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Bastelstunde: Analoge Sat-Kopfstation im Eigenbau

Startbeitrag von Wolfgang R am 08.08.2011 16:22

Hallo Hobbyfreunde,

über das Für und Wider einger analogen Kanalaufbereitung möchte ich nicht diskutieren, es geht hier um eine rein private Lösung für mich und mein zukünftiges Haus, wie ich die vier Röhrenfernseher in den Nebenzimmern mit einem analogen Grundangebot versorgen kann.

Und natürlich auch den Reiz, sowas selbst in kostengünstiger Selbstbauweise zu tun und analog bei mir auf ewig weiterleben zu lassen und mich an meinen alten Geräten zu erfreuen!

Die Lösung vieler Hotels oder Pensionen, Regale an die Wand zu schrauben und darauf einfach Sat-Receiver mit HF-Modulatoren zu stellen, scheidet für mich aus.

Der Stromverbrauch und vor allem auch der Platzverbrauch.

Mir schwebt da eher eine Lösung in einem schicken schaltkastenartigen Metallgehäuse vor, das aussen saubere Buchsen für den Eingang der Sat-Leitungen hat und einen Ausgang des RF-Signals in Richtung Mehrbereichsverstärker. Also zumindest vom Aussehen her professionell.

Betrieben werden soll das ganze in einer bestehenden Sat-Infrasturktur mit Multischalter, wobei als Multischalter ein kaskadenfähiges Gerät zum Einsatz kommt, wo die betroffenen Ebenen für die Sat-Aufbereitung abgegriffen und auf Sat-Verteiler gegeben werden (die anderen Ausgänge werden mit Widerständen terminiert).

So soll das Ganze aussehen, grobe Planung und stark vereinfacht (draufklicken um zu Vergrößern):



Im Prinzip handelt es sich um 12 Modulator-Bausätze und 12 Micro-Receiver, die Ihres Gehäuses und allem nicht benötigten beraubt werden, schön auf einer Trägerplatte befestigt mit sauberer Kabelführung, alles in dem Schaltgehäuse.

Von jeder Receiverplatine wird ausserdem noch ein Kabel zu je einer am Schaltgehäuse befestigen Klinkenbuchse geführt, hier kann für die Programmierung dann das Infrorotauge bedarfsweise eingestreckt werden.

Da die Modulatoren nicht nachbarkanalfähig sein werden, müsste man bei der Belegung wohl immer einen Kanal auslassen.

Die Stromversorgung soll ein gemeinsames Netzteil (ähnlich eines PC-Netzteils) bereitstellen - die Steckernetzteile der Micro-Receiver werden also nicht benutzt und die Modulatoren sind sowieso Bausätze ohne eigenes Netzteil. Falls ein solches Netzteil nicht verfügbar ist vielleicht auch für jede benötigte Spannung eines.

Wie sehr ihr das - kann so etwas für den rein privaten Gebrauch funktionieren?

Welche Modulator-Bausätze, die am besten Stereo-fähig sind, würden sich hierfür eigenen?

Gibt es eine bessere Alternative zu der Lösung mit den Micro-Sat-Receivern?

Ich hoffe auf rege Diskussion über meine selbst gebaute Kopfstelle :)

Gruß,

Wolfgang

Antworten:

Im Rahmen der groesstmoeglichen Flexibilitaet wuerde ich auf Stichleitungen von einem vierfachen LNB mit je einer ZF-Leitung zu jeder Bedarfsstelle setzten. Vier nur bei Bedarf betriebene SAT-Empfaenger sollten weniger Stromverbrauch verursachen als eine permanent laufende Umsetzerloesung. Zudem bedeutet jeder Systemwandel Verluste in der Bildqualitaet. SAT-Empfaenger mit Modulatorausgang (fuer ganz alte oder gar nostalgische Fernseher) sollten mit etwas Suche erhaeltlich sein. Der Selfsat 2400 kann beispielsweise auf jedem beliebigen UHF-Kanal ein Videosignal ausgeben, dazu allerdings keinen Stereoton bieten. Zukuenftig anzuschaffende Fernseher haben entweder einen DVB-S Empfaenger intern oder lassen sich an einem externen Receiver betreiben. Zudem bietet ein SAT-Empfaenger an jeder Bedarfsstelle eine flexible Programmauswahl, hoechstmoegliche Programmvielfalt und auf Wunsch sogar Zugriff auf Unmengen an Radioprogrammen. Eine analoge Auskabelung wuerde ich nur fuer groessere Mehrfamilienhaeuser, Pensionen, Hotels usw. als nuetzlich ansehen.

von PowerAM - am 08.08.2011 16:49
Hallo PAM,

das Ganze soll mein privates Vergnügen werden, natürlich weiß ich die Vorteile des Sat-Individualempfanges sehr zu schätzen und am Hauptfernseher sowie allen Nebenglotzen stehen selbstverständlich auch Receiver.

Nur finde ich analoges Zappen einfach super toll und deshalb kann ich mich nach wie vor für die kleine, eigene private Hauskabelanlage, so ähnlich wie sie Rolf betreibt, begeistern.

Und so schnell schaffe ich mir keine Fernseher mit DVB-S-Tuner an, dafür hänge ich viel zu sehr an meinen alten Röhrenglotzen ;)

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 08.08.2011 17:26
Evtl. könntest du von mir eine professionelle analoge Kopfstelle (in Kassettentechnik) für ganz kleines Geld haben - das Zeug wird nämlich haufenweise weggeschmissen.

von WiehengeBIERge - am 08.08.2011 17:56
Der Einsatz einer alten, rein analogen, Kopfstelle mit Stereokassetten und einem Anschluss für einen Dekoder könnte durchaus eine Alternative sein. Die analogen Empfänger bleiben natürlich arbeitslos, das Signal des DVB-S Receivers kommt an den Dekoderanschluss. Vorteil: Stereomodulator und Nachbarkanaltauglich.


von Marc_RE - am 08.08.2011 19:25
Ich glaube, Wolfgang meint mit "analoger Sat-Kopfstation" nur den analogen PAL-Ausgang der Modulatoren. Die avisierten Micro-Sat-Empfänger sind schon für DVB-S-Empfang geplant .

Es geht also um DVB-S -> PAL, was leider nicht haufenweise weggeschmissen wird.

Bei den richtigen Kopfsatationen wären da die Anschaffungskosten je Programm ( DVB-S -> PAL)
bei ca. 200 EUR.

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Nun zum eigentlichen Projekt:

Wo liegen diese Micro-Sat-Empfänger eigentlich verbrauchsmäßig ?
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Teile weniger als 5...6W verbrauchen .

12 X 6W = 72W

Die Modulatoren brauchen wohl nicht sonderlich viel Energie.
Die Bausätze, die ich kenne, sind nicht Stereo-tauglich ( z.B. Pollin-Bausatz für 12,95 EUR)
und brauchen meist auch mehrere Spannungen . Fertiggeräte gibt es für um die 20 EUR / Stück.


Das gemeinsame Netzteil wird allerdings auch nochmal Wärme erzeugen.

Bei vieleicht insges. 90W dürfte die Kiste schon verdammt heiß werden.

Und allzuviel Hitze mag moderne Digitaltechnik im Dauerbetrieb gar nicht.

Müßte dann wahrscheinlich noch ein Lüfter mit rein, der dann auch im Dauerbetrieb läuft.

In der Summe dürften's dann locker 100Wh sein - fast soviel wie mit 12 normalen Sat-Receivern
mit eingebauten Modulatoren..

****************************************************************************************************************

Ich werde es hier im Geschäft selbst nächstes Jahr folgendermaßen machen:

* 1x Astro X-5 TWIN Einheit mit einer Twin DVB-S nach PAL Steckkarte für ARD und ZDF
* die restlichen Programme zeituhr-gesteuert über normale DVB-S--Receiver und dann
auf umgebaute ASTRO Analog-Kassetten, in denen nur noch der interne Modulator läuft


von carkiller08 - am 08.08.2011 19:51
Zitat
WiehengeBIERge
Evtl. könntest du von mir eine professionelle analoge Kopfstelle (in Kassettentechnik) für ganz kleines Geld haben - das Zeug wird nämlich haufenweise weggeschmissen.

Wie sieht das bei den Umsetzungen von DVB-S => UKW aus? Ich vermute mal, daß man da noch richtig Geld auf den Tisch legen muß :-( .

von Thomas (Metal) - am 09.08.2011 09:06
Die Idee mit der alten analogen Kanalaufbereitung ist auch nicht schlecht, sie hätte schon mal ein stabiles Gehäuse und wäre modular aufgebaut. Kann man denn eine alte analog-Aufbereitung einfach so als bloßen Modulator missbrauchen? Das wäre ja wunderbar in Ergänzung mit den Micro-Receivern!

Stereo und Nachbarkanaltauglich :)

Irgendwelche Vorschläge, auf was ich da besonders achten sollte bei der Suche in der Bucht?

Und bezüglich Wärmeentwicklung: Diese Micro-Sat-Receiver werden schon im normalen Betrieb ziemlich warm - schon wegen der beengten Platzverhältnisse. Und sie laufen eigentlich immer durch, denn das Steckernetzteil liefert konstant Spannung. Jedenfalls ist das Gerät auch morgens noch gut warm, auch wenn es auf "Standby" ist.

Daher denke ich fast, die Geräte sind auf eine gewisse Betriebstemperatur ausgelegt und die Wärme dürfte weniger ein Problem werden.

Höchstens die Modulatoren, die vielleicht das Driften anfangen, aber das sollte die AFC der Fernseher doch bedingt wieder wett machen.

Einen kleinen 12V-PC-Lüfter könnte man natürlich problemlos einbauen, das wäre nicht das Thema.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 09.08.2011 09:27
Übermorgen reißen wir wieder eine ganz große Kopfstelle ab, mit ~ 40 Kassetten, darunter digitale und analoge, welche die analoge Radiosender von Sat nach UKW umsetzen sind auch dabei, aber solche, die DVB-C Radio nach UKW umsetzen nicht.
Aber ich möchte nicht ganz ausschließen, dass das nicht vielleicht mit manchen DVB-S-nach PAL Kassetten auch geht...

von WiehengeBIERge - am 09.08.2011 16:35
@ Wolfgang R

Falls du noch UHF-Modulatoren brauchst, da habe ich noch einige aus alten Sat-Receivern hier rumliegen.


von Kay B - am 10.08.2011 16:24
Die werden aber wohl nicht stereo-tauglich sein :(

Trotzdem Danke für das Angebot!

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 11.08.2011 12:14
Um es stilecht zu machen, sollte bei Starkregen aber auch ein Testbild kommen oder gibt es gar Backup über DVB-T ?

von B.Zwo - am 12.08.2011 20:22
Hallo, geht es Dir mehr um den Spaß am Basteln, oder mehr darum eine derartige Anlage zu haben?

Wenn es mehr darum geht eine solche Anlage zu haben, dann rate ich Dir aus eigener Erfahrung gleich was gescheites zu kaufen, Bastelprojekte werden hinterher immer teuerer als man zu nächst denkt.

Kathrein bietet Umstzerkassetten an, die die aus 2 Sat-Transpondern gleich 4 PAL-Programme (UFO395) erzeugen und es gibt eine Kassette, die aus 2 Sat-Transpondern gleich 8 UKW Programme (UFO313) umsetzen. Wenn die Dir da 4 Kasseten zulegst ist das schon mehr als genug. Gut 5k¤ musst Du hinlegen... (ich würde dann aber in QAM umsetzen...)

(Habe übrigens nichts mit der Fa. Kathrein zu tun, habe aber schon einen UFO372/TP getestet und war recht angetan von dem UFO compact System)

Grundsätzlich möchte ich anmerken, daß bei solchen Umstzeranlagen rucki zucki 50..100W Dauerleistungsaufnahme zusammen sind, das sollte man bedenken!

Solltest Du lieber basteln: Ich habe hier einen Karton mit mehrerern alten Blankom SKU (SAT->PAL). Teilweise sind diese defekt (meistens der SAT-Tuner) teilweise laufen diese noch. Die sind zum Teil stereotauglich und haben einen ordentlichen Modulator und eine kräftige Endstufe drin. Eventuell kannst Du dort an der richtigen Stelle das FBAS und STEREO Signal einschleusen und so eine Anlage aufbauen. Die Dinger sind modular aufgebaut, denke das geht. Teilweise sind die Dinger für Sonderkanäle oder für VHF, also ganz interessant für Dein Projekt. Bei Interesse bitte melden, ich komme leider nicht dazu was damit zu machen und würde sie gegen eine kleine Aufwandsentschädigung abgeben...

Hat jemand schonmal solche SKU umsetzer als Modulator verwendet?


von raeuberhotzenplotz1 - am 20.08.2011 16:44
*auskram*

...
Hallo!
Ich habe eine Frage, die dazu genau gut passt. Der Thread ist mir bei Google zwischen die Finger gekommen.
Ich hätte gerne aus historischen und eher persönlichen Gründen hobbymäßig immernoch der analog-SAT-Technik zurück - zum Basteln. Eine Regulärität könnte ich mir dank DVB-S nicht mehr vorstellen. Ich bräuchte ein Gerät, das Videosignale (im Notfall auch fertige DVB-S-Signale) in ein analog-SAT-Signal umsetzt. In (vorzugsweise) ebay oder selbst bei Google werde ich nicht fündig.
Hat jemand damit schon sich einmal auseinandergesetzt?

von BieMa - am 08.12.2013 09:54
By the way.. der Tipp alte Analogreceiver für ATV zurück zu halten scheint ach nix mehr zu sein. So wie ich das sehe gibt es kaum noch Relais im Analogbetrieb.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 08.12.2013 10:56
@ BieMa

Analoges ATV läuft, abgesehen im 70-cm-Band, in FM ab, also genau wie analoges Satellitenfernsehen. Einfach mal nach analogen ATV-Sendern für 23 cm googeln. Möglicherweise findest du ja einen Funkamateur, der sowas abgibt, da dort auch DVB-S als Übertragungsstandard im Kommen ist.

von Kay B - am 08.12.2013 17:06
Im Großraum Wetzlar wird ein komplettes Digitalpaket mit mehreren Sendern in Bouquet abgestrahlt. Konnte man am Hessentag im OV-Heim unterhalb des Open Air Theaters bewundern. Da ist Schluss mit Analog-TV

von Frankfurt - am 08.12.2013 18:11
Hat da wirklich keiner mehr den Spaß?

Kay,
dieses ATV begreife ich nicht so wirklich, da steht immer etwas von senden. Ich will jedoch umsetzen, also das Signal nicht an eine Antenne geben, sondern direkt am analogen SAT-Receiver am Eingang.
Woraus das ATV besteht, keine Ahnung, es kommen immer nur Receiver zum Vorschein.

von BieMa - am 08.12.2013 18:13
@ BieMa

Analoges ATV im 70-cm-Band war in Restseitenband-Amplitudenmodulation, also die Norm, die auch für terrestrisches Fernsehen genutzt wurde. Das konnte mit einem hyperbandtauglichen Fernseher empfangen werden.

Analoges ATV im 23-cm-Band und auf niedrigeren Wellenlängen ist in der Regel in FM, also in der gleichen Norm, in der analog über Satellit gesendet wurde. Das, was ein ATV-FM-Modulator ausgibt, kannst du an den Eingang deines analogen Sat-Receivers geben. Vor- und Endstufen zum Senden kommen dann natürlich nicht zum Einsatz.

Das wäre dann z.B. sowas hier:
http://www.wimo.de/atv-baugruppen_d.html

Allerdings erzeugt das Ding immerhin schon 50 mW im 23-cm-Band. Da müßtest du noch ein Dämpfungsglied oder ein sehr langes Kabel zwischen den Modulator und deinen analogen Sat-Receiver schalten.

von Kay B - am 08.12.2013 18:30
Hi,

wenn hier schon "mein" alter Thread ausgegraben wird, kann ich meine Kopfstation ja auch zum Verkauf anbieten :)

Hatte mich auf eine DVB-T-Lösung entschieden, es ist diese hier geworden: http://www.satsol.co.uk/ProductInfo/C31424/C31424.pdf

6 Kanäle von DVB-T in PAL.

Nachteil: Nur Nicam Stereo bzw. Mono in Pal I - also der alte UK-Standard.

Wenn das Ding jemand will, einfach melden. Habe mittlerweile keinen Bedarf mehr dafür bzw. konnte es nie richtig einsetzen, weil meine Fernseher kein Pal I beherrschten.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 09.12.2013 08:24
Wenn das hier schon zum Flohmarkt wird ;): ich hätte da noch zwei Aufbereitungen von Grundig zu vergeben (eine STC880 und eine STC 800 mit diversen Cassetten, viele davon Stereo). Die Cassetten habe ich teilweise mit A/V-Eingängen modifiziert, um damit Signale von z.B. einem DVB-T-Receiver einspeisen zu können. Seit der SAT-Analogabschaltung steht die Anlage ungenutzt im Elternhaus herum. Falls jemand Interesse hat, bitte per PN melden.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 09.12.2013 11:36
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