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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
Kay B, DJ Taifun, hegi_ms, DH0GHU, Staumelder, Onkel Peter, Mathias Volta, Robert S., delfi

TV- und Radioversorgung der sowjetischen Streitkräfte in Westeuropa

Startbeitrag von Kay B am 17.07.2010 22:14

Die sowjetischen Streitkräfte hatten bis zu ihrem Abzug aus Deutschland im Jahre 1994 auch eine eigene Radio- und Fernsehversorgung. Der Radiosender hieß Radio Wolga und wurde aus Burg auf 261 kHz ausgestrahlt. War das der einzige Sender von Radio Wolga oder gab's da noch mehr Sendeanlagen?

Für die Fernsehversorgung hatten die sowjetischen Streitkräfte diverse Funzeln, die ungewöhnlicherweise in SECAM-B/G sendeten. Wie hieß dieser TV-Sender eigentlich genau? Und was waren die Programminhalte? Wurde einfach das erste Inlandsprogramm aus Ostankino übertragen oder gab's da noch andere Inhalte?

Hat jemand eine vollständige Liste dieser TV-Funzeln? Wurde dieses TV-Programm nur in größeren Kasernen terrestrisch verbreitet? Denn hier in Südthüringen gab es einige Kasernenstandorte, die keine TV-Funzel hatten.

Irgendwo wurde mal geschrieben, daß das ausgestrahlte Programm aufgrund eines schlecht abgestimmten SECAM-Enkoders einen Rotstich gehabt haben soll. Kann das jemand bestätigen?

Dann habe ich auch irgendwo mal gelesen, daß entweder zur Wendezeit oder schon zu Zeiten von Perestroika und Glasnost auf diesen TV-Funzeln MTV übertragen wurde. Stimmt das?

Antworten:

Zitat
Kay B
Wie hieß dieser TV-Sender eigentlich genau? Und was waren die Programminhalte?

Soweit ich weiß, wurde ausschließlich TSS ausgestrahlt - wahrscheinlich die Version der Moskauer Zeit.

Zitat
Kay B
Hat jemand eine vollständige Liste dieser TV-Funzeln? Wurde dieses TV-Programm nur in größeren Kasernen terrestrisch verbreitet? Denn hier in Südthüringen gab es einige Kasernenstandorte, die keine TV-Funzel hatten.

Eine vermutlich vollständige Liste gibt es hier:

http://forum.mysnip.de/read.php?8773,387570,387577#msg-387577

Zitat
Kay B
Irgendwo wurde mal geschrieben, daß das ausgestrahlte Programm aufgrund eines schlecht abgestimmten SECAM-Enkoders einen Rotstich gehabt haben soll. Kann das jemand bestätigen?

Soll wohl zumindest in Berlin wohl gewesen sein, wie ich kürzlich irgendwo (das suche ich jetzt aber nicht ;-) ) hier im Forum gelesen habe.

Zitat
Kay B
Dann habe ich auch irgendwo mal gelesen, daß entweder zur Wendezeit oder schon zu Zeiten von Perestroika und Glasnost auf diesen TV-Funzeln MTV übertragen wurde. Stimmt das?

Wieso gerade MTV? Zwecks Steigerung der Truppen-Moral?? :-)

OT:



MTV-Russland hat offenbar eine Zeit lang auch mal im Band-I gesendet...! :cool: Quelle: http://www.fmtvdx.eu/tvdx/20jaartvdx/rusland.html

von Mathias Volta - am 17.07.2010 22:50
@ Kay: Steinheid hatte keine Funzel fürs Russen TV,vermutlich hat man oben auf dem Kieferle sogar AFN-TV geschaut :D,möglich ist es ja :hot:

von Robert S. - am 18.07.2010 04:43
Ganz so abwägig ist das mit MTV gar nicht. Ich konnte früher den russischen Soldatensender aus Budweis empfangen. Nach der Wende in der Tschechoslowakei gabs dann dort anstatt russ. TV einen Mix verschiedener Satellitensender, wie Screensport und CNN zu sehen. Ob auch MTV mit dabei war, weiß ich nicht mehr.

von delfi - am 18.07.2010 09:12
@ Mathias Volta

Zitat

Wieso gerade MTV? Zwecks Steigerung der Truppen-Moral??


Keine Ahnung. Möglicherweise war da schon eine gewisse Anarchie ausgebrochen und der zuständige Techniker machte, was er wollte. Delfis Beobachtungen bestätigen das ja schon fast irgendwie.


von Kay B - am 18.07.2010 20:44
Das zweite DDR-Fernsehprogramm strahlte gerne Programme "für die Freunde der russischen Sprache", mit deutschen Untertiteln aus. Dort gab es z. B. Filme wie: "Das singende Geschwader". Aufnahmen von Stalinorgeln, die durch den abendlichen Himmel pfiffen.

von Onkel Peter - am 20.07.2010 19:38
Ich bin kürzlich auf diesen Bericht über Radio Wolga im rbb gestossen. Gemäß dieses Berichtes wurde fast ausschliesslich Radio Moskau übernommen, welches über "Funkwellen" in Beelitz empfangen und dann per Leitung nach Potsdam geführt wurde (ab etwa 4:30 im Clip). Wie wurde das Signal aus der Sowjetunion "auf den Boden geholt" (Zitat aus dem Bericht)?

von Staumelder - am 05.03.2017 14:55
Interessanter Bericht. Lang, lang ist her. Ist schon komisch, man hat es in der Jugend gehört, so nebenbei. Auch das Pausenzeichen von Radio Moskau. Und heute alles Geschichte.
Ah, Deutzmotoren Köln.
Kehren wir mal wieder zur Gegenwart in der rauhen Wirklichkeit zurück....
http://www.deutz.com/presse/pressecontainer/ad-hoc-mitteilung_veraeusserung_des_standorts_koeln-deutz_wird_geprueft.de.html
Dann ist in Köln Deutz auch KHD (Klöckner Humbold Deutz) heutezutage Deutz AG Geschichte.

von DJ Taifun - am 05.03.2017 15:11
In Westeuropa gab es zum Glück keine sowjetischen Streitkräfte - Deutschland gehört zu Mitteleuropa. ;)

von hegi_ms - am 08.03.2017 13:49
Zitat
Staumelder
Ich bin kürzlich auf diesen Bericht über Radio Wolga im rbb gestossen. Gemäß dieses Berichtes wurde fast ausschliesslich Radio Moskau übernommen, welches über "Funkwellen" in Beelitz empfangen und dann per Leitung nach Potsdam geführt wurde (ab etwa 4:30 im Clip). Wie wurde das Signal aus der Sowjetunion "auf den Boden geholt" (Zitat aus dem Bericht)?


Ballempfang ;) Nur halt nicht auf UKW.
Dafür setzte der Sowjetrundfunk teils auch Einseitenband-Feeder ein.

von DH0GHU - am 15.03.2017 09:18
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