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MDR Info MW 882 kHz wird abgeschaltet

Startbeitrag von hetietz am 20.06.2011 18:59

Quelle: mdr.de

Frequenzabschaltung in Süd-Thüringen steht bevor

In der Südhälfte Thüringens kann MDR INFO ab 1. Juli nicht mehr auf der Mittelwellen-Frequenz 882 Kilohertz empfangen werden. Der Sender Wachenbrunn wird zu diesem Zeitpunkt abgeschaltet. MDR INFO-Hörer können dann auf eine der Thüringer UKW-Frequenzen oder das Digitalradio DAB plus ausweichen. In weiten Teilen Thüringens ist auch der Empfang über die Leipziger Mittelwellen-Frequenz 783 Kilohertz möglich.

Die 50 interessantesten Antworten:

Guckst Du hier: http://www.mdr.de/mdr-info/news/nf-1-10.html#5379348 . Musst aber ein wenig runterscrollen.
Nachtrag: Da der MDR offenbar in der letzten halben Stunde seine Meldungen aktualisiert hat, hier der Text, der bis dahin auf dieser Seite stand:
"In der Südhälfte Thüringens kann MDR INFO ab 1. Juli nicht mehr auf der Mittelwellen-Frequenz 882 Kilohertz empfangen werden. Der Sender Wachenbrunn wird zu diesem Zeitpunkt abgeschaltet. MDR INFO-Hörer können dann auf eine der Thüringer UKW-Frequenzen oder das Digitalradio DAB plus ausweichen. In weiten Teilen Thüringens ist auch der Empfang über die Leipziger Mittelwellen-Frequenz 783 Kilohertz möglich."

von Heinz Schulz - am 20.06.2011 19:13
Die UKW-Versorgung durch MDR Info ist noch weit entfernt davon, als flächendeckend bezeichnet zu werden. Zumindest was den Empfang im Auto betrifft, kennt wohl jeder hier ein paar weiße Flecken. Diese mit weiteren Funzeln zu füllen, ist kaum möglich. Wenn die Marktdurchdringung durch DAB+-Empfänger mal groß genug ist, es sollte dann auch praktikable Zusatzgeräte (Nachrüstsätze) fürs Auto geben, kann man sicher immer noch über die Abschaltung der Mittelwelle nachdenken. Bis es soweit ist, sollte man sie sich noch leisten können.

von dlf-fan - am 20.06.2011 19:57
Hier im direkten Versorgungsgebiet des Senders ist MDR Info gut auf 97,5 MHz vom Erleshügel zu empfangen.

Die Frequenz 882 kHz nutzt hier - wie die Lang-, Mittel- und Kurzwelle - eigentlich kein Mensch. Der Sender müßte eigentlich nach Suhl gerichtet senden und dort sein primäres Zielgebiet haben, welches aber durch den Erleshügel gut abgedeckt ist.

Meiningen und Schmalkalden, die als weitere Zielgebiet des Senders Wachenbrunn angesehen werden könnten, haben ebenfalls schon lange ihre eigenen UKW-Funzeln.

Ich glaube sowieso nicht, daß MDR Info eine flächendeckende Versorgung anstrebt, sondern sich nur auf größere Städte konzentrieren will. Eine flächendeckende Versorgung über UKW ist bei der hohen Senderdichte sowieso undenkbar und man hat beim MDR nun auch eingesehen, daß man über Mittelwelle nur noch eine sehr geringe Anzahl an Hörern erreicht.


von Kay B - am 20.06.2011 20:18
Die LW 261 hatte noch nie dem MDR gehört und ist wahrscheinlich auch nicht billiger zu betreiben als die MW 783, im MDR-Zielgebiet gäbs keine bessere Versorgung, eher weniger Hörer, weils auch deutlich mehr Radios ohne LW aber mit MW gibt. In Ost- u. Südsachsen und Süd-Thüringen würde wahrscheinlich die 261 sogar schlechter empfangen als die gegenwärtige 783.
MDR-info ist vorrangig an einer stabilen Versorgung im vorgesehenen Sendegebiet interessiert, wird die AM-Frequenzen wahrscheinlich genau dann abschalten, wenn die UKW-Versorgung im MDR-Gebiet für flächendeckend erklärt wird.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 20.06.2011 20:19
Das ist wie überall. Man wägt KostenNutzen ab. Und der Nutzen ist bei der Mittelwelle halt ziemlich gering geworden im laufe der letzten Jahre.

Zitat

Ich wüsste ein sofortige Sparmassnahme, eine der 2 gleichen Pop-Charts-Dudelwellen einstellen....

Klar da hätte es mich auch gereizt mal den Rotstift anzusetzen. Aber wenn man sich mal so ganz nüchtern die Zahlen ansieht, und um nichts anderes geht es nun mal in der freien Wildbahn da draußen, hat wohl jede der beiden Dudelwellen das zigfache an Hörern gegenüber der 882khz. Da muss man aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht lange überlegen was man streicht.

von Spacelab - am 20.06.2011 20:55
@ DLR-Fan Sachsen-Anhalt

Zitat

In Ost- u. Südsachsen und Süd-Thüringen würde wahrscheinlich die 261 sogar schlechter empfangen als die gegenwärtige 783.


Als RadioRopa noch auf 261 kHz mit 50 KW sendete, kam der Sender hier in Südwestthüringen erstaunlich stark und mit einfachsten Mitteln (mitgelieferte Mini-Plastikrahmenantenne) ohne Störungen Tag und Nacht an.

Leipzig ist auf 783 kHz hier hingegen nicht brauchbar zu empfangen.

Allerdings haben die meisten Radios - wie oben schon genannt wurde - keinen Langwellenteil mehr mit drin.


Zitat

MDR-info ist vorrangig an einer stabilen Versorgung im vorgesehenen Sendegebiet interessiert, wird die AM-Frequenzen wahrscheinlich genau dann abschalten, wenn die UKW-Versorgung im MDR-Gebiet für flächendeckend erklärt wird.


Ist MDR Info wirklich an einer flächendeckenden Versorgung über UKW interessiert? Das wäre eigentlich utopisch.

Realistischer ist da wirklich schon, daß die Mittelwellen mit DAB+ dann abgeschaltet werden. Und wenn sich doch ein Hörer beschweren sollte, dann wird halt auf DAB+ hingewiesen.



@ TerranusI

Zitat

ich denke dass der Sender wohl saniert werden müsste also schaltet man ab...


Der Sender an sich ist eigentlich noch relativ neu. Das ist glaube ich ein Thomcast, der da in einem Container direkt neben dem Mastfuß seinen Dienst tut.

Wenn da etwas renovierungsbedürftig sein sollte, dann höchstens der Anstrich oder die Abspannungen vom Mast. Das kann man aber nur aus nächster Nähe beurteilen.


von Kay B - am 20.06.2011 21:06
@ Kay B: Die MW-Ausbreitungskarte auf der MDR-Homepage ist ohnehin übertrieben optimistisch. Die 783 geht hier in Halle bereits stellenweise im städtischen Störnebel unter. Leider genießt dieser Hörfunk-Wellenbereich nicht denselben Schutz wie UKW oder die TV-Kanäle. Jeder darf stören wie es ihm gefällt: schlecht geschirmte Frequenzumrichter, Schaltnetzteile der billigsten Art, Powerline usw. immer feste druff...:rolleyes:

Bezüglich der schlechten Reichweite der 783 gegenüber der früheren 531 hatten wir ja hier im Forum bereits im letzten Jahr schon den Vorschlag, in Wiederau zur 531 zurückzukehren. Damals erfuhr ich, dass die Dreieckflächenantenne für die 531 neu abgestimmt werden müsste. Das kostet Geld und wird sicher nicht passieren. Eher schaltet man ganz ab, wobei ich hoffe, dass das noch ein wenig dauert. Wenn DAB bis dahin den Durchbruch geschafft hat, wäre es sicher auch zu vertreten. Vielleicht wird die 783 dereinst die letzte Mittelwelle des MDR sein.

von dlf-fan - am 21.06.2011 07:43
@ dlf-fan

Zitat

Leider genießt dieser Hörfunk-Wellenbereich nicht denselben Schutz wie UKW oder die TV-Kanäle. Jeder darf stören wie es ihm gefällt: schlecht geschirmte Frequenzumrichter, Schaltnetzteile der billigsten Art, Powerline usw. immer feste druff...:rolleyes:


Wie willst du auch in der heutigen Zeit, in der jeder Furz irgendwie elektronisch gesteuert wird, die AM-Bereiche schützen? Eine relativ niedrige Frequenz und dazu die sowieso störungsanfällige Amplitudenmodulation.

Bei der Mittelwelle kommt noch hinzu, daß diese für heutige Hörbedürftnisse allenfalls tagsüber zu gebrauchen ist, wenn man sich überhaupt erstmal an die auf 4,5 kHz kastrierte Monoausstrahlung gewöhnen kann.

Selbst wenn sich die Geräteherstelle die größte Mühe geben würden, könnten sie die AM-Bereiche nicht störungsfrei halten.


Zitat

Bezüglich der schlechten Reichweite der 783 gegenüber der früheren 531 hatten wir ja hier im Forum bereits im letzten Jahr schon den Vorschlag, in Wiederau zur 531 zurückzukehren. Damals erfuhr ich, dass die Dreieckflächenantenne für die 531 neu abgestimmt werden müsste. Das kostet Geld und wird sicher nicht passieren.


Das ist auch gut so, andernfalls würde man sich vor den Gebührenzahlern lächerlich machen. Erst recht, da der MDR von Mädchen & Brotkasten und deren "super" Preis-Leistungsverhältnis abhängig ist.

Ich habe echt nichts gegen die Lang- und Mittelwelle und DXe da sehr gerne. Aber man muß einfach einsehen, daß diese Bereiche selbst bei besten Bedingungen den Ansprüchen der meisten Hörer kaum noch genügen können.


von Kay B - am 21.06.2011 08:40
AM ist in Deutschland wirklich nicht mehr so wichtig.
Früher erreichte man bestimmte Regionen (jenseits von Dresden, äußerster Nordosten der DDR) nur mittels MW, LW (DLF) und sogar SW (Luxemburg auf 6090 kHz - an das typische SW-Geräusch erinnern sich viele noch heute, die damals nicht den DDR-Sendern ausgeliefert sein wollten).
In Großbritannien ist AM noch etwas bedeutender. Selbst viele kleine Empänger haben ja noch LW (speziell wegen BBC Radio 4 - Cricket-Übertragungen).

von hetietz - am 21.06.2011 09:15
Hier kommt die 783 selbst tagsüber identifizierbar an, und die 882 kommt trotz der nur 20kW im Auto sogar brauchbar. Nicht viel schlechter als die 1323 ;)

Aber ansonsten geht da kein Weg dran vorbei, die MW ist so nicht mehr nutzbar, die Kosten für die wenigen Hörer die man erreicht, sind einfach zu hoch.

Wenn überhaupt noch zu rechtfertigen sind Sender wie die 1269 oder 1422 des DLF, die nachts in weiten Teilen Europas empfangbar sind, und so eine terr. Empfangsmöglichkeit im Ausland bieten.

MW Funzeln sind dagegen völlig unnütz geworden.

von Terranus - am 21.06.2011 10:21
Und da kommt die Antwort,wie bestellt :)

Zitat
MDR Technik
Sehr geehrter Herr Schiekel,

wir freuen uns über Ihr Interesse an MDR INFO. Leider kann der MDR sein
Nachrichtenradio ab 1. Juli 2011 nicht mehr über die Mittelwellenfrequenz 882
kHz ausstrahlen. Die Abschaltung wird vorgenommen, da dem Senderbetreiber Media
Broadcast der Standort Wachenbrunn für den Betrieb der Mittelwellensendeanlage
882 kHz ab Juli 2011 nicht mehr zur Verfügung steht.

Als alternative Empfangsmöglichkeiten können Hörerinnen und Hörer von MDR INFO
in der Region Südwestthüringen eine der Thüringer UKW-Frequenzen oder das
Digitalradio (DAB+) nutzen. In weiten Teilen Thüringens ist auch der Empfang
über die Leipziger Mittelwellenfrequenz 783 kHz möglich. Zudem kann im
stationären Bereich das Nachrichtenradio über digitalen Satellit (DVB-S), Kabel
(digital und zum Teil analog) sowie als Livestream im Internet unter
www.mdrinfo.de gehört werden.

UKW-Frequenzen in Thüringen:
www.mdr.de/mdr-info/frequenzen/140402.html#absatz5
www.mdr.de/mdr-info/frequenzen/147199-hintergrund-140402.html

Digitalradio (DAB+) Empfangsgebiet Thüringen:
www.mdr.de/DL/178438.pdf

Mittelwellenempfangsgebiet
www.mdr.de/mdr-info/frequenzen/162601-hintergrund-140402.html


Neben Mittelwelle 783 kHz, UKW und DAB+ kann MDR INFO auch über den Satellit
ASTRA 19,2° Ost gehört werden. Zum Empfang sind eine geeignete Satellitenantenne
mit Universal-LNB sowie ein digitaler Satellitenreceiver notwendig.

MDR INFO ist zudem in der Regel in den Thüringer Kabelnetzen per UKW zu
empfangen. Deutschlandweit kann MDR INFO darüber hinaus digital im Kabel gehört
werden. Benötigt wird dafür ein Kabelreceiver. Wir möchten darauf hinweisen,
dass das MDR INFO und alle weiteren deutschen öffentlich-rechtlichen Radio- und
Fernsehprogramme in den Kabelnetzen unverschlüsselt weitergeleitet werden. Eine
Entschlüsselungskarte (Smartcard) muss daher zum Empfang der deutschen
öffentlich-rechtlichen Programme nicht beim Kabelnetzbetreiber gebucht werden.

Digitale Empfangsgeräte stellen automatisch eine Liste der empfangbaren
Programme zusammen, die Sie nach Belieben ordnen können. Bei der Auswahl eines
Digitalreceivers (Satellit/Kabel) für Hörfunk kann es unter Umständen wichtig
sein, dass der Receiver direkt mit einer Stereo-Anlage verbunden werden kann und
dass eine Bedienung des Receivers ohne Fernsehgerät möglich ist. Dazu sollte der
Receiver die Programmnamen im Display darstellen können.

Es besteht auch die Möglichkeit MDR INFO via Internet zu empfangen. Den
Livestream finden Sie unter der Internetadresse www.mdr.de/mdr-info
Unter www.mdr.de/mediathek/radio/7725514.html können Sie die einzelnen
Radiobeiträge nachhören.

Mittels IP-Radio lassen sich im Internet verbreitete Radioprogramme auch ohne
Computer empfangen. Dieses Gerät, was man wie ein normales Radio ein und
ausschalten kann, empfängt die Programme via Internet. Eine Liste der im
Internet verbreiteten Radioprogramme bezieht dieses Radio direkt aus dem
Internet. Ihre Lieblingsprogramme können Sie sich auf einen Programmspeicherplatz
und in eine Favoritenliste ablegen. Zum Betreiben des IP-Radios wird ein
DSL-Anschluss benötigt, wobei bereits DSL 1000 ausreicht, wenn die tatsächliche
Datendurchsatzrate mindestens 128 kbit/s beträgt. IP-Radios werden in
verschiedenen Modellen von unterschiedlichen Herstellern angeboten. Die meisten
lassen sich auch über ein drahtlose Internetverbindung (WLAN) betreiben, deshalb
werden IP-Radios auch als WLAN-Radios bezeichnet.

Für Rückfragen und zu weiteren technischen Informationen stehen wir unter der
E-Mail-Adresse technik(a)mdr.de und montags bis donnerstags 11:00 bis 19:30 Uhr
sowie freitags 11:00 bis 19:00 Uhr unter der Rufnummer 0341 - ********* zur
Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
André Beyer
Freier Mitarbeiter


Interessant der Abschnitt daß Wachenbrunn nicht mehr der MB zur Verfügung steht,wer übenimmt da den Standort ?
Etwa die Stimme Russlands :D

von Robert S. - am 21.06.2011 13:01
Danke, für die Veröffentlichung der informativen E-Mail.


Der MDR verweist auf DAB+, wäre tätsächlich eine Alternative, wenn in Thüringen und Sachsen mal wieder flächendeckend gesendet würde.

Ich hatte mir kürzlich einen PURE-Radiowecker als Badradio geleistet, für rund 50¤, damit geht bei mir via DAB+ hier in Halle MDR info neben der 95.3 auch sehr gut, der Klang ist mit 86kBit sogar noch ziemlich gut, via Kopfhörerausgang. In solchen Preisregionen könnte man sich zumindest stationär fast überall ein DAB+ Radio hinstellen.
Nicht jeder hat BB-Internet zu Hause und kann oder will via I-Net Radio hören.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 21.06.2011 15:28
@ Robert S.

Zitat

mag sein daß die 97,5 bei dir gut geht,hier ist das aber nicht der Fall,auf den Bergen stört der Brocken,im Tal kommt sie net an.
Ebensowenig wie DAB welches dank der Bleßabschaltung hier nur noch auf den Höhenzügen kommt,im Tal geht mobil nur die 882 !!!!


Ich meinte das eher so, daß der MDR wirklich nur größere Städte mit MDR Info versorgen möchte. Daß die 97.5 so einen großen Overspill über das eigentliche Stadtgebiet von Suhl hinaus hat, ist nur ein netter Nebeneffekt.

Läge dem MDR wirklich etwas daran, auch die Pampa, speziell die Gebirgsdörfer im Thüringer Wald besser zu versorgen, hätten sie eine der beiden Steinacher Frequenzen (93,8 MHz oder 98,7 MHz) schon längst aktiviert.


Zitat

Die Abschaltung wird vorgenommen, da dem Senderbetreiber Media Broadcast der Standort Wachenbrunn für den Betrieb der Mittelwellensendeanlage 882 kHz ab Juli 2011 nicht mehr zur Verfügung steht.


Interessant. Das müßte dann bedeuten, daß das Feld, auf dem die beiden Masten für 882 kHz stehen, nur gepachtet ist.

Daß die Sendeanlage mit ihren 20 KW aus Gründen der elektromagnetischen Verträglichkeit nicht länger betrieben werden darf, kann ich mir angesichts des 1000-KW-Senders der Stimme Russlands daneben nicht vorstellen.


Zitat

www.mdr.de/mdr-info/frequenzen/162601-hintergrund-140402.html


Diese Karte ist echt ein Witz! Ich kann hier nachts in nur 8 km Entfernung nach Wachenbrunn MDR Info auf 882 kHz vollständig ausblenden, sodaß ein anderer Sender auf 882 kHz hörbar ist. Demnach muß also in Richtung Norden und nicht rund gesendet werden.


Zitat

Heilige Kuh = JUMP :D


Der einzige Sender, der Geld in die Kassen des MDR spült?


von Kay B - am 21.06.2011 17:55
@ digifreak

Zitat

Dann soll sich der MDR doch am Hohen Meißner beim HR einmieten. Dort steht noch der Sender nebst Antenne für 594 kHz.


Genau, nachdem der hr festgestellt hatte, daß man auf Mittelwelle nur noch größtenteils in Leere sendet wird der MDR den Sender jubelnd und mit Freude anmieten. :rolleyes:



@ RadioResi

Zitat

Wenn MDR Info jetzt auch noch abschaltet, dann ist ja tagsüber, bis auf die 1323kHz, total tote Hose in Südthüringen.:-(


Genau, wir hier in Südwestthüringen wissen noch gar nicht, was wir ohne MDR Info auf Mittelwelle machen sollen. Dann müssen wir hier wieder auf Schellackplatten zurückgreifen oder uns lustige Geschichten erzählen. Und die ganzen Nachrichten werden wir dann wieder über Rauchzeichen verbreiten müssen. :rolleyes:


Zitat

Ich bin generell gegen die analog Abschaltung im Radio und TV!


Genau, immer weitersenden. Scheißegal, ob sich die Zahl der Zuhörer bzw. Zuschauer des Senders im einstelligen Bereich bewegt. Hauptsache es wird noch analog weitergesendet. :rolleyes:


von Kay B - am 21.06.2011 18:06
Die 882 geht hier faktisch nicht. Heute Morgen - die 873 war noch off - konnte ich auf 882 etwas erahnen. Auch gestern Abend ging da praktisch gar nichts. Kaum vorstellbar, daß da mit 20 kW gesendet werden soll. Der Sender war früher hier aber schwach zu hören. Durch das obere Seitenband der 873 allerdings stark angekratzt.
Die 882 ging hier früher ähnlich wie die 177 (LW Oranienburg).
Schwache Mod und von der 873 bzw. 183 (LW Saarlouis) stark gestört.

von Wolf Sch - am 21.06.2011 18:11
Zur MW Leipzig: Besser wäre es sicherlich gewesen man hätte, statt der neuen Dreieckflächenantenne ,1996 einen einzelnen Mast mit einer ordentlichen Antenne dran gebauen(wie in Zehlendorf).Die DFA ist nicht optimal und sollte eigentlich nur als Reserve dienen.
Mit einer guten Antenne wäre das Zielgebiet besser zu erreichen und man könnte auf die anderen Standorte verzichten.
Früher kam die MW von dem alten Rohrmast,der ist jetzt "leer", aber in einem schlechten Zustand.Eine Umrüstung wird sich sicher nicht lohnen.

Schönes WE -- Gruss - Hempe;)


von Hempe - am 24.06.2011 10:15
@ Max1

Zitat

DXaktuell
Nicht nur der Mitteldeutsche Rundfunk wird die Übertragung seines Programms “MDR Info” über die Mittelwellenfrequenz 882 kHz zum 1. Juli 2011 einstellen. Nach Angaben des Betreibers, der Media Broadcast GmbH, werden alle Ausstrahlungen im MW-Bereich am 1.7. enden, also auch die der Stimme Russlands.


Das mag ich gar nicht glauben, daß die Stimme Russlands auch abgeschaltet wird. :eek:



@ RheinMain701

Zitat

Huch? Die Russen werden diesen Standort doch nicht so ohne weiteres aufgeben? Schließlich haben die ein klar ersichtliches Interesse an einer Versorgung Westeuropas. Wird das französische Programm noch auf einer anderen Frequenz als der 1323 ausgestrahlt, oder würde das dann ganz wegfallen?


Ob das derweil sogar bis nach Moskau durchgedrungen ist, daß der Sender Wachenbrunn ins Leere sendet und die Stimme Russlands alleine für die Energiekosten einen ganzen Astra-Transponder anmieten könnte?



@ Max1

Zitat

Vermutung: Es stehen große Sanierungsarbeiten in Wachenbrunn an und die Media Broadcast möchte kein Geld in eine Technik investieren von der unklar ist, ob sie noch so lange genutzt wird, dass sich die Arbeiten lohnen.


Mmmh, die Antennenanlage für die Stimme Russlands wurde erst 2003 runderneuert und bekam einen rot-weißen Anstrich. Zur gleichen Zeit wurde der alte Röhrensender im Sendergebäude durch einen volltransistorisierten Sender von Transradio (2 x 500 KW) direkt neben der Antennenanlage ersetzt.

Für MDR Info werkelt ein Sender von Thomcast (soweit ich weiß) direkt in einem Container neben dem Sendemast.

Sendermäßig dürfte also nichts erneuerungsbedürftig sein. Allerhöchstens die Masten. Denn diese abgespanten Masten müssen doch in regelmäßigen Abständen inspiziert werden. Also die Pardunen müssen kontrolliert werden und solche Sachen.



@ Spacelab

Zitat

Naja, die Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft des Sender Wachenbrunn wird es freuen.


Ein echter Anlaß zur Freude wäre das! Endlich kein Russentechno mehr aus der Telephonleitung. Und ich brauche diversen Leuten nicht mehr zu sagen, daß sie sich das russische Gebrabbel aus ihrem Heizkörper nicht einbilden.


von Kay B - am 24.06.2011 17:29
Also bei dxaktuell http://www.dxaktuell.de/?p=1807 ist die Aussage glasklar. Keine Mittelwelle mehr in Wachenbrunn.

Meines Erachtens weist die Formulierung
Zitat
dxaktuell
Wie die Zukunft des Senders Wachenbrunn aussieht, ist noch unbekannt. Der Senderbetreiber informierte lediglich, dass der Standort zukünftig nicht mehr für Mittelwellensendungen zur Verfügung stehe.

daraufhin, dass man wohl aus rechtlichen Gründen den Standort aufgibt - vielleicht tatsächlich weil man Probleme mit der hohen Feldstärke und der anliegenden Orte hat. Da wohnen die Leute ja wirklich gleich in der Nähe, wenige 100m entfernt.
Schade drum ist es nicht, die Sender hat nun wirklich kaum mehr jemand gehört.

von Terranus - am 24.06.2011 19:43
Man könnte ja den Thomcast-Sender nach Burg schaffen und dort die 531 reaktivieren. Wenn der Kika-Produktionsleiter über Jahre 8,2 Mill. ¤ veruntreuen kann ohne dass es irgendwem auffällt, dann muss der MDR noch genug Kohle haben. In Oberhof geht beispielsweise keine einzige MDR Info-UKW-Frequenz gut zu empfangen. Robert Du erinnerst Dich sicher: Die einzige halbwegs brauchbare MDR Info-Frequenz mit RDS war damals Halle-Petersberg 95,3.:D

von dlf-fan - am 25.06.2011 11:54
Auf der Voice of Russia Seite fand ich gestern Abend trotz intensiver Suche auch nichts über die Abschaltung.

Zum Kika-Skandal: Presseberichten zufolge soll ja dort eine ganz schöne Atmosphäre der Angst geherrscht haben. Eine gewaltige Leuchte war der Spielsüchtige wohl auch nicht gerade.
Mobbing ist beim MDR übrigens weit verbreitet; das berichtete mir eine frühere Mitarbeiterin der Dokumentationsabteilung sehr detailliert-. Ich werde aber hier nicht noch detaillierter, denn womöglich lesen MDR-Günstlinge der "Sächsischen Union" in einigen Foren mit. Auf meine Wählerstimmen müssen sie allerdings wie gewohnt verzichten.

von hetietz - am 25.06.2011 12:52
Zitat
dlf-fan
Man könnte ja den Thomcast-Sender nach Burg schaffen und dort die 531 reaktivieren. Wenn der Kika-Produktionsleiter über Jahre 8,2 Mill. ¤ veruntreuen kann ohne dass es irgendwem auffällt, dann muss der MDR noch genug Kohle haben. In Oberhof geht beispielsweise keine einzige MDR Info-UKW-Frequenz gut zu empfangen. Robert Du erinnerst Dich sicher: Die einzige halbwegs brauchbare MDR Info-Frequenz mit RDS war damals Halle-Petersberg 95,3.:D

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"Vergessen Sie nicht, Ihre Antenne zu erden!" QTH: Halle-Passendorf (11e56 / 51n28)
HMK- T200 (DDR- Spitzengerät, modifiziert mit 110 kHz- ZF- Filtern) an 3-Elemente- GA Richtung Osten sowie mobil Sony ICF- SW 7600 und SE- Handy Hazel


Richtig :d
Ja auch ich empfang MDR INFO am Besten über die 99,9 aus Sangerhausen ;)
Sonneberg zu schwach,Suhl gestört :D


von Robert S. - am 25.06.2011 14:49
@ Robert S.

Zitat

Auf der HP der Stimme Russlands ist kein Hinweis auf die Abschaltung zu lesen,ob die das überhaupt wissen ?


Ich glaube an eine entgültige Abschaltung der Stimme Russlands in Wachenbrunn auch erst, wenn sie tatsächlich stattgefunden hat.

Oder ein Helfer von Putin läßt bei Mädchen & Brotkasten einen Koffer mit Geld stehen, der den Weiterbetrieb des Senders Wachenbrunn sicherstellen soll. :-(


von Kay B - am 26.06.2011 04:52
@ cybertorte

Zitat

wau wau


Böser cybertorte!!! Keine Leckerli mehr für cybertorte!!! :p



@ Robert S.

Zitat

Warum,ich hör die 1323 gerne :D


Dann zieh doch hier runter zu mir. Sogar DER HELM würde wahrscheinlich schon zum Empfang ausreichen. :hot:

Oder gleich nach Wachenbrunn. Da brauchen die Leuchtstoffröhren nicht mal Strom um zu leuchten. :hot:


von Kay B - am 27.06.2011 20:08
Das wäre auch zu schön gewesen, wenn die Stimme Russlands in Wachenbrunn endlich mal abgeschaltet wird.

Dann heißt es weiter
- fleißig Ferritringkerne sammeln
- den Leuten erklären, daß sie nicht verrückt sind, wenn Putin aus dem Heizkörper zu ihnen spricht
- zu rätseln, welche Ursache die auffällig hohe Krebsrate hier in den Dörfern rund um den Sender Wachenbrunn hat.

Danke du liebe Stimme Russlands, daß du den Äther hier weiterhin mit deinem Gebrabbel und Russentechno in einer atemberaubenden Klangqualität mit einer Grenzfrequenz von 4,5 kHz und oftmals einem 50-Hz-Brummen zumüllst.

Danke du liebe Stimme Russlands, daß du dir noch die Mühe machst, die schätzungsweise im unteren zweistelligen Bereich befindliche Anzahl an Mittelwellenhörern hier in Deutschland mit 1 000 000 Watt zu bestrahlen.

Danke du liebe Stimme Russlands, daß du bisher noch nicht auf die Idee gekommen bist, daß du alleine für die Energiekosten, die jeden Monat in Wachenbrunn anfallen, Übertragungskapazitäten auf allen hier in Westeuropa relevanten Satelliten oder dem DAB-Bundesmux anmieten könntest.

Danke du liebe Stimme Russlands, daß du unseren Bundespost-Abkömmling Media & Broadcast weiterhin jeden Furz ordentlich vergoldest und im Gegenzug dazu deine Praktikanten und Mitarbeiter (welche meist Praktikanten sind) mit Trinkgeldern abspeist damit diese ihre Tätigkeit bei dir bestenfalls als Zubrot bezeichnen können.

Ich bin einfach außer mir vor Freude, daß nun weiterhin jedes Telephongespräch automatisch eine Konferenzschaltung ist, bei der mich Dimitrij, Tatjana und diverse andere Leute über Russland auf dem Laufenden halten oder den neuesten Russentechno präsentieren.


von Kay B - am 30.06.2011 13:15
Also wenn man den Internetauftritt der VOR so ansieht, haben die tatsächlich ein Missionsverständnis, die Lage der Dinge aus russischer Sicht, oder genauer, aus Sicht der russischen Regierung darzustellen. Russland als das Land, dass die Menschenrechte im UN Sicherheitsrat vertritt und nicht kriegslüstern wie die NATO zB.
Und offenbar ist man der Ansicht, dass man eine kleine, aber treue Hörerschaft im dt. sprachigen Raum hat, die man von ihrer Struktur her nur über die Mittelwelle weiterhin erreicht. Oder weniger diplomatisch: ein paar alte Ostträumer, die es ja sicherlich noch gibt, und nicht nur im ehemaligen Osten. So mancher älterer Russlandfan dürfte da noch am Radio sitzen und sich sagen: na endlich mal ein Sender, der mal gegen die Westimperialisten schimpft.
Und genau wie die Chinesen, die ja per Luxemburg genau dasgleiche machen, meint man in Russland weiterhin, seine Sicht der Dinge so darstellen zu müssen und dass das die hohen Summen tatsächlich noch wert ist.
Das ist meines Erachtens ein Zeichen für ein zumindest ansatzweise diktorisch regiertes Land - man steckt in solche Dinge Geld, während man gleichzeitig für andere Dinge kaum Geld übrig hat.
Die Regierungen Westeuropas streichen die Auslandsdienste zusammen, siehe BBC und DW, während man wo noch weniger Geld für die allgemeine Bevölkerung ist, weiterhin drauf lossendet...

von Terranus - am 30.06.2011 13:57
@ TerranusI

Zitat

Nicht zu vergessen das Missionswerk Heukelbach abends :D


Die haben derweil aber auch eingesehen, daß es billiger wäre, jedem ihrer Schäfchen eine CD mit der letzten Sendung zukommen zu lassen. Die Ausstrahlung aus Marnach ist ja noch verständlich, denn so horrende Preise wie Mädchen & Brotkasten wird das BCE nicht haben.



@ mobi

Zitat

d.h. nur die Anlage 882 KHz steht MB nicht mehr zu Verfügung, die 1323 aber schon noch oder wie darf man das nun verstehen?


Ich finde das auch sehr unlogisch. Die gesamte Sendeanlage wurde zu DDR-Zeiten errichtet, sodaß der Grund und Boden der damaligen Deutschen Post und jetzt eben Mädchen & Brotkasten gehören dürfte. An der elektromagnetischen Verträglichkeit kann es auch nicht liegen, denn da wäre die Abschaltung des 20-KW-Senders gegenüber den 1000 KW der Stimme Russlands ein echter Witz!



@ Rolf, der Frequenzenfänger

Zitat

Keine Ahnung, wieso der Stimme Russlands so viel an der Mittelwelle liegt. Ich war neulich in Locarno und somit im Sichtkontakt-Bereich des vermutlich jüngsten Kindes der VoR-MW-Familie, dem Monte Ceneri. Da muss man sich genauso fragen, wo der Sinn dieser Ausstrahlung liegen soll...


Ganz einfach: Putin plant den Abwurf von EMP-Bomben über ganz Westeuropa, die so konstruiert sind, daß außer den Mittelwellenradios alle elektronischen Kommunikationswege zerstört werden. Die Aufschaltung der Stimme Russlands ist nur einer der ersten Schritte um Moskaus Machtbereich endlich bis zum Atlantik auszudehnen.


von Kay B - am 30.06.2011 14:18
@ TerranusI

Zitat

Steht die 20kW Antenne nicht näher an dem Wohngebiet als die 1000kW Antenne ?


Die steht etwas näher am Ort. Die Sendeanlage der Stimme Russlands dürfte trotzdem im Ort eine höhere Feldstärke verursachen. Zudem liegt Wachenbrunn ungefähr im 90-Grad-Winkel zur Hauptstrahlrichtung des Senders für MDR Info.

Meinen Infos nach ist im Ort Wachenbrunn nur die Stimme Russlands der Störer, da sie sich in Heizkörpern, Waschbecken, Kochtöpfen und anderen, nicht zum Radiohören bestimmten Gegenständen, bemerkbar macht. Daß jemand schonmal MDR Info aus der Heizung oder ähnlichem gehört hat, wäre mir neu.


von Kay B - am 30.06.2011 14:48
@ Robert S.

Zitat

:spos: Robert S. gefällt das


Du alter Kommunist, du! :p



@ TerranusI

Zitat

Oder weniger diplomatisch: ein paar alte Ostträumer, die es ja sicherlich noch gibt, und nicht nur im ehemaligen Osten. So mancher älterer Russlandfan dürfte da noch am Radio sitzen und sich sagen: na endlich mal ein Sender, der mal gegen die Westimperialisten schimpft.


Das dürften doch aber schon aus Altersgründen immer weniger werden. Zumindest die Leute, die damals die DDR für das überlegenere Deutschland hielten, waren schon zur Wende meist im Rentenalter.


von Kay B - am 30.06.2011 16:20
Eine andere Theorie:

Die Abschaltung von MDR Info auf 882 kHz ist einfach nur ein Bauernopfer zugunsten der Stimme Russlands.

Der MDR hat kein Interesse mehr, Südwestthüringen über Mittelwelle zu versorgen. Mädchen & Brotkasten ist das in soweit Recht, da sie gegenüber der Bürgerinitiative in Wachenbrunn behaupten können, daß sie doch schon einen von zwei Sendern abgeschaltet haben. Daß die in Wachenbrunn abgestrahlte Leistung nur von 1020 KW auf 1000 KW gesenkt wird, bleibt dabei natürlich unerwähnt.


von Kay B - am 30.06.2011 16:27
@ Max1

Zitat

Ich glaube kaum, dass die MB aufgrund irgendeiner Bürgerinitiative irgendeinen Sender abschalten würde.


Wenn das so wäre, dann wäre der Sender Wachenbrunn wahrscheinlich schon seit 20 Jahren dicht.

Ich meinte das eher so, daß Mädchen & Brotkasten mit der abgeschalteten MDR-Info-Funzel (im Vergleich zur Stimme Russlands) behaupten können, sie hätten etwas gegen die elektromagnetische Belastung getan.


von Kay B - am 30.06.2011 18:08
@ Terranusl: Es ist allerdings nicht die Schuld der Russen, wenn die westeuropäischen Staaten ihre Auslandsdienste über AM-Sender immer weiter eindampfen, in der naiven Annahme, man könnte die Menschen im Zielgebiet per Internet erreichen. Die Menschen in der arabischen Welt haben in diesem Frühjahr schmerzlich erfahren, was Internetzensur heißt: Da sind bestimmte Inhalte einfach nicht mehr erreichbar, bzw. das Netz wird mal eben ganz abgeschaltet. Die Russen und besonders die Chinesen wissen gut, wie man das macht.
Stattdessen schicken wir lieber Soldaten ins Ausland mit unklarer Mission und unzureichender Ausrüstung, die vor Ort vor allem mit ihrer Eigensicherung und der allgegenwärtigen Krake Bürokratie beschäftigt sind. Die Kosten für diese Einsätze, welche in der Bevölkerung immer weniger Akzeptanz finden, gehen mittlerweile in die Milliarden. Über ihren Nutzen mag sich jeder selbst sein Urteil bilden.
Außerdem ist der Auslandsrundfunk in Diktaturen oft die einzige Möglichkeit, sich unabhängige Informationen wirklich anonym zu verschaffen. Denn Internet- und Telefonverbindungsdaten werden natürlich gespeichert, die eigene Presse und elektronischen Medien unterliegen der Zensur und ausländische Zeitungen sind nicht zugänglich. Und schließlich frönt selbst unser demokratisches Heimatland der Datensammelwut, natürlich nur zur Terrorabwehr:rolleyes:. Merke: Ein Grund dafür findet sich immer.
Und was Diktaturen betrifft: Nicht umsonst beklagt sich unser Bundespräsident, dass immer mehr Entscheidungen am Parlament vorbei getroffen werden. Der Bundestag soll nur noch abnicken, was in kleinen Entscheider-Runden vorgegeben wird. Das sei "eine Aushöhlung des Parlamentarismus". Der Mann hat Recht. Dies geschieht häufig mit dem Totschlagargument der "Alternativlosigkeit". Für mich das Unwort des Jahres. Kein Wunder, wenn die Akzeptanz unserer parlamentarischen Demokratie sinkt, was dann regelmäßig in den unsäglichen sonntagabendlichen TV-Schwatzveranstaltungen beklagt wird. Ein bißchen Diktatur steckt also auch in unserem Land. Es wird Zeit, dass die Bevölkerung bei wichtigen gesellschaftlichen Fragen die Chance hat, sich wirklich einzubringen, Stichwort Volksentscheid.

Das war jetzt etwas sehr viel OT, Entschuldigung!

Die Schleife auf der 882 läuft jetzt eben immer noch...

von dlf-fan - am 01.07.2011 06:55
Die Durchsage-Schleife ist hier, gleich östlich von Leipzig, einigermaßen hörbar. Ich verstärke schwache MW-Sgnale aber immer mit Hilfe eines MW-Loops.

Den obigen Ausführungen kann ich hunderprozentig zustimmen.
Auch wenn wir in Deutschland zum Glück sehr weit von Zensurmaßnahmen wie in Diktaturen und anderen autoritären Herrschaftsformen entfernt sind, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass man speziell bei kleineren lokalen Verwaltungen und in bestimmten Behörden misstrauisch behandelt wird, wenn man sehr gute Informiertheit auch in Detail- und Hintergrundfragen zeigt. Diese kann man sich natürlich aneignen, sofern man sich gegen den Müll der meisten Privatsender weitgehend abschrimt.
"Beliebter" ist aber die leicht manipulierbare Masse.

von hetietz - am 01.07.2011 09:54
@ Robert S.

Zitat

Und aus isser :mad:


Ich werde dem MDR mal eine Mail schicken und anfragen, ob sie nicht den Steinacher Sender auf 98,7 MHz für MDR Info aktivieren können. Dann sollte MDR Info auch wieder in Steinheid gehen. :p



@ dlf-fan

Du hast mit all dem, was du schreibst, Recht. Aber was nutzt eine AM-Ausstrahlung in einem Gebiet, in nur ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung überhaupt noch AM hört?

Um die Bürger totalitärer Staaten, in dem alle anderen Informationswege aus den Ausland blockiert oder zensiert werden, mit neutralen Informationen zu versorgen braucht man die Lang-, Mittel- und Kurzwelle.

Hier in Deutschland sendet aber jeder Sender - egal, ob es nun ein Auslandsdienst oder was auch immer für ein Sender ist - ins Leere. Und da ist es egal, ob mit einem oder mit einer Million Watt gesendet wird.

Hier stört man mit AM-Ausstrahlungen einfach exponentiell mehr Menschen als man Menschen versorgt.


von Kay B - am 01.07.2011 10:11
@ Robert S.:
In Bezug auf die 1323 hast Du natürlich Recht, die ist pure Stromverschwendung (obwohl: sprechende Heizkörper, Backröhren, Kochtöpfe und Amalgamfühlungen, sowie mystisch flackernde Leuchtstofflampen- wo gibt es sowas heute noch?:D). Meine Kritik bezog sich aber mehr auf unseren Auslandsrundfunk, welcher seine KW-Ausstrahlungn immer weter einschränkt.

@ Kay B:
Super Beitrag, habe sehr gelacht, obwohl Dir vermutlich nicht zum Lachen war. Aber irgendwann werden die Russen schon merken, dass sie nur noch in Wachenbrunn gehört werden (und das nicht mal freiwillig).

von dlf-fan - am 02.07.2011 13:21
@ cybertorte

Schöner Mitschnitt! Gegen Ende sieht man sehr schön, wie sich die Anzeige des S-Meters wegen der dynamischen Amplitudenmodulation mit der NF ändert.



@ dlf-fan

Zitat

Super Beitrag, habe sehr gelacht, obwohl Dir vermutlich nicht zum Lachen war.


Zum Lachen ist mir da wirklich nicht, bei dieser sinnlosen Äthervermüllung hier in der Gegend. :mad:


Zitat

Aber irgendwann werden die Russen schon merken, dass sie nur noch in Wachenbrunn gehört werden (und das nicht mal freiwillig).


Den Glauben, daß Wachenbrunn endlich ein für alle Mal abgeschaltet wird, habe ich schon längst verloren.

Ich glaube, die Russen geht es einfach darum, im Deutschen Äther anwesend zu sein - und das eben mit möglichst viel Leistung. Das ist so ähnlich, wie in so manchen Kriegen, in denen um ein Stück Land gekämpft wurde, das eigentlich für niemanden einen Nutzen hat; es aber einfach um das Prinzip geht, dieses Land zu besetzen.

Und die Russen wollen halt unbedingt den deutschen Äther besetzen, auch wenn es ein Teil des Äthers ist, der echt kein Schwein mehr interessiert.


von Kay B - am 03.07.2011 13:37
Na den, wo der Typ mit nem Maßband die offene Schranke hochklettert. Der Schrankenwärter fragt, was er da mache, er könne doch warten, bis die Schranke geschlossen ist. Sagt der Typ, er will doch die Höhe, nicht die Breite...

Zu deutsch: die beiden Rohrmaste werden heute gesprengt. Oder sind es schon, vgl. das hier. Kann man sich heute abend im Thüringenjournal anschauen.


von Chris_BLN - am 14.07.2011 12:23
Zitat

Derweil sendet in Sichtweite der gefallenen Sendemasten die "Stimme Russlands" munter weiter. Vier Sendetürme strahlen dort das Programm mit kräftigen 1000 Kilowatt das Programm abwechselnd in russischer, französischer und englischer Sprache aus. Betreiber ist die Ex-Telekom-Firma Media Broadcast. Nach deren Angaben werde der Sendebetrieb auf unbestimmte Zeit weitergehen. "Die Russen zahlen doch dafür", heißt es. zim


klingt irgendwie zu krachtig :D

von Robert S. - am 14.07.2011 15:01
Eben hatte mir mein Nachbar berichtet, daß sein Chef den Knall aus Wachenbrunn mitbekommen hätte.

Sein Chef hat das Problem, daß die Lautsprecher seines Computers jeden Tag ab 7 Uhr morgens "an" sind, unabhängig davon, ob der Rechner eingeschaltet ist.

Ich habe im ausrichten lassen, daß die heutige Sprengung nichts an der elektromagnetischen Belästigung ändern werden, aber das wird er bestimmt schon selbst mitbekommen haben.


von Kay B - am 14.07.2011 18:06
Das ist echt interessant.

Der ganze Komplex mit den ehemaligen Sendergebäuden dürfte sich nicht mal industriell nutzen lassen, solange auf 1323 kHz noch mit 1 000 000 Watt gesendet wird. Da dürfte nichmal eine firmeninterne Telephonanlage funktionieren.

Ich frage mich sowieso, wie es die Wachenbrunner mit ihren Telephonen machen, damit überhaupt eine Verständigung möglich ist. Die müßten doch alle ISDN haben, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß ein analoges Telephonnetz direkt neben einem Sender mit einer Leistung von 1 000 000 Watt noch funktioniert.


von Kay B - am 14.07.2011 23:25
@ Robert S.

Zitat

Solaranlagen im Thüringer Wald sind so sinvoll wie Wasserkraftwerke in der Wüste ;)


Häh? Im Thüringer Wald? Es geht doch um Wachenbrunn. :confused:



@ Mr. DABelina

Zitat

Solange die Russen dort noch senden bietet sich vielleich auch folgendes an:
Strom aus Elektrosmog ;)


Das könnte funktionieren. An einer Rahmenantenne liefert Wachenbrunn hier ordentlich Spannung.

Deswegen habe ich die Kapazität an meiner Rahmenantenne vergrößert, damit sie sich nicht mehr auf 1323 kHz einstellen läßt. Denn das wollte ich meinem Empfänger nicht antun.


von Kay B - am 16.07.2011 16:16
"Strom aus Elektrosmog" ???

Grüße aus dem Sommerloch? Ein paar Zitate:

"Diese Schaltung darf lediglich nicht mehr Energie verbrauchen als empfangen wird"

"Über solche nicht-strahlenden (!!!) Energiefelder kann Strom von einer Kupferspule auf eine zweite, entfernte Spule übertragen werden."

Ach ja, noch ein Zitat: "Herausgeber Deutsche Physikalische Gesellschaft - Bundesministerium für Bildung und Forschung"

Wie Spacelab schon sagte: "Da gibts bestimmt irgendwelche Subventionen dafür die man abgreifen kann"

P.S.

Da nach meinen Beobachtungen als Bahnfahrer die akustische Reichweite von Handys manchmal größer ist als die elektrische (Haaaalooo, ich versteh' dich nicht, wir fahren gerade durch einen Tunnel), wäre es sinnvoll, die reichlich vorhandene Schallenergie in elektrische Energie zu wandeln und zu speichern.

von hegi_ms - am 17.07.2011 09:15
Die, ich nenne sie mal berührungslose Energieübertragung funktioniert z.B. beim Laden von Oral-B-Zahnbürsten. Und bereits zu DDR-Zeiten machte ich im Plattenbau folgenden Versuch: Eine Leitung an den Heizkörper, die andere ein paar Meter parallel zur Verkabelung in die Scheuerleiste gelegt, eine Graetz-Gleichrichter-Brücke dahinter, Elko parallel und es reichte für die elektrische Ruhla-Küchenuhr. Wird die Spannung zu hoch, kommt noch eine passende Z-Diode parallel dazu. Kay B, Du solltest schnelle Dioden bevorzugen (sogenannte Schaltdioden).

von dlf-fan - am 17.07.2011 15:03
und hier folgen die fotos zum spontanen einsatz bei 21° luft!












von Tesco.live - am 26.07.2011 18:32
Es scheint so, als ob die Rohrmaste in Wachenbrunn, Wilsdruff, Burg, Wiederau und Köpenick ungefähr baugleich waren.

Der auffälligste Unterschied zwischen Wachenbrunn und den anderen genannten Sendern ist, daß in Wachenbrunn das Antennenanpaßhaus nicht um den Mastfuß gebaut wurde.

Dennoch wurden die Mastfüße in Wachenbrunn ungewöhnlich weit aufgebockt, sodaß das Fundament bestimmt gut 3 Meter aus dem Boden herausragte.


von Kay B - am 27.07.2011 09:26
Gestern gab es mal einen kurzen Besuch in Wachenbrunn.

Eingangsbereich mit Sendergebäude im Hintergrund:



Offenbar gab es eine doppelte Umzäunung der alten Sendergebäude, sodaß man nach dem äußeren Kontrollposten nochmal diesen inneren Kontrollposten passieren mußte:



Das linke Gebäude müßte der große Saal mit den Dieselgeneratoren gewesen sein; rechts daneben das Hauptgebäude:



Haupteingang am Hauptgebäude:



Haupteingang am Hauptgebäude mit Dieselgeneratorhaus im Hintergrund:



Hinter dem Hauptgebäude befindet sich noch dieser Richtfunkturm, der teilweise noch genutzt wird:






In irgend einem alten Richtfunkplan für das DDR-Fernsehen stand, daß die Zuführung zum Bleßberg über den Inselsberg und über Wachenbrunn erfolgte. Demnach dürfte dies der Richtfunkturm gewesen sein, über den die DDR-Programme zum Bleßberg gelangten.


Verbindungsgang vom Hauptgebäude zum Dieselgeneratorhaus:



Rechts das Dieselgeneratorhaus:



Das Hauptgebäude mit Dieselgeneratorhaus (rechts):


Im Hauptgebäude müßten jene Sender gestanden haben, die über die alte Antennenanlage, also die beiden Rohrmaste, abgestrahlt wurden.


Übergang vom Hauptgebäude zu dem vermutlich Ende der 80er Jahre errichteten Neubautrakt:


In diesem Neubautrakt muß der 1-Megawatt-Sender für die Stimme Russlands gestanden haben:


Über der Tür sieht man noch die Isolatoren, von denen die Leitungen über die Schneise rüber zur Viermastanlage gingen.


Vier-Mast-Anlage:



Auf dem Sendergelände stand auch mal ein Reservemast, dessen Standort man anhand der Fundamente für die Abspannseile noch genau ausmachen kann (links im Bild):







Der Mast stand links neben diesem noch vorhandenen Abstimmhaus:


Das Mastfundament und der Kabelschacht zum Sendergebäude sind noch vorhanden.


Dieser Reservemast hat also hier
http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=50.489957,10.565959&spn=0.000964,0.001725&t=h&z=19&vpsrc=6
gestanden.


Hier mal der Versuch einer Rekonstruktion der Gebäudefunktionen mit den Erfahrungen der Ortsbegehung und dem Tag der offenen Tür im Jahr 1991:
[attachment 1688 Wachenbrunn_Funktionen.jpg]

Bei der Kantine war ich nicht, aber es gab am Tag der offenen Tür 1991 an etwa dieser Stelle ein Gebäude, wo man etwas zu Essen bekam.

Damals hatte man echt sehr viel Arbeit in diese Sendeanlage gesteckt.

Der Heinz kann die Bilder gerne in die Sendergallerie übernehmen.

von Kay B - am 13.06.2013 00:45
ich kann auch paar Bilder dazu steuern:



Es gibt noch einen interessanten Bericht im Archiv:
http://www.addx.org/textarchiv/05-02-18-19.pdf

von Tesco.live - am 13.06.2013 06:02
Zitat
Wellenschneider
...abgerissen und nicht als Träger von Sendeantennen...


Antennen und Kabel müssen befestigt werden. Das macht Umbauten notwendig. Diese Teile machen auch schnell ein paar Tonnen aus. Verträgt der Mast das auch statisch?

Und dann gibt es rechtliche Einschränkungen. Ein Mast, der 30 Jahre oder älter ist, entspricht in der Regel nicht mehr den heutigen Vorschriften. Möchte man gröbere bauliche Änderungen durchführen wie z.B. die Anbringung von größeren Antennensystemen, verfällt der Bestandsschutz.

von Wasat - am 14.06.2013 15:53
Zitat
Wellenschneider
Aber es dürfte meist immer noch billiger sein, einen alten Mast nachzurüsten als einen neuen zu bauen.


Wenn rechnerisch herauskommt, dass die Wandstärke des Rohrmastes vergrößert werden müsste oder der Abstand der Abspannebenen verringert werden müsste, ist das nur mit einem Neubau zu bewerkstelligen. Außerdem sind Umbauten in luftiger Höhe in jedem Fall kompliziert und damit sehr teuer, weil alles händisch von Spezialisten gemacht werden müsste. Manches ist wegen der Gefahren auch gar nicht möglich.

von Wasat - am 15.06.2013 07:01
So hier noch ein paar Bilder.

HF-Ausgang des Neubaus mit den russischen Sendern für 1323 kHz:


Von da aus ging es per Leitung rüber zur Vier-Mast-Antenne.


Gebäude mit den russischen Sendern:







Wahrscheinlich Reste eines Kühlaggregates für die russischen Sender:



Eingang im Übergangsbereich vom Altbau mit den deutschen Sendern zum Gebäude mit den russichen Sendern:





Mastsockel des Reservemastes mit teilweise erhaltener Funkenstrecke:



Anpaßhaus für den Reservemast:






Die Vier-Mast-Anlage steht noch unverändert:



Eingangsbereich:





Satellitenantennen:


Die rechte Antenne mit dem C-Band-LNB diente wahrscheinlich zur Zuführung der Stimme Russlands.


Mastfuß:



Die alte Leitungstrasse ist nur noch schwer auszumachen:



Gesamtansicht:





In dem Bereich, wo die beiden Rohrmaste standen, steht das Gras sehr hoch, sodaß außer dem Weg nichts auf dem Gelände auszumachen ist, das an die Antennen erinnert.

von Kay B - am 17.06.2013 16:59
Hier ein paar aktuelle Bilder aus Wachenbrunn.

So sieht derweil das Antennenfeld aus. Es sind Bauarbeiter damit beschäftigt, die Fundamente und das Erdnetz zu entfernen:











In der Mitte des Weges sieht man noch die Verankerung des alten Tores. Bis zum Abbau der alten HF-Leitung vom alten Sendergebäude stand an dieser Stelle ein Tor, von da aus die HF-Leitung bis zum Antennenfeld parallel zum Weg lief.





Hier noch ein Blick auf die alten Sendergebäude:



von Kay B - am 22.10.2013 23:40
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