobei nicht nur unterschiedliche Systeme (Nordkorea: PAL, Südkorea: NTSC) zum Einsatz kommen, sondern das TV-Programm MANSUDAE TV laut http://fmscan.org/main.php im VHF-II-Rundfunkband ausgestrahlt wird; in der Hauptstadt Pjöngjang bspw. auf der Frequenz 99,75 MHz.

@hegi_ms: Über die staatlichen Medien erfährt man außer skurriler Propaganda nichts Substantielles.
Wirklich wertvoll dagegen sind die Informationen der Überläufer in den Süden. Die Flucht findet, sofern sie überhaupt möglich ist, meist über China statt, in den seltensten Fällen dagegen über die innerkoreanische Grenze am 38. Breitengrad.
Besonders dramatisch sind die Schilderungen von Konzentrationslagern, in denen unfassbare Menschenexperimente durchgeführt werden sollen.
In Nordkorea genügt schon eine minimale Kleinigkeit, um dort zu landen. Nur so kann sich die grausame Diktatur bis heute halten.


von Internetradiofan - am 16.04.2011 20:28
@robiH: Trotzdem werden die nicht sogleich einmarschieren.
Wenn dann schon eher die USA, was jedoch ebenfalls unwahrscheinlich ist, da die andererorts genug ausgelastet sind, wie anhand des "Kneifens" beim Libyen-Einsatz deutlich wird.

Die Deutschen sind in der letztgenannten Frage allerdings auch nicht besser, oder vielleicht plagt die Verantwortlichen im Berliner Reichtag nur ein schlechtes Gewissen, weil sie einen Diktator, der hunderte von Menschenleben auf dem Gewissen hat, Jahre lang unterstützt haben.
Als die Nachrichten über die Unruhen in der arabischen Welt durch die Medien gingen und ich die Zurückhaltung westlicher Politiker erlebte, war mir das abgrundtief peinlich: Die Opposition hätte in Tunesien und Ägypten westliche Hilfe gebraucht, doch der scheinheilige Herr Westerwelle und andere hochrangige Mitglieder der Regierung hatten noch nicht einmal den Mum, Mubarak offen zum Rücktritt aufzufordern, so dass die Oppositionsanhänger in den besagten Ländern alles selber erledigen mussten!
Genau bei der Gelegenheit hätte man zeigen können, dass man es in der Vergangenheit mit der weltweiten Förderung der Demokratie ernst gemeint hat; stattdessen hatte man jedoch offensichtlich nicht genug Eier in der Hose und veranstaltete deshalb lieber einen Eiertanz, ohne klare Kante zu zeigen: Hauptsache es kostet nichts und ist mit keinen potentiellen Gefahren verbunden, dann kann man als westlicher Politiker groß den Mund in Bezug auf die Förderung von Demokratie und Menschenrechten in der arabischen Welt und andernorts aufmachen.

Merkwürdig fand ich ebenfalls heute Morgen die Nachricht im DLF, die USA suchten fieberhaft nach einem Asylland für Gaddafi; es könne jedoch schwierig werden, da die Gefahr einer Anklage vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag (den die USA bekanntlich nicht anerkennen) drohe.
Einen Terroristen wie Gaddafi würde man in den USA sofort hinrichten, wäre er ein US-amerikanischer Staatsbürger, und nun bemüht man sich um ein Asylland, damit er dort einen ruhigen Lebensabend verbringen kann?!
Hat man das Attentat auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986 und den noch verheerenderen Anschlag in Lockerbie am 21. Dezember 1988, bei dem 270 Menschen ums Leben kamen, etwa vergessen oder spielt dies, - was noch viel schlimmer wäre -, etwa heute keine Rolle mehr? Mord verjährt nie!
Dieser Mann hat nichts anderes verdient wie das Schicksal eines Saddam Hussein. Warum hat man sich bei Saddam nicht auch um eine Unterkunft in einem afrikanischen Staat bemüht?
Beide, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi sich gleich große A******cher und der "geliebte Führer" Kim Jong-il in Nordkorea ist ein noch größerer Tyrann.
Die USA wissen durch Überläufer, die CIA und Satellitenaufnahmen, dass es in Nordkorea Konzentrationslager gibt, aber sie tun nichts, um den Machthaber zu stürzen (was durchaus auch heimlich möglich wäre).

Besser ich halte mich aus der Politik raus: Was für ein verlogenes Geschäft!

...ist OT, ich weiß.

von Internetradiofan - am 17.04.2011 08:50
@robi:
Ja, Nordkorea wird zu einer Belastung... schreibt auch die NZZ - bleibt aber trotzdem "Brudervolk".
Ein Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung aus 2003 beschreibt das eigenartige Verhältnis zwischen Peking und Pjöngjang ganz gut - und viel hat sich seitdem wohl auch noch nicht geändert (in der Steinzeit geht halt alles etwas langsamer).

Und Einmarschieren bräuchten die Chinesen sowieso nicht. Wenn China einfach nichts mehr liefern würde, bräche Nordkorea binnen kürzester Zeit zusammen. Aber genau daran haben die Chinesen eben kein Interesse. Die USA wissen zwar was in NK los ist, können aber eigentlich auch nichts machen, weil NK eben "Chinas Vorgarten" ist.

Politik, besonders Außenpolitik, ist ein seeeehr schmutziges Geschäft. Und wer die Spielregeln dabei kennt, kann es sehr weit bringen (siehe Gaddafi, Kill-il-Sung & Co.).

Etwas aktueller: Einige wikileaks-Enthüllungen zum Verhältnis China-NK in kurier.at

von iro - am 17.04.2011 09:54
@ Biertrinker aus Schwaben

Zitat

Ich warte schon auf den Beitrag von User Alquaszar und seine linksorientierte Meinung......nur scheint er sich bei Nordkorea auch zurueckzuhalten....


Das hat nichts mit linksorientiert oder rechtsorientiert zu tun. Das hat eher etwas mit totalitär oder demokratisch zu tun.

In Deutschland hatten wir bekanntlich von 1933 bis 1945 (und ihr in Österreich von 1938 bis 1945) ähnliche Verhältnisse bezüglich der individuellen Freiheit wie die Leute heute in Nordkorea. Damals halt rechtstotalitär.

Dann hatten 17 Millionen Deutsche bis Ende 1989 ebenfalls eine sehr eingeschränkte individuelle Freiheit. Diesmal aber linkstotalitär.

Ein totalitäres Regime ist ein totalitäres Regime und da ist es zweitrangig, welche politische Richtung dahinter steht.

Oder anders gesagt: Schei*e bleibt Schei*e, egal, aus welchem Ar*ch sie stammt.


von Kay B - am 18.04.2011 19:13
Zitat
Exidor
Zwischen Nordkorea und Äthiopien gibt es aber einen himmelweiten Unterschied: Die Menschen in Nordkorea sind gebildet: Es gibt keine Analphabeten, es gibt Universitäten, es gibt Fabriken. (Wenn auch veraltete.)

"Gebildet sein" in Nordkorea bedeutet sicher eher, die zahlreichen Werke des "geliebten Führers" Kim Jong-Il bzw. seines Vaters und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung noch und nöcher auswendig zu lernen und äußert sich generell in einer völligen Hingabe der Juche-Ideologie.
Ich kann mir eher weniger vorstellen, daß ein nordkoreanischer Schulabschluß mit einem vergleichbaren asiatischen, geschweige denn mit unseren mithalten kann.
Die technische Kompentenz eines Fabrikarbeiters wird wahrscheinlich eher ohne schulische Vorkenntnisse erst in einer berufsspezifischen Ausbildung erlangt und der Zugang zu Universitäten wird ebenfalls mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einigen wenigen, extrem linientreuen Minderheit der Klasse der "loyale Personen" vorbehalten sein.
Was den Zugang zu einer Universität angeht, verhielt es sich in der DDR übrigens grob ähnlich: Auch hier wurden natürlich neben entsprechenden schulischen Leistungen ebenfalls eine linientreue "weiße Weste" auch von familiärer Seite erwartet und man hatte unter anderem statt 1 1/2 Jahre Grundwehrdienst bei der NVA 3 Jahre Wehrdienst zu leisten. Ausnahmen gab es in diesem Fall seltenst und einen mit Westdeutschland vergleichbaren "Ersatzdienst" gab es ebenfalls nicht, lediglich einige wenige religiöse "Hardliner" wie z.B. Zeugen Jehovas hatten die Möglichkeit, eine Art Ersatzdienst als "Bausoldat" zu leisten, was den Zugang zu einer Universität dann ebenfalls ausschloß. Häufig reichten schon marginale Gründe aus, um selbst den Zugang zur EOS (Erweiterte Oberschule => Westen: Gymnasium) mit dem damit verbundenen gleichnamigen "Abitur", welches im übrigen mit dem westdeutschen Abitur qualitativ voll vergleichbar ist, zu verwehren.
Wesentlich extremer wird es garantiert in Nordkorea sein.

von Mathias Volta - am 22.04.2011 10:34
Um auf das Thema im engeren Sinne zurückzukommen: Ein sprachlich sehr versierter Ex-Kollege reist jetzt als Rentner sehr viel und hat aus Interesse auch Nordkorea besucht. Im Ausländerhotel gab es auch englischsprachiges TV (BBC, NHK, CNN). Dort berichtete man zur betreffenden Zeit auch vom Besuch des chinesischen Premier in Nordkorea, immerhin noch halbwegs der Hauptverbündete.
Mein Bekannter sagte, dass selbst die Reiseleiterin und die offensichtliche Aufpasserin (nach seiner Einschätzung sehr gebildete Menschen) davon wohl nichts gehört hatten. Also hatten die nordkoreanischen Medien darüber nicht informiert, taten es vermutlich mit gewisser Verspätung.

Was Meinungsfreiheit betrifft, so gibt es die in diesem Dorf hier ünrigens auch nicht. Wer eine abweichende Meinung äußert, wird mit Methoden schikaniert, ausgegrenzt und zum Trottel erklärt, wobei das Instrumentarium natürlich gegenüber Diktaturen deutlich verfeinert ist.

von hetietz - am 22.04.2011 17:46
@Pirat 07: Man merkt, dass Du Dich nicht wirklich mit dem Thema "Nordkorea" beschäftigt hast.

In Nordkorea herrscht kein Sozialismus, sondern Stalinismus.
Kim Jong-il ist ein Diktator, der sein eigenes Volk verhungern lässt; wer es auch nur wagt, sich kritisch zu äußern, der muss nicht nur damit rechnen, dass er ins Arbeitslager verbannt wird, sondern seine komplette Familie.
Schon von Kindesbeinen an werden Nordkoreaner indoktriniert, um den Lügen des Propaganda-Apparates zu glauben.
Für all das, was dieser Mann seinem Volk angetan hat, kann er gar nicht genug zur Verantwortung gezogen werden; inzwischen bekommt selbst er Angst: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/Kim-Jong-Il-angeblich-von-Alptraeumen-geplagt_aid_980371.html

Zitat
hetietz
Was Meinungsfreiheit betrifft, so gibt es die in diesem Dorf hier ünrigens auch nicht. Wer eine abweichende Meinung äußert, wird mit Methoden schikaniert, ausgegrenzt und zum Trottel erklärt, wobei das Instrumentarium natürlich gegenüber Diktaturen deutlich verfeinert ist.

Mag sein. Nur in keinem europäischen Dorf wird man deshalb ins Arbeitslager gesteckt und muss wegen abweichender Meinungen um sein Leben fürchten.

von Internetradiofan - am 22.04.2011 19:11
@Internetradiofan und, und, und....

und swchon wieder wird über Nordkorea gestänkert, was soll das? Ich sagte doch schon das dies kein Propagandaforum ist, kehrt den eigenen Dreck vor eurer Tür bevor ihr hier über andere lästert.
Aber das ist ja typisch in unserer, ach so feinen, demokratischen und Freien Welt, alles was anders ist, ist böse und schlecht und stellt eine ernsthafte Gefahr für "unsere Freie Weltanschaung" dar. Am besten gehört der böse Diktator am Pranger, er stellt ja auch eine ernsthafte Gefahr für die ganze "zivilisierte Geselschaft" dar. Ihr macht es Euch wirklich sehr einfach! Ja, ja glaubt nur das was euch unsere tollen Medien jeden Tag frisch auf den Tisch stellen, soll sich ja auch gut verdauen lassen!

Übrigens hetietz, bist Du schon mal nach den "Vereingten Staaten von Amerika" gereist? Da ist eine Reise nach Nordkorea um einiges angenehmer!

Und hier noch ein schönes Zitat aus der Bibel: "Was kümmert dich der Splitter in dem Auge eines anderen, während Du deinen eigenen Balken nicht siehst."

Gute Nacht!





von Pirat 07 - am 22.04.2011 21:36
Zitat

http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Nord_Korea_Fernsehen.htm

Sehr interessant. Und der dort verlinkte TV-Programm-Ausschnitt (und vor allem die weiteren 15, die YT danach noch anbietet) ist/sind echt 'n Hammer... Vor allem das Kinderprogramm. Wenn man nur sowas anschauen darf bekommt man vermutlich einen Dachschaden!

Zitat
pirat07
Aber das ist ja typisch in unserer, ach so feinen, demokratischen und Freien Welt, alles was anders ist, ist böse und schlecht und stellt eine ernsthafte Gefahr für "unsere Freie Weltanschaung" dar. Am besten gehört der böse Diktator am Pranger, er stellt ja auch eine ernsthafte Gefahr für die ganze "zivilisierte Geselschaft" dar. Ihr macht es Euch wirklich sehr einfach! Ja, ja glaubt nur das was euch unsere tollen Medien jeden Tag frisch auf den Tisch stellen, soll sich ja auch gut verdauen lassen!
Was machst Du jetzt gerade anderes als Propaganda?

Und wieso maßt Du Dir überhaupt an zu behaupten, daß "wir" glauben, was unsere Medien uns jeden Tag so auf den Tisch stellen? Noch nicht einmal der typische B...zeitungsleser glaubt ALLES, was dort geschrieben wird. Und wer denken kann und weiß, wie er eine Suchmaschine zu bedienen hat, kann zumindest alles, was hier so geschrieben und gesendet wird, überprüfen.
Wer sich diese Mühe aber nicht macht oder machen will wird zum leichten Opfer unseres Medien-Mainstreams.... Man hat aber die Wahl!
Und das funktionierte in der BRD übrigens auch schon VOR dem Internet. Auch da gab es schon Zeitungen, die "anders und anderes" schrieben. Nicht nur die tageszeitung taz, sondern auch diverse kleine Statt-Zeitungen, die einiges, was bei der lokalen "Heimatzeitung" rausfiel oder verdreht wurde, klarstellten. Wer wollte (!) konnte sich schon immer informieren über Atommafiosi, Lokalnazipolitiker, gefälschte Statistiken und auch Polizeiterror gegenüber Leuten mit abweichender politischer Ansicht!

Zitat
pirat07
Leute ihr seit kapitalistisch erzogen

Das trifft auch nur auf einen Teil der hier versammelten zu!

Übrigens:
»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.« (B.Russell)

Weils grad so schön passt mal wieder ein


von iro - am 22.04.2011 21:38
@Pirat 07:

Zitat
Pirat 07
Übrigens hetietz, bist Du schon mal nach den "Vereingten Staaten von Amerika" gereist? Da ist eine Reise nach Nordkorea um einiges angenehmer!

Gewisse Zustände in Guantanamo insbesondere zu George W.s Zeiten mögen sicher eine Sache sein, die Existenz von riesigen KZs, Versuchen an Menschen und Gaskammern in NK sind eine andere !! Daß die internationale Staatengemeinschaft hier nicht einschreitet und auch der Vatikan sich ausschweigt, erinnert sehr an die eklatanten Zustände des "Wegsehens" zu Adolfs Zeiten. :mad:

Zitat
iro
Und wer denken kann und weiß, wie er eine Suchmaschine zu bedienen hat, kann zumindest alles, was hier so geschrieben und gesendet wird, überprüfen.

Dem schließe ich mich an:
Wirf bitte mal Google oder eine andere Suchmaschine Deines Vertrauens an, um Einzelheiten über dieses Thema herauszufinden ! :mad:

Zitat
iro
Zitat
pirat07
Leute ihr seit kapitalistisch erzogen

Das trifft auch nur auf einen Teil der hier versammelten zu!

Als zumindest teils gelernter DDR-Bürger wurde mir zu Grundschulzeiten eingebleut, wie "böse" der Kapitalismus doch sei. Abends hatte ich schon frühzeitig die Chance, mir für damalige Verhältnisse anhand der mir zur Verfügung stehenden Ost- und Westmedien ein eigenes und differenziertes Bild der einzelnen Situationen zu verschaffen - wir haben nicht nur Colt Seavers und Alf geguckt. Also bitte etwas piano...!!

von Mathias Volta - am 22.04.2011 22:32
@ Pirat 07

Zitat

Das hier ist ein Radioforum und keine Propagandaplattform!


Das ist schon richtig, aber gerade im Fall Nordkorea sind Radio und Fernsehen nunmal fest mit dem dortigen totalitären Regime verknüpft.

Über technische Aspekte des Rundfunks und Fernsehens in Nordkorea kann man nicht viel diskutieren, da es einfach kaum Informationen darüber gibt.


Zitat

Ja, ja glaubt nur das was euch unsere tollen Medien jeden Tag frisch auf den Tisch stellen, soll sich ja auch gut verdauen lassen!


Keineswegs, denn hier kann jeder sich allen erreichbaren Medien bedienen. Es hat keiner etwas dagegen, wenn du ausländische Medien - egal welche Klientel sie vertreten - konsumierst. Es hat keiner etwas dagegen, wenn du dir eine Satellitenschüssel auf dein Dach schraubst und das chinesische Fernsehen schaust. All das ist in Nordkorea nicht gegeben!


Zitat

Übrigens hetietz, bist Du schon mal nach den "Vereingten Staaten von Amerika" gereist? Da ist eine Reise nach Nordkorea um einiges angenehmer!


Das kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Aber wenn du - und das ist jetzt ernst gemeint - die Einreise nach Nordkorea und das System dort wirklich als so unproblematisch ansiehst, dann könntest du doch deinen nächsten Urlaub mal dort machen und diverse Sendeanlagen photographieren und Bandscans für uns rundfunkinteressierte hier machen.



@ iro

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.« (B.Russell)

Schöner Spruch! :spos: Leider werden hier nur "Kommunist" und "Diktator" wieder durcheinander gewürfelt. Karl Marx und Friedrich Engels waren Kommunisten. Alle bisherigen, sich als Kommunisten gebenden Staatsführer waren hingegen Diktatoren, die die vermeintliche Durchsetzung des Kommunismus als Basis für ihre totalitäre Politik und ihren Machterhalt nutzten.

Daß ein Kommunist keinen Verstand hätte, würde ich nicht unterstellen. Ein Kommunist ist einfach nur ein absoluter Utopist und jeder, der an die Durchsetzung des Kommunismus glaubt, hat einfach keinen Bezug zur Realität.


von Kay B - am 22.04.2011 23:41
Zitat

Schöner Spruch! :spos: Leider werden hier nur "Kommunist" und "Diktator" wieder durcheinander gewürfelt.

Falsch verstanden. Ich hatte dabei keineswegs an den koreanischen Kim gedacht, sondern eher an des piraten Äusserung "in unserer, ach so feinen, demokratischen und Freien Welt" (die auf eine seinerseitige Position abseits der Mitte - an welcher Seite auch immer, schließen ließ. Ich tippe auf die linke...)

Und das von Mathias Volta zitierte "(...) Suchmaschine zu bedienen hat, kann zumindest alles, was hier so geschrieben und gesendet wird, überprüfen." wurde auch leicht falsch verstanden. Mit "hier" ist natürlich nicht nur der Inhalt dieses Threads gemeint, sondern das gesamte Rauschen unseres Blätterwaldes+Radio+TV...

Zitat
Kay B
Daß ein Kommunist keinen Verstand hätte, würde ich nicht unterstellen. Ein Kommunist ist einfach nur ein absoluter Utopist und jeder, der an die Durchsetzung des Kommunismus glaubt, hat einfach keinen Bezug zur Realität.

In jungen Jahren geht man da als Idealist und Utopist heran, wenn man etwas an Jahren und Erfahrung mit den verschiedenen Typen von Menschen gesammelt hat, merkt man, daß das mit der Realität und dem Naturell des (geistig freien) Menschen nicht vereinbar ist. (Es sei denn, man gebraucht Gewalt... aber dann ist man auch schon wieder kein Kommunist mehr, sondern Diktator - womit der Bogen zum Kim und auch zum Erich doch noch geschlagen wäre...)

von iro - am 23.04.2011 00:34
@ iro

Zitat

Falsch verstanden. Ich hatte dabei keineswegs an den koreanischen Kim gedacht, sondern eher an des piraten Äusserung "in unserer, ach so feinen, demokratischen und Freien Welt" (die auf eine seinerseitige Position abseits der Mitte - an welcher Seite auch immer, schließen ließ. Ich tippe auf die linke...)


Das läßt sich aber ohne weiteres auf sich als Kommunisten darstellende Diktatoren anwenden. Denn wer heute noch versucht, mit allen Mitteln - egal ob aus idealistischen Gründen oder einfach nur zum Machterhalt des eigenen Regimes - den Kommunismus durchzusetzen versucht, hat definitiv ordentlich einen an der Waffel!

Da haben es die Funktionäre in China für sich sehr elegant gelöst. Dort hat man offensichtlich begriffen, daß weder der Sozialismus noch der Kommunismus funktionieren, man gibt sich aber als sozialistischer Staat um die über Jahre hinweg aufgebauten Machtstrukturen nicht zu verändern. Das hohe Wirtschaftswachstum aus dem marktwirtschaftlichen Kurs verkauft man den Leuten dort einfach als Errungenschaften des Sozialismus.

Ich kann es bis heute nich verstehen, daß Nordkorea quasi als Anhängsel des sozialistischen Bruderlandes China nicht mitgezogen und man sich stattdessen nach außen so weit wie nur möglich abgeschottet hat.


Zitat

In jungen Jahren geht man da als Idealist und Utopist heran, wenn man etwas an Jahren und Erfahrung mit den verschiedenen Typen von Menschen gesammelt hat, merkt man, daß das mit der Realität und dem Naturell des (geistig freien) Menschen nicht vereinbar ist.


Das sollte so sein. Wenn dann aber eine Gesine Lötzsch meint, daß die "Wege zum Kommunismus" ausprobiert werden müssen (obwohl alle bisherigen Versuche sehr zum Leidwesen der daran zwangsbeteiligten Menschen in die Hose gingen) und damit ihre Partei nebenbei noch lächerlich macht, dann sieht man, daß es solche Utopisten auch im mittleren Alter noch gibt.


Zitat

Es sei denn, man gebraucht Gewalt... aber dann ist man auch schon wieder kein Kommunist mehr, sondern Diktator - womit der Bogen zum Kim und auch zum Erich doch noch geschlagen wäre...


Das ist genau der Punkt. Um so eine Utopie wie den Kommunismus auch nur ansatzweise durchsetzen zu können, müßte man die Menschen dazu zwingen, also einen totalitären Staat aufbauen. Das hat dann aber wiederum rein gar nichts mit den Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zu tun, die mit dem Kommunismus eigentlich eine Machtverteilung (von einigen großen Unternehmern auf alle Arbeiter) vorsahen.


von Kay B - am 23.04.2011 01:00
Zitat
Kay B
Karl Marx und Friedrich Engels waren Kommunisten. Alle bisherigen, sich als Kommunisten gebenden Staatsführer waren hingegen Diktatoren, die die vermeintliche Durchsetzung des Kommunismus als Basis für ihre totalitäre Politik und ihren Machterhalt nutzten.

Zitat
iro
In jungen Jahren geht man da als Idealist und Utopist heran, wenn man etwas an Jahren und Erfahrung mit den verschiedenen Typen von Menschen gesammelt hat, merkt man, daß das mit der Realität und dem Naturell des (geistig freien) Menschen nicht vereinbar ist. (Es sei denn, man gebraucht Gewalt... aber dann ist man auch schon wieder kein Kommunist mehr, sondern Diktator - womit der Bogen zum Kim und auch zum Erich doch noch geschlagen wäre...)

Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

Auch wenn man älter wird und merkt, dass in der Welt häufig das Recht des Stärkeren und Reicheren gilt (obwohl auch Jugendliche das heute schon sehr früh lernen, sonst werden sie nicht selten von ihren Alterskameraden hoffnungslos gehänselt, wenn sie sich bspw. nicht an einen teuren Markenzwang halten), sollte man gewisse Utopien von einer Welt ohne Konkurrenz nicht vollständig aus seinem Gedächtnis verbannen, sondern immer noch an eine mögliche Umsetzung glauben.
Ansonsten, wenn man nämlich nur noch daran glaubt, die Konkurrenz bestimme das Zusammenleben der Menschen, wird man irgendwann, ohne es selbst zu merken, zu einem Egomanen, der rücksichtslos für die Durchsetzung seiner eigenen Interessen kämpft, und kaum echte Freunde hat (wobei Freunde etwas anderes sind als bloße Geschäftspartner, mit denen man vielleicht auch hin und wieder ein Bier trinkt).
Ich habe den Eindruck, dass dieses Denken sich schon ganz tief in der westlichen, insbesondere aber in der deutschen Gesellschaft, eingenistet hat.
Es fängt doch schon damit an, dass Streitfragen in vielen Fällen nur noch über Anwälte geregelt werden, weil mit der oben genannten Haltung auch die Bereitschaft und Fähigkeit zum Kompromiss abhanden gekommen ist, da jeder seine maximalen Forderungen durchsetzen möchte.

Ganz vollständig sind kommunistisch geprägte Lebensformen zum Glück noch nicht aus unserer kapitalistischen Gesellschaft verbannt.
Es gibt Orte, wo sie funktionieren; - und das ganz ohne Zwang!
Ich denke da an die Ordensgemeinschaften und religiösen Kommunitäten, deren Mitglieder freiwillig nach den "evangelischen Räten" Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam leben.
Man versucht damit eine künftige Lebensform, in der es nach christlicher Auffassung keinen Mangel gibt, schon im hier und jetzt vorweg zu nehmen.

von Internetradiofan - am 23.04.2011 07:45
Schönen guten Tag zusammen liebe Radiofreunde,

es ist doch immer wieder erstaunlich welcher Wirbel aufkommt wenn es um das Thema "Sozialismus" geht.
Ich könnte jetzt so viel über das Für und Wieder unserer westlichen Weltanschauung, oder über das Für und Wieder einer Demokratischen Volksrepublik Korea schreiben, glaubt mir es würde Seiten füllen, mach ich aber nicht, gehört ja auch nicht in einem Radioforum!
Außerdem möchte ich ja auch keine Propaganda für die DVRK machen.
Unabhängig unserer politischen Weltanschauungen sollten alle Länder und Völker untereinander auf Grundlage der friedlichen Koexistenz aufbauen. Jeder hat seinen gemeinsamen Nenner, auch wir hier im Radioforum.
Unser gemeinsamer Nenner ist der technische Aspekt des Runfunks ud dabei sollte es bleiben. Weltpolitik hat hier nichts zu suchen und sollte auf anderen Plattformen diskutiert werden!
In diesem Sinne auf unser gemeinsames und schönes Höbby!:cheers:

Frohe Ostern, 73 und best DX!

von Pirat 07 - am 23.04.2011 08:58
Also Südkorea wird ATSC verwenden, nicht DVB-T.

Schon heute wird der NTSC Analogempfang in Nordkorea so gut wie unmöglich sein.

Weshalb Nordkorea nicht mit China gleichzog hat mit dem Personenkult zu tun. Die Chance ist wohl verpasst.

In irgendeinem Blog schrieb jemand, er konnte ein Handy in Nordkorea benutzen/oder es einschmuggeln und er konnte in der Nähe von Panmunjon ein Südkoreanisches Netz loggen.

Der Empfang von nordkoreanischem Fernsehen ist in Südkorea m.W. nicht erlaubt, wird wohl geduldet, wenn nicht darüber kommuniziert wird. Es existieren u.a. YT Filmchen aus Seoul, wie man erkennt, dass die Sender anscheinend gejammed werden.

Es gibt einen interessanten Grenzverlauf zw. China und NK beim One Step Crossing, wo die chin. Mauer beginnt. Touristische Dare Devils haben auch Videos hiervon gemacht.

Ich hatte auch mal mit Radiomobile experimentiert, von welchen Standorten in Südkorea aus man NK am besten erreichen könnte. Selbst wenn man die umstrittenen SK Inseln mitverwendet und überaus hohe Sendemasten verwendet, ist insbesondere Pyongyang recht gut durch hohe Berge abgeschirmt und im Grenzverlauf verhindern ebenfalls hohe Berge und tiefe Täler die einfache Versorgung. Selbst in Küstenbereiche kommt man durch den Buchtverlauf nicht so gut rein. So etwas wie den Brocken/HarzWest mit Flachland drumherum gibt es nicht.

von CBS - am 23.04.2011 09:52
Zitat
Exidor/andimik
Vielleicht sollte man die Nordkorea Politikdiskussion hier rausschneiden und in den Off Topic teil verlegen?

Ich denke, daß in diesem besonderen und an sich recht einzigartigen Fall durchaus etwas Spielraum für politische Hintergründe mit damit verbundenen unterschiedlichen Sichtweisen offen sein sollte.

Zum Thema:
Ein paar interessante, mit unseren TV-DX-Clips vergleichbare Videos aus dem Süden, unweit der entmilitarisierten Zone (DMZ) gefilmt:

http://www.youtube.com/watch?v=BXIYWPPP8k8&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=_XZCbJA-jCo&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=zPAlX_SDKI0&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=MQkQDS5Cvp8

Interessant wäre es mal zu wissen, wie weit sich unabhängig von bereits vorhandenen unterschiedlichen lokalen Dialekten eine durch die komplette - auch mediale - Abschottung auseinander driftende Sprachentwicklung beider Länder bemerkbar macht.

von Mathias Volta - am 23.04.2011 11:30
Danke für den interessanten Link.

Zitat
RoboCop
Wenn man es jetzt ganz genau nimmt ist es ja ein Unterschied zwischen vor Ort abgestrahlten oder vor Ort empfangbaren Programme

Nun, er scheibt ja:

Zitat

105.2 carried Pyongyang FM Pangsong which opened each morning with a few
minutes of test tone, an interval signal and then the 6AM time signal.

106.5 Carried another service which was // on 89.2, 91.2, 92.9, 93.3,
93.9, 94.5, 96.7, 97.3, 97.7, 98.1, 99.6 and 101.8 MHz.

Demnach ist das zweite Programm auf vielen Frequenzen empfangbar. Mich würde es nicht wundern, wenn dies die Frequenzen sind, auf denen man theoretisch Rundfunk aus dem Nachbarland empfangen könnte. Nach meinen Radiomobile Simualtionen (s.o.) ist selbst bei exponierten hohen Sendern kaum, eigentlich gar kein Durchkommen bis Pyongyang, Tropo wird wird die Bevölkerung kaum nutzen, falls eine gute Frequenz überhaupt frei wäre.

Das Zeitzeichen in dem Bericht erinnert mich stark an NHK. Vielleicht ist da auch was ausrangiertes importiert worden. Der Bus in den Bildern ist es offenbar, selbst der Haltewunschknopf ist noch mit Hiragana versehen.

von CBS - am 11.09.2011 11:22
Zitat
Lutz2

Was mich besonders interessieren würde ist, ob südkoreanische Radiosender es auf UKW nach Pjöngjang schaffen.
Dann wäre davon auszugehen, dass diese auch gehört werden.


Egal ob Stoersender oder nicht, ich vermute nein, suedkoreanische Radiosender schaffen es auf UKW nicht nach Pjoengjiang, und zwar deswegen, da zwischen der Nord un Suedkoreanischen Hauptstadt ein Bergmassiv liegt, welches die Signale auf natuerliche Art und Weise behindern duerfte.

Vermutl. ging was mit einem dementsprechenden Yagi Element und div. Verstaerkern, nur dieses Unterfangen wird sicherlich der Interesse der Behoerde mit auf sich ziehen, geschweige denn, dass man die noetige Apparatur in diesem Land auch bekommt.

In Kaesong wird der Empfang von UKW Sendern aus Sued-Korea problemlos moeglich sein. Das Gelaende ist relativ frei, Seoul relativ nahe gelegen, auch aber wiederum fernab, von moeglichen Stoersendern.

Zudem ist fraglich wie Nord Korea den Empfang von UKW Sendern aus Sued-Korea am effektivsten in Kaesong stoeren koennte? Vermutl. geht's nur ueber kleinere Richtstrahler die landeinwaerts von der DMZ ein Stoersignal senden?

von 102.1 - am 06.05.2013 12:08
zum Thema passt folgender LInk:

http://newfocusintl.com/secret-item-found-in-every-north-korean-home/

Textabschnitt:

In areas where South Korean television programming can be picked up, families usually keep two television sets. One set has pre-set state channels that show only propaganda, for when authorities come to make an inspection. The other set is an illegal one that can receive South Korean programming, and is the one that is actually used by families. Hee-young added another reason for keeping two television sets: “Some people make copies of South Korean shows and share them with friends, while others sell them in the black markets.”

Other North Korean families regularly listen to South Korean music and wear South Korean clothes at home, which is also forbidden by the state. Although a visitor to North Korea may see only North Koreans complying with the regime, North Koreans enjoy breaking the rules in the safety of their homes.

von 102.1 - am 05.06.2013 18:57
Zitat
sup2
Auf dem Ustream-Server ist es ja zu sehen, aber nur kleiner als damals auf dem Chonson-Stream.
www.ustream.tv/channel/kctv-stream?lang=de_DE

Kansas City liegt in Nordkorea? Der Stream gehört zu denen: http://www.kctv5.com/

Der richtige Stream dürfte der hier sein: http://www.ustream.tv/channel/elufa-tv

Zitat
Klaus Wegener am 08.06.2010
Es gibt ja doch einige, z.B. hat die nordkoreanische Botschaft in Berlin eine C-Band Antenne auf dem Dach.

Bei Google Earth sieht man diese noch nicht, die Aufnahme ist wohl zu alt


Mittlerweile sieht man sie im Luftbild und per Streetview. Sehr flach über den Horizont ausgerichtet.
https://maps.google.de/?ll=52.51226,13.385785&spn=0.000423,0.001321&t=h&z=20&layer=c&cbll=52.51226,13.385785&panoid=wJWl6UkzIsc592UL-KwxNw&cbp=12,172.38,,2,-16.72

von Marc_RE - am 29.03.2014 17:05
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