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Blubber- Störsender auf 1377 kHz

Startbeitrag von RealRock am 10.11.2010 20:10

Unter France-Info 1377 kHz ist deutlich ein Blubber- Störsender im Hintergrund zu hören.
Wer könnte hier wen stören ?

Die 50 interessantesten Antworten:

Hier ist das Blubbern auch zu hören.
Um eine lokale Störung kann es sich also nicht handeln.

Gestern scheint der Störsender auch schon dagewesen zu sein,denn ich habe schon ein Video wo dieser Blubber-Störsender empfangen wurde gesehen und das Video wurde gestern gepostet.

Muss schon irgendwas starkes sein,wenn ich den hier nur knapp über 300km von Lille entfernt,deutlich im Hintergrund hören kann.



von pg09 - am 10.11.2010 21:45
Ich scannte gestern gegen 17 Uhr aus Zeitvertreib vor dem Rewe das AM Band ab und wunderte mich auch über ein recht starkes Jamminggeräusch. Ich ignorierte es aber, da ich die Lokalstationen von AFN abtesten wollte und somit nicht so viel Bedeutung beimaß. Also ich kann es auch bestätigen.

von CBS - am 10.11.2010 22:27
Hmm, bei mir nichts, in Irland nichts, in DU & BO hörbar?
Das würde bedeuten, daß der Störer über die Ionosphäre reinkommt.
Stört hier der Iran den Sender in Armenien?
Zitat
EMWG
ARM - Radio Sodruzhestvo/TWR/China National Radio/NHK Japan, Gavar (600)
IRN - IRIB 1, ? (?)

F - France Info, Lille-Camphin en Carembault (300) - 24h

Und die zwei:
UKR - Ukrainske Radio 1, Chernivtsy (50) - 0330-2200
UKR - Radio Kanal Mikolayiv, Mykolayiv (5) - 0500-1930

Wer weiß schon, wer da wen stört...


von Nohab - am 11.11.2010 09:29
PLC - nee!
Das Blubbern wird auch in Island gehört:
siehe http://mediumwave.info/news.html (nette Seite einer dänischen DXerin)

In Verdacht steht der armenische Sender in Gavar, der aber dann wohl einfach kaputt ist und daher unabsichtlich stört. Es ist ja auch nichts wirklich jammenswertes drauf auf der 1377 kHz...

von iro - am 11.11.2010 09:45
Man kann zwar nicht völlig ausschließen, dass hier vielleicht der Oszillator eines regulären Rundfunksenders aus dem PLL- Fangbereich heraus gekippt ist und nun wild vor sich hin zappelt, aber ich halte es dann für einen sehr großen Zufall, dass dieser nun genau so mit Frequenzhub und Wobbelfrequenz läuft, wie früher die absichtlich betriebenen Blubber- Störsender

Wer den kalten Radio- Krieg nicht mehr miterlebt hat, sollte da mal abends reinhören.
So wie hier hat es früher auf mehreren Frequenzen auf Mittel- und sogar Langwelle geblubbert, sogar noch viel heftiger.

Solche Störsender wurden regelmäßig eingesetzt gegen Radio Free Europe, Holzkirchen, auf damals 719 kHz, gegen VoA München-Ismaning auf 1196 kHz, gegen BBC London auf 1295 kHz, gegen Radio Vatikan auf 1529 kHz und auf Langwelle 173 kHz gegen VoA München-Erching bei der Relais-Übertragung des Rias- Programms .

Es waren fast immer gleichzeitig mehrere solcher Störsender auf einer Frequenz in Betrieb, so dass nur noch ein wildes Geblubber und Gezwitscher zu hören war, welches das Nutzsignal völlig unhörbar machte.

von RealRock - am 11.11.2010 11:32
Vielleicht war das ja früher mal einer dieser absichtlich betriebenen Blubber-Störsender... (und erinnert sich zur Feier des Jahrestages der Oktoberrevolution an alte Zeiten).
Kurzwellen-Störsender gab es in Gavar auf jeden Fall.

Fundsachen:
By the way, in Gavar, Armenia is located one of the world`s largest radio centers with powerful transmitters. (Rumen Pankov, 2006)
http://wikimapia.org/#lat=40.4140815&lon=45.1984835&z=15&l=5&m=b


von iro - am 11.11.2010 11:52
Das Blubbergeräusch, das auch in Frankfurt hörbar ist, erinnert in der Tat stark an den Störsender, der seinerzeit auf 719/720 kHz die Programme von Radio Free Europe gejammt hat. Auch auf www.mediumwave.info wird der Sender Gavar als Verusacher des Jammings ausgemacht.

von Heinz Schulz - am 11.11.2010 15:20
1375kHz könnt hinkommen, man hört auch ein dauerhaftes Pfeifen in dem geheule. Nach einem defekten Sender klingt das irgendwie nicht. Da zappelt auch nicht irgendwas wild vor sich hin, das läuft sehr geregelt ab. Ein defekter Sender sollte ja auch vom Betreiber bemerkt werden und lässt sich in kurzer Zeit abschalten.


von Marc_RE - am 11.11.2010 19:49
Es ist nur das untere Seitenband von der Störung betroffen. Schaltet man aufs obere Seitenband um, ist das Geräusch komplett verschwunden und France Info fast störungsfrei zu hören (im Hintergrund kommt leise ein anderes Programm in einer slawischen Sprache durch).

Für mich hört sich das Blubbern auch eher nach Jamming an als nach einem defekten Sender. Obwohl sich die Verdachtsmomente auf eine Fehlfunktion in Armenien laut einem Bericht auf mediumwave.info erhärtet zu haben scheinen. Den Autor schätze ich als seriös ein.

Das Geblubber kommt am stärksten herein, wenn ich meine Antenne nach Ost-Südost ausrichte - in dieser Richtung liegt der Nahe Osten.

von senderjaeger - am 11.11.2010 20:01
Wirklich interessant für Leute wie mich, die den Kalten Krieg altersbedingt nicht mehr bewusst erlebt haben. Ich kann den "Hubschrauber" auch deutlich hören (bin aktuell in der Eifel). Auch bei mir ist er im oberen Seitenband verschwunden.

Ob das die Rache für viele Jahrzehnte Radio Eriwan-Witze ist? ;)

von Thomas R. - am 11.11.2010 20:50

Re: Blubber- St¶rsender auf 1377 kHz

Den Heuler kann ich auch hoeren. Im Stradivari-Roehrenkasten kann ich ihn mit einer geschickten Kombination als Frequenzverstimmung, Bandbreiteneinstellung und Antennenausrichtung vollstaendig ausblenden. Dabei verliert das Nutzsignal etwas an Schwung, ist dafuer aber stoerungsfrei aufnehmbar.

Mit dem Roadstar kann ich es auf 1,379 MHz und mit Filtereinstellung "schmal" ausblenden. France Info ist dann problemlos hoerbar.

In der Tat ist der Heuler dem aehnlich, was ich aus meiner Kindheit noch von Mittel- und Langwelle kannte. An der Tonhoehe und -melodie konnte man je nach Aufenthaltsort mitkriegen, welchem Stoersender man am naechsten war. Um das charakteristische Durcheinander zu erzeugen spielten die Dinger eigentlich immer leicht anders klingende Signale.

von PowerAM - am 11.11.2010 21:16
Ich höre den Störer auch, hab dem aber die letzten Tage keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil hier am Bett meist SWR Cont.ra oder der BBC World Service eingestellt ist.

Und die starke 603 kHz ein Katz und Mausspiel mit Zehlendorf, mal Oldiestar mal France Info begleitet mit heftigem Flattern. :rolleyes:

Was könnte der vermeintliche Störsender als Ziel haben, sicher nicht Lille, oder? ;)

von DX-Matze - am 11.11.2010 21:59
Zitat
DX-Matze
Was könnte der vermeintliche Störsender als Ziel haben, sicher nicht Lille, oder? ;)

Wahrscheinlichstes Ziel - sofern es sich tatsächlich um vorsätzliches Jamming handeln sollte - dürfte der 1000-kW-Sender Gavar in Armenien sein. Er überträgt u.a. Programme der Simme Russlands und von TWR in Sprachen des Nahen Ostens. Vermutet wird aber, dass der Sender Gavar selbst Quelle der Störung ist, aufgrund einer Fehlfunktion.

Gegen die Jamming-These spricht, dass auch im ungestörten oberen Seitenband nichts von den Programmen zu hören ist, die über Gavar gesendet werden. Normalerweise sind die Stimme Russlands (nachmittags) bzw. TWR (abends) leise, aber deutlich hinter France Info hörbar, wenn die Ausbreitungsbedingungen stimmen. Das slawische Programm, das ich vorhin hörte, dürfte der Ukrainische Rundfunk gewesen sein.

von senderjaeger - am 11.11.2010 22:15
Zitat
iro
Hatten die Störsender aus der UdSSR damals nicht neben den Wobbelgeräuschen auch manchmal gemorste Kennungen ausgestrahlt (meine ich mich zu erinnern)?

Ja, genau so war es. Kenne diese Störsender noch aus meiner DX-Anfangszeit. Fand das immer sehr spannend und habe mich an den Morsekennungen erfreut. War ja auch gerade mal 10 Jahre alt... :rp:

von Sternenlicht - am 12.11.2010 17:43
Heute höre ich den Störer hier in MG ebenfalls. Hängt, wie schon angemerkt im unteren Seitenband.
Da jedoch kein weiterer Träger interferenzmäßig hörbar ist, wird hier der
eigentliche Träger frequenzmoduliert.
Für mich klingt das nach Vorsatz, die am 10.11. genannte Story vom Senderdefekt erscheint mir etwas unglaubwürdig.
Zudem könnte ein defekter Sender auch einfach abgeschaltet werden. Dies geschieht jedoch nicht.

Lille ist da wohl Kollateralopfer in diesem 'Senderkrieg'


von Nohab - am 12.11.2010 18:35
Die Frage wäre nur: wer sollte da gestört werden. Auf der Frequenz gibt es ja nichts störenswertes.
Falls Gavar nicht der Störer wäre, kommen von dort ja nur Radio Sodruzhestvo/TWR/China National Radio/NHK Japan in verschiedenen Sprachen zu verschiedenen Zeiten - gestört wird aber die ganze Zeit (auch zu den Zeiten wo gar kein PX aus Gavar gelistet ist). IRIB1 wird wohl auch kaum das Ziel der Störungen sein. Und die highpower-Sender aus China wohl auch nicht.

von iro - am 12.11.2010 19:42
Zitat
iro
Die Frage wäre nur: wer sollte da gestört werden. Auf der Frequenz gibt es ja nichts störenswertes.


Doch, schau mal auf EMWG nach, in welchen Sprachen die Stimme Russlands und TWR auf der Frequenz senden. ;) Für Gavar als Ursache des Geräusches spricht allerdings, dass sich dessen Auftreten offenbar mit der Sendezeit des Senders deckt.

von senderjaeger - am 12.11.2010 20:29
Heute konnte ich den Störer hier auch bei Stuttgart deutlich hören. Das klingt klar und typisch nach einem Jammer, ein Senderdefekt dürfte wohl mittlerweile bemerkt worden sein. Dafür spricht auch, dass die Youtube-Aufnahmen ein unterschiedliches Störsignal zeigen (vgl. hier und hier), also vielleicht sogar mehrere Jammer aktiv sind. Um 2100 UTC war das Störsignal weg.

Ein denkbares Ziel könnte Radio Free Africa aus Tansania sein. Das ist zwar ein ganz normaler kommerzieller Sender, aber in den Kisuaheli-sprechenden Nachbarländern hört man das vielleicht nicht so gerne. Ausserdem übernimmt RFA auch BBC-Programme in Kisuaheli.

von EmmWeh - am 12.11.2010 21:28
Zitat
...matze
Doch, schau mal auf EMWG nach, in welchen Sprachen die Stimme Russlands und TWR auf der Frequenz senden

Hatte ich bereits gemacht. Nur: warum sollte man jetzt damit anfangen, diese schon lange sendenden Programme zu stören, warum sowohl Russisch, Arabisch, Farsi u.a. Sprachprogramme unterschiedslos dauerhaft stören. Wer sollte ein Interesse habe diese ALLE zu stören und warum werden die Parallelfrequenzen dieser Px nicht auch gestört. Und: wenn da tatsächlich jemand Interesse dran haben sollte kostet ihn das auch noch sehr viel Geld (immerhin muss gegen 1000kW aus Gavar angestunken werden).

Und RFA Tanzania: der sendet ja nur mit 50 kW, daher hab ich den als Störkandidaten gleich außen vor gelassen. Da müsste der Störsender, falls er aus der Gegend kommt, ja ein Vielfaches an Leistung haben um zu diesen Zeiten in Island und Europa gehört zu werden. (Und wenn würde da wohl eher der Firedrake laufen als gewobbelt werden ;) )

Auch im Asia-Pacific-Log (http://www.radioheritage.net/PAL_search.asp Email angeben, MW ankreuzen, Download database ankreuzen) sind keine potentiellen Störkandidaten auszumachen, die nahe genug an Europa sind. Daß jemand die Chinesen stört könnte ich mir höchstens von Taiwan vorstellen...

Einen Spekulatius hätt' ich noch: es könnte auch sein, daß jemand (Iran?) einfach sein Störequipment mal ausprobiert für den Fall der Fälle und sich den Gavar-Brummer ohne aktuellen Anlass als Herausforderung nimmt.

von iro - am 12.11.2010 22:31
Zitat
iro
Und RFA Tanzania: der sendet ja nur mit 50 kW

Ja, aber Mwanza liegt am Viktoriasee und sendet auf freier QRG. Die Reichweite dürfte beachtlich sein. Und die Region ist von autoritären Regierungen und Stammesrivalitäten gekennzeichnet. Nicht umsonst engagieren sich die "Grossen" VOA/DW/BBC dort und nutzen den Sender.

Zitat

Da müsste der Störsender, falls er aus der Gegend kommt, ja ein Vielfaches an Leistung haben um zu diesen Zeiten in Island und Europa gehört zu werden.

Das Jamming überdeckt ja nicht einfach das Nutzsignal sondern nutzt die Interferenzeffekte. Auch die Jammer aus dem früheren Ostblock haben oft nur mit 5 kW über die Bodenwelle die 500 kW von RFE/RL gestört. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Störer so weit nach Norden kommt, ist in der Tat gering.

Zitat

würde da wohl eher der Firedrake laufen

Was haben die Chinesen mit Tansania zu tun? RFA Radio Free Asia...

Ich glaube eigentlich auch eher an eine Clandestine-Station im Nahen Osten als Störziel. Da würde auch der Sendeschluss um 2100 dazu passen.

von EmmWeh - am 12.11.2010 22:58
Zitat
iro
PLC - nee!
Das Blubbern wird auch in Island gehört:
siehe http://mediumwave.info/news.html (nette Seite einer dänischen DXerin)

In Verdacht steht der armenische Sender in Gavar, der aber dann wohl einfach kaputt ist und daher unabsichtlich stört. Es ist ja auch nichts wirklich jammenswertes drauf auf der 1377 kHz...



Also ich habe in Irland, Standort Dublin, auf der 1377 gut und stoerungsfrei Frankreich drinnen.
Vom Blubbern ist hier weit und breit nichts zu bemerken.

von 102.1 - am 12.11.2010 23:11
Momentan blubbert hier auch nichts mehr.

Zitat
Mathias Weber
Was haben die Chinesen mit Tansania zu tun? RFA Radio Free Asia.
ich meinte schon Radio Free Africa, war nur etwas schreibfaul.
Die Chinesen haben sogar eine ganze Menge mit Tansania zu tun - und das schon seit Jahren. Und nicht nur mit Tansania, auch Angola, Nigeria, Sudan, Kongo, Zimbabwe und und und. Hat nur kaum einer bemerkt in Europa. China klotzt in Afrika, baut Straßen und Infrastruktur, sichert sich Rohstoffe und Absatzmärkte und schert sich dabei einen Dreck darum, ob Arschlöcher wie Robert Mugabe oder sonstwer das Land regieren. http://www.faz.net/s/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928/Doc~E2B3DA0AA5715464984466F743EC57938~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zimbabwe z.B. benutzt Störsender aus chinesischer Produktion: http://www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/peaceradio-ZBW.html


von iro - am 12.11.2010 23:40
Zitat
Mathias Weber
Ein denkbares Ziel könnte Radio Free Africa aus Tansania sein. Das ist zwar ein ganz normaler kommerzieller Sender, aber in den Kisuaheli-sprechenden Nachbarländern hört man das vielleicht nicht so gerne. Ausserdem übernimmt RFA auch BBC-Programme in Kisuaheli.


Tansania bzw. Afrika generell passt vom Azimuth her überhaupt nicht. Das Störsignal kommt eindeutig aus Richtung Ost-Südost (West-Nordwest kann man wohl ausschließen), und dort liegt der Nahe Osten. Armenien und Iran liegen ziemlich genau in der Empfangsrichtung, wie man auf dieser Karte sehen kann (105°).

Zitat
iro
Hatte ich bereits gemacht. Nur: warum sollte man jetzt damit anfangen, diese schon lange sendenden Programme zu stören, warum sowohl Russisch, Arabisch, Farsi u.a. Sprachprogramme unterschiedslos dauerhaft stören.


Deine Einwände sind völlig berechtigt. Speziell die Programme von TWR könnten aber durchaus dem einen oder anderen Regime im Nahen Osten ein Dorn im Auge sein.

von senderjaeger - am 12.11.2010 23:53
Zitat
iro
Die Chinesen haben sogar eine ganze Menge mit Tansania zu tun - und das schon seit Jahren.

Dass die Chinesen in Afrika sehr aktiv sind, ist ja nichts Neues. Aber mit dem Firedrake gegen Kisuaheli-Programme anzusenden, wäre dann doch etwas zu auffällig... :-)

Ich hab' mir gerade nochmal den TWR-Sendeplan angesehen, da ist um 2102 UTC Sendeschluss. Das passt also genau auf die heutige Beobachtung. Die letzte Sendung ist jeweils in Arabisch. Farsi läuft bis 2000 UTC. Der Iran hat auch früher schon Störsender eingesetzt. Ich kann mir auch vorstellen, dass man auch die anderen Programme stört um sozusagen die islamische Welt vor den TWR-Sendungen zu "schützen". Morgen beginnen die TWR-Sendungen aus Gavar um 1700, Farsi kommt ab 1717 - mal sehen, wann der Jammer wieder loslegt.

von EmmWeh - am 13.11.2010 00:41
Eigentlich kann ich es mir nicht vorstellen, daß Teheran den TWR jammt, andererseits sind das aber ja pöse Amerikaner und haben sogar Sendungen namens "Spiritual Warfare" (Spirituelle Kriegsführung), diese allerdings in Turkmenisch auf 864 kHz....

von iro - am 13.11.2010 12:40
Ich konnte heute den Jammer auf 1377 auch deutlich hören, obwohl hier France-Info fast immer deutlich stärker ist; ich bin mir aber ziemlich sicher, dass dieser Jammer im Iran steht; denn ein Sender, der die (in den Augen des Regimes des Iran) teuflische Religion Christentum propagiert, gehört gestört. Das Regime des Iran vertritt einen sehr extrem Arm des Islam, und dieser Arm verteufelt eben das Christentum; daher ist ein Sender wie Trans World Radio, der für den nahen Osten sendet, für das Regime des Iran etwas vom übelsten, was man sich vorstellen kann, und daher ein sehr lohnenswertes Jamming-Ziel.
Ich habe selbst die Jammer des kalten Krieges aus dem Osten noch 10 Jahre lang erlebt, ich weiss z.B. noch wie die MW 720 kHz abends und nachts immer gejammt wurde, wobei diese Jammer doch etwas anders tönten als diese aktuellen Jammer aus dem Nahen Osten.

von dxbruelhart - am 14.11.2010 18:57
Zitat
dxbruelhart
diese Jammer doch etwas anders tönten als diese aktuellen Jammer aus dem Nahen Osten.

Richtig, aber die Jammer, die während des Konfliktes zwischen Iran und Irak eingesetzt wurde, haben sich genau wie der 1377-Jammer angehört. Deshalb tippe ich auch mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den Iran. Auch, wegen des Fanatismus und der Intoleranz, die die iranische Führung immer wieder an den Tag legt.

von EmmWeh - am 14.11.2010 19:15
Ich habe gerade mal wieder die 1377 laufen, und erstmals seit mindestens einer Woche ist von dem Jammer NICHTS zu hören. Normalerweise kam er um diese Zeit bereits stark herein.

Zitat
Japhi
In Samsun direkt am schwarzen Meer in der Türkei war auch ganztägig ein Jammer dieser Art zu empfangen, ich meine nur etwas höher, 15xx KHz. Kam aus Richtung Iran.

Das Jamming dürfte sich gegen Radio Farda auf 1575 kHz gerichtet haben.

von senderjaeger - am 15.11.2010 15:22
Hier ist nach wie vor nichts vom Jammer zu hören (NRD-535DG an ALA1530). Bei dem Wortprogramm hinter France Info dürfte es sich um den Ukrainischen Rundfunk handeln.

Das RBB-Medienmagazin geht übrigens von einem Defekt des armenischen Senders aus.

von senderjaeger - am 16.11.2010 19:58
Das hervorragende Medienmagazin von Radio Eins hat ein paar Informationen zu der Frequenz und dem Sender gesammelt, vom KGB-Ararat-Sender z.B. wusste ich bisher noch gar nichts. :D

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/radionews_2010_11_14.html


Edit: Merke: Herr Matze war ein wenig rascher.

von kielerförde - am 16.11.2010 20:02
Also fassen wir mal zusammen:
- es wird nicht durchgängig gestört
- die Sendezeiten decken sich offenbar mit denen von TWR Arabisch und Farsi
- es sind unterschiedliche Wobbelsignale zu hören, manchmal auch mehrere gleichzeitig
- das Störsignal passt zum früheren Jamming im Nahen Osten
- Sendeschluss ist um 2100, passend zu TWR aus Gavar
Fazit: Senderdefekt in Gavar unwahrscheinlich, Jamming aus Iran sehr wahrscheinlich....

von EmmWeh - am 16.11.2010 21:25
Gerade beobachtet: Um 1642 UTC wechselte das Jamming schlagartig vom oberen ins untere Seitenband. Auch änderte sich der Ton bzw. die Frequenz des Wobbelns, und das Signal wurde spürbar stärker. Offenbar wurde zwischen zwei Sendern umgeschaltet. Um 1646 änderte sich der Ton erneut von einem regelmäßigen "Hämmern" zu einem unregelmäßigen Zwitschern, und das Signal wurde wiederum stärker. Das riecht in der Tat nach vorsätzlichem Jamming.

von senderjaeger - am 17.11.2010 16:52
Hier mal ein Video von dem Jammer: http://www.youtube.com/watch?v=dv9a3EQtajo

In dem Video sind zwei Aufnahmen von heute. Die erste hab ich um 17:30 Uhr gemacht,die zweite um 18:30 Uhr. Man merkt deutlich den unterschiedlichen Sound.

von pg09 - am 17.11.2010 23:06
Ein weiteres Indiz für den Standort Iran:

Gestern Abend gegen 18 Uhr MEZ fiel der Störsender auf 1377 kHz so stark ein, dass er Lille total verdrängte und der S-Meterzeiger fast anschlug.
Gleichzeitig kam auf 1512 kHz der Iransender Ardabil ebenfalls sehr gut an.
Nach ca. 15 Minuten schwächten sich die Signalstärken beider Sender gleichzeitig deutlich ab, sodass danach Lille und Khania (1512, Griechenland) gut aufzunehmen waren.
Da der iranische Sender Ardabil und der Störsender auf 1377 MHz sich identisch verhielten, vermute ich eine Standortnähe beider Sender zueinander.

von R.Oberlahn - am 18.11.2010 09:09
Bei YouTube ist ein weiteres Empfangsvideo aufgetaucht, das die These vom Senderfehler in Armenien zu stützen scheint. In der Perseus-Aufzeichnung eines finnischen DXers hört man ein merkwürdig schwingendes TWR-Pausenzeichen.

von senderjaeger - am 28.11.2010 19:29
Ist die Frage was nun stimmt. Das Pausenzeichen schwingt zwar komisch, aber das bekannte Geblubber wäre dann ja auch während des Pausenzeichens aufgetreten, oder?

Außerdem klingen die Störungen oft anders, mal schneller (http://www.youtube.com/watch?v=tLJ0mGKZuoQ), mal langsamer (http://www.youtube.com/watch?v=NBfAQ690sPY), mal eher heulend, mal eher hämmernd (http://www.youtube.com/watch?v=EsIxANq4ff8), mal mechanisch (http://www.youtube.com/watch?v=YpB2LYw90lQ) usw...
Warum sollte ein und derselbe defekte Sender jeden Tag einen anderen Ton ausdauernd senden.

von Japhi - am 28.11.2010 22:41
Mit dem Perseus kann man filtermässig so einiges anstellen. Ich bin mir deshalb nicht so ganz sicher, ob das Signal vielleicht nur deshalb so klingt. Gegen die Defekt-These spricht ja die Tatsache, dass schon mehrere unterschiedliche Wobbel-Störsignale gleichzeitig beobachtet wurden.

von EmmWeh - am 28.11.2010 22:51
Zitat
Japhi
Ist die Frage was nun stimmt. Das Pausenzeichen schwingt zwar komisch, aber das bekannte Geblubber wäre dann ja auch während des Pausenzeichens aufgetreten, oder?


Wäre es Jamming, wäre das Blubbern durchgehend zu hören und das Pausenzeichen überlagern. In der Aufzeichnung schwingt aber das Pausenzeichen selbst und damit wohl der Träger des armenischen Senders, während in den Pausen kein Blubbern zu hören ist. Andererseits hören sich all die anderen Aufnahmen, auch meine eigenen, eindeutig nach gezieltem Jamming an. Vielleicht treffen ja auch beide Theorien zu: Der armenische Sender ist defekt und wird vom Iran gestört. Wer weiß?

Zitat
Mathias Weber
Mit dem Perseus kann man filtermässig so einiges anstellen. Ich bin mir deshalb nicht so ganz sicher, ob das Signal vielleicht nur deshalb so klingt.


Das kann natürlich sein, zumal der Perseus in dem Video auf 1375,einpaarzerquetschte eingestellt ist. Auffällig bei dem Jamming ist ja, dass es mal das obere und mal das untere Seitenband betrifft und dass sich die Töne ändern. Eine harte Umschaltung konnte ich, wie neulich geschrieben, live beobachten.



von senderjaeger - am 29.11.2010 14:24
Der Jammer ist übrigens wieder zu hören.
Vor einigen Tagen sendete er ein lautes Brummen.
Heute war ein propellerähnliches Blubbern zu hören.
Das Signal scheint allerdings etwas schwächer zu sein. So stark wie im November kam es jetzt nie an.

von pg09 - am 24.01.2011 21:19
Ich habe heute zwischen 16:15 und 16:30 UTC die 1377 kHz beobachtet.
France Info wurde teilweise überlagert von einem anderen Sender in einer Sprache, die in etwa slawisch klang. Könnte Armenien gewesen sein, ist aber nicht sicher. Armenisch wäre zwar nicht slawisch, könnte ich aber glaube ich nicht eindeutig erkennen.

Gleichzeitig hörte es sich an, als ob die Träger um mehrere 100 Hz verschoben seien, und einer der Träger mit dem Frequenzversatz periodisch herumschwanke. Das ergab so einen Heuleffekt, allerdings nicht mit zwei ganz klar definierten Tonfrequenzen sondern ziemlich verwaschen.
Das klang jedenfalls ganz anders als dieser Blubber-Jammer.

Ob das aber jetzt ein kaputter armenischer Sender war, oder noch ein dritter Sender, der ein solches Störsignal aussendete, kann ich nicht eindeutig sagen.
Ich würde heute eher auf kaputter Sender tippen.

von Christian_66 - am 25.01.2011 19:54
Also zwischen 16:30 und 17:00 UTC konnte ich hier auf 1377kHz ein sehr lautes Brummen empfangen.
Das hat France Info komplett plattgemacht.
Dieses Brummen klang tatsächlich so,als käme es von einem kaputten Transmitter.
Aber das Brummen war gestern definitiv nicht zu hören,gestern gab es wie schon weiter oben geschrieben ein Blubbern zu hören.

von pg09 - am 25.01.2011 20:00
Zitat
Christian_66
Ich habe heute zwischen 16:15 und 16:30 UTC die 1377 kHz beobachtet.
France Info wurde teilweise überlagert von einem anderen Sender in einer Sprache, die in etwa slawisch klang. Könnte Armenien gewesen sein, ist aber nicht sicher. Armenisch wäre zwar nicht slawisch, könnte ich aber glaube ich nicht eindeutig erkennen.


Der Sender in einer slawischen Sprache könnte auch der Ukrainische Rundfunk gewesen sein. Oder eine Relaissendung der Stimme Russlands aus Armenien. Die Armenier vermieten die 1377 an diverse ausländische Anbieter (darunter eben die VOR) für Sendungen Richtung Naher Osten. Armenischsprachige Sendungen gibt es auf der Frequenz nicht.

Zitat
pg09
Das Signal scheint allerdings etwas schwächer zu sein. So stark wie im November kam es jetzt nie an.


Das dürfte an den Ausbreitungsbedingungen liegen. Der Fernempfang auf MW war in den vergangenen Tagen ziemlich gedämpft.


von senderjaeger - am 25.01.2011 20:07
Heute gegen 16:30 UTC war das Störsignal wieder ganz anders als gestern.
Es ist aber für mich schwer zu beschreiben:
Eine Art Wobbel-Ton, ständig zufällig ändernd in der Tonhöhe und mit Aussetzern.
Klang also in etwa nach dem schlechtesten Oszillator der Welt, der frei herumschwingt und auch mal aussetzt.
Ob der Ton aber augestrahlt wird oder erst durch die Überlagerung mit dem Träger von France Info entsteht, vermag ich nicht zu sagen.

von Christian_66 - am 26.01.2011 20:10
Gerade entdeckt: hört Euch doch mal diesen Mitschnitt des Störsignals an: http://www.youtube.com/watch?v=xNFTYiuRc4w&feature=related.

Ab ca. 1:14 setzt er wieder ein, und die Tonhöhenänderungen folgen der bekannten Pausenzeichenmelodie von Trans World Radio, wie man sie hier http://de.intervalsignals.org/db/detail.php?Audio=erf_dt&KontAus=.*&SprachAus=&TypAus=.*&ReihAus=Land sich z.B. anhören kann.


von Christian_66 - am 27.01.2011 19:43
Zitat
Christian_66
die Tonhöhenänderungen folgen der bekannten Pausenzeichenmelodie von Trans World Radio

Das ist doch aber nicht wirklich eine neue Erkenntnis. Es ist ja das überlagerte TWR-Signal vorhanden und auf dieser Aufnahme wird nur das untere Seitenband wiedergegeben.

von EmmWeh - am 27.01.2011 20:01
@Mathias Weber
Von neuer Erkenntnis hatte ich auch nicht geprochen.
Ich dachte, es könne helfen, herauszufinden, ob wirklich ein Störsender aktiv ist, oder ob es sich um eine Störung eines regulären Senders handelt.

Für mich klingt der Mitschnitt so, dass der Armenische TX kaputt ist und im Takt der Modulation in seiner Frequenz herumschwankt, sobald Modulation, hier das Pausenzeichen, anliegt.
Der andere Sender, in diesem Fall nicht Lille sondern vielleicht Ukraine (?), sendet ja einfach weiter.

Unteres Seitenband, ok. Dann sollte aber doch das Pausenzeichen eigentlich schön deutlich zu hören sein, und nicht mit jedem Ton schwingend und wobbelnd. Von daher die Theorie, dass der Armenische Sender einen kaputten Träger aussendet.

von Christian_66 - am 27.01.2011 20:22
@Christian_66
Einen "kaputten" Träger gibt es ja, allerdings absichtlich vom Störsender erzeugt. Gegen die Senderdefekt-These spricht einfach, dass mittlerweile viele unterschiedliche Störsignale beobachtet wurden, auch mehrere gleichzeitig. Ebenso war zum bestimmten Zeiten das TWR-Signal ungestört hörbar und die Störungen passen zeitlich zu den Arabisch und Farsi-Programmen des TWR. Wäre schon merkwürdig, wenn ein technischer Defekt in Abhängigkeit vom ausgestrahlten Programm aufträte...

von EmmWeh - am 27.01.2011 20:50
@Mathias Weber
Wenn es diese ganzen Beobachtungen gibt, spricht natürlich alles für einen echten Jammer.
1377 kHz ist im Moment jedenfalls immer eine Wundertüte.

Gibt es eigentlich Infos aus dem eigentlichen Zielgebiet von TWR?

von Christian_66 - am 27.01.2011 20:58

Re: Blubber- Störsender auf 1377 kHz

*hochhol*

Hat irgendwer mal wieder was auf 1377 beobachten können?

Zum schwingenden TWR-Pausenzeichen:

http://www.youtube.com/watch?v=I--0bdmv1xE

Ab 0:35 hört man wie Radio Noordzee gejammt wird. Und das "Man of Action" klingt genauso wie das TWR-Pausenzeichen.

von Japhi - am 01.09.2012 20:06

Re: Blubber- Störsender auf 1377 kHz

...und wieder *hochhol*, das Thema kam mir gerade wieder, nach Störsender-Hören auf der Kurzwelle, in den Kopf und ich habe nochmal etwas gesucht:

Es war wohl der Iran, der da Trans World Radio mit seinen "ungläubigen" Programmen gestört hat.

http://mediumwave.info/newsarchive_j.html bzw. http://www.youtube.com/watch?v=h7HqkwZB7TM

Da legt der Jammer pünktlich mit dem Farsi-Programm von TWR richtig los.

von Japhi - am 12.08.2013 20:09
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