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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
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Hempe, mediascanner, drm-dxer, Obelixx, dxbruelhart, Heinz Schulz, Manager.

25 Jahre Genfer Wellenplan 23.11.78

Startbeitrag von Manager. am 23.11.2003 21:00

Heute vor 25 Jahren um Mitternacht GMT (also 1 h bei uns) trat der Genfer Wellenplan für Langwelle und Mittelwelle in Kraft.
Ich habe mir damals die Nacht um die Ohren geschlagen, um zu testen welche Sender dadurch besser oder schlechter zu empfangen waren.

Der BR z.B. musste seine 1602 kHz (Ismaning) aufgeben (es gab eine extra-Abschiedsendung am Vorabend), Radio DRS durfte abends nicht mehr auf 531 kHz (Beromünster) senden, die Europawelle Saar (1422 kHz) durfte nur noch tagsüber (7-19 h) mit voller Leistung (1200 kW) senden und AFN hatte auch z.T. ganz andere Frequenzen. Und, und, und...

Kann sich außer mir noch jemand an diese Umstellung erinnern und von seinen Beobachtungen durch diese Frequenzumstellungen berichten?

Antworten:

Der BR auf 1602 war - zumindest in den Abendstunden - in meinem damaligen Domizil, in Netstal im Kanton Glarus, immer sehr stark und stabil, also mit Ortssenderqualität zu empfagen.
Nach der Umstellung auf 801 war er viel schwächer, und fast immer auf verzerrt zu empfangen. Bis zum heutigen Tag geht der BR auf 801 hier kaum mal richtig stark und sauber.

von dxbruelhart - am 23.11.2003 21:08
Die Sendung "Auf Wiederhören, 1602" habe ich damals live im Radio (natürlich auf 1602 kHz) gehört. Leider -und da beiss ich mir heute noch dafür in den Ar...- habe ich es nicht aufgezeichnet.
Südfunk Stuttgart kam vor Inkrafttreten des Genfer Wellenplans über die Heidelberger Frequenz 998 ganz gut in FFM an. Die Umstellung auf 711 kHz brachte leider Einbußen in der Qualität, da der auf gleicher Welle befindliche Sender Heilbronn (früher 1169 kHz) Interferenzen hervorrief.
Was als eindeutige Empfangsverbesserung mit dem Genfer Wellenplan einherging, war der Wegfall der DDR-Störsender auf den RIAS-Frequenzen. Ich war zuvor (Oktober 78) erstmals in Berlin und lernte RIAS als tollen Sender kennen, der in Westdeutschland natürlich nur mit dem schrillen Dauerstörton zu hören (oder nicht zu hören) war. Plötzlich glasklarer Empfang auf 855 und 990 kHz.
Die mit der Neustrukturierung der Lang- und Mittelwellenfrequenzen beabsichtigte Entzerrung des Wellensalates habe ich jedoch bis heute nicht feststellen können.



von Heinz Schulz - am 23.11.2003 21:11
Ich hätte nach der deutschen Wiedervereinigung sofort einen neuen Plan ausgearbeitet!
Es ist ein Unfug, daß sich die Langwelle in Zehlendorf auf 177kHz und die Langwelle von "Europa 1" auf 183kHz mit ihren Seitenbändern überschneiden (was zu einem schönen Interferenzton führt) und daß sogar vorgesehen ist, diese Sender im Fall einer Inbetriebnahme von "Delta Radio" in den Niederlanden auf die Frequenz 180kHz zu legen!
Oder müssen Mühlacker und Wöbbelin die gleiche Frequenz benutzen?
Ich hätte die Langwelle erweitert auf den Bereich bis 353kHz, die Mittelwelle nach oben bis 1700kHz und nach unten bis 513kHz und hätte auch mich für den Einsatz AM-kombatibler Einseitenbandmodulation stark gemacht.
Im Übrigen: ein neuer Wellenplan muß her, sonst kämpft auch DRM stets mit Interferenzstörungen!

von Obelixx - am 23.11.2003 23:53
Auch ich habe mir vor 25 Jahren die Nacht um die Ohren geschlagen.Habe danach einen ausfühlichen Empfangsbericht über alle in meinem Heimatort empfangbaren Sender (vor und nach der Umstellung)des DDR-Rundfunks gemacht.Als Dank bekam ich ein genaue Übersicht der DDR-Sender (mit Leistungsangabe)von einen "höhergestellten"Ingenieur des Rundfunks.Diese Liste steht bei Heinz Schulz bei den Historischen Sendertabellen.( www.dxradio-ffm.de )
Erfreut war ich damals über die Einstellung der Störsendungen gegen den RIAS,schade war es um die 1601des BR.

von Hempe - am 24.11.2003 10:46
@obelixx:
wenn ich mich richtig erinnere, sendete die damalige Stimme der DDR und Europe1 gleich am ersten Tag des Inkrafttretens des neuen Wellenplans auf 180 KHz. Da gab kräftige Interferenzen und Schwankungen des Signals, allein schon deshalb, weil man unfähig oder nicht willens war, synchron zu senden. Die heutige Situation dieser beiden Stationen gibts erst seit ungefähr 1979.

Die Koordination von Mühlacker/Schwerin 576 KHz machte glaube ich doch Sinn: Ich empfange hier in Berlin die Schwaben nur äußerst schwach und das, obwohl Mühlacker im Gegensatz zu früher heutzutage mit fast 100 KW Rundstrahlung (also auch nach NO) sendet. Ich glaube, die Raumwelle dieses Ex-SDR Senders taugt eben nicht besonders viel. Da war es schon möglich Wöbbelin zu koordinieren.

von mediascanner - am 24.11.2003 10:53
Die Bemerkungen von Obelixx sind ok.Wer soll diesem neuen Plan denn ausarbeiten? Hoffentlich nicht der "Frequenzkoordinator",der das UKW-Band versaut hat!

von Hempe - am 24.11.2003 11:03
Kann mich auch noch gut an die Umstellung erinnern.
Auf etlichen Frequenzen war ein Interferenzpfeifen zu beobachten, weil manche schon umgestellt hatten, andere noch nicht.

Der größte Verlust war sicher die 1602. Eine wirkliche Verbesserung hat dieser Plan nicht gebracht, das abendliche QRM ist keineswegs weniger geworden.
Allenfalls dadurch, dass einige Sender inzwischen nicht mehr in Betrieb sind, oder ihre Leistung reduziert haben.

An einen LW-Sender in Holland glaubt kein Mensch mehr. Soweit ich weiß, ist die Frist für eine mögliche Inbetriebnahme auch längst abgelaufen.

Die Zukunft dieses Frequenzbereiches sehe ich nicht unbedingt optimistisch.
Anders als auf der Kurzwelle, dürfte es DRM sehr schwer haben. Dafür ist auch nur die Bodenwelle nutzbar, jedenfalls im Rahmen des gegenwärtigen Wellenplanes. AM und DRM auf gleicher Frequenz vertragen sich definitiv nicht. Spätestens im abendlichen QRM ist es vorbei mit dem störungsfreien Empfang, und Aussetzer werden die Hörer nicht tolerieren.
Und ein neuer Wellenplan ist weit und breit nicht in Sicht, kann auch nicht funktionieren, wenn jedes Land auf dem Status quo besteht.

Der Weg, den die D-Radios mit dem Simulcast-Betrieb beschreiten wollen, ist ein Irrweg. Bei dieser Betriebsart bleibt für DRM gerade mal eine Bitrate von 11 kbps. Das ist Telefonqualität. So gewinnt man keine neuen Hörer.

Was Schwerin auf 576 angeht, so kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Sender jemals wieder in Betrieb geht. Die Frequenz würde sich für einen Gleichwellenbetrieb in DRM eignen. In dieser Betriebsart macht das durchaus Sinn.



von drm-dxer - am 24.11.2003 13:25
vor 1978 wohnte ich in stuttgart und habe südfunk1 stets auf 575 khz gehört. ich erinnere mich daran, dass ein ddr sender abends und nachts im hintergrund deutlich zu hören war, vor allem, wenn aus dem sog. studio 13 hörspiele kamen. daraufhin habe ich mich beim sdr beschwert, dort sagte man mir, dieses problem trete aber nur ganz selten (!) auf und ich möge doch einfach auf ukw umschalten - fertig. irgendwie hatte es den sdr wohl herzlich wenig interessiert, ob man seine hauptmittelwelle im kernsendegebiet störungsfrei empfangen kann. mich hat das damals ziemlich geärgert, weil mein transistor kein ukw hatte.
ausserdem war man vor und nach inkrafttreten des genfer plans auf beiden seiten nicht in der lage, die gleichwellenschwankungen, zumindest durch ein synchronisieren beider sender auf ein schwebungs-null, zu minimieren.

von mediascanner - am 24.11.2003 16:31
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