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Radioforum
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Differenzton auf 1458 kHz

Startbeitrag von R.Oberlahn am 04.12.2010 18:13

Auf 1458 kHz ist zurzeit ein massiver Differenzton zu hören.
Die Tonhöhe beträgt 400 Hz und wird verursacht durch Radio Tirana welches auf 1457.6 kHz abgedriftet ist und nun mit R. Sunrise aus London interferiert.

Antworten:

Kann ich bestätigen.

von DX OberTShausen - am 04.12.2010 18:57
Ist aber schon seit langem so. Im Winter kommt hier die Bodenwelle aus London noch ganz knapp über der Grasnarbe auch tagsüber durch, was bei Dunkelheit schon zu einem schrecklichen Fading führt. Gleichzeitig donnert dann auch noch Albanien dazu, was mit der Übermodulation von Sunrise nur noch ein unerträgliches Lärmgemisch mit Flatterfading erzeugt. Seit einiger Zeit kommt auch noch der Interferenzton hinzu.

von Alqaszar - am 04.12.2010 19:22
Dieses Spiel geht schon seit Jahren so. Mir ist unverständlich, warum diesen Schrottfunkern aus Albanien nicht das Handwerk gelegt wird. Radio Tirana schert sich einen Dreck darum, dass seine 3 Hochleistungs- MW- Sender seit vielen Jahren allesamt off-channel laufen. :angry:

Das ist so auf 1215 kHz, wo man schon zum Glück kann sagen, dass VoR aus Kaliningrad mit einem Hammersignal alles so plätted, dass der Heulton nur im Hintergrund zu hören ist, allerdings zum Leidwesen von Absolute Radio UK, welches diesen Schrottkanal ertragen muss.

Auf 1395 kHz ist Tirana praktisch für sich alleine, da „„Big“L“ es während der Tirana- Sendezeit vorzieht, zu schweigen, weil die eh keine Chance dagegen hätten.

So ist dann hauptsächlich Radio Sunrise aus London auf 1458 kHz das Opfer, das bei Dunkelheit die Dauerstörungen aus Tirana zu ertragen hat. Dieser nervende Heterodyneton muss doch auch noch deutlich im Soll-Versorgungsbereich von Sunrise zu hören sein. Warum tun die nichts dagegen ?


von RealRock - am 04.12.2010 20:02
Einen aktuellen Bericht mit Fotos u.a. auch von den Mittelwellensendern in Albanien habe ich hier http://albanien.wwdxc.de/ entdeckt.
Man sieht der Anlage schon ihr Alter aus den 1960er Jahren an. Das ist ja damals mit chinesischer Hilfe aufgebaut worden.
[OT] Albanien war zwar kommunistisch, aber nicht im Warschauer Pakt und nicht mit der Sowjetunion befreundet. Da blieb dann nur noch China.

Diese ärgerlichen Abweichungen von der Nominalfrequenz gab es nach meiner Erinnerung in den 1980er Jahren nicht.
Ich verstehe nicht, unabhängig von irgendwelchen Beschwerden, dass da die Techniker nicht selbst den Ehrgeiz haben, das zu beheben. Zumal ja auch die aus Albanien ausgestrahlten Programme im Empfangsgebiet von dem Überlagerungston betroffen sind.



von Christian_66 - am 04.12.2010 21:06
Den Differenzton auf 1458 KHz gab es schon in den 80ern - damals wurde auf dieser Frequenz auch das deutschsprachige Programm ausgestrahlt. Ich kapiere nicht, wieso Radio Tirana diesen Offset nicht in den Griff bekommt.

Schönen Dank für den Link Christian_66. Da sieht man, mit welchem Schrott die armen Techniker in Albanien senden müssen. Ich vermute, dass die Mittelwelle auch in Albanien keine Rolle mehr spielt. Deswegen wird sicherlich nicht mehr investiert und die Sender werden wahrscheinlich in nicht mehr allzu ferner Zukunft ohnehin abschaltet. Das ist einerseits schade, andererseits werden sich die Freunde von Sunrise auf 1458 KHz freuen...


von mediascanner1 - am 04.12.2010 22:31
ihr dürft nicht von deutschen Qualitätsstandards ausgehen; Maintenance ist in vielen Ländern ein Fremdwort

von Werner53 - am 05.12.2010 14:31
Wenn durch die Vermietung dieser Sender, besonders an CRI, nicht entsprechende Einnahmen erzielt würden, dann wäre dieser Laden schon lange abgerissen und auf dem Schrottplatz.

Im Vergleich zum Betriebs- und Instandhaltungsaufwand, zumal für diese alten Klitschen, wäre der Aufwand, die Frequenzen in Ordnung zu bringen, absolut vernachlässigbar.
Oszillatoren mit jeder beliebigen und genügend konstanten Frequenz gibt’s zu überschaubaren Preisen und es stellt auch kein Problem dar, diese einzubauen.

Was hier mangelt, ist jegliches Ordnungs- und Qualitätsbewusstsein, Qualifikation und beruflicher Ehrgeiz. Man hat nicht die leiseste Idee, dass diese Heulton- Frequenzen ein überdeutliches Aushängeschild für Stümperhaftigkeit darstellen, und solange sich niemand beschwert, ist ja alles in Ordnung.
Ich würde mich in Grund und Boden schämen, auch nur einen 5 Watt- Sender mit solchen Frequenzen zu betreiben.

Dass diese Missstände nun schon seit vielen Jahren bestehen, ist aber nicht alleine die Schuld von Radio Tirana, sondern es fehlt offenbar auch Druck von außen.
Warum greifen hier entsprechende Organisationen wie ITU oder EBU nicht ein ?

An den AM-Bereichen scheint wohl kein offizielles Interesse mehr zu bestehen und man überlässt diese dem Zerfall, wie man ja auch an der unbegrenzt immer größeren Zunahme von HF- Störern im Haushalt feststellen kann.

von RealRock - am 05.12.2010 16:03
Das alter der Sender ist eher zweitrangig. Auch die Sender haben mal ihre Frequenz eingehalten und könnten das auch heute noch. Der Sender läuft ja nicht dauerhaft weg, er ist stabil auf der falschen Frequenz. Das sollte sich beheben lassen, wenn ein Frequenzzähler vorhanden ist.

von Marc_RE - am 05.12.2010 16:04
Vielleicht fehlt bloss die Einsicht der Notwendigkeit, an diesem Drift etwas aendern zu wollen? Man ist ja mit dem Megawatt-Brummer ohnehin auf allen besetzten Frequenzen staerkstes Signal und mindestend ein Zweitnutzer (Big L) hat ja bereits aufgegeben, gegen dieses Signal anstinken zu wollen. Vielleicht ist es auch Taktik und man versucht es auszusitzen? Irgendwann hat man vielleicht die genutzten Frequenzen waehrend der Sendezeiten exklusiv fuer sich?!

von PowerAM - am 05.12.2010 16:14
Zitat
MIL 
Und was ist wohl wichtiger? Dass ein Mitarbeiter da unten seinen spärlichen Lohn bekommt, damit er nicht verhungert, oder dass zig Monatslöhne für Technik und Material verballert werden, damit der Sender in den Toleranzen läuft?
Das wolltest du aber sicherlich auf der Seite der Heilsarmee oder bei "gutmenschen.de" posten, nicht wahr? Bitte beim Thema bleiben!

von mediascanner1 - am 05.12.2010 18:20
Also jetzt mal ganz ruhig Blut. Vielleicht sollte man wirklich erstmal eine Mail schreiben. Kann ja sein das die es dort wirklich nicht bemerken. Wie MIL schon schrieb kann es ja sein das der Frequenzzähler nicht kalibriert ist. Oder es ist irgendetwas anderes. Das kann man von hier aus ja nicht sagen. Unter den Bedingungen unter denen die dort arbeiten ist ja sicherlich so einiges möglich. Nur wenn sich herausstellen sollte das es denen einfach nur am Ar*** vorbei geht ob die andere Sender wegpfeifen oder nicht, dann sollte denen wirklich der Saft abgedreht werden. Aber bevor man hier irgendwelche Wellen macht sollte man erst mal mit den Leuten dort unten sprechen.

von Spacelab - am 05.12.2010 18:58
Deshalb sag ich ja, erstmal anschreiben und dann meckern. Halt uns mal auf dem laufenden.

von Spacelab - am 05.12.2010 19:38
Schaut euch die Bilder mal an. Auf dem Fernseher in der Redaktion liegt eine Yagi, die Tür vom Sendergebäude hat seit Jahren keine Farbe gesehen, die Technik in den Studios ist alt. Vermutlich ist mam da froh, überhaupt ein Signal in die Luft zu bekommen.

von Marc_RE - am 05.12.2010 20:14
Naja gut, aber ob das ein Argument ist andere Sender wegzupfeifen. Ich mein wir reden jetzt nicht von nem gurkigen Transceiver mit maximal 10 Watt. Sondern wir reden hier von nem Megawatt Bräter. Hier müsste es doch eine gewisse Sorgfaltspflicht geben. Und wenn man die nicht erfüllen kann, kann man halt eben nicht mit hunderten von Kilowatt wild in der Landschaft rum funken.

von Spacelab - am 05.12.2010 20:55
Die Sender in Fllakë sind fast 50 Jahre alt. Das Unterhalts-Budget dürfte gegen Null tendieren und Ersatzteile sind vermutlich auch nicht mehr allzuviele vorhanden. Wenn ich dort Techniker wäre, würde ich jede Änderung an dieser Anlage auch tunlichst vermeiden. Man kann halt leider an ein armes Land wie Albanien keine mitteleuropäischen Ansprüche stellen. Selbst ein offizieller ITU-Rüffel dürfte dort wenig Eindruck hinterlassen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.12.2010 21:14
Aber habe ich deshalb Narrenfreiheit?

von Spacelab - am 05.12.2010 21:22
De facto ja! ;)

Man kann wohl nur darauf spekulieren, dass die alten Sender bald das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden. Ewig werden die sicher nicht mehr laufen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.12.2010 21:27
Und denkbar ist, daß die Dinger nur noch solange laufen, bis die Endröhre die Grätsche macht, dann hat es sich erledigt.
Die DRKultur 6190kHz ist ebenfalls so ein Kandidat. Wenn da was größeres abraucht, ist ebenfalls Schluß - siehe DLF 6005 kHz


von Nohab - am 06.12.2010 10:33
Zitat

Die DRKultur 6190kHz ist ebenfalls so ein Kandidat. Wenn da was größeres abraucht, ist ebenfalls Schluß


Trotzdem hat das Ding jetzt schon 6085 Ismaning überlebt und knackt vielleicht auch noch nächstes Jahr Deutsche Welle 6075...

von Habakukk - am 06.12.2010 12:11
Die 6190 kHz sollte lt. DRadio-Techniker tatsächlich schon seit rund einem Jahr tot sein. Doch sie strahlt immer noch.

Ist es nicht schön?

von kielerförde - am 06.12.2010 12:27
Das Deutschlandradio könnte sich ja mit seiner 6190 auch in Kall einmieten, wenn der Sender mal flöten geht. :-)

von Habakukk - am 06.12.2010 12:39
Besser nicht. Denn bisher konnte ich von da noch nichts empfangen. Die 6190khz geht hier hingegen ganz brauchbar. Nur eine gute Kelle zu leise.

von Spacelab - am 06.12.2010 13:00
Zitat
MIL 

Und was ist wohl wichtiger? Dass ein Mitarbeiter da unten seinen spärlichen Lohn bekommt, damit er nicht verhungert, oder dass zig Monatslöhne für Technik und Material verballert werden, damit der Sender in den Toleranzen läuft?


Ein Sender dieser Leistungsklasse hat alleine schon für Energie derart hohe Betriebskosten, dass sich die Kosten für vernünftige Oszillatoren dazu kaum noch in Promillewerte angeben lassen, also können Anschaffungskosten kein Argument sein. Bei Selbstbau käme man sogar auf weniger als 10 ¤ für elektronische Bauteile, darunter wäre eine Lochrasterplatine noch die teuerste Position.

Das Problem ist und bleibt die Qualifikation. Wenn wegen Hungerlöhnen alle besser Qualifizierten längst geflohen sind und nur diejenigen geblieben sind, die woanders keine Chance haben, kann man dies den einzelnen Mitarbeitern nicht unbedingt zum Vorwurf machen.

Das Problem besteht daher darin, dass hier bestenfalls Sportflugzeugpiloten Jumbo-Jets fliegen, mit entsprechenden Resultaten, und dass es wohl nirgends einen Verantwortlichen mit entsprechender Qualifikation gibt.

Oszillatoren mit wegkippender Frequenz kommen immer wieder mal vor und ein solcher Fehler sollte wenigstens nach einigen Wochen behoben sein.

Einen Betreiber, der seit vielleicht nunmehr 10 Jahren sogleich 3 MW- Hochleistungssender mit Heulfrequenzen betreibt, ohne eine Spur von Bemühung, dies zu ändern, kann man nicht anders als als für diesen Job unfähig ansehen. Möglich ist das aber auch nur, weil wohl nicht dagegen vorgegangen wird.

Die VoR begegnet diesem Problem mit dem Superpower-Holzhammer, „Big“L durch Ausweichen, nur Radio Sunrise 1458 scheint diese Heulerei passiv zu ertragen. Vielleicht ist man dort ebenso unqualifiziert und glaubt, gegen diese Störungen so wenig wie gegen schlechtes Wetter tun zu können ?

von RealRock - am 06.12.2010 17:24
BigL weicht nicht aus, sondern schaltet einfach ab.
Sunrise kann auch nicht ausweichen, hat aber den Vorteil, daß es im
Hauptsendebereich recht störungsfrei laufen sollte, 125kW in 10 Meilen
Abstand von der Londoner Innenstadt sind nicht zu verachten.


von Nohab - am 06.12.2010 21:44
Vorhin konnte ich im Autoradio auf der 1458 kHz wieder einen deutlichen, aber niedrigen Brummton unter Sunrise Radio hören. Nach Gehör würde ich den Ton auf ca. 100 Hz schätzen. Ist Radio Tirana wieder einmal ein bißchen neben der Spur?

von Lahnwelle - am 25.03.2012 20:38
Ich pack's mal hier rein, auch wenn es nicht so ganz passt:

In der aktuellen News-Ausgabe des Worldwide DX-Club ( http://www.wwdxc.de/topnews.htm ) ist unter dem Stichwort "Albania" ein Video verlinkt:
http://www.youtube.com/watch?v=grlp3TZXMuk
Ein kurioser italienisches Lied über Radio Tirana; mit ein paar netten Bildern.

In dem Zusammenhang:
Ein Wortbeitrag von Radio Tirana auf deutsch von früher:
http://www.youtube.com/watch?v=jG8J01P2ce8
Wer hält die 6:40 Minuten durch?

Und zum Schluss... die Internationale:
http://www.youtube.com/watch?v=oXl6qAb5KlA

von Christian_66 - am 02.10.2012 19:28
Das Problem mit dem Differenzton scheint mittlerweile etwas reduziert worden zu sein:

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2014/tirana.html

von 101,4 - am 31.12.2014 00:54
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