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Radioforum
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5
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
102.1, Prof. Barabas, Alqaszar, Wasat

Kampala / Uganda

Startbeitrag von 102.1 am 19.01.2011 20:31

War jemand von Euch schon in Kampala? (nachdem sich hier einige User im Yukon herumtreiben koennte es ja auch jemand in Uganda gewesen sein)

Ich habe heute die FM Scans von einigen afrikanischen Staedten gemacht, und war ueberrascht, dass die Rundfunklandschaft in Kampala offenbar sehr lebhaft erscheint.

Unzaehlige Radiosender im FM Band, und dies fuer ein Land, das nicht gerade fuer seine Demokratie oder Meinungsfreiheit bekannt sei. Wie kommt's?

Cairo in Aegypten hat weitaus wendiger Radiosender.

Antworten:

Uganda ist relativ demokratisch, wie man hört. Außerdem kann es auch in repressiven Systemen eine Anzahl von Radiosendern geben. ES kommt ja nur darauf an, wer sie betreibt. Das werden alles Angehörige der herrschenden Schicht sind, welche dann vom jeweiligen Regime auch die Lizenzen bekommen. Etwas "unerwünschtes" wird man also in keinem der Sende rzu hören bekommen.

Auch wenn die Betreiber tatsächlich unabhängig sind -- man wird schon wissen, was man sagen darf und was nicht. Statt eines Lizenzentzuges kommt je nach Land auch schon mal eine Gruppe durchsetzungfähiger Leute mit diversen Schlag-, Hieb-, Stich-, und/oder Schusswaffen um eine -- in Ungarn heißt das ja neuerdings "ausgewogene" -- Berichterstattung sicherzustellen.

von Alqaszar - am 19.01.2011 23:13
Zitat

Das werden alles Angehörige der herrschenden Schicht sind, welche dann vom jeweiligen Regime auch die Lizenzen bekommen.

Der größte Fehler ist, Afrika mit europäischen Maßstäben zu betrachten. Es gibt in Afrika südlich der Sahara eben eine andere Ordnung, als jene, die wir für richtig halten. Deshalb scheitern auch alle Versuche, europäische Ordnung nach Afrika zu tragen. Die Kultur in diesen Ländern ist deshalb nicht schlechter oder winderwertiger, aber eben anders.

So wird es zwar auch in Uganda Radiolizenzen geben, doch die Zuteilung wird in unseren Augen willkürlich erfolgen. Auch die herrschende Schicht muss man dort anders zu definieren als bei uns übliich. Wir definieren die Bevölkerungsschichten nach ideologischen Mustern, in Afrika werden sie dagegen aus der Traditition heraus bestimmt. Dies durch ideologische Muster abzulösen, hat bisher alles nur schlechter gemacht.

Ich betrachte daher eine lebhafte Rundfunkszene als Spiegelbild einer ebenso lebhaften Gesellschaft. Es mag vieles in unseren Augen als mangehaft erscheinen, aber schon die Tatsache, dass man einen gewissen Pluralismus erlaubt, zeigt eine positive Entwicklung. Die Zeiten, dass es in den mesiten Länder Afrikas nur einen einzigen staatlichen Rundfunksender gab, sind noch nicht so lange her.

von Wasat - am 20.01.2011 11:50
@Wasat, ich finde Deinen Beitrag gut, insbs.auch den letzten Absatz und der Begriff "lebhafte Gesellschaft".

In Aegypten scheint es bis heute noch der Fall zu sein, dass es nur den staatlichen Rundfunk gibt, bzw. nur sehr wenige private Anbieter zugelassen werden.

In Zimbabwe scheint der Rundfunk nur auf den staatlichen Anbieter beschaenkt zu sein.

von 102.1 - am 20.01.2011 11:58
Ja , ich war schon mal in Kampala auf dem Weg zu einem Konzert von BAP in Gulu , dieses ist auch von einer kleinen Radiostation übertragen worden. Auf der Fahrt dorthin habe ich mal wirklich gesehen was ChannelHopping ist. Unser Fahrer wechselte alle (gefühlten) 5 Minuten die Stationen und endete im AM Bereich...war schon interessant wie viel westl. Musikschrott in Africa gedultet wird. Wolfgang Niedecken war dort für die ARD /Gemeinsam für Afrika. Konzert war Klasse und bin wohl der einzige auf diesem Planeten der einen Konzertmitschnitt auf MD hat.Das Uganda relativ demokratisch ist , kann ich leider nicht bestätigen...aber das gehört hier nicht hin...


von Prof. Barabas - am 20.01.2011 20:04
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