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Britain to end historic bases in Germany by 2020

Startbeitrag von catperson am 19.10.2010 17:12

http://www.expatica.com/de/news/german-news/britain-to-end-historic-bases-in-germany-by-2020_104227.html

BFBS-Frequenzumverteiler vor!

Catperson

Die 50 interessantesten Antworten:

Damit endet wohl eine Ära, auch BFBS Germany.
Sachlich erscheint die Begründung stichhaltig.
Ob ein Regierungswechsel bis dahin diese Entscheidung rückgängig macht, bleibt abzuwarten.
Eine Reihe von Wählern der Liberalen fühlt sich schon jetzt getäuscht durch die Cameron-Clegg-Politik.
Die "Eiserne Lady" hielt sich aber einst - obwohl in Nordwestengland und Schottland besonders verhasst - sehr lange.

von hetietz - am 19.10.2010 17:24
BFBS 103,0 und 93,0 sind sicher interessant, auch noch in 10 Jahren, aber die "neuen" BFBS Frequenzen wohl kaum. Bei der NRW Frequenzpolitik geht die 103,0 an Funkhaus Europa oder Kiraka oder sonst eine öffR Welle und die Funzeln sowieso. Das ist jetzt schon klar und da wird sich auch nichts ändern, falls es in 10 Jahren wieder eine bürgerliche Mehrheit in NRW geben sollte. Und die 93,0 in Nds geht wahrscheinlich an die dritte Privatkette, wo es bislang noch keine starken Sender gibt. Käs gegessen!

von Free Speech - am 19.10.2010 18:05
Was redet ihr denn jetzt schon was in 10 Jahren ist...jetzt freut euch erstmal dass BFBS noch 10 Jahre lange sendet und dass die Briten nicht schon früher gehen. Und wer weiß, vielleicht entscheiden sie in 10 Jahren doch noch länger zu bleiben. Schließlich weiß niemand wie dann die finanzielle und militärische Lage ist.

von BetacamSP - am 19.10.2010 21:39
In 10 Jahren kann noch viel passieren. Außerdem wurde die Abschaltung von UKW vor 10 Jahren auch schon beschlossen. Abwarten und Tee trinken. Min. 10 Jahre noch BFBS auf UKW.

von pfennigfuchser - am 20.10.2010 05:44
Und Uhlerborner muss ich zudem widersprechen, was die "neuen" Frequenzen betrifft. Die 105,1 aus Rheinberg beispielsweise versorgt neben dem Kreis Wesel auch mühelos Brüllwürfeltauglich den größten Teil des Kreises Kleve, die Stadt Duisburg, die Stadt Krefeld und große Teile von Essen, Mühlheim, Oberhausen und Düsseldorf. Insgesamt erreicht alleine diese eine Funzel mehr als eine Million potentielle Hörer. Das nenne ich durchaus interessant. Wenn man bedenkt, dass bis 2015 die Hälfte der Soldaten weg sein soll, und schon jetzt im Sendegebiet von Rheinberg sich keine einzige britische Kaserne befindet, wäre dies eine interessante Frequenz für Privatfunk, möglicherweise schon vor 2020.

von Bolivar diGriz - am 20.10.2010 08:04
Heute ist es praktisch überall in den Nachrichten. In den Nachrichten beim ZDF Morgenmagazin war es auch eine Meldung. Auch tagesschau.de widmet sich dem Thema ausführlich.

von Sebastian Dohrmann - am 20.10.2010 08:46
Die USA ziehen nicht ab, es wird aber weiter zusammengelegt. Langfristig bleiben aber Kaiserlautern-Ramstein, Stuttgart, Wiesbaden und Grafenwöhr/Vilseck erhalten, mindestens für 15 Jahre.
Mannheim/Heidelberg wird dichtgemacht, bei Schweinfurt ist es fast sicher, Bamberg wackelt noch.

von Terranus - am 20.10.2010 11:41
Langfristig werden auch die Amerikaner sich fragen, womit sie die Kosten für die europäischen Standorte vor den heimischen Steuerzahlern rechtfertigen können. Klar. die Nähe zu den potenziellen Krisenherden im Nahen Osten, generelle Präsenz in Europa auch als Zeichen an Russland, das sind geopolitische Faktoren, die da eine Rolle spielen.

Außerdem möchte ich noch Freifläche widersprechen. Kulturell und gesellschaftlich ist das sicherlich eine Bereicherung, und nicht zuletzt sind die Garnisonen auch noch ein lokaler Wirtschaftsfaktor, auch für zivile Angestellte. Besonders die Amerikaner haben in Rheinland-Pfalz einige Standorte in ansonsten eher strukturschwachen Gebieten.

von Alqaszar - am 20.10.2010 23:32
Von den meisten wird das hier schon so empfunden... Die Mehrheit steht den Amis samt Familien recht positiv gegenüber. Ausnahme bildet allerdings Mittelfranken: dort gibt es seit Jahren heftige Proteste wegen des Fluglärms der dort stationierten Hubschrauber.
Anders ist es dagegen in Grafenwöhr und Umgebung: dort steht man den Truppen sehr positiv gegenüber, man hat zwar auch Gefechtslärm, aber das nimmt man dort hin, denn die große Zahl an einkaufswütigen US Bürgern holt die strukturschwache Gegend aus dem Loch...
Man muss auch sagen, dass sich die Amis bereits sehr stark zurückgezogen haben. Die Präsenz ist überhaupt nicht mehr vergleichbar mit vor 15 Jahren. Aus fast allen größeren Städten ist man abgezogen, von größeren Orten ist nur noch Schweinfurt und Bamberg übrig, die anderen Standorte sind ja praktisch auf dem flachen Land. Dazu kommt, dass die Devise "keep low profile" heißt, sprich man will nicht auffallen. Wer sich nicht für die US Armee interessiert, dem fällt sie kaum noch auf...

von Terranus - am 21.10.2010 10:09
Zitat
TerranusI
..., denn die große Zahl an einkaufswütigen US Bürgern holt die strukturschwache Gegend aus dem Loch...


Die Soldaten sind zum Frustausgleich verständlicherweise nicht nur konsum- sondern besonders vergnügungsorientiert - siehe Discos.
Wenn den demnächst darbenden Kleinunternehmern auch nur 1/10 der Ausgaben für die Stationierung als entschädigende Ausgleichszahlung in die Kasse gelegt würde,
dann wären diese Kleinschmarotzer sicher bestens bedient.
Die Region selbst hat Nichts als Nachteile von der Stationierung solange die lieben Kleinunternehmer ihre Kassen nicht auf den Fußgängerzonen ausschütten.
Der Anteil an Arbeitsplätzen ist jedenfalls weitaus geringer als das ständig vorgeschobene Argument.

Die allerschlimmste Nebenwirkung ist immer noch der Wegfall der begleitenden Medien der Militärs - aber noch lange kein Anlass in einem Fachforum unzählige Seiten mit Lamentis zu füllen.

von Karl Kaiser - am 21.10.2010 10:38
Zitat

aber noch lange kein Anlass in einem Fachforum unzählige Seiten mit Lamentis zu füllen.

Dann kannst du dich ja gleich mal ganz royal zurückhalten...

von Terranus - am 21.10.2010 10:48
Hmm, also bei den Briten bin ich mir wirklich unschlüssig, welche Aufgaben sie hier in Deutschland noch aufnehmen außerhalb von NATO-Basen.
Persönlich ist mir BFBS wesentlich lieber als AFN, alleine schon von der professionelleren Aufmachung des Programms.
Immerhin 10 Jahre haben wir noch, so gesehen eine Menge Holz und darüber hinaus kann man sich ja mit Satempfang aushelfen.Mit einer auf 19°O focussierten Satschüssel ist problemlos Multifeeed-Empfang der 7°Ost möglich. Sollen wir doch dankbar sein, dass sie noch weitere Jahre vermutlich senden werden und dies nicht als selbstverständlichen an uns gerichteten Sendeauftrag auffassen.

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Mir ist bewusst, dass wir in einem Fachforum sind, aber man sollte als Fachmann gewisse Begleitumstände unserer Diskussion durchaus mit einbeziehen.
Warnung: es folgt Off-Topic - lesen auf eigene Gefahr !
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Zitat
Langfristig werden auch die Amerikaner sich fragen, womit sie die Kosten für die europäischen Standorte vor den heimischen Steuerzahlern rechtfertigen können. Klar. die Nähe zu den potenziellen Krisenherden im Nahen Osten, generelle Präsenz in Europa auch als Zeichen an Russland, das sind geopolitische Faktoren, die da eine Rolle spielen. Außerdem möchte ich noch Freifläche widersprechen. Kulturell und gesellschaftlich ist das sicherlich eine Bereicherung, und nicht zuletzt sind die Garnisonen auch noch ein lokaler Wirtschaftsfaktor, auch für zivile Angestellte. Besonders die Amerikaner haben in Rheinland-Pfalz einige Standorte in ansonsten eher strukturschwachen Gebieten.


Richtig erkannt ! Zudem ist es die zentrale Lage Deutschlands - einem eng verbundenen politischen NATO-Partner - in Europa mit der in über 60 Jahren aufgebauten Infrastruktur die nun mal eben vorhanden ist:
3 Airforce Stützpunkte, besonders Ramstein
Landstuhl Regional Medical Center als größtes Militärkrankenhaus außerhalb der USA
(Wohin kommen die ganzen Verwundeten wenn eine Behandlung im Feld-Lazarett nicht möglich ist ? )
USFE Headquarters in Mannheim, bald wohl Wiesbaden
AAFES HQ....
Jeder US-Soldat der europäischen Boden betritt landet erst in Ramstein und bekommt vor Ort weitere Anweisungen seines Verbleibes: England, Italien, Rumänien, Türkei......
Das Herz von Verwaltung und Logistik der US-Forces in Europe sitzt hier in Deutschland...

Zitat
Amerikaner eine kulturelle Bereicherung? Das halte ich aber für ein Gerücht...


Aber offenkundig das kapitalistische Windows aus der Not her nutzen und mit aufgeklebten Schnurbart heimlich zu Mc Donalds vorfahren, wenn es wieder mal ab 21Uhr keine warme Küche mehr im Lokal gegenüber gibt..Sorry, aber bei so einem deutlichtst unsachlichen Kommentar folgt eine deutlichst unsachliche Reaktion! :sneg:



An den Wunschkaiser:

Wenn man keine Ahnung hat, dann....:rp:

In Städten wie Kaiserslautern weiß man sicherlich wo sich amerikanische Soldaten aufhalten und auch mal ausfälliger werden, weil sie mit "freien Alkoholkonsum" in Deutschland noch nicht so gut umgehen können. Dafür zeigt jedoch die Military Police in diversen Irish Pubs regelmäßig Präsenz und leistet somit ihren Beitrag zur Schadenseindämmung in Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei...
Wer selbst mal Dienst beim Bund geleistet hat, der weiß auch ganz genau, dass die Strafen bei solchen Delikten härter ausfallen als im Zivilleben und es zu Zivilstrafen für ein und die selbe Tat auch militärische Strafen dazu gibt.
Wenn du den Umgang mit deutschen Frauen mit Vergnügen meinst: ich denke da kann man Menschen nicht über einen Kamm scheren...als wären deutsche Männer auch Engel....

von vogelsberger - am 21.10.2010 12:22
Mann, als ginge es hier um Weiber, Alkohol oder Militärsender oder gar die Wirtschaftsstütze armer Regionen.
Nach der innenpolitischen Militärpräsenz der Alliierten zur Überwachung der aufgezwungenen Demokratie geht es inzwischen nur noch um weltpolitische Zwischenlandungen zweifelhafter Strafaktionen.
Alles Andere sind Nichts als nachgelallte Trauergesänge und uninformierte Scheingefechte - da darf zwischendurch dann schon mal die Notbremse ins Auge gefasst werden.

von Karl Kaiser - am 21.10.2010 14:02
"weltpolitische Zwischenlandungen zweifelhafter Strafaktionen" - "Nichts als nachgelallte Trauergesänge" - "da darf zwischendurch dann schon mal die Notbremse ins Auge gefasst werden"

Lassen Majestät Ihre Texte vom Hofnarren verfassen?


von hegi_ms - am 21.10.2010 19:20
Hauptsache, die Schreibtischtäter mit Ärmelschonern und Feierabendwecker gehen dabei schön auf die Palme. Etwas Bewegung und Aufklärung tut gut.

von Karl Kaiser - am 21.10.2010 19:32
Wikipedia: "Ein Schreibtischtäter ist jemand, der staatliche Machtstrukturen ausnutzt, um eine Straftat durch eine andere Person begehen zu lassen. Es handelt sich nicht nur um einen juristischen Begriff, sondern auch um ein Konzept der Politischen Theorie.
Der Ausdruck wird vor allem im Zusammenhang mit den am Schreibtisch geplanten Massenmorden in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus verwendet. Als Beispiele für Schreibtischtäter werden häufig Adolf Eichmann und Heinrich Müller, in Frankreich Maurice Papon genannt. Auch die Verantwortlichen für die Schießbefehle in der DDR gehören zu dieser Tätergruppe."

Karl Kraus: "Es reicht nicht, keine eigenen Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken."

von hegi_ms - am 21.10.2010 19:42
[OT] Um es einmal derbe politisch inkorrekt aber passen zur derzeitigen Diskussion im Land zu formulieren: So wie der Ami oder Engländer in Zivil würde man sich gerne auch alle anderen Ausländergruppen wünschen ;-) . Oder die damals zugewanderten Polen, oder ... , oder ... . So und jetzt wachen wir auf, es ist der 21.10.2010 ca. 22:00 h

von Thomas (Metal) - am 21.10.2010 20:02
Mal ganz sachlich: Was macht man diesen durchaus sehr reichweitenstarken Frequenzen? Das D-Radio dürfte endlich seine Versorgung auftragsgerecht verbessern, ich hoffe es zumindest. Aber es sind völlig ungelegte Eier. Vielleicht, eigentlich schon, aber das hätte heute ja auch schon so sein sollen, wurde bis dahin tatsächlich das Rundfunkübertragungssystem doch noch gewechselt.
[OT] Es sei mir bitte nochmal gestattet: So wenn es ein Forumsteufelchen gibt, an welcher Stelle rangiere ich dann damit ;-) , ich wurde so gesehen damit halb angesprochen . Ehrliche Antworten (und vielleicht auch warum das so gesehen wird) erbeten an die e-Mail-Adresse im Profil, der Rest braucht damit ja nicht belatzt zu werden :D

von Thomas (Metal) - am 21.10.2010 20:16
Zitat

BFBS-Frequenzumverteiler vor!


Ja gerne :hot: Bielefeld 103,0 an den DLF. Passt zu 102,7-102,8-103,5

Aber spätestens 2020 bin ich dann weg aus Deutschland...so ganz ohne Radioalternative.

von Japhi - am 21.10.2010 20:33
@ Thomas (Metal)
Nochmal OT: Wenn ich hier lese: "aufgezwungene Demokratie" und "wie der Ami oder Engländer in Zivil würde man sich gerne auch alle (!!!) anderen Ausländergruppen wünschen" , darf wohl Kritik erlaubt sein. Ich frage mich, wie weit dieses Land schon wieder gekommen ist.

Hierzu noch ein Zitat vom Schreibtischtäter:

"Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
verpestet alles schon Errungene,
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
das letzte wär' das Höchsterrungene.
...
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
der täglich sie erobern muß!"

Goethe, Faust II


von hegi_ms - am 21.10.2010 21:01
@ hegi_ms:
Da ist zunächst Jassi zu respektieren, wir sollten da sehr gerne im OT-Forum weitermachen.

von Thomas (Metal) - am 21.10.2010 21:12
Es gibt jetzt einen offiziellen Zeitplan:

www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/136406/regular_army_basing_plan.pdf

Allerdings sagen die Pressemeldungen teilweise etwas anderes. Demnach gäbe es in Paderborn/Sennelager bis 2019 eine britische Präsenz, in Gütersloh bis 2016, anderswo bis 2015.

Catperson

von catperson - am 05.03.2013 17:32
...oder doch nicht?

General Lord Dannatt im Telegraph: Armed Forces: Britain needs another brigade

Bevor sich die BFBS-Fans zu sehr freuen: Es ist ein Kommentar eines (pensionierten) Generals, der im Nachsatz erwähnt, man könnte ja die zusätzliche Brigade die er sich wünscht in Deutschland stationieren.

Die meisten Kommentare darauf sind wenig schmeichelhaft. Außerdem ist das Königreich für größere Kriegsspiele schlicht und ergreifend zu pleite. Erschwerend kommt dazu, daß die Londoner Banker von ihren russischen Kunden ziemlich gut leben...

Catperson

von catperson - am 24.03.2014 12:04
ich habe heute morgen auf BBC Radio 4 aehnliches gehoert. Konkret sprach man von 3.000 Mann, und brachte die Sache mit den aktuellen Entwicklungen in Russland zusammen.

von 102.1 - am 24.03.2014 12:21
Zitat
102.2
Konkret sprach man von 3.000 Mann, und brachte die Sache mit den aktuellen Entwicklungen in Russland zusammen.


Aha, da werden die Russen sich aber fürchten. :rolleyes:

von zerobase now - am 24.03.2014 13:01
Zitat
zerobase now
Zitat
102.2
Konkret sprach man von 3.000 Mann, und brachte die Sache mit den aktuellen Entwicklungen in Russland zusammen.


Aha, da werden die Russen sich aber fürchten. :rolleyes:


Es geht darum, die Zusammenarbeit zwischen NATO Staaten zu zeigen.

von 102.1 - am 24.03.2014 13:11
Wer zuletzt lacht... nicht dass ab 2020 das ehemalige Sendernetz von BFBS durch Radio Wolga übernommen wird. ;-)

von Bolivar diGriz - am 24.03.2014 13:33
Da werden sich einige wundern, die Putin heute noch als eine Art linken Volkshelden sehen. Nach dem Motto: USA & EU sind böse Imperialisten, und Russland zeigt denen jetzt mal, wo der Hammer hängt.

Nee, da müssen wir schon unseren eigenen Plan entwickeln. So lange allerdings noch Deppen von einer "aufgezwungenen Demokratie" schwafeln, so lange kann man froh sein, dass die Siegermächte noch militärisch in Deutschland präsent sind.

Auch wenn BFBS längst nicht mehr das ist, was es mal war.

von Alqaszar - am 24.03.2014 15:16
Zitat
Alqaszar
so lange kann man froh sein, dass die Siegermächte noch militärisch in Deutschland präsent sind.

Auch wenn BFBS längst nicht mehr das ist, was es mal war.


Fuer mich ist BFBS u. AFN eher zweitranging, zumindest in dieser Sache. Wichtig ist die NATO und deren Zusammenarbeit der NATO Staaten untereinander, um Leuten wie Putin unmissverstaendliche Botschaften beizubringen.

von 102.1 - am 24.03.2014 15:33
Putin ist weder links, noch ein Volksheld. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Amis und Briten im Recht sind. Im Moment spielen die da ganz schön mit dem Feuer und das kann für uns böse enden.

von Bolivar diGriz - am 24.03.2014 16:44
Zitat
Exidor
Putin ist weder links, noch ein Volksheld. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Amis und Briten im Recht sind. Im Moment spielen die da ganz schön mit dem Feuer und das kann für uns böse enden.


Ist das vielleicht in Ordnung militaerisch ein Land zu ueberfallen, zu besetzen, und danach eine fragwuerdige Abstimmung zu veranstalten? Stell Dir vor, jemand macht das mit Deutschland?

Voelkerrechtlich ist das was hier passiert ist mehr als fraglich, konkret Unrecht.

Fuer mich klingt das was da auf der Krim geschehen ist, eher nach dem Anschluss von Oeterreich zur NS Zeit.

von 102.1 - am 24.03.2014 17:48
Nein, das ist nicht in Ordnung. Aber was hat das mit der Krim zu tun? Und noch wichtiger: Was hat das mit dem Thema hier zu tun?

von Bolivar diGriz - am 24.03.2014 17:55
Zitat
Exidor
Was hat das mit dem Thema hier zu tun?


Im Grunde wenig bis nichts.

Die Thematik beschaeftigt sich mit BFBS und dem geplanten Truppenabzug in Deutschland, im Lichte der Gebaerden von Putin-Russland u. deren Aktivitaeten auf der Krim.

von 102.1 - am 24.03.2014 18:42
@Alquaszar:

Das Thema auch als Roman:

General Sir John Hackett, Der Dritte Weltkrieg - Hauptschauplatz Deutschland, München 1978

Hackett war ab 1963 Oberbefehlshaber der Rheinarmee.

von hegi_ms - am 25.03.2014 21:08
Ja, in den Achtzigern durchaus bekannt gewesen.

Auch: "When the wind blows" (mit Roger-Waters-Soundtrack: https://www.youtube.com/watch?v=91UBcIj7JWs). Dieser Animationsfilm wurde auch viel beachtet, es gibt auch eine deutsche Version mit Vicco von Bülow (Loriot) in der männlichen Hauptsprechrolle.

Der Klassiker: "The Day After", der angeblich sogar den damaligen US-Präsidenten und Kalter-Kriegs-Hardliner Ronald Reagan bewegt haben soll -- etwas, das man auch dem Buch General Hacketts nachsagt.

Außerdem noch "Der Dritte Weltkrieg" als TV-Produktion des ZDF, welche aber erst nach dem Ende des Kalten Krieges gedreht wurde.

Man kann sich heute fast nicht mehr vorstellen, dass die Logik der nuklearen Abschreckung, besonders aber die Meinung, man könne auch einen nuklearen Krieg gewinnen, bis Mitte der 1980er Jahre noch politisches Allgemeingut waren. Der Dissenz zu dieser Vorstellung kam aus der Friedensbewegung und war neben der Anti-Atomkraft-Bewegung mit eine der Grundlagen der Herausbildung der Grünen als neue Partei in der Bundesrepublik.

Die Atmosphäre der damaligen Zeit aber wurde von "Threads" meiner persönlichen Meinung nach am besten Eingefangen. Die Vermischung mit dem beginnenden Niedergang der klassischen Industrien in Sheffield hat so ja auch im Rurhgebiet stattgefunden, und die in der Szene mit der Großdemo besonders deutliche Spaltung zwischen der "klassischen" Gewerkschaftslinken und der eher neubürgerlichen, pazifistischen Linken tritt deutlich hervor.

Als in den 1980ern hier am Niederhhein aufgewachsenes Kind ist mir ein Geräusch sehr vertraut, mit dem ich praktisch aufgewachsen bin: Das Dröhnen von Düsenjägern, auch deren Anblick am Himmel, wenn sie -- oft in Zweierformationen -- flogen. Hier in der Gegend lagen die Militärflughäfen ja dicht an dicht: Elmpt, Geilenkirchen, Weeze etc; ganz zu Schweigen vom NATO-Hauptquartier in Rheindahlen.

Ich erinnere mich noch, dass wir in der Grundschule über Atombomben gesprochen haben, ich glaube, es war sogar anlässlich der üblichen Sirenenproben, die alle paar Monate Mittwochs stattfanden und bei denen auch die Signale "Luftalarm" und "ABC-Alarm" getestet wurden.

von Alqaszar - am 26.03.2014 02:05
Leider gibt es noch immer Schwachmaten, die Atombomben einsetzen wollen. So wollte im aktuellen Ukraine Konflikt Bretzelkopp Timoschenko Atombomben auf die Russen werfen und in den USA Sarah Palimpalim ebenso.
Ich bin ebenfalls am Niederrhein aufgewachsen und kann mich auch noch gut an die ständigen Tiefflieger erinnern. Positiv waren halt am Kalten Krieg BFBS, SSVC TV auf mehreren Frequenzen, und gegen Ende der 1980er sogar AFN im Radio und TV...

von Bolivar diGriz - am 26.03.2014 11:42
jezt kommt wieder das uebliche Relativieren der Dinge hinsichtl. Russen und boese und imperialistische Amerikaner.

Wuerden die USA sich militaerisch auf der Krim engagieren, haben wir in Deutschland die Linken und Berufsdemonstrierer auf der Strasse. Besetzen die Russen ein Land militaerisch, interessiert dies keinen Demonstranen und wird nur in Exil-Urainer Kreisen diskutiert.

Witzig und traurig zu gleich.

von 102.1 - am 26.03.2014 12:17
Zitat
102.2
Wuerden die USA sich militaerisch auf der Krim engagieren,


hätten wir längst den 3. Weltkrieg. :rolleyes:

von zerobase now - am 26.03.2014 15:09
Zitat
zerobase now
Zitat
102.2
Wuerden die USA sich militaerisch auf der Krim engagieren,


hätten wir längst den 3. Weltkrieg. :rolleyes:


Es ist genau diese Einstellung die ich immer wieder als unpassend kritisiere.

Mag es sein, dass es Laender gab, die under US Politik zu leiden hatten, - Deutschland war es sicher nicht.

Es ist halt schick geworden in Deutschland US kritisch zu werden, bis in links-intelektuelle Kreise.

von 102.1 - am 26.03.2014 20:04
Ich finde es erschreckend mit welcher Selbstverständlichkeit die alten Feindbilder, die seit 20 Jahren obsolet sein sollten, wieder aus dem Keller geholt werden. Und zwar von allen politischen Seiten! Und alles nur, weil die Russland-freundlichen Kleptokraten von den EU-freundlichen Kleptokraten aus Kiew vertrieben wurden. Laut unseren Medien sind "unsere" Kleptokraten natürlich lupenreine Demokraten. Laut den russischen Medien sind es natürlich alle Faschisten. So platt habe ich die Propaganda selbst aus Kalter-Krieg-Zeiten nicht in Erinnerung.

Glücklicherweise sind die US-Amerikaner zu pleite und zu kriegsmüde (und nicht lebensmüde genug), um sich auf der Krim zu "engagieren". Unglücklicherweise ist Putin schlau genug, um das auch genau zu wissen.

Die weitere Stationierung einer britischen Brigade in Deutschland ist auch nur sinnvoll, wenn man wirklich da weitermachen möchte, wo man vor knapp 25 Jahren aufgehört hat. Falls man die Russen nachhaltig beeindrucken möchte, gehörte die Brigade nach Polen oder in die baltischen Staaten. Da würde sie zwar immer noch nicht wirklich etwas ausrichten können, aber das Signal (um nicht zu sagen die Provokation) an Moskau wäre um einiges deutlicher...

Catperson

von catperson - am 26.03.2014 21:53
es sind genau diese Meinungen die ich in Deutschland stets duemmlich emfpunden habe.

Die Freiheiten die ihr heute habt, habt ihre jenen Allierten zu verdanken, die Strassenzug fuer Strassenzug Deutschland von der NS Barbarie befreiten.

Darauf folgte, dass Du oeffentlich Deine Meinung kundtun konntest, demonstrieren konntest, oder die Regierung kritisieren konntest.

In Situationen wie auf der Krim ist es meines Erachtsns verlangt eine Meinung zu beziehen.

Ein Land ueberfallsartig zu besetzen, und dann eine fadenscheinige Volksabstimmung stattfinden zu lassen, hat in einem Europa von Heute nichts, aber gar nichts zu suchen, ebenfalls nicht fuer das russische Vorgehen Mitgefuehl aufzubringen.

Wenn die Bewohner der Krim zu Russland wirklich wollten, haetten die schon vor Jahren eine Abstimmung darueber gemacht.

Nach dem Zerfall der Sovjet Union war uebrigens auch Russland ein Land, welches die Grenzen der Ukraine anerkannt hat. Heute haelt man sich offenbar nicht darann.

An Putin's Russland deren "Demokratiebefindlichkeit" und "Meinungsfreiheit" gibt es nichts, aber gar nichts zu relativieren.

Gleichsam koennen wir ja auch eine Diskussion anfangen "An der Nazi Zeit bzw. DDR Zeit war nicht alles schlecht...." Gibt auch Leute die so denken.

von 102.1 - am 26.03.2014 22:31
Du hast meine Frage nur indirekt, aber für mich eindeutig beantwortet.

Ich möchte hier nicht eine OT-Diskussion lostreten, aber ich frage einmal als dümmlicher Andersdenkender: was geschah am 11. September (!) 1973 in Chile?

von hegi_ms - am 26.03.2014 22:44
ich hielt weder was von Allende noch von Pinochet, noch sehe ich Sinnhaftigkeit fuer beide irgendein Mitleid zu haben.

wie gesagt Deutschland gehoert sicher nicht zu den Laendern die unter US Politik zu leiden haetten oder hatten.

In der DDR gabs sogar eine Briefmarke und Oesterreich scheint Allende noch einge recht gute Gefolgschaft zu haben. In Wien gibts ein Denkmal fuer ihn, und einige Leute in Wien koennen Venceremos aus dem Gedaechnis problemlos singen.

von 102.1 - am 26.03.2014 22:55
Wie zu erwarten war, hat sich das Thema einer dauerhaft verbleibenden britischen Brigade in Deutschland erledigt:

www.telegraph.co.uk/news/uknews/defence/10719005/Ukraine-crisis-Cameron-dismisses-generals-plea-to-keep-troops-in-Germany.html

Catperson

von catperson - am 27.03.2014 12:01
Zitat
102.2
jezt kommt wieder das uebliche Relativieren der Dinge hinsichtl. Russen und boese und imperialistische Amerikaner.


Was gibt es an der Drohung Atombomben einzusetzen zu relativieren oder umgekehrt, gutzuheißen? Das ist nicht in Ordnung, und jeder, egal ob Russe oder Amerikaner, der eine Atombombe einsetzen will, gehört in die Klappsmühle.

von Bolivar diGriz - am 27.03.2014 13:37
Zitat
102.2
Die Freiheiten die ihr heute habt, habt ihre jenen Allierten zu verdanken, die Strassenzug fuer Strassenzug Deutschland von der NS Barbarie befreiten.

Stimmt. Wir wurden nach dem Krieg unbestritten nicht nur fair, sondern ausgesprochen gut behandelt. Aber genauso wenig, wie man die Deutschen nur an den Verbrechen der Nazizeit messen darf, kann man die Amerikaner nicht nur nach den Rosinenbombern und der klasse Musik auf AFN beurteilen.

Zitat
102.2
Ein Land ueberfallsartig zu besetzen, und dann eine fadenscheinige Volksabstimmung stattfinden zu lassen, hat in einem Europa von Heute nichts, aber gar nichts zu suchen, ebenfalls nicht fuer das russische Vorgehen Mitgefuehl aufzubringen.


Da stimme ich dir zu, aber was hat das mit der Krim zu tun? Die Krim wurde nicht besetzt und danach von den Russen eine Volksabstimmung durchgeführt. Die Regierung in Kiew wurde durch eine (unbestritten) vom Westen finanzierten und unterstützten Revolution gestürzt. Dummerweise hat die neue Regierung nicht erst einmal Neuwahlen eingeleitet, sondern ihre Macht missbraucht, um Russisch als Amtssprache zu verbieten und offenen Terrorismus gehen russisch sprechende Menschen auszuüben. Daraufhin wurde auch die Lokalregierung auf der Krim abgesetzt, was genauso demokratisch oder undemokratisch war wie der Putsch in Kiew. Das Referendum war das einzige halbwegs demokratische Ereignis in der Ukraine in den letzten Monaten. Und ja, man kann hundertmal dort wählen lassen und die Wahl beobachten lassen: Eine absolute Mehrheit würde für den Anschluss an Russland stimmen. Dass Putin diese Gelegenheit beim Schopfe greift, ist zumindest aus seiner Sicht verständlich, wenn auch politisch Elefant im Porzellanladen. Wenn es wirklich um Völkerrecht, also um das Interesse der Menschen auf der Krim gehen würde, wäre es aber in Ordnung. Gerade die Amerikaner sind ja sonst auch nicht so zimperlich, wenn es um Völkerrecht geht. Ich denke da nur an Korea, Vietnam, Grenada, Panama, Chile, Irak. Bei Afghanistan habe ich Bauchschmerzen, in Anbetracht der katastrophalen Menschenrechtslage damals dort würde ich da noch ein Auge zudrücken. Auch die EU hat sich in Sachen Jugaslawien, insbesondere Kosovo, nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch dort hat man auf das Völkerrecht geschissen.

Zitat
102.2
Wenn die Bewohner der Krim zu Russland wirklich wollten, haetten die schon vor Jahren eine Abstimmung darueber gemacht.

Man hat es versucht, die Ukraine hatte es zunächst nicht geschafft, Kontrolle über die Krim zu erlangen. Es gab erheblichen politischen Druck gegen ein Referendum. Als Kompromiss wurde die Krim 1992 zu Autonomen Republik gemacht, mit zahlreichen Hoheitsrechten. Die Krim war also nach dem Zerfall der UdSSR zwar Teil der Ukraine, aber mit vielen eigenen Rechten. Diese wurden jetzt von der (nicht gewählten!) Zentralregierung in Kiew mit Füßen getreten.

Zitat
102.2
An Putin's Russland deren "Demokratiebefindlichkeit" und "Meinungsfreiheit" gibt es nichts, aber gar nichts zu relativieren.


Das stimmt. Wer in Russland versucht, einen Teil des Landes von Russland abzulösen, muss mit sehr hohen Strafen rechnen. Die Presse und das Fernsehen werden stark manipuliert, unliebsame Fernsehsender werden abgeschaltet. Genau wie in der Ukraine. Oder wie wir im Fall des Iranischen Fernsehens erlebt haben: Genau wie in der EU.

von Bolivar diGriz - am 27.03.2014 13:59
"Wer in Russland versucht, einen Teil des Landes von Russland abzulösen, muss mit sehr hohen Strafen rechnen"

Nicht nur dort - der Sezessionskrieg in den USA (1861-1865) forderte über 500.000 Tote. Etwa zur gleichen Zeit annektierte Preußen gewaltsam Schleswig-Holstein und das Königreich Hannover.

von hegi_ms - am 28.03.2014 14:48
Mit Coverdatum 14. Dezember 2017 erschien nach 47 Jahren die 1950. und letzte Ausgabe des Sixth Sense, der Wochenzeitung für die britischen Streitkräfte in Deutschland. Für uns Zivilisten war das die Informationsquelle für alles über BFBS, insbesondere das BFBS-Fernsehprogramm als es nur ein Kanal war, der aus dem Königreich eingeflogene 2-Zoll-Videobänder in einem umgebauten Wohnwagen abspielte.

Das "40-Page Souvenir Pull-Out" kann man auch online betrachten: www.sixth-sense.de/the-special-edition Da gibt es auch einen nicht besonders erleuchtenden Artikel über BFBS.

Catperson

von catperson - am 09.01.2018 20:07
Mein erster Gedanke beim Threadtitel war: Abschaltung der 103,0 für 2020 steht fest. Zum Glück ist das bisher nicht so...

von Japhi - am 09.01.2018 20:49
Es gibt Pläne, den vollständigen Abzug zu überdenken - Ayrshire Bks in MG und "a base at Sennelager" sollen bleiben

https://www.forces.net/news/defence-daily-withdrawal-troops-germany-could-be-halted-and-when-not-if-major-uk-cyber-attack

http://www.telegraph.co.uk/news/2018/01/22/britain-may-reverse-decision-pull-germany-need-react-russian/

mal sehen, was daraus wird - und ob die 103,0 dann im jetzigen Umfang weiterlebt

von T. M. - am 23.01.2018 07:48
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