Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
1545
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Skeletor, Seltener Besucher, Peter Schwarz, Marcus., Bolivar diGriz, zerobase now, Japhi, Wellenjaeger, Alqaszar, Schwabinger, ... und 116 weitere

UKW Frequenzvergabe NRW (dein.fm: Voraussichtliche technische Details)

Startbeitrag von Wiesbadener am 29.10.2010 10:11

Im Radiohörer-Forum wird ja schon drüber diskutiert, hier nun die voraussichtlichen technischen Details des neuen NRW-Jugendradios dein.fm (Start Anfang 2011):

dein.fm - das junge radio fürs rheinland
Veranstalter: RGDP Rheinische Gesellschaft für digitale Produktion mbH & Co. KG/Du Mont
UKW-Frequenzen: Köln 89,9 MHz, Krefeld 90,5 MHz, Düsseldorf/Hilden 92,6 MHz
Kabel: Netz Unitymedia
Internet: www.deinfmkoeln.de
Mantelprogramm: radio NRW, Oberhausen

dein.fm - das junge radio fürs ruhrgebiet
Veranstalter: MPG Medien Produktion GmbH & Co. KG/Westfunk
UKW-Frequenzen: Mülheim 93,7 MHz, Essen 88,3 MHz, Bochum 89,3 MHz, Hagen 89,4 MHz, Dorsten 97,0 MHz
Kabel: Netz Unitymedia
Internet: www.deinfmruhrgebiet.de
Mantelprogramm: radio NRW, Oberhausen

Die 50 interessantesten Antworten:

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

Zitat
Sebastian Dohrmann
Ja, an sowas hatte ich auch gedacht. Tatsächlich gäbe es dann in Bonn eine Versorgungslücke, wenn die 107.6 von AFN wegfällt. Genau auf die hatte ich nämlich spekuliert. Mir wäre aber auch keine weitere (freie) Frequenz in Bonn bekannt, welche man verwenden könnte. Es sei denn, dass Radio Bonn/Rhein-Sieg eine seiner Frequenzen dafür abgibt. Ich denke hier vor allem an die 91,2 Siegburg, die 104,2 Bornheim und die 99,9 Königswinter-Ölberg. Alle drei Frequenzen wurden zugewiesen und in Betrieb genommen, als RBRS noch über die 98,9 mit 100 Watt sendete. Mit dem Frequenzwechsel und der Leistungserhöhung auf der 97,8 sollten diese Frequenzen überdacht werden.

Die 91,2 Siegburg wäre hier die überflüssigste, zumal mit der Verlagerung der 94,2 nach Lohmar Siegburg jetzt dreifach versorgt ist. Die Frage wäre aber, ob die 91,2 überhaupt so gut in Bonn ankommt und ob man diese ggf. überhaupt umkoordinieren kann auf einen Bonner Standort. Probleme: 91,3 DLF, Köln, evtl. 91,1 SWR1 RP, Eifel.

Die 104,2 könnte man evtl. nach Bonn koordinieren (Heiderhof, ist nicht so hoch wie der Venusberg) und dort, wie jetzt auch, vertikal senden lassen. Dann wären die Interferenzen mit Antenne Düsseldorf minimal und Bonn und die Umgebung wären weitestgehend versorgt.

Die 99,9 ist ggf.noch wichtig für hintere Teile des Siebengebirges in Richtung Asbach und Königswinterer Höhen. Dort kommt der Venusberg schlecht oder garnicht mehr an. Ich weiß allerdings nicht wie gut diese Region durch Lohmar und Windeck abgedeckt wird.

Ist aber eh alles nur Spekulatius und Wunschdenken. Funktioniert natürlich nur unter der Voraussetzung, dass dein.fm on Air geht, denn für radio NRW könnte RBRS Frequenzen entbehren. Für einen anderen Anbieter werden die ja nichts freiwillig rausrücken.


die 94,2 kann man bei mir daheim fast vergessen! Ob wohl ich hin spucken könnte, da bekomme ich nur RDS wenn ich die antenne richtig ausrichte sonst nicht, die 97,8 geht hier viel besser ist aber auch nicht immer ideal, die 99,9 davon kommt hier fast nix mehr an, am besten geht zumindest hier Siegburg, ich vermute mal das nach Lohmar bzw Lohmar süd sehr wenig raus geht, weil man hier siegburg und bonn hat

von Rheinländer - am 13.10.2011 17:04

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

@Peter Schwarz: Ich wünschte, ich hätte auch einen solchen Optimismus! :)
Wahrscheinlich braucht man den, um angesichts der Entwicklung des terrestrischen Rundfunks in Deutschland, insbesondere in NRW, nicht zu resignieren. :D

Nun ja, ich würde auch ohne Insider-Infos zu dem gleichen Ergebnis gelangen wie "Der Chef".

Herr Dr. Brautmeier spricht also davon, dass er sich durchaus Privatfunk auf sublokaler Ebene vorstellen kann.

In der Vergangenheit haben bekanntlich eine ganze Reihe von derartigen Anbietern versucht, in NRW Fuß zu fassen. Zu nennen wären bspw. Radio 007, cityREdio, Mika FM, Central FM, Nova Radio, Test FM und noch einige andere, die ich hier nicht auflisten möchte.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Alle, die bislang Anstrengungen unternommen haben, an eine UKW-Frequenz zu gelangen, waren zu ungeschickt; schließlich ist die Medienkommission gegenüber privatwirtschaftlich betriebenem, sublokalem Rundfunk ja durchaus aufgeschlossen.

2. Vollkommen unerwarteter Weise ist es unter den Mitgliedern der Medienkommission zu einem Gesinnungswandel gekommen.

Welche von beiden Möglichkeiten trifft nun zu? - Nüchtern betrachtet würde ich sagen: Gar keine!
Die politischen Verhältnisse sind heute in etwa die gleichen, wie in den achtziger Jahren, als das gegenwärtige Lokalfunksystem geplant wurde. Selbst der Wechsel zu Schwarz-Gelb unter Jürgen Rüttgers brachte keine substantielle Veränderung, außer dass die Mittel für den Bürgerfunk gekürzt wurden.

Die Aussage von Herrn Dr. Brautmeier zielt darauf ab, eine gewisse Liberalität vorzutäuschen; genauso wie man ja auch ein Gutachten in Auftrag gegeben hat, angeblich, um zu untersuchen, ob eine Medienkonzentration im Rundfunksektor vorliegt. Wie das Ergebnis ausfällt, kann man sich wohl denken.

Ob es weiteren Privatfunk neben den Zeitungsradios geben wird, bestimmt letztlich auch nicht die Medienkommission, sondern die Politik. Dass dort Lobbyinteressen eine ganz entscheidende Rolle spielen, weiß inzwischen jeder: Die Zeitungsverlage, Bertelsmann, RTL und der WDR sind zusammen so mächtig, dass die sich ihre Einnahmen aus dem Lokalfunk durch Konkurrenzanbieter nicht vermiesen lassen werden.

Natürlich hat es in NRW bereits privaten Rundfunk gegeben, allerdings dort, wo von vornherein feststand, dass dieser dem Lokalfunk nicht gefährlich wird: Auf der Mittelwelle.
Truckradio konnte sich bekanntlich nicht lange halten.
Selbst beim DAB-Landesmux hat man bereits gegenüber Nova Radio gemauert, während der Radio-NRW-Ableger Power Radio dort problemlos einen Programmplatz belegen konnte.
Bei Evosonic Radio ist man seitens des WDR sogar so weit gegangen, dass man erfolgreich Einspruch gegen die Nutzung der Tonunterträgerfrequenz des Fernsehsenders Phoenix eingelegt hat.
Truckradio und Evosonic Radio waren beides sehr ambitionierte Projekte, die aufgrund einer monopolistisch orientierten Medienpolitik gescheitert sind: Hätten beide die Möglichkeit gehabt, Stützfrequenzen zu nutzen, würden sie sehr wahrscheinlich heute noch existieren und Sunshine Live wäre in Evosonic eine mächtige Konkurrenz erwachsen.

Dass jetzt plötzlich ein Wandel eingetreten sein soll, halte ich für höchst unwahrscheinlich.
Vielleicht besteht noch eine kleine Hoffnung für private Anbieter in Bezug auf den künftigen DAB+-Landesmux, allerdings habe ich selbst da keine unerheblichen Zweifel.

von Internetradiofan - am 16.10.2011 19:34

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

Zitat
Seltener Besucher
Noch vor einigen Monaten ward Ihr Euch sicher, dass Radio NRW den Zuschlag bekommt. Wenn es nach den Plänen von Radio NRW ginge, wären dein.fm bereits seit 1. September 2011 auf UKW auf Sendung. Es weiß heute noch keiner was kommt und alle Äußerungen sind nur Hirngespinste. Noch nicht einmal Radio NRW ist von der Vergabe an einen Anbieter allein ausgegangen. Es sollten bis zu 8 dein.fm-Regionalprogramme entstehen. Das Rahmenprogramm käme aus Oberhausen. Ich höre nichts über dein.fm, ich empfange nichts und ich glaube auch nicht, dass etwas schnell passiert.

Sagen wir so: Ich hoffe diesmal sogar, dass ich mit meinen Befürchtungen daneben liege. ;)

Im Grunde genommen gibt es ja bereits ein Jugendradio der Zeitungsverlage, das einfach nur zu einer landesweiten Kette umgebaut werden müsste: http://www.yourzzfm.de - die Ähnlichkeit im Namen ist sicher nicht zufällig.

Entscheidend ist jedoch nicht, wie der künftige Sender heißen wird, sondern dass die Verleger nicht auch daran beteiligt sind, nachdem sie bereits beim Lokalfunk absahnen.

Zitat
Seltener Besucher
Manchmal lese ich hier eine gewisse Blauäugigkeit heraus. Die Lizenz zu erhalten ist eine Sache, daraus eine Gelddruckmaschine zu machen ist eine andere. Ein neuer Sender wird schwer haben in NRW. Er kann zwar Werbung machen im öffentlichen Raum, die Presse, große regionale Nachrichtenportale bleiben dem neuen Sender verschlossen.

Das hängt davon ab, wer den Sender betreiben wird: Bei einer Teilhaberschaft der WAZ-Gruppe sind mehrere Zeitungsartikel gewiss. Ohne eine Verlegerbeteiligung wird man das Projekt jedoch sicher totschweigen.

In NRW sind die Erfolgsaussichten für einen zweiten Sender jedoch auf jeden Fall optimal, da es dort besonders wenig Konkurrenz gibt.
Selbst KickFM konnte eine große Fangemeinde finden.

Zitat
Seltener Besucher
Habt Ihr schon darüber nachgedacht, dass der neue Programmveranstalter aufgekauft werden könnte? Wenn ein zu kleines Unternehmen den Zuschlag bekommt, dann wird der Besitzer irgendwann man schwach werden und geht auf das Angebot ein.

Selbstverständlich besteht diese Gefahr. Deshalb hoffe ich, dass die beteiligten Akteure standhaft bleiben.
Hinter dem Programm müsste jemand stehen wie Peter Bertelshofer in München: Radio 2DAY wäre sicher aufgekauft worden, wenn ersterer nicht eine gewisse Prinzipientreue an den Tag legen würde. Heute ist 2DAY der einzige Privatsender im Großraum München, der ein Programm macht, das sich vom langweiligen, auf den musikalischen Mainstream getrimmten Rest abhebt.

von Internetradiofan - am 17.10.2011 06:55

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

Falsch, Seltener Besucher.
Ein neuer Sender (bzw. richtigerweiseein neues Programm!) würde es in NRW leichter haben als in allen anderen Bundesländern. In den Berliner Markt drängen noch neue Anbieter, was ja fast Selbstmord ist bei der dortigen Vielfalt. In NRW gibt es bislang keinen Privatfunk, sondern nur Lokalfunk, 6x WDR, 2x DR und ein paar Campusfunzeln. Lediglich ein paar einstrahlende Programme an den Landesgrenzen spielen noch hier und da eine Rolle.

Man kann auch ohne Mithilfe der lokalen Presse ein erfolgreiches Hörfunkprogramm machen, das haben diverse Anbieter an unterschiedlichen Standorten im In- und Ausland schon bewiesen. Im Gegenteil: Dies ist sogar ausdrücklich zu befürworten, da so endlich einmal eine echte Konkurrenz entsteht und damit auch Meinungsvielfalt. Gegen das derzeitige Modell in NRW müsste eigentlich in Brüssel geklagt werden, da es Monopole stützt, Meinungsvielfalt verhindert und nicht zugangsoffen ist. So war es zumindest bis vor ein paar Jahren richtig und so sieht es auf den ersten Blick auch heute noch aus.
Allerdings hat man genau dies in der Änderung des Landesrundfunkgesetzes geändert, zumindest formal. Das war natürlich ein kluger (und notwendiger) Schachzug. Wenn man sich bei Behörden wie der LfM mit etwas auskennt, dann mit Recht. Das wurde also den EU-Erfordernissen entsprechend angepasst. Nur hat es bislang irgendwie keiner gemerkt oder nicht richtig interpretiert. Das Verlegerprivileg gilt bspsw. nur für den ERSTEN Lokalsender an einem Standort. Wo steht denn, dass es nicht mehrere geben kann? Gut, insgesamt müsste dieses Verlegerprivileg natürlich abgeschafft werden, aber bleiben wir mal auf dem Teppich. Auch ohne diese längst überfüllige Veränderung, die einer Realitätsanpassung entspräche, gibt es Mittel und Wege, in den NRW-Hörfunkmarkt zu drängen.

Gut, ein Posten sind natürlich die Betriebskosten der Sendeanlagen. Wenn da aber jetzt endlich das faktische Monopol der MB fällt, dann könnte man ein Privatradio in einem der Ballungräume (oder auch nur einer Großstadt) mit passender frequenztechnischer Versorgung ohne weiteres fast als Lizenz zum Gelddrucken bezeichnen. Vorausgesetzt, der Anbieter erweist sich als einigermassen kreativ.


von Peter Schwarz - am 17.10.2011 12:11

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

Das ist eine haarscharfe und durchaus zutreffende Analyse des Systems, die allerdings einen Schwachpunkt übersieht: Wenn Du einen zweiten Lokalsender eröffnen willst, musst Du einen Vertreter der örtlichen Zeitungsverlage in die VG mit aufnehmen (die Zusammensetzug der VGs ist durch das LMG so geregelt), was in der Praxis zu erheblichen Problemen führt, da Du damit einen Anhänger des Konkurrenzsenders mit am Tisch sitzen hast, der natürlich alles daran setzen wird, das Projekt zu torpedieren (mit Geld oder durch das Angebot einer attraktiven Stelle in einem Zeitungsverlag kann man sich bekanntlich Meinungen erkaufen!).

Auch wenn das auf den ersten Blick merkwürdig erscheint: Das LMG ist nach den letzten Änderungen ultraliberal (und genau damit eben auch juristisch nicht angreifbar!). Im Grunde genommen kann in NRW jeder eine rundfunkrechtliche Zulassung, den sog. "Rundfunkführerschein", erwerben. Der praktische Nutzen liegt jedoch fast bei Null, da bei einer Frequenzausschreibung immer an letzter Stelle das Votum der Medienkommission steht und die zu überzeugen, dürfte alles andere als leicht fallen.
Die WAZ, Bertelsmann und RTL bilden zusammen ein derart mächtiges Oligopol, dass sie meiner Einschätzung nach ohne weiteres den Ausgang von Entscheidungen des besagten Gremiums beeinflussen können.

Wie war das eigentlich nochmal in Pulheim: Wollte Domradio dort überhaupt auf der 92,0 MHz auf Sendung gehen oder musste man die Verantwortlichen des Kirchensenders nicht vielmehr dazu überreden, an der Frequenzausschreibung teilzunehmen?
Mir ist in diesem Zusammenhang inzwischen so einiges zu Gehör gekommen, worauf ich hier besser nicht näher eingehe.

Zitat
Peter Schwarz
Gegen das derzeitige Modell in NRW müsste eigentlich in Brüssel geklagt werden, da es Monopole stützt, Meinungsvielfalt verhindert und nicht zugangsoffen ist.

Genau! Inzwischen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, wie eine Veränderung des Status Quo herbeigeführt werden könnte.
Alles andere, auch Versuche, dass System quasi "auszutricksen", führen zu keinem Ergebnis.
Du brauchst einen Investor, der willens ist, das Problem gegenüber der europäischen Wettbewerbskommission geltend zu machen.
Zu allem anderen kann ich nur sagen: Forget it! Das ist verschenkte Liebesmüh.
Gegen solche Firmen, wie die oben genannten, plus dem WDR, der beim Lokalfunk bekanntlich ebenfalls mitmischt, kann man von unten kommend nichts ausrichten. Du brauchst eine Instanz, die noch einflussreicher ist, als die besagten Unternehmen, und das wäre wie gesagt entweder die europäische Kommission, der europäische Gerichtshof oder ein höchstes deutsches Gericht.

von Internetradiofan - am 17.10.2011 14:06

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

Die SPD war ursprünglich gegen jeden Privatfunk, weil man eine Verflachung der Inhalte befürchtete. Nun ja.

1984 musste dann nach dem berühmten Urteil des Bundesverfassungsgreicht, dass das Monopl der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Meiungsfreiheit einschränkt, der private Rundfunk zugelassen werden,

Panik brach aber nicht in der Parteizentrale der SPD aus, sondern in den Verlagshäuser der Zeitungen. Daraufhin investierten diese massiv ins Privatradio und bekamen dank ihrer vrozüglichen politischen Kontakte auch die Lizenzen.

DAS IST IN ALLEN BUNDESLÄNDERN SO, NICHT NUR IN NRW!

Insofern kann ich das Gejaule vom NRW-Filz nicht mehr hören. Man schaue sich die hoch gelobtrn süddeutschen Länder an, wo nur Leute bedient wurden, welche einer Partei (CDU oder CSU) nahestehen. In NRW gibt es wegen der heterogenen Zeitungslandschaft insofern eine sogar etwas pluralistische Situation. Es sind viele traditionell CDU-Nahe Unternehmen am Privatfunk beteiligt.

Dass es hier Privatfunk nur in homöopathischen Dosen gibt, repräsentatiert nicht unbedingt eine geringere Meinungsvielfalt. Die Frage, ob der WDR am Privatfunk beteiligt sein muss, ist da allerdings eine ganz andere. Aber auch das gibt es in anderen Bundesländern.

Und bevor hier wieder das Geschwätz losgeht wegen der Pressebeteiligungen der SPD: Diese wurden nach 1945 gezielt aufgebaut, nach den Erfahrungen der Weimarer Republik, in der die Presse größtenteils in den Händen der damals reaktionären Kräfte war. Diee haben dann in ihrem blinden Hass gegen die Demokratie Hilter mit an die Macht gebracht.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob diese Beteiligungen im Jahre 2011 noch sinnvoll sind. Ich meine nein. Man schimpfe mich einen Phantast, aber ich habe Vertrauen in unsere Demokratie. Natürlich sind die Menschen völlig bescheuert und schimpfen auf faule Griechen, die uns Milliarden kosten, währen den Banken Billionen in den Rachen geworfen werden,

Aber das dumme Geschwätz ist eine unangenehme Begleiterscheinung der Demokratie, die man eben ertragen muss. Genau wie den Dudelfunk und das Asi-TV. Such is life eben.

von Alqaszar - am 22.11.2011 21:59

Re: dein.fm: Voraussichtliche technische Details

@hegi_ms: An dem Projekt in Düsseldorf bin ich nicht direkt beteiligt, aber ich finde es dennoch klasse, weil ich einfach die Langeweile und Eintönigkeit bei uns im Radio satt habe und nicht immer neidisch auf andere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz, Bayern oder Berlin schauen möchte, wenn es um das Thema Vielfalt in diesem Kontext geht.

Zudem bringt es mich total auf die Palme, wenn ich sehe, dass sich am bestehenden Lokalfunk in NRW Großkonzerne wie die WAZ, Bertelsmann und RTL eine goldene Nase verdienen und kleinere Anbieter, wie bspw. die Radio Group, bisher keine Chance haben, mit einem eigenen Programm in den Markt einzusteigen.

Ein echtes, sozialistisches Rundfunksystem, in dem es ausschließlich einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sowie eine Reihe von nicht-kommerziellen Lokalradios gibt, würde ich sogar gegenüber dem, was wir gegenwärtig in NRW haben, vorziehen, nämlich ein faktisches Monopol einiger riesiger privatwirtschaftlich geführter Konzerne; ein System, bei dem zwar in begrenztem Maße Beteiligungen am Lokalfunk gestattet sind, nicht jedoch die Inbetriebnahme von Konkurrenzsendern.

Was ich mir wünsche, ist eine echte Konkurrenz mehrerer privater Programme, denn nur dadurch wird eine echte Vielfalt der Formate ermöglicht.
Aufgrund der Zufunzelung des UKW-Bandes durch das, was gegenwärtig unter dem Deckmantel des Lokalfunks daher kommt, wird es eine solche in NRW nur via DAB+ geben können, sofern diese Übertragungstechnik sich durchsetzt.
Nichtsdestotrotz stehe ich hinter dem Projekt, weil dadurch, zumindest im Großraum Düsseldorf, etwas mehr Abwechslung zur Ödnis im UKW-Band geschaffen wird.
Vielleicht, oder besser gesagt: hoffentlich, macht der Düsseldorfer Ansatz Schule, damit wir endlich im Lande wieder echten Lokalfunk erhalten, der uns bisher, wie gesagt mit Ausnahme von Radio Dortmund und Antenne AC, verwehrt geblieben ist.

Noch was zum Thema Werbung: Was ist daran eigentlich so schlimm, wenn ein Radiosender sich durch Werbung selber trägt?
Außerdem: Haben bisher kleinere, lediglich auf lokaler Ebene tätige Unternehmen und Dienstleistungen die Möglichkeit, im NRW-Lokalfunk zu werben? - Theoretisch ja, praktisch nein, denn die Werbepreise bei Radio NRW sind so dermaßen hoch, dass sie erst für größere, nicht jedoch für mittelständische Unternehmen erschwinglich sind.
Ein unabhängiger, privater Hörfunkanbieter auf lokaler Ebene kann die Preise für die Ausstrahlung von Werbespots so weit senken, dass auch kleinere Firmen die Möglichkeit erhalten, mittels Rundfunkwerbung ihre Produkte und Dienstleistungen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Was daran schlecht sein soll, vermag ich nicht zu erkennen? :confused:

von Rheinschwimmer - am 25.11.2011 22:41
Ich weise an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass die Kette, zu der alle genannten Frequenzen gehören, eigentlich zusammen ausgeschrieben werden sollen. Die Historie ist bekannt, es gibt das berühmte Gutachten, welches darlegt, dass die Ex-DLR-Frequenzen sich nur in den wenigsten Fällen als Lückenfüller eignen; außerdem auch nicht gut als Frequenzen für Lokalsender und daher als neue Kette ausgeschrieben werden sollen.

Für diese Kette hat sich früh Radio NRW mit dem Programm von Dein FM positioniert.

Nun ist es aber so, dass der Lokalfunk laut Gesetz Vorrang hat. Er ist dabei aber auf das Drei-Säulen-Modell angewiesen. Gibt es eine zweite BG und eine zweite VG, so muss dieser vorrangig eine Frequenz zugewiesen werden. Selbst das domradio hat dan keinerlei Chance.

Insofern war die Strategie über die Gründung einer neuen BG erfolgversprechend. Auch das Timing ist sehr gut, denn bisher gibt es ja kein Verfahren für die "Rumpfkette", nicht einmal für die Sendernetzbetreiber.

Liegt also eine Bewerbung eines BG/VG-Lokalsenders vor, so muss dieser bei der Frequenzvergane vorrangig berücksichtigt werden.

Und hier kommt es dann zum Schwur: Die 93,7 ist in Mülheim koordiniert, die 92,6 in Hilden. Beide könnten evt. nach Düsseldorf verlegt werden, aber wenn man unterstellt, die LfM wolle absolut keinen zweiten Lokalsender für Düssedlorf, dann wird diese Umkoordinierung nicht erfolgen. Dann könnte als Abwehrmaßnahme die 92,6 als Füllsender für Radio Neandertal herhalten, der ja auch das Lokalsenderprivilieg hat. Die 93,7 kann man dem zweiten Düsseldorfer Lokalsender aber recht einfach vorenthalten: Diese Frequenz ist ja in Mülheim und nicht in Düsseldorf.

Da kommt nun die 106,0 MHz ins Spiel. Diese gab es in Düsseldorf ja schon. Mal abgesehen von den technischen Unzulänglichkeiten (Störsituation 106,1 aus Bärbelkreuz) kann hier darauf verwiesen werden, dass die 106,0 inzwischen in Dortmund betrieben wird, nämlich für BFBS.

Die Argumentation, welche das 2. Lokalradio als effektiv verhindern könnte, müsste also lauten: Es gibt in Düsseldorf derzeit keine geeignete Frequenz für dieses Lokalradio. Dann aber kann in Düsseldorf aber auch niemand anderes senden, kein domradio, kein Energy und kein Dein FM.

In diesem Fall und bei dieser Argumentation würden also fleißig alle möglicherwiese in Düsseldorf zur Verfügung stehenden Frequenzen rundum genutzt und die 106,0 als unbenutzbar erklärt. Dagegen könnte man sich aber auf den Klageweg sicherlich wheren, allerdings mit ungewissen Aussichten, was Dauer und Erfolg angeht.

Der Erfolg liegt also dann vor, wenn das 2. Lokalradio eine Freuqenz hat, und wenn es auch nur die 106,0 oder am Ende die 97,1 ist, mit geringer Leistung. Denn wenn man erst einmal auf Sendung ist, kann man sich immer noch um weitere Frequenzen kümmern.

von Alqaszar - am 28.11.2011 09:36
Zitat
Wiesbadener
Für Burbach wurde ja zuvor die aufgrund von Ahrweiler freilich suboptimale 103,4 MHz koordiniert. Danach schenkte Rheinland-Pfalz NRW die 96,4, aber Radio Siegen schien ja nie ein großes Interesse zu haben diese auch zu aktivieren, daher halte ich sie für die wahrscheinlichste Frequenz für die neue Jugendwelle. Die 93,1 MHz (ex Erndtebrück) wäre im Kessel zwar auch möglich, aber sobald man etwas höher ist würde Bonn und z.Tl. noch Kreuzberg reinstören (das war in Erndtebrück auch schon so. Richtig in Siegen koordiniert ist ja noch die 91,8 MHz, man erinnere sich: Das war die erste Radio Siegen-Frequenz. Als der WDR die 91,8 MHZ aus Köln zur Hohe Warte verlagerte gab es einen Frequenztausch: Radio Siegen bekam die WDR-Frequenz 88,2 MHz, der WDR strahlte WDR 5 auf 91,8 MHz aus. Später wurde auf dem Kindelsberg die 97,6 neu für WDR 5 koordiniert, die 91,8 MHz abgeschaltet. Im Siegener Talkessdel ging die 91,8 trotz der Aufschaltung von der Hohen Warte noch ganz gut, aber in den höheren Lagen störten sich beide dann doch. In jedem Fall würde man für Siegen eine Lösung finden, evtl. könnte man gar die gesamte A45 bis zur Landesgrenze mit dem neuen Programm versorgen - Siegen 96,4 MHz; Olpe 89,0 MHz; Lüdenscheid 107,0 MHz (einst geplant für Radio EN in Eslohe) und Witten 107,2 MHz.


kleiner Hinweis;-)
die 107,0 einst geplant für Radio EN in Breckerfeld

Eslohe ist Bereich `Radio Sauerland`.Dort hat aber der Lokalfunkveranstalter schon vor Jahren einen zusätzlichen Sender aus Kostengründen abgelehnt (?)..kann mich so wage erinnern.
Es gab mal einen Bericht der LfM (ex LfR) zum Thema Frequenzmanagement vor ca 12 Jahren. ..beruhte auf das UKW Gutachten aus dem Jahre 1998/1999 :-)

Jedenfalls gute Idee zur Versorgung der A45 mit Sendern in Siegen...Olpe ....Lüdenscheid:spos:

Leider hat man es auch nie geschafft die 89,0 auf die Nordhelle zu bringen....war ja auch mal vor Jahren irgendwie im Gespräch
Es wäre aber vielleicht sinvoll,die für Attendorn Stadt koordinierte 107,8 wieder auf den Rappelsberg zu bringen mit 300 Watt (ehemalige Koordinierung).....falls es mit Radio Olpe nichts werden sollte

von Skeletor - am 28.02.2012 13:40
Zu Anfangszeiten wurde FunkhausEuropa als Anhängsel von WDR 5 ausgegeben.
Man wollte wohl nicht zugeben ,dass es sich eigentlich um WDR 6 handelt.
Ich erinnere mich an die Bezeichnung "Radio 5 Funkhaus Europa"

Wenn ich mir aber jetzt das aktuelle WDR Gesetz anschaue finde ich folgenden Wortlaut:


Der WDR veranstaltet folgende Hörfunkprogramme, die neben ihren spezifischen Schwerpunkten auch der Darstellung der Regionen dienen können:

1. ein Hörfunkprogramm, das sich mit aktuellen Nachrichten, Informationen und Musik sowie unterhaltenden Beiträgen vor allem an jüngere Menschen richtet,
2. ein Tagesbegleitprogramm mit Musik und aktuellen Informationen aus den ver-schiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens, Deutschland und der Welt,
3. ein musikgeprägtes Kulturprogramm, das sich im Schwerpunkt auf Themen der Kultur aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland und der Welt stützt und auch der kulturellen Darstellung der Regionen dient,
4. ein musikgeprägtes Programm, das eine eher ältere Zielgruppe anspricht und zielgruppenspezifische Themen aufgreift,
5. ein wortgeprägtes Hörfunkprogramm, das ein informationsbetontes Angebot insbesondere zu Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Wis-senschaft enthält,
6. ein Hörfunkprogramm, das sich vor allem Themen des interkulturellen Zusammenlebens widmet.



Und damit ist doch klar,es handelt sich um WDR 6 und damit wird man auch weitere UKW Frequenzen fordern können.
Und die Reihenfolge bei der Frequenzzuteilung in NRW sollte doch mittlerweile klar sein.
Erstmal darf der WDR seine Ansprüche geltend machen...danach das Deutschlandradio und dann kommt erst die LFM für eventuelle Ausschreibungen.

Ich glaube kaum,dass die aktuellen Pläne für eine neue UKW Kette zum jetzigen Zeitpunkt schon mit der 103,0 Bielefeld zu tun haben.Das dauert noch.

Es gibt die ex DRadio Frequenzen an Rhein und Ruhr und es gibt ein UKW Gutachten mit neuen Vorschlägen ,wie zum Beispiel eine 105,4 für Dortmund....einfach mal wieder lesen ;-)
Ich glaube eher,daraus wird das Frequenzpaket zusammengestellt und danach kommen erst freiwerdende BFBS Kapazitäten ins Spiel.

Soviel zu meiner Einschätzung :-)

von Skeletor - am 02.10.2013 05:57
Zitat
Skeletor
Wenn ich mir aber jetzt das aktuelle WDR Gesetz anschaue finde ich folgenden Wortlaut:
(...)
Und damit ist doch klar,es handelt sich um WDR 6 und damit wird man auch weitere UKW Frequenzen fordern können.
Und die Reihenfolge bei der Frequenzzuteilung in NRW sollte doch mittlerweile klar sein.
Erstmal darf der WDR seine Ansprüche geltend machen...danach das Deutschlandradio und dann kommt erst die LFM für eventuelle Ausschreibungen.


Wo steht das? Im WDR Gesetz steht nichts über die Zuweisung von Übertragungskapazitäten, denn der WDR kann sich selbst keine Frequenzen zuweisen. Diese gehören dem Land NRW und nicht dem WDR. Es bekommt diese zur Erfüllung seines Auftrags.

Ich würde in den Rundfunkstaatsvertrag schauen, wie viele Sender der WDR verbreiten darf. Da WDR FHE vor 1. April 2004 auf Sendung gegangen ist, darf es analog terrestrisch verbreitet werden. Im April 2004 ist die Anzahl der analog terrestrisch verbreiteten Programme eingefroren worden.

Zitat

§ 19 Versorgungsauftrag
Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das ZDF und das Deutschlandradio können ihrem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungswegs sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Die analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme ist unzulässig.

§ 51 Zuordnung von drahtlosen Übertragungskapazitäten
(1) Über die Anmeldung bei der für Telekommunikation zuständigen Regulierungsbehörde für bundesweite Versorgungsbedarfe an nicht leitungsgebundenen (drahtlosen) Übertragungskapazitäten entscheiden die Länder einstimmig. Für länderübergreifende Bedarfsanmeldungen gilt Satz 1 hinsichtlich der betroffenen Länder entsprechend.

(2) Über die Zuordnung von Übertragungskapazitäten für bundesweite Versorgungsbedarfe an die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das ZDF, das Deutschlandradio oder die Landesmedienanstalten entscheiden die Ministerpräsidenten der Länder durch einstimmigen Beschluss.

(3) Für die Zuordnung gelten insbesondere die folgenden Grundsätze:

1. Zur Verfügung stehende freie Übertragungskapazitäten sind den in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, dem ZDF oder dem Deutschlandradio und den Landesmedienanstalten bekannt zu machen;

2. reichen die Übertragungskapazitäten für den geltend gemachten Bedarf aus, sind diese entsprechend zuzuordnen;

3. reichen die Übertragungskapazitäten für den geltend gemachten Bedarf nicht aus, wirken die Ministerpräsidenten auf eine Verständigung zwischen den Beteiligten hin; Beteiligte sind für private Anbieter die Landesmedienanstalten;

4. kommt eine Verständigung zwischen den Beteiligten nicht zu Stande, entscheiden die Ministerpräsidenten, welche Zuordnung unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Übertragungskapazität sowie unter Berücksichtigung des Gesamtangebots die größtmögliche Vielfalt des Angebotes sichert; dabei sind insbesondere folgende Kriterien zu berücksichtigen:
a) Sicherung der Grundversorgung mit Rundfunk und Teilhabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an neuen Techniken und Programmformen,
b) Belange des privaten Rundfunks und der Anbieter von Telemedien. Die Zuordnung der Übertragungskapazität erfolgt für die Dauer von längstens 20 Jahren.


http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Rechtsgrundlagen/Gesetze_aktuell/15_RStV_01-01-2013.pdf

Da sehen ich keine Vorgabe der Reihenfolge, die zubeachten ist.

Auch beim der Frequenzvergabe NRW wird der ÖR-Rundfunk nicht unterschiedlich behandelt:
https://www.landesmediengesetz.nrw.de/sites/default/files/downloads/2013-03-15_E-Frequenzvergabe_NRW.pdf

Im Entwurf zum neuen LMG NRW wurde sogar vorgeschlagen den Satz
Zitat

„Im Übrigen werden Übertragungskapazitäten nach den folgenden Gesichtspunkten zugeordnet:
Sicherung der funktionsgerechten Erfüllung des gesetzlichen Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks,

zustreichen.

Neu im LMG-Entwurf ist der Satz
Zitat

„Im Rahmen der Zuordnung analoger Übertragungskapazitäten gilt Satz 1 als erfüllt mit der Aufrechterhaltung der zum 31. März 2013 bestehenden Versorgung.“

Dieser bezieht sich auf:
Zitat

(1) Freie terrestrische und Satelliten-Übertragungskapazitäten, die dem Land Nordrhein-Westfalen für Rundfunk und vergleichbare Telemedien zur Verfügung stehen, sind der LfM für die privaten Veranstalter von Rundfunk und vergleichbare Telemedien und den zur programmlichen Versorgung des Landes Nordrhein-Westfalen zuständigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern zuzuordnen.


Auch beim § 11 Zuordnungsverfahren laut LMG NRW wird keine Unterscheidung zw. D-Radio und WDR gemacht:
Zitat

(1) Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident gibt dem Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehende Übertragungskapazitäten den öffentlich-rechtlichen Veranstaltern und der LfM bekannt und wirkt darauf hin, dass sich die Beteiligten über eine sachgerechte Zuordnung einigen. Kommt eine Einigung zustande, ordnet die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident die Übertragungskapazität zu und unterrichtet den im Landtag zuständigen Ausschuss entsprechend.
(2) Kommt eine Einigung zwischen den Beteiligten innerhalb von drei Monaten nach der Bekanntgabe nicht zustande, entscheidet die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident nach Anhörung des im Landtag zuständigen Ausschusses. Dieser wird von der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten über den Inhalt der Entscheidung unterrichtet.
(3) Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident soll die Zuordnung einer Übertragungskapazität aufheben, wenn sie für einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten nach der Zuordnung nicht genutzt wurde. Der öffentlich-rechtliche Veranstalter, der die Nutzung innerhalb des Zeitraums nach Satz 1 unterlässt, hat dies der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten anzuzeigen. Satz 2 gilt entsprechend für die LfM, die von den privaten Veranstaltern Auskunft über die Nutzung von Übertragungskapazitäten verlangen kann.
(4) Die Zuordnung von Übertragungskapazitäten erfolgt nur auf Antrag eines öffentlich-rechtlichen Veranstalters oder der LfM. In dem Antrag ist der konkrete Bedarf für die Übertragungskapazitäten darzulegen. Auch außerhalb des Zuordnungsverfahrens koordiniert die LfM die Interessen der privaten Anbieter und wirkt unter diesen auf sachgerechte Lösungen hin.
(5) Die Landesregierung wird ermächtigt, zur besseren Nutzung zugeordneter und zur Schaffung zusätzlich nutzbarer Übertragungskapazitäten Vereinbarungen mit Regierungen anderer Länder über Verlagerungen und die Einräumung von Standortnutzungen zu schließen. Soweit bestehende Nutzungen berührt sind, ist vor Abschluss der Vereinbarung die Zustimmung des öffentlich-rechtlichen Veranstalters oder der LfM einzuholen.


Ich weiß, ich zitiere ein LMG NRW das noch nicht in Kraft getreten ist und erst noch - mit möglichen Änderungen - verabschiedet werden muß. Es zeigt aber, dass der Gesetzgeber Änderungsbedarf sieht.

Wo soll ich noch nachschauen? Irgendwelche Vorschläge

von Seltener Besucher - am 02.10.2013 19:58
Das ist zwar alles richtig, aber passt nicht in diesen Thread.

Kurze Erklärung; Nordhelle 102,7 gegen Wesel 102,8 ist eine der katastrophalen Genf-84-Koordinierungen, auch darüber gibt es bereits einen eigenen Thread. Bevor der DLD die 102,7 bekam, lief dort WDR Eins LIve, welches dann später extra auf die 104,7 wechselte, um die Störungen zu minimieren. Eine wietere Frequenz, die man in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen darf, ist die 102,9 aus Bad Marienberg. Die verursachte im Bereich Düsseldorf schon Spratzer auf der 102,8, als die 102,7 noch gar nicht eingeschaltet war.

Übrigens ist zu betonen, dass die LfM kein "überflüssiges" Bußgeld verhängt und nur Rundfunk auf einer nicht dafür zugeteilten Frequenz, die außerdem noch außerhalb des Rundfunkbandes lag, endloich unterbunden hat. Schließlich gilt gleiches Recht für alle, und warum sollten sich gewisse Leute darüber hinwegsetzen dürfen?

Die Tatsache, dass diese Ausstrahlung überhaupt existierte, spricht doch eher für die mangelnde Professionalität der Betreiber. Dass jahrelang nichts unternommen wurde, sehe ich auch als Zeichen einer relativ großen Toleranz der Behörde. Es wird ja auch nicht jeder Etherpiiraat sofort verfolgt, wenn es nicht unbedingt im öffentlichen Raum breit diskutiert wird.

Und das führt uns zurück zum Thema des Threads, nämlich die berühmte "Funzelkette" und deren Ausschreibung für ein weiteres Programm.

Dass voraussichtlich "alte Bekannte" den Zuschlag erhalten, halte ich persönlich inzwischen für die beste aller schlechten Lösungen. In der Form, in der sich erklärt ambitionierte Radiomacher öffentlich darstellen und äußern -- und damit meine ich nicht nur die Schlammschlacht um das Funkhaus Euskirchen im Paralleluniversum von radioforen.de, sondern auch persönliche Treffen und Erfahrungen mit handelnden Personen -- scheint mit die Vergabe an die "bösen Verleger" das kleinste aller Übel zu sein.

Wenigstens haben sie bewiesen, dass sie professionell arbeiten und am Markt erfolgreich sind. Vorgänge wie in der Radio-Group in Rgeinland-Pfalz mit fragwürdigen redaktionellen Beiträgen, die sich als Werbung entpuppen und gegen jedes journalistische Prinzip verstoßen, sucht man in NRW vergebens.

Ja, wir haben Pseudo-Lokalfunk, und ja, es kommen immer nur die selben Leute zum Zuge. Aber inzwischen, nachdem ich ein bisschen merh in die Szene hineingeschaut habe, wundert mich das auch nicht mehr. Inzwischen frage ich mich, ob das mit Cehtrral FM in Pulheim oder cityREdio nicht genau solche Chaoten sind, werde mich aber nicht mit einer solchen Behauptung aus dem Fenster lehnen.

Aber jede Medaille hat zwei Seiten, und hier nur auf die LfM zu schimpfen, halte ich für zu wenig. Klar würde ich mir vom Zollhof mehr wünschen, aber genau so wünsche ich mir auch mehr Professionalität und weniger Kommödiantenstadel.

von Alqaszar - am 08.11.2013 20:50
Zitat
Säbelzahnigel
in Ballungsräumen sind die Unterschiede in der Regionalität und den Lokalteilen nicht sehr unterschiedlich


Dann erzähl das den Fußballfreunden von Radio 91,2 und REL wenn Revierderby gespielt wird. Wenn der Dortmunder Radiosender über ein Spiel von Schalke begeistert berichten würde, dann bräuchten die am nächsten Tag gar nicht zur Arbeit kommen. Die Dortmunder Hörer wären weg. Wer glaubt die Lokalradios sind gleich, der hört den Lokalkolorit nicht heraus. Nehmen wir die Lippewelle mit einem feingefühl für die Hammenser und den unschlagbaren Einschaltquoten. Mit wem sollen die fusionieren?
Wattenscheid ist immer noch frustriert über die Fremdherrschaft von Frau Scholz. Das ist allerdings eins der wenigen Gebiete, wo ich mir eine Zusammenarbeit mit Herne vorstelle, wenn das Funke-Gruppe-Funkhausmodell zur Anwendung kommt. Wie wichtig das Lokalkolorit ist, sieht man am besten an den "neuen & alten" KFZ-Zeichen wie CAS, BOT, GLA, LÜN, WAN, WAT, WIT.

Zitat
Marcus.
Aber die entscheidene Frage ist, strukturiert man die Lokalradios um, legt vlt das eine oder andere zusammen, um freie Frequenzen für die zweite Kette zu erhalten?

Die Lokalradios können auf Frequenzen verzichten, diese fallen dann der LfM zu und diese kann die Frequenz erneut ausschreiben. Doch noch verdient Radio NRW damit sein Geld. Die Einnahmen fährt Radio NRW mit den Lokalradios ein und nicht mit einer Jugendwelle. Ich gehe davon aus, dass bis zu der Vergabe der BFBS-Frequenzen das System unverändert bleibt, weil die Verantwortlichen Stabilität beweisen wollen. Danach wird das System neu strukturiert. Weniger Lokalfunkhörer bedeutet auch weniger Geld im System. Es wird nur dort auf Frequenzen verzichtet, wo noch eine Leistungserhöhung die wegfallende Frequenz ergänzen kann. Das wird in wenigen Gebieten der Fall sein. Ich will auch nicht spekulieren, denn die Zeit dafür ist noch nicht reif.

Zitat
Marcus.
Alos bliebenFrequenzen vom Lokalradio, da sollte ja was möglich sein.

Mit einer Jugendwelle erreichen die Lokalradios nicht soviele Menschen. Sie können mehr Menschen ansprechen, aber nur im begrenzten Rahmen. Anscheinend verkauft ist es ein Verkaufsargument, dass Radio NRW die meisten Hörer als Privatradio in Deutschland erreicht. Das wird Radio NRW nicht aufs Spiel setzen.

von Seltener Besucher - am 15.11.2013 17:38
Zitat
Kasper Dosenaal
Wenn man mal die Organisationen durchgeht, die in NRW hohen politischen Einfluss haben, fällt auf die Katholische Kirche hat als einziges noch keinen Fuß in der Tür!


Die Kirche ist zwar nicht arm, aber was nutzt es der Kirche, wenn Sie doppelten Verbreitungsweg nutzt. Domradio strahlt keine Werbung aus, DAB wird der Kirche recht teuer sein. Wer den Sender hören will, kauft sich einen Empfänger. Noch mehr Ausgaben wenn Gemeinden zusammengelegt oder geschlossen werden sind da kaum zu vertreten. Ich glaube kaum, dass ein Anbieter zum Zug kommt, der bereits über DAB in NRW zu empfangen ist. Die einzige Ausnahme, die ich sehe, ist Klassik Radio, falls dieses Interesse hat. Daran glaube ich nicht wirklich.

Zitat
Uuh-Kah-Weh
In Hessen gibt es zusätzlich zu FHH ja noch andere Anbieter, sowie nicht-kommerzielle Radios.


Andere Anbieter klingt ganz toll, aber an Radio NRW sind alle möglichen Kandidaten aus NRW beteiligt und warum sollten Anbieter aus anderen Bundesländern zum Zug kommen? Offene Kanäle in den Städten selbst würden vielleicht noch Sinn machen. Außer ein Paar Hochburgen läuft in vielen Verbreitungsgebieten nicht mehr viel im Bürgerfunk. Das ist teilweise schade, den wenn sogar Schulprojekte in der Nacht ausgestrahlt werden, freut es die Jugendlichen, dass sie überhaupt senden dürfen. Eine Ergänzung der Meinungsvielfalt wird so verhindert. Das ist anscheinend auch gewollt, denn wenn Bürger selber über sich berichten, zahlen sie nicht für die Nachrichten hinter der Pay-Wall. Immer mehr Verleger wollen Geld für ihre Nachrichtenhäppchen auch im Web.

Es wurde doch bis jetzt mit den Frequenzen nicht anders verfahren. Erst wurden die D-Radios und der WDR gefragt, dann die LfM und dann durften die Frequenzen ausgeschrieben werden. Das führte dazu, dass es nie geschah. Immer hatte jemand einen Einwand.

Zitat
RadioNORD
Ich stelle einfach mal die These in den Raum, dass der Lokalfunk in NRW nach wie vor - trotz mancher Mängel - immer noch mehr "Content" anbietet als viele andere Privatsender in Deutschland.

Das stimmt, allerdings wird es zum Jahresende immer weniger Geld/Wort, weil das Geld schon ausgegeben wurde.

Zitat
Peter Schwarz
Das machen die doch auch nur, weil es Lizenzauflage ist. Ich habe jetzt noch keine quantitative Studie gemacht. Wenn ich aber nach spontanem Höreindruck z.B. den hiesigen Lokalsender (Antenne AC) mit einem bayerischen Lokalsender (Bayernwelle Südost) vergleiche, dann bringt letzterer mehr lokale Inhalte, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Nur mein subjektiver Eindruck, freilich...


Ja, es gibt aber auch Unterschiede zwischen den Lokalradios in NRW und Studien dazu auch. Ich kann diese gerade nicht zitieren. Die Qualität liegt häufig mit der Lage der Sender zusammen. Wenn z. B. Antenne Münster außerhalb der Stadtmitte (Zentrum Nord) angesiedelt wurde und die Lippewelle Hamm fast in der Fußgängerzone, dann wird schnell klar, welcher Sender näher an den Bürgern ist. Ein Kreissender hat immer große Anfahrtswege und somit weniger lokale Berichterstattung als ein Stadtsender bei dem die Wege auch mit dem Fahrrad erreicht werden können.

Die Unterschiede zwischen den NRW-Lokalradios sind groß und das hängt davon ab wie sind die Betriebskosten (ein oder viele Sender), Oberzentrum oder künstlichgeschaffener Kreis (Gebietsreform 1976), kleines oder großes Verbreitungsgebiet und Zugehörigkeitsgefühl der Menschen.

von Seltener Besucher - am 18.12.2013 17:47
Vielleicht wissen die andern bereits wer in NRW gerade an der Macht ist und gleichzeitig an Radio NRW und einigen Lokalradios beteiligt ist. Es müsste sich ein Radiosender bewerben, an dem kein Verleger aus NRW beteiligt ist und das wird schwer. An Radio NRW sind neben RTL Radio auch 37 Verlagsgesellschaften aus NRW beteiligt. Diese Verlagsgesellschaften und ihre Besitzer sind u.a. beteiligt an: Antenne Bayern, Antenne Niedersachsen, big FM, FFH, ffn, Hit-Radio Antenne 1, Hitradio RTL Sachsen, Radio Brocken, Radio Hamburg, Rock Antenne, RPR 1, RTL Radio, 89.0 RTL , 91!4 Berliner Rundfunk. Das sind nur die, die in 5 Minuten herauszufinden waren, die Liste dürfte viel länger sein. Ansonsten werden die Wettbewerber aufgekauft. Ich glaube nicht, dass Radio Impala oder Radio Horeb den Zuschlag bekommen. Wer bleibt dann noch übrig? Rein rechtlich kann Radio NRW Erfahrung im Radiomarkt nachweisen, besitzt aber keine einzige UKW-Frequenz und ist auch nicht über Kabel, Satellit, Internet oder wie auch immer zu empfangen. Das hinzubekommen ist ein Kunststück.

Zitat
Peter Schwarz
@Detektor: Denen muss der Briefkasten platzen vor lauter Anträgen! Die müssen sich im Zollhof bis in die Putzkammer stapeln, damit sie merken: Oha! Da gibt es Leute, die bei uns Radio machen wollen.

In den Zollhof passen schon einige Container an Papier rein, da müsste sich die ganze Welt bewerben, damit das einen Eindruck macht.
Zitat
Peter Schwarz
Auch wenn die Funzeln suboptimal sind und ich wie gesagt auf einen zusätzlichen DAB-Platz drängen würde, es ist der berühmte Fuß in der Tür.

Die wollen doch nicht diese Funzeln haben, die setzen auf zusätzliche BFBS-Frequenzen. Vor Dezember 2014/Januar 2015 wird kein Sender auf Sendung gehen. Es sind keine Antennen auf den Sendemasten. Die Werbeetats für 2015 müssen mitgenommen werden.

Wenn die Bewerbungsfrist für die UKW-Ausschreibung abgelaufen ist, schreibt die LfM DAB aus. Es war für alle taktisch klug sich aus DAB in NRW zurückzuhalten. UKW und DAB werde wohl kaum an den gleichen Bewerber vergeben. Das DAB-Pilotprojekt ist zeitlich begrenzt gewesen. Der Rundfunkbeitrag sorgt für gute Einnahmen bei den ÖR-Sendern und der LfM NRW. Der WDR wird die Wettbewerber aus seinem MUX rauskicken wollen. Einen zweiten Multiplex mit dieser Reichweite baut so schnell keiner nach. Alle wollen nur in die Ballungsräume und nicht in OWL oder die „Höhenlagen“.

von Seltener Besucher - am 15.02.2014 01:59
Bisher, Peter Schwarz, ist das alles Kaffeesatzleserei. Aber nehmen wir mal an, jemand mit einem, besonders guten Draht nach Düsseldorf bekommt die Funzelkette. Diese Möglichkeit kann ja nicht völlig ausgeschlossen werden.

Nehmen wir auch an, der WDR ist an mehr regionalen/lokalen Nachrichten im Ruhrpott interessiert. Auch das liegt im Bereich des Möglichen, denn immerhin leistet sich der WDR im TV drei Regionalstudios, wo er beim Hörfunk mit einem auskommen muss.

Wie wir wissen, ist die Funzelkelle genau das: Zusaammengesetzt aus vielen Zischelfrequenzen, aus denen auch noch fette Stücke herausgeschnitten wirden (siehe Kreis Heinsberg).

Das Interesse an dieser Funzelkette ist riesig, selbstverständlich.

Nun fangen wir an zu kombinieren: Oberhausen bekommt die Frequenzen für "dein.fm". Die NRW-Welt ist weiterhin in Ordnung, aber so richtig Spaß haben sie dort nicht mit den Funzeln. Gut ist, dass keine dritte Partei die Frequenzen bekommen hat. Schlecht ist, dass die Frequenzen dennoch so mies sind.

Also fragt man, wie es sich für den NRW-Filz gehört, abends beim Bier mal jemanden, der sich damit "auskennt". Na ja, sagt der vom WDR, er könne sich eine 93,7 in Langenberg vorstellen, aber nur, wenn der WDR dafür einen ausgleich bekommt. Der vom WDR ist sehr wichtig, denn er kann wegen der 93,5 Nordhelle bzw. 93,9 Stolberg auf jeden Fall eine 93,7 in Langenberg verhindern.

Der aus Oberhausen will weder, dass den Neandertalern die 97,6 weggenommen wird, noch das den Bergischen die 105,2 flöten geht. Beides sind Filetstücke bei den NRW-Lokalfrequenzen. Er will aber eine Frequenz in Langenberg, die 10 Millionen Einwohner mit gutem Signal versorgt und zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach auch im Autoradio geht, möglichst ohne Unterbechungen. Daher gibt er die Funzeln schnell her.

Nach dem dritten Bier einigt man sich auf folgenden Tausch: dein.fm bekommt die 93,7 in Langenberg, muss dafür die Funzeln im Pott abgeben. Der WDR wiedereröffnet sein Essener WDR 2- Regionalstudio und bedient sich aus der Funzelkette.

Vorteil: Alle roten und schwarzen Filzstifte sind glücklich und zufrieden.Die paar restlichen Frequenzen tun niemanden weh und können an bisher leer ausgegangene, harmlose Bewerber für die Funzelkette verteilt werden, nach einer Neuausschreibung natürlich.

Jetzt frage ich: Wie unwahrscheinlich ist ein solches Szenario?

von Alqaszar - am 13.04.2014 14:37
Zitat
Manfred Z
Warum sollte der WDR private Konkurrenten auf seine Sendemasten lassen?
Und warum sollte ein zukünftiger Netzbetreiber das wollen?
Es gibt doch genügend Türme und Masten der DFMG.

Sehe ich genau so und seit Jahren wird immer gesagt, der WDR läßt uns nicht auf seine Türme drauf. Wenn der WDR Marktpreise verlangen würde, wäre es auch nicht billiger für den neuen Netzbetreiber ausgerechnet einen WDR-Turn zu nutzen. Die Bevölkerungsdiche im und um Langenberg ist doch gering. Da macht es mehr Sinn in die Städte zu gehen, um dort gute Versorgung zu gewährleisten.

Ich versteh auch nicht die Verwunderung einiger Schreiber über die Anzahl der Frequenzen.
11 ehemalige D-Radio-Frequenzen wurden ausgeschrieben.
18 weitere Frequenzen bedeutet: BFBS 1 + BFBS 2 + Welle West + rest von ehemaligen D-Radio-Frequenzen + 2 unbekannte Karteileichen, nehmen wir man an 105,4 MHz Dortmund und 107,0 Breckerfeld ist auch noch eine Koordinationsleiche. Gab es nicht mal in Bonn Bad Godesberg 107,6 MHz?

Radio Neandertal gehört doch mehreren Zeitungen an, die müssen sich alle erst einig werden.
Wenn es im Interesse von Radio Neandertal wäre, dann hätte der Sender längst die Frequenzen tauschen können, um die Versorgung zu verbessern. Es wurden doch alle Lokalradio gefragt, ob sie ihre Frequenzsituation mit den D-Radio-Frequenzleichen aufbessern möchten.

Die MMS in Münster wird ihre 95,4 MHz an dein.fm nicht abgeben, wenn sie nicht selbst der Betreiber der Frequenz ist.

Euren Wunsch bei der Lizenzverlängerung einen Frequenzwechsel durchzuführen, könnt Ihre vergessen. Das macht keiner mit. Das grenzt an Enteignung. Das Risiko ist zu groß. dass dann die BG aussteigt. Keiner will dieses Lokalfunksystem zerstören bis die Einnahmen aus einer anderen Quelle rekompensiert werden können.

Dein.fm sieht eher danach aus, als wäre es eine Frequenzbesetzungskette und nicht ein wirtschaftlichtragbares Projekt. Erst wenn alle BFBS-Frequnzen dazu gehören, werden die ersten Gewinne eingefahren. Das kann erst 2016 oder 2017 sein. Es wird vergessen, wie populär 1Live ist. Das wird sich nicht ändern mit einer Kette, die große Teile NRWs nicht richtig abdeckt.

Zitat
Japhi
Wäre die 87,7 in Krefeld nicht, könnte man evtl. eine 87,8 für WDR 2 Ruhr nutzen.

Der WDR wird keine Frquenz abgeben. Ich erinnere nur daran, dass der WDR eine Fernsehfrequenz abgeben mußte und vor Gericht gewann.

von Seltener Besucher - am 13.04.2014 22:24
Zitat
Skeletor
Ich glaube an keinen Frequenztausch mit den Lokalradios.
Es sollte genug andere Möglichkeiten geben das künftige Sendegebiet der Funzelkette zu erweitern.


Sehr richtig. Jetzt gilt, was in der Ausschreibung steht. Bis das neue Programm auf Sendung geht, ist die Neufassung des LMG in Kraft. Und da gibt es neu formulierte Grundsätze in § 14.

Der neue Absatz 6 besagt, dass nicht genutzte lokale Sendekapazitäten nicht an die landesweite Kette vergeben werden können.

Aus dem Gesetzentwurf:

14. § 14 wird wie folgt geändert:

a) In der Überschrift wird das Wort „Vorrangentscheidung“ durch das Wort „Grundsätze“ ersetzt.

b) Dem Absatz 1 wird folgender Absatz vorangestellt:

„(1) Die LfM entscheidet über die Verwendung der ihr zur Verfügung stehenden Übertragungskapazitäten entsprechend den Zielen des § 2. Hierbei nimmt sie folgende Priorisierung vor:
1. Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit lokalem Hörfunk im Sinne des § 54 Absatz 2;
2. Versorgung mit einem analogen landesweiten Hörfunkprogramm;
3. Versorgung mit Sendungen in Hochschulen (§ 40d);
4. Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange;
5. Versorgung mit vergleichbaren Telemedien.“

c) Der bisherige Absatz 1 wird Absatz 2 und wie folgt gefasst:

„(2) Bestehen keine ausreichenden Übertragungskapazitäten für alle Programmveranstalter, die die Voraussetzungen nach § 13 erfüllen, trifft die LfM eine Vorrangentscheidung. Dabei berücksichtigt die LfM die Meinungsvielfalt in den Programmen (Programmvielfalt) und die Vielfalt der Programmanbieter (Anbietervielfalt). Sie trägt dabei auch dem Gedanken der Anreizregulierung Rechnung. Das Nähere hierzu regelt die LfM durch Satzung.“

d) Der bisherige Absatz 2 wird Absatz 3 und in Nummer 2 werden die Wörter „regionalen Vielfalt“ durch die Wörter „Vielfalt im Sendegebiet“ ersetzt.

f) Der bisherige Absatz 4 wird Absatz 5 und wie folgt gefasst:

„(5) Bei der Nutzung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten in dem nach § 54 festgelegten Verbreitungsgebiet haben lokale Hörfunkprogramme Vorrang.“

g) Nach dem neuen Absatz 5 wird folgender Absatz 6 eingefügt:

„(6) Wird eine für die Versorgung mit lokalem Hörfunk nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 vorgesehene Übertragungskapazität nicht von einem Veranstalter nach § 52 genutzt, soll diese Übertragungskapazität dem jeweiligen Rahmenprogrammveranstalter nach § 56 zur Verbreitung seines Rahmenprogramms zugewiesen werden. Im Übrigen finden Absatz 1 Satz 1 und Satz 2 Nummer 2 bis 5 Anwendung.“

von Manfred Z - am 14.04.2014 07:22
Die Pressemitteilung steht noch auf der Homepage von FFH:

http://www.ffh.de/ffh-welt/presse.html
http://www.ffh.de/ffh-welt/presse.html?no_cache=1&cid=202652&did=155531&sechash=fb253f3b

Entweder steht bei der LfM NRW noch 'ne Kiste mit Bewerbungen irgendwo in der Ecke oder der Verband Lokaler Rundfunk NRW und andere Vereine und Organisationen wurden mit Gerüchten genährt und mailten diese an ihre Mitglieder.

Vielleicht haben einige ihre Bewerbung/ihren Antrag zurückgezogen. Diese Kette hatte auch unter den Politikern im Landtag den Ruf: Frequenzen die keiner will.

Hillmoth: „Sollten wir den Zuschlag erhalten, hoffen wir auf weitere, stärkere Frequenzen, um ein wirtschaftlich tragfähiges und damit wettbewerbsfähiges Radio-Angebot in Nordrhein-Westfalen etablieren zu können.“

Ohne zusätzliche Frequenzen wird diese Kette bei allen Anbietern nur Verluste verursachen. Allein die Ausstrahlung kostet etwa 25.000 €/Monat.

Schauen wir uns die Frequenzen im Kreis Olpe an, die sicherlich nicht alle Menschen im Kreis erreichen werden. 135.000 Einwohner im Kreis Olpe kosten an Ausstrahlung über 6.000 Euro/Monat bei MB. Wenn den Programmanbieter dort auch 20 % Hörer einschalten würden (möglicherweise nach Jahren) - was für Klassik Radio, Sunshine Live oder Radio Teddy nicht möglich wäre - sind die Kosten enorm für knapp 20.000 Hörer. Für das Geld bekommt man im Ruhrgebiet sicherlich Dortmund - Langenberg und Duisburg oder Wesel auf DAB mit den selben Anlaufproblemen.

Wenn man davon ausgeht, dass heute im Ruhrgebiet doppelt so viele Menschen einen DAB-Empfänger besitzen (5 %), als im gesamten Kreis Olpe wohnen, weiß ich nicht, ob UKW noch immer eine Melkkuh ist. Dortmund - Langenberg und Duisburg oder Wesel reichen auch über das Ruhrgebiet hinaus. Über diese drei Sender könnten heute über DAB schätzungsweise 350.000 Hörer erreicht werden.

Der Vergleich:
Kreis Olpe | Ruhrgebiet
UKW | DAB
~ 20 % UKW-Hörer | ~ 8 % Besitzer eines DAB-Empfängers
Die kosten dürften gleich sein. Die Anzahl der Hörer auch.

Wo ist die Anzahl der Hörer ausbaufähig?

von Seltener Besucher - am 29.04.2014 20:17
Zitat
Peter Schwarz
@Seltener Besucher: Falsch. Internet war seinerzeit noch kein gängiger Verbreitungsweg (das Projekt stammt aus den 90ern, da ging man mit 56k-Modem ins Netz) und die Jugendlichen, die ihre Radios ans Kabel angeschlossen hatten, konntest Du vermutlich auch an einer Hand aufzählen.

Wollen wir mal bei der Wahrheit bleiben. Powerradio ist am 15. August 1997 innerhalb des DAB-Pilotprojektes NRW gestartet. „Am 17. März 2000 hat Powerradio die Zulassung für die Verbreitung seines Programms auf dem DAB-Kanal 12 erhalten.“ Der zitierte Text stand so auf der Powerradio-Homepage bis zum Sommer 2003.

T-DSL mit 768 kbps gab es ab 1999 bei der Telekom, bei mir ab April 2000.

Als Powerradio gestartet war, gab es bereits mehrere Jahre RealAudio Encoder und Player.

Archive.org hat nur eine Version der Real Homepage aus dem Jahr 1997:
https://web.archive.org/web/19970605005803/http://www.real.com/

Schauen wir und
http://museumofmagneticsoundrecording.org/BroadcastHistory.html

On November 7, 1994, WXYC (89.3 FM Chapel Hill, NC USA) became the first traditional radio station to announce broadcasting on the Internet.

In 1995, Progressive Networks released RealAudio as a free download.
http://de.wikipedia.org/wiki/RealNetworks

SHOUTcast gibt es seit 1999:
http://de.wikipedia.org/wiki/SHOUTcast

Zitat
Peter Schwarz
Ähnlich war es mit den ADR-Empfängern. Häufig war damals die Baumarkt-Schüssel-Lösung mit nur einem Empfänger (dann auch ohne ADR) im Wohnzimmer. DAB war damals in der Pilotphase. Also sendete Powerradio fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür ist es unter denjenigen, die es hören konnten, doch recht bekannt gewesen. Die Musikmischung war auch nicht so übel.

Die Innovation war nicht die Stärke von Radio NRW. Wenn man nur in Millionen Hörer denken kann, lässt man viele Krümel links und rechts liegen. Die sammeln dann andere auf. Heute weinen die Lokalradiobetreiber über die Übermacht WDR und 1 Live. Wenn der WDR genauso denken würde, wie Radio NRW, gäbe es heute immer noch nicht 1 LIVE diggi.

von Seltener Besucher - am 28.09.2014 11:00
Zitat
DH0GHU
Zitat
zerobase now
Guck dich doch mal um, wieviele Programme man in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stutgart empfangen kann und fahr mal ins Ruhrgebiet und vergleiche mal.

Da man ja eigentlich gerne "gleiche Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land" hätte: Vergleich nochmal. z.B. eine Kleinstadt im mittleren Schwarzwald (von mir aus auch im Thüringer Wald, Tallage) mit einer Kleinstadt in der Eifel oder im Siegerland. Die im Schwarzwald bekommt - oh - die 4 SWR-Programme (SWR2 aber nur eingeschränkt) und Hitradio OHR. Genau, die mittelbadische Version des Verlegerfunks. Eventuell noch deren Ableger "Schwarzwaldradio". Der "gemeine Eifelaner" bekommt auch nicht weniger, dafür aber mehr ÖR-Qualität. Immerhin gehen meist auch 1-2 Programme des D-Radios.
e...) und den ex-Arbeitgeber der WDR-Hörfunkchefin. Meist kein DLF, kein D-Radio.


Sorry, das hinkt doch jetzt ganz gewaltig.
Logischerweise hat eine Großstadt/Großraum mehr Sender, als eine Kleinstadt im mittleren Schwarzwald und der Eifel.

Zitat

Suttgart? München? Ja ganz toll. Aber wehe man steigt ins Auto und fährt aus der Stadt raus (in der Stadt Auto fahren ist eh uncool). Da gibts dann schon 15 minuten südlich von München, südlich der Eiszeit-Schutthalden, nur noch 5 ÖRs, den lokalen Verlegerfunk (Alpenwell


Südlich von M gibt es auch ABY. Und damit immer noch (bisher) ein Privatsender mehr als in NRW. Und wenn jemand aus Stgt raus fährt, bekommt er i. d. R. neben Antenne 1 den zuständigen Local und oft auch einen Nachbarbereichssender und NRJ/107,7 (wobei das mit Local sich teils überschneidet).

Zitat
Seltener Besucher
Der Unterschied zu Bayern lässt sich an dem Beispiel Dortmund verdeutlichen, wäre Dortmund in Bayern, gebe es dort zwei Lokalsender:

Sorry, vollkommener Blödsinn. Wie hier schon geschrieben, wäre eine Stadt in der Größe wie DO in Bayern ein Ballungsraumstandort wie N und M. Und die haben mehr als 2 Lokalsender (und zusätzlich ja auch noch ABY).
DO in NRW hat einen Local, der -wie hier ja auch schon geschrieben- auch nur ein paar Stunden aus der Stadt selbst produziert. Das ist in N und M ganz ganz anders.

Zitat
DJ Taifun
FFN = Funk Fernsehen Niederrhein oder Funk Fernsehen Nordrheinwestfalen (hab´s absichtlich zusammmengeschrieben).


Warum nicht einfach Funk & Fernsehen Nordwestdeutschland lassen :eek:

von Schwabinger - am 03.10.2014 08:25
Dortmund ist 100 km² großer als Nürnberg und die Bevölkerungsdichte ist geringer. In drei Himmelsrichtungen erstreckt sich flaches Land und ständig strahlen irgendwelche Sender nach Dortmund ein. Die Empfangssituation im Westen ist eine ganz andere als im 22 km entfernten östlichen Stadtteilen. Im flachen Norden ist es ganz anders als in den Höhenlagen der südlichen Stadtteile.

Die Versuche neue Frequenzen gegen die einstrahlenden Sender aus den Nachbarländer zu koordinieren ist als gescheitert anzusehen. Die Koordinierung von neuen Frequenzen für Dortmund funktioniert nach dem BFBS-Prinzip, unverhältnismäßig hohe Leistung, geringe Reichweite. Mit 320 Watt in Richtung Südwest kommt die 106,0 MHz keine 10 km. Auf 105,9 MHz stört ständig Antenne NDS auf 106,1 D-Radio.

DLF und D-Radio Kultur kommen in Bayern ganz schlecht weg. DLF hat in Nürnberg eine Sendeleistung wie UniRadio in Dortmund.
http://www.deutschlandradio.de/frequenzenkarte-im-pdf-format.media.439ddbe81330a28d08665a1eea4d5d72.pdf

Wenn Dortmund in Bayern liegen würde, hätte das Umland von Dortmund schlechten Empfang und keine lokalen Informationen. Die BLM zeigt im Wellenspiegel deutlich ihre Ziele: große Vielfalt in der Stadt, weiß Flecken im Umland, also im Landkreis Roth und im Nürnberger Land. Das geht in NRW nicht, weil der an Dortmund angrenzende Kreis Recklinghausen mehr Einwohner hat als Nürnberg oder Dortmund. Auch der Kreis Unna hat mehr Einwohner als Bochum. Aus der bayrischen Sicht ist das nicht nachvollziehbar. Wer in Bayern außerhalb der Stadt wohnt, muss ein schlechteres Hörfunkangebot hinnehmen und wird benachteiligt und schlecht informiert.

Hier ein schneller Bandscan von gestern aus Dortmund (Westen). Auch in Nürnberg sind die BR-Programme mehrfach zu empfangen. Der WDR hat 6 Programme auf UKW, der BR nur 5. Hier fehlt schon eine Frequenz für den Privatfunk. DLF fünf Frequenzen in Dortmund, höchstens 2 in Nürnberg. Bei den einstrahlenden Sendern ist die Situation vergleichbar. Zu der Verfügbarkeit der einstrahlenden Sendern aus anderen Bundesländern in Nürnberg kann ich nichts sagen. In Dortmund sind NDR-Programme und im Osten auch der hr stets empfangbar.

NRW Ö-R
1LIVE (6x)
WDR 2 (7x BI/DO/MS/RR/SI)
WDR 3 (5x)
WDR 4 (5x)
WDR 5 (5 x)
WDR Funkhaus Europa (1x, heute temporär 2x wegen RB FHE)
DLF (5x)
D-Radio Kultur (2x)

NRW
BFBS 1 (3x)

Radio CT (1x)
Eldoradio (1x)

Ö-R einstrahlend
NDR 1 NDS (2x, temp. 3x)
NDR 2 (2x, temp. 3x)
NDR Kultur (0x, temp. 3x)
Bremen eins (0x, temp. 1x)
hr-info (1x)

Privat einstrahlend
ffn (1x)
Antenne NDS (1x, temp. 3x)
Radio Hamburg (0x, temp. 1x)
Radio Gelderland (1x)
Radio 4 NL (1x)

NRW-Lokalradios (Dortmund + angrenzend)
Radio 91,2 (1x)
Antenne Unna (2x)
Radio Ennepe Ruhr (2x)
Radio Bochum (1x)
Radio Vest (2x)
Radio Hagen (1x)
Radio Herne (1x)

NRW-Lokalradios (entfernte)
Radio MK (2x)
Radio WAF (1x)
REL (2x)
Radio Kiepenkerl (2x)
Antenne Münster (1x)
WMW (1x)
Radio Essen (2x) oder Lippewelle (1x)

NRW-Lokalradios (häufig zu empfangen)
Antenne Niederrhein (1x)
Radio Hochstift (1x)
Radio KW (1x)

Der Bandscan entstand im Haus mit DVB-T Zimmerantenne ohne besonderen Aufwand.

von Seltener Besucher - am 06.10.2014 00:22
Zitat
Skeletor
Wurde das irgendwie offiziell verkündet oder was soll man mit der pauschalen Aussage anfangen?
Erstmal abwarten ,was die Bundesnetzagentur für den landesweiten Privatfunk in NRW noch alles möglich machen kann.
Dazu gehört eventuell auch eine Portion Kompromissbereitschaft mit den Nachbarländern.
Die Niederlande sind beim koordinieren auch nicht gerade zimperlich
Im übrigen verweise ich auf das UKW Gutachten,welches die LfM vor geraumer Zeit veröffentlicht hat.
Hier wurden einige interessante Vorschläge zu möglichen neuen Frequenzen gemacht.(dazu zählt beispielsweise auch eine 105,4 MHz für DO mit 0,05 kW)
Ob die BNetzA darauf eingeht oder eigene Lösungen umsetzen kann wird sich hoffentlich bald herausstellen.

Wenn die Frequenz 93,0 MHz nur 3 km vom Sendemast nicht mehr zu empfangen ist und das schon bei den kleinsten Überreichweiten, dann ist die gewählte Frequenz anscheinend nicht für kommerzielle Anbieter geeignet, denn die Werbekunden werden solchen Programmanbieter meiden. Früher war auf 93,0 MHz BFBS bei Überreichweiten zu empfangen.

0,5 kW sind in Dortmund zu wenig, außerdem können solche Vorschläge nur am PC entstehen, denn die 105,5 MHz vom Bielstein hat in Dortmund noch ausreichend Signalstärke. Mein Empfänger zeigt nur 10 dB weniger an als bei 106,7 und 107,9 MHz an. Will ein Anbieter gegen die 105,5 MHz senden, dann braucht er Power.

Zitat
pfennigfuchser
naja HR und NDR gehen mit sehr viel Rauschen nur stellenweise, also nicht als üblicher Empfang. Dann die lokalen Sender: hier wird bis auf wenige Worte der gleiche Inhalt gesendet. Dann die Uniradios: Sie sind ebenfalls nicht überall gut empfangbar. Es bleiben in Dortmund folgende Sender:

WDR 1-5, Funkhaus Europa, DLF, DLR, BFBS, Radio 91,2 (Dortmund) und das Uniradio. Sind insgesamt 11 Radiosender.


Das bedeutet aber, dass die Frequenzen nicht erneut belegt werden können, weil an den Stellen wo beide zu empfangen wären nur ein Mischprodukt zu empfangen wäre.

Zitat
zerobase now
Ausserdem geht es nicht darum, was man vielleicht noch irgendwie empfangen kann, sondern um ortsübliche Sender die auch im Radiowecker, Küchenbrüllwürfel und Autoradio noch beifahrertauglich zu empfangen sind und da sieht es in Dortmund ebenso wie im ganzen Ruhrgebiet eher maus aus. Uniradios hin oder her.

Im Küchenwürfel hatte ich 20 Sender gespeichert. Die Sender NDR 1, NDR 2 und Antenne NDS gingen immer. Auch zwei Niederländer waren dabei. Die Hanglage macht es möglich, der Süden wird so ausgeblendet. Das Problem im Ruhrgebiet ist, dass Frequenzen aus dem Süden und Norden hier gegeneinander arbeiten und nur durch die Hanglagen wirksam ausgeblendet werden können. Ein gutes Beispiel ist schon die Frequenz 97,6 MHz aus der unmittelbaren Nähe. Ich empfange WMW, fahre ich über die Bergkuppel ist dort Radio Neandertal zu empfangen. Das ist mit anderen Frequenzen nicht anders.

von Seltener Besucher - am 06.10.2014 08:54
Zitat
Skeletor
Meine Güte ,dann soll doch die landesweite Kette an die Verleger gehen.
Jahrelang schon möchte Radio NRW ein 2.programm starten.Soll man ihnen doch jetzt endlich die Möglichkeit geben.
Was soll diese sagenhafte Angst vor den Verlegern ?


Bedenke bitte, welche Medienkonzentration dadurch entsteht.
Nehmen wir an, die Verleger könnten tatsächlich ihr "Dein FM" starten, dann kommen alle Nachrichten die im Rundfunk verbreitet werden nur noch aus zwei Quellen: Den Zeitungshäusern und dem WDR.
Natürlich könntest Du jetzt argumentieren: Das war ja bisher auch so und inzwischen gibt es das Internet als neutrale Informationsquelle. Aber: Der Rundfunk ist nach wie vor ein wichtiges Medium und die Zeitungen haben längst ihr kritisches Potential verloren.
Das ganze ist doch ein Deal zwischen dem Land und den Verlegern: "Ihr zieht die Landesregierung nicht in den Dreck und wir halten euch die Konkurrenz im Rundfunksektor vom Leibe".
Auf diese Art kann sich eine Regierung auch die Gewogenheit der Medien sichern, da braucht es gar nicht mal so kruder Maßnahmen wie in Ungarn oder anderswo, wo kritischen Sendern einfach die Lizenzen entzogen werden: In Nordrhein-Westfalen gibt man ihnen gar nicht erst solche und der Bürgerfunk wurde inzwischen auf eine Uhrzeit gelegt, in der kaum ein Mensch Radio hört.

Zitat
Skeletor
Otto Normalhörer juckt es nicht welcher Gesellschafter hinter einem Radioprogramm steht.Das Programm muß einfach nur gut gemacht sein


Weil "Otto Normalhörer" die Presse- und Meinungsfreiheit inzwischen als eine Selbstverständlichkeit ansieht und nicht merkt, wie er verarscht wird (verzeiht mit bitte diesen Ausdruck): Die Medien sind nur in einem sehr begrenzten Umfang neutral. Der WDR ist bspw. ausgesprochen SPD-freundlich und die Funke-Mediengruppe, die als Haupteigner hinter dem NRW-Lokalfunk steht, ist es auch. Einzig der DLF ist noch halbwegs ausgewogen. Der Ausdruck "Rotfunk" kommt nicht von ungefähr.

Zitat
Skeletor
Google..Apple...Microsoft..Facebook..DAS sind die Unternehmen mit Einfluss auf die Menschheit heutzutage.


In der Tat ist auch dies ein gravierendes Problem: Es darf nicht sein, dass nahezu das komplette Internet von einigen wenigen US-Großkonzernen, allen voran: Google, beherrscht wird.
Dabei handelt es sich aber um ein anderes Fass, das ich hier nicht öffnen möchte.

Zitat
Skeletor
Die Argumentation hier im Thread passt mehr in die 80er ,wo die Wurzeln für den Privatfunk gelegt wurden


Das hängt davon ab, welchen Stellenwert Du dem Radio beimisst.

Zitat
Skeletor
Im übrigen gibt's heutzutage auch noch DAB+ und Internetradio:-)


Wobei das Angebot im DAB-Bereich, dort wo die beiden Multiplexe aus NL nicht empfangen werden können immer noch sehr zu wünschen übrig lässt.

von Wellenjaeger - am 17.10.2014 08:48
Metropol FM spielt die Betriebskosten im Ruhrgebiet und dem Kreis Olpe nicht ein. Bleiben wir mal realistisch, viele Anbieter sind entweder heimisch hier oder würden für NRW ein neues Programm anbieten. Was soll da MetropolFM anbieten? Ein Studio in NRW? Das treibt die Kosten in die Höhe.
Wie viele Türken leben in Attendorn, Lennestadt, Olpe aber auch in Herdecke oder Dorsten? In diesen fünf Städten würden die Sender wahrscheinlich einen 5-stelligen Betrag pro Monat verbrennen ohne großartig Hörer zu generieren. Wenn Radio-NRW-Zwillingsunternehmen den Zuschlag nicht bekommt, dann soll es wohl einer sein, für den sich das überhaupt nicht lohnt. Es sei den der türkische Staat will einen Propagandasender nach dem Muster von Radio Impala starten und die Kosten sind völlig egal.

In ganz NRW wohnen etwa 550.000 Türken!
http://www.nrw.de/landesregierung/integrationsminister-stellt-nrw-zuwanderungsstatistik-vor-13008/

„Hagen hat bei den kreisfreien Städten „mit 35,5 Prozent den höchsten Anteil von Migrantinnen und Migranten an der Bevölkerung“, gefolgt von Wuppertal (33,2 Prozent), Leverkusen (33,0 Prozent) und Remscheid (32,5 Prozent). Köln folgt mit 31,5 Prozent erst auf dem fünften Platz. Weitere Spitzenreiter sind Düsseldorf und Solingen (jeweils 30,9 Prozent). „Den geringsten Migrantenanteil hat Münster (20,9 Prozent)“. Bei den Kreisen liegt der Märkische Kreis mit einem Migrantenanteil von 29,0 Prozent vorne, gefolgt vom Oberbergischen Kreis (27,9 Prozent) und dem Kreis Paderborn (26,2 Prozent). Den niedrigsten Anteil hat der Kreis Coesfeld (7,7 Prozent).

Köln hat einen hohen Migrantenanteil, die 30 Watt sind trotzdem ein Witz in einer Millionenstadt.
Der Anteil an Türken in Dorsten liegt unter 1,5 %. Auch wenn alle den Sender einschalten, die Kosten werden nicht eingespielt. Im Kreis Olpe leben 2,0 % Türken nach Zensus 2011. Die werde noch nicht einmal alle in der Reichweite der Sender wohnen. In Herdecke leben mehr Italiener als Türken, laut Zensus 2011 wohnten in Herdecke 106 Türken bei 22,5 Tsd. Einwohnern. Berichtigt mich, wenn ich damit falsch liege.

Was kostet die Ausstrahlung über diese Frequenzen überhaupt? Ist es nicht so, dass es entweder ein Programm sein muss, bei dem es auf das Geld nicht ankommt (Domradio hat eine Mission) oder ein extrem Mainstreamiges Programm, das viele Hörer anspricht. Weder ein Kinder- noch ein Minderheitenprogramm spielt bei der Kette die Kosten ein. Oder wir erleben heute einen Anbieterwechsel auf DAB und die UKW-Frequenzen sind nur Stützfrequenzen, um Werbung für DAB/Internet zu machen.

von Seltener Besucher - am 12.12.2014 02:20
Zitat
FrankenWalder
Der Primat des WDR mit dem Verlegerfunk als Blockparteien ist in NRW politisch gewollt und wurde auch während der CDU-Regierungszeit nie wirklich in Frage gestellt.
Und für ein Sturmreif-Schießen, wie es vor 30 Jahren Bayern mit den Südtiroler Sendern und DRS mit Radio 24 erging, fehlen einerseits in den belgischen Ardennen "richtige" Berge wie die Flatsch und der Pizzo Groppera, und andererseits vor allem noch nicht zugefunzelte Frequenzen.
Die Anti-DAB-Stimmungsmache und das zeitweise Abschalten des Bundesmuxes auf 5a wegen dramatisierter "Störungen beim BOS-Funk" werte ich in diesem Sinne als Störfeuer nach dem Motto: "Wettbewerb? Wehret den Anfängen!"

Ich habe nie verstanden, warum die CDU/FDP-Regierung dieses kuschelige SPD-Medienverhalten aus Ende der 80er/Anfang der 90er ("Zweisäulenmodell", "Privatfunk ist per se schlecht", "wir machen das nur, weil es alle anderen auch machen und da doch vielleicht Arbeitsplätze entstehen" etc.) nie wirklich in Frage gestellt hat. Zumindest der damalige liberale Koalitionspartner hat ja immer auf Marktwirtschaft und Deregulierung gemacht.

Aber: Mit 100,5 gibt es ja ein recht gewichtiges Störfeuer für die Aachen-Region. Zugriffslos für alle NRW-Politiker. Das ist fast schon mehr als Südtirol damals für Bayern.

Zitat

Zumindest dieses Störfeuer wurde dann mit 5c erfolgreich abgewehrt.:-)

Da ja auch ein Hauptnutzer des bundesweiten Störfeuers in NRW sitzt (genauer in Köln mit Namen DLF).
Das war wohl das große Pech für die Medienverantwortlichen in NRW, dass neben dem DLF auf dem gleichen Kanal halt auch so Sachen wie Privatfunk abseits des NRW-Modells ins Land gespült wurden und werden.
Eine dauerhafte Ausklammerung von NRW aus dem Bundesmux hätte ja auch -großes Pech für die LfM- auch den DLF betroffen.
Da mussten die zähneknirschend ihr Störfeuer (man erinnere sich, eine angebliche Störung des Polizeifunks...) löschen und reumütig den 5C freigeben.
Ein weiteres Störfeuer war und ist ja die Vergabe der DAB+-Plätze im NRW-Mux.

Zurück zum Thema:
Für NRW-(Verhinderungs-)-Verhältnisse bietet sich ja das Domradio geradezu an. Etablierter Anbieter aus dem Land. Schadet Köln genausowenig wie Oberhausen. Und eine der beiden dann überzähligen Funzeln in Köln könnte man ja dem WDR für 3-6 oder dem Uniradio andrehen. Jeweils zur Verbesserung der Empfangbarkeit in K. Johannes Rau und Karl-Marx würden jubeln.

von Schwabinger - am 15.12.2014 16:54
Zitat
DH0GHU
Was ist das Ziel einer Regierung? Genau, Wiederwahl.
Wen darf man dann nicht gegen sich haben? Genau, die etablierten Medien...

Stimmt. Und Rüttgers wurde grandios abgewählt :spos:

Zitat

Die Region Aachen ist für NRW ungefähr so bedeutend wie die Region Rosenheim oder die Region Kempen (oder, oder, oder) für Bayern.

Stimmt auch. Nur existiert das "Problem" Städteregion AC nun mal noch heute und hat dem NRW-Modell die m. W. bisher einzige Fusion gebracht (Stadt AC und Kreis AC). Und 100'5 gibt es immer noch und ist wohl das gefühlte Regionalradio in der Städteregion AC. Trotz dem Sender aus Würselen (oder wo die Antenne her kommt). Und das auch noch ohne Bürgerfunk und ohne OB.

Zitat

10 kW aus wenigen 100m Entfernung, das hält kein noch so gutes Funkgerät aus, das MUSS Blocking, Intermodulation und so weiter geben. Dort, wo 5A in Betrieb ist, darf man nicht direkt nebendran funken wollen. Technisch ist das kaum beherrschbar, erst recht nicht bei portablen Funkgeräten. Glaub mir, ich durfte mich schon mit dem Problem rumschlagen, Empfänger entwickeln zu müssen, die 1 MHz unterm Band III in Sendernähe funktionieren...

Stimmt wohl auch.
Aber die Polizei in NRW wird in dem Spartenverfahren zum Bundesmux auch beteiligt gewesen sein. Entweder haben die es damals verpeilt eine Stellungnahme dazu abzugeben oder die waren, im Gegensatz zu anderen Polizeien in anderen damaligen 5A-Gebieten, einfach technisch zu rückständig (konkret "zu blöd"). Auch ein Punkt, der NRW nicht allzu gut da stehen lässt.

Sorry, man kann es doch nicht wegdiskutieren. NRW ist in Sachen Radiovielfalt schlichtweg Nordkorea multipliziert mit DDR und geteilt durch Nicaragua und dann noch den Tangens der VR China multipliziert mit dem Kotanges vom Vatikan und dem Quotient.von der ex-Volksrepublik Polen.

Und wenn die werten Herrschaften in dem Gremium es nicht schaffen, einen Kandidaten zu bestimmen, dann sollte sich das Gremium mal fragen, warum die dann nicht so lange tagen, bis endlich ein Ergebnis feststeht. Zur Not halt auch bis 22.00 Uhr.
Sitzungsgeld und Häppchen kriegen die ja auch. Und wohl auch 100 % Hotelkostenerstattung für Düsseldorfer Hotels.
Na ja, schöne deutsche Bürokratendemokratie... Sehr "demokratisch".

von Schwabinger - am 15.12.2014 19:07
Zitat
FrankenWalder
Der Primat des WDR mit dem Verlegerfunk als Blockparteien ist in NRW politisch gewollt und wurde auch während der CDU-Regierungszeit nie wirklich in Frage gestellt.

Zitat
Schwabinger
Ich habe nie verstanden, warum die CDU/FDP-Regierung dieses kuschelige SPD-Medienverhalten aus Ende der 80er/Anfang der 90er ("Zweisäulenmodell", "Privatfunk ist per se schlecht", "wir machen das nur, weil es alle anderen auch machen und da doch vielleicht Arbeitsplätze entstehen" etc.) nie wirklich in Frage gestellt hat. Zumindest der damalige liberale Koalitionspartner hat ja immer auf Marktwirtschaft und Deregulierung gemacht.

Dieses „kuschelige“ Modell ist so aufgebaut, dass keiner daran rütteln wird, denn es sind so gut wie alle daran beteiligt. Man kann von der SPD halten was man will, aber dieses NRW-Modell ist schon eine Spitzenleistung. Wer sich das ausgedacht hat, verdient einen Orden. Es hält die kleinen und großen in Schacht. Es sorgt dafür, dass sich alle bekriegen und alle miteinander agieren müssen, weil es das System es verlangt. Es ist schlimmer als die DDR. Ob jetzt das Bayrische BLM-Modell besser ist, will ich nicht urteilen. Beide halten sich sehr lange.

Die CDU ist durch die Presse und die Lokalradios an die Macht gekommen. Die Menschen hatten im Jahr 2005 39 Jahre SPD-Regierung satt und wollten eine Veränderung. Die CDU versprach den Verlegern einige Verbesserungen im LMG NRW. Die großen Stichworte Lokalfernsehen und Bürgerfunk. Ab 2008 durften sich Verlager stärker an Lokalfernsehen beteiligen, der Bürgerfunk wurde gegen Null gefahren.

http://www.fr-online.de/medien/lokal-tv-nrw-regierung-will-verlagen-groessere-beteiligung-erlauben,1473342,3168368.html

Wer ist der Verlegermann, der von der Zeitungsredaktion und vom Radio in den Landtag gewählt wurde und im Medienausschuss saß? Wer saß im Ausschuss für Kultur und Medien und bei der Landesanstalt für Medien NRW als Mitglied der Medienkommission? Bis 2010 wurde die Person bei einem Lokalradio als Mitarbeiter geführt. Es wundert dann auch nicht, dass dieser Herr in Artikeln auf einer Homepage auftaucht, die im Impressum die Türkei aufführt.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_I/I.1/Abgeordnete/abgeordnetendetail.jsp?k=01509

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10697
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10705
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=1651

Wer die Abschaffung des Lokalfunkmodells fordert, der muss dem System etwas entgegensetzen. Doch was ist einem scheinbar Privatfunk-Monopol entgegenzusetzen, an dem alle wichtigen Spieler beteiligt sind? Die Verleger wollen doch das Lokalfunkmodel nicht abschaffen, sie wollen es festigen. Natürlich ohne Praktikanten in einer Veranstaltergemeinschaft, sondern in Eigenregie.

Die CDU konnte den Lokalfunk nicht in Frage stellen. Sie hätte Verleger = Presse + Radio sofort gegen sich. Die CDU ist doch angetreten, um die Unternehmer zu stärken. Warum sollte die NRW CDU die Verleger schädigen wollen? Nur die Digitalisierung kann das System brechen, doch in NRW wird DAB erst dann durchstarten, wenn jemand eine Idee hat, wie man das System so in DAB überführt, dass alle Verleger davon noch stärker profitieren. Ich weiß wer die entscheidende Idee einbringen wird: Die Verleger!

von Seltener Besucher - am 15.12.2014 22:28
Meine Damen und Herren, lehnt Euch doch zurück liest Eure Beiträge und schmunzelt.
Ihr fordert, dass Rom abgebrannt und neu aufgebaut wird. Das klingt nach einer Diktatur, die eine andere Diktatur ablösen soll. Wer soll die bestehenden Sender enteignen? Entweder kommt die Erneuerung des Systems von Innen oder es kommt ein neues System, dass das bestehende ablöst.

Jeder Vergleich mit Berlin hinkt, denn Berlin ist fast 5 mal kleiner von der Fläche, als das Ruhrgebiet. Höhenunterschied in Berlin 81 Meter, im Ruhrgebiet 428 Meter. Um das ganze Ruhrgebiet mit einer Frequenz zu versorgen, benötige ich den Sender Langenberg mit mindestens 10 kW. Um von Hamminkeln bis Breckerfeld und Hamm alles versorgen zu können, kann ich nur Wuppertal und Düsseldorf aufblenden, also ein Winkel von etwas 230 °. Das entspricht aber nicht den Lebensverhältnissen der Ruhries, die vielleicht über die A46 durch Wuppertal nach D-Dorf zur Arbeit fahren und ihren Lieblingssender nicht mehr empfangen könnten.
In Berlin gibt es nur Berlin und keinen weiteren Ballungsraum mehr in der Nähe. An Ruhrgebiet grenzt D-Dorf an und Köln/Bonn ist auch in unmittelbarer Nähe.

Das Ruhrgebiet verkraftet vielleicht 10-15 Sender, nur auf welchen Frequenzen? Auf den bestehenden? Die bestehenden Frequenzen werden bereits mehrfach verwendet. Nehmen wir mal die 105,0 MHz.
105,0 Hamm – Lippewelle
105,0 Essen - Radio Essen
dicht daneben
105,1 Rheinberg bei Duisburg – BFBS
105,2 Dorsten – Radio Vest

Lippewelle und Radio Essen schalten ab, BFBS und Radio Vest auch. Es bleibt ein Sender über.

Nehmen wir die 104,3 MHz mit Ausblendung in Richtung Eifel um de 104,4 MHz zu schützen
Was fällt weg?
104,1 Arnhem (NL)
104,2 Düsseldorf – Antenne Düsseldorf
104,2 Witten – Radio Ennepe Ruhr
104,4 Schwerte – DLF
104,5 Münster – DLF
104,5 Duisburg – CampusFM

Es nennt keiner die Frequenzen, die nach der Abschaltung des Lokalfunks für die 10-15 Lokalradios zur Verfügung stehen würden. Bitte legt die Liste auf den Tische! 10-15 Regionalradios im Ruhrgebiet bedeutet keine Sender mehr im Umland. Nur wenn der WDR und die D-Radios Frequenzen abgeben, können die Kommerziellen ihr Angebot erweitern.

von Seltener Besucher - am 17.12.2014 00:20
Zitat
Marcus.
Die Forderung einen Sender fürs Ruhrgebiet war natürlich eine radikale Forderung.

Was soll den daran radikal sein? Der vorgeschlagene Weg ist falsch, nicht die Idee. Das Ruhrgebiet hat als 5 Millionen Menschen Ballungsraum keinen eigenen Radiosender. Weder der WDR, noch die Lokalradios leisten das. Der WDR könnte es, die Lokalradios wegen der Besitzverhältnisse weniger.
WDR 2 Berichterstattung ist geteilt in Ost und West, die Lokalradios in 14 Lokalradios. Es gibt auch kein Ballungsraumfernsehen. Der WDR produziert drei Lokalzeiten für das Ruhrgebiet.

Zitat
Marcus.
Soweit würde ich nicht gehen.

Es muss soweit gehen. Nur nicht in dem man die Lokalradios zusammenlegt. Was bringt das?

Zitat
Marcus.
Allerdings muss man sich die Frage stellen, ob man wirklich Kreis und Stadtradios benötigt?

Die Einschaltquoten beweisen den Erfolg. Die Radios existieren seit über 20 Jahren.

Zitat
Marcus.
Etwas größere Gebiete auch nicht strikt an Kreisgrenzen wären vlt. besser.

Was zu beweisen wäre. Radio 91,2 und Antenne Unna machen es vor. Der Lebensmittelpunkt vieler Menschen im Kreis Unna ist Dortmund. Sie arbeiten in Dortmund, sie kaufen dort ein, hier könnte man es testen. Nur die Forderung die Lokalradios sollen sich an anderen Räumen orientieren, als die Politik finde ich weltfremd. Das ist so, als würde man dem WDR die Pflicht auferlegen auch noch einen Teil von Niedersachsen zu versorgen. Warum geht man nicht an die Städte und Kreise dran und verändert die Grenzen? Warum behält man die Lüge bei, dass die Menschen es nicht anders wollen. Die regionale Aufteilung gehört auf den Prüfstand! Die Lokalradios können dann nachziehen.

Zitat
Marcus.
Wenn ich mal Düsseldorf als Beispiel nehme. Dort könnte man ein gemeinsames Lokalradio Radio für Neuss und Düsseldorf starten.

Wenn man den Rhein-Kreis Neuss auf die Stadt Neuss reduziert und Städte wie Jüchen oder Dormagen ignoriert. Der Jüchener hat zu Mönchengladbach größeren Bezug als zu Düsseldorf.

Zitat
Marcus.
Auf den Frequenzen in Grevenbroich und eine in Düsseldorf im bisherirgen Format. Für die zweite Musikfarbe könnte die zweite Frequenz genutzt werden, also dein.fm.

Oder MetropolFM. Da werden sich die Hörer freuen. Ist die Diskussion nicht von Vorgestern? Ich kenne mehrere Menschen, die ein neues Auto mit DAB fahren oder den Empfänger getauscht haben. Die sind nicht mehr auf den WDR oder das Lokalradio angewiesen, die haben auch ENERGY oder Sunshine Live.

Zitat
Marcus.
Die landesweite Kette kann dann wie im Gutachten gefordert an Metropol.FM gehen und es gäbe nur Gewinner in meinen Augen.

Metropol.FM kann die Kette haben. Das Problem wird sich sowieso erledigen, wenn die Presseberichte über die Veränderungen bei den Lokalradios tatsächlich umgesetzt werden. Schon heute brechen die Lokalradios aus, da empfehle ich mal in Radio Kiepenkerl reinzuhören. Dort läuft nicht nur an einem Abend eine andere Musik und es nicht der Bürgerfunk.

von Seltener Besucher - am 17.12.2014 02:10
Zitat
pfennigfuchser
Die Umsetzungen könnten mit bestehenden Frequenzen schon jetzt erfolgen.
Beispiel: In Bochum anderes Rahmebprogramm als in Essen, die 98,5 strahlt z.B. ein Oldieprogramm aus. Hinzu kommen noch die REL-Frequenzen.

Es werden doch nicht mehr Programm in den einzelnen Städten, wenn wir aus dem Ruhrgebiet ein Schachbrett machen und in jeder zweiten Stadt ein anderes Programm läuft. Der Nutzen für alle Hörer wird hier nicht deutlich. Einige würden profitieren, andere nicht. Außerdem hat Bochum schon drei durch die LfM lizenzierte Sender:
1. 98,5 Radio Bochum
2. 90,0 Radio ct
3. 89,3 vakant, Ausschreibung läuft.

Zitat
pfennigfuchser
Die starken Frequenzen kann man wieder reaktivieren, mit LowPower-Frequenzen auch wieder mehrere Sender in einer Stadt umsetzen, z.B. Mit 50 oder 100 Watt.

Du meinst DLF/D-Radio haben diese Mini-Funzel-Frequenzkette im Ruhrgebiet vor Jahren deshalb so koordiniert, weil es Frequenzen im Übermaß gab? Schau Dir die Koordinierung genauer an, statt Bochum Mitte haben sie Bochum-Wattenscheid genommen, einen Sender mit einem Richtstrahler und in einem Loch gelegen. Bochums Bahnhofsvorplatz liegt höher, als die Antenne in Wattenscheid befestigt war. Nehmen wir den Sender Herdecke, der nach Hagen strahlt. Auch hier hängt die Antenne tiefer, als der Sender Hagen von 107,7 Radio Hagen angesiedelt ist. In Essen hängt die Antenne von Radio Essen auf 130 m über dem Grund, die von der neuen Kette nur auf 53 m über dem Boden. Das Essener Rathaus in der Stadtmitte hat 106 Meter und es ist nicht das einige Hochhaus in der Stadt.

Zitat
pfennigfuchser
Freie Frequenzen wären z.B. In Wuppertal die 97,2 oder 91,9. es gibt also schon Wege, hier tätig zu werden. Die Frage ist aber immer, ob man es auch will.

In Wuppertal ist die 97,2 vielleicht frei, in Düsseldorf nicht. Es reicht vielleicht, um Schwelm zu versorgen, wenn Du die Höhenlagen von Wuppertal mit dieser Frequenz versorgen willst, muss in Düsseldorf eine neue Frequenz her. Welche?
Zitat
Japhi
Ruhrgebiet zur Ruhrstadt zusammenlegen und ein Lokalradio, Verbreitungsgebiete Erft, Leverkusen, Neuss etc einstellen und aus den großen Städten versorgen. Zack: Frequenzen für mindestens drei Ketten.

Damit ein türkisches und russisches Programm aus Berlin auch in NRW starten kann?

Zitat
Bolivar diGriz
Das ist in Berlin nicht anders. Dort gibt es viele Menschen, die zeitlebens ihren Kiez nie verlassen haben. Und die Brandenburger über Berlin? Da wohnen doch nur Menschenfresser, da fährt man erst recht nicht hin.

Stimmt genau, ich habe dort gelebt. In vielen Stadtteilen war ich noch nie. Der UKW-Empfang in Randgebieten war bescheiden.

Zitat
Skeletor
Ich nehme gerne Bayern als Vorzeigeland in Sachen Radiovielfalt:
Dort gibt es landesweiten Privatfunk und Lokalfunk nebeneinander.Warum sollte das also in NRW nicht funktionieren ?

Der Ansatz die Frequenzen dem Lokalfunk weg zunehmen ist falsch. In Bayern hat D-Radio Kultur kaum Frequenzen, in NRW reichlich. Warum fordert keiner die 106,1 MHz Olsberg und Eifel und die 96,5 MHz Langenberg nicht an den Privatfunk zu vermachen? Auch Deutschlandfunk ist nicht reichlich mit Frequenzen in Bayern gesegnet.

http://www.deutschlandradio.de/frequenzenkarte-im-pdf-format.media.439ddbe81330a28d08665a1eea4d5d72.pdf

Zitat
Jassy
Die mögliche wahl für Metropol FM überrascht mich sehr. Metropol FM hat kein Standort in NRW sondern es soll das Programm aus Berlin wohl auch in NRW dudeln lassen.
Das bedeutet: Kein zusatzliche Arbeitsplätze in NRW, die einnahmen werden auch nicht in NRW bleiben und das Programm wird wohl auch kein besonderen Bezug zu NRW haben.

MetropolFM gibt an Lokalnachrichten und lokale Veranstaltungshinweise zu senden. Werden im Rhein-Main- und Rhein-Necker-Gebiet die Lokalnachrichten für Berlin ausgestrahlt?
http://metropolfm.de/sites/default/files/metropol_fm_mediadaten.pdf

Zitat
Habakukk
warum krallt sich nicht ein potenter Anbieter ein Lokalradio und reisst es aus dem NRW-Mantel raus? Waere das nicht der einfachere Weg?

Die Antwort ist sehr einfach, an Radio NRW und den Lokalradios sind so viele Akteure beteiligt, dass es keine Freiwilligen mehr gibt. Es gab doch die Möglichkeit Welle West oder Radio en zu übernehmen. Auch Radio Herne stand auf der Kippe. Wo sind die Freiwilligen? Von der LfM hieß es 2002, sie hätten Sunshine Live als 24h-Program lizenziert. Der Anbieter zog sein Angebot einen Tag vor der Entscheidung der Medienkommission zurück. Sunshine Live wollte damals sogar 6 Stunden lokales Programm produzieren, mehr als der vorheriger Betreiber. Es wird vergessen, dass ohne Radio NRW die meisten Lokalradios schon pleite wären. Die Sender und die Leitung bezahl Radio NRW, die Musik wird über Oberhausen abgerechnet, gemeinsame Aktionen, Vermarktung, Verpackung, Medienanalyse usw. Die Sender müssten eine Menge Aufgaben in Eigenregie meistern. Sie müssten auch gegen die Anzeigeblätter und Lokalzeitungen antreten, die jetzt zum großen Teil in einer Hand sind.

von Seltener Besucher - am 17.12.2014 14:19
Zitat
Casper McCanmaroy
Im Raum Bielefeld Leben meines Wissens einige Kurdischstämmige, sowie Aramäer/Assyrer. Inwieweit diese dann auch (bevorzugt) Türkisch sprechen und/oder von einem türkischsprachigen Programm angezogen werden ist natürlich die Frage. Ob das eine Großfrequenz wie die 103.0 rechtfertigt?

Im Ruhrgebiet gibt's definitiv genug Hörerpotential und auch potentielle Werbekunden. Unterschätzt da mal nicht die türkische Community. Je nach Anklang könnte das mittel- bis langfristig auch ein Regionalstudio rechtfertigen. Wenn es sich finanziell rechnet.

"Wir" Deutschen oder sagen wir lieber deutschsprachigen gucken bei so einer Vergabe natürlich in die Röhre. Die Frage ist, wäre zB Domradio in dieser Hinsicht eine bessere Wahl?

Bei Dein.FM bin ich in soweit skeptisch, dass ich befürchte das Radio NRW Hauptprogramm könnte bei Einführung eines hauseigenen Jugendradios wieder deutlich älter werden. Das wäre für den Hörer in soweit ein Fiasko, als dass die "Kluft" zwischen 1Live und Radio NRW wieder größer wird. Dann hat man sich außerhalb der Reichweite der Funzelkette oder "der ausländischen" Alternativen wie Slam!FM, 3FM, BigFM etc. in Sachen Vielfalt letztlich nur verschlimmbessert.


Eins vorweg,alle Bewerber halte ich für fähig zur Vielfalt im NRW Rundfunkgebilde beizutragen.
Wie letztendlich ein Radio NRW oder WDR auf mögliche Konkurrenz reagiert ,ist doch hier völlig unerheblich.
Warum tun sich andere Bundesländer nicht so schwer in Sachen duales Rundfunksystem ??
Es geht hier darum im Einwohnerstärksten Bundesland NRW ein landesweites Privatradio zu installieren.

Lächerlich ist meines Erachtens die Vorgehensweise beim Auswahlverfahren für die Lizenz.
Eben weil hier kleine Gremien (Programmausschuss) im Vorfeld einen bestimmten Bewerber durch Beschlussvorlage favorisieren.
Dann kann genau so gut der Direktor der LfM im stillen Kämmerlein den Bewerber auswürfeln.

Dabei könnte alles so fair ablaufen.
Ein Wahlvorgang der Medienkommission,bei dem jedes Mitglied ,sagen wir mal 3 Bewerber ankreuzen kann.
Dann müßte doch ein Trend,wenn nicht sogar eine Entscheidung durch einfache Mehrheit zu ermitteln sein.
Eine mögliche Stichwahl wäre ja auch nicht das Problem.

von Skeletor - am 02.01.2015 07:43
Bevor ich beleidigend werde, konzentriere ich mich auf die Fakten.
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Sebastian Dohrmann
Die Landesmedienanstalten sind scheinbar zahnlose Tiger die eher verwalten als gestalten (wollen).

Wozu brauchen wir die denn dann überhaupt noch?
Ursprünglich wurden die mit dem Ziel gegründet, private Rundfunkveranstalter und TV-Veranstalter zu lizenzieren und dafür Sorge zu tragen, dass diese die Lizenzauflagen einhalten.


Und wer hält die Auflagen nicht ein?

Zitat
Wellenjaeger
Da aber heute kaum noch neue Programme lizenziert werden, kann das, was von dieser Aufgabe übrig bleibt,

Worüber ist diese Diskussion? Geht es nicht nicht um eine Lizenzvergabe?

Zitat
Wellenjaeger
Föderalismus hin oder her -, auch von einer Bundesbehörde wie der BNetzA übernommen werden. So funktioniert es im Vereinigten Königreich mit der Ofcom und in vielen anderen Ländern.

Solltest Du es nicht mitbekommen haben, hat die Ofcom nicht nur einen Sitz und nicht nur eine Kommission, sondern ist genauso föderal aufgestellt.


  1. London
  2. Glasgow für Schottland
  3. Cardiff für Wales
  4. Belfast für Nordirland und Isle od man


Schreibe also keinen Unsinn!

Auch in Deutschland gibt es nicht 16 Landesmedienanstalten, einige Länder haben sich zusammengetan, wie Berlin und Brandenburg oder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Ob die Landesmedienanstalten 14 Sitze haben oder 4 ist egal. Stell Dir vor, die hätten nur einen Sitz und die Mitarbeiter müssten zu den Sitzungen der Parlamente stets anreisen, was das kosten würde. Über die Anzahl der Mitarbeiter, die die gleichen Aufgaben bei der CSA, BAKOM, Ofcom oder den dt. LMA erledigen, wissen wir nichts. Wo siehst Du die Ersparnisse?

Ein Bundesland mit 17 Millionen Einwohnern soll sich keine LMA leisten, die Niederlande mit 16 Millionen Einwohnern soll sich das Commissariaat voor de Media leisten dürfen? Wenn es nach Dir geht, legen wir dann auch Entidade Reguladora para a Comunicação Social in Portugal mit Myndigheten för radio och tv in Schweden zusammen, weil die Länder gemeinsam auf schlappe 21 Millionen Einwohner kommen?

Zitat
Wellenjaeger
Nur wir in Deutschland leisten uns mal wieder einen aufgeblähten Behördenapparat, der auf Steuerzahlerkosten finanziert wird.


Ohne belegbare Zahlen ist das eine leere Behauptung. Dampf ablassen ohne Hintergrund. Vielleicht sollten wir dann bei den Löhnen der Mitarbeiter anfangen? Senken wir diese dann auf portugiesisches oder slowakisches Niveau? Nicht nur bei den LMA, sondern auch bei Dir? Fangen wir doch yuerst mit der Brotfabrik, Schule usw. an, alles richten wir zentral an einer Stelle für ganzes Deutschland ein. Das ist deine Idee?

Zitat
Wellenjaeger
Wenn dieser, so wie im Falle der LfM, wenigstens noch der Aufgabe nachkäme, für einen echten Wettbewerb im Rundfunksektor zu sorgen, anstatt Konkurrenz und Vielfalt zu verhindern, wäre das vielleicht noch akzeptabel, aber so wie es jetzt läuft sägen die Landesmedienanstalten an ihrer eigenen Legitimationsgrundlage.


Hast Du schon mal ins Gesetz geschaut? Die LfM ist ein ausführendes Organ, wie die Polizei. Sie ist kein Gesetzgebendes Organ. Das ist das Parlament mit der Staatskanzlei NRW. Was die LfM zu tun oder zu lassen hat, schreibt der Gesetzgeber vor. Auch über die Wettbewerbssituation entscheidet der Gesetzgeber, weil er die Gesetze entsprechend anpasst.

Wie soll die LfM für Wettbewerb sorgen, wenn bis 2014 das Gesetz besagte, dass über die Frequenzen die Staatskanzlei entscheiden soll. Die Frequenzen wurden von der BnetzA an das Land übertragen. Die Staatskanzlei überprüfte erste den Bedarf bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten (EDR, D-Radio), weil das Gesetz es so verlangt hat. Die Öffentlich-Rechtlichen haben immer die Hand aufgehalten, die Zuweisung an die LfM fand nicht statt. Im Gesetz steht, dass die LfM die Frequenzen ausschreiben muss. Konnte sie nicht machen, weil diese bei der Staatskanzlei hängen blieben.

Die LfM hat keinen Wettbewerb verhindert. Sie hat sich an das LRG NRW und später an der LMG NRW gehalten.

Es fehlt die Legitimationsgrundlage für die LMAs? Und wer hat die Lizenz für Kultradio in Bayern erteilt? Wer hat eine freie Frequenz in Bremen oder Rheinland-Pfalz ausgeschrieben?

von Seltener Besucher - am 15.01.2015 20:20
Zitat
Seltener Besucher
Bevor ich beleidigend werde, konzentriere ich mich auf die Fakten.


Sehr gut! Gelassenheit ist eine Tugend. :)

Zitat
Seltener Besucher
Und wer hält die Auflagen nicht ein?


Kaum ein Veranstalter, was meine These unterstützt.

Zitat
Wellenjaeger
Worüber ist diese Diskussion? Geht es nicht nicht um eine Lizenzvergabe?


Es geht darum, dass eine Behörde sich schützend vor den einzigen Anbieter von privatem Rundfunk stellt und eine Empfehlung für ein Programm ausgibt, das nicht die geringste Gefahr in sich birgt, diesem einen Anbieter gefährlich werden zu können: Metropol FM, Domradio, Klassik Radio ... das sind alles Sender, die ein extrem enges Marktsegment bedienen.

Zitat
Seltener Besucher
Solltest Du es nicht mitbekommen haben, hat die Ofcom nicht nur einen Sitz und nicht nur eine Kommission, sondern ist genauso föderal aufgestellt.


Kennst Du das Verfahren von der Lizenzierung eines Programms bis hin zur Frequenzvergabe?
Der bürokratische Aufwand ist immens, weil dabei die Landesmedienanstalten, die Staatskanzleien und die BNetzA einbezogen sind.
Wir haben es auch mit ganz unterschiedlichen Gesetzestexten zu tun, bspw. den Landesmediengesetzen und dem TKG, die nicht vollständig kompatibel zueinander sind und daher nachträglich aneinander angelichen werden müssen.

Ich weiß, was es bedeutet, in Deutschland einen privaten Radiosender zu eröffnen und warum fast alle derartigen Versuche scheitern: Das ganze Verfahren ist viel zu aufwendig und kompliziert, daher kommt am Ende niemand zum Zuge.
Meine These lautet: Es ist bewusst so strukturiert, damit außer den großen Medienkonzernen niemand auf Sendung gehen kann.

Zitat
Seltener Besucher
Auch in Deutschland gibt es nicht 16 Landesmedienanstalten, einige Länder haben sich zusammengetan, wie Berlin und Brandenburg oder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Ob die Landesmedienanstalten 14 Sitze haben oder 4 ist egal. Stell Dir vor, die hätten nur einen Sitz und die Mitarbeiter müssten zu den Sitzungen der Parlamente stets anreisen, was das kosten würde.


Eine einzige Behörde zu schaffen, die sowohl für die Lizenzierung der Programmveranstalter, als auch für die Frequenzvergabe zuständig ist, die selbstverständlich Ableger auf Landesebene haben darf, ist nicht nur kostengünstiger, sondern weitaus effizienter, da weniger bürokratisch.
Vor allem brauchen wir eine einheitliche nationale Gesetzgebung im Hinblick auf Lizenzierungsfragen. Dann gäbe es eben nicht das Problem, dass in Berlin 20 verschiedene private Programme auf Sendung sind und in Köln oder Düsseldorf nur ein einziges.

Zitat
Seltener Besucher
Ein Bundesland mit 17 Millionen Einwohnern soll sich keine LMA leisten, die Niederlande mit 16 Millionen Einwohnern soll sich das Commissariaat voor de Media leisten dürfen? Wenn es nach Dir geht, legen wir dann auch Entidade Reguladora para a Comunicação Social in Portugal mit Myndigheten för radio och tv in Schweden zusammen, weil die Länder gemeinsam auf schlappe 21 Millionen Einwohner kommen?


Das habe ich weder behauptet noch intendiert.
Ich habe lediglich die Frage aufgeworfen, was die Landesmedienanstalten das ganze Jahr über machen und dann stelle ich mir mit einem Blick auf das heutige Aufgabenspektrum auch noch die Frage: Brauchen wir dafür unbedingt eine eigene Behörde?
Die ganzen Medienkompetenzprojekte oder so etwas wie "klicksafe", "Internet ABC", "Handysektor", dient doch nur noch dazu, die eigene Existenz der LfM zu rechtfertigen, weil die sonst das ganze Jahr über kaum was zu tun hätten.
Die eigentlich wichtigen Aufgaben der Landesmedienastalten könnten auch von Abteilungen der BNetzA auf Landesebene übernommen werden.

Zitat
Seltener Besucher
Ohne belegbare Zahlen ist das eine leere Behauptung. Dampf ablassen ohne Hintergrund. Vielleicht sollten wir dann bei den Löhnen der Mitarbeiter anfangen? Senken wir diese dann auf portugiesisches oder slowakisches Niveau? Nicht nur bei den LMA, sondern auch bei Dir? Fangen wir doch yuerst mit der Brotfabrik, Schule usw. an, alles richten wir zentral an einer Stelle für ganzes Deutschland ein. Das ist deine Idee?


Ich habe nicht von Lohnsenkungen geschrieben, ich habe lediglich gefragt, ob wir in Deutschland noch 14 Landesmedienanstalten und 14 differierende Mediengesetzgebungen benötigen.

Zitat
Seltener Besucher
Hast Du schon mal ins Gesetz geschaut?


Ganz gewiss intensiver als Du vielleicht denkst.

Zitat
Seltener Besucher
Die LfM ist ein ausführendes Organ, wie die Polizei. Sie ist kein Gesetzgebendes Organ. Das ist das Parlament mit der Staatskanzlei NRW. Was die LfM zu tun oder zu lassen hat, schreibt der Gesetzgeber vor. Auch über die Wettbewerbssituation entscheidet der Gesetzgeber, weil er die Gesetze entsprechend anpasst.


Richtig. Und trotzdem entscheidet der Gesetzgeber nicht darüber, wer konkrete Frequenzen bekommt. Darüber entscheidet die Medienkommission und die orientiert sich in erster Linie an den von den Verwaltungen ausgegebenen Empfehlungen. Und wie kommen diese Empfehlungen zustande? Warum ein Nischenprogramm wie Metropol FM oder Domradio und nicht Now FM? - Das wäre in diesem Kontext die entscheidende Frage!

Zitat
Seltener Besucher
Wie soll die LfM für Wettbewerb sorgen, wenn bis 2014 das Gesetz besagte, dass über die Frequenzen die Staatskanzlei entscheiden soll. Die Frequenzen wurden von der BnetzA an das Land übertragen. Die Staatskanzlei überprüfte erste den Bedarf bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten (EDR, D-Radio), weil das Gesetz es so verlangt hat.


Genau damit beschreibst Du ja die oben erwähnte Komplexität.
Eine einzige Bundesbehörde, die sich angefangen von der Lizenzierung bis hin zur Frequenzvergabe um alles kümmert, würde effizienter arbeiten, weniger kosten und zu einer einheitlichen Programmvielfalt in allen Ballungsräumen Deutschlands beitragen.

von Wellenjaeger - am 16.01.2015 10:53
Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Und wer hält die Auflagen nicht ein?

Kaum ein Veranstalter, was meine These unterstützt.

Wie wäre es mit einem Beispiel oder einem Beweis? Es ist eine leer Behauptung ohne Grundlage.


Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Wellenjaeger
Worüber ist diese Diskussion? Geht es nicht nicht um eine Lizenzvergabe?

Es geht darum, dass eine Behörde sich schützend vor den einzigen Anbieter von privatem Rundfunk stellt und eine Empfehlung für ein Programm ausgibt, das nicht die geringste Gefahr in sich birgt, diesem einen Anbieter gefährlich werden zu können: Metropol FM, Domradio, Klassik Radio ... das sind alles Sender, die ein extrem enges Marktsegment bedienen.

Da Du etwas höher in deinem Post Berlin anführst, wenn wir als Beispiel den TV-Bereich nehmen, gibt es dort Voll- und Spartenprogramme. Wie viele Voll und Spartenprogramme gibt es in Berlin? Nehmen wir an WDR1, WDR 2 und die Lokalradios sind Vollprogramme. Brauchen wir noch mehr Sender, die das gleiche dudeln? Alle anderen Sender sind Spartenprogramme, die nur einen Teil der Gesellschaft ansprechen. Warum sollte jemand NowFM einschalten, wenn er mit 1LIVE zufrieden ist?

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Solltest Du es nicht mitbekommen haben, hat die Ofcom nicht nur einen Sitz und nicht nur eine Kommission, sondern ist genauso föderal aufgestellt.


Kennst Du das Verfahren von der Lizenzierung eines Programms bis hin zur Frequenzvergabe?
Der bürokratische Aufwand ist immens, weil dabei die Landesmedienanstalten, die Staatskanzleien und die BNetzA einbezogen sind. Wir haben es auch mit ganz unterschiedlichen Gesetzestexten zu tun, bspw. den Landesmediengesetzen und dem TKG, die nicht vollständig kompatibel zueinander sind und daher nachträglich aneinander angelichen werden müssen.


Die Angleichung von Gesetzen ist nicht die Aufgabe der LfM und eine geringere Anzahl der Landesmedienanstalten ändert nichts daran, denn die Gesetze machen die Landesparlamente. Eine einzige bundesweite LMA müsste 16 verschiedene Landesmediengesetze befolgen, denn die Frequenzen gehören dem Land und nicht dem Bund. Die Länder lassen sich den Einfluss was darauf gespielt wird auch nicht nehmen. Auch wenn die LTE-Frequenzen vom Bund vergeben werden, die Länder wollen mitverdienen.

Zitat
Wellenjaeger
Ich weiß, was es bedeutet, in Deutschland einen privaten Radiosender zu eröffnen und warum fast alle derartigen Versuche scheitern: Das ganze Verfahren ist viel zu aufwendig und kompliziert, daher kommt am Ende niemand zum Zuge.

Klassik Radio hat es geschafft, Sunshine Live auch, also geht es.

Zitat
Wellenjaeger
Meine These lautet: Es ist bewusst so strukturiert, damit außer den großen Medienkonzernen niemand auf Sendung gehen kann.

Stimmt die These? Die Kirchen können Bundesweit senden.
Nehmen wie rein hypothetisch an, dass Deutschlandfunk sein UKW-Frequenzen räumt, wer könnte sich leisten die Sendekette zu übernehmen? Eine kleine Klitsche? Das Problem von DAB+ ist u.a., dass es in Deutschland keinen bundesweiten Hörfunkwerbemarkt gibt. Klassik Radio fährt doch gut damit auch regionale Werbung in Berlin und Bayern ausspielen zu dürfen.


Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Auch in Deutschland gibt es nicht 16 Landesmedienanstalten, einige Länder haben sich zusammengetan, wie Berlin und Brandenburg oder Hamburg und Schleswig-Holstein.
Ob die Landesmedienanstalten 14 Sitze haben oder 4 ist egal. Stell Dir vor, die hätten nur einen Sitz und die Mitarbeiter müssten zu den Sitzungen der Parlamente stets anreisen, was das kosten würde.


Eine einzige Behörde zu schaffen, die sowohl für die Lizenzierung der Programmveranstalter, als auch für die Frequenzvergabe zuständig ist, die selbstverständlich Ableger auf Landesebene haben darf, ist nicht nur kostengünstiger, sondern weitaus effizienter, da weniger bürokratisch.


Eine Behörde, die dann nach 16 unterschiedlichen Gesetzen tanzen darf, weil Rundfunk = Kultur = Ländersache.

Zitat
Wellenjaeger
Vor allem brauchen wir eine einheitliche nationale Gesetzgebung im Hinblick auf Lizenzierungsfragen. Dann gäbe es eben nicht das Problem, dass in Berlin 20 verschiedene private Programme auf Sendung sind und in Köln oder Düsseldorf nur ein einziges.


Mein Lieblingsthema. Von Geografie keine Ahnung, aber Klugscheißen kann der Mensch. Da kann ich nur sagen, zurück in die Schule und Nachsitzen!

Wie viele Städte gibt es in Brandenburg mit:
500 Tsd. Einwohnern: 0
400 Tsd. Einwohnern: 0
300 Tsd. Einwohnern: 0
200 Tsd. Einwohnern: 0
100 Tsd. Einwohnern: 1
50 bis 100 Tsd. Einwohnern: 3

Das bedeutet, dass man viele Frequenzen in Berlin nutzen kann.

In Düsseldorf gibt es nur ein Hörfunkprogramm? Wow! Was für eine Wissenslücke! Ich gratuliere!

Köln ist groß, aber nach Köln kommt nicht Düsseldorf, sondern der Kreis Recklinghausen mit mehr Einwohnern als die Landeshauptstadt. Oder üben wir hier Kirchturmdenken aus?

Hausaufgaben:
http://www.citypopulation.de/Deutschland-Brandenburg_d.html
http://www.citypopulation.de/php/germany-nordrheinwestfalen_d.php

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Ein Bundesland mit 17 Millionen Einwohnern soll sich keine LMA leisten, die Niederlande mit 16 Millionen Einwohnern soll sich das Commissariaat voor de Media leisten dürfen? Wenn es nach Dir geht, legen wir dann auch Entidade Reguladora para a Comunicação Social in Portugal mit Myndigheten för radio och tv in Schweden zusammen, weil die Länder gemeinsam auf schlappe 21 Millionen Einwohner kommen?


Das habe ich weder behauptet noch intendiert.

Doch, Du willst eine LMA für ganz Deutschland, wie es in den anderen Ländern der Fall ist. Sogar Belgien hat 3 LMAs!

Zitat
Wellenjaeger
Ich habe lediglich die Frage aufgeworfen, was die Landesmedienanstalten das ganze Jahr über machen und dann stelle ich mir mit einem Blick auf das heutige Aufgabenspektrum auch noch die Frage: Brauchen wir dafür unbedingt eine eigene Behörde?

Nein, wir brauchen die Behörde nicht, wir können die Aufgaben anders verteilen. Du bist den Beweis schuldig, dass es dann billiger wird. Ob das Regierungsbezirk Düsseldorf oder die LfM NRW das Telemediengesetz beaufsichtigt ist mir egal. Fakt ist, dass diese Aufgabe von der Reg.-Bez. an die LfM übertragen wurde, was aus meiner Sicht aus Sinn macht.

Zitat
Wellenjaeger
Die ganzen Medienkompetenzprojekte oder so etwas wie "klicksafe", "Internet ABC", "Handysektor", dient doch nur noch dazu, die eigene Existenz der LfM zu rechtfertigen, weil die sonst das ganze Jahr über kaum was zu tun hätten.

Die Vermittlung der Medienkompetenz kann man auch einer anderen Behörde übertragen. Dennoch fehlt der Beweis, dass es billiger wird. Unabhängiger wird es dadurch nicht.

Zitat
Wellenjaeger
Die eigentlich wichtigen Aufgaben der Landesmedienastalten könnten auch von Abteilungen der BNetzA auf Landesebene übernommen werden.

Können sie nicht, denn die BnetzA wird direkt vom Staat finanziert. Die LMAs von den Bürgern über den Rundfunkbeitrag. Wenn wir es machen, dann sind wir im Puttins Russland angekommen.

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Ohne belegbare Zahlen ist das eine leere Behauptung. Dampf ablassen ohne Hintergrund. Vielleicht sollten wir dann bei den Löhnen der Mitarbeiter anfangen? Senken wir diese dann auf portugiesisches oder slowakisches Niveau? Nicht nur bei den LMA, sondern auch bei Dir? Fangen wir doch yuerst mit der Brotfabrik, Schule usw. an, alles richten wir zentral an einer Stelle für ganzes Deutschland ein. Das ist deine Idee?

Ich habe nicht von Lohnsenkungen geschrieben, ich habe lediglich gefragt, ob wir in Deutschland noch 14 Landesmedienanstalten und 14 differierende Mediengesetzgebungen benötigen.

Und das Ziel ist es? Leichter einen Behördenchef zu beeinflussen als jetzt 14?

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Hast Du schon mal ins Gesetz geschaut?

Ganz gewiss intensiver als Du vielleicht denkst.

Nach den Aussagen in deinem Post habe ich berechtigte Zweifel darn. Du greifst die LfM als Behörde an. Das spricht nicht dafür, dass Du das Gesetz kennst und deren Entstehung. Vor allem vermisse ich die Kenntnisse der Gewaltenteilung.

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Die LfM ist ein ausführendes Organ, wie die Polizei. Sie ist kein Gesetzgebendes Organ. Das ist das Parlament mit der Staatskanzlei NRW. Was die LfM zu tun oder zu lassen hat, schreibt der Gesetzgeber vor. Auch über die Wettbewerbssituation entscheidet der Gesetzgeber, weil er die Gesetze entsprechend anpasst.

Richtig. Und trotzdem entscheidet der Gesetzgeber nicht darüber, wer konkrete Frequenzen bekommt. Darüber entscheidet die Medienkommission und die orientiert sich in erster Linie an den von den Verwaltungen ausgegebenen Empfehlungen. Und wie kommen diese Empfehlungen zustande? Warum ein Nischenprogramm wie Metropol FM oder Domradio und nicht Now FM? - Das wäre in diesem Kontext die entscheidende Frage!

Ich habe die Staatskanzelei mit dem Gesetzgeber gleich gesetzt, das ist eine verkürzte Darstellung.
Doch die Gesetze sind doch jetzt erst in NRW korrigiert worden. Die Frequenzen gingen von der BnetzA zuerst an das Land = Staatskanzelei NRW, daran hat sich nichts geändert. Dann gab es eine Bedarfsüberprüfung nach dem alten Telemedienzuständigkeitsgesetz und dann gingen die Frequenzen an die LfM NRW, meistens aber nicht, weil Bedarf angemeldet wurde. Wenn Du einer anderen Meinung bist, dann bitte ich um eine Quellenangabe!

Zitat
Wellenjaeger
Zitat
Seltener Besucher
Wie soll die LfM für Wettbewerb sorgen, wenn bis 2014 das Gesetz besagte, dass über die Frequenzen die Staatskanzlei entscheiden soll. Die Frequenzen wurden von der BnetzA an das Land übertragen. Die Staatskanzlei überprüfte erste den Bedarf bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten (EDR, D-Radio), weil das Gesetz es so verlangt hat.

Genau damit beschreibst Du ja die oben erwähnte Komplexität.
Eine einzige Bundesbehörde, die sich angefangen von der Lizenzierung bis hin zur Frequenzvergabe um alles kümmert, würde effizienter arbeiten, weniger kosten und zu einer einheitlichen Programmvielfalt in allen Ballungsräumen Deutschlands beitragen.


Kirchturmdenken. Warum sollen die Ballungsräume begünstigt werden? Das widerspricht dem Grundgesetz.

Grundgesetz
I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19)
Artikel 3


  1. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
  2. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
  3. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


von Seltener Besucher - am 16.01.2015 14:17
Zitat
Seltener Besucher
Wie wäre es mit einem Beispiel oder einem Beweis? Es ist eine leer Behauptung ohne Grundlage.


Es gibt einige wenige Fälle, wo die Inhalte eines TV-Programms gerügt und sogar Bußgelder verteilt wurden, aber das sind eher Ausnahmen.

Zitat
Seltener Besucher
Da Du etwas höher in deinem Post Berlin anführst, wenn wir als Beispiel den TV-Bereich nehmen, gibt es dort Voll- und Spartenprogramme. Wie viele Voll und Spartenprogramme gibt es in Berlin? Nehmen wir an WDR1, WDR 2 und die Lokalradios sind Vollprogramme. Brauchen wir noch mehr Sender, die das gleiche dudeln? Alle anderen Sender sind Spartenprogramme, die nur einen Teil der Gesellschaft ansprechen. Warum sollte jemand NowFM einschalten, wenn er mit 1LIVE zufrieden ist?


Man muss das differenziert betrachten.
Natürlich brauchen wir nicht mehr vom immer Gleichen.
Ich bin ganz klar für die Etablierung von Spartenprogrammen, aber dann bitte nicht auf den letzten noch brauchbaren Frequenzen im Lande.
Bei NOWFM finde ich vor allem den interaktiven Ansatz interessant: Über die Einnahmen aus der UKW-Verbreitung soll ein ähnlicher Dienst wie Laut.fm und Radionomy etabliert werden.

Zitat
Seltener Besucher
Die Angleichung von Gesetzen ist nicht die Aufgabe der LfM und eine geringere Anzahl der Landesmedienanstalten ändert nichts daran, denn die Gesetze machen die Landesparlamente. Eine einzige bundesweite LMA müsste 16 verschiedene Landesmediengesetze befolgen, denn die Frequenzen gehören dem Land und nicht dem Bund.


Deshalb habe ich anfänglich bewusst auf die Kulturhoheit der Länder verwiesen.
Das föderalistische Prinzip ist an sich nicht schlecht, wenn es aber dazu führt, dass Bürger, die in bestimmten Bundesländern leben, gegenüber jenen in anderen Bundesländern benachteiligt werden, ist das ein Problem.
Wer in Berlin oder Nürnberg sein Radio einschaltet, bekommt eine größere Auswahl geboten als in Köln oder Dortmund.

Noch viel schlimmer ist die Lage im Bildungsbereich: Es macht einen Unterschied, ob jemand in Nordrhein-Westfalen, Bremen oder Berlin-Brandenburg sein Abitur macht oder in Sachsen oder Baden-Württemberg. Mit einem in Bayern erworbenen qualifizierenden Hauptschulabschluss kann man problemlos einen Job finden, mit einem Hauptschulabschluss aus Nordrhein-Westfalen musst man dagegen Glück haben, nicht bei Hartz-IV zu landen.
Wie reagiert die NRW-Landesregierung auf diesen Umstand? - Sie entscheidet kurzerhand, alle Hauptschulen abzuschaffen, als ob dadurch das Problem gelöst würde, und setzt sogar noch eins drauf, indem sie beschließt, dass künftig auch Schüler mit Lern- und geistigen Behinderungen an Regelschulen unterrichtet werden (Stichwort: Inklusion).
Der völlig falsche Weg, denn Schüler müssen gemäß ihrer kognitiven Fähigkeiten gezielt gefördert werden; das geht am besten über entsprechende Schultypen.
Übrigens war es bereits vor 20 Jahren kein Problem, dass Schüler mit einer reinen Körperbehinderung Regelschulen besuchten. Neu ist nur, das plötzlich auch Lern- und Geistigbehinderte auf's Gymnasium dürfen, wenn die Eltern darauf bestehen.
Es sind nun mal nicht alle Menschen gleich, deshalb darf man nicht alle in einen Topf werfen, bzw. auf die gleiche Schule schicken. Lernschwache müssen auf andere Art gefördert werden wie Hochbegabte.
Vor diesem Hintergrund sollte auch die Bildungspolitik eine nationale Angelegenheit sein und nicht, so wie jetzt, Ländersache.
Wer in Bremen zur Schule geht, sollte die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wie jemand aus Bayern.

Zitat
Seltener Besucher
Klassik Radio hat es geschafft, Sunshine Live auch, also geht es.


Dass Klassik Radio in fast allen Bundesländern Frequenzen zugesprochen bekommen hat, beruht auf der Tatsache, dass die ein Programm machen, das Hörerschichten erreicht, die die übrigen mainstreamorientierten Sender nicht einschalten und damit diesen auch nicht gefährlich werden.
Wann immer Frequenzen ausgeschrieben werden, ist Klassik Radio also ein aussichtsreicher Kandidat.
Sunshine Live dagegen verfügt ausschließlich in Baden-Württemberg über UKW-Frequenzen, sonst in keinem anderen Bundesland.

Zitat
Seltener Besucher
Mein Lieblingsthema. Von Geografie keine Ahnung, aber Klugscheißen kann der Mensch. Da kann ich nur sagen, zurück in die Schule und Nachsitzen!


Bitte nicht unter die Gürtellinie gehen (ich tue das schließlich auch nicht).

Zitat
Seltener Besucher
Das bedeutet, dass man viele Frequenzen in Berlin nutzen kann.


Das könnte man in Nordrhein-Westfalen auch, wenn es nicht so viele Lokalfunkprogramme gäbe, die zahlreiche Frequenzen in Beschlag nehmen.
Die ganzen Lokalsender im Ruhrgebiet könnten zu zwei bis drei Programmen zusammengelegt werden, deren Verbreitung dann über leistungsstärkere Umsetzer erfolgt. Damit würden auf einen Schlag Übertragungskapazitäten für weitere Programme frei.
Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen keine FM-Zerobase, die würde allein nicht viel bringen, sondern eine Umstrukturierung der bestehenden Rundfunklandschaft.

Zitat
Seltener Besucher
Die Vermittlung der Medienkompetenz kann man auch einer anderen Behörde übertragen. Dennoch fehlt der Beweis, dass es billiger wird. Unabhängiger wird es dadurch nicht.


Medienkompetenz sollte in erster Linie durch die Schulen vermittelt werden.
Natürlich haben auch Eltern hier eine wichtige Aufgabe: Kinder sollte man grundsätzlich nicht allein im Internet surfen lassen. Jugendliche erst ab einem bestimmten Alter.

Zitat
Seltener Besucher
Können sie nicht, denn die BnetzA wird direkt vom Staat finanziert. Die LMAs von den Bürgern über den Rundfunkbeitrag. Wenn wir es machen, dann sind wir im Puttins Russland angekommen.


Mit Verlaub: Der letzte Satz ist doch absurd! - Du willst doch nicht ernsthaft einen demokratischen Staat wie das Vereinigte Königreich mit seiner Ofcom oder die USA mit ihrer FCC mit Russland vergleichen!

Dass die LMAs über den Rundfunkbeitrag und die BNetzA vom Staat finanziert wird, lässt sich abwandeln: Wenn die LMAs aufgelöst und im Zuge dessen Aufgaben auf die BNetzA übertragen werden, bekommt die BNetzA dafür mehr Geld vom Staat. Ich sehe da kein Problem.
Strukturen lassen sich in einem demokratischen Staat ändern, sofern ein mehrheitlicher Wille dazu vorhanden ist.

Zitat
Seltener Besucher
Und das Ziel ist es? Leichter einen Behördenchef zu beeinflussen als jetzt 14?


Verfilzte Strukturen gedeihen eher auf einer kleinteiligen Ebene.

Zitat
Seltener Besucher
Nach den Aussagen in deinem Post habe ich berechtigte Zweifel darn. Du greifst die LfM als Behörde an. Das spricht nicht dafür, dass Du das Gesetz kennst und deren Entstehung. Vor allem vermisse ich die Kenntnisse der Gewaltenteilung.


Ich greife die LMAs nicht an, ich frage mich lediglich, ob diese heute noch eine Existenzberechtigung haben, in einer Zeit, in der kaum noch neue Frequenzen vergeben werden.
Denkbar wäre es auch, die ZAK zu einer bundesweiten Behörde auszubauen und im Gegenzug die LMAs aufzulösen. Dass dies bestens funktioniert, sehen wir am Beispiel des Bundesmuxes; das ließe sich auch auf UKW ausdehnen.

Zitat
Seltener Besucher
Doch die Gesetze sind doch jetzt erst in NRW korrigiert worden. Die Frequenzen gingen von der BnetzA zuerst an das Land = Staatskanzelei NRW, daran hat sich nichts geändert. Dann gab es eine Bedarfsüberprüfung nach dem alten Telemedienzuständigkeitsgesetz und dann gingen die Frequenzen an die LfM NRW, meistens aber nicht, weil Bedarf angemeldet wurde. Wenn Du einer anderen Meinung bist, dann bitte ich um eine Quellenangabe!


Wo außer der zweiten Kette eh keine Frequenzen mehr zu vergeben sind kann man de jure viel ändern, de facto ändert das jedoch nichts.

Zitat
Seltener Besucher
Kirchturmdenken. Warum sollen die Ballungsräume begünstigt werden? Das widerspricht dem Grundgesetz.


Diese Logik erschließt sich mir nicht.
Ich kann auch nicht verlangen, dass es in jeder Kleinstadt einen Discounter gibt, nur weil ich nicht im Tante-Emma-Laden einkaufen möchte.

Überall auf der Welt ist es so, dass als erstes die Ballungsräume mit privaten Radioprogrammen versorgt werden, danach, falls es sich rentiert, die dünner besiedelten Gebiete.
Was aber nicht geht, und was mal wieder ein typisches Beispiel für eine sozialdemokratisch gefärbte Rundfunkpolitik ist: Man beschließt, ein flächendeckendes Netz als werbefinanzierten Lokalsendern zu schaffen, ohne darauf zu schauen, ob in den jeweiligen Sendegebieten der Werbemarkt das überhaupt hergibt.
Warum wehren sich denn die Locals gegen jeden anderen Anbieter, der außer ihnen die Kette bekommen könnte, und fahren jetzt sogar noch schweres Geschütz auf, sollte die zweite Kette nicht an Dein FM gehen? - Weil das ganze System nur durch Quersubventionierungen und Konkurrenzverhinderung am Leben erhalten wird!
Ein Radio Köln oder eine Antenne Düsseldorf muss dann eben ein Radio Herne unterstützen, denn letzteres kann sich aus eigenen Kräften nicht selbst finanzieren und die Werbeeinnahmen von Radio Köln oder Antenne Düsseldorf dürfen ebensowenig geschmälert werden. Deshalb laufen die sogar gegen einen zweiten Lokalsender in der Landeshauptstadt Sturm.

von Wellenjaeger - am 16.01.2015 17:00
@Seltener Besucher
Zitat

Wie viele Voll und Spartenprogramme gibt es in Berlin? Nehmen wir an WDR1, WDR 2 und die Lokalradios sind Vollprogramme. Brauchen wir noch mehr Sender, die das gleiche dudeln?

:confused: Das geht doch nahezu überall anders auch. Selbst in Meck-Pom gibt es 2 private (in Worten zwei) Sender.
Und 104.6 RTL, 94,3 rs2, Spreeradio, NRJ, Kiss & Co. in Berlin würde ich schon in den Bereich "Vollprogramme" einordnen.

Zitat

Warum sollte jemand NowFM einschalten, wenn er mit 1LIVE zufrieden ist?

Äh, einfach nur deshalb, weil es eine Art Alternative zu 1Live sein kann? Also wenn dort z. B. Werbung oder ein nerviger Song läuft (und auch umgekehrt).

Zitat

Mein Lieblingsthema. Von Geografie keine Ahnung, aber Klugscheißen kann der Mensch. Da kann ich nur sagen, zurück in die Schule und Nachsitzen!

Wie viele Städte gibt es in Brandenburg mit:
500 Tsd. Einwohnern: 0
400 Tsd. Einwohnern: 0
300 Tsd. Einwohnern: 0
200 Tsd. Einwohnern: 0
100 Tsd. Einwohnern: 1
50 bis 100 Tsd. Einwohnern: 3

Das bedeutet, dass man viele Frequenzen in Berlin nutzen kann.

Er hat doch nur geschrieben, dass in Berlin 20 Sender on Air sind, in Großstädten wie K oder D nur ein privater Sender. Was hat das jetzt mit dem Land Brandenburg und deren Städte und Einwohner zu tun?
Ich denke mal, rund um die Stadt Münster gibt es auch keine Stadt, die mehr als 50.000 Einwohner hat. Und hat MS etwa 2 Privatsender weil die Fläche dort eher dünn besiedelt ist udn deswegen keine UKW-Frequenz abbekommen hat wie Brandenburg/Havel oder Bad Freienwalde im Vergleich zu Berlin?

Zitat
In Düsseldorf gibt es nur ein Hörfunkprogramm? Wow! Was für eine Wissenslücke! Ich gratuliere!
Und was sind neben Antenne Düsseldorf konkret die weiteren privaten Programme oder das weitere Programm auf UKW in Düsseldorf aus Düsseldorf für Düsseldorf? Das Uni-Radio würde ich jetzt nicht als vergleichbaren Privatsender bezeichnen.
Und jetzt komme bitte nicht mit NEWS oder dem NRW-Local vom Langenberg oder sonstigen einstrahlenden NRW-Locals. Oder gar mit den Holländern oder Fernempfang RPR 1.
In Düsseldorf gibt es EINEN Privatsender. Und im Kreis RE auch (nur).
In vergleichbar großen Städten außerhalb NRW gibt es i. d. R. da deutlich mehr Sender aus einer Stadt für eben diese Stadt. Z. B. Nürnberg, Leipzig oder Stuttgart. Oder Erfurt. Oder gar Weiden und Amberg.



von Schwabinger - am 16.01.2015 17:12
Zitat
Wellenjaeger
"Nur Zeitungsverleger dürfen kommerzielles Radio veranstalten, niemand sonst." - Dass dies so sein mag, möchte ich nicht bestreiten. Ob dieser massive Eingriff in die Unternehmensfreiheit eines demokratischen Staates würdig ist, steht auf einem anderen Blatt.


Dürfen Sie eben nicht:

LMG NRW:
§ 33 Sicherung der Meinungsvielfalt
(1) Landesweiter oder in Teilen des Landes veranstalteter Rundfunk kann über alle technischen Übertragungswege in Nordrhein-Westfalen verbreitet werden. Zur Sicherung der Meinungsvielfalt gelten die nachfolgenden Zulassungsbeschränkungen.

(2) Kein Unternehmen (natürliche oder juristische Person oder Personenvereinigung) darf selbst oder durch ein anderes Unternehmen vorherrschende Meinungsmacht im Geltungsbereich dieses Gesetzes erlangen.

§ 33a Veranstaltung von und Beteiligung an Rundfunkprogrammen durch Presseunternehmen
(1) Unternehmen, die im Zeitungs- oder Zeitschriftenmarkt in einem Verbreitungsgebiet oder einem abgrenzbaren Teil des Verbreitungsgebietes eine marktbeherrschende Stellung entsprechend § 19 GWB innehaben, sowie mit diesen Unternehmen verbundene Unternehmen im Sinne des § 17 Aktiengesetz, dürfen

1. selbst keinen Rundfunk in diesem Verbreitungsgebiet veranstalten und sich an einem Unternehmen, das in diesem Verbreitungsgebiet Rundfunk veranstaltet, höchstens mit bis zu 25 vom Hundert der Kapital- oder Stimmrechtsanteile beteiligen.

(...)

(2) Von den Beschränkungen des Absatzes 1 Nr. 1 ist abzusehen, wenn durch wirksame Vorkehrungen eine Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht sichergestellt ist. In diesem Fall entfällt für dieses Unternehmen in Bezug auf die konkrete Beteiligung auch die Beschränkung des Absatzes 1 Nr. 2. Als wirksame Vorkehrungen zur Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht gelten


Zitat
Noch'n Saarländer
Vergiss mir die Kreise / kreisfreien Städte nicht. Denen gehören fast überall 25% der BGs.


Es sind in einigen Städten die Eigenbetriebe, wie Stadtwerke.

Lokalfunk Dortmund Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG
Gegenstand der Gesellschaft ist die Wahrnehmung folgender Aufgaben, die sich aus dem Landesmediengesetz für den Betrieb lokalen Rundfunks ergeben:

die zur Produktion und zur Verbreitung des lokalen Rundfunks erforderlichen technischen Einrichtungen zu beschaffen und der Veranstaltergemeinschaft zur Verfügung zu stellen,

der Veranstaltergemeinschaft die zur Wahrnehmung ihrer gesetzlichen und durch Vereinbarung bestimmten Aufgaben erforderlichen Mittel in vertraglich bestimmtem Umfang zur Verfügung zu stellen,

für die Veranstaltergemeinschaft den in § 74 Landesmediengesetz genannten Gruppen Produktionshilfen zur Verfügung zu stellen,

Hörfunkwerbung zu verbreiten.
Das Kommanditkapital verteilt sich wie folgt:
Gesellschafter Anteile am Kommanditkapital in in %
Ruhr-Nachrichten Verlag & Co. KG, Dortmund 39,6
Zeitungsverlag Westfalen GmbH & Co. KG, Essen 35,4 35,4
Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) 25,0 25,0
Kommanditkapital zum 31.12.2011 100,0 100,0
Quelle: http://www.dortmund.de/media/p/lokalpolitik/beteiligungsberichte/Beteiligungsbericht_2011_2012.pdf

von Seltener Besucher - am 17.01.2015 13:05
Zitat
Bolivar diGriz
Außerdem gibt es noch die ganzen Campussender in NRW, und den BFBS. Der Frequenzmangel ist durchaus vorhanden.


Es ist kein Frequenzmangel, es ist die Verteilung. Wenn das Gesetz so formuliert war, dass der WDR und die D-Radios zur Sicherung ihres Auftrags stellenweise bis zu 8 Frequenzen haben, z.B. im Ruhrgebiet
1. WDR 1Live
2. WDR 2
3. WDR 3
4. WDR 4
5. WDR 5
6. WDR FHE
7. DLF
8. D-Radio

Die übrigen Teilnehmer:
9. Lokalradio
10. Uniradio (17 Frequenzen)
11. BFBS Radio 1
12. BFBS Radio 2

Was für die Herrn von den nord- und süddeutschen Dörfern unbegreiflich ist, ist die Bevölkerungsdichte und die zu versorgende Fläche. Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund und Kreis RE alle mit einem Abstand von etwa 20-30 km zueinander.

Nehmen wir mal München – Ingolstadt – Nürnberg, dazwischen liegen immer 70-80 km. Die Stadt-Frequenzen aus München können in Ingolstadt oder Nürnberg wiederverwendet werden.

An Rhein und Ruhr sind die Abstände noch kleiner ca 50 km, z. B. Düsseldorf – Witten oder Essen – Hamm, das geht nur auf Kosten der Leistung und somit der Reichweite.

Die Situation ist nicht der LfM oder dem LMG geschuldet, sondern dem Rundfunkstaatsvertrag und der Staatskanzelei NRW, unabhängig davon wer regiert hat. Der Versorgungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender steht nun mal im Gesetz und gegen dessen Aufweichung haben die ARD-Sender mit langen Vorträgen im Landtag protestiert.

Es schrieb jemand oben, dass im Münster ein zweites Privatradio senden könnte. Sicherlich ist es so, es muss die Frequenz 102,2 MHz von BFBS Radio 2 an das Land zurück gegeben werden und dann steht einer Ausschreibung nichts im Wege.

Zitat
RadioNORD
Deshalb gibt es in NRW ja auch das Zwei-Säulen-Modell. Die Zeitungsverlage selbst veranstalten den Lokalfunk nicht. Veranstalter im eigentlichen Sinne sind die Veranstaltergemeinschaften, in denen "alle gesellschaftlich relevanten Gruppen" vertreten sein sollen. Sie haben die Verantwortung für das Programm inne. Die Betriebsgesellschaften, die zu nicht unwesentlichen Teilen den Zeitungsverlagen gehören, stellen Technik und Räume zur Verfügung, verdienen im Gegenzug aber durch die Werbung Geld. Auf Programminhalte dürfen sie (eigentlich) keinen Einfluss nehmen...
Das ist jetzt stark vereinfacht ausgedrückt, umschreibt aber den Kern.


Gut, dass ich es nicht schreiben muss. Weiß ich seit 1990. Schrieb das doch den Herrn aus Bayern.

von Seltener Besucher - am 17.01.2015 13:46
Es wird vergessen, dass viele für den Lokalfunk geplante Frequenzen, an WDR 1Live gegangen sind. Auch wenn man die Lokalfunkfrequenzen wieder zusammenfügen würde, die Reichweite wäre geringer als beim WDR. Zwei Beispiele:

1. In Münster wurden die Versuchsendungen auf der 107,9 MHz durchgeführt, die dort mit 25 kW koordiniert ist. Das Lokalradio ist auf der 95,4 MHz gestartet, die mit nur 6 kW in der BnetzA-Datenbank aufgeführt wird.

2. Für Radio Neandertal wurde die 106,7 MHz getestet, das Lokalradio ist da auf der 97,6 MHz gestartet. Die 106,7 MHz ist mit 100 kW koordiniert, die 97,6 MHz nur mit 10 kW.

Sicherlich macht die Ausstrahlung eines landesweiten Programms mit 100 kW mehr Sinn, als ein Frequenz-Flickenteppich, doch diese Entscheidung ist unumkehrbar.

Auch die 88,1 MHz am Teutoburger Wald hat große Einzüge im Vergleich zu den WDR-Frequenzen und wurde deshalb geschlachtet. Auch die 107,5 MHz in Bielefeld hat nur 70 kW im Vergleich zu Teutoburger Wald mit 100 kW. Wie man es dreht und wendet, ein landesweites Radio auf den heutigen Lokalfunkfrequenzen hätte nicht die Reichweite, die der WDR hat. Wahrscheinlich müsste man Empfangslöcher stopfen und damit einen weiteren Anbieter auf Müllfrequenzen verhindern.

Geht die neue Frequenzkette an dein.fm, gebe es vielleicht die Bereitschaft die Frequenzen der Lokalradio und der neuen Kette zu optimieren. Ein neuer Anbieter wird bei Optimierung schwer haben. Die Frequenzen der neuen Kette sind dem Lokalfunk schon mal angeboten worden. Doch ein Tausch würde für den Lokalfunk selbst keinen Sinn machen.

Geht diese Kette so on Air, wie sie koordiniert ist, dann wird man damit kein Geld verdienen. Ich kann die Empfehlung der LfM aus wirtschaftlichen Gründen und auch politisch nachvollziehen. Ohne die noch aktiven BFBS-Frequenzen ist das eine Geldvernichtungsmaschine.

Für Metropol FM spricht, dass die Community selbst für dieses Programm Werbung untereinander machen wird. Dagegen spricht, dass in einigen Städten die Anzahl der potenziellen Hörer unter 2 % der Gesamtbevölkerung liegt.

Für Domradio spricht die vorhandene Struktur, Satellitenantenne auf die Türme und abgeht es. Zusätzlich macht Domradio dann Werbung für DAB+.

Für dein.fm spricht die vorhandene Struktur, aber nicht die Besitzverhältnisse.

Auch Klassik Radio wäre ein guter Kandidat. Die machen ein paar Veranstaltungshinweise für NRW, schalten die Werbung und dudeln klassische Musik und machen Werbung für DAB+.

Jeder neuer Anbieter muss die Strukturen erst aufbauen, das ist bei dieser Kette nicht zu finanzieren und das weiß die LfM auch. Alle, die sich darauf bewerben, hoffen auf die BFBS-Frequenzen. Die LfM könnte die 103,0 MHz in Bielefeld einzeln ausschreiben und den Rest einzeln ausschreiben. Damit wäre die Diskussion um den geringen Wettbewerb endgültig vom Tisch.

von Seltener Besucher - am 18.01.2015 01:06
Der Zeitungsartikel vom Samstag ist eine verkürzte Wiedergabe einer Pressemitteilung von deinfm. Diese findet man im vollen Text bei der Radiowoche:

http://www.radiowoche.de/ukw-kette-in-nrw-frequenzvergabe-gefaehrdet-existenz-des-lokalfunks/

Zitat

„Bei dieser Vergabe geht es um mehr als die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Sender. Hier steht die Zukunft des Lokalfunks auf dem Spiel“, warnt Fritz-Joachim Kock, Vorsitzender des Verbands Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e.V. (VLR). „Ich setze mich dafür ein, dass es auch weiterhin eine unabhängige lokale Berichterstattung in NRW geben wird. Die Alternative wäre ein Programm, in dem die Menschen aus der Region und das Bedürfnis nach Informationen aus ihrem unmittelbaren Umfeld zunehmend weniger Berücksichtigung finden.“


So, so!

Zitat

„Ein Stück Identität“
Der Lokalfunk ist ein wichtiger Eckpfeiler des lokalen Journalismus in Nordrhein-Westfalen. Er ist Plattform für lokale Nachrichten über politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse vor Ort. Fritz-Joachim Kock: „Für die Städte, Kreise und Gemeinden in NRW ist der Lokalfunk deshalb auch ein Stück Identität. Über ihn kommunizieren Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Gruppen mit der Bevölkerung. Sein Fehlen würde die lokale Medienvielfalt stark einschränken.“


Ach was!

Zitat

Verschärfte ökonomische Rahmenbedingungen
Der Lokalfunk erreicht in weiten Teilen des Landes Millionen Hörerinnen und Hörer. Die Werbeerlöse der privaten Radiosender in Deutschland sind in den letzten Jahren jedoch um 20 Prozent eingebrochen. Verantwortlich hierfür sind die zunehmende Digitalisierung der Medienlandschaft, Veränderungen im Mediennutzungsverhalten und die Öffnung des lokalen Werbemarktes für deutschlandweit sendende TV-Veranstalter. Jan-Uwe Brinkmann, ebenfalls Geschäftsführer des Senders „deinfm“: „Bisher hat der Lokalfunk solide gewirtschaftet. Doch bis zum Jahr 2017 werden sich die finanziellen Einnahmen des Lokalfunks aus der nationalen Werbung im Vergleich zu 2007 nahezu halbieren. Die meisten unserer Lokalradiostationen rutschen so in die roten Zahlen. Diesem Szenario würde die LfM mit einem klaren Bekenntnis zum Lokalfunk etwas entgegensetzen.“


Anscheinend sieht man das bei der LfM nicht so dramatisch.

Zitat

Die von der LfM erstellte Beschlussvorlage favorisiert aktuell den Sender „Metropol FM“. Daneben gibt auch noch Befürworter für weitere Nischenprodukte wie z. B. „DOM Radio“. „Metropol FM“ sendet überwiegend auf türkisch, das „DOM Radio“ des Erzbistums Köln bedient seinerseits eine sehr spezifische Zielgruppe. Dies widerspricht nach Ansicht des Lokalfunks dem Gebot der Angebotsvielfalt, dem zentralen Kriterium bei dieser Vergabe. Denn ein Hörfunkprogramm, das sich an spezielle Gruppen richtet, schließt große Teile der Bevölkerung von seinem Informations- und Unterhaltungsangebot aus.


Das Kriterium "Anbietervielfalt" ist da wohl nebensächlich. Und warum soll man sich beim 10. UKW-Programm in NRW (ohne BFBS) nicht an eine Minderheit wenden. Und richtet sich deinfm nicht auch an eine Minderheit, nämlich die der Unter-30-Jährigen?

von Manfred Z - am 18.01.2015 11:41
Zitat
Marcus.
Auf der anderen Seite verstehe ich Radio NRW nicht, wenn sich die Lokalen nicht rechnen, dann muss ich eben die Gebiete größer machen und könnte durch die Einsparungen auch das lokale Programm noch etwas ausweiten.


Gegen die Vergrößerung der Gebiete ist die LfM NRW. Bis jetzt läuft das System einwandfrei – eine Ausnahme ist die Welle West. Das es so lange so gut läuft, hätten die Gründungsväter nicht gedacht und einige sind schon unter der Erde. Es ist von Anfang an gesagt worden, 1/3 macht Gewinn, 1/3 trägt sich und 1/3 macht Verlust. Im Kreis Coesfeld wurde im laufe der Jahre die BG getauscht, im EN-Kreis wollte SunshineLive rein und dann doch nicht. Hätten Sie damals gemacht, wären sie wahrscheinlich der Favorit heute für die neue UKW-Kette. Heute senden sie auf DAB+.

Auch Radio NRW hatte mit PowerRadio bereits eine Jugendwelle betrieben. Klar hatte damals keiner DAB-Empfänger, aber die haben auch auf ADR gesetzt und waren nicht einmal im Kabelnetz drin.

Es spricht einiges gegen größere Lokalfunkgebiete. Man könnte sagen die Stadt Hamm oder die Stadt Herne sind zu klein und müssen mit einer anderen Stadt oder einem Kreis verschmolzen werden. Doch schaut man sich die Einschaltquote an, wird jeder die Finger von diesen Sendern lassen. Gegenbeispiel: REL. Ein Radio für drei Städte, für keine so ganz. Alle Kreissender im Ruhrgebiet haben eine geringere Einschaltquote als Kreissender in den Randbereichen. Die Verschmelzung zieht die Einschaltquote der Stadtsender in den Keller. Die Welle Niederrhein protz mit ihrer Einschaltquote nicht (ich habe keine gefunden), es ist aber so ein zusammengesetztes Gebiet und prompt fangend die Probleme an.

Der Standpunkt von Daniel Fiene spricht im Nebensatz das an, was er als Insider weiß. Die Beliebtheit von Radio NRW bei den Betriebsgesellschaften und den Lokalradios ist im Keller. Er spricht doch an, „wenn noch selbst gemachte Probleme hinzukommen, ist das eine Herausforderung, die selten gemeistert wird.“. Ein schöner Satz! Was er genau meint, war im DJV Journal NRW nachzulesen:
1. Sinkende Werbeerlöse
2. Veränderte Hörgewohnheiten
3. Neue Wettbewerber
4. WDR stellt sich neu auf
5. Radio NRW: vakante Führungspositionen im letzen Jahr, AMS droht mit Ausstieg aus dem Vertrag, andere BGs wollten folgen, Kommunikationsprobleme.
Wenn man sich damit beschäftigt die Politiker zu beeinflussen und Gremienarbeit zu machen, bleibt keine Zeit und kein Geld für das Programm und die nötigen Veränderungen. Flucht in die Expansion, die Hausaufgaben bleiben liegen.

Der Lokalfunk ist anscheinend auf einem falschen Fuß erwischt worden. So ging es dem WDR 1990, als die Lokalradio gestartet sind, aber der WDR hat dazu gelernt.

Zitat
RheinMain701
Das kommt davon wenn man sich stur an den Landkreisgrenzen orientiert. Die würden auch versuchen wenn sie in Bayern wären mit der Brechstange ein Radio Kaufbeuren durchzudrücken, obwohl das gar nicht funktionieren kann. Wenn selbst die Radio Group mit solchen Vorhaben scheitert, wie soll es sich dann bei Radio NRW rechnen?


Es gibt in NRW kein eigenständiges Lokalradio in einer Stadt wie Kaufbeuren mit 41.759 Einwohnern.

Die kleinsten sind:
Herne: 154.417
Leverkusen: 160.819
Hamm: 176.048 / 155.055 ab 14 Jahren
Mülheim an der Ruhr: 166.640
Kreis Euskirchen: 187.437
Oberhausen: 209.097

Auch in Bayern gibt es eine:
Inn-Salzach-Welle: 219.000 Hörer (Technische Reichweite, Senderangaben)
RT1 Südschwaben: 223.000 Hörer (Technische Reichweite, Senderangaben)

Die RadioGroup ist mit einem Anliegen gescheitert schreibst Du. Radio NRW gibt es bereits 25 Jahre, die RadioGroup 11 Jahre kürzer.

Dort wo man sich nicht an Landkreisgrenzen, im Ruhrgebiet eher an Stadtkreisgrenzen orientiert hat, ist die Quote schlecht. Die Beispiele habe ich oben genannt: Welle Niederrhein, REL und Radio Vest.

von Seltener Besucher - am 18.01.2015 23:37
Zitat
Schwabinger
Das größte Bundesland hat eine Rundfunkvielfalt wie ein Ziegen-Dorf abseits jeglicher Infrastruktur irgendwo in der Pampa.


:spos:

Zitat
pfennigfuchser
Ich bin gerade in Moskau und stelle fest, wie rückständig wir Deutschen gegenüber den Russen sind und das nicht nur im Bereich Radiosender in Großstädten.


Eben. Ich finde es erschreckend, dass im ehemaligen kommunistischen Vorreiterland Russland eine 10-mal größere Radiolandschaft möglich ist als in NRW. Ganz ehrlich, ich verstehe das langsam echt nicht mehr. Die Rundfunklandschaft hier in NRW hat schon gewisse Ähnlichkeiten mit der von China.
Fehlen nur noch eigene Firedrake-Sender auf Kurzwelle, die dann potentielle Konkurrenten wie KBC auf 6095kHz wegzünden :D

Ich weiß, dass bestimmte Radioprogramme wie WDR 5 derzeit bei einigen noch hoch angesehen sind, und diese deshalb meine Meinung nicht teilen. Hier muss man nun mehr hoffen, dass sich Frau Weber einigermaßen zurückhält und diese Programme nicht zu sehr kommerzialisiert. Sonst wird es aber wirklich finster in der Rundfunklandschaft NRWs. Als Lichtblick gäbe es dann eigentlich nur noch die Uniradios.

Zitat

Es bereichert in kleinster Weise die Medienvielfalt.


Tja, das macht es so schade. Es gab einige vielversprechende Radiosender: Now FM, egoFM, Sunshine Live, meinetwegen sogar noch Klassik Radio.
Wie man sich da für so ein Programm entscheiden kann, ist mir schleierhaft. Allein dass Domradio der zweite Favorit war spricht aber schon Bände und ich bezweifle, dass das in anderen Bundesländern der Fall gewesen wäre.

Zitat
Wellenjaeger
Sieh's mal positiv: Wenigstens wurde Dein FM verhindert.


Was wäre daran so schlimm gewesen? Dann hätten junge Hörer wie ich wenigstens eine Alternative zu den Uniradios und dem unerträglichen 1LIVE gehabt.
Ob jetzt Radio NRW mit dein.fm die Lizenz bekommen hätte oder Metropol FM ist doch Jacke wie Hose. Das Monopol wird nun schließlich auch bestehen bleiben, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass Metropol FM außerhalb der türkischsprachigen Bevölkerung zu einer Gefahr für WDR und Lokalradios wird.

Zitat
Radioman2014
Wie sieht es denn mit dem Einstieg von "Nicht-NRW" Radio-Playern bei den Lokalradios aus?
Da gab es ja mal Verhandlungen von Seiten Sunshine Live und Energy mit dem ein oder anderen
Lokalradio Anfang der 2000er Jahre.


Wenn es Radio NRW wirklich so schlecht geht, wie sie behaupten (was ich allerdings nicht glaube), könnte dies tatsächlich eine Möglichkeit sein - zumindest wenn es irgendeinem Anbieter lohnend erscheint. Ob Energy oder Sunshine Live aber wirklich Interesse an einer 100 Watt-Funzel von Radio Herne hätten - ich bezweifle es. Eher werden bei Radio NRW die nicht wirtschaftlichen Lokalsender von den großen Cash Cows weiterfinanziert.

Letztendlich bringt es aber leider auch nichts sich über die Vergabe aufzuregen, der Drops ist jetzt so oder so gelutscht. Es ist schade, aber der Großteil der Bevölkerung stört sich ja auch nicht daran - die meisten dürften von der Ausschreibung sogar überhaupt nichts mitbekommen haben.

von pg09 - am 23.01.2015 23:43
Lese das zwar erst jetzt, aber es ist einfach unglaublich .... :sneg:

Gerade das Ruhrgebiet braucht "echte" Vielfalt. Gewünscht hätte ich mir entweder Klassik Radio oder auch Jazz Radio oder sowas, halt einfach mal was anderes. Und ganz ehrlich: Was ist mit anderen fremdsprachigen Gruppen? Oder bekommen die auch ihr Radioprogramm? Demnächst RMF FM in Essen auf 106,7? Hmm, gar nicht soo schlecht ;-) ... Aber Metropol FM ist ja nichtmal ein Radioprogramm generell für nicht deutschsprachige, es ist nur(!) für türkischsprachige. Einfach nur peinlich. Für mich ist es fraglich, ob diese Entscheidung genau die nicht wünschenswerte Parallelgesellschaftenentwicklung sogar fördert. Anstatt Integration fördert man oder heißt man das Nichtintegrieren für legitim. Das völlig falsche Zeichen. Und nebenbei können deutschsprachige (und das sind nicht nur Deutsche sondern auch andere Ausländer die mittlerweile deutsch gelernt haben) gar nicht am Gedankenaustausch der türkischsprachigen Gemeinde teilnehmen und diese evtl. so verstehen.
So hat weder der WDR, die Lokalradios eine Konkurrenz, noch Funkhaus Europa. In NRW gewinnt immer nur der, der am weitesten von den WDR,LR Interessen weg ist. Warum nicht eine landesweite Kette für Hundezüchterinfos oder nur mit Seewetterberichten den ganzen Tag :D ;-) Ich denke, wenn ich mich da bewerben würde, würde ich die Kette bekommen. Hmm, oder vllt. was für die 103,0 demnächst mit "Seewetterradio"... die Frequenz geht weit nach Norden ... bis zur Nordsee .. :D ;-)

Und auch die Frequenzkette ist doch sowas von .. wenn ich schon sehe das Sender in Attendorn, Olpe oder Lennestadt geplant sind. Was ist mit einem Sender für Duisburg? Da lebt ein Großteil der türkischsprachigen Gemeinschaft. Ob es Krefeld bis dahin schafft, fraglich, denn ein paar Meter weiter dürfte die 90,4 aus Gelderland oder evtl. die 90,5 direkt aus Lüttich drücken. Richtung Osten dürften 90,3 sowie 90,6 mit WDR5 bald stören. Nun ja. Für den Bereich Dortmund und östlich davon weiß ich jedenfalls, dass sowohl 89,3 als auch 89,4 nicht zu empfangen waren und demnächst auch wieder sind. Bei einer anderen Entscheidung hätte es mich geärgert, so nicht.

von Jens1978 - am 26.01.2015 14:44
@Seltener Besucher: Naja, ein paar mehr sind es schon, seit sie die Hitwelle übernommen haben:
QRG Pol. Standort ERP [kW]
95,00 h Freising/Thalhauser Forst 0,1
87,90 h Augsburg/Hotelturm 0,32
87,90 h Erding/Indorfer Berg 0,1
99,40 h Moosinning 0,5
88,80 h Isen 0,5
93,00 h Kirchseeon 0,63

Quelle: Sendertabelle auf ukwtv.de

Das Problem ist folgendes:
Radio NRW sieht sich in erster Linie als Abspielstation für die bundesweite Werbung. Die bekommen sie in NRW, abgesehen vom WDR, natürlich zu 100%, da es keinen Konkurrenten gibt. Allerdings müssen sie einen Geroßteil der Kohle an die Lokalsender ausschütten. Die sind teuer. Ein landesweiter Sender wäre natürlich viel günstiger, da würde sich der Gewinn steigern. Deshalb hätte man in Oberhausen gerne ein landesweites Programm. Die Lokalsender sind denen im Prinzip völlig schnuppe. Das dürfen sie aber nicht zugeben, da die Politik in NRW ja heute immer noch mächtig stolz ist, mit dem Lokalradiokonzept auf zwei Säulen das beste Kommerzfunkverhinderungskonzept aller Zeiten auf die Beine gestellt zu haben und damit, ganz input-orientiert, massig Arbeitsplätze schafft. Also schiebt man den Lokalfunk als Bauernopfer vor, wenn es um die eigenen Pfründe geht. Die lokalen Verleger vor Ort sind natürlich froh, dass über die Cash-Cow Radio NRW wenigstens noch etwas Kohle reinkommt. Man kann sich vorstellen, wie uneigennützig deren Forderungen sind, wenn es um diese Funzelkette geht. Ebenso hanebüchen ist es, den WDR als Argument vorzuschieben, denn jener ist an Radio NRW zu 25% beteiligt. Eine Konkurrenzsituation existiert hier eigentlich auch nicht. Lediglich dadurch, dass auch der WDR seine Programme immer mehr kommerzialisiert. Dem könnte man entgegentreten, wenn man den öffentlich-rechtlichen Hörfunk in Deutschland endlich komplett werbefrei gestalten würde. Der Vielfalt und den Hörern würde man mit einer weitreichenden Liberalisierung des Frequenzzugangs viel mehr helfen. Aber um den Endverbraucher geht es Monopolisten und Oligopolisten eigentlich nie, das sollte bekannt sein. Die werden allenfalls als Legomännchen vorgeschoben, und man weiss ja nach Gutsherrenart, was gut für sie ist und was sie brauchen, nämlich "Lokalfunk", der vielerorts gar keiner mehr ist.

von Peter Schwarz - am 29.01.2015 14:50
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Skeletor
Zitat
Seltener Besucher
BFBS-Frequenzen, die bis Ende 2019 frei werden.


..die aber schon quasi für Metropol FM reserviert sind....also nicht wirklich frei.


Sicherer und Metropol FM startet in

  • Bielefeld auf 101,60 und 103,00 MHz
  • Niederkrüchten auf 91,30 und 104,00 MHz
  • Gütersloh auf 91,70, wo sie schon auf 103,00 MHz zu empfangen wären
  • Paderborn auf 105,00, wo sie schon auf 103,00 MHz zu empfangen wären


MetropolFM kann sich über die BFBS Radio 2 Frequenz freuen, das Fi­let­stück ist die 103,0 MHz und die sehe ich noch nicht bei der ARD oder bei MetropolFM.


Mit der Neuregelung des Landesmediengesetzes werden die BFBS-Frequenzen wohl in jedem Fall erst mal an die LfM gehen, oder? Es wurde ja extra in § 10 Abs. 2 das Vorrecht der LfM eingebaut und die Versorgungsgebiete Stand Ende 2013 als offentlich-rechtliche "Grundversorgung" zementiert.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST16-1664.pdf?von=1&bis=0
http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Medienrecht/Dokumente_2014/Lesefassung-LMG_Dezember_2014_Aenderung.pdf

Zitat

Die Sicherstellung der funktionsgerechten Erfüllung des gesetzlichen Auftrags
des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Vorrang. Im Rahmen der Zuordnung analoger
Übertragungskapazitäten gilt der Vorrang nur für die Aufrechterhaltung der zum
31. Dezember 2013 bestehenden Versorgungsgebiete
der einzelnen gesetzlich bestimmten
Programme; darüber hinausgehende analoge Übertragungskapazitäten
können dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur im Fall, dass die LfM ihrerseits keinen
Bedarf für eine konkrete Übertragungskapazität geltend macht
, zugeordnet werden.

Man vergleiche mal mit der aelteren Version:
https://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Medienrecht/lmg2009.pdf

Bedeutet fuer mich, die LfM kann den Oeffentlich-rechtlichen zwar keine Bestandsfrequenzen wegnehmen (z.B. die Funkhaus Europa-Frequenz), aber sehr wohl die BFBS-Frequenzen, wenn sie frei werden.

Wenn man sich nun anschaut, was die LFM mit der 103,0 alles machen koennte:
Zitat

1. Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit lokalem Hörfunk im Sinne
des § 54 Absatz 2;
2. Versorgung mit einem analogen landesweiten Hörfunkprogramm;
3. Versorgung mit Sendungen in Hochschulen (§ 40d);
4. Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler
und lokaler Belange;
5. Versorgung mit vergleichbaren Telemedien.


Lokalfunk faellt wohl flach, dafuer muesste man die 103,0 schlachten, was man hoffentlich bleiben laesst. Dann waere automatisch metropol.fm an der Reihe! Bis zur Lizensierung von metropol.fm hielt es ja komischerweise auch jeder fuer am wahrscheinlichsten, dass die 103,0 an das landesweite Privatradio gehen wird.

Angenommen, metropol.fm will aufgrund des besonderen Zielpublikums die weitreichende 103,0 wirklich nicht und ist mit paar Funzeln aus der BFBS-Radio 2-Kette zufrieden (Paderborn 105,0, Bielefeld 101,6), waeren die Hochschulradios an der Reihe. Naja, sehr unwahrscheinlich, dass die so eine weitreichende Frequenz bekommen.

Was dann kommt, ist fuer mich sehr schwammig: "Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange".

Koennte also die LfM die 103,0 Bielefeld auch fuer ein neues kommerzielles Regionalradio ausschreiben?

Ganz ehrlich: ich sehe die 103,0 MHz nicht bei DRadio oder WDR. Das wird die LfM sich doch nicht entgehen lassen.

von Habakukk - am 04.02.2015 12:38
Zitat
Habakukk
Mit der Neuregelung des Landesmediengesetzes werden die BFBS-Frequenzen wohl in jedem Fall erst mal an die LfM gehen, oder? Es wurde ja extra in § 10 Abs. 2 das Vorrecht der LfM eingebaut und die Versorgungsgebiete Stand Ende 2013 als offentlich-rechtliche "Grundversorgung" zementiert.


Der Versorgungsauftrag durch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wurde durch die Neufassung des LMG NRW nicht außer Kraft gesetzt. Bei der öffentlichen Anhörung im Landtag zum LMG NRW, stellte die Vertreterin des WDR ihre Meinung ganz klar dar. Ich glaube kaum, dass sich das D-Radio und der WDR nehmen lassen, das Vergabeverfahren im konkreten Fall durch die Gerichte überprüfen zu lassen. Der WDR will die Frequenz für WDR Funkhaus Europa.



Rundfunkstaatsvertrag:

§ 19 Versorgungsauftrag
Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das ZDF und das Deutschlandradio können ihrem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungswegs sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Die analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme ist unzulässig.

§ 51 Zuordnung von drahtlosen Übertragungskapazitäten
(3) Für die Zuordnung gelten insbesondere die folgenden Grundsätze:

  1. Zur Verfügung stehende freie Übertragungskapazitäten sind den in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, dem ZDF oder dem Deutschlandradio und den Landesmedienanstalten bekannt zu machen;
  2. reichen die Übertragungskapazitäten für den geltend gemachten Bedarf aus, sind diese entsprechend zuzuordnen;
  3. reichen die Übertragungskapazitäten für den geltend gemachten Bedarf nicht aus, wirken die Ministerpräsidenten auf eine Verständigung zwischen den Beteiligten hin; Beteiligte sind für private Anbieter die Landesmedienanstalten;
  4. kommt eine Verständigung zwischen den Beteiligten nicht zu Stande, entscheiden die Ministerpräsidenten, welche Zuordnung unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Übertragungskapazität sowie unter Berücksichtigung des Gesamtangebots die größtmögliche Vielfalt des Angebotes sichert;
    dabei sind insbesondere folgende Kriterien zu berücksichtigen:

    1. Sicherung der Grundversorgung mit Rundfunk und Teilhabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an neuen Techniken und Programmformen,
    2. Belange des privaten Rundfunks und der Anbieter von Telemedien. Die Zuordnung der Übertragungskapazität erfolgt für die Dauer von längstens 20 Jahren.


(4) Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz ordnet die Übertragungskapazität gemäß der Entscheidung der Ministerpräsidenten nach Absatz 2 zu.
(5) Wird eine zugeordnete Übertragungskapazität nach Ablauf von 18 Monaten nach Zugang der Zuordnungsentscheidung nicht für die Realisierung des Versorgungsbedarfs genutzt, kann die Zuordnungsentscheidung durch Beschluss der Ministerpräsidenten widerrufen werden; eine Entschädigung wird nicht gewährt. Auf Antrag des Zuordnungsempfängers kann die Frist durch Entscheidung der Ministerpräsidenten verlängert werden.


analog dazu im LMG NRW:



  1. Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident ordnet die dem Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehenden Übertragungskapazitäten zu. Der im Landtag zuständige Ausschuss wird über die Zuordnung unterrichtet.
  2. Die dem Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehenden Übertragungskapazitäten sind den öffentlich-rechtlichen Veranstaltern und der LfM bekannt zu machen.
  3. Die Zuordnung von Übertragungskapazitäten erfolgt auf schriftlichen Antrag eines öffentlich-rechtlichen Veranstalters oder der LfM. In dem Antrag ist der konkrete Bedarf für die Übertragungskapazitäten, insbesondere das Versorgungsgebiet, die Übertragungstechnik, die Versorgungsqualität und der Zeitrahmen der beabsichtigten Nutzung, darzulegen.
  4. Liegen mehrere Anträge vor, die nach den Vorgaben des § 10 zu berücksichtigen sind, wirkt die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident darauf hin, dass sich die Beteiligten über eine sachgerechte Zuordnung einigen. Kommt eine Einigung zustande, ordnet die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident die Übertragungskapazität zu. Kommt eine Einigung zwischen den Beteiligten innerhalb von drei Monaten nach der Bekanntgabe nicht zustande, entscheidet die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident nach Anhörung des im Landtag zuständigen Ausschusses.




STK ist da auch noch drin. Die Staatsferne garantiert die LfM NRW, doch die Frequenzen können von der BNetzA nicht an die LfM direkt übergeben werden. Der WDR und das D-Radio werden Bedarfe anmelden. Ich glaube es scheitert an der rot markierten Stelle und das neue LMG NRW muß dann einer Überprüfung standhalten. Gibt es in anderen Bundesländern ähnliche Gesetze, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Sicherstellung des Versorgungsauftrags einschränken?

Zitat
Habakukk
Wenn man sich nun anschaut, was die LFM mit der 103,0 alles machen koennte:
Zitat

1. Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit lokalem Hörfunk im Sinne
des § 54 Absatz 2;


Bring die LfM nicht auf dumme Ideen, sonst wird die 103,0 MHz noch in viele kleine Frequenzen gesplittet.

Zitat

2. Versorgung mit einem analogen landesweiten Hörfunkprogramm;


Das kann bedeuten, dass die LfM keine Wahl hat und die 103,0 MHz an Metropol FM gehen muß.

Zitat

3. Versorgung mit Sendungen in Hochschulen (§ 40d);


Wohl kaum. Wer soll es bezahlen?

Zitat

4. Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange;


Und da könnte man sagen, wir haben in NRW
1. Lokalen privaten Hörfunk (NRW-Lokalradios)
2. Landesweiten privaten Hörfunk (MetropolFM ?)
3. Hochschulradios

Was fehlt ist:
4. Regionaler privater Hörfunk, mit dieser Frequenz wäre ein Radio Westfalen möglich.

Zitat
Habakukk
Lokalfunk faellt wohl flach, dafuer muesste man die 103,0 schlachten, was man hoffentlich bleiben laesst. Dann waere automatisch metropol.fm an der Reihe! Bis zur Lizensierung von metropol.fm hielt es ja komischerweise auch jeder fuer am wahrscheinlichsten, dass die 103,0 an das landesweite Privatradio gehen wird.


Es sei denn man definiert MetropolFM nicht als landesweiten privaten Hörfunk, denn mit der kleinen Kette wäre die Bezeichnung landesweit weit herangezogen und ordnet MetropolFM zu 4.

Zitat
Habakukk
Angenommen, metropol.fm will aufgrund des besonderen Zielpublikums die weitreichende 103,0 wirklich nicht und ist mit paar Funzeln aus der BFBS-Radio 2-Kette zufrieden (Paderborn 105,0, Bielefeld 101,6), waeren die Hochschulradios an der Reihe. Naja, sehr unwahrscheinlich, dass die so eine weitreichende Frequenz bekommen.


Paderborn könnte schon an der Optimierung des Lokalfunks scheitern, denn die Frequenz ist der Lippewelle Hamm ein Dorn im Auge. Die würden gerne die Leistung erhöhen und auf die Einzüge auf 100 Watt verzichten. Die Optimierung des Lokalfunks geht nach dem LMG NRW vor. Auch wenn es zu einem Frequenztausch kommt, wird in Bielefeld eine Frequenz frei werden. Nur Städte mit verstreuten Unigebäuden bekommen Leistungsstarke Frequenzen, wie z. B. Bochum oder Bonn. Da haben sich mehrere Unis zusammengetan. Trifft wohl für Bielefeld nicht zu.

Zitat
Habakukk
Was dann kommt, ist fuer mich sehr schwammig: "Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange".
Koennte also die LfM die 103,0 Bielefeld auch fuer ein neues kommerzielles Regionalradio ausschreiben?
Ganz ehrlich: ich sehe die 103,0 MHz nicht bei DRadio oder WDR. Das wird die LfM sich doch nicht entgehen lassen.


Wir sollten noch eine Unbekannte ins Boot nehmen: Die Zeit! Im später die 103,0 MHz zurück an das Land NRW fällt, im länger das Vergabeverfahren dauern wird, um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass die 103,0 MHz überhaupt vergeben wird. Schauen wir doch nach Bayern und Baden-Württemberg, wo die Privaten bei DAB+ mitmachen, auch in Sachsen-Anhalt sind sie dabei.
Wenn in Norwegen bei FM die Lichter ausgehen und Dänemark da auch mitmacht, dann stellt sich die Frage wozu noch FM? Auch wenn in NRW die Lichter um Lichtjahre hinterher hecheln, wäre ein Schnitt angebracht.

von Seltener Besucher - am 05.02.2015 00:25
Mir ist egal wer dort sendet. Ob der WDR und die Lokalradio sich einem verschärften Wettbewerb stellen müssen oder nicht. Ich rechne mir nur aus, was der Sendebetrieb kostet. Ich gehe von monatlichen Kosten von 20 bis 30 Tsd. € aus. Wenn die Kosten-Gerüchte für den Lokal-MUX in Berlin stimmen, dann könnte man für das Geld via DAB+ mehr Menschen erreichen. Fünf Sender in der Rhein-Ruhr-Region würden etwa 5 – 10 Tsd. € pro Monat und Programmanbieter kosten. Metropol FM hätte dann locker noch 10 – 20 Tsd. € um jeden Monat DAB+ Radios an die Zielgruppe zu verschenken. Rechnen wir mal mit 5.000 Radiogeräten pro Jahr oder umgerechnet jede Stunde von 6 bis 18 Uhr täglich ein Radio könnten sie verschenken.
Es wäre Werbewirksamer in der Zielgruppe als Rauschen auf UKW zu empfangen. Nur mit DAB+ verdient keiner Geld, weil die Werbewirtschaft nicht mitmacht, mit beschissenen UKW-Frequenzen schon.

Zitat
Marcus.
Also im Pott und Köln sehe ich durchaus Potential, nur in Olpe wird man unter dem Strich sicherlich drauflegen.

Ich bestreite nicht, dass es keine Hörer gibt. Die wird es geben. Es stimmt allerdings, dass es nur wenige Hörer dort gibt, wo einige Sender stehen.

Beispiel Herdecke + Wetter (Ruhr) 107,2:
Personen mit Migrationshintergrund (Türkei): 380 + 840 = 1.220
Staatsangehörigkeit nach ausgewählten Ländern (Türkei): 106 + 438 = 544

Personen mit Migrationshintergrund können auch Kinder sein, die in Deutschland geboren sind und nur rudimentär die Sprache der Eltern beherrschen und sonst die Musik/den Sender ihre Peer Group hören.

Stadt Attendorn:
Personen mit Migrationshintergrund (Türkei): 1.150
Staatsangehörigkeit nach ausgewählten Ländern (Türkei): 680

Stadt Lennestadt:
Personen mit Migrationshintergrund (Türkei): 1.360
Staatsangehörigkeit nach ausgewählten Ländern (Türkei): 597

Quelle: Zensus, Stand: 2011

Vielleicht trügt uns das voreilige Urteil? Ist das Ruhrgebiet mit gutem Funkhaus Europa Empfang wirklich das bessere Verbreitungsgebiet für Metropol FM? Im Kreis Olpe gibt es FHE nur über DAB+ und Satellit.

Nehmen wir an, die Frequenzen im Kreis Olpe betreibt nicht MB sondern ein Wettbewerber mit besseren Konditionen? Ist es nicht vielleicht das günstigere Gebiet als Städte mit wenigen Migranten mit türkischen Hintergrund im Ruhrgebiet?

von Seltener Besucher - am 17.02.2015 23:52
Genau das wird passieren.

Es ist nicht lange her, da hätte ich sogar gesagt: Macht nichts, der private Rundfunk ist uns in NRW sowieso aufgezwungen worden, Als die Entscheidung fiel, hatte die Partei, welche gegen den Privatfunk war, 50 % Stimmenanteil bei Landtagswahlen.

Der WDR und die Verleger hatten damals quasi ihre gesicherten Marktanteile quer über Print und Rundfunk, die Qualität war hoch -- verglichen mit der heutigen Situation. Was die Vielfalt betrifft: Diese ist in KEINEM Bundesland durch die Einführung von privaten Rundfunk gestiegen, da immer die etablierten Unternehmen die Frequenzen bekamen.

So bekamen wir denn in NRW ein relativ starres System aus territorial abgegrenzten Lokalfunkgebieten, die von einem Rahmenprogramm aus Oberhausen beliefert wurden. Man konnte sogar das Argument der "Binnenpluralität" vorbringen, wegen des Zwei-Säulen-Modells.

Aber das sind alles Diskussionen von gestern. Inzwischen ist der WDR zu einer Boulevardveranstaltung degradiert worden, die Programme auf das dümmstmögliche Format valeriesiert worden. Selbst Lichtblicke wie Funkhaus Europa werden immer finsterer.

Was also bleibt, ist ein medienpolitisches Nichts. Die LfM wird so zu einer Witzveranstaltung, die aus Gewohnheit das bestehende System schützt und dafür nun vom Gericht gerüffelt wird.

Aber egal, was mit der Funzelkette passiert oder was mit DAB+ geschieht: Inhaltliche Hoffnung besteht kaum. So wie der Bundesmux inhaltlich gescheitert ist, was die kommerziellen Anbieter darin angeht, kann auch von einem NRW-Privatmux nichts Großartiges mehr kommen.

Das ist nicht einmal schlimm, denn viele Leute scheinen ja mit "Sendern" wie Energy oder Rado Bob!, welche musikalische Langeweile in Endlosschleife liefern, durchaus leben zu wollen. Das nehmen wir so zur Kenntnis, weil das eben der zugeweisene Platz für lineares Radio im 21. Jahrhundert ist. Hat das Publikum so entschieden.

So ist also jede Entscheidung einer Medienanstalt heute maximal belanglos, was das Inhaltliche angeht, es geht nur noch um den finaziellen Marktanteil. Der wird dann sowieso vor Gericht ausgefochten.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Inhaltlich war die Einführung des privaten Rundfunks ein Fehler. Alle Voraussagen der damaligen Diskussion, die intzwischen 30 jahre alt ist, haben sich bewahrheitet: Inhaltliche Verflachung und Dominanz großer Unternehmen bestimmen heute das Bild.

Von daher ist es in der Tat völlig egal, ob das Domradio, Metropol oder deinFM die Funzeln bespielt. Man kann wirklich froh sein, wenn der Sendestart sich hinauszögert, dann bleiben die Frequenzen wenigstens schön frei!

von Alqaszar - am 08.11.2015 11:44
Hmm, was soll uns das jetzt sagen?

Zitat

http://www.lfm-nrw.de/service/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2016/2016/september/entscheidungen-der-medienkommission.html

Landesweite UKW-Kette: Zum Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf in der Sache „deinfm“ gegen die LfM; weiteres Verfahren

Mit seinem Urteil vom 19. Juli hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden, dass die Zuweisung von elf UKW-Frequenzen durch die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) an den Hörfunkveranstalter „METROPOL FM“ rechtswidrig war. Grund dafür ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit. Mit „deinfm“ hatte einer der Mitbewerber gegen die Zuweisungsentscheidung geklagt, die die LfM-Medienkommission am 23. Januar 2015 in einer nichtöffentlichen Sitzung getroffen hatte.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat jedoch weder einen Ausschreibungsfehler festgestellt noch die Entscheidung der Auswahl (für „METROPOL FM“) beanstandet. Allein die nichtöffentliche Entscheidungsfindung der LfM verstieß nach Ansicht des Gerichts gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit, den die Medienkommission auch bei diesem Zuweisungsverfahren hätte anwenden müssen. Nach dem Landesmediengesetz Nordrhein-Westfalen (§ 98 Absatz 2) darf die Öffentlichkeit nur in besonders zu begründenden Ausnahmefällen ausgeschlossen werden, etwa wenn die Behandlung von Geschäftsgeheimnissen unvermeidlich ist. Die LfM war davon ausgegangen, dass ein derartiger Ausnahmefall gegeben war.

Fehler bei der Zuordnung der Übertragungskapazitäten seitens der Staatskanzlei, bei der Ausschreibung der Frequenzen durch die LfM sowie bei der eigentlichen Auswahlentscheidung durch die Medienkommission sah das Gericht also ausdrücklich nicht.

Das LfM-Gremium hat heute (9. September) über das weitere Vorgehen beraten. Dabei machte LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier deutlich, dass die Medienkommission erst weitere Schritte einleiten kann, wenn geklärt ist, ob die Klage in zweiter Instanz weiter geführt wird. Dies entscheidet sich Anfang Oktober.

Die LfM wird auf diesen Weg verzichten, um das Verfahren nicht weiter unnötig in die Länge zu ziehen.


von Habakukk - am 10.09.2016 11:17
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.