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SWR Cont.Ra >> SWR Info

Startbeitrag von digitalfrontier am 24.12.2010 10:18

Hallo!

Zitat
Infosat
Nach Berichten der „Pforzheimer Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe vom 15. Dezember stellt der Südwestrundfunk (SWR) bis Ende 2011 die Übertragung über die Mittelwellensender ein. Dies hätte der SWR-Rundfunkrat entschieden. Mit der Abschaltung der sechs Mittelwellensender könnten bis zu 380.000 Euro Stromkosten eingespart würden, teilte die SWR-Pressestelle gegenüber der Zeitung mit. Ebenso würde im Rahmen von Sparmaßnahmen der Sender „cont.ra“ eingestellt.


Was haltet ihr von dieser Meldung? (http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=61437)

Wenn man SWR Cont.Ra gerade im "DAB Jahr" schließt, möchte ich mal gerne wissen, wie man sich die dann zwei neuen Kanäle vorstellt (einen exklusiv für DAB) und einen Inforadioersatz.

Wie sähe es dann mit einer Programmneuordnung beim SWR aus? Aus meiner Sicht hats da nämlich im Vergleich zu anderen Anstalten ein richtiges Durcheinander bei denen. Kommt auch mal selten vor, dass SWR1, SWR3 und DASDING zeitgleich die gleichen Lieder spielen! Wäre es nicht sinnvoller, da mal stärker abzugrenzen?

Edit Jassy: Thread Titel aktualisiert.

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Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
DX-Matze
Cont.ra wird nicht eingestellt, mehr dazu ist im Mühlacker-Thread zu lesen:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,834956,863184

"Bürger, richtet eure Antennen auf die Burg!" - Radio Neckarburg

FM-Mobile: SE W350i (NXP DSP based)
::: FMLIST UKW/FM-Bandscan Obrigheim am Neckar :::
::: VHF-I Testbild/Testcard Thread :::


Dann hoffen wir mal dass es dabei bleibt und nicht wieder eine "nun jetzt doch" Medlung kommt, nach dem Motto, "der SWR hat sich nun jetzt doch entschlossen, Cont.ra einzustellen" :-)

von 102.1 - am 26.12.2010 10:00

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Die Meldung der Pforzheimer Zeitung ist defintiv in Teilen falsch, das hat mir der SWR schriftlich mitgeteilt. Wie schon oben geschrieben, bleibt Cont.ra über 2011 hinaus erhalten, bei der Mittelwellenabschaltung bleibt es aber!

Wie es für die Dreiländersendung "3 Länder - 1 Thema" (SWR, France Bleu Elsass, DRS) dann auf deutscher Seite weitergeht (da keine analoge Verbreitung mehr) muss abgewarten werden. Wie ich von France Bleu Elsass erfahren habe, gibt es im Januar eine Sitzung in der das angesprochen werden soll.
2011 bleibt jedenfalls erstmal alles beim Alten :-) Zur Not muss ganz Baden für diese Sendung auf die elsässische Mittelwelle (1278 kHz.) umschalten...





von Sascha GN - am 27.12.2010 08:15

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
robiH
Weltweit?

Fast. Ich glaube die Inder sind da noch ein Fan von und die Russen. Aber dann wird die Luft schon sehr sehr dünn.

Zitat
robiH
Wie sähe denn Eurer Meinung nach eine angemessene und moderne Nachfolgenutzung der AM-Bänder aus, die marktfähig, zu allen Tages- und Jahreszeiten zuverlässig und von heutzutage akzeptabler Audioqualität wäre?

Ist so etwas denn überhaupt möglich? Ich meine das ist ja nun mal der größte Vorteil, oder der größte Nachteil, kommt ganz auf den Standpunkt an, das gerade bei Lang- Mittel- und Kurzwelle die Bedingungen mit der Tages- und Jahreszeit extrem schwanken. Und ein System bei dem der Lieblingssender nicht 24 Stunden aus dem Brüllwürfel schallt bekommst du heute nicht mehr verkauft.

von Spacelab - am 28.12.2010 09:15

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Das ist ja theoretisch alles sehr schön überlegt. Aber die Hauptprobleme die DRM aktuell das Genick gebrochen haben bleiben auch weiterhin bestehen. Nämlich die großen und teuren Sendeanlagen und der unglaubliche Störnebel in den modernen Fahrzeugen und erst recht in den Innenstädten. Hier müsste man wieder mit riesigen Sendeleistungen daher kommen und damit wird das ganze schon wieder zu teuer. Du darfst ja auch nicht vergessen das DRM klanglich alles andere als reizvoll ist. Mit 20kb/s Datenrate kann man nun mal nix reißen. Und bei einer robusteren Fehlerkorrektur schrumpft die nutzbare Datenrate noch weiter. Die Lüge mit dem UKW ähnlichen Klang hatte schon damals keiner geglaubt. Also damit kannst du auch keinen Stich machen.

Auch musst du bedenken das DRM höchst allergisch auf analoge Störer reagiert. Du kannst also DRM nicht einfach mal so nach und nach einführen. Du müsstest schlagartig von heute auf morgen ganze Bänder von analog auf DRM umstellen. Und das ist gerade bei der Kurzwelle unmöglich. Denn in vielen Flecken der Erde ist der Empfang mit Einfachstempfängern die einzige Möglichkeit auf dem laufenden zu bleiben.

Theoretisch ist das alles, wie so vieles was wir hier im Forum von uns geben, durchaus machbar. Aber praktisch sehen wir ja wie weit es DRM geschafft hat.

von Spacelab - am 28.12.2010 12:07

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Ich denke, in den nächsten 30 bis 40 Jahren wird sich an der Zuweisung
der AM-Bereiche nichts ändern. Man wird nur sehen, daß die AM-Bereiche
langsam aber sicher immer leerer werden.
Es gibt jedoch viele Länder, die infrastrukturmäßig und wirtschaftlich
auch in 30 Jahren nicht zu Europa aufgeschlossen haben werden.
Dort wird AM, später evtl. DRM noch lange weiterbetrieben werden.
Hat natürlich für uns den Vorteil, daß DX zunehmend einfacher wird,
weil immer weniger Sender aus Europa die Frequenzen verstopfen.
Und was eine Neuzuweisung dieser Bereiche, speziell LW/MW anbelangt, da
wird sich die nächsten 50 Jahre nichts wesentliches ändern.
Denkbar wäre es aber, daß die Lizensierung eines Sendebetriebes auf der
MW zukünftig einfacher werden wird. Auf KW ist es bereits so, s. @#$%&.
KW kein Problem, eine brauchbare UKW-Frequenz? Ums Verrecken nicht.


von Nohab - am 28.12.2010 14:17

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

habe auf meine Anfrage beim SWR diese Antwort erhalten:

Zitat

Es ist richtig, der SWR hat beschlossen, dass die analoge Mittelwellenübertragung Ende 2011 endet. Er tut dies, weil die Mittelwelle eine veraltete Technologie mit schlechter Tonqualität ist. Gleichzeitig ist sie eine teure Technologie, die von immer weniger Menschen genutzt wird. Andere Rundfunkanstalten haben dies ja bereits umgesetzt. Der RBB bereits Ende 2005, der HR Ende 2009 und Radio Bremen im April 2010.

Es ist allerdings falsch, dass der SWR damit auch sein Informationsradio SWR cont.ra einstellt! Im Gegenteil: Nachdem seit 15. Dezember 2010 alle Voraussetzungen für die Mittelfreigabe für Digitalradio (DAB plus) durch die KEF erfüllt sind, sind wir zuversichtlich, dass ein digital-terrestrisches Sendernetz etabliert werden kann, um eine flächendeckende Verbreitung auch für SWR cont.ra möglich zu machen. Das heißt, wir sind damit weiterhin über
Digitalradio, Internet, Satellit und digitales Kabel zu empfangen.


von Radiopirat - am 28.12.2010 15:15

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

In den letzten Jahren sind in DL fast alle MW-Sendeanlagen für teuerstes Geld auf DRM umgebaut worden und nun schaltet man in Salamitaktikmanier alle der Reihe nach ab.

Wird da kein verantwortlicher Rundfunkintendant mal zur Rechenschaft gezogen? Der SWR hat erst im Sommer 2010 den Sender Mühlacker erneuert. Radio Bremen hatte einen komplett neuen MW Standort in Oberneuland aus dem Boden gestampft. Mediabroadcast hat alle LW und MW Sender von Deutschlandfunk und Deutschlandradio auf DRM umgerüstet. Der Bayerische Rundfunk sendete gar jahrelang nahezu für sich selbst in DRM auf der Kurzwelle, ohne dass es auch nur Anzeichen von tauglichen Empfangsgeräten für die GEZ zahlende Bevölkerung auf dem Markt gab.

Spielt Geldverschwendung eigentlich keine Rolle mehr in diesem Land?

von digifreak - am 28.12.2010 16:12

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?



...die zeigt, dass da jemand wenig Ahnung von der Materie hat. ;)

Seefunk gab und gibt es auf LW, MW und KW seit mehr als 100 Jahren, also deutlich länger als den Rundfunk. Seit Ende der 90er Jahre wurde dieser allerdings wegen des Umstiegs auf Satellitentelefonie stark zurückgerfahren. Dennoch gibt auch heute noch etliche Küstenfunkstellen, die auf den ihnen zugewiesenen Frequenzbereichen aktiv sind. Ein Bedarf für die Freigabe der bisherigen Rundfunkfrequenzen dürfte aber wegen des stark verringerten Umfangs der Seefunkaktivitäten nicht bestehen.

Ein Teil der KW-Rundfunkfrequenzen wurde übrigens vor wenigen Jahren (2008, wenn ich mich nicht irre) dem Amateurfunk zugewiesen, genauer gesagt der untere Teil des 41-m-Bandes (7100-7200 kHz).

von senderjaeger - am 28.12.2010 21:36

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Richtig. Was aber kein Problem darstellte, da Antennen in diesem Bereich
problemlos nachstimmbar sind und Belegungen eh alle 6 Monate neu
angemeldet werden müssen. Zudem wurde der Rundfunkbereich nicht
verkleinert, sondern um 100kHz nach oben verschoben und etwas mehr gab es
noch dazu.

Zitat
Weltempfängermatze
Ein Bedarf für die Freigabe der bisherigen Rundfunkfrequenzen dürfte aber wegen des stark verringerten Umfangs der Seefunkaktivitäten nicht bestehen.

So ist es. In Küstennähe wird VHF verwendet, alles was weiter weg ist, geht zunehmend über Satellit.
Nur die Funkamateure hätten gerne ein kleines Segment bei 500kHz,
die Notfunkfrequenz dort ist offiziell weltweit aufgehoben.


von Nohab - am 28.12.2010 22:26

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Ich würde eine andere Nutzung vorschlagen. Die LW könnte man mit einem europäischen Programm EU-Weit in DRM verbreiten. Es könnte ein mehrsprachiges Radioprogramm sein, was von der EU verbreitet wird. Das hätte den Vorteil, dass sich die EU-Bürger auch mobil über Nachrichten in ihrer Sprache informieren könnten. Des weiteren könnten die Deutschlandradios ihre Programme in DRM verbreiten. Gerade die LW würde sich sehr dafür eignen.

Zur MW: Es spricht nichts dagegen, regionale Sender über MW in DRM zu verbreiten. Es müsste sichergestellt werden, dass der Empfang auch in der Dämmerung funktioniert. Man könnte beispielsweise ein Ruhrgebietsradio auf der 720 KHz verbreiten. Auch hier müsste gewährleistet sein, dass der Empfang in der Nacht stabil bleibt.

Kurzwelle: Man müsste hier schauen, ob es wirklich eine kostengünstige Alternative zur Verbreitung von lokalen Angeboten wäre. Ist es erfolgsversprechend, könnte man hier überlegen, den Amateuren eine Möglichkeit zu geben, legal ein Programm zu veranstalten. Alternativ könnte man hier ein Bürgerradio oder auch den Lokalfunk dort senden lassen.

Zu SWR Cont.Ra: Es ist sehr schade, dass ein Empfang ohne DAB dann nicht mehr möglich ist. Gerade ein Nachrichtensender ist auf MW gut hörbar. Warum man nicht die MW noch 1-2 Jahre weiterlaufen lässt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Selbst mit dem neuen DAB+-Standard ist der Empfang mit den meisten Radios nicht möglich.

von pfennigfuchser - am 29.12.2010 06:56

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
pfennigfuchser
Ich würde eine andere Nutzung vorschlagen. Die LW könnte man mit einem europäischen Programm EU-Weit in DRM verbreiten. Es könnte ein mehrsprachiges Radioprogramm sein, was von der EU verbreitet wird. Das hätte den Vorteil, dass sich die EU-Bürger auch mobil über Nachrichten in ihrer Sprache informieren könnten.

Die EU hat 23 Amtssprachen. Es bliebe im Durchschnitt also etwa eine Stunde pro Tag bzw. ca. zweieinhalb Minuten pro Stunde für jede Sprache. Mal ehrlich: würdest du sowas einschalten? Eben...

Zitat
pfennigfuchser
Zur MW: Es spricht nichts dagegen, regionale Sender über MW in DRM zu verbreiten. Es müsste sichergestellt werden, dass der Empfang auch in der Dämmerung funktioniert. Man könnte beispielsweise ein Ruhrgebietsradio auf der 720 KHz verbreiten. Auch hier müsste gewährleistet sein, dass der Empfang in der Nacht stabil bleibt.

Könnte, müsste, sollte ... bei dem Blecheimerklang, den DRM abliefert, kann man genausogut in AM (weiter-)senden. Da ist wenigstens eine grosse Basis an Empfängern bereits in den Haushalten vorhanden.

Zitat
pfennigfuchser
Kurzwelle: Man müsste hier schauen, ob es wirklich eine kostengünstige Alternative zur Verbreitung von lokalen Angeboten wäre. Ist es erfolgsversprechend, könnte man hier überlegen, den Amateuren eine Möglichkeit zu geben, legal ein Programm zu veranstalten. Alternativ könnte man hier ein Bürgerradio oder auch den Lokalfunk dort senden lassen.

Bürgerradios und Lokalfunker können heute das Internet zur zeitgemässen Verbreitung ihres Programms nutzen. Für Amateure mag die KW ein spannender Spielplatz sein, aber wer auch tatsächlich Zuhörer haben möchte, ist dort fehl am Platze.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.12.2010 07:15

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

> ..... Es müsste sichergestellt werden, dass der Empfang auch in der Dämmerung funktioniert.
> ..... Auch hier müsste gewährleistet sein, dass der Empfang in der Nacht stabil bleibt.

Eigentlich kein Problem, man müsste dazu nur ein wenig an der Physik der Wellenausbreitung herumschrauben !

Zu DRM auf LW im Auto:
Ich kann mich noch aus einer Zeit, als die Störnebel rund um das Auto noch vergleichsweise gering waren, dunkel erinnern, dass es selbst bei kurzen Unterführungen ( um von Tunneln garnicht zu reden ) jeweils zu erheblichen Feldstärkeeinbrüchen kam. Na ja, ein DRM-Empfänger würde dabei vermutlich nur zeitweise verstummen. Das kann also nicht wirklich DIE Lösung sein!

Klaus




von klausklaus - am 29.12.2010 08:27

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Ehrlich gesagt, es gibt keine.
Ich zitier mich mal:
Zitat
Nohab
Letztendlich wäre privater Lokalfunk nach Vorbild der britischen Lokalradios das einzig Sinnvolle.

Mit 500 bis 1000 W läßt sich eine Stadt wie z.B. Mönchengladbach einigermaßen preisgünstig versorgen. Alles was mehr Leistung verlangt, kann man praktisch vergessen, da schlicht zu teuer. Und selbst dafür müßte man noch Werbung fahren, damit der gemeine Radiohörer überhaupt merkt, da ist ja noch was. Ich denke, selbst das wird wahrscheinlich wirtschaftlich problematisch sein. Und jegliche Ideen in Richtung DRM kann man auch vergessen, DRM ist sogut wie tot.

Zitat
digifreak
In den letzten Jahren sind in DL fast alle MW-Sendeanlagen für teuerstes Geld auf DRM umgebaut worden und nun schaltet man in Salamitaktikmanier alle der Reihe nach ab.

Wird da kein verantwortlicher Rundfunkintendant mal zur Rechenschaft gezogen? Der SWR hat erst im Sommer 2010 den Sender Mühlacker erneuert. Radio Bremen hatte einen komplett neuen MW Standort in Oberneuland aus dem Boden gestampft. Mediabroadcast hat alle LW und MW Sender von Deutschlandfunk und Deutschlandradio auf DRM umgerüstet.

Man glaubte an einen Erfolg, zudem kauft man Sender nicht auf die Schnelle wie ein Paket Zucker. Da gibt es Vorlaufzeiten bis der Sender mal geliefert wird. Zudem machte die Modernisierung auch für AM Sinn, da moderne Transistorsender merklich weniger Strom verbrauchen. Man kann zwar sagen, es war zu erwarten, aber das es derart rapide abwärts geht und das DAB-Geschacher mit der KEF hier nochmal extra reinschlägt, das war ehrlich gesagt, in dieser Form wohl nicht vorauszusehen. Zumindest ein Teil des Geldes ist wieder reinzuholen, indem die Sender ins Ausland verkauft werden.


von Nohab - am 29.12.2010 09:00

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
robiH
Welche marktfähige, zuverlässige und zukunftssichere Nutzung dieser Wellenbereiche würdet also Ihr demzufolge empfehlen?

Und wenn du das noch 10x fragst wirst du immer die gleiche Antwort bekommen. Auch wenn sie dir nicht gefällt. Die klassischen AM Bänder haben, zumindest in unseren Breitengraden, keine Zukunft mehr. Sie werden sich nach und nach leeren und dann war es das. Alleine schon Physikalisch können diese Wellenbereiche den modernen Anforderungen nicht mehr stand halten. Von so etwas wie "Klang" will ich jetzt gar nicht erst reden. Da hilft auch DRM nichts. Wie Rolf schon sagte: bevor man mit diesem DRM Quatsch anfängt sollte man besser bei AM bleiben. Da gibt es wenigstens schon Empfänger dafür.

Es mag ja sein dass das eine Verschwendung von Frequenzressourcen ist. Aber einen x kW starken Sender am Leben zu erhalten, der jede Menge Strom frisst nur das eine kaum messbare Anzahl von Leuten zuhört ist noch eine viel größere Verschwendung. Dann lieber abschalten.

von Spacelab - am 29.12.2010 09:14

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
Spacelab
Die klassischen AM Bänder können die modernen Anforderungen nicht bedienen. Eben wegen ihrer physikalischen Einschränkungen. Ich weiß gar nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Moderne Kommunikation verlangt nach höheren Frequenzbereichen mit größerer Bandbreite. Und da ist Mittelwelle und Co einfach "Out of Date".

--------------------------------------
Sie sind nicht sicher woran man Formatradio erkennt? Sobald Ihre Ohren anfangen zu kotzen, hören Sie Formatradio.
(Götz Alsmann)



Lebst Du in Stuttgart, und kennst diese grausige FM Frequenzkoordination, schaletst Du automaitsch oefter mal die MW ein, oder auch die LW, von AFN Power Network bis hin zu div. franzoesischen Sendern alles vorhanden......

Rein technisch gebe ich Dir zu Deinem Beitrag dennoch recht.

von 102.1 - am 29.12.2010 10:17

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Mit großem Entsetzen las ich, daß der SWR zum Jahresende 2011 seine Mittelwellensender abzuschalten und dies obwohl noch Mitte 2010 in diesen Bereich Investitionen durchgeführt wurden, wie die Installation eines neuen DRM-tauglichen Senders in Mühlacker, die Umstimmung des Senders Jungingen auf 1413 kHz und der Umbau des Senders Obereisesheim in einen DRM-Sender.

Wenn man Geld für solche Maßnahmen hat, dann müßte man doch auch Geld für den Betrieb dieser Anlagen haben, zudem bis zum Dezember 2010 der SWR nie plante, sich komplett aus der Mittelwelle zurückzuziehen ( gut, daß der Kleinsender Baden-Baden stillgelegt wurde, ist irgendwie verständlich, denn der hat auch einen sehr schlechten Standort).

Was ist das eigentlich für eine Politik, die hier gemacht wird? Offenbar wurde die Stillegung der Mittelwellensender den SWR aufgezwungen, denn sonst hätte man bestimmt nie vorher noch in die Anlagen investiert.
Wer könnte dies dem SWR aufgezwungen haben. Gut, "Basta-Politik" hat sich ja in Baden-Württemberg anscheinend durchgesetzt ( siehe Stuttgart 21).

Aber das was hier geschehen ist, daß war echte Gebührenverschwendung!

Warum glaubt man eigentlich, DAB sei eine Alternative zur Mittelwelle?

DAB geht nicht weiter wie UKW aber MW geht auf jedem Fall weiter. Und wenn man im DRM-Modus sendet, dann erreicht man UKW-artige Klangqualität.

Und Internetradio und Satellitenradio? Schnelle Internetzugänge stehen nicht überall bereit, außerdem wird wegen chronischer Überlastung die vom Provider genannte Geschwindigkeit sowieso in vielen Fällen nicht erreicht. Auch das Hochfahren eines PCs kann manchmal eine halbe Ewigkeit dauern!
Und im Ausland kann man leicht in Gebührenfallen tappen!
Zudem ist der Nutzer eines Internetradios der perfekte gläserne Hörer! Orwell läßt grüßen!
Satellitenradio ist für Mobilempfang ungeeignet..

Warum kann man nicht DRM gezielt durchsetzen? Ich würde hierfür den Umsatz jedes Elektrofachmarkts mit einer Strafsteuer belegen, wenn er keine DRM-tauglichen Geräte anbietet!
Sonst ist doch unser Staat auch bei der Erhebung von neuen Steuern nicht so zimperlich!

Im Übrigen: warum ist der SWR plötzlich so klamm bei Kasse? Man erzählt doch immer die Arbeitslosenzahl geht zurück! Scheint doch alles nur Propaganda zu sein!

Dann hält wohl in Baden-Württemberg, einen Land mit noch relativ vielen MW-Sendern ( 8 Anlagen) wohl nur noch der AFN und der Deutschlandfunk die Stellung. Aber warum kann man nicht Deutschladradio Kultur auf 576 kHz ausstrahlen?

Ein gutes neues Jahr wünscht der Forenneuling

Hubert Schmidt


von Tesla 2 - am 31.12.2010 12:53

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Wenn du die Einträge hier im Thread vor dir liest und auch mal hier im Forum nach DRM suchst wirst du sehr schnell feststellen das DRM ein Schuss in den Ofen war. Von vielen wird das blecherne Geschepper als schlimmer empfunden als der analoge AM Klang und die permanenten Tonaussetzer sind ein echter Killer der einen das Radio schnell wieder abschalten lässt. Der Störnebel, vor allem in den Städten und den modernen Autos, ist einfach viel zu groß. Im Mittelwellenbereich lässt sich kein Sender mehr wirtschaftlich betreiben. Egal ob in AM oder in DRM.

Klar wurden für den DRM Umbau der Sender viele Gelder ausgegeben. Wenn ich nur daran denke was der Umbau hier in Heusweiler gekostet hat... Aber du musst bedenken das so ein moderner Transistorsender ja auch viel weniger Strom benötigt und man einen solchen ja auch nach der Stilllegung viel besser ins Ausland verkaufen kann. Das amortisiert die Ausgaben wieder etwas. Ansonsten war es eine klassische Fehlinvestition. Man glaubte damals ganz fest an den Durchbruch von DRM bis man wohl feststellte das doch nicht alles Gold ist was glänzt und Theorie und Praxis dort sehr weit auseinander gehen. Aber immer nur abwarten kann man ja auch nicht sonst passiert das gleiche wie damals beim klassischen DAB. Einer wartet auf den anderen und wer sich zuerst bewegt hat verloren.

von Spacelab - am 31.12.2010 13:40

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

War nur so eine Idee.

Aber man darf nicht vergessen, daß man bis Dezember 2010 die MW-Sendeeinrichtungen beim SWR immer auf den neuesten Stand gehalten hat!

In Weiskirchen waren die Sendegeräte schon 14 Jahre alt, als die Station stillgelegt wurde. In Mühlacker wurde noch im Juni 2010 ein neuer Sender installiert!

Und wenn man so was macht, dann will man die Station schon noch mindestens 10 Jahre betreiben! Siehe http://forum.mysnip.de/read.php?8773,867946 .

Ich könnte mir diesen plötzlichen Richtungswandel nur durch 3 Gründe erklären:
- personeller Wechsel in bestmmter Führungsposition
- Entdeckung unerwarteter teurer Schäden
- dem SWR würden finanzielle Nachteile im Rahmen des Finanzausgleich entstehen, wenn dieses Sparpotential nicht genutzt wird. Ihr glaubt doch wohl nicht, daß das eingesparte Geld "sinnvoll" investiert würde!

von Tesla 2 - am 03.01.2011 22:43

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
Tesla 2
- personeller Wechsel in bestmmter Führungsposition

Nein.

Zitat
Tesla 2
- Entdeckung unerwarteter teurer Schäden

Nein.

Zitat
Tesla 2
- dem SWR würden finanzielle Nachteile im Rahmen des Finanzausgleich entstehen, wenn dieses Sparpotential nicht genutzt wird.

Quatsch.

Zitat
Tesla 2
Ihr glaubt doch wohl nicht, daß das eingesparte Geld "sinnvoll" investiert würde!

Warum nicht?

Das Ganze hängt mit dem Ausbau/Weiterbetrieb von DAB(+) zusammen. Die KEF will die Gelder dafür wohl nur freigeben, wenn im Gegenzug die AM-Sender in den nächsten Jahren abgeschaltet werden.
---> http://forum.mysnip.de/read.php?8773,812988,812988#msg-812988
Weiteres ---> siehe Suchfunktion hier im Forum


von Manager. - am 03.01.2011 23:05

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
robiH
Wenn nun allenthalben Mittelwellensender geschlossen werden: Welche Nachfolgenutzung für dieses Frequenzband ist nun geplant?


Ich sehe bei Lang- und Mittelwelle zwei Vorteile, die in der Kombination kein anderes System bietet:

1. Ein einzelner Sender kann ein riesiges Gebiet abdecken
2. Zum Empfang reicht eine winzige im Gerät eingebaute Ferritantenne.

Man wäre dumm, wenn man diese Vorteile nicht mehr nutzen würde.

Mein radikaler Vorschlag:

Langwelle: Weniger Sender als heute, aber grössere Audiobandbreite und Sendeleistung für ca. fünf europaweit hörbare Musiksender.

Mittelwelle: Alle Lokalfunzeln mit weniger als 20kW sofort abschalten, die grossen Sender mit noch höherer Leistung (alle auf 1MW ausbauen) weiterbetreiben für Info- und Kultursender oder die ersten Programme der Landesanstalten. Im Gebiet Europa / Mittlerer Osten / Nordafrika sollte jede Frequenz nur einmal vergeben werden um die hohe Reichweite auch nutzen zu können.



von Stefan Heimers - am 02.02.2011 14:25

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
Mathias Weber
Zitat
Stefan Heimers
die grossen Sender mit noch höherer Leistung (alle auf 1MW ausbauen) weiterbetreiben für Info- und Kultursender


Ansonsten stelle ich mir gerade die Reaktion der Anwohner in Mühlacker vor, wenn der Sender auf's Zehnfache hochgefahren wird. Wahrscheinlich kann man dann die Flugwarnbeleuchtung ausschalten, weil man den rotglühenden Mast sowieso nicht übersehen kann... :joke:


Jetzt übertreib mal nicht. In Luxemburg funktioniert das und ist scheinbar rentabel, die Sender werden dort kommerziell betrieben. Die Langwelle ist in Frankreich noch immer weit verbreitet, wohl weil ein attraktives Programm läuft und die Sendeleistung auch für indoorempfang ausreicht.

von Stefan Heimers - am 02.02.2011 21:55

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

Zitat
Marcus.
Die Langwelle in Frankreich mit Europe 1 und RTL ist teuer, dass ist das Problem. Beliebt ist sie immer noch, in Frankreich hat jedes Autoradio ein entstörtes LW Modul integriert. (Gesetzgeber)

Das Problem ist aber ganz einfach, dass die privaten ein den Ballungsräumen eine sehr gute UKW Versorgung haben, nur ausserhalb gibt es oftmals nur die 3 Radio France Programme (ohne Info) und sonst ist das Band leer. Die Frage ist, ob und ab wann man darauf verzichten will. Ausserdem sind die 183 und 234 in ganz Frankreich bekannt und man weiß was man einstellen muss. RDS mit AF funzt leider nur bedingt, da die Fläche eben nicht ausreichend versorgt ist.


Stiimt, in Frankreich ist es eine Qual Sender wie Skyrock oder NRJ durchgängig zu hören. Sobald man außerhalb der Städte ist bricht das Signal schnell weg und nur noch die starken Radio France-Sender gehen.

von Wiesbadener - am 04.02.2011 09:40

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Bei der Pressemitteilung kommt auch mir fast wieder das Abendessen hoch. SWR "Info" wird tatsächlich so schlimm wie ich im anderen Thread befürchtet habe. Dabei war cont.ra der Grund, warum ich mich auf 10 kW DAB aus Linz gefreut habe. Wie kann es eine Anstalt mit einem Kultur- und Bildungsauftrag auch nur wagen so einen widerlichen Buzzword-Bullshit in der Pressemitteilung abzusondern (ist leider nicht einmal ein Einzelfall...):
Zitat
Neues aus der Anstalt
Mit SWR Info kommt der SWR seinem öffentlich-rechtlichen Kernauftrag nach: Wir liefern unseren Hörerinnen und Hörern vertiefte Informationen für die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Kernauftrag? Vertiefte Informationen ausgerechnet in einem durchformatierten Programm? Ist denen eigentlich nicht peinlich, die Öffentlichkeit derart offensichtlich zu verarschen? Wie wäre es mal mit Radio, das Themen umfassend beleuchtet, Hintergrundinformationen liefert, recherchiert und Dinge kritisch hinterfragt? Den Grundstein dafür hatte man mit cont.ra gelegt. Jetzt ist man jedoch zu feige, diese Idee weiter auszubauen und bringt lieber eine weitere akustische Bild-Zeitung auf Sendung. Kritisches Denken wird hingegen unterdrückt wo es nur geht. Wichtiger als Peak Oil ist ja schließlich, dass Amy Weinhaus abnippelt und in Kirchheimbolanden bei SWR-Wettermelder Horst Kuhfuß drei Regentropfen fallen. Unsere heutigen Medien erinnern immer mehr an die Rolle der Kirche insbesondere im Mittelalter und der frühen Neuzeit...

von Thomas R. - am 23.09.2011 18:44

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

@Thomas R.: Volle Zustimmung, wobei es in der Kirche, damals wie heute, auf lokaler Ebene immer noch eine gute Hand voll Individualisten gab (zugegeben nicht immer zum Guten), von denen einige sogar eine Reformation angezettelt haben.

Aber wahrscheinlich sind wir im Radioforum einfach die Frösche, die das Austrocknen ihres Teichs beklagen...sehen wir's daher ein, UKW ist ohnehin auf absteigendem Aste und das Medium Radio im klassischen Sinne auf dem besten Weg hinterher. Da ändern auch - ich erlaube mir den kleinen Seitenhieb - neue Übertragungswege nichts, die vielleicht die oberen Zehntausend der Generation Ipod ansprechen, aber Geld kosten, welches für journalistisch und redaktionell aufwendige Inhalte zunehmend weniger vorhanden ist.

von ardey.fm - am 23.09.2011 20:28

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Zitat
terredx
Klar, alles andere als "Info" wäre auch wieder zu gewagt gewesen...grauenhaft, dieser Standardisierungswahn :rolleyes: Habe SWR contra gerade schätzen gelernt, weil es eben nicht wie der übliche 08/15-Newsdudler daherkommt
Aus den genannten Gründen habe ich cont.ra in den ersten Jahren (bis 2005) auch ziemlich viel gehört. Allerdings hat sich das Konzept im Podcast-Zeitalter überholt (da wird es SWR1-Sendungen wie Leute, Weitwinkel, Thema heute... weiterhin ohne Musik geben, ebenso viele SWR2-Sendungen), und da der SWR offensichtlich nicht bereit war, mehr eigene Inhalte auf cont.ra zu bringen (und das Programm etwa zu einer Art WDR 5 auszubauen), ist der Formatwechsel zu Info aus meiner Sicht der richtige Schritt.

Fraglich ist noch, wie die Stundenuhr aussehen wird (hoffentlich nicht so wie im heutigen cont.ra-Morgenprogramm), ob das Infoprogramm bis zur ARD-Infonacht durchmacht oder es abends längere Wortsendungen geben wird (wie etwa bei NDR Info), und wie das Programm am Wochenende aussehen wird.

von freiwild - am 23.09.2011 20:41

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Zitat
terredx
wobei es in der Kirche, damals wie heute, auf lokaler Ebene immer noch eine gute Hand voll Individualisten gab

Klar, ein paar wichtige Individualisten/Idealisten gibt es in den meisten Bereichen. Natürlich auch im Radio. Die Frage ist, ob sie es schaffen, irgendwann tatsächlich die dringend notwendige "Reformation" des Rundfunks anzetteln können.
Zitat
freiwild
Allerdings hat sich das Konzept im Podcast-Zeitalter überholt (da wird es SWR1-Sendungen wie Leute, Weitwinkel, Thema heute... weiterhin ohne Musik geben, ebenso viele SWR2-Sendungen)

Das sehe ich nicht so. Im Gegenteil, durch die Smartphonisierung der Gesellschaft kann mittlerweile fast jeder mal eben schnell an der Bushaltestelle auf swr.de und dradio.de zugreifen, um dort die Nachrichten und die Presseschau zu lesen. Folglich besteht keine Notwendigkeit mehr, Nachrichten alle 15 oder 20 Minuten im Radio zu verlesen.

Der große Vorteil des Rundfunks, neben der Möglichkeit sich auf Knopfdruck berieseln zu lassen, liegt für mich immer noch darin, zufällig auf spannende und interessante Themen (bzw. Musik) zu stoßen, nach denen ich nie aktiv gesucht hätte. Diese wären mir daher auch im Podcastmenü des Senders entgangen. Bis ich in der DLF-Podcastliste bei den Zwischentönen angekommen bin, habe ich längst die Lust daran verloren. Sich aber sonntags nachmittags überraschen zu lassen, wer der Gast ist und welch skurrile Musik er mitbringt, ist wunderbar. Ähnliches gilt ebenso insbesondere für das Wochenendprogramm von cont.ra, das mich nun schon einige Male positiv überrascht hat.
Und das war es, ein weiteres Plädoyer von mir für die gute alte Tante Radio :).

von Thomas R. - am 24.09.2011 08:55

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Zitat
Thomas R.
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freiwild
Allerdings hat sich das Konzept im Podcast-Zeitalter überholt (da wird es SWR1-Sendungen wie Leute, Weitwinkel, Thema heute... weiterhin ohne Musik geben, ebenso viele SWR2-Sendungen)

Das sehe ich nicht so. Im Gegenteil, durch die Smartphonisierung der Gesellschaft kann mittlerweile fast jeder mal eben schnell an der Bushaltestelle auf swr.de und dradio.de zugreifen, um dort die Nachrichten und die Presseschau zu lesen. Folglich besteht keine Notwendigkeit mehr, Nachrichten alle 15 oder 20 Minuten im Radio zu verlesen.


Wer lesen statt hören möchte und ein Startphone oder ein Tablet dabeihat, hört sowieso kein Radio. Aber ich möchte nicht, dass der Mensch im Gegenverkehr während der Fahrt SPON auf seinem Handy liest, weil er im Radio keine aktuellen Nachrichten hören kann.

Einen Podcast kann man sich einmal pro Tag oder einmal pro Woche zuhause herunterladen, und dann unterwegs hören, ohne dass man unterwegs ein Internet braucht. Wer also gerne im Auto "SWR1 Weitwinkel" oder "SWR1 Leute" ohne Musik hören möchte, kann das mit Podcasts wesentlich bequemer als mit der zufälligen und willkürlichen Zusammenstellung auf cont.ra.

Wer dagegen im Auto oder bei der Arbeit aktuelle Nachrichten hören möchte, und kein mobiles Internetradio dabei hat, hat auch im Podcast keinen Vorteil, ist der doch oft schon nach wenigen Stunden völlig veraltet.

Natürlich ist das Grundproblem, dass der SWR auf SWR1 eine Oldiedudelei veranstaltet, anstatt wie im Rundfunkstaatsvertrag vorgesehen, ein hintergründiges Informationsprogramm (mit eigenen Inhalten) wie WDR 5 oder wenigstens wie SDR 1 früher zu veranstalten. Dennoch bleibe ich dabei, dass eine Nachrichtenwelle mehr Sinn ergibt als ein Podcastdudler.

von freiwild - am 24.09.2011 11:07

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Auf der Internetseite von SWR cont.ra findet sich kein Hinweis auf die geplante Änderung. Die Informationspolitik, wie schon in Bezug auf DAB und Mittelwelle, ist also nach wie vor katastrophal.

Auch ich sehe es so, dass der Wechsel des Programmnamens und die angekündigten mehrfachen Nachrichtenwiederholungen pro Stunde nur so von Phantasielosigkeit strotzen. Auch der Hinweis auf die "neueste Technik" verschleiert doch nur den Umstand, dass ohne die Mittelwellen das neue Programm erstmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden wird, zumal der SWR ja überhaupt nichts für den Durchbruch von DAB tut. Aber vielleicht ist das gewollt. Ein, so wie es zumindest für mich aussieht, derart profilloses, austauschbares Programm vermisst im Zweifel niemand. Was ist da nur los auf der Leitungsebene des SWR?

von wolfgangF - am 24.09.2011 12:57

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

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freiwild
Wer dagegen im Auto oder bei der Arbeit aktuelle Nachrichten hören möchte, und kein mobiles Internetradio dabei hat, hat auch im Podcast keinen Vorteil, ist der doch oft schon nach wenigen Stunden völlig veraltet.

Wer hat denn so wenig Zeit, dass er die Nachrichten verpasst, wenn sie nur zur vollen und halben Stunde (beim DLF den ganzen Tag über) gesendet werden? Wer wirklich nur Nachrichten hören will, muss es dann morgens eben eventuell im Bad machen statt unterwegs. Aber wegen der Fastfood-Hörer anderen Leuten die ausführliche Berichterstattung bzw. ausschweifenden Formate wegzunehmen, halte ich seitens des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für falsch.

Du hast jedoch Recht, dass der SWR sich da selbst im Weg steht, indem er seit seiner Gründung den Rundfunkstaatsvertrag missachtet. Insbesondere was SWR1 angeht. Denn gegen einen Extra-Newsdudler, der alle fünf Minuten die Nachrichten wiederholt, hätte ich nichts einzuwenden, solange ich ihn nicht hören muss. Der BR hatte doch mal sowas...

Für die Minderheit die es tatsächlich nicht schafft, morgens zur vollen/halben Stunde Radio zu hören, aber dennoch gerne klassische Nachrichten statt "Aktuell", "Morgenecho", "Informationen am Morgen" lauschen möchte, lassen sich bei den meisten Anstalten die Nachrichten zudem auch als Audiodatei herunterladen. Damit steht auch dem Gegenverkehr nichts mehr im Wege :D.

von Thomas R. - am 24.09.2011 16:41

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Es geht ja nicht um die fünfminütigen Nachrichten zur vollen und halben Stunde, wie der DLF sie anbietet, sondern um die Hintergrundberichte. Wer um 16 Uhr nach Hause fährt und seit 7 Uhr keine Chance hatte, unterwegs den "Aktuell"-Podcast von 12 Uhr herunterzuladen, soll also mit dem Podcast von gestern abend vorlieb nehmen?

Nö, ich finde, ein live produziertes Nachrichtenradio hat einen eigenen Wert. Ein auf Hintergründe ausgerichtetes Informationsradio wie den DLF kann es natürlich nicht ersetzen. Aber ein Nachrichtenradio kann man nicht durch Podcasts zu ersetzen (die z.B. vom SWR keineswegs durchgehend produziert und oft nur mit einiger Verspätung eingestellt werden); das bisherige Angebot von cont.ra durchaus. Das ist ja das schöne an Sendungen wie "Weitwinkel" oder "Leute", das sie einen Informationswert über die Tagesaktualität hinaus haben, und es deshalb nicht schadet, wenn man der Podcast schon zwei Wochen auf dem Podcacher gelegen hat.

von freiwild - am 24.09.2011 18:16

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

@freiwild: Achso, da haben wir wohl aneinander vorbeigeredet. Eine Informationsschiene von 16 bis 18 Uhr, ähnlich wie sie bisher bei cont.ra am Morgen läuft, halte ich sogar für geschickt, da diese Schienen beim DLF und auf SWR2 erst um 18 Uhr beginnen. Wichtiges Kriterium ist für mich allerdings weiterhin, dass es nicht in einer starren Stundenuhr ausarten darf, die sich nicht spontan an die aktuelle Nachrichtenlage anpassen lässt. Außerdem darf dieses "Rush-Hour"-Format nur wenige Stunden am Tag laufen, um Platz für Hintergrundsendungen zu lassen. Um außerdem eine Lösung für die Nachrichten zu finden, könnte man eventuell den ungewöhnlichen Weg gehen, sie nicht zur vollen Stunde zu senden, wenn sie sowieso überall laufen. Viertel nach oder viertel vor, so machen es egoFM und Absolut Radio vor, wäre gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoller...

Das Recyclen von Sendungen anderer Wellen (und Anstalten, wie es DWissen vormacht) halte ich allerdings weiterhin für einen Mehrwert, die Gründe dafür habe ich gestern Vormittag genannt. Dazu kommt, dass man beim grottigen Niveau der SWR-Massenprogramme die wenigen Perlen darin nur schwerlich findet. Trotzdem wäre man für ein abgerundetes Programm nicht drum herum gekommen, den Anteil an Eigenproduktionen von cont.ra sukzessive zu erhöhen.

von Thomas R. - am 25.09.2011 18:14

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Es gibt doch eine Informationsschiene zwischen 17-19h mit den "Standard-Tagesbasics" (für die Millionen informationshungrigen mobilen DAB(+)-Teilnehmer).:confused:
Fühle mich bei SWR Contra aber auch zu anderen Sendezeiten eigentlich nicht vom aktuellen Tagesgeschehen abgehängt. Für den Grundüberblick reichen die Nachrichten zur vollen Stunde, und der Thematisierung "aus aktuellem Anlaß" wird im laufenden Programm genügend Rechnung getragen. Eilmeldungsfetischisten können Spiegel Online oder Twitter einschalten, diesen (Pseudo-) Kampf um die erste Meldung kann das Radio (unter Qualitätsaspekten) sowieso nicht gewinnen, und hat (sollte) es imho auch nicht nötig (haben).

von ardey.fm - am 25.09.2011 18:54

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

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Räuber
Es ärgert mich schon sehr, daß beim ARD Rundfunk jedes Hörfunkformat in jedem Bundesland neu produziert wird, mit größtenteils redundantem Inhalt. Und dann wird wieder die GEZ erhöht.

Sehe ich auch so. Gerade die Infowellen könnte man zusammenschließen.

Aber: Ein Konzept wie B5aktuell (das nach ca. 45 Min. einfach nur durch die ständig gleichen Nachrichten NERVT) halte ich im Jahr 2011 und in Zeiten von Apps, mobilies Internet & Co.für absolut überholt.
Wenn heute was passiert, schaltet die Mehrheit doch sofort N24/ntv (Phoenix? 1extra?) oder das Internet ein. Zum Radio dackelt da kaum einer mehr. Und wenn was "richtiges" wie leider 2001 im September passiert oder eine Papswahl etc. stattfindet, bringen das eh alle Sender. So ein Format mit alle 15 Minuten Nachrichten und der "Stundenuhr" war 1995 - 2000 (Anfang Internet für die Masse) aktuell, heute ist das aber in Zeiten von DSL, Apps usw. m. E. alter Kaffee.

Und wenn schon Newsdudel, dann sollte es bundesweit sein. Nachts geht es ja auch.


von Schwabinger - am 26.09.2011 17:25

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Zitat
Schwabinger
Aber: Ein Konzept wie B5aktuell (das nach ca. 45 Min. einfach nur durch die ständig gleichen Nachrichten NERVT) halte ich im Jahr 2011 und in Zeiten von Apps, mobilies Internet & Co.für absolut überholt.
Mit dem gleichen Argument könnte man sagen, "Radio" sei im Zeitalter von Apps und mobilem Internet überholt: Wozu noch Musikradios, wozu noch Features? Gibt's doch alles im Netz in Hülle und Fülle, in Text und Ton und Bild und Klickibunti!

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Schwabinger
Wenn heute was passiert, schaltet die Mehrheit doch sofort N24/ntv (Phoenix? 1extra?) oder das Internet ein.
Interessant, wie weit die Vorstellung verbreitet ist, Nachrichtenprogramme in Radio&TV hätten vor allem die Aufgabe, zu berichten, "wenn was großes passiert". Gerade wenn was großes passiert, brauche ich keine Nachrichtenprogramme, dann berichten auch die Hauptprogramme. Nachrichtenprogramme (i.d.F. im Radio) haben die Funktion, den Hörer (der jetzt nicht am Computer oder Smartphone sitzen kann oder will) auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen, ohne dass ich bestimmte Sendezeiten einhalten oder mir erst irgendwo den Podcast herholen muss.

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Schwabinger
Und wenn schon Newsdudel, dann sollte es bundesweit sein. Nachts geht es ja auch.
Wieso laut Forenmeinung eigentlich immer Nachrichten- und Kulturprogramme zusammengelegt werden sollen? Der Regionalbezug ist bei den Hitdudlern weit weniger gegeben, aber da schreit niemand: zusammenlegen!

von freiwild - am 26.09.2011 18:35

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Also obwohl ich das ganze sehr kritisch sehe, werde ich dem SWR die Chance gönnen. Das bei SWR1 Veränderungen geplant sind, sobald das neue Studio im Funkhaus Stuttgart on-air geht weiß ich aus erster Hand. Auch bei DASDING und SWR3 sind in Kombination einige Sachen geplant. Es kommt schon verdammt häufig vor, dass man zwischen beiden umschaltet und dann das gleiche Lied läuft... oder zumindest vom gleichen Künstler. Wenn man Pech hat spielt SWR1 auch mal auf "modern" und man hört auf drei SWR-Sendern das gleiche... alles schon vorgekommen.

Also ich gebe dem SWR einfach mal die Chance sich mit ihren Hörfunkprogrammen zu beschäftigen... ich glaube das wurde lange vernachlässigt ;-)

von digitalfrontier - am 26.09.2011 18:41

Re: Aus SWR Cont.Ra wird SWR Info

Wenn nun auch der SWR meint, ein (trotz Übernahmen/Wiederholungen von anderen SWR-Programmen) gut gemachtes Programm wie cont.ra zugunsten eines weiteren Nachrichtendudlers einzustellen, stellt sich wirklich die Frage, obe es aus finanzieller Sicht her Sinn macht, das jede ARD-Anstalt sich ein solches Info-Programm leisten sollte. Das meiste hierzu wurde ja schon in diesem Thread gesagt und auch ich plädiere für ein nationales Infoprogramm, evtl. auch sogra für einen bundesweiten Klassik- und Kultursender.
Regionale Informationen können ja in den anderen Landesprogrammen verbreitet werden, so wie dies ja jetzt auch schon geschieht.
Ich sehe hier wirklich die Möglichkeit, sinnvoll Gelder einzusparen.

von Heinz Schulz - am 27.09.2011 05:28

Re: SWR Cont.Ra 2011 geschlossen?

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Japhi
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Naja , ab 1.1.2012 soll der Sender auf dem Feldberg ja angeblich auf 8d mit 10kw senden,


Da wäre ich mir gerade nicht so sicher, da es ja, wie bekannt, Lieferengpässe bei den Senderherstellern gibt. Und priorisiert wird derzeit erstmal 11B, der aber nicht wirklich weiter ausgebaut wird.


Hmnaja, priorisiert werden würde 11B, wenn er ausgebaut würde. Momentan werden nur Frequenzen umgestellt, das kostet nur die anfallende Arbeitszeit für die Umstimmung der Sendefilter :-). Die beiden 10-kW-Braten in S und HD sind das einzige, was da von Ausbau zu sehen ist - aber das erfüllt ja schon die Minimalforderung eines Ausbaus synchron zum Bundesmux :-(.

Daß der SWR von den Liefer-Engpässen wirklich betroffen ist, ist ja auch nur Mutmaßung. Interessant in dem Zusammenhang ist eher, daß ja offensichtlich an einigen(?) Standorten neue Antennen sichtbar sind, z.B. Aalen. Aalen ist aber kein 11B-Standort. Gibts in der Hinsicht eigentlich 'was Neues auf Feldberg & Hornisgrinde zu sehen, oder will man dort gar über die alten horizontalen TV-Antennen senden?

@klausklaus: Die Gemeinsamtkeit zum DW-Thema ist, daß es immer schwieriger wird, im Ausland Informationen aus Deutschland zu bekommen, wenn man gerade keinen Internetzugang hat oder sich kein überteuertes Roaming oder keinen 2-¤-Pro-Stunde-Hotelzugang leisten kann/will.
Die Frage ist schon berechtigt, ob eine der verbliebenen MW-Frequenzen in D noch Infos nach außen dringen läßt. Man kann nur hoffen, daß der DLF die AM-Bänder nicht komplett verläßt. Für die Inlandsversorgung des DLFs ist LW/MW auch frühestens in 5-6 Jahren obsolet. Aber das wird nun zu OT.






von DH0GHU - am 08.11.2011 17:24

Neues SWR Programm: SWR Info

Infos beim SWR zum neuen Infoprogramm

Zitat
SWR.de
"Information ist unser Kerngeschäft" sagt SWR-Intendant Peter Boudgoust. Mit dem Digitalradio startet ein neues Zeitalter fürs Radio und mit SWR Info ist der SWR von Anfang an mit einem neuen Programm dabei. Boudgoust: "Das Versprechen an unser Publikum heißt: In 15 Minuten garantiert Nachrichten. In 15 Minuten das Wichtigste erfahren. In 15 Minuten mindestens ein Thema gehört, das mich ganz besonders interessiert." Dabei nutzt SWR Info die Fachkompetenz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Chefredaktion Hörfunk.


von digitalfrontier - am 05.12.2011 16:01
@ mobi

Tragisch ist doch, daß die ARD-Anstalten in früheren Zeiten vor allem auch die finanziellen Ressourcen hatten, um ein in allen Belangen hochwertiges Live-News-Radio anzubieten. Quasi in der Region unterwegs bis auch der letzte umgefallene Baum im Sturm abgehandelt wurde.

Heute sind die Mittel begrenzt und die Infosender als News-Recycler des ARD-Pools aufgebaut. Na toll.

Warum gibt es in Zeiten von 3G-Handys mit Skype keine "rasenden Reporter"? Da könnte man so viele Ideen umsetzen. Warum gibt es überhaupt die Reporterkunst nicht mehr?

Wann war denn im Radio zuletzt zu hören, daß ein in der Sache unterrichteter Journalist mehr als 30 Sekunden O-Ton über ein sich entwickelndes und dann stattfindendes Ereignis auf die Antenne brachte?

Daß den Menschen die Vorstellungskraft abhanden kommt liegt auch daran, daß ihnen diese schon seit Jahrzehnten und heute insbesondere nicht mehr abverlangt wird. Häppchen to the max - und das Land verdummt weiter.

Hier hätte gerade der SWR als Anbieter doch eher wertvoller Radioprogramme eine Chance gehabt.

gb

von gb - am 06.01.2012 00:49
Kann Magellan da nur zustimmen.

Heute morgen lief das noch recht flüssig, aber heute Nachmittag hatte das teilweise Praktikanten-Niveau. Ja, in so einem Selbstfahrstudio gibt es viele Knöpfe und Regler. :D
Okay, das sind nur Anfangsschwierigkeiten. In ein paar Tagen ist das vergessen.

Drei Dinge sind mir aber noch unangenehm aufgefallen, die nichts mit Anfangsschwieigkeiten zu tun haben:
1) Man hat den Eindruck, dass hier wirklich alles im Viertelstundentakt wiederholt wird. Die Rotation ist im Vergleich mit anderen Info-Wellen viel zu eng.
2) Durch übertriebenen Einsatz von Jingles und Hintergrundmusiken ("Betten" ) wirkt das Ganze recht hektisch. Es ist ein einziger Berieselungsbrei. Auf das hören der News kann man sich da nur schwer konzentrieren.
3) Um xx:28 und um xx:58 sind zwei Minuten für Verkehrsmeldungen eingeplant. Gibt es gerade wenig Staus, wird die freie Zeit nicht etwa mit Musik aufgefüllt, sondern man wird mit News-Häppchen zugelabert, die sich inhaltlich kaum von den "richtigen" Nachrichten danach unterscheiden. :rolleyes:

von Manager. - am 09.01.2012 20:31
Das akustische Layout ist in der Tat recht hausbacken und mit der Manie, alles Mögliche mit Musik zu unterlegen, wirkt es als wäre man in Billig-Nachrichten eines Privat-Brüllradios der frühen 90er Jahre geraten.

Beim SWR scheint mir - abgesehen vom SWR 2 - das Verständnis für zeitgemäßes, ausdifferenziertes, unterschiedliche Alters- und Zielgruppen bedienendes öffentlich-rechtliches Radio weitgehend verloren gegangen zu sein. SWR 1, 3, 4, das Dingsbums, und jetzt neu "Info", sind nämlich von den Grundprinzipien sehr ähnlich strukturiert bzw. formatiert: alle sind bemüht locker flockig plätschernd moderiert und weichen im Tagesverlauf wenig von ihrem Format ab, sind also lediglich bessere Privatradios. Dass man bei 6 vorhandenen Wellen unterschiedliche Interessen und Niveaus bedienen könnte und als grundversorgender, gebührenfinanzierter Sender sollte, dieses Wissen ist beim SWR aus mir unbekannten Gründen nicht vorhanden, vergleicht man seine Wellenpalette zum Beispiel mit der des BRs, von Radio France oder der BBC.

von brouillage - am 09.01.2012 22:35
Was ich überhaupt nicht verstehe ist der große Umfang der fortwährend vorgelesenen Verkehrsstaus. Man verabschiedet sich zwar konsequent von anachronistischer analoger Übertragungstechnik, liest aber alle Nas lang Verkehrsstaus vor. Bei den Autofahrern, die den Digitalsender empfangen können, kann man sicherlich davon ausgehen, dass die nicht nur mit modernem Radiogerät sondern auch mit zeitgemäßer Navigation ausgestattet sind, über die die aktuelle Stausituation besser angezeigt wird, als mühselig bei diesem großen Sendegebiet (Von Köln bis zum Bodensee) einem unübersichtlich vorgelesenen Wust zu folgen, um herauszufinden, von welchem Stau man betroffen sein könnte.

Etablierte Techniken zur digitalen und Senderfamilien-übergreifenden Übermittlung (RDS EON ...) von Verkehrsnachrichten und der optimalen Darstellung beim Empfänger gibt es ja mittlerweile schon lange genug.

von brouillage - am 09.01.2012 22:36
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EmmWeh
Und auch beim Verkehrsdienst bin ich der gleichen Meinung. Wer DAB+ im Auto hat, hat entweder die minutengenaue, präzise Verkehrslage per Smartphone dabei oder nutzt zumindest entsprechende Datendienste über's Navi.


Naja, es würde schon reichen, die Staus statt 4 nur 2 Mal in der Stunde vorzulesen. Das muss aber schon sein, weil es (noch) zu einem Infoprogramm dazugehört. Schließlich will ich ja auch das Wetter hören, obwohl ich es im internet nachlesen kann.
Aber sonst gebe ich euch voll recht: Das Programm wiederholt sich viel zu viel. Auf die Nachrichten um Viertel und Dreiviertel könnte man gut verzichten und lieber einen Hintergrundbeitrag senden.

von Fred54 - am 10.01.2012 00:19
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Nordlicht2
Ziel eines reinen Info also Nachrichtensenders ist es aber, dass man den einschaltet und sofort Nachrichten, Verkehr und Wetter hoert. Wenn ich eine halbe Stunde darauf warten muss, dann tun es auch all die anderen Sender die entweder um halb oder um Nachrichten senden. Ein Inforadio ist jedenfalls kein Unterhaltungsradio was man den Tag durchgehend hoeren soll. So ist dann also auch bei NDR Info oder im TV bei EinsExtra eine 15 Minuten Rotation angesagt, die staendig aktualisiert und in jeder Rotation mit verschiedenen Zusatzbeitraegen aufgefuellt wird.

Genauso sehe ich das auch. Bei einem Inforadio wie SWR Info oder NDR Info ist es also wichtig, dass bestimmte Informationen (z. B. Euro-Dollar-Wechselkurs, DAX, Lottozahlen, zu erwartende Wasserstaende, Bundesligaergebnisse, [SWR Info:] Schneehoehen in der Schwaebischen Alb, [NDR Info:] zu erwartende Windrichtung und -staerke fuer die Deutsche Bucht usw.) regelmaessig zu festen Sendezeiten gebracht werden. (Ebenso wie man im Internet solche Infos ja auch unter bestimmten Adressen findet.) Dann kann der "Einschalter" naemlich ein Inforadio optimal nutzen, und zwar auch gerade dort, wo der Internetzugriff nicht moeglich ist, z. B. am Steuer eines fahrenden Autos.

von kokido7 - am 10.01.2012 18:09
Da ist die Rechtslage ein bisschen unüberischtlich.

Laut SWR-Staatsvertrag darf der SWR keine neuen UKW-Frequenzen in Betrieb nehmen, sondern allenfalls Frequenzen umwidmen. Der SWR-Info-Chef Arthur Landwehr hat auch erklärt, dass der SWR deshalb keine Frequenzen für SWR-Info umwidmen würde, weil dann SWR1234 nicht mehr durchgehend empfangbar wären.

Laut (Bundes-)Rundfunkstaatsvertrag (seit 2010) dürfen Programme, die als Digitalprogramme gestartet wurden, nicht anschließend analog verbreitet werden. Da stellt sich also die Frage, ob SWR-Info das Nachfolgeprogramm von SWR-Contra ist, oder eine Neugründung. (Die Mittelwellenabschaltung hat der SWR bekanntlich mit den Kosten begründet, nicht mit der Rechtslage.) Die 91,5 in Stuggitown ist davon übrigens unberührt, da das rechtlich eine Testfrequenz des SWR ist.

von freiwild - am 11.01.2012 22:35
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Spacelab
Wie gesagt, SWR Info ist kein Zuhörprogramm mehr. Das ist ein reines Einschaltprogramm. ...


Ein "Einschaltprogramm" ist demzufolge also ein Programm, das man einschaltet aber dann nicht zuhört :-). Dann könnte man das doch gleich auch im 90-Sekunden-Takt laufen lassen und viel Geld sparen ...

Ich halte das in vielen Variationen ständig wiederholte Gerede darüber, dass die jüngere, heutige oder alte und durch Medien, insbesondere dem Fernsehen, verblödete Generation eine geringere Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit hätte für eine unsinnige und durch nichts plausibel begründbare Behauptung, die sich leider auch vor allem bei Radio-Redakteuren vieler öffentlich-rechtlicher Anstalten, den SWR muss man hier wohl besonders stark herausheben, verbreitet und durchgesetzt hat.

Alleine wenn man die starke Zunahme der Informationsflut und die zugenommene Vielfalt und Komplexität digitaler Informationstechnik bedenkt, die in ihrer Natur eine intensive und ausdauernde Aufmerksamkeit erfordert und die auf dem guten Beherrschen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Zuhören und Zusehen gründet, kann man nicht sagen, dass gerade jüngere Zeitgenossen Aufmerksamkeitsprobleme hätten. Ein Problem haben eher die beim Rundfunk Beschäftigten bei der Einschätzung des Publikums und seiner Bedürfnisse.

Sehr leicht belegen lässt sich dagegen eine deutliche Zunahme geistiger Defizite bei Rundfunk-Redakteuren und Fernseh-Gewaltigen.

von brouillage - am 12.01.2012 16:36
Eine Änderung gegenüber cont.Ra ist auch, dass es außerhalb der Kernzeit keine Ansager mehr gibt, sondern alles voicegetrackt wird. Aber auch das funktioniert bei SWRinfo noch nicht richtig.

Nach den 8 Uhr-Nachrichten wurde der Wetterbericht abrupt durch die Ansage der nächsten Sendung "hören sie blablabla SWR1 Leute" abgewürgt. Und nach der Ansage kam dann (um ca. 8.03 h) auch gleich die Absage dieser Sendung: "Gleich ist es 9 Uhr. Dann bringen sie die Nachrichten von SWRinfo auf den neuesten Stand." :D
Dann folgte minutenlang Zwischenmusik vom vermutlich automatisch angelaufenen Notband. Keine Ansage. - Im Studio scheint also tatsächlich niemand zu sein. Dann hat's doch noch jemand gemerkt (Hauptschaltraum?) und mdr Info aufgeschaltet. :spos:

von Manager. - am 15.01.2012 07:39
Zitat
brouillage
Zitat
Spacelab
Wie gesagt, SWR Info ist kein Zuhörprogramm mehr. Das ist ein reines Einschaltprogramm. ...


Ein "Einschaltprogramm" ist demzufolge also ein Programm, das man einschaltet aber dann nicht zuhört :-).

Nicht unbedingt. Zwischen 05:15 und 05:55 Uhr sowie zwischen 14:05 und 14:55 bin ich oft im Auto unterwegs (Bremen und bis zu 40 km noerdlich davon). Ich nutze die ziemlich verlaesslichen Zeiten, zu denen bestimmte mich interessierende Informationen gebracht werden, beispielsweise haeufig folgendermassen, um mein Autoradio entsprechend ein- oder umzuschalten (alles Ungefaehr-Zeitangaben):

05:15 Uhr: Kurznachrichten auf MDR Info im Rahmen der ARD-Infonacht (MW 783, 1044 oder 1188 kHz)
05:32 Uhr: Regionales Wetter (einschliesslich Windvorhersage) und Verkehrslage auf Radio Bremen 1 (UKW 93,8 MHz)
05:40 Uhr: Boerseninfos einschliesslich Dollar-Euro-Wechselkurs und Goldpreis auf DLF (UKW 107,1 MHz)
05:45 Uhr: Seewetterbericht (daenisch) auf Danmarks Radio (LW 243 kHz)
14:07 Uhr: Wettervorhersage (englisch und chinesisch) fuer einige chinesische Staedte sowie Tokio, Sidney, London und New York auf China Radio Internacia (KW 13670 kHz)
14:15 Uhr: Nachrichten einschliesslich kurzer Boerseninfo (DAX, Dollar-Euro-Wechselkurs) auf NDR Info (UKW 98,6 MHz)
14:30 Uhr: Regionales Wetter einschliesslich Windvorhersage und Europa-Wetter sowie Verkehrslage auf Radio Bremen 1 (UKW 93,8 MHz)
14:37 Uhr: Wettergespraech (mit Ausblick auf die naechsten paar Tage) auf Funkhaus Europa (UKW 96,7 MHz)
14:40 Uhr: "Die Chronik" auf Radio Bremen 1 (UKW 93,8 MHz)

Dazwischen ist mein Autoradio ausgeschaltet oder aber eingeschaltet auf demjenigen Sender, auf dem gerade gute Musik laeuft.

von kokido7 - am 15.01.2012 10:17
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SagittariusA
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Sebastian Dohrmann
Ich muss ehrlich gestehen, dass SWRinfo für mich nur ein Mittel dazu ist, im südlichen NRW die ARD-Infonacht (bei SWRinfo faktisch MDR INFO mangels eigener Produktionen) verfolgen zu können. An sonsten ist das Programm für mich nicht von Relevanz.


Schwer zu verstehen, dass SWRinfo "ohne Relevanz" ist, wenn man sich gleichzeitig für ein Programm wie die ARD-Infonacht interessiert.
Sind doch beides Programm, die Nachrichten und Korrespondentenberichte bringen.
Und damit sind sich beide Programme sehr ähnlich und sprechen den selben Hörerkreis an.

Relativ einfach... Ich hab MDR Info schon Abends, wie Spacelab, schon ab ca. 2003 (damals noch über MW) gehört. Und man hört dem SWR Programm deutlich den Sparzwang an, ist es doch neu und klein im Gegensatz zum eingesessenen MDR Info mit UKW-Frequenzen, etc.

von Sebastian Dohrmann - am 14.11.2012 15:17
Zitat
Wellenschneider
Stimmt es, daß SWR Info im Sendegebiet des SWR noch nicht überall auf DAB oder DAB+ zu empfangen ist?

Ja, das stimmt.

Hier in Lörrach war bis 2011 SWR Cont.Ra auf Mittelwelle (666 und 828 kHz) zu empfangen, nicht ganz störungsfrei bzw. leicht angerauscht, aber akzeptabel. Auf DAB ist es auch ausgestrahlt worden, war aber hier in Lörrach auch mit guten Antennen fast nicht zu empfangen. Die Strahlungsleistung am Feldberg auf 12B in diese Richtung war nämlich nur 50 Watt.

Der DAB+-Multiplex auf 8D (u.a. mit SWR Info) kommt hier bisher nur in günstigen Empfangslagen oder mit Aussenantenne herein, vom Sender Feldberg mit 10 kW. Zwischenzeitlich war der 8D sogar gar nicht mehr brauchbar zu empfangen (Stichwort: Absenkung Antennendiagramm am Feldberg), inzwischen geht es wieder, aber schlechter als noch im Frühjahr. Ähnlich bescheiden ist die Empfangssituation am Hochrhein. Mit einer Verbesserung ist erst zu rechnen, wenn weitere Lückenfüll-Sender auf 8D in Betrieb gegangen sind (St. Chrischona, Wannenberg, Waldshut), aber das könnte je nach Finanzlage des SWR noch Jahre dauern...

De facto ist SWR Info ein Programm, das hier fast niemand kennt. Empfangbar ist es natürlich über Satellit, Kabel oder Internet. Im Gegensatz zu SWR Cont.Ra, das ich öfters mal eingeschaltet habe, höre ich es auch fast nie.

73 de Uli

von ulionken - am 15.11.2012 17:54
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