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Radioforum
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
lambic, Nohab, Kay B, LogPer, Radio-DX, Optimierer, WiehengeBIERge, Jürgen Martens

{DVB-T} Preselektion mit Bandpass-Filtern

Startbeitrag von lambic am 20.09.2011 18:38

Kürzlich habe ich für überschaubares Geld einige UHF-Bandpass-Filter unterschiedlicher Bauart aus der TV-Sendetechnik erbeutet. Kiloschwere Klopper. :D Ich habe sie zwischen einen Heimann-Kanalgruppenverstärker (E47-E51) und den Receiver geschaltet und den Empfang aus Strasbourg-Nordheim getestet. Zumindest auf Kanal 51 war eine deutliche - durch schnelles Umstecken verifizierbare - Verbesserung festzustellen.

(Ich hatte vor einigen Monaten wegen Nachbarkanalstörung durch Kanal 52 Versuche mit Alcad-Kanalsperren gemacht, diese mussten jedoch ständig mühselig nachjustiert werden.)

Ich habe zwei Filter versuchsweise parallelgeschaltet (Kanal 47+51) - fliegender Aufbau mit T-Stücken - was auch funktioniert hat.
Möchte das Ganze gerne mit drei Filtern fest installieren. Gibt es bei der Parallelschaltung von Bandpässen Dinge zu beachten, von denen ich nichts ahne?
Zwischen Vorverstärker und Receiver liegen ca. 25 Meter. Empfiehlt es sich, die Filter näher am VV oder näher am Receiver zu montieren?


Antworten:

Komponenten einer HF-Übertragung haben einen bestimmten Wellenwiderstand, auch Impedanz genannt.
Dieser Widerstand beträgt bei Rundfunk-Empfangsanlagen 75 Ohm.
Schaltet man zwei solcher Komponenten (z.B. Filter) mittels einfacher T-Stücke parallel, so halbiert sich die Gesamtimpedanz,
bei drei parallel geschalteten Komponenten beträgt sie nur noch 1/3.
So eine krasse Fehlanpassung verursacht Reflexionen und Verstimmungen in den einzelnen Filtern.
Das darf man auf keinen Fall machen !
Die Lösung: Die Filter hintereinander schalten !
An welcher Stelle in der Leitung zwischen Vorverstärker und receiver sie sich befinden ist ziemlich egal. Bei starken Signalen sollte das entsprechende Filter VOR dem Verstärker eingeschleift werden, um diesen pegelmäßig zu entlasten. Das ist üblicherweise auch der Grund, worum man Sperrfilter für einzelne Kanäle einbaut.
Also: Das Sperrfilter für den Kanal mit dem größten Pegel VOR dem Verstärker einschleifen und die beiden anderen Filter dahinter.
Viel Erfolg!

von Jürgen Martens - am 21.09.2011 06:57
Ähem, wenn man Bandpass-Filter unterschiedlicher Frequenz hintereinanderhängt, kommt nichts mehr hinten raus.
Eine saubere Anpassung bekommt man mit Leistungskopplern, die impedanzrichtig auf mehrere Abgänge aufteilen und wieder zusammenführen.
T-Stücke sind Bastelkram. Wenn man es trotzdem damit machen will, bleibt einem nur übrig, zwischen jedem Abgriff und jeweiligen Filtereingang/Ausgang ein Anpaßglied zu schalten.
Ist allerdings eine nette Bastelei.


von Nohab - am 21.09.2011 15:05
Selbst die T-Stücke, die man im Baumarkt bekommt, haben doch einen HF-Transformator drin, der die Impedanz der beiden Ein- bzw. Ausgänge auf 75 Ohm anpaßt.


von Kay B - am 21.09.2011 15:19
Öhmm, nö. Die Anschlüsse sind einfach durchverbunden.
Mehr ist für einen Euro fuffzich nicht zu erwarten.
Es würde mich doch sehr wundern, wenn es anders wäre.


von Nohab - am 21.09.2011 15:28
@ Nohab

Ähhhh, doch!

Ich hatte so ein Teil mal offen, da es in Plastik eingegossen war und sich eine Buchse schon gelockert hatte.

Drin war ein Doppellochkern.

Man sollte das eigentlich ganz einfach überprüfen können, ob da ein HF-Transformator drin ist. Wenn die Innenleiter aller drei Anschlüsse galvanisch nicht miteinander aber jeweils mit der Masse verbunden sind, dann wird da ein HF-Transformator drin sein.


von Kay B - am 21.09.2011 16:03
Danke für den Hinweis auf die Halbierung bzw. Drittelung der Impedanz.
Daran hatte ich wirklich nicht gedacht...
Zwei dieser Bandpass-Filter haben am Ein- und Ausgang eine Einstellmöglichkeit für die Anpassung. Werde das mal genauer betrachten.

Es handelt sich übrigens um drei vierstufige Filter (z.B. Fuba PZK 652, ein 2-Kilo-Teil, das mit dem Akkuschrauber abgestimmt wird), die abstimmbare lambda/4-Leitungskreise darstellen.
Der vierte Filter ist ein abstimmbarer einzelner Topfkreis aus massivem versilbertem Messing, den wohl mal jemand selbst an der Drehmaschine geschnitzt hat.



von lambic - am 21.09.2011 16:04
Wegen den T-Stücken, es gibt beides, bzw. sogar 3 Varianten.
Welche, wo einfach alle 3 Anschlüsse durchverbunden sind, welche, wo immerhin Widerstände drin sind und welche mit Richtkoppler.
Am meisten verbreitet sind bei den Aufsteck-T-Stücken die, wo Widerstände drin sind...



von WiehengeBIERge - am 21.09.2011 19:19
Kann mir mal bitte jemand eine Bezugsquelle für die hier so hochgelobten Heimann-Antennenverstärker nennen? Ich bräuchte einen Kanalgruppenverstärker, der mir die UHF-Kanäle 26 und 31 rauscharm verstärkt (Empfang des ARD-Mux und WDR-Mux aus Minden-Jakobsberg im 70 km entfernten Wietze). Was würde so ein Verstärker kosten und welche technischen Daten hätte er bei den angegebenen Kanälen?

von Optimierer - am 12.10.2011 20:44
Versuche es mal über Paul Daniel. Er ist hier im Forum unter dem Nickname "Daniel28-55-59" unterwegs.
Er kennt den "Heimann" sehr gut. Seine Mailadresse steht im Profil.

von Radio-DX - am 12.10.2011 21:53
Eine Sternpunktweiche kann im Sternpunkt galvanisch zusammengeschaltet werden.
**************************************************************************************************
Nach den Bandpässen haben nur die Bandpassfrequenzen
nominalen Wellenwiderstand, alle anderen Frequenzen sind hochohmig.

Kanal x ---/\---I
Kanal y ---/\---I---- Kanal x,y,z
Kanal z ---/\---I

von LogPer - am 13.10.2011 07:25
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