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Neuer Sangean ATS 909x mit DSP

Startbeitrag von Habakukk am 09.07.2010 06:15

Ich denke, ich darf die E-Mail aus der A-DX Mailingliste hier zitieren:

Zitat

erhielt gerade die Info, dass es ab Oktober einen neuen Sangean geben soll,
neues Design und mit DSP. Foto auf:
http://www.flickr.com/photos/jelyce/3222148386 und
http://sw77.blogspot.com/2009/08/possible-two-new-top-sangeans-ats-909x.html
Preis soll bei 259,95 $ liegen


http://www.ratzer.at/A_DX_Info.php

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Also sorry, aber 260$ sind ja wohl etwas hoch gegriffen. Soviel gebe ich bestimmt nicht für ein Radio aus. Da wird sich die Anzahl der Käufer dann doch eher im überschaubaren Rahmen halten. Mal ganz davon abgesehen dass das Teil (zumindest auf dem echten Foto) aussieht wie ein billiges Küchenradio. Man kann das billige wellige Plastik selbst auf dem kleinen Foto sehen. Oder gilt der genannte Preis nur für den 909x und nicht für den 909xr? Wobei ich ja nicht glaube das letzterer billiger sein wird.

von Spacelab - am 09.07.2010 06:54
Diese "Neuigkeiten" und Bilder sind leider alles andere als neu, sondern kursierten schon vor einem Jahr. Ob und wann das Gerät tatsächlich auftaucht, bleibt m.E. abzuwarten. Nach dem Hin-und-her um das letztlich doch eingestampfte DRM-Radio von Sangean bin ich da ganz, ganz misstrauisch.

@ Spacelab: In Euro wären das etwas über 200 ¤. Also nicht viel mehr als auch der "alte" ATS 909 kostet, wenn man ihn im Elektronikmarkt statt im Internet erwirbt. Wir sind heute einfach durch die billigen Fechtwaffen und Straßensterne aus China verwöhnt. Vor zehn Jahren war ein Weltempfänger mit der Ausstattung des ATS 909 für 400 Mark ein Schnäppchen.

von Weltempfängermatze - am 09.07.2010 07:19
Mag ja sein. Aber 200 Euro würde ich für einen ATS909 (also den alten) auch nicht mehr ausgeben. Die AM Bereiche werden beinahe täglich uninteressanter und das UKW Band ist so zugefunzelt das es dort auch keinen Spaß mehr macht mal übers Band zu drehen. Ein höherwertiges Radio mit gutem Klang, wie etwa den Elta/Roadstar/TecSun oder was er sonst noch so für Namen trägt, lasse ich mir ja noch gefallen. Außerdem erschreckt mich die offensichtlich billige optische Qualität des neuen 909ers. Aber vielleicht wird hier ja noch bis zum Seriengerät etwas nach gebessert. Denn der Autor des "Realistic Blogs" schrieb schon ganz treffend: "I'm thinking that top radiophile's receiver must be strong, solid and brutal, but not the "iRadio"."

von Spacelab - am 09.07.2010 07:32
Wurde das erwartete Erscheinen bisher mit November 2010 angegeben, wird heute in der aktuellen Septemberausgabe des Radiokuriers schon der Oktober 2010 genannt. Ich bin angenehm überrascht, dass noch viel vom Bedienungskonzept alten ATS909 übernommen wurde, bis hin zum mechanischen TONE-Schalter für nachträgliche PI-Umbauten. Das wird mit so hochintegrierter DSP-Schaltung wie beim Grundig G3 leider nicht mehr möglich sein. Schade auch um den 3"-statt des bisherigen 4"-Lautsprechers. Aber warten wir's ab... In Sachen >Design

von Erich Hoinicke - am 28.08.2010 21:30
Zitat
Spacelab
Aber die "echten" Bilder die wir hier ja auch schon verlinkt hatten sahen sehr billig aus. Alleine das weiße Plastik sah aus wie von nem billigen Küchenbrüllwürfel.


Die Bilder (genauer gesagt: das Bild) zeigen ganz offensichtlich einen frühen Prototyp, der vermutlich von Hand gebastelt wurde. Das tatsächliche, in Serie gebaute Gerät muss also nicht zwangsläufig genauso aussehen. Einige Änderungen am Design hat es immerhin gegeben. Ohnehin muss man das Ganze relativ sehen. Das Gehäuse des alten ATS 909 ist nämlich auch nicht gerade hochwertig, wenngleich man das erst auf den zweiten Blick sieht. Der 909 X kann sich diesbezüglich nur verbessern. Ich bin jedenfalls gespannt, wie das Gerät in natura aussieht. Bei den Bildern in dem PDF und auf diversen Händlerseiten handelt es sich ja offensichtlich um Computergrafiken.

Zitat
Frequenzfieber
Als ich lede in dem PDF, dass das Dingen AM Small & Wide Filter hat, also offensichtlich wird die Bandbreite nicht per DSP geregelt...


Abwarten... DSP heißt nicht zwangsläufig, dass die Trennschärfe automatisch geregelt wird. Bei den chinesischen DSP-Weltempfängen von Tecsun und Kchibo kann man die Bandbreite auch manuell einstellen.

von Weltempfängermatze - am 29.08.2010 11:00
Thiecom hat nun eine Produktseite für den ATS 909X eingerichtet: http://www.thiecom.de/sangean-ats-909x.html

Auf der Seite sind auch einige reale Fotos des Geräts in brauchbarer Auflösung verlinkt, welche offensichtlich auf der IFA geschossen wurden. Mein erster Eindruck ist positiv, der 909X scheint gut verarbeitet zu sein. Die hellblaue Displaybeleuchtung macht einen brauchbaren Eindruck (die des Vorgängers kann man ja getrost als funzelig bezeichnen).

Hoffen wir, dass sich der gute Eindruck auch auf den Empfangsleistungen erstrecken wird. :cool:

von Weltempfängermatze - am 07.09.2010 22:28
Zitat

Ich sehe aber auch ein Konkurrenzmodell mit RDS und DSP für 130...140 ¤, das es leider (wieder mal) nur in den USA oder UK gib: >Eton G3<
[...]
Wenn ich das Italienisch in Absatz "FM" richtig verstehe, heißt das in etwa: "Für mich eine Überraschung. Auf FM viel besser als ich erwartet habe. [...]


Du meinst also, dass der nicht dem Grundig G3 hier entspricht, sondern spürbar besser ist?
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,716601,716601#msg-716601

Der Grundig G5 war von den Innereien her zumindest dem Eton E5 (oder Lextronix E5) ziemlich nahe, lediglich das Gehäusematerial ist leicht anders.

Und ja, der neue Sangean mit DSP würde mich auch interessieren. Muss mir mal überlegen, ob ich mir den leisten kann/will... :D

von Habakukk - am 24.02.2011 07:36
Zitat
Habakukk
Du meinst also, dass der nicht dem Grundig G3 hier entspricht, sondern spürbar besser ist?
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,716601,716601#msg-716601


Soweit ich informiert bin, sind die Geräte identisch. Der einzige Unterschied ist der Markenname, denn die Rechte an an der Marke "Grundig" hält Etón nur in den USA. Im Rest der Welt (außer Deutschland) werden die Geräte (auch andere Modelle wie G6, Satellit 750 alias Tecsun S-2000 usw.) unter dem Label Etón vertrieben.

Zitat

Der Grundig G5 war von den Innereien her zumindest dem Eton E5 (oder Lextronix E5) ziemlich nahe, lediglich das Gehäusematerial ist leicht anders.


Auch in diesem Fall war das m.E. rein markentechnische Kosmetik.

Zum Thema: Wo ist denn der ATS 909x schon lieferbar? Alle deutschen Shops, die ich auf die Schnelle gefunden habe, melden eine Verfügbarkeit in drei bis vier Wochen, und auch Radio Shack in den USA meldet "out of stock".


von Weltempfängermatze - am 24.02.2011 13:32
Habe selber am Samstag Abend das Radio beim eBay-shop "Vintage audio lab" in Taiwan gekauft. Hat etwa 190¤ + MwSt (beim Zoll) gekostet. Ist heute angekommen.Mit Radio dabei waren u.A. 2 Netzteile (Euro & US) und Bedienungsanleitung auf chinesisch.

Kurzimpression. Meine Interesse liegt hauptsächlich bei FM. Beim schwachem Sendern folgt das Rauschen das Modulation. Geisterempfang 250kHz über (aber nicht unter) Sendefrequenz bei starken Stationen. Übersteuert aber nicht (mit Teleskopantenne). Empfindlichkeit ist auch OK (etwa gleichauf mit Tecsun PL-660). Beim RDS kann mann ausser Stationsname PTY oder RT aufzeigen. Lautstärke null heisst Gerät bleibt stumm (im Gegensatz zu alten ATS-909).

Schnell reingekukt. Drinnen gab es die gewöhnlichen keramischen- und Quartzfilter. Zusätzlich fand ich eine kleine DSP-Chip. Ist also ZF-DSP, wie Sangean behauptet.



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von Finntech - am 24.02.2011 17:57
Tja, in Taiwan ist man halt direkt an der Quelle. ;)

Also den Grundig / Eton G3 habe ich genauso hier gehabt wie den DE1106.
Beide sind identisch, bis auf die Außenhaut und ein paar Details. Wenn dieses Gerät interessant sein sollte, dann würde ich zum DE1106 raten. Sein Display ist größer und die Tasten sind hintergrundbeleuchtet. Weiterhin wurde der Fehler des nicht funktionierenden AM-Synchrondetektors im DE1106 und in den neueren Modellen des G3 behoben. Das Problem bestand nur bei den ersten Geräten aus der G3-Serie, nicht bei den DE1106.
Generell kann man zu beiden Geräten sagen, dass der Empfang soweit akzeptabel ist. Beide sind deutlich schwächer auf MW und LW als der Eton E5 - auf KW sind sich die Geräte relativ gleich. Auf UKW ist der Empfang des DE1106 / G3 ebenfalls richtig gut, aber ein modifizierter E5 packt natürlich mehr. RDS ist recht schnell da und das auch bei nicht Ortssendern. Es können PS, RT, PTY, DATE angezeigt werden - leider kein RDS-PI.

Ansonsten bin ich mal auch auf den ATS 909X gespannt, da er mit ~ 200¤ ja nicht gerade ein Schnäppchen ist. Auch hier wäre natürlich eine PI-Anzeige der Knaller gewesen.

von oli84 - am 24.02.2011 19:06
Hallo Finntech !

Interessanter Bericht über den direkt importieren ATS 909X.
Zwei Fragen habe ich zu den Gerät:
Wo fängt der LW-Bereich an ? Wieder bei 153 kHz oder tiefer ?

Bei "DSP" stellt sich die Frage, wo diese eingesetzt wird. Bei ZF-DSP braucht man jedenfalls keine Keramikfilter mehr.
Oder wird der "DSP" Chip nur auf FM eingesetzt wie z.B.bei PL-380?
Dann dürften keine FM Keramikfilter mehr vorhanden sein.

Schon jetzt vielen Dank für die Beantwortung!

Charly Hardt teilte mir übrigens schon bei der Funkausstelung mit, dass laut Auskunft von Sangean "DSP" nicht in der ZF,
sondern zur Frequenzerzeugung verwendet wird. Das ergibt aber keinen Sinn. Zur digitalen Frequenzerzeugung kommt eher ein "DDS" Baustein
zur Anwendung, aber nicht "DSP".
Da muss man mal abwarten, bis dieses Gerät tatsächlich hier angeliefert wird.
Thiecom hat jedenfalls keine Geräte am Lager, andere Händler auch nicht.

Viele Grüsse,
Jürgen
Wenn eine Sache angeboten wird heisst das noch lange nicht, dass diese auch ab Lager verfügbar ist.

von Jürgen Martens - am 25.02.2011 10:11
Na, zuerst dachte ich dass gute Bilder von Innenleben (mit geöffneten Blechdosen usw.) und das Schaltplan gleich irgendwo auftauchen. Habe doch ein zweites mal reingeschaut und ein paar Bilder gemacht.





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Das DSP-chip ist ein "Si4735", "IC1". Das "TA7640", "IC2" scheint nur ein AM-ZF-verstärker zu sein. UKW ist tatsächlich nur mit DSP implementiert. Empfängt etwa gleich mit Tecsun PL-310 bisauf das Geisterempfang 250kHz oberhalb des frequenz das es beim Tecsun nicht gibt. Die lückenlose kurzwelle bis zu 29999kHz und 40Hz abstimmschritte beim SSB gibt's bei reinen DSP-Geräten (noch) nicht. Doch kein Gebrauch ist von dem variablem Bandbreite gemacht.

Die LW startet normalerweise von 153kHz. Doch gestern, als ich mit dem Radio rumspielte, hatten die Frequenzbereiche plötzlich sich verändert. Beim KW war mit 26100kHz schluss und die LW war von 100kHz bis zu 2XX kHz (hab nicht auf Papier geschrieben war vielleicht 279kHz). Nach einem Reset ist es wieder von 153kHz bis zu 29999kHz. Hat noch nicht reproduziert. Auch das RDS funktioniert ab und zu nicht. Nach aus/auf-schalten geht es wieder. SW-version ist "1.18"...


von Finntech - am 25.02.2011 16:26
Hallo Finntech,
danke für die Fotos vom Inneren des ATS 909X !
Daraus sieht man, dass nur auf FM der DSP-Baustein eingesetzt wird. Die AM-Bereiche werden wie bisher analog aufbereitet.
Die Filter für AMwide und AMnarrow sind wie beim 909, auch die Erzeugung der BFO-Frequenzen erfolgt über zwei
Keramikschwinger (gelb) mit getrennten Abgleichtrimmern. Das heisst, AM-Filtermodifikation werde ich auch in Zukunft machen :-)
Mal sehen, wie sich die Frequenzbereiche definieren lassen. Offenbar geht das beim X von aussen.
Beim jetzigen Modell muss man Dioden im Bedienteil einlöten oder entfernen.
Bin schon gespannt......

73, Jürgen

von Jürgen Martens - am 25.02.2011 17:22
Zitat
Jürgen Martens
Es gibt aber keine DSP Chips, die auch SSB können !
Daher muss man einen SSB tauglichen Empfänger immer noch mit PLL und Filtern aufbauen.

Nicht wirklich. Zwar gibt es da nichts in der Art SI4735, aber bei
ausreichender Stückzahl wäre Silicon Labs sicherlich bereit, eine Version mit
SSB und Sync-Demod zu machen. Alternative: Einen von den kleineren
Blackfin-DSPs und damit eine rein SDR-basierte Kiste machen. Diese Teile sind
leistungsfähig genug, um auch noch die gesamte Bedienung und Anzeige mit zu
erledigen. Und auf UKW den RDS- und Stereodecoder zu machen. Aber entweder
fehlt bei Sangean die Expertise dafür oder man hat bewußt ein steinaltes
Konzept mit dem SI4735 aufgebohrt, um die Entwicklungskosten niedrig zu
halten. Wohl auch in dem Bewußtsein, daß da keine Riesenstückzahlen mehr zu
erwarten sind. Reine DSP-Lösungen gibt's schon für 300 Euronen
(allerdings in einer anderen Leistungsklasse): Ten-Tec RX320D


von Nohab - am 27.02.2011 03:18
Zitat
dxbruelhart
Hier hat nun ein veritabler DXer sich den neuen 909X mal zur Brust genommen, hier sein Blogbeitrag (in spanisch):
http://radioescuchaciudad.wordpress.com/2011/03/30/sangean-ats-909x-primeras-impresiones/

UKW scheint also deutlich besser zu sein als beim 909er, wobei hier die Grundausstattung ohne Modifikationen miteinander verglichen wurde; ansonsten ist der neue 909X empfangsmässig wohl ziemlich identisch mit dem bisherigen 909er.


Danke, Christian für den Link.
Ich habe es mir auch gerade durchgelesen und habe auch den Eindruck, dass es außer bei UKW keine Verbesserungen gibt.
Diese Verbesserungen schiebe ich mal auf den verwendeten SI4735, der ja bis auf RDS baugleich mit dem SI4734 ist. Letzterer verrichtet ja in den TECSUN-Modellen PL-310, PL-380 und PL-390 und weiteren solcher Ultralightgeräte seinen Dienst.

Interessant wäre es nun, wenn es von TECSUN einen Empfänger mit dem SI4735 geben würde, bei dem auch RDS augegeben würde. Dann könnte man einen echten Vergleich mit dem neuen ATS 909X anstellen!

von oli84 - am 02.04.2011 09:22
Zitat
oli84
Interessant wäre es nun, wenn es von TECSUN einen Empfänger mit dem SI4735 geben würde, bei dem auch RDS augegeben würde. Dann könnte man einen echten Vergleich mit dem neuen ATS 909X anstellen!

Wobei natürlich auch die Revision des SI4735 etwas entscheidet.
Mittlerweile ist SiLabs da bei der Version D60 angelangt.
Unterschiede zur B20: RDS-Empfindlichkeit um 5µV verbessert und Kurzwelle geht jetzt bis 26.1MHz. Und der ist auch in einer
bastlerfreundlicheren Version erhältlich(SSOP24-Gehäuse).
Und dann entscheidet auch, ob der Hersteller einfach nur die Antenne ans IC klemmt oder tatsächlich noch Vorselektion mit etwas Verstärkung davor setzt - was in jedem Fall noch etwas bringt.



von Nohab - am 02.04.2011 10:43
Und genau das ist ja auch der Unterschied bei den ganzen Autoradios. Manche haben hier im Forum schon gemutmaßt das die Unterschiede ja nicht mehr so groß sein könnten zwischen den einzelnen Geräten weil ja mittlerweile fast jedes Gerät nen DSP Empfänger und keinen klassischen Tuner mehr hat. Weit gefehlt! DSP ist da nicht gleich DSP und das ganze drumherum spielt auch noch eine große Rolle. Einfach nur die Antenne ans DSP hängen ist höchstens Mittelmaß.

von Spacelab - am 02.04.2011 12:04
Seit ein paar Tagen bin ich nun Besitzer des ATS-909X. Kostenpunkt am großen Fluss: ¤ 186,73 plus Versand (weil ich das Gerät schnell haben wollte, wählte ich den Premiumversand).

Mein erster Eindruck: Die Verbesserungen gegenüber dem alten ATS-909(W) betreffen vor allem Ausstattung, Klang, Verarbeitungsqualität und Bedienungsfreundlichkeit, während der Empfang - zumindest auf LW, MW und KW - in etwa gleich geblieben ist.

Sprich, im Batteriebetrieb ist das Gerät auf den unteren KW-Bändern (unter 10 MHz) nicht sonderlich empfindlich. Wer schwächere Signale empfangen will, kommt also um eine externe (Draht-) Antenne nicht herum. Immerhin wird eine solche mitgeliefert (ca. 6 m Draht in einem Aufrollgehäuse). Im Netzbetrieb ist die Empfindlichkeit spürbar besser, aber auch dann kann eine externe Antenne nicht schaden (im Gegenteil). Die Filterbandbreiten entsprechen vom Höreindruck her denen des Vorgängers, ebenso die Empfindlichkeit auf LW und MW an der eingebauten Ferritantenne. Allerdings ist das S-Meter etwas "geiziger" als beim Vorgänger.

Der DSP-UKW-Tuner scheint in der Tat deutlich trennschärfer zu sein als der unmodifizierte alte ATS-909 (mein vor rund zehn Jahren gekauftes Exemplar hat jedenfalls Scheunentorfilter, die nicht immer auf 200 kHz Abstand trennen). An einen mit 80-kHz-Filtern modifizierten E5 oder DE1103 reicht die Trennschärfe aber wohl nicht heran. Wie sich der ATS-909X in der Praxis schlägt, wird sich bei den demnächst zu erwartenden Überreichweiten (Sporadic-E) zeigen. Für genau diesen Einsatzzweck habe ich das Gerät übrigens erworben.

Klanglich ist das neue Modell etwas heller und klarer abgestimmt als der voluminöser klingende Vorgänger, dessen relativ starker Bass zwar auf UKW toll herüberkommt, auf den AM-Bereichen aber zu einer leicht muffeligen Wiedergabe führt. Trotz der offensichtlich identischen Filterbandbreiten ist die Sprachverständlichkeit des ATS-909X auf den AM-Bereichen besser als beim ATS-909. Auf UKW klingt der 909X trotz des kleineren Lautsprechers sehr gefällig und wesentlich voller als etwa ein E5 oder DE1103.

Zu Beginn dieser Diskussion wurden Bedenken hinsichtlich der Verarbeitung bzw. des Gehäusematerials geäußert. Diese sind jedoch unberechtigt. Abgesehen von dem bei meinem Exemplar minimal schief eingelassenen Lautsprechergrill (siehe Foto) wirkt das Gerät optisch wie haptisch ausgesprochen hochwertig. Von "billigem welligem" Plastik, wie Spacelab vermutete, kann keine Rede sein. Das Gehäuse macht einen wesentlich robusteren Eindruck als das des alten "Sangys". Die Bedienelemente sind sauber und spielfrei eingepasst, und auch die Gehäuseschalen sind - anders als beim etwas "knarzigen" Vorgänger - äußerst sauber und ohne auffälliges Spaltmaß verschraubt. Die Teleskopantenne ist ebenfalls hochwertiger als beim herkömmlichen ATS-909, das Material fühlt sich an wie Edelstahl. Da das Gehäuse des 909X tiefer ist, hat sich die Kippsicherheit drastisch verbessert.



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Sehr erfreuliche Verbesserungen gibt es bei der Ausstattung zu vermelden. Das brillante Display ist nun hell und gleichmäßig beleuchtet - ein gigantischer Fortschritt gegenüber der düsteren und ungleichmäßigen Displaybeleuchtung des alten Modells. Die Farbe variiert je nach Umgebungslicht zwischen gelblich-weiß (Tageslicht bei sonnigem Wetter), violett-weiß (Dämmerung) und hellblau (Dunkelheit und Glühlampenlicht). Die Benutzung des Geräts in abgedunkelter Umgebung macht Spaß!

Akkus lassen sich nun (endlich!) im Gerät laden, man muss sie also nicht mehr herausnehmen. Der Füllstand der Batterien bzw. Akkus wird nun auch während des Betriebs im Display angezeigt. Das Batteriesymbol hat zwar nur drei Balken, die Anzeige scheint jedoch zuverlässig zu sein.

Anders als der Vorgänger zeigt der ATS-909X bei RDS auch PTY und Radiotext an. Wobei hier der Nutzwert natürlich davon abhängt, was die Sender an Informationen übertragen. Immerhin konnte ich auf diesem Wege bereits ein paar Musiktitel identifizieren.

Die Bedienung entspricht nahezu komplett der des ATS-909. Durch das große Daumenrad auf der Frontseite ist die manuelle Frequenzabstimmung allerdings deutlich komfortabler als mit dem seitlichen Abstimmknopf des alten ATS-909. Wer mal einen Sony ICF-SW55 hatte (oder noch hat), weiß, was ich meine. Im Gegensatz zum seidenweich laufenden Abstimmrad des Sony ist beim ATS-909X jedoch eine spürbare Rastung bei jedem Frequenzschritt vorhanden. Mit der STEP-Taste in der Mitte des Rades kann man bequem zwischen groben und feinen Abstimmschritten wählen, dies ist ebenfalls weit bequemer gelöst als beim alten ATS-909.

Mein (vorläufiges) Fazit nach vier Tagen Nutzung: Wenngleich die erhofften Verbesserungen beim KW-Empfang ausgeblieben sind, ist der ATS-909X ein durchaus gelungenes Gerät, das normale Empfangsansprüche gut erfüllt. Wer ausgeprägtere DX-Ambitionen hegt, sollte eine externe Antenne anschließen. Inwiefern der DSP-Tuner für UKW-DX geeignet ist, wird sich zeigen, sobald Überreichweiten auftreten. Der Empfang der ortsüblichen Sender ist jedenfalls tadellos, auch bei mittelstarken Signalen. Dank des guten Klangs eignet sich der ATS-909X auch gut zum "normalen" Radiohören.



von Weltempfängermatze - am 08.05.2011 17:22
Zitat
Stephan Großklaß
Schaut doch ganz schnuckelig aus.


Allerdings. Optisch finde ich den ATS-909X wirklich gelungen. Das können die offiziellen, vermutlich am Rechner entworfenen Produktbilder gar nicht rüberbringen. Man muss ihn schon vor sich stehen haben...

Zitat

Ich denke mal, beim AM-Teil wird man nur mäßig viel geändert haben,


Das denke ich auch. Möglicherweise hat man aber auch gar nichts geändert, zu ähnlich sind die Empfangsleistungen. Sogar die vorprogrammierten KW-Frequenzen (Stand ca.1996) hat man vom alten ATS-909 übernommen (wobei diese ja nicht direkt mit dem Empfangsteil zu tun haben, sondern mit der Steuersoftware). In den Speicherbänken findet man also längst verblichene Stationen wie SRI Bern (div. QRGs), SWF 3 (7265 kHz), Brasilien (15265 kHz) oder auch den deutschen Dienst der BBC. Zum Glück kann man diese Daten aber einfach löschen oder überschreiben.

Zitat

warum auch.


Nun, eine höhere Empfindlichkeit an der Teleskopantenne wäre schon nett gewesen, ebenso eine bessere Auswahl der Filterbandbreiten. Sony hat es ja vor 20 Jahren beim ICF-SW55 (der ganz offensichtlich das Vorbild für den ATS-909 war) vorgemacht. Empfindlichkeit und Trennschärfe des ATS-909(X) sind zwar für den durchschnittlichen, am Empfang der Auslandsdienste interessierten Kurzwellenhörer völlig ausreichend, als DXer wünscht man sich aber mehr. Das schmale Filter ist für meinen Geschmack etwas zu breit und das breite ein wenig zu schmal. Damit erreicht man weder die optimale Trennschärfe bei sehr stark gestörten Stationen noch den bestmöglichen Klang bei starken, ungestörten Signalen. Der SW55 war in dieser Hinsicht vorbildlich, ebenso der Sangean ATS-803A, der schon mit den Werksfiltern vorzüglich für Tropenband- und MW-DX geeignet war bzw. den Empfang starker ungestörter Sender in nahezu Hifi-Qualität ermöglichte.

Das alles soll aber nicht heißen, dass der ATS-909X schlecht ist. Im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte bei meinem Start ins DX-Hobby vor 25 Jahren ein solches Gerät zur Verfügung gehabt (statt des teuren, aber durchwachsenen Grundig Satellit 400). Außerdem muss man zur Ehrenrettung des Sangean anführen, dass auch Geräte wie der E5 bzw. DE1103 erst nach einer Filtermodifikation richtig DX-tauglich sind. Zumindest die Empfindlichkeit an der eingebauten Antenne ist aber bei diesen Empfängern vorbildlich gut.

Zitat

Die eher mäßige Empfindlichkeit an der Teleskopantenne dürfte damit dem nicht allzu hochohmigen Eingang geschuldet sein.


Dieses Verhalten zieht sich wie ein roter Faden durch die Historie von Sangeans Flaggschiffen. Schon der ATS-803A von 1987 war an der Teleskopantenne relativ taub, lief aber mit externer Drahtantenne zur Hochform auf. Der ATS-909 und sein Nachfolger 909X setzen diese Tradition fort.

von Weltempfängermatze - am 10.05.2011 19:43
Zitat
chrget
Hallo Matze,

kannst Du eventuell auch eine Aussage über den Stromverbrauch machen? Der alte 909er ist hier ja recht genügsam (seinerzeit hab' ich mal je nach Lautstärke zwischen 45 und 85 mA gemessen). Ich frage mich halt, ob sich der DSP nicht womöglich einen wesentlich heftigeren 'Schluck aus der Pulle' genehmigt.


Leider kann ich den Stromverbrauch mangels entsprechender Gerätschaften nicht messen. Natürlich könnte ich den ungefähren Verbrauch aus der Kapazität eines Akkusatzes und dessen Standzeit errechnen. Das braucht aber Zeit (die ich bisher nicht hatte) und macht m.E. auch nur bei neuen, frisch geladenen Akkus Sinn. Bislang habe ich das Gerät jedoch nur mit einem Satz betagter NiMh-Akkus betrieben, deren tatsächliche Kapazität offenbar z.T. erheblich von den aufgedruckten 2500 mAh abweicht. Einen ausgedehnten Sporadic-E-Nachmittag halten diese altersschwachen Akkus immerhin noch locker durch.

Die Erprobung mit neuen Akkus steht auf meiner "To-do-Liste", kann aber noch ein wenig dauern. Also Geduld bitte. ;)

Zitat
dxbruelhart
Wie gut trennt der 909X UKW-Sender im 100 kHz-Raster? Kann ein sagen wir mal ~40 dBs schwächerer Sender 100 kHz neben einem stärkeren Sender noch aufgenommen werden? Wieviel Pegelunterschied verträgt es etwa, damit man ein Signal des schwächeren/gestörteren Senders noch verständlich empfangen kann auf UKW?


Auch hier kann ich noch keine wirklich abschließende Aussage treffen, da ich noch keine ausreichenden Erfahrungen bei (Tropo-) Überreichweiten sammeln konnte. Dauerhaft empfangbare Sender im 100-kHz-Raster gibt es hier kaum, und Sporadic-E eignet sich wegen der meist starken und nur kurz hörbaren Signale m.E. nicht so recht, die Trennschärfe zu beurteilen.

An meinen mit 2x80 kHz Filtern modifizierten E5 reicht der ATS-909X aber nach meinen bisherigen Beobachtungen nicht heran. Ortssender sind auch 100 kHz neben ihrer eigentlichen Frequenz noch deutlich verständlich zu hören, wenn auch bereits leicht verzerrt, während beim E5 maximal einige kratzende, kaum bis nicht verständliche Überschläge wahrnehmbar sind und bei entsprechenden Bedingungen auch 100 kHz neben Ortssendern DX-Empfang möglich ist.

Allerdings hat der 909X bekanntlich keine statischen Filter, sondern der DSP regelt die Bandbreite je nach Erfordernis dynamisch. Dazu ein Beispiel: Bei leicht angehobenen Bedingungen (Morgentropo) trennte das Gerät NDR 2 aus Hamburg (ca. 145 km entfernt, nicht ständig hörbar) auf 87,6 MHz sauber von der ständig unterhalb der RDS-Schwelle hörbaren Radio-21-Funzel Goslar auf 87,7, solange beide Signale in etwa gleich stark einfielen (8 von 12 Balken auf dem S-Meter). Bei Fadingeinbrüchen der 87,6 machte sich jedoch sofort die hektisch reagierende Bandbreitenregelung bemerkbar und ließ die Modulation der 87,7 (verzerrt, aber klar verständlich) durch.

An bestimmten Stellen meiner Wohnung lassen sich zudem Radio 21 auf 89,4 (Rehburg-Loccum) und und hr 3 auf 89,5 (Hoher Meißner) trennen. Beide fallen dort ständig mit 8 von 12 Feldstärkebalken ein.

Ich hoffe, du kannst mit diesen ersten Erfahrungen etwas anfangen. Im 200-kHz-Raster trennt der ATS-909X übrigens einwandfrei, während mein alter ATS-909 selbst damit mitunter Probleme hat.

von Weltempfängermatze - am 23.05.2011 17:12
Ich habe mir ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit den ATS 909x zugelegt und meine Begeisterung hält sich ebenso stark in Grenzen. Dabei stört mich vor allem die mangelnde Trennschärfe auf UKW, die zumindest hier in der Region, wo das Band mit starken Sendern ziemlich zugestopft ist, das DXen kaum möglich macht. Eigentlich habe ich mir das Gerät zugelegt, um bei Sporadic-E auch mobil DXen zu können, wenn ich gerade nicht im Auto sitze. Aber nicht nur die mangelnde Trennschärfe erschwert das Durchkommen von Sporadic-E-Empfängen, auch das RDS scheint zu langsam zu reagieren. Als neulich eine sehr gute, lang anhaltende Sporadic-E-Öffnung war, habe ich ihn mal getestet und da hat er versagt. Da ist mein Bremen MP74 erheblich besser zum DXen geeignet, zwar hat dieser auch ein sehr langsames RDS, dafür zeigt er aber den PI-Code an und ist wesentlich trennschärfer. Und mit einem modifizierten E5 kann der ATS 909x schon einmal gar nicht mithalten, da liegen Welten dazwischen. Aber ich kann ihn dafür als Reiseradio benutzen, da mir bisher noch ein mobiles Radio mit RDS-Anzeige fehlte, völlig umsonst habe ich ihn mir also nicht angeschafft. Nach den Berichten, die hier zu hören waren, habe ich aber mehr von diesem Gerät erwartet. Aber vielleicht bin ich auch schon zu verwöhnt.

von Lahnwelle - am 18.06.2011 11:24
Zitat
Lahnwelle
Nach den Berichten, die hier zu hören waren, habe ich aber mehr von diesem Gerät erwartet. Aber vielleicht bin ich auch schon zu verwöhnt.


Vermutlich bist du wirklich zu verwöhnt bzw. hattest zu hohe Erwartungen. Letztere hatte ich übrigens auch, nachdem ich so viele begeisterte Berichte über den vermeintlichen "Wunder-DSP" gelesen hatte, der ja auch in diversen Tecsun-Empfängern steckt. Von diesen Erwartungen ausgehend hat sich bei mir ebenfalls Ernüchterung eingestellt.

Dass der ATS-909X nicht mit einem modifizierten E5 konkurrieren kann, hatte ich ja oben bereits zweimal angemerkt. Den Vergleich gewinnt der E5 haushoch, sowohl hinsichtlich der Trennschärfe als auch der Empfindlichkeit. Nach sechs Wochen Probebetrieb kann ich das nur bestätigen und dick unterstreichen. Allerdings vergleicht man hier gewissermaßen Äpfel mit Birnen, denn unsere E5 sind wohlgemerkt mit sehr schmalen Filtern zu DX-Maschinen aufgemotzt - meiner mit 2x80 kHz, deiner sogar mit 2x50 kHz. Das darf man nicht vergessen.

Vergleicht man den ATS-909X allerdings mit seinem unmodifizierten Vorgänger oder anderen Geräten im Werkszustand, ist seine Trennschärfe tatsächlich spürbar besser (mein ATS-909 trennt mit seinen Werksfiltern nicht immer im 200-kHz-Raster). Aber eben nicht so gut, wie man es sich als von Sharx und

von Weltempfängermatze - am 18.06.2011 14:39
Zitat
Eniak
Welches portable (DSP) Radio mit RDS und Pi Code anzeige, ist denn für DXing empfehlenswert ?
So viele gibt es da ja nicht, die wirklich brauchbar und vorallem bezahlbar sind.
Es muss ja nicht gleich ein Grundig S700 zum Wahsinnspreis von 500.-¤ sein ! :wall:


Portable Radios mit DSP und RDS sind mir, abgesehen vom ATS-909X, nicht bekannt. Ob bei den diversen DAB-Portables von Sangean und anderen Herstellern ein DSP für UKW zuständig ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Über deren UKW- und RDS-Empfangseigenschaften weiß ich ebenso wenig, habe aber meine Zweifel, ob diese an einen ATS-909(X) heranreichen.

Die "üblichen Verdächtigen" von Tecsun (PL-310, PL-380, PL-606) haben zwar wie der Sangean ebenfalls einen Silicon-Labs-DSP (der bei diesen Geräten auch auf den AM-Bereichen arbeitet), aber eben kein RDS. Empfangsmäßig müssten sie auf UKW mit dem 909X vergleichbar sein. Als Vorteil empfangen diese Geräte aber UKW wahlweise ab 64 MHz. Der ATS-909X bietet das OIRT-Band leider nur in der Russland-Version.

Den PI-Code kann bei den tragbaren Radios wohl neben dem Satellit 700 nur der alte ATS-909 mit entsprechender Modifikation anzeigen.

Die erste Wahl für UKW-DX dürften auch weiterhin der Eton E5 und der Degen DE1103 mit nachgerüsteten schmalen Filtern sein.

von Weltempfängermatze - am 18.06.2011 21:03
Zitat
Eniak
Ich denk mal man sucht jetzt nach div. Ausreden um dem ganzen Gedönz mit dem 909X gerecht zu werden.


Könntest du den Satz mal näher erläutern? Ich verstehe ihn so, dass du meine Beiträge als "Gedöns" und "Ausreden" auffasst. Ich will dir deine Meinung nicht verbieten, möchte aber anmerken, dass ich in diesem Forum noch nie persönlich geworden bin und das auch weiterhin tunlichst vermeiden werde. Sachlichkeit und Fairness sind und bleiben das oberste Gebot. Für nebensächliche Konflikte ist mir meine Freizeit zu schade. Ich bin dir auch nicht böse, wollte das aber mal anmerken, weil mir jegliche Vergiftung des "Betriebsklimas" gegen den Strich geht. Also Schwamm drüber. ;)

Zitat

Das hat auch gar nix mit verwöhnt zu tun. Man hat sich ganz einfach an die Empfangsqualität seiner Geräte gewöhnt und will diese auch bei Neuanschaffungen nicht mehr missen.


Das geht mir ganz genauso. Insgeheim hatte ich mir angesichts der positiven Berichte über die einschlägigen DSP-Empfänger erhofft, dass der ATS-909X auf UKW ähnlich leistungsfähig ist wie mein modifizierter E5. Diese Hoffnungen haben sich jedoch zu meinem Bedauern nicht erfüllt. Der Fairness halber muss man aber sagen, dass unmodifizierte Konkurrenzprodukte auf UKW* auch nicht besser sind als der ATS-909X, sondern teils sogar schlechter. Dass Radios, die nachträglich von den Benutzern oder in deren Auftrag mit schmalen Filtern hochgerüstet wurden, besser sind, sollte nicht weiter verwundern. Das ist schließlich Sinn und Zweck der Modifikation. Nur schade, dass man den ATS-909X aufgrund des DSP-Chips nicht aufrüsten kann.

*in den AM-Bereichen dagegen schon, s.o.

von Weltempfängermatze - am 19.06.2011 01:38
Zitat
Eniak
Ich denk mal man sucht jetzt nach div. Ausreden um dem ganzen Gedönz mit dem 909X gerecht zu werden.

Ich glaube, Ausreden muß man sich nicht suchen.
Verglichen mit dem, was diverse Weltempfängerfabrikanten dem Nutzer bisher im UKW-Bereich zugemutet haben, sind diese SiLabs-Chips ein deutlicher Schritt vorwärts. Dennoch dürfte den meisten hier klar sein, wo diese Teile ihre Grenzen haben. Mit einem modifizierten Stationsgerät können diese Teile jedenfalls nicht mithalten. Verglichen mit meinem umgebauten Scott T526 (momentan 3 x 230 kHz + 4 x 150kHz + Amp) fehlen beim Lidl-Radio (SI4731) ca. 30% der Stationen. Für ein 15-Euro-Radio ist das Ergebnis trotzdem ordentlich. Üblich ist eigentlich in dieser Preisklasse, daß halt nur der örtliche Dummfunker und die nächstliegenden ÖR zu hören sind.

Auf den ATS909x bezogen heißt das schlicht, daß der UKW-Bereich adequate Empfangsleistungen erwarten läßt und die Hauptqualitäten weiterhin in den AM-Bereichen liegen. Und dafür kauft man sich so ein Dingen schließlich auch.



von Nohab - am 19.06.2011 01:40
Zitat
Eniak
@ Weltempfängermatze:
mit Gedönz meinte ich nicht explizit dich oder deine Erläuterungen, sondern den ganzen Wirbel den man allgemein um den 909X macht.


Okay, danke für die Aufklärung des Missverständnisses. Dass um das Gerät ein gewisses "Gedöns" gemacht wird, ist m.E. nicht verwunderlich. Schließlich ist der ATS-909 ein weltweit sehr populäres, weit verbreitetes Gerät und dürfte mit 15 Jahren Marktpräsenz zu den meistverkauften Weltempfängern aller Zeiten zählen (länger wurde wohl nur der Sony ICF-2001D gebaut). Da ist es verständlich, dass die Zielgruppe Interesse am Nachfolger zeigt und Hoffnungen auf Verbesserungen hegt. Und das Interesse scheint recht groß zu sein, das zeigen mir die Aufrufzahlen meiner 909X-Videos bei YouTube.

Zitat
Eniak
Aus industrieller Fertigung wird man wohl kaum einen Weltempfänger bekommen der bereits mit 80 oder 110 KHz ZF-Filtern bestückt ist.


Was angesichts der klangmindernden Eigenschaften dieser Filter auch kein Wunder ist. Denn die große Mehrzahl der Käufer will mit den Geräten ganz normal Radio hören und nicht extremen DX-Sendern nachjagen. Dass Blaupunkt mit seinen Sharx-Autoradios und Sony mit seinen XDR-HD-Empfängern (beide mit digitaler Trennschärferegelung) bereits ab Werk DX-taugliche Geräte herausgebracht haben, muss man wohl als glückliche Fügung betrachten. Da waren die Entwicklungsingenieure offensichtlich nicht nur auf ihrem Fachgebiet äußerst kompetent, sondern auch in der Lage, die auf Gewinnmaximierung (=Kostenoptimierung) gedrillten Betriebswirte von ihrem Konzept zu überzeugen.

Zitat
Housefieber
Kann man eigentlich mit dem 909-X auch Akkus laden?


Ja, kann man. Einfach das Netzteil anschließen, dann lädt der ATS-909X die Akkus, wenn er abgeschaltet ist. Während des Ladens leuchtet die rote LED neben dem Display. Natürlich muss der kleine Schalter im Batteriefach in der Akkustellung sein.

Zitat
Housefieber
Wenn ja, wie stellt man die Ladezeit ein? (Konnte in der Beschreibung nichts dazufinden!)


Manuell einstellen kann man da nichts, der Ladevorgang endet offensichtlich automatisch, sobald die Akkus voll sind. Bei komplett leeren Akkus dauert das Laden etwa 3,5 Stunden.

Zitat
Spacelab
@Weltempfängermatze: Diese "Messmethode" ist aber seeehr ungenau und bestenfalls ein ganz ganz grober Anhaltspunkt.


Nun, Eniaks gemessener Wert von 95 mA deckt sich ja fast mit den von mir errechneten ca. 97 mA. Sooo ungenau war meine Methode also nicht. ;) Eigentlich war sie sogar praxisorientert.

Zitat
Spacelab
Ich messe so etwas immer mit einem Multimeter. Ich hab mir damals eins in der örtlichen Conrad Filiale gekauft. War für 25 Euronen im Angebot und hat schon ein paar Luxusfunktionen. Aber ein günstiges für 9 Euro aus dem Baumarkt tut es für so eine Messung auch.


Wie macht man das denn? Wo legt man die Elektroden an? Ein billiges Multimeter (5 ¤, vom Conrad-Wühltisch) habe ich.

von Weltempfängermatze - am 19.06.2011 17:27
Wenn es mA messen kann einfach zwischen den Pluspol der Batterie und dem Kontakt des Radios anlegen. Das Multimeter stellt also die Verbindung zwischen Batterie und Radio her. Deshalb sollte man auch unbedingt darauf achten wie viele mA das Messgerät aushält. Aber in deinem Fall brauchst du da keine Angst zu haben. Bis zu 500mA gehen immer.

Übrigens hat mittlerweile (fast) jedes Marken-Autoradio eine automatische Trennschärfenreglung. Blaupunkt (SHARX) und Kenwood (K3i) waren nur einer der ersten. Mit mal mehr mal weniger großem Erfolg haben die anderen Hersteller auch so etwas eingebaut. Und das "digital" ist, zumindest bei den älteren SHARK Geräten, auch falsch. Die hatten lediglich mehrere Filter zwischen denen hin und her geschaltet wurde. Wir hatten mal vor langer Zeit hier im Forum eine "Umbauanleitung". Wie das bei neueren SHARK Modellen ist weiß ich nicht. Die dürften tatsächlich, wie die meisten anderen Systeme der anderen Hersteller, voll digital arbeiten und keine normalen Filter mehr haben.

von Spacelab - am 19.06.2011 18:38
Zitat
Spacelab
Wenn es mA messen kann einfach zwischen den Pluspol der Batterie und dem Kontakt des Radios anlegen. Das Multimeter stellt also die Verbindung zwischen Batterie und Radio her. Deshalb sollte man auch unbedingt darauf achten wie viele mA das Messgerät aushält. Aber in deinem Fall brauchst du da keine Angst zu haben. Bis zu 500mA gehen immer.


Ich muss also beide Elektroden (Plus und Minus bzw. rot und schwarz) zwischen den Pluspol der zugänglichen Batterie und den Kontakt des Radios klemmen, richtig? Das zu bewerkstelligen, ohne dass die Elektroden sich gegenseitig berühren, stelle ich mir als schwierig vor...

Zitat
Spacelab
Übrigens hat mittlerweile (fast) jedes Marken-Autoradio eine automatische Trennschärfenreglung. Blaupunkt (SHARX) und Kenwood (K3i) waren nur einer der ersten. Mit mal mehr mal weniger großem Erfolg haben die anderen Hersteller auch so etwas eingebaut.


Mein Pioneer DEH-2020MP hat auch sowas ("D4Q"="Digital for Quality"), für DX ist es allerdings völlig unbrauchbar. Empfängt man einen schwachen Sender 100 kHz neben einem Ortssender, schaltet die Automatik nach wenigen Sekunden auf "breit", um den Ortssender durchzulassen. :wall:

von Weltempfängermatze - am 19.06.2011 18:56
Zitat

Das zu bewerkstelligen, ohne dass die Elektroden sich gegenseitig berühren, stelle ich mir als schwierig vor...

Ja das kann zu einer richtigen Fummelarbeit ausarten. Vielleicht hilft ein fetzen Papier oder ein stück Klebestreifen damit sich die Kontakte nicht berühren.

Zitat

Empfängt man einen schwachen Sender 100 kHz neben einem Ortssender, schaltet die Automatik nach wenigen Sekunden auf "breit", um den Ortssender durchzulassen.

Ja das meinte ich mit "weniger großem Erfolg". :D Mein aktuelles Radio das ich gerade ausprobiere ist ein Pioneer MVH-8200BT. Dort funktioniert das System sogar hervorragend. Nennt sich aber auch nicht mehr "D4Q" sondern "HET Tuner". Was immer das auch heißen mag.

von Spacelab - am 19.06.2011 19:37
Zitat
Weltempfängermatze
Mein Pioneer DEH-2020MP hat auch sowas ("D4Q"="Digital for Quality"), für DX ist es allerdings völlig unbrauchbar. Empfängt man einen schwachen Sender 100 kHz neben einem Ortssender, schaltet die Automatik nach wenigen Sekunden auf "breit", um den Ortssender durchzulassen.

Das macht mein DSP-Radio im Ford Fiesta, Bj. 2010 leider auch. Aber dennoch ist es gegenüber dem Visteon-Kasten in meinem alten (mittlerweile verschrotteten) Bj.98er-Escort ein Riesenfortschritt.

von dlf-fan - am 19.06.2011 21:14
Mal eine Frage eines Laien: Ich erwäge, mir einen Weltempfänger zu kaufen. Dieser ATS909x hat wohl bezüglich KW keinen DSP, während der bezüglich KW in kleineren und preisgünstigeren Tecsun-Geräten werkelt.Mit welchen Geräten habe ich denn jetzt einen besseren Kurzwellenempfang?
Hintergrund meines Kaufwunsches- neben Auffrischung von Kindheitserinnerungen beim Hören exotischer Sender: Ich fürchte, daß man uns in einigen Jahren per Internet nur noch den Zugriff auf regierungsnahe Webseiten erlaubt. Und da möchte ich doch in der Lage sein, mal andere mögliche Wahrheiten aus ausländischem Blick mal anonym zu empfangen.

von stimmviech - am 23.07.2011 09:12
Zitat
stimmviech
Mal eine Frage eines Laien: Ich erwäge, mir einen Weltempfänger zu kaufen. Dieser ATS909x hat wohl bezüglich KW keinen DSP, während der bezüglich KW in kleineren und preisgünstigeren Tecsun-Geräten werkelt.


Das ist korrekt. Der ATS-909X hat ganz offensichtlich das analoge Empfangsteil seines Vorgängers geerbt, die KW-Empfangsleistungen sind quasi identisch, soweit ich das bislang beobachten konnte.

Zitat
stimmviech
Mit welchen Geräten habe ich denn jetzt einen besseren Kurzwellenempfang?


Das kommt darauf an, was für eine Antenne du verwenden möchtest. Willst du es bei der eingebauten Teleskopantenne belassen, wirst du mit einem Tecsun wohl mehr Freude haben, vor allem im Batteriebetrieb. Der 909X benötigt nämlich im Batteriebetrieb die mitgelieferte Drahtantenne, wenn man auch schwächere KW-Sender hören möchte (siehe meine vorherigen Beiträge). Dafür läuft er mit der beiliegenden oder einer anderen externen Antenne zur Hochform auf. Gegenüber den kleinen Tecsun-Geräten hat er als Vorteile SSB-Empfang und vermutlich besseren Klang zu bieten.

Zitat
stimmviech
Hintergrund meines Kaufwunsches- neben Auffrischung von Kindheitserinnerungen beim Hören exotischer Sender: Ich fürchte, daß man uns in einigen Jahren per Internet nur noch den Zugriff auf regierungsnahe Webseiten erlaubt. Und da möchte ich doch in der Lage sein, mal andere mögliche Wahrheiten aus ausländischem Blick mal anonym zu empfangen.


Davon abgesehen, dass fast alle KW-Sender auch regierungsnah sind, wird es wohl in einigen Jahren kaum noch solche geben. Seit der Jahrtausendwende haben bereits etliche Länder ihre KW-Dienste aus Kostengründen stark reduziert oder ganz eingestellt, und dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren eklatant verstärkt. Ende März hat die BBC einen Großteil ihrer KW-Ausstrahlungen eingestellt (darunter alle Sendungen für Europa), und Ende Oktober trifft es die Deutsche Welle, die u.a. ihr deutsches Programm komplett abschaltet (stark reduziert wurde es bereits).

Schon heute fällt auf, wie ruhig es tagsüber auf den KW-Bändern geworden ist.
Als einziges Land hat China den entgegengesetzten Weg eingeschlagen und massiv in neue Kurzwellensender investiert. China Radio International ist heute fast so omnipräsent wie es Radio Moskau vor 25 Jahren war.


von Weltempfängermatze - am 23.07.2011 13:26
Danke für Eure Antworten, es wird dann wg besserer Bedienung/SSB vermutlich auf den Sangean hinauslaufen. Für Krisenzeiten setze ich übrigens auf Länder wie China/Iran als Informationsquelle für Wahrheiten, die man uns dann vorenthält. Heute kann sich ja kaum noch jemand vorstellen, sich nicht frei informieren zu können. Die Freiheit bzw. Unzerstörbarkeit des Internets ist aber ein Mythos, der nur gilt, wenn die Betreiber es gegen äußere Störer verteidigen. Wenn aber die Betreiber( Regierung mit Hilfe von Providern) selbst die Störer/ Manipulateure sind, ist das Internet nichts mehr wert. In einer solch zugespitzten politischen Situation kann die Kurzwelle schnell die Bedeutung erlangen , die sie zu Zeiten des Weltkriegs und des kalten Kriegs mal hatte.

von stimmviech - am 23.07.2011 15:34
Ich liebäugle mit dem Tecsun PL-380, den es für 80 Euro bei Thiecom zu bestellen gibt.

Leider habe ich im Netz nur Testberichte von AM-DXern gefunden, interessiere mich aber für seine UKW-Fähigkeiten.
Daher habe ich einige Fragen an die Besitzer dieses Gerätes bzw. des PL-390s:

1. Wie trennscharf ist das Gerät? Kann er zwei gleich starke Sender, die 100kHz nebeneinander liegen, trennen?
2. Wenn nebenan ein Nachbarkanalstörer liegt, führt das dann zum Reduzieren der Lautstärke und wenn ja wie stark?
3. In welcher Empfindlichkeitsliga befindet sich dieses Gerät ungefähr? Vor allem interessiert mich der Vergleich mit dem Sangean ATS909 (ohne X).

von Tornado Wayne - am 25.07.2011 08:11
Zitat
Tornado Wayne
Ich liebäugle mit dem Tecsun PL-380, den es für 80 Euro bei Thiecom zu bestellen gibt.

Leider habe ich im Netz nur Testberichte von AM-DXern gefunden, interessiere mich aber für seine UKW-Fähigkeiten.
Daher habe ich einige Fragen an die Besitzer dieses Gerätes bzw. des PL-390s:

1. Wie trennscharf ist das Gerät? Kann er zwei gleich starke Sender, die 100kHz nebeneinander liegen, trennen?
2. Wenn nebenan ein Nachbarkanalstörer liegt, führt das dann zum Reduzieren der Lautstärke und wenn ja wie stark?
3. In welcher Empfindlichkeitsliga befindet sich dieses Gerät ungefähr? Vor allem interessiert mich der Vergleich mit dem Sangean ATS909 (ohne X).


1. Teilweise. Kommt aber auch drauf an wie stark die beiden jeweiligen Sender sind.
Hier ist auf 102.7 und 102.8 der DLF und beide Frequenzen kommen recht stark an.
Da hat der PL-390 dann doch noch ein paar Probleme das sauber zu trennen.
Aber wenn das Signal zum Beispiel nur O=3 ist,dann müsste der das eigentlich trennen können.

2. Na ja,dieses Soft Muting welches der Vorgänger (PL-310) hatte,wurde ja entfernt. Also so extrem reduzieren tut der die Lautstärke nicht. Heißt also bei mir ist z.B. 3FM auf 96.2 nicht leiser als REL auf 96.1.
Allerdings ist mir aufgefallen,dass wenn das jeweilige Signal doch nur recht schwach ankommt,der dann die Lautstärke ein bisschen herunterregelt. Das ist aber auch auf freien Frequenzen so.

3. Also der PL-390 ist schon recht empfindlich. Ich glaube an einen Eton E5/Degen DE1103 kommt der vielleicht nicht ganz heran.,aber ich denke zumindest dass der empfindlicher ist als der ATS 909.
An die Empfindlichkeit und Trennschärfe der tollen Sony-Radios aus den USA kommt ja leider bis jetzt kein tragbares Radio ran.

von pg09 - am 25.07.2011 10:06
Ich habe den 380, der UKW-Empfang ist recht gut, für so ein preiswertes Gerät, 50¤ wenn man direkt in Honkong bestellt, gibts nichts besseres.
Keine CCIR Geistersignale unterhalb 87MHz bei mir und im OIRT-Band.
Allerdings mit externen UKW-Antenne an die Teleskopantenne gehalten, ist das Gerät überfordert, auch auf Hügeln mit hohen Feldstärken, geht die Empfindlichkeit stark zurück. Sind die Sender mittelstark bis schwach, werden 100kHz sauber getrennt. Wenn mehr als 45-50 dB anliegen geht das nicht mehr ordentlich, kann man aber etwa 25kHz ausweichen, ist zumindest noch schwach ein Sender hörbar, wenn auch angekratzt, z.B. HR3 hier in Halle vs. Jump.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 25.07.2011 18:21
@ stimmviech:
Gerade China zensiert doch das Internet ganz massiv. Und überhaupt. wer lügt oder die Wahrheit erzählt, ist heute schwerer denn je zu durchschauen. Das Internet kann bei der Wahrheitsfindung nur bedingt weiterhelfen, zu viele Spinner und Verschwörungstheoretiker sind von seriösen Informationsquellen oft nicht zu unterscheiden. Die Auslandsdienste verbreiten im Allgemeinen nur die "Wahrheiten" der Regierungen, denen sie unterstellt sind. Aber es stimmt schon was Du sagst: In einem abgeschotteten Land kann der (Auslands-) Rundfunk die einzige Möglichkeit sein, sich umfassend und anonym zu informieren. Was man dann glaubt ist dann vor allem von der eigenen politischen Grundüberzeugung abhängig.

Aber sorry, eigentlich war das jetzt sowas von OT.

von dlf-fan - am 25.07.2011 19:04
Der PL380 bzw 390 ist empfehlenswert und das noch für den Preis/Leistung. Da ist der PL600 überteuert für 120Euronen und hat einiges an Spiegelfrequenzen. Der PL390 selbst in Sendernähe kaum oder keine Problem, in Südtirol an diversen Sender QTH getestet. Mit ihm kann man auch gut einem Senderstandort loklisieren wenn z.B, wie in Südtirol so manche Sender am Walderand stehen.
Trennen kann der PL390 recht gut, einzig der Sat650 kann damit mithalten. Auch interssant wenn man von einem Sender QTH die QRG´s miteinander vergleicht, z.B. Langenberg: z.B. 88,8 zeigt 56dBµ an, die 95,1 am selben Platz 53 , geht ich ein oder zwei Schritt zurück oder vor, da hat die 95,1 dann auch 56dBµ.
Von meiner Seite her :spos: wenn RDS dabei wäre wäre es :spos::spos:
Nur eines ist zu beachten, nicht längere Zeit der Sonne aussetzten. Das ist mir passiert beim Bandscan. Nach kurzer Zeit,waren etwa 15 min hat die dBµ Anzeige nur ein Wert angezeigt wie "eingefroren".
Batterien rausgetan und nach etwa eine Stunde wieder reingetan, dann hat es wieder funktioniert.
Ah und nochwas die Batterien halten selbst bei "Dauerbetrieb" lange.:spos:

von DJ Taifun - am 25.07.2011 20:43
Zum Tecsun PL-390 noch folgendes zu den Empfangseigenschschaften auf UKW, ich habe den ja nun seit der Hamradio:
- Trennschärfe: Bei zwei gleichstarken Sendern trennt der 100 kHz nach meiner Erfahrung wirklich gut, er trennt wohl auch noch bei Signalunterschieden bis zu etwa 25 oder 30 dB, dann ist Sense.
- Die Empfindlichkeit an der Teleskopantenne dürfte wohl gleich gut sein wie die des Degen DE1103, in gewissen Fällen sogar noch besser als der DE1103; ich konnte jedenfalls in Döbriach Sender hören, die ich mit dem Degen nicht aufnehmen konnte.

von dxbruelhart - am 26.07.2011 04:01
Natürlich verbreiten China und Co nur Propaganda. Wenn aber bei uns eines gar nicht so entfernten Tages auch nur noch Propaganda kommt, ist die chinesische/nordkoreanische usw. Sicht durchaus interessant. Es könnte dann eben sein, daß deren Propaganda dann auch mal aus der Wahrheit besteht. Auf jeden Fall ist man dann durch Kurzwelle informierter als durch ausschließlich die eigenen Medien. Und bedenkt man, daß in den USA gerade ein Gesetz beschlossen wird, daß dem Präsidenten die Internetabschaltung erlaubt, sind wir dieser Situation wohl schon recht nah.

von stimmviech - am 27.07.2011 20:01
Ist das nicht etwas OT? ;)

Mal zurück zum ATS-909X: Während der heutigen Sporadic-E-Öffnung habe ich ihn mal direkt mit dem alten ATS-909 verglichen. Der 909X brachte einige mittelstarke Signale vom Balkan zwischen 88 und 90 MHz deutlich besser zu Gehör als sein Vorgänger. Er scheint also um einiges empfindlicher zu sein. Dass er bei der Trennschärfe überlegen ist, war ja schon längst klar.

Etwas störend ist allerdings das digitale Verhalten bei scatternden Signalen. Anstatt sanft wegzufaden, verschwinden sie hart und der Empfänger rauscht ebenso abrupt auf.

von Weltempfängermatze - am 27.07.2011 20:35
Der ATS909x ist angekommen und ich bin enttäuscht. Ich besitze seit geraumer Zeit einen preisgünstigen Roadstar und dachte nun, daß ich Radio Teheran klarer reinbekäme. Weit gefehlt, daß 170-Euro-Radio fällt stark ab gegenüber dem viel preiswerteren Gerät. Kann ich beim Roadstar gelegentlich etwas recht gut verstehen, bleibt es beim Sangean unklar. Der Roadstar ohne zusätzliche Drahtantenne empfängt besser als der Sangean mit. Gottseidank habe ich das Teil online gekauf, geht gleich morgen wieder zurück.

von stimmviech - am 28.07.2011 18:39
Moment, nicht so schnell.
Ich schlage vor, Du versuchst zuerst einmal herrauszufinden, warum es mit dem Sangean nicht so gut geht.
Wo hast Du die Drahtantenne augespannt? In der Wohnung? Vermutlich ist da ein Höllenpegel an irgendwelchem HF-Müll von Netzteilen, Plasma-TVs, Energiesparlampen und wasweißichnoch.

Hast Du die Möglichkeit, es mal draußen zu testen?

Möglicherweise fällt das Signal auch schon sehr stark ein; probier doch mal nur einen relativ kurzen Draht als Antenne am Sangean zu benutzen.

Ich bin ehrlich gesagt etwas irritiert, dass Du am Roadstar "gelegentlich" und am Sangean nur "unklar" etwas verstehen kannst.
Zugegeben, ich habe lange nicht mehr dem deutschen Programm aus Teheran gelauscht, aber zumindest über das Relay in Litauen hatte ich immer einen Empfang, bei dem ich dem ganzen Programm problemlos zuhören konnte.

Ein paar Tage Probiererei würde ich dem Sangean schon gönnen. Der kann so schlecht nicht sein, es sei denn er wäre defekt.

von Christian_66 - am 28.07.2011 19:08
Beide Radios standen nebeneinander, hatten also die gleichen Bedingungen. Ich hatte mir ja das teure Teil gegönnt in der Hoffnung, dann mehr zu verstehen als mit dem Roadstar. Das Gegenteil ist aber der Fall, auch die DW kommt schlechter als mit dem viel preisgünstigeren Gerät. Ich bin ja kein Extremhobbyist, mir gehts darum, im " Notfall" Alternativen empfangen zu können. Mit den Antennen habe ich einiges rumprobiert, wobei der Roadstar problemlos und am besten mit der Teleskopantenne funktioniert. Der Sangean am besten, wenn man denn das überhaupt sagen kann, mit der beigelegten Drahtantenne.

von stimmviech - am 28.07.2011 19:38
Schon klar, Du möchtest einfach einen Auslandsdienst über Kurzwelle in für Dich ausreichender Qualität empfangen.
Ich werde morgen abend mir mal die Frequenzen von IRIB mit meinem DE1103 mit Teleskopantenne in HF-mäßig ruhiger Umgebung anhören.
Ich habe nämlich den Verdacht, dass Du gar kein Empfänger-Problem hast, sondern einfach zu viele Störungen in Deiner Wohnumgebung. Die Deutsche Welle auf 6075 kHz sollte z.B. eigentlich mit einem halbwegs brauchbaren Empfänger immer gut gehen. Jetzt mal von den kurzwellentypischen Erscheinungen wie Fading abgesehen.




von Christian_66 - am 28.07.2011 19:52
Zitat
Christian66
So wie versprochen habe ich mal bei IRIB reingehört.
Alle 3 Frequenzen (5940 Litauen, 9565 und 11950 direkt) kommen mit O=4.
Die Sprachverständlichkeit ist gut, könnte aber durch eine bessere Modulation noch erhöht werden.
Mein Empfänger war der DE1103 mit Teleskopantenne.


Ich habe auch gerade mal mit dem ATS-909X hereingehört (Batteriebetrieb und Teleskopantenne im Dachgeschoss) und konnte ebenfalls alle drei IRIB-Frequenzen gut verständlich mit O=4 empfangen.

@ stimmwiech: Dass der Roadstar im Vergleich "klarer" klingt, liegt schlicht und einfach daran, dass dieser deutlich breitere Filter eingebaut hat als der ATS-909X. Letzterer hat also eine bessere Trennschärfe, der Preis dafür ist allerdings eine dumpfere Wiedergabe.

Ansonsten ist der Roadstar an der eingebauten Antenne deutlich empfindlicher, während der Sangean hier speziell im Batteriebetrieb und insbesondere unter 10 MHz Schwächen zeigt, welche bekanntlich auch schon bei seinem Vorgänger zu bemängeln waren. Für den Empfang der meisten Auslandsdienste reicht die Empfindlichkeit dennoch locker aus, wenn man nicht gerade im Keller oder in einem Stahlbetonbau lebt/hört. Durch Benutzung des Netzteils und/oder der beiligenden Drahtantenne ist auch bei schwächer einfallenden Stationen eine mehr als akzeptable Empfangsqualität zu erreichen, sofern der lokale Störnebel nicht Überhand nimmt. Im Zweifelsfall sollte man das Gerät in der Nähe eines Fensters betreiben.

von Weltempfängermatze - am 29.07.2011 18:39
Zitat
stimmviech
Danke für Eure Experimente. Da aber der Roadstar zum Vergleich fehlte, gehe ich nach meinen Erfahrungen davon aus, daß er mindestens gleichgut empfangen hätte.
Ich werde also beim Roadstar bleiben. Bringt denn die Anschaffung einer Aktivantenne was, und wenn ja, welcher? Eine ANT-60 habe ich, ich finde aber, sie bringt beim Roadstar letztlich nur Störungen stärker hervor.


Der Roadstar verträgt auf KW keine externen Antennen, schon gar keine Aktivantennen. Bereits an der Teleskopantenne neigt er abends (wenn besonders viele starke Signale on air sind) zu starken Übersteuerungen und Geistersignalen, die selbst mit dem HF-Verstärkungsregler kaum in den Griff zu bekommen sind.

Das Geld kannst du also getrost sparen bzw. z.B. in eine Tecsun PL-3xx investieren.

von Weltempfängermatze - am 30.07.2011 02:26
Hallo Christian,

interessanter Tipp!
Habe ihn gleich an einem vorhandenen ATS-909X ausprobiert und es hat funktioniert!
Macht man diese Umschaltung noch einmal, erscheint WIDTH im Display und der Bereich ist wieder76 -108 MHz.
Dies war auch die interne Grundprogrammierung meines Gerätes mit der entsprechenden Diode D304 im Bedienteil.
Das Interessante: Gestern kam ein Kunde vorbei und wollte seinen ATS-909X auf OIRT umprogrammiert haben. Habe dieses heute Vormittag auf die klassische Art
mittels Versatz der Diode D304 auf den Platz von D305 gemacht. Danach zeigte das Display einige Segmente nicht mehr an.
Eine Entladung des Speicherkondensators und Reset über die Taste war notwendig, damit der Prozessor den superbreiten Frequenzbereich "gefressen" hatte.
Danach konnte von 64 - 108 MHz in 10 kHz-Schritten mit dem Handrad abgestimmt werden (100 kHz blieben bei den up-/down-Tasten).
Mit dieser "fest" auf RUSSIA abgestimmten Version ist eine Bereichsänderung aber nicht möglich.
Interessant wäre es, ob man in der CCIR-Version 87,5 - 108 MHz (also ohne Dioden) auch die Bereiche ändern könnte. Dazu möchte ich einen ATS-909X aber nicht (nochmals) zerlegen.
Vielleicht hat jemand anders Lust dazu?
Was ich noch vom Kunden erfuhr war, dass in der früheren Firmware-Version auch der OIRT-Bereich nur in 50 kHz-Schritten abstimmbar war.
Nach Protesten russischer Kunden auf der IFA hat SANGEAN offenbar reagiert und jetzt stellt sich die FM-Schrittweite in der RUSSIA-Programmierung automatisch auf das 10 kHz-Raster um.
Eine genaue Frequenzeinstellung ist bei dem DSP-Chip nämlich unumgänglich. Früher war eine Fehlabstimmung selbst um 30 kHz bei >200 kHz breiten Filtern tolerabel.

von Jürgen Martens - am 26.02.2016 18:25
Zitat
DJ Taifun
So am Rande, das wäre nur für diejenigen die ein großen Geldbeutel haben:D
https://www.amazon.de/Radar-TECSUN-r-818-FM-Display-Receiver/dp/B01C7RX72G/ref=sr_1_25?ie=UTF8&qid=1510871951&sr=8-25&keywords=tecsun
Handlich klein für viel Geld:D


Vor zwei Monaten kostete das Gerät bei Amazon in den USA noch unter $20, siehe folgendes Video: https://www.youtube.com/watch?v=BYr8Vf67rvo
Da sieht man mal, wie sehr es im Wert gestiegen ist: Laut aktuellem Kurs eine 175-fache Preissteigerung! :eek:

Ob es sich lohnt, die 2.980€ dafür zu investieren?
Vielleicht gibt der Typ aus dem Video einen Rabatt und verkauft es für 2.500€.

von Wellenjaeger - am 17.11.2017 22:03
Zitat
w_weinmann
(Ver) goldet reicht da nicht. Das muss massiv Gold sein. Oder das schicke 80er Retrodesign unterliegt teuren Lizenz Auflagen.


Das mit den "innen vergoldet" war ein Spruch von einem Kollegen, wenn etwas kleines mal wieder für Mondpreise verkauft wurde.
Aber weil wir gerade bei Gold sind: Digitec bietet derzeit in der Rubrik "Premium Xmas-Geschenke - Für alle, die schon alles haben." einen Mini-Computer aus purem Gold mit Einschaltknopf aus Diamanten an (Prime Mini 3 Gold Edition). Preis: Lasche 1 000 000 Schweizer Franken.

von 2-0-8 - am 18.11.2017 18:46
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