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Deutsche Welle baut Stellen ab

Startbeitrag von WellenreiterBN am 06.11.2010 13:32

Bonn. Die Deutsche Welle (DW) steht vor einer weitreichenden Reform. „Technologische Neuerungen, vor allem durch das Internet, und ein hoher finanzieller Druck machen Veränderungen nötig“, sagte Intendant Erik Bettermann. Der Auslandsrundfunk will sich strukturell neu aufstellen und dabei bis 2014 auch Arbeitsplätze abbauen. Laut Bettermann wird die Zahl der betroffenen Stellen „eher im dreistelligen Bereich liegen“. Mit den Direktoren hatte sich der Intendant Anfang dieser Woche bei einer Klausurtagung in Maria Laach auf ein Eckpunktepapier für die Reform verständigt. Eine Arbeitsgruppe der Direktoren entwickelt in den kommenden Monaten Vorschläge, wie die Punkte „mit einem größtmöglichen Synergie-Effekt“ umgesetzt werden können. „Wir befinden uns in einem Diskussionsprozess“, betonte Bettermann. Das Eckpunktepapier, das dem epd vorliegt, sieht auch vor, dass die Radioausstrahlung über Kurzwelle künftig ausschließlich in Afrika aufrecht erhalten wird. In anderen Weltregionen soll verstärkt auf das Internet und lokale Partnerstationen gesetzt werden. Die Präsenz in Lateinamerika und Russland soll erhöht werden, Südosteuropa wird hingegen nicht mehr zu den Kernregionen gehören. Die 30 Sendesprachen der Deutschen Welle sollen erhalten bleiben. Die bisherige Aufgabenteilung nach Mediengattungen wird den Planungen zufolge entfallen. Die Redaktionen sollen künftig Inhalte für Fernsehen, Hörfunk und Online trimedial aufbereiten. Die DW rechnet für die nächsten Jahre mit einem geringeren Budget. „Das Sparpaket der Bundesregierung wird auch an uns nicht vorübergehen“, sagte der Intendant. Selbst wenn der DW-Etat auf dem heutigen Niveau von 273 Millionen Euro pro Jahr gehalten werden könne, fehlten bis 2014 allein durch Kostensteigerungen insgesamt 23 Millionen Euro.

Quelle: Osnabrücker Zeitung

Und irgendwann hören wir von der Deutschen Welle...."Wir stellen zum XX.XX.XXXX die Verbreitung auf Kurzwelle ein"

Antworten:

Diese Sender gehört abgeschafft - mit sofortiger Wirkung.

Warum muß ein deutscher Rundfunksender in Lateinamerika und Russland vor sich hin senden? Für wen, mit welcher Botschaft? Und so lange man den Afrikanern per Kurzwelle nicht klar zu verstehen gibt, daß Migration zu Hartz-IV nicht erwünscht ist, kann man sich den Aufwand auch schenken.

Das scheint mir die Deutsche Welle als letzte Bastion des Gutmenschentums aufrecht erhalten zu werden.

gb

von gb - am 06.11.2010 14:50
Andere Sendeanstalten wie die BBC haben sich weiterentwickelt und sind trotzdem seriös geblieben.
DW wirkt auf mich altbacken und verstaubt.

von hetietz - am 06.11.2010 15:08
Wer bitte, würd die DW mit dem zwei Stunden takt über das Internet hören? Da kann man direkt DLF, oder andere ARD Anstalten hören von denen die Beiträge oft übernommen sind.

DW ist für mich höchstens im Urlaub ohne Internet interessant.
Dumm nur, dass in Italien kein Empfang war:rolleyes:
Also von daher ist die DW für mich uninteressant.

von Max1 - am 06.11.2010 21:04
MDR Info oder rbb Inforadio auf 6075 kHz aufschalten und in Bonn den Stecker ziehen.

gb

von gb - am 06.11.2010 21:53
Max1: Ganz richtig - wer bitte hört im Internet ausgerechnet die DW? Dort ist das nur eine Stimme unter vielen, und kaum mit dem Stellenwert einer BBC.
Ich sage mal, wenn ich irgendwo im Ausland Internet habe, brauche ich keine DW. Wenn nicht, bin ich über die DW auf KW ganz froh. Ob man mit UKW genug Abdeckung erreicht, na ich weiß nicht, das kriegt man ja hierzulande nicht mal mit DLR/DLF 100% hin.

Die Zielgruppe "Deutsche im Ausland" wird man von daher mit einem Programmangebot im Netz kaum ansprechen.

Die echte Stärke von Auslandsrundfunk liegt in der Aufbereitung von Inhalten für ein ausländisches Publikum, das diese so sonst nirgends bekommt. Da ist es grundsätzlich fast egal, ob die Verbreitung über Kurzwelle oder das gute alte Zwischennetz erfolgt. Man sollte aber schon sehr genau wissen, welche technischen Möglichkeiten die Zuhörerschaft hat, und das ist ein ganz klassisches Problem.

Die Kurzwelle als klassisches Rundfunkmedium bietet unzweifelhaft einen Vorteil: Der Hörer kann auch mal rein zufällig über interessantes stolpern ("stumble culture"). Es werden zwar auch Internetradio-Streams des öfteren so aufbereitet, daß man gemütlich "durchzappen" kann, aber ich weiß nicht... am Rechner würde es zumindest mir nie einfallen, Internetradio zu hören. Ein entsprechendes Standalone-Endgerät wäre da um einiges attraktiver.

von Stephan Großklaß - am 06.11.2010 22:31
Wird das unkomplizierte Hören von Heimatnachrichten mit dem kleinen Weltempfänger im Hotelzimmer, am Sonnenstrand oder während langer Autofahrten irgendwo in dieser Welt demnächst nur noch ein Relikt aus der Vergangenheit sein?
Hier wird m.E. etwas kaputtgespart, für das es bisher noch längst keinen umfassenden Ersatz gibt.
Nachdem angeblich auch das Abschalten der 6075KHz eine beschlossene Sache sein soll, wird sicherlich nicht nur mir danach etwas sehr fehlen. Zwischen totaler Kurzwellenpräsenz ( wie sie z.B. immer noch von den Chinesen geboten wird ) und ggf. totaler Einstellung des deutschsprachigen DW-Programmes muss es doch irgendwo auch noch einen sinnvollen Mittelweg geben. Dabei könnten auch "heilige Kühe", wie z.B. Aufschaltung eines der bereits existierenden ARD-Info-Programme in Erwägung gezogen werden.

Ein sehr trauriger Kurzwellenhörer


von klausklaus - am 21.11.2010 17:21
Auf die 6075 sollte man meiner Ansicht nach den DLF aufschalten und die DW einstampfen. Für sie gibt es, wie ich finde, in ihrer heutigen Form keine sinnvolle Rechtfertigung mehr, egal in welcher Sprache.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 21.11.2010 18:51
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Auf die 6075 sollte man meiner Ansicht nach den DLF aufschalten und die DW einstampfen. Für sie gibt es, wie ich finde, in ihrer heutigen Form keine sinnvolle Rechtfertigung mehr, egal in welcher Sprache.

:spos:

Bis vor etwa 5 Jahren war das deutsche Programm der DW auf Kurzwelle noch weltweit gut zu empfangen. Ich habe die Sendungen auf beruflichen und privaten Reisen intensiv genutzt. So war man auch abseits von Internetanbindung oder Zeitungskiosken immer auf dem Laufenden, egal ob in Kanada, Ecuador, Chile, Nepal, Indien oder China oder zuletzt in Südfrankreich. Ein kleiner Weltempfänger hat mich auch auf Expeditionen bis über 6000m begleitet - ein Satz Batterien reichte problemlos über einen Monat.

Seit etwa zehn Jahren wird die KW-Versorgung der DW ständig abgebaut, und auch inhaltlich hat das Programm weniger Substanz. Eine Ausstrahlung übers Internet halte ich für sinnlos: Wenn ich eine Internetanbindung habe und nichts auf KW kommt, dann gehe ich sicherlich nicht auf die DW-Website, sondern zu (m)einer Tageszeitung oder zu ard.de! Und auch die angepeilten englisch-sprechenden Eliten im Ausland wird die DW auf diesem Weg wohl kaum erreichen. Siehe swissinfo.ch - ein ähnlich sinnloses Projekt.

73 de Uli

von ulionken - am 21.11.2010 19:37
Ich gebe gb Recht. Was um alles will ein deutscher Sender in der globalen Internetwelt heutzutage noch erreichen?
Ein "Beglücken" mit Deutsch im Wettbewerb mit z. B. der BBC war m. E. noch nie erfolgreich. Ein deutscher "Auslandsrundfunk" mit Ziel andere Länder im Sinn der BRD zu "erziehen" ist m. E. nicht mehr zeitgemäß (und Gebührenverschwendung).
Zitat

Die echte Stärke von Auslandsrundfunk liegt in der Aufbereitung von Inhalten

Mag ja sein, Problem ist nur, dass auch im Ausland kaum einer mehr auf die KW zurückgreift. In Hotels gibt es Sat-TV (im deutschen Urlaubsraum, z. B. Malle, mit mind. 4 Sendern) und stationär im Ausland wohende Deutsche werden auch Sat haben. Oder Internet.
Und Strandurlauber auf Mallorca am Ballermann 6 müssen wegen der Bundesligakonferenz zwischen dem Warsteiner und dem Sangria auch nicht mehr zum Taschen-KW-Empfänger greifen. Stichwort Handy.


von Schwabinger - am 21.11.2010 21:10
Zitat
Schwabinger
Und Strandurlauber auf Mallorca am Ballermann 6 müssen wegen der Bundesligakonferenz zwischen dem Warsteiner und dem Sangria auch nicht mehr zum Taschen-KW-Empfänger greifen. Stichwort Handy.


Theoretisch ja - praktisch reißen aber die Roamingkosten so ein großes Loch in den Geldbeutel, daß dieser Verbreitungsweg ausfällt.

von _Christoph - am 22.11.2010 09:02
Zitat

Auf die 6075 sollte man meiner Ansicht nach den DLF aufschalten und die DW einstampfen.


Man sollte ein Mischprogramm aus DLF und anderen ARD Infowellen aufschalten. Vom DLF z.B. "Informationen am Morgen". Die Klassiksendungen sollte man aber nicht übernehmen.

von Max1 - am 22.11.2010 09:21
Zitat

Und Strandurlauber auf Mallorca am Ballermann 6 müssen wegen der Bundesligakonferenz zwischen dem Warsteiner und dem Sangria auch nicht mehr zum Taschen-KW-Empfänger greifen.

Sie können auch gar nicht, weil sie so ein Ding gar nicht mithaben. Und die Jüngeren kennen es auch gar nicht: "Wat'n dat, Kurzwelle? Ne neue Frisurmode?"

von Wasat - am 22.11.2010 10:35
Die DW ist sowieso ein Relikt aus Zeiten, als der Rundfunk noch ein bedeutendes, weil alleingestelltes Medium war. Unter der Kosten-Nutzen-Frage hat also die DW sicherlich kaum noch Sinn, weil eben weder die Deutschen im Ausland noch die Bevölkerung auf den anderen Kontinenten das Angebot wirklich nutzen.

Wenn dem so ist, wovon dringend auszugehen ist, dann muss man die Existenz des Senders generell in Frage stellen. Und auf der 6075 könnte in der Tat auch der DLF laufen, was deutlich ein Mehrwert wäre.

Was die Föderung der deutschen Sprache im Ausland sowie die kulturelle Repräsentation
Deutschlands angeht, sind die Goethe-Institute sicherlich die bessere Adresse, da sie vor Ort ebenso gut mit Partnermedien zusammenarbeiten können.

Eine Integration der DW in den nationalen Hörfunk Deutschlandradio mit Aufrechterhaltung der fremdsprachigen Redaktionen ist wohl dennoch sinnvoll, da für macnhe Länder und Regionen (Iran, arabische Länder) der Auslandsrundfunk aus Europa sicherlich eine wichtige Informationsquelle ist. Insoweit wäre sogar die Beibehaltung von Kurzwellensendungen in die entsprechenden Zielgebiete in Fremdsprachen sicherlich sinnvoll.

von Alqaszar - am 23.11.2010 00:18
Dem stimme ich zu. Für den Iran etc. sollte man ein Programm auf Kurzwelle (da Internet zensiert) aufrechterhalten.

von Max1 - am 23.11.2010 10:57
Dann könnte es die Kurzwelle 6190 kHz aus Berlin sogar noch schaffen, dass sie die 6075 kHz überlebt,
die 6085 kHz aus Ismaning hat sie ja schon überlebt. Hätte ich selber nicht gedacht.

von 101,4 - am 27.11.2010 07:58
Möchte mal ein Fragezeichen hinter die hier doch sehr in den Himmel gelobte BBC World setzen. Schaut man sich deren TV-Programm länger an, stellt man doch auch dort schnell fest, dass nicht alles Gold ist, was anscheinend glänzt. Die BBC lebt doch von einem alten Mythos, der nicht mehr unbedingt in der Realität gerechtfertigt ist. Wer ein globales Programm veranstaltet, muss sich zwangsläufig auf gewisse Themen und Darstellungsformen beschränken.
Bezogen auf die Nachrichtensendungen, sehe ich keine wahnsinnigen Unterschiede zwischen BBC,CNN, DW & Co.

Wenn ich mal im Ausland, z.B. in der thailändischen Provinz, zufällig DW-TV im Hotelnetz hatte, war ich eigentlich immer sehr geschmeichelt. Ok, ewig schauen kann man's wegen dem Rythmus nicht. Die Sendung Quadriga fand ich z.B. immer sehr ansprechend.

von Birger* - am 27.11.2010 09:36
Früher konnte man immer auf die Deutsche Welle zurückgreifen, um im Ausland Nachrichten zu hören. So, wie sie derzeit aussieht, kann man sie auch ganz einstellen.

Leider gibt es nicht überall vernünftigen Ersatz.
Internet ist oft sündhaft teuer oder nicht vorhanden.
Auch wenn man deutsches Satelitenfernsehen hat, muss man noch einen Sender mit richtigen Nachrichten finden. Man sitzt ja nicht den ganzen Abend im Hotelzimmer.
(Oft hat man auch nur CNN, und das ist für DLF-verwöhnte Menschen eine Zumutung!)

von StGr - am 27.11.2010 10:18
Nicht zuletzt die juengsten Ereignisse rund um das neue Mediengesetz in Ungarn unterstreichen die Bedeutung starker Auslandsrundfunk Dienste ziemlich deutlich.


von digiradio.ch - am 21.12.2010 16:26
Zitat
digiradio.ch
Nicht zuletzt die juengsten Ereignisse rund um das neue Mediengesetz in Ungarn unterstreichen die Bedeutung starker Auslandsrundfunk Dienste ziemlich deutlich.
Das, was da in Ungarn passiert, ist wirklich nicht schön. Aber Auslandsrundfunkdienste bringen da nichts, denn auf Ungarisch sendet da keiner mehr, jedenfalls keiner von den großen: DW, BBC, RFI, RFERL, SR...

Was in Ungarn und anderswo gebraucht wird, sind freie Medien.

von freiwild - am 21.12.2010 16:55
Zitat
freiwild
Auslandsrundfunkdienste bringen da nichts, denn auf Ungarisch sendet da keiner mehr, jedenfalls keiner von den großen

Eben darum. Genau das meine ich ja damit, denn unter einem "starken Auslandsrundfunk" verstehe ich insbesondere einen Dienst, der zahlreiche Fremdsprachen bedient.


von digiradio.ch - am 21.12.2010 19:23
Zitat
digiradio.schweiz
Nicht zuletzt die juengsten Ereignisse rund um das neue Mediengesetz in Ungarn unterstreichen die Bedeutung starker Auslandsrundfunk Dienste ziemlich deutlich.

Bezwifel ich in Sachen DW.
Zitat

Redner bei der Demonstration vor dem ungarischen Parlament sagten, die neue Mediengesetzgebung erinnere sie an die Ära von János Kádár, der 1956 den Volksaufstand niederschlagen ließ. Das Gesetz tritt am 1. Januar in Kraft - also just zu dem Zeitpunkt, an dem Ungarn turnusgemäß für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. "Mit dieser Form von Medienkontrolle würde uns die EU heute nicht mehr aufnehmen", sagte ein Demonstrant.

Das mag ja sein und absolut inakzeptabel. Aber es ist sicher nicht Sache der DW im Zeitalter der EU da den Konfliktlöser zu spielen (zumal es in Ungarn wohl eh keiner wahrnehmen würde). Das ist Sache von Brüssel und nicht von irgendwelchen KW-Relikten.



von Schwabinger - am 21.12.2010 20:44
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