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Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: regionalisertes WDR 4-Netz)

Startbeitrag von Thomas R. am 27.07.2010 19:08

Moin,
mir ist zwar bekannt, dass es zu diesem Thema schon einen drei Jahre alten Thread gibt, aber dort ging es vor allem um die Technik der Pilottonbeobachtung und Kalibrierung. Hier in diesem Thread möchte ich dagegen ein paar heute von mir gemessene Ballempfangszuführungen auflisten. Jeder darf/soll sich natürlich daran beteiligen, denn ich hoffe, dass ich nicht der einzige bin, den interessiert, wie das Signal zum Sender kommt.

Kurzer Exkurs zum Prinzip: Der Stereopilotton der UKW-Sender liegt in der Theorie exakt auf 19 kHz. In der Praxis weicht er davon jedoch minimal ab. Dabei sind +/- 1 Hz übliche Werte. Anhand moderner, frequenzstabiler Soundkarten kann man diese Abweichung auf 10^-2 bis 10^-3 Hz genau messen. Dass diese genauen Messwerte kein reiner Unfug sind, kann man durch mehrmalige Messvorgänge zeigen. Ganz normale handelsübliche Soundkarten, sogar Onboard-Exempalre, reichen für solche Messungen in der Regel aus. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass damit die wahre Zuführung herausgefunden werden aknn, denn auch durch Zufall können zwei Sender eine sehr ähnliche Pilottonfrequenz haben oder sonstige Fehlerquellen und Irrtümer sich einschleichen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist dennoch recht hoch, auf diese Weise Ballempfangswege nachvollziehen zu können. Dabei ist es unmöglich Mutter- und Tochtersender zu unterscheiden. Meine Vermutungen unten beziehen sich daher eher auf die Geographie. So ist es unwahrscheinlicher, dass ein Sender am Rand des Sendegebiets oder in dünnbesiedelten Gegenden Muttersender ist.

WDR:
Eifel-Bärbelkreuz:
1LIVE, WDR 3 und WDR 4 werden aus Langenberg bezogen, WDR 2 kommt nicht per Ballempfang und WDR 5 kommt von der Nordhelle (oder, wenn auch unwahrscheinlich Ederkopf). Kann natürlich auch andersherum sein (Nordhelle bezieht vom Bärbelkreuz, finde ich aber arg unwahrscheinlich)

Stolberg (Donnerberg):
1LIVE konnte ich wegen Interferenz noch nicht messen. WDR 2 kommt nicht per Ball, WDR 3 und WDR 5 werden aus Langenberg bezogen, WDR 4 aus Bonn.

Bonn-Venusberg:
Alles per Leitung/Richtfunk.

Nordhelle:
Alles per Leitung oder bei diesem abgelegenen aber exponierten Standort wahrscheinlicher: Richtfunk. Allerdings möchte ich nochmal während der Lokalnachrichten auf WDR 2 testen. Ich habe da einen Verdacht... Interessant, wie wichtig dieser Standort dem WDR scheinbar ist.

Langenberg (Hordtberg):
Alles per Leitung/Richtfunk.

Ederkopf und Sackpfeife:
Alles per Ball von der Nordhelle.

Köln (Kölnturm):
1LIVE per Ball aus Bonn, WDR 2 per Leitung/Richtfunk.

Witzhelden:
WDR 2 von der Hohen Warte.

Schwerte (Sommerberg):
WDR 2 per Leitung/Richtfunk.

Radio NRW:
Radio Bonn/Rhein-Sieg: Venusberg, Ölberg, Windeck und Lohmar per Leitung/Richtfunk. Rest nicht empfangbar.
Radio Berg: Lindlar, Waldbröl und K-Gremberg per Leitung/Richtfunk.

SWR:
Koblenz (Naßheck):
Alles per Leitung/Richtfunk/Satellit.

Linz (Ginsterhahn):
SWR1 und SWR4 per Leitung/Richtfunk, SWR3 per Ball aus Koblenz.

Bad Marienberg:
SWR1, SWR3 und SWR4 per Ball aus Linz, SWR2 und Dasding per Leitung/Richtfunk/Satellit.

Eifel (Scharteberg), Haardtkopf, Saarburg:
Ich vermute, dass Eifel und Saarburg per Ball mit allen Programmen am Haardtkopf hängen. Es kann auch andersherum sein, halte ich aber für unwahrscheinlich.

Donnersberg:
Für alle Programme andere Zuführungen als die oben genannten Senderstandorte.

RPR:
Haardtkopf, Saarburg und Scharteberg hängen wie beim SWR zusammen. Ebenso Koblenz und Bad Marienberg. Ahrweiler läuft getrennt. Bei big FM keine gemeinsamen Pilottöne gefunden (auch nicht Ahrweiler und Scharteberg).

hr:
hr1 und hr3:
Hoher Meißner, Großer Feldberg, Hardberg, Würzberg und Sackpfeife haben die gleiche Pilottonfrequenz. Daher wird wahrscheinlich der Große Feldberg als Quelle für alle anderen Senderstandorte dienen.

hr2
Hardberg, Großer Feldberg und Sackpfeife haben jeweils unterschiedliche Pilottöne, hängen also nicht in einem Netz zusammen. Der Rest war wegen Interferenzen nicht überprüfbar oder konnte nicht empfangen werden..

hr4:
Sackpfeife und Großer Feldberg haben unterschiedliche Pilottöne, ist auch klar wegen verschiedener Regionalprogramme. Der Rest war wegen Interferenzen nicht überprüfbar oder konnte nicht empfangen werden.

BR:
Bayern 1, Bayern 2 und Bayern 3 haben unterschiedliche Pilottöne an Pfaffenberg und Kreuzberg, diese Sender hängen also nicht zusammen. Mehr konnte ich aus Bayern nicht prüfen.

Wenn ich wieder in Bochum bin und Zeit habe, werde ich dort das WDR-Netz vervollständigen und mal sehen, was ich bei NDR und NPO herausfinden kann.

EDIT: Überschrift aktualisiert
EDIT2,3: Dito

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
SWR: Koblenz (Naßheck): Alles per Leitung/Richtfunk/Satellit.
Linz (Ginsterhahn): SWR1 und SWR4 per Leitung/Richtfunk, SWR3 per Ball aus Koblenz.
Bad Marienberg: SWR1, SWR3 und SWR4 per Ball aus Linz, SWR2 und Dasding per Leitung/Richtfunk/Satellit.



Also irgendwie finde ich das komisch mit Bad Marienberg und Linz. Da ist ja keine Konsequenz dahinter. Wie wäre es denn mit Leitung nach Bad Marienberg und Linz empfängt Ball aus Koblenz bzw Bad Marienberg.

von Marcus. - am 27.07.2010 19:20

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Stimmt auch wieder ;-) hmm...Ballempfang aus Koblenz könnte dann ja auch sein, zumindest bei SWR3, da Linz und Koblenz ja den gleichen Pilotton haben müssten. DasDing wird vermute ich auch über Sat zugeführt, wäre zumindest logisch...naja, ich will hier keine Gerüchte streuen.

von Japhi - am 27.07.2010 19:39

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat

NPO herausfinden kann.


Also der NPO versorgt alle seine Standorten per Glasfaser aus dem Mediabroadway in Hilversum. In seltene fälle holt Markelo sein Signal aus Lopik. Im ganz seltener Fall holt Smilde sein Signal aus Markelo, und Markelo wieder aus Lopik. Ich habe das bisher nur ein mal beobachtet.

SLAM!FM versorgt alle seine Standorten per SAT, genausowie Veronica, Skyradio, 100%NL, Q-music, Radio 538 und BNR.

RadioNL scheint alle seine Standorten per RiFu angebunden zu haben.

Mein einziger bekannter Fall von Ballempfang in die Niederlande ist unser Lokalfunker Twente FM:

Der 105,6 wird direkt aus dem Studio gefuttert. Der 106,5 und 105,0 hängen per Ball am 105,6. Der 107,1 wird meistens vom 106,5 gespeist, man will aber auch dieser Sender an der 105,6 hängen.

von Jassy - am 27.07.2010 19:40

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
TerranusI
Pfaffenberg und Kreuzberg haben beide Richtfunkspeisung, das wurde uns beim TdoT so gesagt.

49,7°N - 11,2°O - Lkr. FO

Mein Kenntnis für Kreuzberg stammt vom TdoT 2001: Damals kam Bayern4 via DVB-S, der Rest via Ballempfang Büttelberg.

von Thomas (Metal) - am 27.07.2010 20:03

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

@ Thomas
Besten Dank, sehr interesant! :spos:

>dass ein Sender am Rand des Sendegebiets oder in dünnbesiedelten Gegenden Muttersender ist.

Oder auch, welcher Sender "zuerst" da war, z.B. Nordhelle zu Ederkopf..

>Man braucht doch für SWR2 und Das Ding auch ne Anbindung.
Warum nutzt man dann in Linz nicht gerade die Leitung/Richtfunk für SWR3 ?



Vielleicht liegt es daran: Das SWR 2 nicht ( mehr) über Linz abgestrahlt wird, ebenso Das Ding.. Und Koblenz im Westerwald nicht ausreichend empfangen wird..

von 88,7 MHz - am 28.07.2010 06:06

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Vielleicht liegt es daran: Das SWR 2 nicht ( mehr) über Linz abgestrahlt wird, ebenso Das Ding.. Und Koblenz im Westerwald nicht ausreichend empfangen wird..


Festzuhalte bleibt doch, dass Bad Marienberg für das SWF(R) Gebiet der wichtigere Standort ist. Linz versorgt nur NRW. Es kann natürlich sein, dass die Anbindung erst seit SWR2 bze den Ausländerprogrammen und das Das Ding existiert. Nur warum werden dann nicht alle Proramme per Leitung zugeführt und Ball als Backup.

Also ich denke eher das Linz per Ball gespeist wird.

von Marcus. - am 28.07.2010 09:21

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Baden-Baden, Hornisgrinde, Feldberg, Stuttgart, Raichberg, Witthoh und Ulm haben Leitung bzw. digitaler Richtfunk.
Ballempfang hat Heidelberg (aus Stuttgart inkl. RDS), Blauen (über Feldberg), St. Chrischona (über Blauen) und Brandenkopf (über Hornisgrinde inkl. RDS).

Inwiefern Aalen, Waldenburg, Bad Mergentheim und Grünten angebunden sind, weiß ich leider nicht.
Quelle für die oben genannten ist übrigens ein SWR-Techniker. ;)

von Fischer's Fritz - am 28.07.2010 18:25

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Ja stimmt, das wusste ich auch noch.
Aber jetzt mit DVB-T ist das ja nicht mehr möglich.
Wäre trotzdem sehr interessant wenn das noch jemand wissen sollte wie da die Zuführungen aussehen.

von mgh2000 - am 28.07.2010 18:31

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Fischer's Fritz
Ballempfang hat Heidelberg (aus Stuttgart inkl. RDS), Blauen (über Feldberg), St. Chrischona (über Blauen) und Brandenkopf (über Hornisgrinde inkl. RDS).

St. Chrischona: SWR 1-3 ist richtig (Blauen), für SWR 4 gibt es eine andere Zuführung.
Hohe Möhr hat für SWR 1 und 3 Ballempfang vom Blauen, SWR 4 von St. Chrischona.

73 de Uli



von ulionken - am 28.07.2010 18:34

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Also bei DVB-T kann man wohl kaum Ballempfang machen, da gleiche Frequenz. Höchstens aus Heidelberg, aber das wäre äußerst ungewöhnlich.

UKW kommt bestimmt per Ball vom Waldenburg.

von Terranus - am 28.07.2010 18:35

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Hmm...aber da fällt mir spontan doch noch was ein.
Als vor zwei jahren oder sowas mal für ein paar minuten waldenburg während einem sturm nicht ging, funkte bad mergentheim trotzdem noch, also muss es ja dann an richtfunk hängen, oder?

von mgh2000 - am 28.07.2010 18:38

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Vielleicht hat Bad Mergentheim dann alternativ Heidelberg oder Stuttgart geballt.

Ich hab vor ein paar Tagen ein Ballempfänger gesehen der das macht. Fällt der eine Signalquelle weg, dann schaltet er nach die andere um. War ein R&S Empfänger.

von Jassy - am 28.07.2010 18:48

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Ja, dann andere Ballempfangsquelle. Kaum ein Sender hat nur eine Ballanbindung, da gibt es immer mindestens eine in Reserve. Für MGN bietet sich da vor allem Aalen oder Stuttgart an, die kommen da beide noch recht gut.

von Terranus - am 28.07.2010 19:11

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Marcus.
Zitat
Vielleicht liegt es daran: Das SWR 2 nicht ( mehr) über Linz abgestrahlt wird, ebenso Das Ding.. Und Koblenz im Westerwald nicht ausreichend empfangen wird..

Festzuhalte bleibt doch, dass Bad Marienberg für das SWF(R) Gebiet der wichtigere Standort ist. Linz versorgt nur NRW.

Nein. Um NRW ordentlich zu versorgen würde man sicher ganz andere Standorte, linkrheinisch, wählen ;-) . Ich vermute mal es wurde damals ;-) Linz gewählt, weil man von dort gut ins Ahrtal, aber auch recht genau in die Täler des Westerwaldes einstrahlen konnte. Bad Marienberg ist ein DTAG-Standort. Ich vermute mal, daß man sich dort später eingemietet hat um Lücken im Westerwald zu füllen. Auch hat der Eifel-Sender erst seit Mitte der 80er einen 300m hohen Turm.
Das inzwischen Linz recht breit durch Bad Marienberg, Koblenz und Eifel aufgefüllt wird ist natürlich eine Tatsache, die vielleicht eine Umbelegung (97,4) ermöglicht hat. Dennoch ist SWR2 dort nicht überall mehr ausreichend empfangbar, was auch ein Füllsender im Ahrtal nicht grundsätzlich ändert. Es wäre nach meiner Meinung mindestens die 96,9 für SWR2 am Standort Linz notwendig gewesen, genauso wie mindestens die 95,2 am Standort Eifel.


von Thomas (Metal) - am 29.07.2010 06:07

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Fischer's Fritz
Baden-Baden, Hornisgrinde, Feldberg, Stuttgart, Raichberg, Witthoh und Ulm haben Leitung bzw. digitaler Richtfunk.
Ballempfang hat Heidelberg (aus Stuttgart inkl. RDS), Blauen (über Feldberg), St. Chrischona (über Blauen) und Brandenkopf (über Hornisgrinde inkl. RDS).

Inwiefern Aalen, Waldenburg, Bad Mergentheim und Grünten angebunden sind, weiß ich leider nicht.
Quelle für die oben genannten ist übrigens ein SWR-Techniker. ;)


Zu Heidelberg-Königstuhl:

SWR1 BW: Ball von Stuttgart
SWR2: Wohl auch von Stuttgart
SWR3: Wohl per Leitung (wegen Regionalprogramm Studio Mannheim)
SWR4 MA (Kurpfalz-Radio): Wohl auch per Leitung spricht ja für sich

von SAT-Dish - am 29.07.2010 12:02

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zu Bad Marienberg vs. Linz:
Ballempfangsantennen gibt es an beiden Standorten, daher weiß ich nicht, wer wen im Normalfall speist. Aber auch beim WDR ist es ja bei einigen Standorten so, dass nur WDR 2 per Leitung kommt und der Rest über Ball. Das wird wohl wesentlich günstiger sein...
Dasding lief vor einigen Jahren synchron zu ADR via UKW Koblenz/Bad Marienberg. Daher wurde wahrscheinlich damals per ADR zugeführt. Keine Ahnung wie es heute ist und wie es vor Dasding war. Denn bis März 2000 lief ja dort das SWR4 Gastarbeiterprogramm: tagsüber Flippers, abends Köln Radyosu. Ohne RDS, aber ich glaube in Stereo. Ob Bad Marienberg damals aus Koblenz empfangen hat?
Zitat
Thomas (Metal)
Um NRW ordentlich zu versorgen würde man sicher ganz andere Standorte, linkrheinisch, wählen

Jein. Böse Zungen behaupten, der SWF habe den Sender Linz für die Politiker in Bonn errichtet, die vom WDR überfordert waren :D. Und nach Bonn kommt man von Linz aus am Rhein entlang wesentlich besser als aus der Eifel.
Dass SWR2 gleich zwei benachbarte Grundnetzsender fehlen ist wirklich problematisch. Das reißt große Lücken, und auch bei der Ahrtalfunzel sendet man SWR2 nur mit 5 statt 10 Watt.
Zitat
88,7 MHz
Und Koblenz im Westerwald nicht ausreichend empfangen wird

Glaube ich nicht. Von Bad Marienberg geht es Richtung Koblenz eigentlich nur noch bergab. Außerdem hängen da laut Senderphotos gestockte Ballempfangsantennen nach Koblenz. Da kommt mit Sicherheit genug Saft an ;).

Zitat
MIL
Zu der Zeit als ich für die Firma gearbeitet habe, wurde Windeck per Ball gespeist.

Hm, ich habe gerade nochmal gemessen. Windeck liegt etwa 0,2 Hz über Venusberg und noch weiter entfernt von Lohmar und Ölberg. Der Ballempfang kann also eigentlich nicht von dort kommen. Vielleicht hat man zwischenzeitlich umgestellt? Windeck war vor Ölberg auf Sendung und soweit ich mich erinnere auch vor Much. Das heißt man hat wohl damals Venusberg oder Siegburg angezapft. Das sind jeweils 100 Watt auf > 30 km, weshalb es möglicherweise zu viele Störungen gab. Siegburg hing vor drei Jahren noch per Ball am Venusberg. Keine Ahnung wie das heute aussieht.

Baden-Württemberg kann ich von hier aus leider nicht überprüfen. Heidelberg empfange ich ganz gut, aber der Rest ist zu schwach oder zu zugefunzelt für Messungen.

Ein paar wenige Messungen konnte ich noch machen:
hr:
hr2 Rimberg hat den gleichen Pilotton wie Sackpfeife.

SWR:
Die Ahrtalfunzel hängt vermutlich an Bad Marienberg. SWR1 und SWR2 haben den gleichen Pilotton wie Bad Marienberg. SWR3 und 4 kann ich nicht testen, die werden von RTL und Dasding geplättet.

FFH:
Dillenburg und Driedorf haben den gleichen Pilotton. Ebenfalls vermutlich sind Korbach und Hoher Meißner identisch. Da letzterer aber sehr schwach ankommt, kann ich die Frequenz nicht genau bestimmen. Der Große Feldberg hat einen anderen Pilotton, aber dort läuft auch ein anderes Regionalfenster.



von Thomas R. - am 29.07.2010 15:08

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Der SWR-Sender Bad Mergentheim hat 3 Ballempfangsquellen:

---> http://s5.directupload.net/file/d/2235/ygj7borv_jpg.htm

Von links nach rechts: Stuttgart-Degerloch, Waldenburg, Aalen.

von Manager. - am 29.07.2010 19:21

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

[OT]
Zitat
Thomas R.
Zitat
Thomas (Metal)
Um NRW ordentlich zu versorgen würde man sicher ganz andere Standorte, linkrheinisch, wählen

Jein. Böse Zungen behaupten, der SWF habe den Sender Linz für die Politiker in Bonn errichtet, die vom WDR überfordert waren :D. Und nach Bonn kommt man von Linz aus am Rhein entlang wesentlich besser als aus der Eifel.
Dass SWR2 gleich zwei benachbarte Grundnetzsender fehlen ist wirklich problematisch. Das reißt große Lücken, und auch bei der Ahrtalfunzel sendet man SWR2 nur mit 5 statt 10 Watt.

Ich dachte konkret an den DTAG-Standort Ahrweiler oder vergleichbares. Also ich meine ein wirklich exponierter Standort, was SWR-Linz im Vergleich zu anderen vergleichbaren RLP-Hügeln vor der Kölner Bucht nicht unbedingt ist. Mit Bonn behälst Du sicherlich Recht: Sollte das das Zielgebiet gewesen sein, ist Linz natürlich besser positioniert.
Soweit ich mich zurückerinnere hatte der SWF mal die 96,9 (Linz) und 95,2 (Eifel-Scharteberg). Genau das wäre ja für SWF2 damals interessant gewesen, man hat die Frequenzen aber zurückgegeben. Wobei ich da heute nicht so richtig glauben will. Vielleicht war damals schon mehr dahinter, sprich Optionen auf zusätzliche Frequenzen für die SWF4-Kette wie Bad Marienberg 106,3. Die 106,3 sollte ja zunächst nicht an den SWF fallen.

von Thomas (Metal) - am 29.07.2010 20:20

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Thomas R.
Zitat
MIL
Zu der Zeit als ich für die Firma gearbeitet habe, wurde Windeck per Ball gespeist.

Hm, ich habe gerade nochmal gemessen. Windeck liegt etwa 0,2 Hz über Venusberg und noch weiter entfernt von Lohmar und Ölberg. Der Ballempfang kann also eigentlich nicht von dort kommen. Vielleicht hat man zwischenzeitlich umgestellt? Windeck war vor Ölberg auf Sendung und soweit ich mich erinnere auch vor Much. Das heißt man hat wohl damals Venusberg oder Siegburg angezapft. Das sind jeweils 100 Watt auf > 30 km, weshalb es möglicherweise zu viele Störungen gab. Siegburg hing vor drei Jahren noch per Ball am Venusberg. Keine Ahnung wie das heute aussieht.

Meine Erfahrung ist, dass zumindest Venusberg als Muttersender und der Ölberg 'ne eigene Leitung haben. Vor einiger Ziel fiel BONN/SU am Venusberg aus und 91,2, 94,2 und 107,9 waren alle mit tot. Die 99,9 lief aber noch. Daher ist davon auszugehen, dass Siegburg, Lohmar und Windeck wirklich per Ball gespeist werden.
In Siegburg ist auch ganz klar eine Ballempfangsantenne richtung Bonn zu erkennen:
http://www.radio-dx.eu/Sebastian/senderfotos/deu/nordrhein-westfalen/pix/Siegburg_02.jpg

Zitat
Thomas R.
SWR:
Die Ahrtalfunzel hängt vermutlich an Bad Marienberg. SWR1 und SWR2 haben den gleichen Pilotton wie Bad Marienberg. SWR3 und 4 kann ich nicht testen, die werden von RTL und Dasding geplättet

Also SWR1 RP und SWR2 RP bei der Ahrtalfunzel hängen definitiv an Bad Marienberg. Das war auch schon mal hier zu lesen.
SWR3 und 4 müssen anders zugeführt werden. Ich vermute Linz. Eifel geht bei SWR4 nicht, weil falsches Regionalfenster.

von Sebastian Dohrmann - am 30.07.2010 08:51

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Thomas R.
Kurzer Exkurs zum Prinzip: Der Stereopilotton der UKW-Sender liegt in der Theorie exakt auf 19 kHz. In der Praxis weicht er davon jedoch minimal ab. Dabei sind +/- 1 Hz übliche Werte. Anhand moderner, frequenzstabiler Soundkarten kann man diese Abweichung auf 10^-2 bis 10^-3 Hz genau messen. Dass diese genauen Messwerte kein reiner Unfug sind, kann man durch mehrmalige Messvorgänge zeigen. Ganz normale handelsübliche Soundkarten, sogar Onboard-Exempalre, reichen für solche Messungen in der Regel aus. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass damit die wahre Zuführung herausgefunden werden aknn, denn auch durch Zufall können zwei Sender eine sehr ähnliche Pilottonfrequenz haben oder sonstige Fehlerquellen und Irrtümer sich einschleichen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist dennoch recht hoch, auf diese Weise Ballempfangswege nachvollziehen zu können. Dabei ist es unmöglich Mutter- und Tochtersender zu unterscheiden. Meine Vermutungen unten beziehen sich daher eher auf die Geographie. So ist es unwahrscheinlicher, dass ein Sender am Rand des Sendegebiets oder in dünnbesiedelten Gegenden Muttersender ist.

Nochmal zum Vorgehen: Eine Aufnahme des Audiosignals z. B. mit Nero zu machen ist ja kein Problem, aber wie darstellen?

von Thomas (Metal) - am 30.07.2010 09:13

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

hallo

Mir ist dazu gerade noch was eingefallen

Etwas südlich von Rheinbrohl in der nähe vom Annahof, da wo ne Kapelle ist und der Rheinhöhenweg/Rheinsteig verlaufen also oberhalb, stehen auch Antennen, die sehen genau so aus wie die Ballempfangs Antennen, sind genau auf den Fernsehturm in Koblenz ausgerichtet, und haben auch Sichtkontakt

Weiß jemand was es damit auf sich hat? Daneben ist auch noch eine größere Satschüssel installiert

Da stehen bzw standen so größere runde bzw ovaleantennen, wie man sie meistens nur auf den Fernsehtürmen sieht

Fällt mir gerade ein

von Rheinländer - am 30.07.2010 11:12

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Jassy
Ist wohl ein Kabelkopfstation..


ach so, Bei den ballsendern, gibts da eigentlich einen Tonunterschied in der Qualität? Wenn direkt zugeführt wird, müßte doch die Autioquali wesentlich besser sein als die vom Ballsender oder?

von Rheinländer - am 30.07.2010 11:43

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Thomas (Metal)
Nochmal zum Vorgehen: Eine Aufnahme des Audiosignals z. B. mit Nero zu machen ist ja kein Problem, aber wie darstellen?

Man benötigt ein Programm, das das Frequenzspektrum des Eingangssignals der Soundkarte darstellen kann. Ich als Linuxnutzer greife dafür auf baudline zurück (welches jedoch nur für unix-artige Systeme verfügbar ist). Wenn man darin eine hohe Abtastrate (z.B. 192 kHz) einstellt und das Signal durch z.B. 2048 dividieren lässt, erhält man eine Spektrumdarstellung von knapp 50 Hz Breite, die man für die Messung auf etwa 19 kHz zentrieren sollte (rechte Maustaste -> input -> devices -> down mixer). Dadurch erhält man zum einen eine hohe Auflösung und zum anderen werden Peaks außerhalb dieses Frequenzbereiches ausgeblendet, so dass das Programm selbständig das stärkste Signal im Spektrum finden und in einem kleinen Fenster anzeigen kann. Dieses Signal ist dann die Mittenfrequenz des Pilottons. So sieht das ganze aus, hier als Beispiel WDR 2 aus Bonn:

Es fällt auf, dass der Peak etwas daneben liegt. Das liegt daran, dass die Soundkarte nicht richtig kalibriert ist. Für die Messung spielt das aber keine Rolle, da uns nur die relativen Frequenzen der Sender zueinander interessieren. Man sollte evtl. einmal überprüfen, ob die Soundkarte frequenzstabil ist, indem man nach einiger Zeit nochmal einen bereits gemessenen Sender nachmisst. In meinem Fall lagen die Schwankungen bei +/- 0,001 Hz und waren daher vernachlässigbar. Wichtig auch: Nach dem Neustart des Rechners werden die Frequenzen leicht unterschiedlich sein. Um Messungen verschiedener Tage zueinander umrechnen zu können, sollte man also immer wieder einen oder zwei Referenzsender messen.
Außerdem dauert es bei starkem Signal etwa eine halbe Minute bis die Soundkarte eingeschwungen ist und die angezeigte Frequenz stabil bleibt. Bei schwachen und vor allem fadenden Signalen sollte man sich bis zu 10 Minuten Zeit lassen und die Frequenz beobachten. Flugzeugscatter sind wegen des Dopplereffekts natürlich nicht zu gebrauchen!
Erklärungen zu einem ähnlichen Programm für Windows finden sich im Technikthread zum Thema von 2007.
Wichtig ist auch: Der Empfänger sollte den Pilotton nicht oder kaum unterdrücken, einige Empfänger tun das jedoch. Aber das sieht man ja spätestens im Spektrum.

Beispielmessung [Hz]:
hr3

87,6 18995,9863
89,3 18995,9863
89,5 18995,9857
92,7 18995,9856

Minimale Abweichungen -> Ballempfang

WDR 2

87,8 18995,7727
91,8 18995,6200
92,3 18995,7595
93,5 18995,7595
95,7 18995,6202
99,2 18995,7345
100,4 18995,7879
100,8 18995,7851
101,0 18995,8515
101,8 18995,7599

-> 91,8 und 95,7 sowie 92,3, 93,5 und 101,8 haben (fast) die gleiche Frequenz und daher mit ziemlicher Sicherheit Ballempfang, der Rest ist klar unterschiedlich.

Bei Mehrwegeempfang wird man sehen, dass die Frequenz wandert. Von +/- 0,002 Hz (unhörbar) über 0,02 Hz (leicht verzerrt) bis zu einer wild flackernden Anzeige ist alles dabei. Bei Interferenzen läuft die Frequenz mitunter zwischen beiden Pilottönen hin und her, aber dann erkennt man meist auch beide Peaks im Spektrum.

Zitat
Sebastian Dohrmann
Meine Erfahrung ist, dass zumindest Venusberg als Muttersender und der Ölberg 'ne eigene Leitung haben. Vor einiger Ziel fiel BONN/SU am Venusberg aus und 91,2, 94,2 und 107,9 waren alle mit tot. Die 99,9 lief aber noch. Daher ist davon auszugehen, dass Siegburg, Lohmar und Windeck wirklich per Ball gespeist werden.

Ohne die Technik zu kennen bzw. jemals einen Ballempfänger gesehen zu haben: Das kann natürlich durchaus sein. Und zwar dann, wenn das Signal zwar per Ball empfangen aber komplett neu aufbereitet wird, denn dann ist auch der Pilotton ein anderer. Möglich also, dass moderne Ballempfänger das so machen. Dann könnte man auch einen RDS-Coder anschließen, was u.U. für unterschiedliche AF-Listen sinnvoll ist. Ich kann mich an einen Ausfall am Venusberg erinnern, da sendete Much einen Leerträger. Ein "primitiver" Umsetzer hingegen würde das Rauschen (oder Lopik ;)) einfach 1:1 aussenden. Bei den Grundnetzsendern und älteren Funzeln ist anscheinend diese einfache Technik verbaut, die nur umsetzt.

Zitat
Thomas (Metal)
Ich dachte konkret an den DTAG-Standort Ahrweiler oder vergleichbares. Also ich meine ein wirklich exponierter Standort, was SWR-Linz im Vergleich zu anderen vergleichbaren RLP-Hügeln vor der Kölner Bucht nicht unbedingt ist.

Das stimmt, allerdings bleiben nicht viele Alternativen übrig, denn man muss dafür ja recht nah an der Kölner Bucht sein, da sonst die (Vor)eifel einen "Funkschatten" wirft. Ahrweiler ist aus diesem Grund in Teilen Bonns schon verzerrt. Würde man von der Hohen Acht senden, wäre es wohl noch deutlicher. Von einem höheren Standort würde daher vor allem der Niederrhein, das westliche Ruhrgebiet (Duisburg, Oberhausen und Umgebung) sowie Düsseldorf/Neuss profitieren, weil der Horizont sich nach Norden verschieben würde. In Süden von Bochum mache ich die Erfahrung, dass Linz 94,8 MHz und Ahrweiler 104,9 MHz ähnlich gut mit O=4 ankommen, aber auch die 103,5 MHz kommt mit O=3 an (da gehen nur 4 kW in die Richtung raus). Hier müssen beide Sender bereits über das Bergische Land und die Unterschiede verschwinden dabei weitgehend.

Bei den Senderketten musste sich der SWF möglicherweise dem Druck der (damaligen CDU-)Landesregierung beugen, die wohl einen starken Privatfunk in RLP aufbauen wollte. Aber das wird hier langsam OT ;).

von Thomas R. - am 30.07.2010 16:12

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Jassy
Zitat

NPO herausfinden kann.


Also der NPO versorgt alle seine Standorten per Glasfaser aus dem Mediabroadway in Hilversum. In seltene fälle holt Markelo sein Signal aus Lopik. Im ganz seltener Fall holt Smilde sein Signal aus Markelo, und Markelo wieder aus Lopik. Ich habe das bisher nur ein mal beobachtet.

SLAM!FM versorgt alle seine Standorten per SAT, genausowie Veronica, Skyradio, 100%NL, Q-music, Radio 538 und BNR.

RadioNL scheint alle seine Standorten per RiFu angebunden zu haben.

Mein einziger bekannter Fall von Ballempfang in die Niederlande ist unser Lokalfunker Twente FM:

Der 105,6 wird direkt aus dem Studio gefuttert. Der 106,5 und 105,0 hängen per Ball am 105,6. Der 107,1 wird meistens vom 106,5 gespeist, man will aber auch dieser Sender an der 105,6 hängen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.07.10 21:49 durch Jassy.


@ Jassy: Wenn die schon via Satellit senden, dann frag ich mich warum man das nicht gleich allen Leuten zugänglich macht!



von -radiofan- - am 31.07.2010 09:00

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Jassy
Die Standorten werden per Eutelsat 16E versorgt und nicht von einem DTH Satellit.

und zwar als extrem schmalbandige SCPC Signale, APT-X nennt sich das System, ist afaik noch aus den 80er Jahren.
Antenne Bayern hat dieses System auch mal verwendet, da jedoch immer weniger Ersatzteile verfügbar sind, hat ma nsich entschlossen auf Astra 3A einen DVB-S konformen SCPC Feed aufzuschalten. Audio ist reguläres MP2.

Vermutlich möchte man nicht in ein MCPC Paket, denn dort findet Zeitmultiplexing und somit entsteht eine Zeitverzögerung

von newspaperman - am 31.07.2010 11:40

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

>Nordhelle:
Alles per Leitung oder bei diesem abgelegenen aber exponierten Standort wahrscheinlicher: Richtfunk. Allerdings möchte ich nochmal während der Lokalnachrichten auf WDR 2 testen. Ich habe da einen Verdacht... Interessant, wie wichtig dieser Standort dem WDR scheinbar ist.


War es dir schon möglich zu testen?

Der Olsberg hängt vermutlich auch an Nordhelle, bei Ausfall Nordhelle hat der Olsberg Teutoburger Wald als Ersatzquelle, Wittgenstein war damals an Langenberg.. ( Alles getestet, bei nächtlichen Wartungsarbeiten an der Nordhelle)

von 88,7 MHz - am 31.07.2010 14:25

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

@88,7 MHz:
Möglich ja, aber ich habe es vergessen ;). Ich hole das nächste Woche von Bochum aus nach. Dort kann ich auch 1LIVE und WDR 2 vom Olsberg messen. Der Rest ist zu sehr interferenzbelastet.

Mein "Verdacht" kommt daher, dass Nordhelle ja eine Zuführung aus Köln oder Langenberg besitzt, aber das Regionalstudio in Siegen steht. Im RDS-PS verhält sich Nordhelle anders als die anderen WDR 2-Regionalnachrichten, denn dort bleibt WDR_2_SI bis eine halbe Minute nach Ende der Nachrichten stehen. Wahrscheinlich gibt es aber auch eine Leitung nach Siegen, evtl. ISDN-Musiktaxi oder über den Umweg Siegen->Köln->Nordhelle, und ich werde daher nichts beobachten können. Im ersten Moment dachte ich daran, dass Nordhelle ja während dieser Minuten einen anderen Sender übernehmen könnte, der näher am Studio steht, aber das ist eigentlich Unsinn.

Zumal ich vorgestern noch den Füllsender Siegen schwach dingfest machen konnte. WDR 2 und WDR 5 haben dort den gleichen Pilotton wie Nordhelle und Ederkopf. Die restlichen Programme aus Siegen konnte ich nicht empfangen.

@Rheinländer:
Bei jeder Art von analoger Weiterverbreitung verliert ein Signal an Qualität, daher auch beim Ballempfang. Aber mit guten Geräten kann man offensichtlich problemlos 2 bis 3 Ballsignale hintereinanderschalten, ohne dass die Qualität merklich leidet. Zum Beispiel wird der Hohe Meißner hr3 kaum direkt vom Feldberg empfangen können, weil er es nur 200 kHz daneben wieder aussendet. Das Signal wird also einen Umweg über einen anderen Standort machen müssen.

von Thomas R. - am 31.07.2010 20:15

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Zitat
Marcus.
Wir groß ist eigentlich der zeitlicher Verlust bei Ballempfang?

Der zeitliche Verlust ist äusserst gering, und dürfte etwa im einstelligen Mikrosekundenbereich liegen.
Ein kleiner Anteil fällt dabei auf die ZF-Filterung, ein weiterer auf die Filterung des MPX-Signals. Die Zeitverluste der Vorselektion usw. kann man, denke ich, vernachlässigen.

von phaserotator - am 01.08.2010 09:49

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Neue Ballbeobachtungen aus Bochum:

WDR
Nordhelle:
Keine Pilottonänderung während der Regionalnachrichten auf WDR 2. Da habe ich also Mumpitz vermutet.

Olsberg:
1LIVE wird vom Bielstein bezogen, WDR 2 kommt von der Nordhelle. WDR 4 und 5 sind aufgrund von Interferenzen nicht messbar.

Bielstein (Teutoburger Wald):
Alles per Leitung/Richtfunk.

Münster (Baumberge):
1LIVE und WDR 2 per Leitung/Richtfunk, WDR 3, 4 und 5 aus Langeberg.

Kleve (Bresserberg):
1LIVE per Leitung/Richtfunk, WDR 2 aus Langenberg, WDR 3, 4 und 5 aus Langenberg (oder unwahrscheinlich: Münster). Bei 1LIVE muss ich bei Gelegenheit nochmal nachmessen, mir fällt gerade auf, dass der Unterschied zu Langenberg sehr klein ist... Möglicherweise war das Signal zu unsauber.

BFBS R1
Langenberg und Hünenburg hatten zuletzt unterschiedliche Pilottöne (DKultur aber wieder einen anderen). Aber eine Woche vor der Abschaltung wurde ja in Langenberg schon auf ein anderes Signal umgeschaltet. Gewisse Dinge (AF-Liste auf 103,0 z.B.) sprechen dafür, dass Langenberg mal per Ball an Hünenburg hing.
Desweiteren haben 106,0 103,0 101,9 und 92,5 jeweils unterschiedliche Pilottöne.

Radio NRW
REL, Vest, Essen: Unterschiedliche Pilottöne auf den verschiedenen Frequenzen.

Antenne Unna: 97,4 und 102,3 haben den gleichen Pilotton. 89,3 kann ich nicht testen.

NDR
Steinkimmen, Lingen und Osnabrück haben bei NDR 1-3 jeweils unterschiedliche Pilottöne (Steinkimmen NDR 2 konnte ich jedoch nicht testen). Ich hatte vermutet, dass zumindest Lingen aus Osnabrück empfängt. Vielleicht haben die ja auch moderne "unmessbare" Ballempfänger...

Antenne NDS
Unterschiedliche Pilottöne in Lingen und Osnabrück.

NPO
Wie von Jassy vorhergesagt, scheint es keinen Ballempfang zu geben. Ich habe bisher Radio 4 auf 91,4 und 99,4 sowie 3FM auf 90,9 96,2 und 96,8 getestet.


von Thomas R. - am 03.08.2010 20:17

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Der NDR führt in NDS alle Grundsender per Glasfaser zu.. ;)

Bei der NPO gibts nur Ballempfang wenn der Leitung abkackt oder wenn es Wartungsarbeiten an die zuführung gibt.

von Jassy - am 04.08.2010 10:20

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden (aktuell: NRW, RLP, Hessen)

Hier noch ein paar Nachzügler.

WDR
Olsberg: Heute gelang mir der Empfang von WDR 4 und WDR 5 vom Olsberg. Man muss nur so lange mit dem Dipol im Raum rumfuchteln bis die Störsender verschwinden und dann angewurzelt stehenbleiben ;). Beide Sender werden vom Bielstein gespeist. Somit kommt am Olsberg nur WDR 2 von der Nordhelle, wegen des Regionalfensters.

Wuppertal-Wasserturm: Während die WDR 2-Sender Witzhelden und Hohe Warte die gleichen Pilottöne haben, hat Wuppertal einen anderen. Da liegt also möglicherweise eine direkte Leitung vom Regionalstudio.

Kleve: Hier habe ich ja versprochen, nochmal nachzumessen: 1LIVE hat demnach sehr wahrscheinlich keinen Ballempfang aus Langenberg.

Auch bei Radio MK konnte ich zwischen den Sendern auf 92,5 MHz, 97,2 MHz und 100,2 MHZ keinen Ballempfang feststellen.

Zitat
Jassy
Bei der NPO gibts nur Ballempfang wenn der Leitung abkackt oder wenn es Wartungsarbeiten an die zuführung gibt.

Ja, und das stimmt sogar bei den regionalen Sendern: L1 Radio habe ich heute gemessen. Auch dort gibt es auf 95,3 und 100,3 MHz unterschiedliche Pilottöne, demnach auch hier kein Hinweis auf Ballempfang.

Damit habe ich jetzt alles abgegrast, was in meiner Reichweite liegt und von mindestens zwei verschiedenen Senderstandorten empfangen werden kann. Für weitere Messungen müsste ich also auf Reise gehen ;).

von Thomas R. - am 02.09.2010 19:05

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden

Heute habe ich nochmal ein paar weitere Pilottöne messen können. Ein endlich niederschlagsfreier Tag, freie Zeit und etwas Südtropo haben dabei geholfen. Und so war auch die 5-Ele-Yagi schnell provisorisch aufgebaut. Es folgen nun Senderstandorte, die alle ein bisschen weiter von der Nordosteifel entfernt sind und dort normalerweise nicht oder kaum gehört werden können. Da das UKW-Band bekanntermaßen randvoll ist, waren meist nur wenige Sender eines Standorts zu empfangen. Bereits in diesem Thread erwähnte Ballempfangszuführungen werden nicht noch einmal aufgelistet, wurden aber weitgehend auf Änderungen überprüft.

Rheinland-Palz:
SWR:
Mainz-Kastel: Es gibt keine gemeinsamen Pilottöne mit anderen Sendern, daher existiert vermutlich eine eigene Zuführung vom nahen Funkhaus.

Rheinsender: SWR4 hat hier einen anderen Pilotton als in Mainz-Kastel, daher wahrscheinlich auch hier eigene Zuführung.

Bornberg: Hier konnte ich SWR1 und SWR3 auswerten, der Pilotton deckt sich jeweils mit dem vom Donnersberg.

Weinbiet: SWR2 hat den gleichen Pilotton wie Donnersberg, also sehr wahrscheinlich ebenfalls Ballempfang.

Lahntal (Diez): Hier konnte ich nur SWR2 und SWR3 auswerten, beide haben den gleiche Pilotton wie in Koblenz (wobei SWR3 theoretisch auch aus Linz oder Bad Marienberg zugeführt werden könnte...).

Bleialf: Hier war nur SWR4 empfangbar und hatte den gleichen Pilotton wie Haardtkopf/Saarburg/Scharteberg. Ich vermute einen Abgriff von Saarburg für alle Programme, weil in Bleialf auch SWR2 gesendet wird, am Schartberg jedoch fehlt.

Damit gibt es beim SWR drei "Ball-Netze" in RLP, wobei nicht immer alle Programme geballt werden: Nord-Ost (Koblenz, Bad Marienberg, Linz, Funzeln), Nord-West (Saarburg, Scharteberg, Haardtkopf, Funzeln), Pfalz (Donnersberg, Bornberg, Weinbiet, evtl. Kettrichhof)

privat:
Hillschied: RPR1 hat dort den gleichen Pilotton wie in Ober-Olm, daher vermutlich Ballempfang aus Ober-Olm.

Bendorf/Neuwied (Antenne Koblenz): Auf beiden Frequenzen der gleiche Pilotton, also Ballempfang. Wobei ich natürlich nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich auf der 98,0 den Sender Neuwied statt Koblenz empfangen habe.

Saarland:
Moseltal: SR 2 und Radio Salü haben hier den gleichen Pilotton wie an der Göttelborner Höhe bzw. am Schoksberg. Vermutlich wird der Moseltal-Füllsender also auf allen Frequenzen (außer DLR) per Ball gespeist.

Hessen:
Würzberg: hr3 hat den gleichen Pilotton wie im kompletten(!) restlichen Sendernetz, hr4 hat den gleichen Pilotton wie am Hardberg.

Heidelstein: hr1 war wegen Interferenzen (eingepfercht zwischen Nordhelle und Ahrweiler) nicht messbar, hr3 hat den gleichen Pilotton wie im restlichen Sendernetz. Aber hr4 hat einen eigenen Pilotton, also sehr wahrscheinlich eine separate Zuführung.

Rimberg: hr4 hat einen eigenen Pilotton.

Baden-Württemberg:
Wegen Interferenzen konnte ich nicht viel messen, aber alles was messbar war, spricht gegen Ballempfang. Folgendes war zu empfangen:
SWR1: Bad Mergentheim, Stuttgart und Heidelberg haben unterschiedliche Pilottöne. Also wahrscheinlich separate Zuführungen.
SWR2: Stuttgart, Heidelberg und Waldenburg haben unterschiedliche Pilottöne.
SWR3: Stuttgart, Heidelberg, Raichberg und Waldenburg haben unterschiedliche Pilottöne. Die Funzel in Weinheim (Empfang in 150 km Entfernung natürlich nur dank Tropo und per Zufall bemerkt) hängt an Heidelberg.

Bayern:
Antenne Bayern hat an Pfaffenberg und Heidelstein verschiedene Pilottöne, also vermutlich eine eigene Zuführung. Trotz Tropo war nicht mehr aus Bayern zu holen, sind halt doch ein paar Kilometer...

Nordrhein-Westfalen
Simmerath/Stolberg: Antenne AC hat an beiden Standorten unterschiedliche Pilottöne und damit wahrscheinlich keinen Ballempfang. Bisher hatte ich vergessen, 1LIVE aus Stolberg zu messen: Hier konnte ich keine Übereinstimmung mit einem anderen 1LIVE-Sender finden, also gibt es hier vermutlich eine gesonderte Zuführung.

Luxemburg:
RTL Radio Lëtzebuerg hat auf 88,9 und 92,5 MHz unterschiedliche Pilottöne. Vermutlich also kein Ball. Aber RTL hat ja sicherlich auch genug Leitungen nach Hosingen und Dudelange liegen...

Belgien: Wallonien
Ich habe Vivacité und Musiq'3 aus Leglise und Liège miteinander verglichen und keine gemeinsamen Pilottöne gefunden (ok, bei Vivacité laufen an beiden Standorten eh unterschiedliche Lokalprogramme). Ballempfang scheint in BeNeLux wohl nicht so beliebt zu sein...

von Thomas R. - am 27.12.2010 17:58

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden

Mahlzeit! Neues vom Ballspocht:

Wie Ihr sicherlich nebenan im Radiohörerforum mitbekommen habt, plant der WDR, weitere Hörfunkketten zu regionalisieren. Ein Grund für mich, mal wieder die Pilottöne zu messen.

Folgende Änderungen sind mir in der Senderkette von WDR 4 aufgefallen:
- Olsberg ballt jetzt erwartungsgemäß Nordhelle statt Bielstein
- Münster-Baumberge, Bärbelkreuz und Stolberg-Donnerberg ballen nicht mehr Langenberg sondern haben jetzt jeweils eine eigene Zuführung bekommen

Obwohl regionale Elemente auch für WDR 1 und 5 geplant sind, ist dort im Sendernetz noch alles auf dem alten Stand. Interessant finde ich, dass auch das Bärbelkreuz jetzt eine eigene Zuführung bekommen hat, denn denkbar wäre auch ein Ballempfang von Stolberg gewesen.


von Thomas R. - am 08.03.2011 17:57

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden

Zitat
Thomas R.
[...]

Folgende Änderungen sind mir in der Senderkette von WDR 4 aufgefallen:
- Olsberg ballt jetzt erwartungsgemäß Nordhelle statt Bielstein
- Münster-Baumberge, Bärbelkreuz und Stolberg-Donnerberg ballen nicht mehr Langenberg sondern haben jetzt jeweils eine eigene Zuführung bekommen

Obwohl regionale Elemente auch für WDR 1 und 5 geplant sind, ist dort im Sendernetz noch alles auf dem alten Stand. Interessant finde ich, dass auch das Bärbelkreuz jetzt eine eigene Zuführung bekommen hat, denn denkbar wäre auch ein Ballempfang von Stolberg gewesen.


Auch wenn das Thema schon was älter ist habe ich mal ne Frage.
Da mittlerweile ja auch bei WDR4 regionalisiert ( Wetter etc.) wird kann das mit dem Ballempfang wie bisher nicht mehr hinhauen. Bist du sicher das Stolberg ne eigene Leitung hat?
Viel sinniger wäre es doch per Ball aus der Eifel zu empfangen da ja selbes Regionalprogramm.

Wenn ich mich richtig erinnere ist das mit WDR2 per Ball schlecht. Da WDR2 im Falle einer Katastrophe etc. die Menschen vor Ort versorgen soll. Diese Aufgabe übernehmen auf Kommunaler Ebene ja die Lokalsender in Form von Radio NRW.

1Live und WDR3 müsste in fast ganz NRW per Ball aus Langenberg erreicht werden. ( Außer Höxter oder so was im Ossi-Westfalen-Land)
Irgendwer hat mir mal Erzählt das Jedes Regionalstudio ne eigne Leitung hat und von dort das Programm an einen Sender geleitet wird der dann alle andere Sender in der Region versorgt. Ausnahmen gäbe es nur bei WDR2 aus den oben genannten Gründen und beim Sender Bonn. (Dem alten Regierungssitz sei Dank;))

mfg

von Aberdon - am 17.08.2012 23:52
Zitat
Thomas R.
[...]

Radio NRW:
Radio Bonn/Rhein-Sieg: Venusberg, Ölberg, Windeck und Lohmar per Leitung/Richtfunk. Rest nicht empfangbar.
[...]


Kann ich so bestätigen. Vor ein paar Jahren hat ich das Vergnügen eine Durchsage der Feuerwehr auf der Windecker ?? Frequenz zu hören das im Bereich von Eitorf unbedingt die Fenster und Türen zu schließen sind, und das die Menschen sich doch bitte in geschlossene Räume begeben sollen. Ich meine da hat es bei Weco gebrannt. Das war nur auf dieser Frequenz zu hören und auf keiner anderen.

mfg

von Aberdon - am 18.08.2012 00:01
Zitat
Aberdon
Zitat
Thomas R.
[...]

Radio NRW:
Radio Bonn/Rhein-Sieg: Venusberg, Ölberg, Windeck und Lohmar per Leitung/Richtfunk. Rest nicht empfangbar.
[...]


Kann ich so bestätigen. Vor ein paar Jahren hat ich das Vergnügen eine Durchsage der Feuerwehr auf der Windecker ?? Frequenz zu hören das im Bereich von Eitorf unbedingt die Fenster und Türen zu schließen sind, und das die Menschen sich doch bitte in geschlossene Räume begeben sollen. Ich meine da hat es bei Weco gebrannt. Das war nur auf dieser Frequenz zu hören und auf keiner anderen.

mfg

Also durch zahlreiche Senderausfälle in den letzten Jahren die ich bei Radio Bonn/Rhein-Sieg beobachtet habe, vermute ich, dass zumindest der Ölberg eine eigene Leitung hat. Denn dieser läuft weiter, auch wenn der Venusberg schweigt oder sogar ganz abgeschaltet ist. Siegburg und Lohmar haben ziemlich sicher Ballempfang vom Venusberg. Windeck kann ich leider nichts zu sagen. Bornheim müsste auch eine eigene Leitung haben.

von Sebastian Dohrmann - am 18.08.2012 09:41

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden

Ich grabe diesen alten Faden nochmal aus: gestern war ich zum ersten Mal auf der Nordhelle. Schon toll 30 Jahre nachdem ich den Namen zum ersten Mal gelesen habe unter dem Turm zu stehen. Auffällig sind diese Antennen:

[attachment 9176 ball_nordhelle.jpg]

Sie zeigen mit ziemlicher Sicherheit Richtung Langenberg. Ist das noch ein Relikt aus alten Zeiten oder wird dort tatsächlich noch etwas per Ball empfangen?

von Staumelder - am 07.05.2017 14:21

Re: Zuführungswege und Ballempfänge anhand Pilottonmessungen herausfinden

Ich weiß, dass Ederkopf und Sackpfeife per Ball an der Nordhelle hängen. Bei der Nordhelle selbst weiß ich es nicht, könnte aber auch nur eine Notzuführung sein, so wie in Langenberg aus Bonn.

von Japhi - am 07.05.2017 14:23
Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Nordhelle Ballempfang mit Langenberg hat, worauf die Antennen ja auch hindeuten.
Ausnahme dürfte WDR2 sein wegen des Regionalprogrammes.
Von der Höhe her dürfte es passen, es liegen gute 50km Luftlinie dazwischen und theoretisch müsste sogar Sichtkontakt herrschen.
Hier am Niederrhein knallt die Nordhelle jedenfalls teilweise noch als Ortssender rein.

von peppi477 - am 08.05.2017 11:09
Wollt doch sagen, fast jeder Sender hat Ballempfangsantennen, oftmals aber nur als Reserve wenn die Leitung mal ausfaellt. Bei den Umsetzern scheint es 2 Varianten zu geben.
1. Demodulation (meist ueber Empfaenger der Marke Studer) mit komplett neuer Modulation und Signalaufbereitung. Immer wenn der Ballempfang als Reserve dient.
2. Echte einfache Frequenzumsetzung.

Letzteres natuerlich verlustfrei und man erkennt es auch, wenn der Quellsender aus ist und ein stark rauschendes anderes Programm uebernommen wird. Dann schwankt die Sendeleistung leicht um 3 dB bis 6 dB. Vermute wegen des Rauschens kommt die Regelung nicht so ganz hinterher. Bisher habe ich das nur bei einigen Fuellsendern beobachtet.
Die meisten, zumindest aelteren Fuellsender in meiner Region haben auch neu moduliert, an unterschiedlicher Lautstaerke zu erkennen. Meist etwas lauter als der Quellsender.

von Nordlicht2 - am 08.05.2017 13:26
Es waren mal Wartungsarbeiten am Sender Langenberg, des nachts. Nordhelle war weiterhin empfangbar. Sind an der Nordhelle solche arbeiten, sind alle Sender davon in Südwestfalen betroffen, Ederkopf, Sackpfeife, Siegen,Schmallenberg, Arnsberg, Hallenberg und Olsberg. Bei Olsberg sendet dann nur Eins Live , weil der Ballempfang vom Teutoburger Wald hat.

von 88,7 MHz - am 12.05.2017 16:06
Zitat
88,7 MHz
Es waren mal Wartungsarbeiten am Sender Langenberg, des nachts. Nordhelle war weiterhin empfangbar. Sind an der Nordhelle solche arbeiten, sind alle Sender davon in Südwestfalen betroffen, Ederkopf, Sackpfeife, Siegen,Schmallenberg, Arnsberg, Hallenberg und Olsberg. Bei Olsberg sendet dann nur Eins Live , weil der Ballempfang vom Teutoburger Wald hat.

Könnte man, wenn es GEPLANTE Wartungen sind, ja auch für die anderen Programme, speziell für WDR2, was ja das Notfallprogramm in NRW ist, auch so machen. Ich verstehe das nie, warum bei geplanten Wartungen mehr als der zu wartende Sender, vor allem Großsender wie Olsberg, Ederkopf ausfallen müssen.

von Jens1978 - am 12.05.2017 16:36
Hab mir deinen Link gerade mal angesehen: Sehr interessant, d.h. Langenberg ist am 16.5 in der Nacht kurz aus. Wäre sehr interessant, was man da so alles auf den Frequenzen empfangen könnte. Meine Vermutung vor allem für die 88,8 an QTH2 ist Heidelberg, der müsste eh gehen, aber auch Berlin als Scatter. Aber die anderen QRGs ... 99,2 Hamburg,und 99,3 Bayern3 ... Mist, und ich bin nicht vor Ort. :-(
Gibt es nicht einen speziellen Thread für die ganzen Abschaltungen? Da sollte die Info rein, für die NRWler eine interessante Info!

von Jens1978 - am 12.05.2017 17:06
Zitat
88,7 MHz
88,8 an QTH2 ist Heidelberg,

Da lief WDR 5 ganz schwach weiter

99, 2 MHz unbekannter Sender , schwach

96,3 Leerträger ..

Auf der 88,8 lief WDR 5 schwach weiter? Wo ist denn dein QTH?
Der unbekannte 99,2-Sender, was hat der gebracht? Musik, Sprache?

von Jens1978 - am 16.05.2017 07:23
QTH ist Lüdenscheid : Scheinbar war bei WDR 5 nur sehr stark die Leistung gedrosselt, bei 99,2 MHz wurde geredet, das war alles so kurz nach 3 Uhr und es dauerte nicht lange, da war alles wieder auf Sendung

von 88,7 MHz - am 16.05.2017 07:33
[attachment 9207 Ball_LA.jpg]

Bonn, Eifel, und Münster hängen an Langenberg? Klassikprogramme? Okay, der hr macht das genauso aber gerade bei kaum/wenig komprimierter Musik fallen Störungen eher auf als bei von Haus aus schon komprimierter Popmusik bzw. Signalen mit Soundprocessing. Und wenn WDR3 schon per Ball zugeführt: warum WDR5 nicht?

von Staumelder - am 16.05.2017 18:12
Zitat
Staumelder
Bonn, Eifel, und Münster hängen an Langenberg? Klassikprogramme? Okay, der hr macht das genauso aber gerade bei kaum/wenig komprimierter Musik fallen Störungen eher auf als bei von Haus aus schon komprimierter Popmusik bzw. Signalen mit Soundprocessing. Und wenn WDR3 schon per Ball zugeführt: warum WDR5 nicht?

Bonn hängt generell nicht an Langenberg, nur als Backup. Dass DKULTUR via 96,5 zugeführt wird, hat höchstwahrscheinlich historische Gründe, da früher auf der 96,5 BFBS R1 sendete und man in Bonn einfach die 96,5 per Ballempfang ran geholt hat für die damalige 97,8. War auch im Radiotext zu sehen: "Coderstandort Langenberg".

von Sebastian Dohrmann - am 17.05.2017 07:17
Zitat
Habakukk
Ist vielleicht die 88,8 von WDR 5 empfangstechnisch nicht so günstig? Kann da irgendwas regelmäßig stören?

Jepp. WDR3 von der Sackpfeife auf 88,7. Stimmt.

Zitat
Sebbl
Bonn hängt generell nicht an Langenberg, nur als Backup. Dass DKULTUR via 96,5 zugeführt wird, hat höchstwahrscheinlich historische Gründe, da früher auf der 96,5 BFBS R1 sendete und man in Bonn einfach die 96,5 per Ballempfang ran geholt hat für die damalige 97,8. War auch im Radiotext zu sehen: "Coderstandort Langenberg".

Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Bonn sogar einen "höheren Stellenwert" gegenüber Langenberg hat. So habe ich jedenfalls die Führung in Langenberg in Erinnerung. Bonn ist demnach "immer Leitung" (wobei die großen Sender allein schon aufgrund der Regionalisierung per Leitung gefüttert werden), im Notfall ist Bonn der Sternpunkt.

Zurück zur Zuführung: dann ist der Screenshot irreführend, es sei denn die aufgeführten Sender waren zu dem Zeitpunkt auf Ball eingestellt.

von Staumelder - am 17.05.2017 08:32
Zitat
Staumelder
Zitat
Sebbl
Bonn hängt generell nicht an Langenberg, nur als Backup. Dass DKULTUR via 96,5 zugeführt wird, hat höchstwahrscheinlich historische Gründe, da früher auf der 96,5 BFBS R1 sendete und man in Bonn einfach die 96,5 per Ballempfang ran geholt hat für die damalige 97,8. War auch im Radiotext zu sehen: "Coderstandort Langenberg".

Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Bonn sogar einen "höheren Stellenwert" gegenüber Langenberg hat. So habe ich jedenfalls die Führung in Langenberg in Erinnerung. Bonn ist demnach "immer Leitung" (wobei die großen Sender allein schon aufgrund der Regionalisierung per Leitung gefüttert werden), im Notfall ist Bonn der Sternpunkt.

Zurück zur Zuführung: dann ist der Screenshot irreführend, es sei denn die aufgeführten Sender waren zu dem Zeitpunkt auf Ball eingestellt.

So ist es. Ließ sich vor Jahren auch mal beobachten. Alle WDR 2 Sender hatten plötzlich keine Höhen mehr. Nur noch dumpfer, matschiger Klang. Nur Bonn klang weiterhin perfekt (und ich meine die Kölner 98,6 auch. Dürfte per Ball an Bonn hängen.) Und bitte jetzt keine inhaltlichen Brücken wegen matschig und dumpf. ;)

von Sebastian Dohrmann - am 17.05.2017 11:45
Zitat
Sebastian Dohrmann

Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Bonn sogar einen "höheren Stellenwert" gegenüber Langenberg hat. So habe ich jedenfalls die Führung in Langenberg in Erinnerung. Bonn ist demnach "immer Leitung" (wobei die großen Sender allein schon aufgrund der Regionalisierung per Leitung gefüttert werden), im Notfall ist Bonn der Sternpunkt.

Zurück zur Zuführung: dann ist der Screenshot irreführend, es sei denn die aufgeführten Sender waren zu dem Zeitpunkt auf Ball eingestellt.[/quote]
So ist es. Ließ sich vor Jahren auch mal beobachten. Alle WDR 2 Sender hatten plötzlich keine Höhen mehr. Nur noch dumpfer, matschiger Klang. Nur Bonn klang weiterhin perfekt (und ich meine die Kölner 98,6 auch. Dürfte per Ball an Bonn hängen.) Und bitte jetzt keine inhaltlichen Brücken wegen matschig und dumpf. ;)[/quote]
Meine Vermutung ist damit auch wiederlegt, die WDR-Techniker werden sicherlich lachen: Langenberg und Bonn sind beide Muttersender.Alles nördlich und westlich, also inklusive Bärbelkreuz und Münster hängt an Langenberg. Östlich hat als normale Zuführung Bonn. Beim Teutoburger Wald vermute ich daß dort die Nordhelle als Bezugssender verwendet wird.
Dadurch wäre überall immer eine Alternative verfügbar, sofern man die Füllsennder in OWL und ggf. noch Biedenkopf ausnimmt.

von Thomas (Metal) - am 19.05.2017 05:57
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