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Antennenrelikte auf deutschen Dächern

Startbeitrag von astranase am 30.05.2011 15:58

So, ich denke ich versuche mal das Thema geordneter aufzugreifen und setze hier mal meine neuesten Aufnahmen als Antennengeschichte in Bildern hier ein.

Eine Nahaufnahme der Antennen auf der Lützner Straße 131, der Blick geht Richtung Süden also Bayern, im Rücken Norden Richtung Berlin, rechts Westen mit Ausrichtung auf Torfhaus



Das zweite Bild ist das Original ohne Zoom, Objekt liegt an der Kreuzung Saalfelder Straße



Bild 3 zeigt das Objekt im derzeitigen Zustand, wäre er besser dann hätte er die Antennen nicht mehr ... also :rolleyes:




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Die 50 interessantesten Antworten:

Ein seltner Anblick dieser "Saurier" auf der Endersstraße 1, Ecke zur Lützner Straße





Für nicht Leipziger, es sieht Gott sei Dank nicht überall so aus und man muss schon suchen um solche alten unsanierten Häuser zu finden, aber ebenso Gott sei Dank aus unserer Sicht gibt es sie noch :cool:


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von astranase - am 30.05.2011 16:10
Zitat
Wolfgang R
Solche gestockten 2-Element-Antennen wie auf dem vorletzen Bild zu sehen, gibt es auf einem sehr alten Haus in Sindelfingen auch noch.

Ich dachte, das wären die Vorläufer der YAGI, oder hat das etwas besonderes zu bedeuten?

Die haben für mich eine gewisse Ähnlichkeit zu HB9CV-Antennen. Eventuell führt mich aber auch die Perspektive in die Irre...
Da Wikipedia bei der Eingabe von HB9CV jedoch auf den Artikel Ochsenkopfantenne weiterleitet, könnte da dennoch was dran sein.
Vergleichsphoto: http://www.hed-tafelmeyer.de/webshop/media/images/hb9cv-70cm-kit.jpg

von Thomas R. - am 30.05.2011 17:49
Relikte aus vergangener Zeit sind hier im Ort wenig zu finden. Eigentlich war das schon immer so. In der Mehrzahl waren die Antennen eh unterm Dach.

Anders im nahen Braunschweig. Da waren die tradionellen Antennen (meist) alle über Dach, wovon heutezutage kaum noch noch was zu sehen ist.
Durch die Verbreitung des Kabelfernsehens sind nach und nach die Antennen verschwunden. Da wo kein Kabel-FS hinkam, macht's der SAT-Empfang.

2 schöne Antennenbäume kann ich täglich noch bewundern. Paar Häuser weiter sind noch Antennenbäume auf dem Dach. Ein Haus mit VHF/UHF/UKW, das andere mit VHF/UHF/UHF/UKW.
Einer der örtlichen Rundfunk- und Fernsehhändler hat auch noch seinen Antennenbaum auf dem Dach. Allerdings ist das Kabel nach unten schon "abgefault". Kundschaft für DVB-t kann der damit allerdings nicht anlocken.

von bikerbs - am 30.05.2011 22:27
@ Wolfgang R

Zitat

Solche gestockten 2-Element-Antennen wie auf dem vorletzen Bild zu sehen, gibt es auf einem sehr alten Haus in Sindelfingen auch noch.

Ich dachte, das wären die Vorläufer der YAGI, oder hat das etwas besonderes zu bedeuten?


Das ist eigentlich das gleiche wie eine Flächenantenne, die z.B. für UHF eingesetzt wird:
http://www.elektroradar.de/epages/ElektroRadar.sf/?ObjectPath=/Shops/ElektroRadar/Products/1918561&utm_source=Preisroboter_de&utm_medium=Preissuchmaschine&utm_campaign=Bereichsantenne%20FESA%20805

Die vier Dipole werden dabei phasenverkehrt zueinander gespeist.

Statt einem geschlossenen Reflektor hat man bei diesen "2-Element-Antennen" einfach nur je einen Reflektor pro Dipol. Das ist bei größten Wellenlängen (UKW) materialsparender und optisch weniger auffällig.


von Kay B - am 30.05.2011 22:47
Hier sieht man sehr häufig:

- 1x 'Markelo-Antenne'. Das ist ein Kombiantenne für NED1 K7 und NED2 K51/NED3 K54.
- 1x Flachantenne um die deutsche Sender zu empfangen aus Lingen und Münster.

Das machte immerhin:
- Nederland 1
- Nederland 2
- Nederland 3
- Das Erste (NDR)
- Das Erste (WDR)
- ZDF (2x)
- NDR FS NDS
- WDR Münster

Ob hier auch die Privaten aus Nordhorn gingen weiss ich nicht. Da wurde RTL, VOX, Pro7 und SAT.1 glaub ich abgestrahlt, Vertikal im UHF-Band. Da deren Leistung eher gering war, und zudem ein extra Antenne benötigt wurde, haben sich wohl die allerwenigsten in Grenznähe sich eine Antenne für diese Programme installiert. Da heute Wesel auf DVB-T geht, kann man davon ausgehen das die Leistungsstärke Privaten (Also RTL, und was kam noch mehr aus Wesel?) zumindest mit einem Hochleistungsantenne hier ran gingen. Bis jetzt habe ich allerdings nicht derartige Antennen gesehen.

Leider leider alles vor meine Zeit!! :(

von Jassy - am 31.05.2011 07:21
In Noordlimburg sieht man auch heute noch viele gewagte Antennenkonstruktionen, teilweise an hohen Stahlmasten im Garten. Erstaunlicherweise sind auf den hohen Masten dann nur Yagis mit verhältnismäßig wenigen Elementen. Für die niederländischen Programme waren diese Antennen freilich nicht notwendig, auch ARD, ZDF und WDR3 waren problemlos von den Standorten Langenberg, bzw Kleve für die ARD, sowie Wesel für ZDF und WDR 3 (später auch RTL und Vox) waren bis weit in die Niederlande hinein problemlos zu empfangen. Nötig waren diese Konstruktionen eher für BRT 1 und 2 (heute VRT) aus Genk. Für 5 statt 3 (bzw. bis 1986 4 statt 2) Programme in der Muttersprache nimmt man halt was mehr Aufwand in Kauf. Aber auch Deutschland wurde viel geguckt. Mit einer guten Antenne konnte man beispielsweise zu besten Zeiten im Raum Arcen/Venlo

NL1
NL2
NL3
BRT 1
BRT 2
ARD
ZDF
West 3
Südwest 3
SSVC (BFBS)
RTBF 1
RTBF 2 (Télé 21)
RTL
Vox
Sat.1 (Krefeld oder Essen)

ständig gut empfangen.

Auf deutscher Seite hat sich umgekehrt kaum jemand die Mühe gemacht, Belgien empfangen zu können. Vereinzelt gab es extra lange Yagis für den K56 (Südwest 3) oder sogar K7 (RTL+), wobei der Erfolg bei RTL eher zweifelhaft war.

von Bolivar diGriz - am 31.05.2011 09:23
Zitat
hetietz
@astranase
Zufällig entdeckte ich gestern von der Straßénbahn aus auf einem abbruchreifen Haus in Leipzig-Lindenau eine solche Antenne wie im Link Nr. 1 beschrieben (4 Stufen). Es müsste sich um die Hausnr. 1 in der Endersstraße handeln.
In der G.-Schumann-Str. in Möckern gibt es auch noch eine schöne Anlage auf mehreren Masten. Leider bin ich dort in den letzten Monaten kaum vorbeigekommen.


Ja, es ist die Endersstraße 1 (erwähnte ich ja auch), dort ist jetzt die versetzte Haltestelle der 15
War mit dem Rad dort, hatte das an der alten Post abgestellt und suchte das ganze Gebiet zwischen Karl Heine und Lützner Straße ab ... habe dazu noch mehr Bilder gemacht und stelle die noch ein.
Schumann Straße müsste ich auch mal hin, wo wäre das zu finden?

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von astranase - am 01.06.2011 19:38
Die Anlage in der Georg-Schumann-Straße befindet sich Ecke Jupp-Müller-Straße, dort wo die Auferstehungskirche ist. Die Antennen sieht man schon von weitem, wenn man aus Richtung Stadt kommt. Ich habe hier ein älteres Foto, leider nicht sehr scharf, aber um einen Eindruck zu bekommen reicht es bestimmt.



Es sind insgesamt vier Zweiergruppen für jeweils ZDF und Drittes Programm aus den Richtungen Berlin und Großer Waldstein. Dazu noch eine sehr große UKW-Antenne Richtung Bayern. Die obligatorische K10 Antenne Richtung Harz ist dort nicht (mehr) zu sehen. Evtl. auf der Rückseite des Hauses oder der Mast ist mal entfernt worden.

Bei den Antennen handelt es sich offenbar um Eigenbauten.

Durch Zufall bin ich letztes Wochenende in Möckern an genau dieser Stelle vorbei gelaufen und die Anlage steht noch dort.

Eine weitere schöne Anlage steht oder stand in der Eisenbahnstraße.



Toll ist hieran vor allem die monströse K10 Antenne, die von der üblichen 13-Elemente-Standardlösung abweicht. Weiterhin 2er Gruppen für K23 und K57 vom Waldstein, für Berlin nur eine einzelne UHF Antenne an der Mastspitze. Am zweiten Mast befindet sich unter der K10-Antenne noch eine leider schon etwas unvollständige Zweiergruppe, die im Vergleich zur K10 Antenne südlicher ausgerichtet ist. Vermutlich wird man damit das Dritte aus Hessen empfangen haben.

von Schlosser - am 01.06.2011 21:10
So, da füge ich mal noch ein paar Teile von meiner "Wanderschaft" ein

Hier ein paar "Drähte" auf der Guts Muths Straße 45, eine vierer Gruppe Richtung Berlin, zwei UHF Reste gehen ins Bayrische, der "13ner Rechen" zum Torfhaus, auf dem Nachbarhaus scheint der Rechen nach Chemnitz zu zeigen.





Hier nun, Guts Muths Ecke Enders Straße, hier sieht man den Standart wie er seid den 60er Jahren war, alles zeigt zum Torfhaus, der Empfang von ZDF oder NDR/SFB/RB III war hier mit individual Anlagen kaum möglich und kam erst mit dem errichten von Gemeinschaftsanlagen zum tragen ... mit mäßigem Bilderfolg.



...Gleiches ein paar Meter weiter, an der Ecke Guts Muths/Lützner Straße
P.S. beim betrachten letzten Bildes sah ich doch noch den Rest einer UHF Antenne ... Berlin oder Bayern ist aber nicht auszumachen, aber es dürfte wohl Berlin sein den die Versuche in Leipzig West (außer Grünau) gingen meist in diese Richtung.



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von astranase - am 02.06.2011 19:23
Zitat
astranase
Hier nun, Guts Muths Ecke Enders Straße, hier sieht man den Standart wie er seid den 60er Jahren war, alles zeigt zum Torfhaus, der Empfang von ZDF oder NDR/SFB/RB III war hier mit individual Anlagen kaum möglich und kam erst mit dem errichten von Gemeinschaftsanlagen zum tragen ... mit mäßigem Bilderfolg.


Fast alle damaligen Westsender kamen speziell in Leipzig aus über 130km -
und die westdeutschen Profi-Zeitgenossen der Post kamen bei gleicher Entfernung
mittels 300m-Masten schon gehörig an ihre Obergrenzen mit der Funkbrücke nach Westberlin:

131km Berlin-Schäferberg
138km Torfhaus/Harz
151km Ochsenkopf/Bayern

und "weniger" von den Sendern
177km Meißner/Nordhessen
199km Kreuzberg/Rhön

Vergleichbaren Fernempfang bekommt selbst heutzutage fast Keiner mehr so richtig auf die Reihe.
Also - wie war die wirkliche Qualität von analogem Bild (und Ton!) bei damals maximalem Aufwand
gemessen an dem unglaublichen Wahnsinn von Informationssehnsucht...

Vermutlich würde diese Empfangserfolge nach heutigen Verhältnissen "nicht mehr akzeptiert".

von Karl Kaiser - am 02.06.2011 20:28
Zitat
Karl Kaiser
Zitat
astranase
Hier nun, Guts Muths Ecke Enders Straße, hier sieht man den Standart wie er seid den 60er Jahren war, alles zeigt zum Torfhaus, der Empfang von ZDF oder NDR/SFB/RB III war hier mit individual Anlagen kaum möglich und kam erst mit dem errichten von Gemeinschaftsanlagen zum tragen ... mit mäßigem Bilderfolg.


Fast alle damaligen Westsender kamen speziell in Leipzig aus über 130km -
und die westdeutschen Profi-Zeitgenossen der Post kamen bei gleicher Entfernung
mittels 300m-Masten schon gehörig an ihre Obergrenzen mit der Funkbrücke nach Westberlin:

131km Berlin-Schäferberg
138km Torfhaus/Harz
151km Ochsenkopf/Bayern


Ja um diese Lage hat man uns schon beneidet:D

Zitat
Karl Kaiser
und "weniger" von den Sendern
177km Meißner/Nordhessen


Unsere Großanalage Stuttgater Allee 4 holte auch das Problemlos ran :cool:

Zitat
Karl Kaiser
Vergleichbaren Fernempfang bekommt selbst heutzutage fast Keiner mehr so richtig auf die Reihe.
Also - wie war die wirkliche Qualität von analogem Bild (und Ton!) bei damals maximalem Aufwand
gemessen an dem unglaublichen Wahnsinn von Informationssehnsucht...


Tja ... heute geht es nicht mehr darum was die Leute evl. sehen/hören wollen, sondern womit man (Kabelanbieter) Geld verdienen kann und gegenüber den Hobbybastlern und Antennenhaien der DDR sind die Techniker der meisten Kabelanbieter ... lausige Amateure :rolleyes: :joke:

Zitat
Karl Kaiser
Vermutlich würde diese Empfangserfolge nach heutigen Verhältnissen "nicht mehr akzeptiert".


Ich denke mal das kann man nicht mehr vergleichen ... weil das ist alles Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes.

... :cheers:

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von astranase - am 02.06.2011 20:48
Zitat
hetietz
, wie die Stadtregierung konzeptionslos dem Verfall zusieht.


... leider denken sich dabei die Leute vielleicht auch noch was :wall: (was von allein einfällt braucht man nicht mehr abzureißen).
Aber manches ist auch nicht zu ändern ... weil wer soll es bezahlen, ich erinnere hier nur mal an den Wettiner Hof in Bad Elster, die "Hotwolé" in den schönsten Ecken Europas von Monte Carlo bis Sankt Petersburg würden sich drum reißen ... und nun nach Jahrzehnten des Verfalls wird dieses wunderbare Gebäude abgerissen, bei meiner Reha letztes Jhr blutete mir das Herz.

http://www.vogtland-anzeiger.de/Vogtland_Anzeiger/index.php?menuid=29&reporeid=2266 ... hier mal die Bildlinks mit anklicken!

http://static0.akpool.de/images/cards/27/270073.jpg

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von astranase - am 03.06.2011 19:23
RTL wird nicht gehen (K25), da es eine Gleichkanalbelegung aus Chemnitz gibt (Geyerscher Wald). Der Chemnitzer Sender kommt hier in Leipzig je nach Lage bereits mit Zimmerantenne oder geringfügig höherem Aufwand rein, so dass es unmöglich ist, einen anderen Sender auf dieser Frequenz zu empfangen.

Prinzipiell müsste es aber möglich sein, z.B. den K44 (Pro7) aus Berlin hier zu empfangen. Dass die alten Anlagen sich dafür eignen, halte ich aber für ausgeschlossen, denn diese sind für K32 optimiert, wie es den damaligen Erfordernissen entsprach.

Noch zwei schöne Bilder von Anlagen.

Diese steht in Gohlis, an der Grenze zu Möckern. Mit zwei UHF-Gruppen nach Bayern (K23 und K57).



Diese Anlage ist in Leutzsch zu finden. Eine große Yagi für Berlin und oben am Mast die K57-Antenne nach Bayern. K10 und UKW Richtung Torfhaus.



von Schlosser - am 03.06.2011 23:48
@ PAM: Ich meine, selbst in Mölkau ging die ARD vom Torfhaus noch besser als Berlin, weil der Pegel höher und der Empfang stabiler war. Von Berlin war ja kaum vernünftiger UKW-Empfang drin. Außerdem liegt Mölkau etwas höher als die Leipziger Innenstadt und etwa aus der Richtung kam der Kanal 10.

Ich habe auf meinem Rechner noch zwei Fotos aus Halle entdeckt. Nichts gegen die Klasse-Bilder aus Leipzig, aber doch zeigenswert. Die Empfanssituation ist der in Leipzig, was Berlin und Torfhaus-Empfang betrifft, ähnlich gewesen. Oder auch leicht besser.

Hier ein Foto aus der Thomasiusstr. in Halle. Der Standort, etwas südlich der Innenstadt, ist recht hoch gelegen und sollte Berlin-Empfang ermöglicht haben. Die ARD kam, wie üblich, vom Torfhaus.


Das nächste Foto zeigt ein Dach der Krausenstr./ Ecke Volkmannstr. Es liegt in einem Bereich östlich der halleschen Innenstadt, von dem Eingeborene :D berichten, dass der Berlin-Empfang recht gut war. In der Empfangsschneise liegt die Bahnstrecke Richtung Berlin mit einem großen Güterbahnhof, das heißt, es findet sich keine oder nur sehr flache Bebauung. Sicher von Vorteil.



von dlf-fan - am 08.06.2011 18:55
Dass Moelkau etwas hoeher liegt als die Leipziger Innenstadt ist mir bekannt. Dennoch kann ich mich aus meiner Kindheit (im laengeren Ferienaufenthalt bei Verwandtschaft) noch an recht ordentlichen rias 2-Empfang mit einer groesseren UKW-Antenne (vermutlich 8-Element) erinnern. Die heute leider nicht mehr bestehende Hausgemeinschaftsanlage (in der Paunsdorfer Strasse) mit zwei Masten war Richtung Berlin mit zweimal VHF Band III (jeweils vermutlich 10-Element, horizontal gestockt) und zweimal UHF bestueckt. Richtung Torfhaus kam (vermutlich) eine 10-Element zum Einsatz, die mit einer weiteren UKW-Antenne (nach meinen Erinnerungen auch 'ne 8-Element) ergaenzt wurde. Ganz unten an diesem Mast hing eine winzige UHF-Antenne fuer Wiederau. Auf weitere UHF-Antennen in andere Richtungen wurde verzichtet.

Damit ging das Erste West je nach Wetterlage mal vom Torfhaus und mal von Berlin besser. Beide Kanaele waren im Colormat eingespeichert und man probierte auch immer beide aus. In der Regel war der Empfang vom Torfhaus farbig mit leichtem Rauschen und teilweise bereits leichtem Flattern. Gelegentlich gab es Gleichkanalstoerungen ("Jalusie"), ich weiss aber nicht von welchem Sender. Der Berlin-Empfang war im Normalfall farbig stark verrauscht und nur manchmal gab es schwarzweisse Einbrueche. Das Signal war aber vergleichsweise stabil und es fehlte bei Tropo nicht viel zu einem ordentlichen Farbbild. Wenn ich heute darueber nachdenke meine ich mich zu erinnern, dass sehr starker Torfhausempfang eigentlich immer auch die Jalusie mit hochriss und man dann (weil's mehr nervte als ein leicht rauschendes Bild) lieber auf Berlin umschaltete. Der DDR1-Empfang von Berlin war mit dem Empfang "Erstes West" vergleichbar. Allerdings kam dort bei Tropoeinfluss (=gutes Westbild von Berlin) auf dem 5er immer der Inselsberg rueckwaertig mit rein. DDR1 hatte man mit dem besten Bild auf dem 6er vom Brocken.

Das ZDF kam von Berlin auf dem 33er unter normalen Bedingungen entweder farbig stark rauschend oder (wahlweise) schwarzweiss recht ordentlich. Auch hier fehlte nur wenig Tropohilfe fuer ein ordentliches Farbbild. Man freute sich besonders am Sonnabend (fuer "Wetten dass") ueber guten Empfang. Wenn es ein ordentliches Farbbild beim ZDF gab kam auch im Regelfall N3 auf dem 39er mit hoch. Es reichte selten fuer Farbempfang und im Normalfall war auf diesem Programmspeicher ueberhaupt nichts zu sehen. Drum war es auch immer nur die Nummer 8. ;) DDR2 auf dem 27er kam von Berlin im Normalfall leicht rauschend farbig, holte aber mit Tropounterstuetzung bis zum glasklaren Empfang auf. Der nach der Wende aufgeschaltete 44er mit ebensolcher Sendeleistung war danach aehnlich gut guckbar. Antennen und Verstaerker sollen angeblich nur bis Kanal 39 ausgelegt gewesen sein, der 44er kam aber trotzdem genauso gut wie der 27er.

Unter dem Strich hatte man also staendig verfuegbaren Emfang von DDR1 und 2 mit glasklarem Analogbild, Erstes West ueblicherweise immer irgendwie farbig und meist nur mit wenig Bildrauschen und das Zweite West eigentlich meist schwarzweiss und nur manchmal farbig. N3 kam nur selten und dann auch nur sehr schwach. Mit der Aufschaltung des 44ers hatte man diesen stabil farbig mit leichtem Bildrauschen und haufig sogar mit gutem Farbbild. Der UKW-Empfang von Berlin und vom Torfhaus war ueblicherweise stereophon leicht rauschend, kam aber bei passenden Bedingungen sehr schnell auf rauschfreie Signalstaerke. Zu etwa gleichen Anteilen wurden damals rias 2, SFB 2 und NDR 2 gehoert.

von PowerAM - am 09.06.2011 05:44
Ein paar Daten grenznaher Sender aus alten Quellen:

K07 100kW ARD BERLIN
K33 430kW ZDF BERLIN
K39 200kW SFB BERLIN

K05 100kW DDR1 ALEX
K27 500kW DDR2 ALEX

K11 100kW DDR1 SCHWERIN
K29 999kW DDR2 SCHWERIN

K31 500kW DDR2 DEQUEDE

K06 100kW DDR1 BROCKEN
K34 999kW DDR2 BROCKEN

K05 100kW DDR1 INSELSBERG
K31 500kW DDR2 INSELSBERG

K33 500kW DDR2 BLESSBERG

K08 100kW DDR1 CHEMNITZ

Am 11. Februar 1972 wurde der DFF umbenannt und hieß fortan Fernsehen der DDR. (Wikipedia)

K50 260kW ARD BUNGSBERG
K21 235kW ZDF EUTIN
K47 260kW NDR EUTIN

K43 250kW ARD DANNENBERG
K21 330kW ZDF HÖHBECK
K45 440kW NDR HÖHBECK

K27 500kW ZDF UELZEN
K58 400kW NDR UELZEN

K10 100kW ARD TORFHAUS
K23 500kW ZDF TORFHAUS
K53 500kW NDR TORFHAUS

K07 100kW ARD MEISSNER
K32 470kW ZDF MEISSNER
K55 500kW HR3 MEISSNER

K57 400kW ARD RIMBERG
K25 400kW ZDF RIMBERG
K39 400kW HR3 RIMBERG

K03 100kW ARD KREUZBERG
K29 500kW ZDF RHÖN
K49 500kW BR3 RHÖN

K22 195kW ZDF COBURG
K41 250kW BR3 COBURG

K04 100kW ARD OCHSENKOPF
K23 500kW ZDF HOF
K57 500kW BR3 HOF

Quelle: Fuba-Katalog 1972 (eingescannt von Daniel)

von Karl Kaiser - am 19.06.2011 13:06
Zitat
Twobeers


Danke, tolles Foto, tolle Anlage -
aber die Antennen sind vermutlich doch zum Teil auf andere Sender ausgerichtet:

"Metz" dürfte auf Longwy gerichtet sein,
"Saar" dürfte Metz sein und
"Monschau" eher Prüm/Schneeeifel.



Quelle fmscan.org - Aber von "Sichtverbindung" zu Monschau-Lammersdorf keine Spur!!!
Der erste tiefe Einschnitt (links) ist übrigens der historische Ort Monschau/Rur.

065km 010° Schneeifel K30-40 (Nachtrag: vielleicht doch eher Monschau aus 106km wegen K50-330kW-WDR!)
068km 070° Haardtkopf K25-35-55 (warum nicht besser Saarburg? - Nachtrag: weil von dort nur K29-ARD 20kW kam!)
046km 170° Metz K34-31-37 (meist 590kW SECAM)
025km 195° Dudelange K07-21 (heute auch K24-27)
036km 240° Longwy ???
046km 290° Vlessart K11-57-63

Deine Kanalangaben habe ich hier weitgehend übernommen,
aber nicht überprüft, ob die WISI-Antennentypen dazu noch passen.

Der Empfangsort dürfte in etwa zwischen der Hauptstadt und Junglinster liegen.
Heute sind in diesem Raum weit mehr (!) als alle damaligen Programme
bereits mit kleinsten Antennen störungsfrei zu empfangen.

von Karl Kaiser - am 21.06.2011 08:50
Das Foto ist bei einem Städtetrip im März 2008 entstanden. Ich war damals beeindruckt, obwohl in Hückelhoven / Kr. Heinsberg auch solche Anlagen mit 6 Antennen üblich sind/waren:
Südwest Ahrweiler 56
RTL 26 - Sat1 27
ARD 24, ZDF 21, WDR 50
NED II 31 & NED III 34
NED I 5
UKW

Viellicht schaffe ich es ja mal ein Foto zu machen.
VRT und RTBF hat der örtliche Fernsehtechniker seltenst mit eingebaut, obwohl gerade VRT im Raum Hückelhoven sehr stark reinkam. Das mit DVBT heutzutage auch mit kleineren Antennen mehr geht ist ja auch gut so! (aber niemand beauftragt einen Fernsehtechniker und zahlt >1000 Euro für eine solche Anlage, wie sie damals üblich waren :drink: )

Aber nun zu Luxemburg:

Zitat

065km 010° Schneeifel K30-40 (Nachtrag: vielleicht doch eher Monschau aus 106km wegen K50-330kW-WDR!)

WDR ist möglich, keine Ahnung was in Lux besser ankam.

Zitat
068km 070° Haardtkopf K25-35-55 (warum nicht besser Saarburg? - Nachtrag: weil von dort nur K29-ARD 20kW kam!)

Ich denke es muss ein Südwest3 Standort gewesen sein.

Zitat
046km 170° Metz K34-31-37 (meist 590kW SECAM)

macht von der Richtung her Sinn

Zitat
036km 240° Longwy ???

Warum Longwy anpeilen. FR kamen doch wohl über Metz.

Dudelange und Vlessart sind wir uns einig.




von TobiAC - am 21.06.2011 11:38
Zitat
Twobeers
Das Foto ist bei einem Städtetrip im März 2008 entstanden.


Also vermutlich in Luxemburg-Stadt?

Zitat
Twobeers
... in Hückelhoven / Kr. Heinsberg auch solche Anlagen mit 6 Antennen üblich sind/waren:
Südwest Ahrweiler 56
RTL 26 - Sat1 27
ARD 24, ZDF 21, WDR 50
NED II 31 & NED III 34
NED I 5
UKW

Viellicht schaffe ich es ja mal ein Foto zu machen.
VRT und RTBF hat der örtliche Fernsehtechniker seltenst mit eingebaut, obwohl gerade VRT im Raum Hückelhoven sehr stark reinkam. Das mit DVBT heutzutage auch mit kleineren Antennen mehr geht ist ja auch gut so! (aber niemand beauftragt einen Fernsehtechniker und zahlt >1000 Euro für eine solche Anlage, wie sie damals üblich waren :drink: )


Das war im Raum Köln-Bonn so günstig leider nicht möglich:

K05 50!!!W VENUSBERG SAT.1 und 050kW ROERMOND NL1
K08 100kW FELDBERG ARD und ___kW WAVRE 1

K34 002kW 141° 029km + ÖLBERG VOX 1,6kW
K34 ___kW 297° 077km _ ROERMOND NL3
K34 500kW 124° 127km x FELDBERG ZDF

K39 100kW 021° 029km + WITZHELDEN VOX
K39 ___kW 253° 104km _ LÜTTICH C+ (später Be 1 - diskret kodiert)

K26 081kW 141° 029km + ÖLBERG ZDF
K26 000kW 259° 066km _ 100W KARLSHÖHE RTL

K37 190kW 058° 064km x NORDHELLE ZDF
K37 500kW 259° 066km _ KARLSHÖHE ZDF

K21 220kW 242° 055km x MONSCHAU ZDF
K21 190kW 107° 071km x MARIENBERG ZDF

K44 165kW 107° 071km x MARIENBERG SWR
K44 ___kW 275° 102km _ GENK EEN

K47 050kW 107° 071km x MARIENBERG ARD
K47 ___kW 275° 102km _ GENK KETNET/CANVAS

K54 500kW 124° 127km x FELDBERG HR
K54 ___kW 267° 073km _ EYS NL2

K51 001kW 053° 018km _ 800W SCHLOSS BENSBERG RTBF bis Anfang 2004
K51 ___kW 267° 073km _ EYS NL1

K27 000kW 053° 018km _ 200W BENSBERG VOX bis 1/2003
K27 250kW 070° 106km x HUNAU ZDF
K27 000kW 259° 066km _ 100W KARLSHÖHE SAT.1

Zitat
Twobeers
Aber nun zu Luxemburg:

Zitat

vielleicht doch eher Monschau aus 106km wegen K50-330kW-WDR!)

WDR ist möglich, keine Ahnung was in Lux besser ankam.


Vom Programmwunsch her wir es sicher Monschau gewesen sein - mit welcher Bildqualität auch immer...

[/quote]Warum Longwy anpeilen. FR kamen doch wohl über Metz.[/quote]

Das frage ich mich auch. Aber zumindest die Richtung stimmt.

Zitat
068km 070° Haardtkopf K25-35-55 (warum nicht besser Saarburg? - Nachtrag: weil von dort nur K29-ARD 20kW kam!)

Ich denke es muss ein Südwest3 Standort gewesen sein.[/quote]

Klar - hier geht es eindeutig um den Sender Haardtkopf.

von Karl Kaiser - am 21.06.2011 12:59
Ja, das mit Sat.1 und RTL war so eine Sache entlang der Rur.

RTL: Es gab ein generelles, vertikales Zittern bei RTL Kanal 26 (100 Watt) gegen ZDF aus Bonn (81kW). Je nach Wetter kam dann Maastricht mit NL1 (250 Watt) noch hinzu :D. Manche Anlagen (auch unsere) hatten deswegen Anfang der 90er Witzhelden Kanal 36 angepeilt. Der war zwar schwächer, aber weniger gestört, also hatte man weniger "Augenkrebs", aber eben auch kein Sat.1.

Sat1: Kanal 27 war immer besser als RTL. Er wurde nur selten von NL2 (1MW) aus Lopik gestört.

VOX kam später noch dazu aus Aachen, aber da hatte schon jeder! eine Schüssel, da der unzureichende Empfang der Privaten trotz teurer Dinosaurieryagi auf dem Dach den Sat.-Markt in der Region HS ankurbelte. Ich selber durfte damals im 9. Schuljahr (1993) bei einem TV Techniker Praktikum machen. Wir hatten pro Tag 2 Satanlagen aufgestellt und nur noch wenige terr. Anlagen für RTL umgerüstet. Anfang der 90er war somit auch schon das Ende der Terrestrik im Raum Heinsberg, da Astra alle Programme auf einem Schlag herbei zauberte. Lediglich für die Omis gab es immer noch eine kleine terr. Antenne für WDR Aachen.

von TobiAC - am 21.06.2011 15:45
Bei uns im Süden von Köln konnten ausgerechnet
nur die schwachen Kanäle vom Sender Witzhelden
ordentlich empfangen werden:

K36 020kW 021° 029km + WITZHELDEN RTL
K39 100kW 021° 029km + WITZHELDEN VOX

Aber die Powerkanäle waren wegen Mehrwegeempfang
nicht auszuhalten:

K29 500kW 021° 029km x WITZHELDEN ZDF
K55 450kW 021° 029km x WITZHELDEN WDR (K)

Und auf K41 schlugen sich gleich drei Sender:

K41 025kW 021° 029km x WITZHELDEN WDR (D)
K41 230kW 150° 085km x FLECKERTSHÖHE SWR
K41 000kW 321° 010km _ 80W MÜNGERSDORF VRT vertikal


von Karl Kaiser - am 21.06.2011 16:20
Hier ist er, ziemlich ramponiert aber noch erkennbar. Er steht (warum auch immer, Kanal10 ging hier sicher gut) auf einem Haus am "Nordufer" der Georg-Schumann-Str., unweit der von Schlosser auf Seite 1 gezeigten sensationellen Anlage.


Diese Riesenanlage auf der Georg-Schumann/Ecke Jupp-Müller-Str. hab ich natürlich auch noch mal abgelichtet. Sie wurde ja schon besprochen.


Dann bin ich durch die Bothestraße gelaufen und habe, wie ich witzigerweise jetzt erst merkte, genau die gleiche Anlage abgelichtet, die Schlosser am 4.6. zeigte. Und zwar aus exakt dem selben Blickwinkel, wir haben wohl sogar im selben Hauseingang gestanden.:D Deswegen verzichte ich hier auf das Hochladen. Dafür habe ich in der gleichen Straße, an der Ecke zur Kirschbergstraße diese Anlage gefunden:

Zur Erklärung von oben nach unten: BayFS, Hof-E57; ARD, Torfhaus-E10; DDR2, Wiederau-E22; DDR1, Geyer-E08; UKW von Torfhaus (NDR) und Meißner (hr) Das ZDF hat man hier nicht versucht, wahrscheinlich weil die etwa 200m nördlich gelegene Georg-Schumann-Straße (welche obendrein höher gelegen ist), mit ihren hohen Mietshäusern den Berlin-Empfang vereitelte. Hof ging vermutlich wegen der bekannten Nachbarkanalproblematik 22 vs. 23 nicht. Ja, und den ZDF-Kanal 32 (Hoher Meißner) besetzte Geyer mit dem "Zweiten Ost" und Ortssenderpegel.

von dlf-fan - am 29.07.2011 18:45
Folgende Gemeinschaftsantenne von Fuba habe ich in Celle gesehen:



Uploaded with ImageShack.us

Die Besonderheit ist eigentlich der Antennekopf mit 5-El.-UKW-Antenne, den ich sonst noch nirgendwo gesehen habe. Er ist ungefähr auf Hannover ausgerichtet, die FSA 491 und die XC 323 darunter gehen Richtung Torfhaus/Brocken. Die zweite XC 323 ist auf Uelzen ausgerichtet, die UKA Stereo 205 vermutlich auf Bremen. Die Wisi EB 66 ganz unten ist sicherlich nachträglich montiert worden, ist für BFBS-Television aber eigentlich nicht ganz korrekt ausgerichtet.

von Gunter Knauer - am 06.08.2011 13:28
@Gunter Knauer:
Was mich daran, wie auch bei den Antennen um Hannover immer wundert(e, sind ja analoge Altbauten): Warum wurden dort für DDR1+2 und ARD+ZDF+N3 jeweils zwei UHF und VHF-Antennen verbaut? In Hannover sieht es dann so aus, daß man ARD wohl aus Hemmingen, das ZDF und N3 vom Fmt, DDR1 und DDR2 vom Brocken geholt hat. Ich hätte vermutet, daß man mit einer UHF- und einer VHF-Antenne welche in Richtung Harz zeigt gleich alle Programme (vielleicht abzüglich der Privaten) hätte. Hatte man da Spaß an zusätzlichen Weichen ;-) ?
Gleiches gilt auch für Oberbayern: Dort hat man selbst im 5-Seen-Land immer mit 2 UHF-Antennen gearbeitet um Hohenpeißenberg und Zugspitze zu empfangen. Selbst dann, wenn beide Standorte praktisch hintereinander waren (Andechs). Oder auch Salzburg: Da gab es immer eine VHF-Antenne, selbst wenn der Wendelstein fast aus gleicher Richtung eingefallen ist.

von Thomas (Metal) - am 14.08.2011 18:16

Re: Antennenrelikte auf deutschen D¤chern

Analogempfang war deutlich anspruchsvoller als DVB-T. Es gehoert deutlich mehr Aufwand dazu, ein rauschfreies bzw. rauscharmes Bild ohne (!) Geister heranzuholen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass Geisterbilder mehr nerven als ein leicht bis deutlich angerauschtes Bild. In staedtischem Gebiet, in gebirgiger Umgebung oder inzwischen grosser Industrieanlagen hatte man analog immer mit Geistern zu kaempfen, die bei starkem Signaleinfall auch sehr stark auftraten. Insofern kann das auch bei einem Richtungsunterschied von nur wenigen Grad mit zwei Antennensystemen u. U. kein Problem darstellen.

von PowerAM - am 14.08.2011 19:24
Hier im Raum MI gibt es kaum Antennenrelikte, was daran liegt, dass man hier die Antennen traditionell Unterdach montiert hat. Das war einfach in den meisten Fällen schon völlig ausreichend für den Empfang aus Porta (West 3, N3, ZDF, Vox), den örtlichen Füllsender für die ARD (Bielstein ging am Wiehengebirge vielerorts nicht), anderen ARD / ZDF Standorten aus Niedersachsen (Stacthagen, Hannover, Steinkimmen, Bremen), Sat1 / RTL aus Hannover und oft sogar auch für DDR-Empfang.

Je weiter man in den norden des Kreises kommt, umso öfter findet man aber auch große Masten auf den Dächern, die oft auch heute noch stehen.
Im Westen (Stemwede, nördliches Preussich Oldendorf, ltw. Rahden) tragen die Masten meist vertikale lange UHF-Yagis Richtung Osnabrück, worüber man damals die RTL / sat 1 aus OS empfangen hat. Hannover und Bremen war dafür im Westen schon nicht mehr brauchbar.
Wenn man den "Schatten" des Wiehengebirges nach norden verlässt, sieht man auch wieder auf den Bielstein gerichtete Band III-Yagis, was es hier am Berg überhaupt nicht gab. Weiter nördlich war dann auch wieder Bielefeld empfangbar (ging hier am Berg auch nicht), wurde aber selten genutzt, da meist Porta deutlich stärker an kam und man dafür nur eine kleine Antenne brauchte...

von WiehengeBIERge - am 01.02.2013 11:53
Folgende Kombi sieht man hier relativ häufig, müssten wir früher sogar selber so auf dem Dach gehabt haben ohne die Gitterantenne, soweit ich mich erinner:



Eigentlich isses ja verlockend die vom Dach zu holen, besagter Nachbar ist vor 2 Wochen ausgezogen und bis jetzt wohnt da auch noch niemand wieder, wenn das überhaupt jemals wieder der Fall sein sollte ;)

Unten müsste UKW sein, die Yagi in der Mitte dürfte für den Empfang von Osnabrück gedient haben (ist jedenfalls in südliche Richtung ausgerichtet). Fragt sich, was mit der Gitterantenne darüber anzufangen ist. WDR aus Bielefeld oder Minden? Oder genau andersherum?

von htw89 - am 12.02.2013 12:08
Zitat
Säbelzahnigel
Ich hätte mal eine Frage, was ist diese für eine Antenne?


Es ist eine Corner Reflector Antenna, siehe z.B. http://www.qsl.net/ve3rgw/corner.html

Zitat

Ich schätze, es ist eine UHF Antenne, ist das ein Eigenbau?


Vermutlich ist sie für UHF (dazu müsste man die Abmessungen kennen). Solche Antennen sind für den Selbstbau geeignet, aber sie werden auch in Serie hergestellt: http://www.zcg.com.au/corner-reflector-base-station-antennas.htm oder http://shop.neobits.com/kathrein_scala-806980_mhz_yagi_corner_reflector_H4wzk.php

73 de Uli

von ulionken - am 17.02.2013 16:00
Im Londoner Suedwesten, inbs. in einigen Ecken von Battersea, dort wo der TV Empfang durch den Lavender Hill etwas abgeschirmt ist, findet man auch viele Yagis, alle auf relativ hohen Masten montiert, allerdings alle noch in Verwendung, um DVB-T aufzufangen.

Die Konstruktionen sind auch etwas abartig, tlw. mit der typisch biritschen Mentalitaet des ewigen handwerklichen Provisoriums montiert, und koennten nach deutschem Standard leicht als unischer, unfachgemaess bezeichnet werden, bishin zu Relikt, allerdings immer noch munter in Betrieb. Auf Grund des "Schattens" von Lavender Hill und mangeldnem Umsetzer in dieser Ecke gehts nicht anders, ausser man nimmt Kabel oder Sat.

von 102.1 - am 18.02.2013 09:31
Zitat
Gunter Knauer
Wer kennt diese UHF-Antenne, die ich hier in Langenhagen entdeckt habe? Wie es aussieht, ist sie "auf dem Kopf" montiert, was die Empfangseigenschaften aber nicht einschränken dürfte. Habe diesen Typ sonst noch nirgendwo gesehen.


Dieser Antennentyp nennt sich "Dezi-PFEIL" und wurde in den 60er-Jahren von Kathrein gebaut. Das war der Vorgängertyp der Olympia-Serie. Eine 3,60 m lange Version war mit einem Unterzug versehen.
Sie ist übrigens nicht "auf dem Kopf" montiert, sondern die Elemente sind tatsächlich am Boom hängend angebracht.

von manfredp - am 18.02.2013 18:15
In unserer Gegend hier in Halle/Saale kannst davon ausgehen, dass 99,9% der Dachantennen bei Privathäusern für TV nicht genutzt werden, wenn noch irgendwo alte Relikte aus Ostzeiten da sind, sind es sogar 100%, die garantiert nicht mehr genutzt werden.
Werden irgendwo Antennen auf Privathäusern, nach Dachsanierung neu aufgebaut, bei Häusern, welche ohne Kabelanschluss sind, dann gibts meist eine Sat-ZF-Verteilanlage und vielleicht noch einen UKW-Ringdipol oder ne andere UKW-Antenne (maximal 5 Elemente). Für DVB-T wird neu so gut wie nichts auf die Dächer gebracht, hab ich noch nie gesehen hier. Alle Nachwendeterrestrik-TV-Antennen, stehen horizontal, nach Wiederau, Brocken oder Petersberg (wurde mal Sat1 gesendet), werden sicher auch so gut wie nicht mehr benutzt.
Es gibt keine DVB-T horizontalen Aussendungen hier, da geht der Empfang mit Zimmerantenne sicher genau so gut.

Entweder die paar DVB-T-Programme gehen per Zimmerantenne an Zweitgeräten usw. oder DVB-T wird gar nicht genutzt, das ist Fakt. Es gibt ja hier auch kein ORF oder etwas wirklich brauchbares exklusives terrestrisches TV zu empfangen, was sich richtig lohnen würde, was über Schüssel oder Kabel nicht reinkäme. Wegen TV-Halle baut sich auch keine ne Dachantenne, das kriegen die meisten Leute hier auch mit Zimmmerantenne rein, und da wo das nicht mehr geht wird der auch nicht geschaut.

Ich gehe davon aus, dass in sehr vielen Gegenden in D auch eine ähnliche Situation mit den nicht genutzten Dachantennen für TV vorliegt.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 18.02.2013 19:15
Zitat
WiehengeBIERge
Zitat

Wie willst du das erkennen?

Weil ich es weiß. Ich habe fast täglich das Vergnügen, auf vielen verschiedenen Dachböden rumzukraxeln (obwohl ich weder Schornsteinfeger noch Dachdecker bin ;-)). Antennen sehe ich dabei jede Menge, auf oder unter dem Dach, je nach Ort. Und was ich auch noch sehe, ist dass die Antennen (verständlicherweise) zu 99% nicht mehr angeschlossen sind, Kabel fehlen, Verstärker stromlos sind usw. .
Außerdem wird mir das hier jetzt zu blöd.

So siehts aus, das sind auch meine Beobachtungen. Hinzu kommt, dass bei diesen Gruppen zwangsweise irgendwelche frequenzabhängigen Combiner, Verstärker etc. verbaut wurden. Bei der DVB-t-Umstellung wurde aber oftmals auf andere Kanäle und Polarisation umgestellt. Bei den meisten Hausrenovierungen werden diese "Rechen" einfach entfernt, weil sie als "optisch hässlich" empfunden werden (einfach schon zu oft gehört!), das wird einfach mit der nächsten Dachsanierung durchgeführt weil man sich selber nicht hoch traut.

von Rosti 2.0 - am 19.02.2013 09:43
Zitat
Rosti 2.0
Zitat
WiehengeBIERge
Zitat

Wie willst du das erkennen?

Weil ich es weiß. Ich habe fast täglich das Vergnügen, auf vielen verschiedenen Dachböden rumzukraxeln (obwohl ich weder Schornsteinfeger noch Dachdecker bin ;-)). Antennen sehe ich dabei jede Menge, auf oder unter dem Dach, je nach Ort. Und was ich auch noch sehe, ist dass die Antennen (verständlicherweise) zu 99% nicht mehr angeschlossen sind, Kabel fehlen, Verstärker stromlos sind usw. .
Außerdem wird mir das hier jetzt zu blöd.

So siehts aus, das sind auch meine Beobachtungen. Hinzu kommt, dass bei diesen Gruppen zwangsweise irgendwelche frequenzabhängigen Combiner, Verstärker etc. verbaut wurden. Bei der DVB-t-Umstellung wurde aber oftmals auf andere Kanäle und Polarisation umgestellt. Bei den meisten Hausrenovierungen werden diese "Rechen" einfach entfernt, weil sie als "optisch hässlich" empfunden werden (einfach schon zu oft gehört!), das wird einfach mit der nächsten Dachsanierung durchgeführt weil man sich selber nicht hoch traut.


Dem stimme ich zu,solche Erlebnisse habe ich in den vergangenen Jahren auch schon zu oft gemacht,man sieht eine herrliche Antennenanlage,optisch einwandfrei,schaut man sie sich näher an fehlen die Kabel,Verstärker,Weichen usw...
Bei uns hier wurden sie vorzugsweise Unterdacht montiert (Schnee,einfacher West-TV Empfang) diese Anlagen sehn noch aus wie neue,sind aber zu 99,99 % außer Betrieb.
Einige wenige benutzen DVB-T als Schlechtwetteralternative,aber dan Bleß reicht da ein kleiner Stummel der hinter dem Flat-TV gut versteckt wird.
Lediglich wenige Band III Antennen erleben derzeit einen Renicance,DAB sei Dank ;-)

von Robert S. - am 19.02.2013 11:23
So, habe vor einigen Tagen mal festgehalten, was es auf Lübzer Dächern noch zu "bestaunen" gibt:

Antennemast auf abbruchreifem Haus in der Plauer Straße, ca. 50 m vom Ziegenmarkt entfernt: Klick! (Klicken auf das Bild zeigt Foto in Originalgröße). Die dazugehörige Bruchbude: Klick!. Ebenso wie das Haus sieht die Anlage ziemlich vergammelt aus, die Kabel sind jedenfalls "weggefault".

Antennenmast auf einem anderen sanierten Haus, ebenfalls in der Plauer Straße: Klick!. Ist aber mit Sicherheit nicht mehr in Betrieb, der obere Teil des Kabls zur UHF-Antenne fehlt bereits.

Antennenmast auf Haus am Marktplatz, Richtung Stadtkirche: Klick!. Leider schlecht zu erkennen, da Gegenlichtaufnahme. Seltsamerweise ist die UHF-Yagi vertikal montiert. Da dieese auf die nahegelegene Stadtkirche zeigt: Wurde dort die Polarisation durch die Reflexion "verdreht"?

Alle 3 Masten zeigen die für Lübz typische Antennenkonfiguration:

1x UHF für Zernien (ARD K43) und Höhbeck (ZDF K21, NDR3 K45). Diese beiden Tx liegen von Lübz aus liegen hier nur wenige Grad auseinander, mit einer "Standard-Yagi" ließen sich beide QTH empfangen. Kritisch war der ARD-Empfang aus Zernien. Grund: Genau zwischen Zernien und Lübz liegen die Ruhner Berge, das Signal vom Höhbeck kam dagegen nördlich der Ruhner Berge vorbei und somit ungehindert nach Lübz. Daher die exakte Ausrichtung auf Zernien, für Höhbeck war genug Reserve vorhanden. DDR2 schien wohl nicht so attraktiv. Das Signal war stark genug auch bei Ausrichtung auf Zernien. Konkret bei unserer Anlage war DDR2 auf K29 allerdings deutlich vergeistert.
Auf einigen Antennenmasten war früher eine zweite, meist kleinere Yagi für DDR2 vorhanden.

1x VHF Band III - für DDR1, Schwerin K11. Nebeneffekt: Bei Tropo kam aus derselben Richtung ARD aus HH-Moorfleet auf K9.

Bei ca. der Hälfte der Anlagen zusätzlich 1x UKW Band II für Zernien (NDR 1-4, N-Joy). In günstigen Lagen genügte ein simpler Dipol für rauschfreien Empfang, nur in der Innenstadt (Tallage) war mehr Aufwand nötig. Schwerin war damit ebenso sauber zu empfangan (der ging ja sogar am Billigradio mit Teleskopantenne klar).

von Analog-Freak - am 20.02.2013 20:22
Naja, hier in der Nähe in Halle- Nietleben am Heidesee gibt es zwei ältere Mehrfamilienhäuser mit neuen vertikalen DVB- Halbmastantennen auf dem Dach. Die zeigen Richtung DVBT- Mast am Heizkraftwerk. Da Leipzig ziemlich genau dahinter liegt, der Unterschied im Azimut liegt bei nur 9°, dürfte auch der Kanal 37 mit dem MDR Sachsen- Mux ohne Probleme gehen und vielleicht sogar der Leipzig- Mux auf Kanal 31. Das RTL- Viseo- Paket ignoriere ich jetzt mal. Ich weiß nicht genau, welchen Pegel man bei DVB-T braucht, auch in Abhängigkeit vom verwendeten Codec.
Hier in Halle sind derzeit drei verschiedene zu empfangen: ZDF- QAM16; ARD und MDR- QAM64 und TV Halle QPSK.

von dlf-fan - am 28.02.2013 13:58
@ dlf-fan

Zitat

Wie ulionken schon schrieb, ist das von der Bauart eine Corner-Antenne (diese auf Deinem Foto könnte tatsächlich ein Eigenbau sein). In meinem Rothammel- Antennenbuch von 1984 ist sie auf Seite 474 abgebildet, als Produkt des VEB Antennenwerke Bad Blankenburg. Gesehen habe ich sie auf DDR- Dächern jedoch nie.


Im Nachbarort hatte jemand so eine Antenne bis circa Mitte der 90er auf dem Dach, die nach kommerzieller Fertigung aussah. Sie war mit Quasi-Sichtverbindung zum Heidelstein ausgerichtet und dürfte da massig Pegel gebracht haben.

Eigentlich war sie unnötig, da es keine Gleichkanalstörer auf den Kanälen gab.

Im Spindler ist diese Antenne auch drin.

von Kay B - am 28.02.2013 23:56
Zitat
delfi
Ich möchte mal eine Gegenfrage starten:

Ist Euch eigentlich mal was aufgefallen, dass Leute NEUE Antennenmasten errichten um mehr als die ortsüblichen drei Multiplexe zu sehen?

Einen kennen wir ja schon, der mit vier "kleinen" Antennchen aus dem nördlichen Bayerischen Wald (Grüße dorthin) nach Salzburg schaut.

Danke für die Grüße.

Im November letzten Jahres habe ich eine Vierergruppe Richtung Gaisberg in Obertraubling bei Regensburg entdeckt. Die ist auch neu - auf einem Mehrfamilienwohnhaus.



von Daniel28-55-59 - am 01.03.2013 17:43
Ja, das ist in der Tat seltsam, warum hier alle vier Kabel in den Dachboden gehen.
___________

Aber ganz was Tolles:

Ein Bekannter hat mich gestern Abend gebeten, mal eine Anlage in der Region (südlicher Landkreis Cham, Oberpfalz) anzuschauen und diese abzuändern bzw. abzubauen.
Das habe ich heute Nachmittag ganz spontan gemacht.

Der ORF geht hier ganz ohne Verstärker, das haben wir ausprobiert. So durfte ich wieder einmal (wie schon einmal vor drei Jahren) so eine grandios aufgebaute Anlage abbauen bzw. nahezu abbauen.

Das Kabel zur Hirschmann-K32-Antenne haben wir getauscht und das geht jetzt direkt zu den Zimmern. Pegel ist absolut ausreichend. Den Mast haben wir bis zur Steckverbindung gekürzt. Auch die drei Muxe vom Hohen Bogen laufen tadellos. Er soll es jetzt mal testen, vielleicht braucht's einen kleinen breitbandigen Verstärker vom Heimann.

Auch die UKW-Antenne ist abgebaut. Die wollte er nicht mehr haben.

Dank des schönen Nachmittages heute konnte ich die Anlage vor dem Umbau nochmal fotografieren.

Schön langsam häufen sich jetzt diese Schwaiger-Städteverstärker hier bei mir.
Ich durfte die abgebauten Sachen mit nach Hause nehmen.

Das weiße Kabel am Dach draußen war schon sehr schlecht. Dafür aber drinnen im Dachboden eine Musteranlage. Aufgebaut angeblich Ende der 80er.

Genau nach dem selben Muster habe ich schon mal eine vor drei Jahren gesehen, auch hier in der Region. Dieser Antennentechniker hat damals wirklich sauber gearbeitet:

Stecker sind wieder von Polytron, der Verteiler ist von Bosch, die Verstärker von Heimann aus Obertraubling.






Man kann noch alles lesen. Als ich diese Beschriftungen aber berührt habe, sind einige davon runtergefallen, nach sovielen Jahren.







von Daniel28-55-59 - am 02.03.2013 18:43
Schonwieder so eine Bilderbuchanlage :-) Gleiche Firma von der Du schon öfter berichtet hast?

Ich bin öfters im Ostlichen Bodenseegebiet unterwegs und ich habe schon einige alte Anlagen gesehen, die ganz offenbar auf DVB-T umgebaut wurden und genutzt werden.

Sicheres Indiz, die alten Band I und Band III Antennen wurden enfernt, nur noch UHF und ggf. UKW sind da. Manchmal sieht man sogar eine vertikale UHF Richtung Schweiz, dann ist alles klar. Öfter auch zu sehen die Kombi SAT-Schüssel + 1 UHF zum Pfänder. Ist wohl auch klar wozu.

Mich wurmt nur gewaltig, daß ich in Ulm bereits den Altmetalltod von mindestens 4 gut erhaltenen FESA 616 SN55 (Zugspitzantennen) erlebt habe. Einige habe ich auch fotografiert und eingestellt (siehe anderer Thread). Meistens waren es Miteshäuser, das wüsste man eh nicht wen man fragen könnte, ob man selbige abbauen darf...

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.03.2013 19:03
Korrekt. Oft genug sind Antennenmontageorte ausserhalb der symetrischen Idealpunkte die bessere Loesung gewesen. Das verbiegt zwar haeufig das Diagramm, brachte dafuer aber manchmal stoerende Gleich- oder Nachbarkanalsender auf den gewuenscht niedrigen Pegel. Wenn der Wind nicht die eine oder andere Antenne aus der urspruenglichen Ausrichtung gedreht hatte war selbst eine leicht schielende Anordnung manchmal hilfreich.

In meiner Heimat sind solch aufwendige Antennenanordnungen nicht zu finden. Berlin bzw. Westberlin ging problemlos, laengere Antennen nahm man allenfalls wegen ihres schmaleren Oeffnungswinkels bei auftretenden Geisterbildern wegen Reflexionen. Weiter nordoestlich, Richtung Uckermark, fand man meist Singleantennen fuer UHF, VHF und UKW mit hoeherer Elementanzahl und z. T. schon recht eindrucksvollen Masthoehen. Gern auch Gittermasten der 15- bis 25 m-Klasse. Einige Gebiete liegen bereits recht tief (Urstromtal), teilweise musste man ueber dichte Waldgebiete hinwegschauen, die im UHF-Bereich schon eine erhebliche Daempfung brachten. Gruppenantennen kenne ich aber nur aus dem Bereich Mecklenburgische Seenplatte, wo man sich in Hoehbeck und Berlin bediente, teilweise als Reserve auch noch den Bungsberg mitnahm. Es gab eine Schneise noerdlich von Waren/Mueritz, in der vom Sender Bungsberg eine sehr eindrucksvolle Signalstaerke geliefert wurde. Man merkt es heute nur noch daran, dass vom Bungsberg dort die UKW-Programme sehr stark gehen und ungefaehr die Pegel der 100 kW-Programme vom Helpterberg erreichten.

von PowerAM - am 02.03.2013 20:10
Das Richtidiagramm der Gruppe ergibt sich aus Multiplikation von Gruppenfaktordiagramm und dem Diagramm des Einzelstrahlers (vorausgesetzt diese sind allr gleich). Sind die Zuführungen nicht gleich lang, so kann man dies in das Gruppendiagramm einrechnen (Phased Arrays). Das Gruppenkaktordiagramm kann man relativ leicht ausrechnen. Man kann das auch abschätzen wie stark sich welche Toleranzen auswirken. Das wird schlimmer je mehr Elemente dazukommen.

Schön erklärt z.B. in "Antennas & Radiowave Propagation" von R. Collin

Der Spindler ist ein Bastlerbuch bei dem die genaue theoretische Erklärung meistens im Dunkeln liegt. Um solche Antennen zu verstehen und ggf. gezielt zu modifizieren muß man diese aber verstehen! Ein Funkamateur hat mir den so oft zitierten Spindler mal ausgeliehen. Ich finde dieses Buch ziemlich nutzlos, es sei denn man will etwas nachbauen ohne genau zu verstehen wie es funktioniert. ( Au weia Jetzt beziehe ich wahrscheinlich gleich wieder Prügel hier ;-) )

von raeuberhotzenplotz1 - am 02.03.2013 20:13
Sorry ich wollte den Spindler nicht schlecht machen. Er ist genau so wie der Rothammel ein Praxisbuch, wo vorallem der Nachbau im Vordergrund steht. Zu meinen Äusserungen haben mich Aussagen wie diese gebracht:

Zitat
OlaP
Eine Vierergruppe muß nicht unbedingt die gleichen Abstände in der Breite und Höhe haben.
Es gibt für beide Optima, die nicht übereinstimmen. Hauptsache das Gebilde ist insgesamt
symmetrisch und die Kabellängen identisch zum Zusammenschaltpunkt.
(Quelle: Spindler-Antennen; gibt jeweils Richtwerte für BE und AH an)


Das heißt auf gut Deutsch: der Autor weiß es selbst nicht so recht :xcool:

Will man die Gruppe bis auf's letzte tunen und an spezielle Anwendungsfälle optimieren kommt man an der Theorie (die in diesen Büchern dazu fehlt) nicht herum. Leider auch nicht an entsprechenden Meßgeräten. Am Ende geht es aber nur um zehtel dB beim Gewinn, oder wenige dB bei den Nebenzipfeln

von raeuberhotzenplotz1 - am 03.03.2013 21:04
Du meinst die SCA 11 E und SCA 17 E. Stimmt! Doch wer weiß, ob die in der DDR überhaupt verkauft wurden. Kanäle über der 60 wurden doch hier gar nicht belegt. Und in der alten Bundesrepublik ist mir das auch nicht bekannt. Es gibt die Band 1- Antennen z.B. auch nur für die Kanäle 3 und 4. Der Frequenzgang der UKW- Antennen fällt spätestens ab 103 MHz ab, sie sind also nur bis 104 MHz (und damit heute u.U. nur noch bedingt) geeignet. Da stimmen allerdings die Bestellnummern von Darstellung und Frequenzgang nicht überein.
Übrigens, die Antenne mit der Bestellnr. 3307 auf Seite 4 ist, vertikal montiert, die berühmt- berüchtigte und immer wieder gern gesehene Ochsenkopfantenne. :D

von dlf-fan - am 09.03.2013 23:50
Hier noch ein weiterer Antennenmast in Lübz, der Rätsel aufgibt (zum vergrößern aufs Bild klicken):



1.) Die obere UHF-Yagi zeigt gen Zernien und Höhbeck. Der Antennentyp ist mir bisher nicht begegnet. Der Reflektor ist typisch für die "Super Color"-Antennen der VEB Antennenwerke Bad Blankenburg, Dipol und Reflektoren haben aber eine für DDR-Antennen ungewohnte Bauform.

2.) Die untere UHF-Yagi hat eine für Lübz ungewöhnliche Ausrichtung. Ist ebenfalls eine alte Antenne aus DDR-Produktion. Vermutlich zeigte sie bis Mitte der 1990er Jahre gen Schwerin, danach hat man wohl damit versucht, ORB 3 und RTL aus Pritzwalk auf den Zweitfernseher zu holen. Dafür müsste man aber die Einspeiseweiche unter dem dach austauschen.

Ob die Anlage noch in Betrieb ist - keine Ahnung. Die Kabel sind noch drannen und verlaufen innen im Rohrmast (da muss man genau hinsehen). Trotzdem befürchte ich, dass da nur noch die Sat-Schüssel in Betrieb ist.

von Analog-Freak - am 11.06.2013 00:57
Sofern die Ausrichtung der Sat-Antenne noch stimmt und (sehr wahrscheinlich) auf die Astra 19,2-Position zielt, sieht die terrestrische Ausrichtung so aus: Der lange Rechen oben geht nach Hoehbeck sowie Dannenberg-Zernien. Die Antenne darunter geht dann grob Richtung Pritzwalk und Roebel. Die VHF-Antenne ist fuer Schwerin.

Empfangbare Programme:
Hoehbeck (71 km)
E21 - ZDF (330 kW)
E35 - ORB-Fernsehen (200 kW)
E45 - NDR (Niedersachsen-Regionalversion; 440 kW)

Dannenberg-Zernien (92 km)
E43 - Das Erste (Niedersachsen-Regionalversion; 250 kW)

Pritzwalk (38 km)
E51 - Das Erste (ORB-Regionalversion; 50 kW)
E53 - ORB-Fernsehen (50 kW)
E60 - RTL (50 kW)

Die VHF-Antenne nach Schwerin (41 km) wird noch aus DDR-Zeiten uebrig geblieben sein:
E11 - Das Erste (Mecklenburg-Vorpommern; 90 kW)

Ganz sicher kam ueber die Antenne nach Pritzwalk noch der Sender Roebel (45 km) gut bzw. reflexionsfrei heran. Dann haette es eine Ausrichtung "dazwischen" gegeben, wonach es mir hier auch aussieht. Somit haette es noch die hier gegeben:
E26 - ZDF (180 kW)
E39 - NDR (Mecklenburg-Vorpommern; 250 kW)
E56 - Das Erste (Mecklenburg-Vorpommern; 250 kW)

Mit dieser Aufstellung bin ich mir fast 100 %ig sicher, die Gegend um Luebz zaehlte in den spaeten 1980ern und fruehen 1990ern zu unseren regelmaessigen Urlaubszielen. Da wir meist nicht im Hochsommer da waren gab es auch regnerische Tage bzw. Abende und dafuer wurde immer ein Junost mit Bad Blankenburger Zimmerantenne mitgenommen. Strom hatten wir am Kritzower See immer. Aus der Erinnerung weiss ich, dass Pritzwalk und Roebel vollkommen problemlos und rauschfrei gingen und die dort abgestrahlten Programme uns ausreichten. Selbst Hoehbeck war mit der Zimmerantenne nur leicht angerauscht sehbar.

von PowerAM - am 11.06.2013 05:19
Zitat
Analog-Freak
Hier noch ein weiterer Antennenmast in Lübz, der Rätsel aufgibt (zum vergrößern aufs Bild klicken):



1.) Die obere UHF-Yagi zeigt gen Zernien und Höhbeck. Der Antennentyp ist mir bisher nicht begegnet. Der Reflektor ist typisch für die "Super Color"-Antennen der VEB Antennenwerke Bad Blankenburg, Dipol und Reflektoren haben aber eine für DDR-Antennen ungewohnte Bauform.


Die Antenne ist von der Firma Astro. So eine hab ich auch noch im Einsatz. Meine ist BJ 1980

von cain - am 11.06.2013 11:44
Zitat
Schlosser
RTL wird nicht gehen (K25), da es eine Gleichkanalbelegung aus Chemnitz gibt (Geyerscher Wald). Der Chemnitzer Sender kommt hier in Leipzig je nach Lage bereits mit Zimmerantenne oder geringfügig höherem Aufwand rein, so dass es unmöglich ist, einen anderen Sender auf dieser Frequenz zu empfangen.

Prinzipiell müsste es aber möglich sein, z.B. den K44 (Pro7) aus Berlin hier zu empfangen. Dass die alten Anlagen sich dafür eignen, halte ich aber für ausgeschlossen, denn diese sind für K32 optimiert, wie es den damaligen Erfordernissen entsprach.

Noch zwei schöne Bilder von Anlagen.

Diese steht in Gohlis, an der Grenze zu Möckern. Mit zwei UHF-Gruppen nach Bayern (K23 und K57).



Diese Anlage ist in Leutzsch zu finden. Eine große Yagi für Berlin und oben am Mast die K57-Antenne nach Bayern. K10 und UKW Richtung Torfhaus.



Die Anlage Leutzsch erinnert mich an eine Ähnliche welche 1981 in der Stöckartstraße (das Eckhaus wo sich Frisör Taubert befindet, oder das Nachbarhaus?)aufgebaut wurde, die Firma kam glaube aus Halle, die Empfangseigenschaften sollen aber sehr besch.....eiden gewesen sein.
Wir hatten damals ebenfalls wohnhaft in der Stöckartstraße eine Anlage von einer Markkleeberger Firma (Peter? Peters? wenn ich mich recht erinnere) mit etwas besserem Ergebnis, für UKW hatte ich aber weiterhin meine eigene Antenne unterm Dach (für NDR und HR ... ab und an auf Bayern und Berlin gedreht) behalten.
Der Empfang für Torfhaus war dort sehr gut, ZDF eher gewöhnungsbedürftig.

von astranase - am 09.11.2015 21:08
Wir hatten auch eine Solche ( Gestockte Ganzwellenantenne ? ) auf dem Dach. Die Spielte von
1962 bis 1982. Infolge Alterung und Stürmen ( 1973 ! ) fehlten immer Mehr der Elemente, vorwiegend
Reflektoren waren betroffen. Das QTH war ca. 15 Km SW von Stendal. Diese Antennen waren in
den Dörfern der Altmark sehr verbreitet. Die Antenne war auf den Harz ausgerichtet. ARD ( NDR 1 ON )
und DDR F 1 waren sehr gut damit hereingekommen. Es war Kein Antennenverstärker vorhanden.
Die Distanz zum Harz war ca. 100 Km.
Zeitweise kam als " Beifang " ARD ( SFB 1 ) auf K 7 aus Berlin brauchbar herein. Manchmal allerdings
mit Starker Jalousie. Eventuell war auf dem K 7 noch ein Anderes Programm vorhanden das schwach
bis zur Altmark durchkam.

von RADIO354 - am 10.06.2017 09:18
Wäre durchaus möglich.
Von der Altmark gesehen mit der zum Harz gerichteten Antenne liegt Hessen in einer Richtung hinter
dem Harz. Auf UKW hörte Ich in der Altmark gelegentlich hr2 mit " Hits nach 2 im 2. " nach den 14 Uhr
Nachrichten. Daher halte Ich Hoher Meissner für Plausibel.

Für Berlin wurde eine Zusatzantenne angeschafft. Diese lieferte Täglich brauchbaren K 7 Empfang,
manchmal besser, manchmal schlechter und war Unter Dach montiert. In dem Angehängtem Bild
habe Ich die Antennen aus dem Gedächtnis nachgezeichnet. Die Rechts im Bild war für den
Berlinempfang zuständig.

[attachment 9336 Antennenzeichnung.jpg]

von RADIO354 - am 10.06.2017 10:14
Zitat
Harald Z
Hätte man mit so einer Konstruktion auf einem Dachboden (aufgrund der inhomogenen Felder) evtl. besseren Empfang als mit einer Yagi mit gleichem Gewinn?

Meine Erfahrungen sind die, dass man auf einem Dachboden immer nach der besten Stelle suchen muss. Für unterschiedliche Kanäle ergeben sich so immer verschiedene Platzierungen für die Antenne (hier z.B. für DVB-T/DVB-T2-Empfang von weiter weg (Chemnitz/Gera 22 ,25, 27, 32 oder Harz (34, 37, 45).
Durch die Inhomogenität ist deswegen oft eine kleinere Antenne (bei mir: Hybrid-Doppelquad nach DL7KM) besser auszurichten, als eine zum Vergleich herangezogene etwas größere 4fach-Flächenantenne mit höheren Gewinnangaben, z.B. Wisi EE06 oder auch Kjaerulff Maximum UHF4 (von der ich mir mehr versprochen hatte), oder ähnliche.
Eine Yagi ist auf alle Fälle leichter zu handhaben als die beschriebene 4fach - gestockte Antenne, zumal unter dem Dach. Die Antenne ist wirklich Stand 1960.

von mittendrin - am 12.06.2017 13:42
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