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EUR Radio von Solaris mobile - neues europäisches Satellitenradio für mobilen Empfang

Startbeitrag von dxbruelhart am 12.09.2011 15:26

Solaris Mobile zeigt auf der IBC Amsterdam sein neues Satellitenradiosystem EUR Radio: Via Eutelsat W2A (10° Ost) wird auf 2185 - 2200 MHz im S-Band Richtung Europa auf 2 möglichen Beams gesendet. Dies ist quasi ein Nachfolger für Worldspace, ein Angebot, das speziell auf Europa ausgerichtet wird. Über EUR Radio sollen 50 - 100 Radioprogramme angeboten werden können.
Es soll dazu tragbare Empfänger geben, die die Radio- und TV-Streams wie auch Datenstreams vom Satelliten empfangen können. Es soll auch ein Zusatzgerät für Autoradios geben, welches via USB angeschlossen werden kann; es sollen dann auch spezielle Autoradios geben für den Solaris-Empfang.
Zum Start wird über EUR Radio ausgestrahlt:
Radio: - FFH und - Planet Radio - beide aus dem Hause Hillmoth in Hessen
TV: - France 24
Solaris will EUR Radio dieses Jahr starten.
Weitere Infos findet man unter http://www.solarismobile.com/ und unter https://www.facebook.com/pages/Solaris-Mobile/111842218848028?ref=ts&sk=wall

Die 50 interessantesten Antworten:

Naja wenn man guckt, wie sich die Angebote in den Staaten schlagen würde ich erstmal nicht so
pessimistisch sein. Klar ist EURradio erstmal kein Massenmarkt. Aber trotzdem etwas, das seit
langem erwartet wird.
Finde nur die max. 50-100 Programme was "dünn" - Das muss /sollte was mehr werden.
Wenn dann nur so Sender wie damals auf Worldspace kommen würde es für mich uninteressant.
Aber FFH lässt ja hoffen, dass sich auch nicht-Auslandssender dafür interessieren.
Vielleicht kommen ja nen paar coole Italiener ;-) MDUEO wäre cool ^^
In Spanien hat man ja auch ne Lizenz für ein terrestrisches Stütznetz bekommen ( lt. deren
Facebook) weshalb cih darauf schliessen würde, dass die großen Spanier vielelicht auch drauf
kommen. Fände ich jedenfalls super.

Aber bevor die Spekulation losgeht würd ich mal sagen - abwarten und gucken wie es zum
Jahresende aussieht.

Fx



von Felix 99 - am 12.09.2011 16:37
Zitat
Felix Martin
Aber FFH lässt ja hoffen, dass sich auch nicht-Auslandssender dafür interessieren.


Verlasse dich nicht auf FFH. Die machen jeden Scheiß zu Anfang mit. Wer war vor über 10 Jahren in den Hessischen DAB Pilot Ensembles vertreten? Wer hat beim DVB-T Radio in Berlin mitgemacht? Richtig, Bad Vilbel 1-3. Wenn es für die Hörer aber interessant werden könnte, verziehen die sich aber ganz schnell wieder. Immerhin kann man ihnen nicht vorwerfen, dass sie nichts ausprobieren würden :D

von wavefinder - am 12.09.2011 19:43
Öhm hatten wir da nicht schon X Projekte die Sat-Radio in Europa an den Start bringen wollten? Wurde nicht sogar schon mal für eines Repeater Frequenzen koordiniert die aber natürlich nie in Betrieb genommen wurden? :rolleyes: Außerdem finde ich 50 bis 100 Radiostationen für ein europaweites System mehr als mager.

Man kann den amerikanischen Markt nicht mit dem deutschen oder Europäischen vergleichen. Schon gar nicht weil XM/Sirius ein wirklich attraktives Programmangebot bereit hält. Und außerdem ist Sat-Radio in Amerika auch nicht soooo der Bringer wie es nach außen hin oftmals erscheint. Einer der beiden Anbieter war schon fast Pleite und wurde von dem anderen aufgekauft. Dem es aber aktuell auch nicht so gut geht. Sat-Radio hat in Amerika alleine schon einen großen Durchsatz weil es in den meisten Mietwagen installiert ist.

Aber warten wir mal ab. Gerade was Sat-Radio angeht wurde schon so viel angekündigt und bis heute ist nichts passiert. Jedem ging irgendwann die Puste aus und immer waren es die "besonderen Umstände" die das Projekt zu Fall gebracht haben. :rolleyes:

Aber mal davon abgesehen: hätte man als Standard nicht besser wieder S-DAB ausgegraben? Der Standard existiert schon, die meisten (oder sogar alle?) DAB Empfänger mit L-Band können diese Ausstrahlungen empfangen und auch wenn sich wohl die meisten modernen Tuner nicht mit einem Firmwareupdate wieder L-Band fähig machen lassen so hätte man doch wenigstens schon die entsprechenden Decoderchips auf Lager. Außerdem ist der Frequenzbereich etwas tiefer und deshalb vielleicht auch etwas unkritischer im Ausbreitungsverhalten. Fast 2,2Ghz sind schon arg Haarig. Vor allem während der Bewegung.

von Spacelab - am 12.09.2011 20:46
na ja, das DVB Konsortium will nicht unbedingt mit dem DMB/DAB Konsortium zusammenarbeiten, daher sucht jeder sein eigenes Glück;-)

Aber ich denke, sobald man echte Kohle im Jahr zahlen muss, machen die Hörer in Europa nicht mehr unbedingt mit. Das Geld liegt auch nicht mehr so locker herum. Und wenn Sie es haben, dann hört man ja überall, kann man auch Radio über IP empfangen. Ich bin gespannt, ob das einschlägt wie eine Bombe?:eek:





von drahtlos - am 12.09.2011 21:09
Das ist übrigens auch einer der Pferdefüße des DAB-Systems. Denn wenn man sich zwischen DAB und DVB entscheiden müsste (muss man ja so unmittelbar nicht), dann sollte man sein Geld wohl besser auf DVB setzen. Das nur dazu.

Nun also der Versuch, digitales, mobiles, portables Satellitenradio in Europa zu etablieren. Nun gut, da stellt sich doch erst mal die Frage, was der ganze Spaß kostet. Und damit die bereits oben diskutierte Frage: Ist es Pay-Radio oder Free-to-air?

Wenn es Pay-Radio ist, und das Angebot ist gut, kann ich ja mein Digital Imported-Abo kündigen. Vor allem wäre das ein echter Mehrwert: werbefreie, hochwertige Musikstreams, welche aber nicht nur seelenlose MP3-Player auf Shuffle darstellen, sondern musikredaktionell bearbeitet sind. Nicht schlecht, das kann Erfolg haben.

Wenn es Free-to-air ist, dann stellt sich die Frage, was es die Anbieter kostet. Natürlich kostet es sie erst mal zu viel. Die Smartphones können derzeit kein DVB-SH. Sie können ja auch kein DAB, womit wir ja bei einem Kern des Problems angelangt wären. Headset mit DVB-SH-Tuner? Dann muss das aber wirklich gut funktionieren. Auch unter der Brücke, im Tunnel oder sogar indoor? Fraglich ohne teures terrestrisches Stütznetz. Was die Kosten für die Anbieter wieder hoch treiben würde.

Aber natürlich auch die Kosten für das eventuelle Pay-Radio über diesen Weg. Dann kann ich ja gleich bei Digitally Imported über DSL (zu Hause) und UMTS (unterwegs) bleiben. Ich meine, den festen und mobilen Internetzugang bezahle ich ja sowieso, und DI kostet nur 5 Dollar im Monat oder so.

Natürlich, dieses Worldspace war eine Totgeburt. Das war schon klar, als das noch (vor Jahren) von der infosat hochgejubelt wurde. Ein äthiopischstämmiger Amerikaner will die Dritte Welt mit seiner tollen Technik beglücken. Sicherlich ist die Anschaffung eines Worldspace-Empfängers nicht die oberste Priorität in Haushalten der Dritten Welt gewesen. Nicht mal bei uns schafft DAB mal "so eben", den Durchbruch, sondern quält sich reichlich herum.

Nun also Digitalradios aufs Smartphone, wie die Titelseite von Solaris Mobile stolz verkündet. Digitardio kommt jetzt de fakto als Stream aufs Telefon, was aber den Netzbetreibern wiederum den kalten Schweiß auf die Stirn treibt, weil deren Frequenzbänder so ruckzuck ausgelastet werden.

Die wären natürlich daran interessiert, so was zu fördern, in dem sie entsprechende Geräte prominent vermakten. (Was sie auch mit DAB machen könnten, aber nicht tun!)

Also, Fazit ist, natürlich, abwarten und schauen, was dabei herauskommt. Mein Tipp: Wird sich als Payradio evt, halten können, nicht jedoch für Free-to-air.



von Alqaszar - am 12.09.2011 22:11
Der Eutelsat W2A ist ein geostationärer Satellit mit einer Elevation von lediglich 35 Grad selbst in Süddeutschland. Für eine mobilen Nutzung ist dieser Satellit ungeeignet. Diese wird in Europa auf die leere, baumlose spanische Meseta beschränkt sein.

Sirius verwendet im Vergleich dazu drei Satelliten im Tundra-Orbit. Dieser sieht aus wie eine Knödelfee-Acht. Die Verweilzeit über Südamerika ist extrem kurz im Vergleich zu der über den U.S.A. Damit stehen stets zwei Satelliten fast senkrecht über dem Zielgebiet. Entsprechend ist ein Signalverlust bis auf Tunnels und hoher Bebauung selten.

Stationär ist Solaris wie Worldspace interessant, mobil dagegen nutzlos.

Korrektur: Statt U.S.A. würde man wohl besser sagen U.S.A. und Kanada.



von Dah-di-dah-dit Dah-dah-di-dah - am 12.09.2011 23:00
Zitat
Außerdem finde ich 50 bis 100 Radiostationen für ein europaweites System mehr als mager.


Kommt drauf an wieviele Länder dann versorgt werden sollen. Wenn es wirklich nur für Mitteleuropa gedacht ist, dann würden 100 Sender sicherlich erstmal reichen. Ansonsten würde es natürlich etwas eng, aber Masse ist auch nicht immer gleich klasse. Wenn da die Hälfte der Programme wie FFH klingen, dann bringt dem Nutzer das auch nicht wirklich viel.

von zerobase now - am 13.09.2011 07:38
Natürlich nicht. Es geht mir da auch weniger um den praktischen nutzen als viel mehr um die Vermarktung. Die potentiellen Kunden springen eher auf die großen Zahlen an als auf die kleinen. Selbst wenn sie effektiv nur 2 Sender wirklich hören.

Die frage ist jetzt nur ob das ganze Pay-Radio werden soll oder nicht. Wenn es kein Pay-Radio wird stellt sich die Betriebswirtschaftliche frage. Ist so etwas auf dauer wirklich Wirtschaftlich zu betreiben? Wenn es hingegen Pay-Radio werden soll muss man sich fragen ob so etwas überhaupt Zukunft hat. Der breiten Masse genügt der örtliche Dummfunker zur Hintergrundbeschallung und nur mit ein paar Musikfreaks wird man sich nicht über Wasser halten können. Wenn überhaupt. Denn da müssen dann schon die ausgestrahlten Programme zu 100% stimmen sonst abonniert das gar keiner. Und wenn ich schon von FFH und Planet lese kann ich mir vorstellen welche Möhren da senden werden. :sneg: Da würde ich mir dann aber auch lieber ein Abo bei einem Webradiosender holen. Da stimmt mit 256kb/s MP3 wenigstens die Klangqualität. Wenn man bei EUR Radio nämlich die gleiche Technik nutzt wie in den USA bekommt man AAC+ mit 64kb/s. :rolleyes:

von Spacelab - am 13.09.2011 08:06
Richtig. Pay-Radio räume ich auch keinerlei Chancen ein. Das kann man komplett vergessen. Für das Geld hol ich mir lieber ne Internetflat. Da hab ich dann mehr von.

Wie ich schon schrob, kommt es auf die Angebote an. Wenn wirklich 80% Hitradios draufkommen, dann reicht wohl wirklich der örtliche Dudler. Sollten es spezielle Programme werden, dann könnte das eher was werden, aber dann ist eben das Problem mit der Refinanzierung, weil sich sowas natürlich nur rechnet, wenn eine werberelevante Höreranzahl erreicht wird.

Sagen wir mal es holen sich 1 Million Leute in Mitteleuropa so einen Empfänger. Das wäre dann bei 100 Programmen ein Schnitt von 10 tsd. Hörern pro Programm. Nicht wirklich viel, oder? Da erreicht jede Funzel in einem Ballungsraum mehr Hörer.

von zerobase now - am 13.09.2011 08:59
Die Märkte in Europa und USA sind überhaupt nicht vergleichbar. In den USA gibt es eine große Fläche, aber mehr oder weniger nur eine Sprache. Es gibt große Flächen, auf denen kein einziges UKW-Programm empfangen werden kann. Das gibt es hier ja nicht einmal in NRW. In Europa gibt es flächendeckend UKW, ein potentieller Käufer fragt sich daher, genau wie schon bei DAB "Wozu? Welchen Mehrwert bringt mir das?". Auf Anbieterfrage stellt sich exakt die gleiche Frage. Welcher Sender will schon in ganz Europa empfangbar sein? Das wären die alten Kurz- und Langwellenkandidaten. Aber ob die Geld haben für eine Satellitenabstrahlung ohne Zuhörer? Interessant wäre das sowieso nur mobil, zu Hause ist man mit Shoutcast und ähnlichen Angeboten weit besser bedient.

von Bolivar diGriz - am 13.09.2011 09:14
Das System hat durchaus seine Vorteile: Die Kosten sind für Programmanbieter erschwinglich (man braucht ja nur den Satellitenkanal, um ganz Europa zu versorgen, und z.B. Trucker könnten mit einem europaweiten Programm z.B. in Deutsch überall in ihrer Landessprache unterhalten werden).

Empfangsprobleme können mit terrestrischen Repeatern kompensiert werden.

Aber: Es sind wieder neue Empfänger nötig (bislang gibt es keine bis auf Prototypen), die Streuverluste in Europa sind im Vergleich zu den USA ernorm (alleine schon wegen der Sprachenvielfalt).

Also: Das wird die nächste Totgeburt. Vier, fünf Jahr gebe ich dem System, dann ist wieder finito.

Aber schon witzig: Ausgerechnet Hillmoth steuert den bislang einzigen europaweiten Radiocontent bei :-)

von Wiesbadener - am 13.09.2011 09:49
Ich sehe für solch ein Radiosystem sehr gute Chancen, sofern
a) die Programmauswahl stimmt (grösstenteils englische Programme - Englisch ist das Esperanto für Europa, und wird auch von fast allen Europäern ausserhalb von Belarus und der Ukraine gesprochen und verstanden) - natürlich können da vor allem anspruchsvolle und Musikspartenprogramme reüssieren
b) das Marketing muss intensiv und klug betrieben werden in allen Ländern
Heute herrschen auf UKW in weiten Teilen Europas Dudelprogramme vor, die niemand wirklich hören will (es aber mangels Alternativen trotzdem oft tut)
c) die Radioprogramme unverschlüsselt und kostenlos übertragen werden
d) die Empfänger nicht zu teuer sind (man sollte also Radios für dieses System für EUR 100.-- kaufen können).
So könnten gut und gerne 50 Millionen Europäer als Kunden gewonnen werden, sofern die obigen Punkte stimmen; denn diese dürstet heute nach echten Radioprogrammen!

von dxbruelhart - am 13.09.2011 11:18
Zitat
zerobase now
Zitat
So könnten gut und gerne 50 Millionen Europäer als Kunden gewonnen werden


Das ist aber sehr optimistisch geschätzt. Wieviel "Kunden" hat den Astra in etwa?


Diese Kundenzahl sehe ich als realistisch an, wenn die vier Bedingungen, die ich oben erwähnt habe, erfüllt werden, weil eben viele Europäer auf richtiges Radio dürsten.
Astra ist ja viel schwieriger zu empfangen, da braucht man eine fixe Empfangsanlage mit Schüssel, LNB, Kabeln und einem Receiver.und noch Zubehör. Dazu kann man die Anlage nicht verschrieben bzw. einfach mitnehmen, ohne alles wieder ganz genau auszurichten. Zudem haben Mieter einen schweren Stand, wenn sie (herkömmlichen) Satellitenempfang wollen.
Mit diesem neuen System kann jeder diese Programme empfangen ohne aufwendige Satellitenempfangsanlage. Ein Radio und halbwegs freie Sicht Richtung Satellit reichen, wo auch immer dies sei. Das ist der Knüller dieses Systems!

von dxbruelhart - am 13.09.2011 13:27
Zitat
Wiesbadener
Jetzt mal ganz im Ernst: Außer uns Freaks blickt da doch keiner mehr durch bei den neuen Techniken. Schaut mal z.B. in die WkW-Group von Radio Bob, da kommen tatsächlich so Fragen auf wie "Ich hab doch Sky, das ist doch digital. Wie kann ich hier über den Empfänger Bob hören?) Jede weitere Technik verunsichert die Hörer noch mehr. Resultat: Sie klammern sich an UKW.


Hier braucht es nun endlich mal Radios, die alle üblichen Techniken beherrschen, also für UKW, MW, LW, (KW), DAB(+), WLAN, und S-Band Satellit für EUR Radio; solche Radio sollte Solaris Mobile liefern können; dann wählt man einfach sein Programm, der Empfänger sucht sich selbst den Empfangsweg bzw. die Technik, und liefert das Programm an den Lautsprecher.
Ich bin auch der Meinung, dass wir jetzt fast zu viele (digitale) Empfangstechniken haben, deshalb muss man dies auf der Empfängerseite vereinfachen.

von dxbruelhart - am 13.09.2011 13:31
Zitat
zerobase now
Zitat
So könnten gut und gerne 50 Millionen Europäer als Kunden gewonnen werden


Das ist aber sehr optimistisch geschätzt. Wieviel "Kunden" hat den Astra in etwa?


50 Millionen??? :joke: Wenn das System 50.000 Kunden erreicht wäre es schon viel. Nein, einen solchen Stellenwert hat Radio nun doch nicht in Europa. Zudem: Wenn es keinen zusätzlichen terrestrischen Repeater für die jeweilige Stadt gibt, ist Indoor-Empfang nur an Fenstern mit Blick zum Satelliten möglich. Und so was lockt schon mal gar nicht, daher bleibe ich dabei: Die nächste Totgeburt.

von Wiesbadener - am 13.09.2011 13:42
Zitat
Mit diesem neuen System kann jeder diese Programme empfangen ohne aufwendige Satellitenempfangsanlage. Ein Radio und halbwegs freie Sicht Richtung Satellit reichen, wo auch immer dies sei. Das ist der Knüller dieses Systems!



Stimmt zwar, aber wie Wiebadener schon sagt, ist ein Indoor-Empfang so gut wie nicht möglich und auch ich würde behaupten, dass der Stellenwert des Radios nicht hoch genug ist, dass die Leute jetzt dafür die Elektroläden stürmen. Wir dürfen nicht von uns auf andere schliessen. Sieht man ja jetzt wieder bei DAB+ wie schwer es ist die Leute fur neues zu begeistern.

von zerobase now - am 13.09.2011 14:02
Zitat
Wiesbadener
Empfangsprobleme können mit terrestrischen Repeatern kompensiert werden.


Das bezweifle ich. Wie ich schon schrieb: Der Elevationswinkel beträgt in München rund 35 Grad, in Hamburg weniger als 30 Grad. Wenn die Antenne nicht in 4 m Höhe auf einem LKW, sondern auf einem PKW montiert ist, hat man sogar auf Autobahnen Probleme. Fährt man mit einem PKW in ungefähr östliche Richtung (UK und Irland: westlich), bricht der Empfang jedesmal wenn man an einem LKW vorbeifährt ein—also bei normalem Verkehr alle 30 Sekunden.

Bsp.: Hamburg, Höhe PKW 1.5m, Höhe LKW 4m, Differenz also 2.5m. Richtung Osten.

Daraus folgt: Notwendiger seitlicher Abstand der Antenne zur LKW-Dachkante=2.5m/tan30=4.33m.

C.p., aber Richtung SO, dann gilt: cos45*2.5m/tan30=3.06m

Oder allgemein: gesuchte Distanz=cos(Winkel zw. Fahrtrichtung und Satellit)*Höhendifferenz/tan(Elevation)

Eine Autobahnspur ist 3.5 bis 3.75m breit…


von Dah-di-dah-dit Dah-dah-di-dah - am 13.09.2011 14:09
Ich rechne da wirklich auch damit, dass der Empfang vereinfacht wird; also nicht so, wie es bei Worldspace-Afristar war, als die Antenne wirklich vollumfänglich freie Sicht brauchte Richtung Satellit; der Bereich von EUR-Radio ist ja genau bei UMTS, er schliesst sich direkt oberhalb von UMTS an, ist aber noch im gleichen Band, also 2100-2200 MHz, davon werden die obersten 15 MHz, die nicht von UMTS gebraucht sind, genutzt. Insofern sollte bei relativ hoher Sendeleistung und terrestrischen Stützsendern auch ein guter Empfang in Häusern möglich sein; ansonsten muss wohl die Antenne ungefähr Richtung Satellit ausgerichtet werden; der Empfänger müsste dann also in einem Zimmer mit Südfenster platziert sein.

von dxbruelhart - am 13.09.2011 14:10
Die die frage ist nur was die Mehrheit unter guten programm versteht? Bekommt man eigentlich diese, auf wechem Weg auch immer, für das System zahlende Mehrheit unter einen Hut? Der eine will 100 und mehr reine Musikkanäle wo er sich das was er gerade hören will aussuchen kann. Der andere will möglichst 100 total verschiedene Sender aus allen teilen Europas. Und so weiter... Nicht vergessen darf man auch die Leute die nur ihren örtlichen Radiosender hören damit sie auf dem laufenden bleiben was in ihrer Region so los ist. Dazu noch die besten Hits der letzten 2 Jahrhunderte damit das Hirn nicht abgelenkt wird und alles ist in Butter. Seien wir doch mal ehrlich. Es gibt nicht mehr so viele Freaks wie wir die sich abends nach einem langen Arbeitstag zur Entspannung lieber vor das Radio setzen als vor den Fernseher.

von Spacelab - am 13.09.2011 15:08
Payradio wird m. E. in D (und Mitteleuropa) NIE funktionieren. Im TV funktioniert das zumindest in D auch nicht wirklich gut (was gut ist :spos:).
50-100 Programme EU-weit sind auch etwas dürftig. Wenn man mal da das Radioangebot mit den Nur-Öffiis per DVB-C vergleicht.
Bei 50 sprngen doch nur max. 20 für Deutschland raus. Und das ist oftmals weniger als in einigen Großstädten per UKW.
Außerdem ist das System wohl wenig indoortauglich, also im Büro und in der Küche.

Eine Todgeburt (wobei ich bezweifel, dass das überhaupt zum starten kommt). Und wenn ja, steht das System nicht nur gegen FTA-UKW (u.a. in Hessen mit FFH und Planet), sondern gegen Internet und (hoffentlich) gegen DAB+. Wäre also in D nur ein Übertragungsweg unter vielen Uund der indoor mit Abstand aufwändigste, mobil trotz Laubbäumen vielleicht nicht).

Mein Tipp: Es wird -trotz Weihnachtsgeschäft 2011 after IFA 2011- nicht kommen...

Wobei EU-weites Radio schon erinen gewissen Reiz hätte. Zur Not auch mit dem Solaris-System.



von Schwabinger - am 13.09.2011 20:02
wenn das System zumindest so gut funktioniert wie Worldspace in Sachen Empfang, dann sind die Chancen durchaus gut. Natürlich ist eine entsprechende Auswahl (sowohl quali-, als auch quantitativ) deutscher Programme obligatorisch.
Mind. 100-200 deutsche oder deutschsprachige Programme wäre notwendig.

Für eine bestimmte Art von deutschssprachigen Programm wäre das neue System besonders vorteilhaft:
Für die deutschen Radiomacher in Spanien!!! So könnten sie die fehlende UKW Lizenz ersetzen und wären zumindest "quasi terrestrisch" empfangbar!!!!

von Radiopirat - am 13.09.2011 20:09
Ich hab das ganze mal hier überflogen.

Also erwarten würd ich mir von dem ganzen nicht allzu viel. Wie schon angeschnitten, ist die geringe Elevation von 35° und weniger ein großes Hindernis.

Ich habe Worldspace über viele Jahre IM Auto eingebaut gehabt und kenne deshalb die Probleme mit Bäumen, Häusern und Co. Man bekommt mit der Zeit schon einen Blick dafür, wo sowas geht. Aber über nur eine Sat-Position ist das ganze NICHT massentauglich.

von delfi - am 14.09.2011 06:41
Ich würde erstmal davon ausgehen, dass sich deutsche Sender nicht sofort um einen Platz prügeln werden.
Geht mal davon aus, dass dort Auslandsprogramme , Spanier und Italiener sein werden.
In Spanien wäre das System für die Großen gut um nicht nur in den Metropolen präsent zu sein.
Ich denke mal, dass das KOnsortium aus SES und Eutelsat auch sehr auf Dienste für die KFz industrie setzt. Sowas kann man gut aus den Werbevideos ableiten.

Aber spekulieren können wir hier viel.
Einzig für alle könnte man festhalten:
- 100 Programme sind zu wenig
- Empfang könnte durch die geostationäre Lage des Satelliten nicht überall gegeben sein.

Bin jedenfalls mal gespannt was da noch kommt bzw sich so ergibt. Ein bischen auskunftsfreudiger könnten sie sein (u.A fehlt mir auch ein Footprint für das S-Band )
Hat ncoh niemand mal bei Facebook was rumgenevt *g* um zu gucken ob man sich dort äußert?
( Hab selbst kein Facebook)

Gruß
Fx

von Felix 99 - am 14.09.2011 11:21
Auch wenn's leicht OT ist: Vor ein paar Jahren habe ich mal eine spezielle Satellitenschüssel fürs Autodach gesehen, mit der man angeblich unterwegs, auch während der Fahrt DVB-S vom Astra sehen und hören kann. Weiß jemand, wie viele von den Dingern abgesetzt worden sind?

Die Solaris-Technik mag im Grundsatz günstiger sein - wenn die ganze Plattform aber extra wegen 5000 betrieben werden muss, könnte sie im Betrieb trotzdem teurer sein.

Meine Einschätzung ist: Wer im Griechenlandurlaub unbedingt deutsches Radio während der Autofahrt hören möchte, für den wäre eine mobile Internetradiolösung vermutlich die bessere Lösung. Und das sage ich als entschiedener DAB+-Verfechter in Deutschland.

von freiwild - am 14.09.2011 12:19
Na toll , - mit den Spotbeams is Schluss mit Multikulti ^^
Hätte hier den de/at/ch-Beam , den fr/benelux - Beam - der italienische reicht nicht hoch genug.
In F hätt ich vielleicht ganz knapp mit was Overspill dann noch UK , Spanien kann ich aber auch dort
vergessen - muss dann wie immer Tropo herhalten.
:-( :-( :-(
Naja aus unserer Sicht als DX'er blöde, aber aus wirtschaftlicher und Frequenzökonomischer Sicht sicherlich nicht verkehrt. Die Sprachräume sind ja wunderbar abgesteckt.
Einzig der de/ch/at -Beam ist irgendwie etwas unterdimensioniert. Halb Österreich flutscht ja aus dem
"deutschsprachigen"-Beam wenn man ihn so nennen darf raus.

Nimmt man jetzt 100 Radios /Beam an, dann wird die Sache wieder "logischer" .

Fx

von Felix 99 - am 14.09.2011 17:36
Zitat
dxbruelhart
a) die Programmauswahl stimmt (grösstenteils englische Programme - Englisch ist das Esperanto für Europa, und wird auch von fast allen Europäern ausserhalb von Belarus und der Ukraine gesprochen und verstanden) - natürlich können da vor allem anspruchsvolle und Musikspartenprogramme reüssieren

Die Erfahrung hab ich eigentlich nicht gemacht. Meine Erfahrung ist eher das allenfalls die die Skandinavier und Ungarn Englisch als Zweitsprache sprechen.

Deutsche, Italener, Franzosen sprechen definitv kein Englisch als Zweitsprache. Sie können sich natürlich auch auf englisch ein Hotelzimmer oder Auto mieten, oder jemanden den Weg erklären ... aber für Filme oder Radiomagazine reichts meist nicht. Bzw. man könnte es vielleicht zwar wenn man sich reinhängen würde, aber man tut es nicht, weil es nicht sein muss.

Und so macht es sich dann auch beim Radio bemerkbar:

Solange man nur Musik hören will tuts auch ein Sender einer fremden Sprache, Hauptsache die Musik stimmt. Und in Europa gibts da ja fast überall ein passables Angebot.

Wenn man aber was bestimmtes will, dann muss es schon in der Heimatsprache sein.



von Martyn136 - am 15.09.2011 20:52
Mal eine Randfrage, was wäre wenn man von so einer 12Meter-Antenne ein UKW-Programm abstrahlen würde. Es geht mir jetzt nicht um "nur ein Programm und UKW ist voll", es gänge mir um die technische Reichweite. Es hieß doch irgendwo im Forum hier schon mal zum Beispiel auf dem Mond (oder halt im Weltall allgemein) könne man die UKW Programme empfangen. Wie würde das dann von oben runter funktionieren ?
Wenn das gehen würde könnte man das doch im Prinzip für DAB genauso umsetzen ?

Wie gesagt, es geht mir rein um das technische Gedankenspiel, nicht um das finanzielle dahinter (wer sollte so was bezahlen...)

von Felix II - am 16.09.2011 06:14
Zitat
Felix II
Mal eine Randfrage, was wäre wenn man von so einer 12Meter-Antenne ein UKW-Programm abstrahlen würde. Es geht mir jetzt nicht um "nur ein Programm und UKW ist voll", es gänge mir um die technische Reichweite. Es hieß doch irgendwo im Forum hier schon mal zum Beispiel auf dem Mond (oder halt im Weltall allgemein) könne man die UKW Programme empfangen. Wie würde das dann von oben runter funktionieren ?
Wenn das gehen würde könnte man das doch im Prinzip für DAB genauso umsetzen ?


Das würde wohl wirklich gehen, denn die Amateurfunker nutzen den Mond als Reflektor; zudem gibt es auch UHF-TV-DXer, die den Mond als Reflektor nutzen; hier müsste man wohl wirklich mit hoher Leistung vom Mond senden, so würde dies aber wohl wirklich klappen (aber nicht ganztags, halt einfach, solange der Mond über oder am dem Horizont ist).

von dxbruelhart - am 16.09.2011 06:49
Die 12m sind der Durchmesser des Paradolspiegels .... das nur zum Verständnis.
Zur Bemessung Parabolspiegel / Gewinn / Frequenz kann sich jeder bei Wiki & co selbst schlau machen ...

UKW vom geostationären Satelliten wäre eine riesige Ausleuchtzone, aber es ist müßig darüber zu diskutieren, da es eh nie passieren wird.
Die Größe kann sich jeder anhand der Höhe der Geostationären Satelliten unter Berücksichtigung
der Dämpfung auf dem Signalweg und des Sichtbereiches des Sat's selber ausmalen ;-)

Sollten das Topic "clean" halten und nicht zu weit abdriften :-)

Gruß

Felix :-)

von Felix 99 - am 16.09.2011 10:17
Zitat
dxbruelhart
Wer konnte dieses EUR Radio mit seiner Satelliten-Empangsanlage schon mal entdecken oder auch empfangen (wenn auch nicht decodieren)?

Es gibt meines Wissens nach noch gar keine Empfangsgeräte die in Serie produziert werden. Wie soll man das derzeit empfangen?
Frequenzbereich bei DVB-SH ist 2,2 GHz (S-Band) und das Daten-Format ist nicht kompatibel zu DVB-S oder DVB-S2.

von Winnie2 - am 20.10.2011 11:27
Hab grad via Newsletter die Info bekommen, dass die NRJ Group (F) gern sehen würde, dass die
Automobilindustrie DVB-SH integriert, da DAB in F ja stockt und man Solaris wohl vorzieht. ( Wenn ich mich recht erinnere tund ie das schon seit Jahren).
Artikel steht bei Telesatellite.com (http://www.telesatellite.com/actu/tp.asp?tp=40974)

Naja also ein großer Player wäre schonmal auf der Solarisseite.

Bin mal gespannt wann erste Empfänger kommen. Dauert bestimmt noch 1-2 Jahre ...


von Felix 99 - am 22.10.2011 10:05
Solaris ist aber kein DAB Ersatz. Alleine schon wegen der engeren Kapazitäten und der fehlenden Ragionalisierungsmöglichkeit. Für Frankreich könnte Solaris aber trotzdem recht interessant sein. Denn so könnte man kostengünstig auch die sehr dünn besiedelten Landstriche versorgen. Und das kommt NRJ natürlich sehr zugute. Vor allem da man eh kein Regional- oder Lokalprogramm hat. Also kann man auf die fehlende Möglichkeit zur Regionalisierung pfeifen.

von Spacelab - am 22.10.2011 11:09
Ich verstehe die Franzosen nicht mehr. Wollen überall die "Besten resp. die Erfinder" sein. (u.a. Ton im S/W-Fernsehen/SECAM/DMB-A usw.)

Da werden vor bald einem Jahrzehnt DAB-Sat-Frequenzen koordiniert, damit die übrigen Nachbarn diese im L-Band nicht mehr verwenden dürfen. Man bringt weder DAB-Sat noch DAB-terrestrisch auf die Beine und ruft nun bei jeder Gelegenheit etwas neues auf den Plan. Die Koreaner machen es ja vor, wie kombiniertes Sat und terrestrisches DMB funktionieren kann.

Nun den, es fehlt wohl allen in Europa etwas an Geld um neue Dinge in die Wege zu leiten. Natürlich auch weil der kommerzielle IP-Konkurrendruck nicht kleiner wird und man die dortigen Aktivitäten im Auge behalten muss.

Aber europäisches Sat Radio - ich weiss nicht - der Schuss könnte auch hinten hinaus gehen. Sollten sich aber auf einmal noch die Spanier und die Italiener anschliessen, das wäre dann eine andere Sache.

von drahtlos - am 22.10.2011 11:17
Zitat
dxbruelhart
Wer den Emppfangsbereich um 2.2 GHz mit seiner Satelliten-Empfangsanlage emfangen kann

Kann man mit vorhandenen Gerätschaften allerdings nicht, denn der LNC in der Schüssel ist auf den Frequenzbereich zwischen 11 und 13 GHz ausgelegt. Dazu kommt eine unterschiedliche Kanalbandbreite DVB-SH nutzt 5 MHz Kanäle DVB-S 26 oder 33 MHz Kanäle.

EUR Radio wird wahrscheinlich kostenpflichtiges Pay-Radio. Der verwendete Frequenzbereich gehört den Mobilfunkunternehmen. Möglicherweise wird man EUR Radio ja als Option zu seinem Mobilfunkvertrag dazubuchen können u. die Empfangsgeräte werden in Smartphones miteingebaut werden. Ich gehe zudem von verschlüsselter Ausstrahlung aus.

von Winnie2 - am 22.10.2011 13:17
Zitat
Felix Martin
Hab grad via Newsletter die Info bekommen, dass die NRJ Group (F) gern sehen würde, dass die Automobilindustrie DVB-SH integriert, da DAB in F ja stockt und man Solaris wohl vorzieht.

Es liegt auf der Hand, dass es weitaus effizienter ist, größere Flächen durch einen geostationär positionierten Satelliten und ein paar Füllsender mit geringer Leistung zu versorgen, als durch ein Netz aus terrestrischen 10-KW-Sendern.

Zitat
Spacelab
Solaris ist aber kein DAB Ersatz. Alleine schon wegen der engeren Kapazitäten und der fehlenden Regionalisierungsmöglichkeit.

Programme mit einem regionalen und lokalen Zielgebiet können durchaus weiterhin auf UKW senden; für landesweite Networks ist das mobil empfangbare Satellitenradio klar von Vorteil, da die Verbreitungskosten im Unterschied zu nationalen DAB+-Multiplexen niedriger sind.

Zitat
Winnie2
EUR Radio wird wahrscheinlich kostenpflichtiges Pay-Radio.

Das halte ich für fragwürdig, da das System ähnlich viele Programme aufweisen müsste, wie XM Satellite Radio in den USA, um überhaupt als Bezahl-Radio nur ansatzweise konkurrenzfähig zu sein.

Außerdem glaube ich kaum, dass die Anbieter, die gegenwärtig an der Testphase teilnehmen bzw. ein Interesse zeigen, je mit Pay-Radio an den Start gehen werden: Bei FFH, NRJ und 100% NL kann ich mir dies beim besten Willen nicht vorstellen.

Ich wage jetzt mal eine Prognose:
Nehmen wir an, das Europäische Satellitenradio würde im kommenden Jahr mit circa 50 frei empfangbaren Programmen aus ganz Europa an den Start gehen. Damit wäre man mit einem Schlag gegenüber DAB+ überlegen.
Dies wird zu einem nicht minderen Absatz an Empfangsgeräten führen, so dass die Programmveranstalter bei Eutelsat quasi Schlange stehen werden, um einen Übertragungskanal zu ergattern.
Ein bis dato nicht vorhandenes Interesse an DAB+ wird nach der Einführung des besagten Sat-Radios erst recht nicht zu wecken sein. Aufgrund der Tatsache, dass ein zweiter Bundesmux nicht vorgesehen ist und bei einer Verbreitung in dem ein oder anderen landesweiten Multiplex zu wenig Hörer erreicht werden, ist DAB+ auch für Programmveranstalter höchst inattraktiv und genauso zum Scheitern verurteilt, wie das frühere DAB.
Das Ergebnis stellt sich dann so dar, dass UKW für mindestens die nächsten 30 Jahre weiterexistieren wird, während es jedoch insbesondere im mobilen Bereich durch das Europäische Satellitenradio eine attrakive Ergänzung findet.

von Internetradiofan - am 22.10.2011 14:38
Zitat

Nehmen wir an, das Europäische Satellitenradio würde im kommenden Jahr mit circa 50 frei empfangbaren Programmen aus ganz Europa an den Start gehen. Damit wäre man mit einem Schlag gegenüber DAB+ überlegen.


Und wo soll man sein regionales Programm her holen? UKW? Und wer hat dann an so was noch weiter Interesse? Ich kann mir kaum vorstellen das sich ein Normaler Radiohörer (!!) aus Deutschland sich Programme aus Italien oder Spanien an tut. Für Radiofreaks ist so was wunderbar, aber für der Normaler Hörer....

Und hast du überhaupt Ahnung wie viel ein SAT-Transponder kostet und wie viele Programme da drauf passen? Und du wisst auch das du mit ein einziger SAT längst nicht überall Deckung hat und es Stützsender braucht die auch Geld kosten???

von Jassy - am 22.10.2011 15:11
Zitat
Spacelab
Nicht aufregen. Im Bundesmux Thread hat er nen Tritt vors Schienbein bekommen. Jetzt Trollt er halt hier weiter...

Hier sind wohl alle derart voreingenommen, dass man nicht sachlich über diverse Themen diskutieren kann: DAB+ ist demnach gut, das Europäische Satellitenradio, das eine ernstzunehmende, potentielle Konkurrenz dazu darstellt, tendentiell eher schlecht.
Wehe jemand ergreift Partei für das letztere (so wie ich): Der wird sofort als unseriöser Troll gebrandmarkt!

Trotzdem möchte ich auf Jassys Einwände eingehen, da diese nun einmal aufgeworfen worden sind.

Zitat
Jassy
Ich kann mir kaum vorstellen das sich ein Normaler Radiohörer (!!) aus Deutschland sich Programme aus Italien oder Spanien an tut. Für Radiofreaks ist so was wunderbar, aber für der Normaler Hörer....

Jetzt hast Du aber bei mir abgeguckt! ;)
Das ist ja genau die gleiche Argumentation, die ich im Hinblick auf den Bundesmurx, pardon: Bundesmux, verwende: Wer tut sich solche seelenlosen Festplattendudler wie Energy, BOB! und LoungeFM an?! :D

Zitat
Jassy
Und wo soll man sein regionales Programm her holen? UKW?

Leider muss ich wieder etwas ins Detail gehen:
Wenn ich nur mal die landesweiten Programme betrachte, so ist die Versorgung auf UKW gar nicht mal so schlecht.
Klar gibt es in einigen Ballungsräumen, bspw. im Rhein-Main-Gebiet, leichte Probleme, diese sind jedoch nicht so gravierend, dass die Mehrheit der Radiohörer genau deshalb den Drang verspürt, sich zwecks eines besseren Empfangs eigens ein DAB+-taugliches Autoradio anzuschaffen.

DAB+ kann nur an der Stelle punkten, wo es durch ein attraktives Zusatzangebot einen Mehrwert gegenüber UKW liefert und genau dort wird es künftig mit dem Europäischen Satellitenradio konkurrieren müssen.
Genau in dieser Hinsicht ist das letztere jedoch besser aufgestellt.

Mit klassischen Hitradiostationen ist der Markt bereits auf UKW gesättigt.
Zusätzliche Programme werden deshalb Spartenradios sein, die vorrangig bestimmte Zielgruppen bedienen.
Für derartige Programme, sofern ihnen keine Stützfrequenzen auf UKW zur Verfügung stehen, ist die Gewährleistung einer möglichst hohen technischen Reichweite unabdingbar; - und genau an dieser Stelle stoßen wir bei DAB+ auf ein Problem!

Wenn die Aussagen hier im Forum wirklich zutreffen, dass ein zweiter Bundesmux nicht in Planung ist, bleiben lediglich die Landesmuxe übrig.
Nehmen wir bspw. eine Schlagerwelle wie Radio Paloma oder ein R&B-Sender wie DEFJAY: Was würde sich für diese Stationen eher rentieren: Die Verbreitung in drei oder vier Landesmuxen, bspw. in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen, oder gleich von Anfang an eine europaweite Ausstrahlung mittels des Europäischen Satellitenradios?

Zitat
Jassy
Und hast du überhaupt Ahnung wie viel ein SAT-Transponder kostet und wie viele Programme da drauf passen? Und du wisst auch das du mit ein einziger SAT längst nicht überall Deckung hat und es Stützsender braucht die auch Geld kosten???

Auf der Kostenseite lässt sich das ganze schwer abschätzen, da entsprechende Zahlen noch nicht veröffentlicht wurden; ich vermute jedoch, dass eine Verbreitung in diversen landesweiten DAB+-Multiplexen in der Summe teurer sein wird, als ein Kanal via Eutelsat (plus Stützsender mit niedriger Leistung); wobei natürlich auch hier mit monatlichen Kosten im sechsstelligen Bereich zu rechnen sein wird.
Auf der Einnahmeseite ist der Fall jedoch klar: Selbst wenn DAB+ genauso gut angenommen werden würde, wie das künftige Sat-Radio, können mit letzterem einfach mehr Hörer erreicht werden (da man eben nicht auf bestimmte Bundesländer beschränkt ist), woraus höhere Werbeeinnahmen resultieren.
Sofern das Sat-Radio mittelfristig vom Verbraucher sogar besser angenommen wird, als DAB+, könnten letztere sogar noch über denen liegen, die sich bei einer hypothetischen Verbreitung im Bundesmux erzielen ließen!

von Internetradiofan - am 22.10.2011 18:07
Zitat

Wer tut sich solche seelenlosen Festplattendudler wie Energy, BOB! und LoungeFM an?! :D


Also das sind schon Inlandprogramme wo auch Deutsch gesprochen wird. Irgendwie vermute ich das der Reiz zum abschalten bei der normaler Hörer bei Auslandprogramme viel höher liegt als bei Inlandprogramme.

Zitat

Nehmen wir bspw. eine Schlagerwelle wie Radio Paloma oder ein R&B-Sender wie DEFJAY: Was würde sich für diese Stationen eher rentieren: Die Verbreitung in drei oder vier Landesmuxen, bspw. in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen, oder gleich von Anfang an eine europaweite Ausstrahlung mittels des Europäischen Satellitenradios?


Freilich das letzte. Sie scheine allerdings kein Interesse an eine Terrestrische Verbreitung zu haben, ansonsten hat man sich ja für der Bundesmuxx bewerben können. Und ob dann das SAT-Radio so interessant ist, wo es noch kein Geräten gibt und es noch alles in die Kinderschuhe steht..?



von Jassy - am 22.10.2011 18:18
Mit was will man dieses SAT-Radio empfangen? Wenn es kompatibel zu Sirius resp. XM-Radio wäre, könnte ich mir das ganze noch vorstellen. Eine terrestrische Versorgung wird praktisch gleich teuer wie bei DAB, da stelle ich mir vor: Indoor-Empfang mit einfachen Empfängern mit 10 Euro-Aufpreis gegenüber einem UKW-Empfänger. Wenn da nur 5-10 Programme on air sind, sehe ich kein Bedürfnis. Wenn dann aber noch monatliche Gebühren fällig werden, sehe ich das ganze zum Scheitern verurteilt.

Kommt Zeit - kommt Rat, vielleicht werden die Franzosen doch noch das 1,6GHz DAB/DMB in die Wege bringen.:D

Im übrigen: Unser Internetradiofan nutzt jeden Thread um über DAB zu lästern, inzwischen lächerlich das ganze.

von drahtlos - am 22.10.2011 20:34
@Internetradiofan: Dein Verhalten hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun. Das ist Trollverhalten wie aus dem Lehrbuch. Mit allem drum und dran. Inklusive Beratungsresistenz, ignorieren von Argumenten die dir nicht in den Kram passen und das ewige wiederholen der immer und immer gleichen Phrasen deinerseits. Und dass das nicht nur aus einem Lager kommt, so wie von dir vorgeworfen, zeigen mir die sich häufenden Beschwerden über dich selbst von Nutzern die DAB Contra sind. Und jetzt reiß dich augenblicklich am Riemen sonst gibts umgehend einen Freiflugschein. So langsam platzt mir nämlich die Hutschnur!

Und jetzt bitte zurück zum Thema...

von Spacelab - am 22.10.2011 22:44
Ich frage mich, was diese blöden Vergleiche "System A ist besser als System B" eigentlich bezwecken sollen. Akzeptiert einfach, dass es im digitalen Zeitalter für Rundfunk keinen einheitlichen Verbreitungsweg und keine einheitliche Verbreitungstechnik geben wird.

Jedes neue System, dass eigene Empfangsgeräte erfordert, muss eine Durststrecke überwinden. In erster Linie kommt es darauf an, Verbündete bei den Geräteherstellern und beim Vertrieb zu finden. Ein großes inhaltliches Angebot ist für sich allein betrachtet ohne Wert.

Und das Geschäftsmodell muss natürlich marktgerecht sein.

Mobil-TV via DMB und DVB-H ist in den meisten europäischen Ländern gescheitert, weil man dies nicht beachtet hat. Pay-TV war nicht marktgerecht, da der Kundennutzen nicht ausreichend war; und man hat versucht es gegen die Interessen des Mobilfunks einzuführen. Folglich war die Unterstützung durch Gerätehersteller gering. Hinzu kam der falsche Zeitpunkt der Einführung (DVB-H veraltet, von DVB-T2 abgeleitete zweite H-Generation noch nicht verfügbar). Und dann kam das Smartphone mit Video on Demand und lief linearem Mobil-TV davon.

Was DAB in allen Varianten angeht, ist in Erinnerung zu rufen, dass es in erster Linie terrestrisches FM im UKW-Band II ersetzen soll (vielleicht dann auch FM im Kabel). Es soll nicht Satradio via ADR oder DVB-S ersetzen und auch kein Kabelradio via DVB-C (von DVB-S gespeist). In Großbritannien ist die FM-Abschaltung bereits gesetzlich geregelt. Die großen Programmketten sollen abgeschaltet werden, nachdem eine digitale Nutzung des Hörfunks von über 50% erreicht worden ist, wobei digital ALLE Verbreitungswege beinhaltet. Eigentlich müsste man sagen, es wird abgeschaltet, nachdem die FM-Nutzung unter 50% gefallen ist.

Generell gilt, dass bei DAB+ mit Übertragung in hoher Qualität und mit Bildern (Slideshow) ca 7 - 8 FM-Sendernetze durch ein einziges DAB-Netz ersetzt werden können, also eine deutlich Kostenersparnis.

Dies sind alles Punkte, die bei den dämlichen Vergleichen nicht beachtet werden, da man wegen einer ideologischen Betrachtungsweise im Denken eingeschränkt ist.

Und ich denke, dass das neue Satellitenradio durchaus eine Chance hat, wenn man es richtig anpackt, Verbündete sucht und die Anforderungen des Marktes berücksichtigt. Die Firmen Eutelsat und SES, die hinter dem Projekt stehen, haben genügend Potenz eine längere Anlaufphase zu überstehen.

Ich bezweifle aber, dass geostationäre Satelliten der geeignete Sendeort für mobilen Empfang in Europa sind. Sie sind aber hervorragend für Afrika, Südamerika und Südasien geeignet



von Manfred Z - am 23.10.2011 08:43
Man könnte doch auch den Dab+ Bundesmux von einen geostationären Satelliten per Spotbeam ausstrahlen, auf einer VHF Band 3 Frequenz, wie üblich.
Auch im All kann man genügend Power aussenden (effiziente große Solarpanels), um auf der Erde Indoorempfang zu haben. Die Topografie spielt plötzlich gar keine Rolle mehr und die Tunnelprobleme gibt es ja bereits bei der terrestrischen Ausstrahlung und müssen eh in den Tunneln selbst gelöst werden.

Oder man würde so etwas für eine Art DAB Euromux nutzen.

Jedenfalls stelle ich mir das günstiger vor, für die Anbieter, als den Betrieb von >100 Sendern mit Wartung, den Zuleitungen usw.

Statt viele Sender in wenigen Hundert Metern Höhe, gäbe es nur einen in ein paar Tausend Metern Höhe. ;)
Das käme Flächendeckend in jede "Ritze".
Und das beim Nutzen eines Standards, der bereits ausgerollt wird und für den es bereits viele (günstige) Enpfänger gibt.

Das bessere Solaris?
Was spräche (technisch) dagegen?



von Matthias K. - am 23.10.2011 09:40
Ich glaube damals hieß es die Satelliten würden zu groß und schwer werden. Für so etwas wie dir vorschwebt wurde damals S-DAB entwickelt. Also eigentlich genau das was du dir vorstellst nur im L-Band. Aufgrund der extremen höhe des Senders und der ordentlichen Sendeleistung wäre die hohe Frequenz kein Problem gewesen. Also nicht zu vergleichen mit den L-Band Sendern hier auf der Erde. Jedenfalls könnte jedes DAB Radio mit L-Band auch diese Sat-Ausstrahlung empfangen. Und wie wir in einem anderen Thread ja schon festgestellt haben bräuchten die meisten Radios nur ein Firmwareupdate um L-Band tauglich zu werden.

In jedem Fall fände ich eine Kombination aus üblichem DAB(+) und einem wie auch immer geartetem Sat-Radiosystem für durchaus sinnvoll. Allerdings denke ich das es so etwas wie XM oder Sirius aus den USA werden würde. Also 100%iges Pay-Radio. Wenn das Angebot stimmt wäre das aber zugegeben nicht ohne Reiz.

von Spacelab - am 23.10.2011 10:59
Das versucht man ja aktuell mit DAB. Die Franzosen kommen mittlerweile auch von DMB zu DAB+. Nur auf die Ammis kann man leider nicht zählen. Aber die müssen ja immer eine Extrawurst haben. Beim Mobilfunkstandard wollten sie ja GSM auch nicht haben.Im Asiatischen Raum ist man schon wieder einen Schritt weiter wie wir mit einer Mischung aus (S-)DAB+ und (S-)DMB. Mal so rein von der technischen Seite her betrachtet wären Multinormempfänger weniger ein Problem. Manchmal glaubt man aber dass das gar nicht gewünscht ist.

von Spacelab - am 23.10.2011 13:10
Die größte Schwierigkeit sehe ich darin, dass der Elevationswinkel zum Satelliten bei uns nur irgendwo zwischen 28 Grad ( Norddeutschland ) und 35 Grad ( Süddeutschland ) liegt und man somit davon ausgehen muss, dass der Empfang an vielen Stellen wegen fehlender Sichtverbindung NICHT klappen wird. Eine Lösung könnte sein, dass man Satellitenbahnen, wie sie von Sirius 1 und 2 in Nordamerika benutzt werden ( siehe Seite 1 dieses Threads ), auch in Europa nutzt. Vermutlich würde das Projekt damit aber deutlich teuer werden, als es bei dem derzeitigen Lösungsansatz der Fall ist.



von klausklaus - am 23.10.2011 14:33
Solaris will sein EUR Radio mit Rückendeckung von Astra und Eutlelsat on air bringen: Das schreibt kielerförde - auch zum aktuellen Rest von Worldspace Afristar:

http://www.dxaktuell.de/?p=2136

Mobiles Satellitenradio von SES Astra und Eutelsat
3. November 2011

Wenig Blätter, wenig Programme: Nur noch zwei Sender sind über Worldspace im November zu empfangen.
Was mit Sirius-XM in Nordamerika bereits seit Jahren Erfolg hat, versuchte auch “Worldspace” vor einigen Jahren nach Europa zu bringen, doch der Traum zerplatzte: Mobiles Satellitenradio gibt es in Europa bisher noch keines. Nun wagt ein irisches Unternehmen einen neuen Versuch und hat SES Astra sowie Eutelsat im Rücken.

“Solaris Mobile” startete im Herbst den Testbetrieb seines Projektes “EURRADIO”, einem Satellitenradiosystem, dessen Signal über den Satelliten W3A zusätzlich durch terrestrische Stützsender verstärkt werden soll, um auch etwa in Tunnels, Indoor oder in Großstädten einen zuverlässigen Empfang zu gewährleisten. Entsprechende Gespräche würden derzeit in Frankreich und Italien geführt, um entsprechende Stationen in Betrieb nehmen zu können.

Im Vergleich zum amerikanischen Sirius-XM-Radio wird die Programmvielfalt zu Anfang jedoch noch begrenzt sein: Rund 30 verschiedene Radiosender sollen in den kommenden sechs Monaten in mehreren Sprachen empfangbar sein, drei sind bereits auf Sendung. Bei diesen Sendern handelt es sich um die Programme “Hit Radio FFH” und “Planet Radio” aus Hessen sowie um das niederländische “Radio 100% NL”. Das TV-Programm “France 24″ wird ebenfalls testweise über EURRADIO verbreitet. Demnächst sollen unter anderem das türkischsprachige “Radyo Türk” aus Siegburg sowie “Christian Radio” der UCB-Gruppe aus Großbritannien über diesen neuen Empfangsweg auf Sendung gehen.

Entsprechende Empfangsgeräte sind jedoch noch nicht auf dem Markt. In der aktuellen Versuchsphase stünde man mit verschiedenen Geräteherstellern in Kontakt, um mit diversen Prototypen das Potenzial seines paneuropäischen Radiosystems, welches im S-Band ausgestrahlt wird, zu demonstrieren, so das Unternehmen.

Derzeit besitze “Solaris Mobile” Lizenzen zur Verbreitung seines Angebots in 17 EU-Staaten und bemüht sich um weitere Zulassungen in anderen europäischen Ländern. Ob EURRADIO jedoch seine Hörer finden wird, ist fraglich. Schließlich kann das Angebot bisher nicht mit einer Sendervielfalt wie Sirius-XM aufwarten. Unklar ist außerdem, inwiefern die Programme kostenlos empfangbar sein werden und welche Preise das Publikum für Empfangsgeräte und eventuelle kostenpflichtige Angebote bereit ist zu zahlen. Vielversprechend klingen jedoch die Möglichkeiten zur Einbindung dieser Dienste in Smartphones und Navigationssysteme, da EURRADIO nach Angaben von “Solaris Mobile” auch einen “Rückkanal” zur Übertragung von Daten zur Verfügung stellen kann.

Übrigens, apropos Satellitenradio: Über das Worldspace-System (Afristar) auf L-Band-Basis sind in Mitteleuropa derzeitig nur noch zwei Kanäle empfangbar. Zwar gibt es noch mehrere Programmplätze mit entsprechenden Sendernamen, doch einzig auf WRN 1 und WRN 2 wird ein Radioprogramm übertragen (s. Foto).

- Video: http://www.solarismobile.com/media/solaris-tv/solaris_mobile_corporate_video

von dxbruelhart - am 03.11.2011 13:45
Ich glaube nicht an einem Erfolg. Wenn man zeitgleich über DAB+ und UKW kostenlos Programme empfangen kann, werden normale Hörer nicht noch Geld dafür ausgeben. Stationär gibt es auch noch kostenloses Internetradio. Insgesamt finde ich die Möglichkeit natürlich schon interessant. Vor Jahren nutzte ich noch Worldspace. Da gab es auch mal kostenlose Musikkanäle. Aber in der heutigen Zeit würde ich für 30 oder sogar 100 Programme nicht noch zahlen wollen. Ich habe ehrlich gesagt auch noch nicht verstanden, wie man auch ein Empfang in Gebäuden, Zügen sowie im Auto realisieren will. Zu berücksichtigen sind zum Beispiel Brücken, Geschwindigkeit, usw.

von pfennigfuchser - am 04.11.2011 06:31
Bei dem damals von den Worldspace Jungs geplanten Nachfolgesystem sollten Repeater auf der Erde zum Einsatz kommen. Anders ließe sich eine Indoor Versorgung gar nicht und eine mobile Versorgung nur schwer realisieren hieß es damals. Das machte das ganze System aber viel teurer als geplant und außerdem musste man die benötigten Repeater von der entsprechenden Regulierungsbehörde erstmal genehmigen lassen. In der Schweiz waren ja einige schon genehmigt worden. Man muss hier aber bedenken das sich das alles im L-Band abspielte. Im nun geplanten S-Band dürfte der mobile Empfang nochmal schwieriger sein. Hier müssten also noch mehr erdgebundene Repeater her.

von Spacelab - am 04.11.2011 07:36
Wer überzeugt mich, dass so ein System auch fahrzeugtauglich sein könnte? Bei Elevationswinkeln zwischen 28 und 35 Grad genügt doch schon ein im Wege stehendes Gebäude, um die Sichtverbindung zum Satelliten zu unterbrechen. Wollte man alle diese Fälle durch einen Repeater abdecken, dann könnte man auf die teure Satellitenversorgung auch gleich ganz verzichten! Ne Leute, das Ganze ist ein "tot geborenes Kind"!

von klausklaus - am 04.11.2011 14:18
Die Infosat hat einen ausführlichen Bericht mit Interview über Solaris Mobile EUR Radio im Heft 11/2011:

30 Sender via Satellit

Solaris Mobile startet Free-Radio-Paket


Mit großen Plänen will Solaris Mobile frischen Wind in den europäischen Radiomarkt bringen: Das Gemeinschaftsunter- nehmen der Satellitenbetreiber SES und Eutelsat startet ein unverschlüsseltes Digitalradiopaket mit rund 30 Programmen, das via Satellit in ganz Europa verbreitet wird. Die Zielgruppe von Eur Radio sind zunächst vor allem Autofahrer, die auf diese Weise ein einheitliches digitales Hörfunkbouquet flächen deckend empfangen können, das im Gegensatz zu UKW und DAB+ keine Landesgrenzen kennt. Auch über Roaming- Gebühren, die bei Internet-Radio-Livestreams über Mobil- funknetze nach Grenzübertritt anfallen, müssen sich die Nutzer keine Gedanken machen. INFOSAT sprach mit Hermann Schulte-Kellinghaus, Senior Business Development Officer von Solaris Mobile, über das innovative Angebot.

Deutsche Sender im Paket

Eur Radio startete Anfang September 2011 anlässlich der internationalen Rund- funktechnik-Fachmesse IBC in Amster- dam mit fünf Sendern: An Bord sind die beiden deutschen Privatradios Hit Radio FFH und Planet Radio, der niederländi- sche Radiosender Radio 100% NL, der französische Auslandsdienst Radio France Internationale und der französische TV- Nachrichtenkanal France 24. Das Paket wird unverschlüsselt im S-Band (2-GHz- Bereich) im DVB-SH-Verfahren auf dem Satelliten W2A (10° Ost) ausgestrahlt. In den nächsten Monaten sollen nach An- gaben von Schulte-Kellinghaus Stützfre- quenzen in Großstädten dazukommen, die das Bouquet parallel zum Satelliten über terrestrische Sendeanlagen ausstrah- len. Die hybride Lösung verhindert, dass es zu einer Unterbrechung kommt, wenn das Satellitensignal durch Abschattungen von hohen Gebäuden in dicht bebauten Innenstadtlagen nicht beim Empfänger ankommt.

Ergänzung zu DAB+

Solaris Mobile betrachtet Eur Radio auch als Ergänzung zu terrestrischen Digitalradiosystemen wie DAB+, wie Schulte-Kellinghaus betonte. Durch die Flächenversorgung des Satelliten erreiche das Paket auch Regionen, in denen DAB+ nicht ver fügba r sei . Ein weiterer Vor tei l sei der einheit l iche Ansat z: Das Prog ramman- gebot, die Technologie und die Empfangs- geräte seien identisch in ganz Europa – im Gegensatz zum terrestrischen Digi- talradio, bei dem jedes Land seinen eige- nen Weg gehe. Dies mache Eur Radio für Konzerne attraktiv, die ihre Produkte in ganz Europa vertreiben, etwa die Auto- mobilindustrie, sagte Schulte-Kellinghaus: "Wir verzeichnen seitens der Autoherstel- ler starkes Interesse"; Denkbar seien auch Sonderdienste für die Automobilindustrie, etwa Karten- und Software-Updates von Navigationssystemen, aktuelle Verkehrs- berichte und Warnhinweise. Solaris Mo- bile kommt dabei zugute, dass es sich bei Satel l iten im Gegensatz zu Mobi l funknet- zen um eine Rundfunk-Verbreitungstech- nologie handelt, die mit einem Signal eine unbegrenzte Zahl an Empfängern versor- gen kann - europaweit, ohne SIM-Karte, Mobilfunkvertrag, Prepaid-Guthaben oder Roaming-Gebühren. Auch in den USA sind die beiden Satellitenradio-Anbieter Sirius Satellite Radio und XM Satellite Ra- dio vor allem durch den mobilen Empfang im Auto groß geworden: Erstmals war es möglich von der Ost- bis zur Westküste die gleichen Sender zu empfangen - ein Wohl- genuss für viele Autofahrer, die bislang in jeder größeren Stadt den Sender wechseln mussten. >>

Mobile Zielgruppe

Eine wichtige Zielgruppe von Eur Radio sind Pendler, Berufskraftfahrer und Fern- fahrer, die während langer Strecken und über Landesgrenzen hinweg die gleichen Sender empfangen wol len. Auch ausländi- sche Mitbürger, die Programme in ihrer Heimatsprache hören möchten, sollen an- gesprochen werden. Als Beispiele nennt Schulte-Kellinghaus die großen Gruppen der Türken und Polen, die in Deutschland leben und arbeiten, aber via UKW oder DAB+ keine Pro- gramme in ihrer Landessprache emp- fangen können. Eur Radio könnte diese Versorgungslücke schließen. Auch Lastwagenfahrer, die zwischen den verschiedenen Tei- len Europas ver- kehren, wären mit Programmen in ih- rer Heimatsprache versorgt.

Ausbau des Angebots

Bis Anfang oder Mitte Februar 2012 will Eur Radio sein Paket schrittweise auf rund 30 Sender erweitern. Geplant sind sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Programme in fast allen EU-Landessprachen mit Nachrichten, Musik und Unterhaltung. Der Schwer- punkt liegt beim Hörfunk. Fernsehsen- der wie France 24 sollen nach Angaben von Schulte-Kellinghaus zunächst die Ausnahme bleiben, da diese mehr Kapa- zität beanspruchen als Hörfunkangebote. Während der Versuchsphase ist Eur Radio ein nicht-kommerzielles Projekt, mit dem vor allem die Service-Qualität und Akzep- tanz der Nutzer getestet werden sollen. Mit Blick auf die anschließende kommer- zielle Markteinführung führt Solaris Mo- bile derzeit Gespräche mit interessierten Plattformbetreibern, Vertriebsgesellschaf- ten und Endgeräteherstellern. Alle Sender werden unverschlüsselt ausgestrahlt. Die Empfangsgeräte werden laut Schulte- Kellinghaus jedoch über Conditional- Access-Einheiten verfügen, so dass sie sich technisch für den Empfang von verschlüs- selten Angeboten eignen würden. Ob es jemals Pay-Radio bei Eur Radio geben wird, ist derzeit allerdings noch unklar.

Pay-Radio in Italien

Auf ein kostenpflichtiges Modell setzt hingegen Class Editori: Der italienische Medien- und Verlagskonzern startet via Solaris Mobile ein Pay-Radio-Paket im DVB-SH-Verfahren, das über ein hybrides Netz per Satellit und terrestrische Um- setzer in Italien verbreitet wird. Die erste Testphase startet im Oktober 2011 mit anschließender kommerzieller Nutzung. Auch in Italien sind zunächst Autofahrer die Zielgruppe. Class Editori will an die Pay-Radio-Abonnenten einen Mini-Emp- fänger im Pocket-Format vertreiben, den sie über die USB-Schnittstelle oder per Aux-Kabel an ihr herkömmliches Autora- dio anschließen können. Wie bei Nach- rüstsätzen für Handy-Freisprechanlagen oder Autotelefone wird die Antenne für das Satellitensignal innen oder außen am Fahrzeug befestigt. Die Antenne für den Empfang der terrestrischen Umsetzer ist bereits in die Geräte eingebaut. Per Wifi lässt sich der Mini-Empfänger auch draht- los mit Handys oder Tablet-PCs verbinden, darunter das iPhone und iPad von Apple. Die DVB-SH-Chipsets für die Endgeräte so- wohl von Eur Radio als auch Class Editori liefert der französische Technologieher- steller Dibcom. Langfristiges Ziel ist, die Empfänger fest in die Autoradios einzu- bauen, wie es in den USA bei Sirius XM Satellite Radio der Fall ist.>

Satellit als Chance
Trotzdem halte ich mobiles Satellitenradio auch in Europa für einen interessanten Verbreitungsweg, der eine Chance auf dem Markt haben könnte. Ich denke da- bei vor allem an die Versorgung in Autos, gerade auch beim grenzüberschreitenden Verkehr, denn Satellitensignale machen an Landesgrenzen nicht Halt. Ein starker Vor- teil ist die mobile Empfangbarkeit in Fahr- zeugen oder mit Multimedia-Handys. Wir sind mit unseren Programmen zwar schon auf Astra (19,2° Ost) vertreten, doch dafür wird nach wie vor eine Satellitenschüssel benötigt. Letzten Endes wird aber auch beim mobilen Satellitenradio der Verbrau- cher entscheiden, ob es ein Erfolg wird.
INFOSAT: Warum Free- statt Pay- Radio?
Hillmoth: Der Hörfunk ist in Deutsch- land traditionell ein frei empfangbares Medium. Pay-Radio würde es meiner An- sicht nach schwer haben, sich durchzu- setzen. Wenn es eine Chance für mobiles Satellitenradio über Direktstrahlsatelliten in Deutschland gibt, dann mit einem un- verschlüsselten Angebot. Wir setzen da- her bei Eur Radio auf Free-Radio. INFOSAT: Welche Digitalradio-Tech- nologie wird sich durchsetzen? Hillmoth: Ich denke, dass der digitale Hörfunk im Gegensatz zur analogen UKW-Technik nicht mehr über einen einzelnen Verbreitungsweg zum Hörer gelangt, sondern sich auf mehrere Platt- formen verteilen wird. Die Empfänger werden als Multinorm-Geräte verschie- dene Übertragungswege und -standards in sich vereinen, etwa UKW, DAB+, Web- radio und DVB-SH. Je nach Empfangsort und gewünschtem Programm sucht sich der Receiver den am besten geeigneten Empfangsweg heraus. Als Hörfunkver- anstalter ist es für uns wichtig, auf allen Verbreitungswegen vertreten zu sein: Wo der Hörer ist, da sind wir auch.
INFOSAT: Herr Hillmoth, vielen Dank für das Gespräch

von dxbruelhart - am 30.11.2011 20:36
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