Senderstandorte mit sehr starker Richtstrahlung - wie realisiert?

Startbeitrag von dxbruelhart am 02.11.2003 09:10

In den letzten Jahren wurden immer mehr Sender in Betrieb genommen bzw. so umgerüstet, dass sie nun mit sehr starker Richtstrahlung arbeiten.
Ein extremes Beispiel ist der Sender Widen-Gugelholz Michel von DRS 1 auf 98,3 - der sendet mit 1 kW ERP Richtung 180°; Richtung 330° hat der aber 40 db Abschwächung! So gehen also Richtung 330° nur noch 100 mW raus, also wirklich extrem wenig Leistung.

Hier mal das Diagramm des Senders Widen-Michel Gugelholz:

Azimuth in Grad - ERP-Reduktion in dB

0 29.4 120 22.5 240 20.4
10 28.0 130 15.1 250 20.2
20 27.5 140 9.7 260 23.7
30 27.5 150 5.4 270 30.5
40 28.2 160 2.5 280 31.4
50 28.2 170 0.6 290 28.9
60 28.2 180 0.0 300 29.9
70 28.9 190 0.5 310 34.0
80 30.0 200 2.3 320 39.2
90 32.0 210 5.7 330 40.0
100 35.4 220 11.1 340 35.4
110 31.7 230 18.7 350 31.7

Mit welchen Antennenkonstruktionen können solch massive Ausblendungen realisiert werden?
Welche anderen Senderstandorte sind Euch bekannt, die auch solch massive Ausblendungen in Rückwärtsrichtung haben?

Antworten:

@dxbruelhart
Möglicherweise werden solche Antennendiagramme mit Hilfe von mehreren gestockten Yagis realisiert. Das Stocken beeinflußt normalerweise nur den Gewinn und damit den Öffnungswinkel, während das VRV unberührt bleibt. Mit Hilfe einer Lambda/4-Umwegleitung kann man aber erreichen, daß sich das VRV sehr stark erhöht und für diskrete Frequenzen gibt es dann eine optimale destruktive Interferenz in dem Sinne, daß die Amplitude der Welle auf 0 zurückgeht. Damit hätte man zumindest theoretisch ein unendlich hohes VRV erreicht. Dieses Prinzip kenne ich zwar nur von Empfangsantennen, aber vielleicht wird so etwas auch bei Sendeantennen angewendet?



von MHM - am 02.11.2003 10:57
> Mit Hilfe einer Lambda/4-Umwegleitung kann man aber erreichen, daß sich das VRV sehr stark erhöht...
> Dieses Prinzip kenne ich zwar nur von Empfangsantennen, aber vielleicht wird so etwas auch bei Sendeantennen angewendet?

Hallo zusammen,

das wird auch bei Sende-Antennen angewandt.

Z. B. bei DASDING auf 91,5 vom SWR-Funkhaus in Mannheim.
2,5 kW sind's Richtung Heidelberg, um 1 kW in andere Richtungen. Damit keine Interferenzen nach hinten auftreten, sind je zwei Yagis gestockt, aber um lambda/4 versetzt.
Auch an manchen großen Masten habe ich schon gesehen, dass die Hälfte der Antennen etwas nach vorne versetzt ist.

Eine ähnlich starke Ausblendung Richtung Norden hat 87,8 sunshine live vom FMT Mannheim. Das liegt aber einfach daran, dass der Schaft des Stahlbeton-Turms dazwischen liegt.

Gruß Bernhard

von Bernhard W - am 02.11.2003 15:34
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