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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Monaten
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raeuberhotzenplotz1, Ingo-GL, Frequenz1, Dipol, Nordlicht2, DAB_Saar, ulionken, Chris_BLN, Stephan Großklaß, Funkohr

Umrechnung dB in µV/m

Startbeitrag von Frequenz1 am 02.01.2004 17:25

Hilfe !

kann mir jemand helfen, habe schon ellenlange im Internet gesucht, kann mir jemand die Umrechnungsformel von dB in µV/m zukommen lassen oder hier posten ?

Bitte bitte.

Oder ist das am Ende das gleiche ?

Antworten:

Das kann man nicht so ohne weiteres umrechnen, denn:

1. 1 µV/m = 10^-6 V/m ist die Einheit einer (E-)Feldstärke und
2. dB bezeichnet i.d.R. einen Signalpegel oder eine Leistung bezogen auf eine Referenzgröße (z.B. dBµ - Dezibel bezogen auf 1 µV Spannung, 0 dBµ heißt also 1 µV; dann gäbe es da noch dBf, IIRC dB bezogen auf ein Femtowatt = 10^-15 W Leistung).

Damit du deine dB[µ|f|...] am Antenneneingang bekommst, muß erstmal die Antenne das E-Feld in µV/m möglichst gut "einfangen" (inkl. passendem Wellenwiderstand des Kabels etc.pp.).

I.d.R. werden Empfindlichkeitswerte für MW/LW in µV/m angegeben (offensichtlich mit der jeweils gelieferten oder eben fest verbauen Antenne), für höhere Frequenzbereiche sind µV üblich, auf UKW gibt's dann noch dBf.

von Stephan Großklaß - am 02.01.2004 19:00
@Stephan Großklaß

Hi Stephan,

vielen Dank für die Infos, ich hab mir schon fast so etwas gedacht (das das nicht so einfach ist).

Es geht hier bei mir um einen Vergleich eines Planungsprogrammes und offiz. Angaben. Vielleicht hab ich nochmal ne Frage.

Liebe Grüße

von Frequenz1 - am 02.01.2004 19:29
Ich bin auf der Suche bei Analog Tv die dBµV/m Werte um RM Karten berechnen zu können.

Ich habe noch in Erinnerung für Dachantenne in 10m Höhe 57 dBµV/m bei UHF und 54 dBµV/m bei VHF.

Gibt es auch vergleichswerte für Outdoor und Indoor Zimmer Antenne?

von DAB_Saar - am 18.10.2016 19:06
Hier gibt es eine schöne Ausarbeitung zur Umrechung von elektrischen Feldstärken und Eingangsspannungen an Empfängern. Dort ist auch die Umrechnung von µV/m in dBµV/m erklärt.

Für das UKW-Rundfunkband muss bekanntermaßen mit einer Wellenlänge von 3m gerechnet werden.

von Funkohr - am 18.10.2016 19:27
Wichtiges Standard Dokument:

https://www.rohde-schwarz.com/cz/file/1MA98_10d_dB_or_not_dB.pdf

Und wenn Du bei besagter Fa. einen fünstelligen Betrag für ein Meßgerät ausgibst, dann bekommst Du sogar eine Kaffeetasse wo die Umrechnugstabelle draufgedruckt ist :eek:

Auf folgendes will ich noch hinweisen! Die Umgerchnung von Leistung und Spannung in die Logarithmischen Verhältnismaße ist vom Bezugswellenwioderstand abhängig! Macht also je nach UMrechnung einen Unterschied, ob 75 oder 50 Ohm!

von raeuberhotzenplotz1 - am 20.10.2016 06:21
Zitat
DAB_Saar
Ich bin auf der Suche bei Analog Tv die dBµV/m Werte um RM Karten berechnen zu können.

Ich habe noch in Erinnerung für Dachantenne in 10m Höhe 57 dBµV/m bei UHF und 54 dBµV/m bei VHF.

Gibt es auch vergleichswerte für Outdoor und Indoor Zimmer Antenne?


Geht es hier um die Frage, um wieviel geringer die Feldstärke an der Zimmerantenne ist, wenn "oben" die genannten Feldstärken gemessen werden? Ich nehme an, ca. 10 dB ... 26 dB. Kommt darauf an, wo die Zimmerantenne aufgestellt wird.
Oder geht es um die Frage, wie hoch die Feldstärke an die Zimmerantenne sein muss, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen? Na ja, einige dB höher entsprechend dem Gewinnunterschied der Antennen, abzüglich 2 bis 3 dB wegen der geringeren Kabeldämpfung.

Übrigens: Für die UHF-Bereiche IV und V gab es unterschiedliche Mindestwerte, jedenfalls bei der ITU.

Die Referenzwerte für die Sendernetzplanung findet man in
R-REC-BT.804-0-199203-W!!PDF-E.pdf
R-REC-BT.417-5-200210-I!!PDF-E.pdf

Gibt es kostenlos bei der ITU.

von Ingo-GL - am 22.10.2016 09:35
Mir gehts um die absoluten Werte in dBµV/m, sodass ich mit einer Zimmerantenne Indoor, Outdoor bzw mit Dachantenne mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Signal bekomme. Gerne getrennt nach UHF-IV und UHF-V. VHF-III und VHF-I würde ich auch gerne mitnehmen Beim Analog TV Empfang.

Bei DVB-T mti den standardparametern in Deutschland liegen diese bei rund 89, 77 und 49 bei UHF V und 83, 71 und 45 bei UHF-IV.

von DAB_Saar - am 22.10.2016 21:19
Das Ingo_GL erwähnte ITU-Dokument ITU-R BT.417 nennt diese absoluten Werte in dBµV/m, allerdings nur für Dachantennen-Empfang und aufgegliedert nach Frequenzband und Empfangsumgebung. Danach gelten als Mindestfeldstärke in Bandmitte:


I III IV V
Normal +48 +55 +65 +70
Ländlich +46 +49 +58 +64
Störungsfrei +40 +43 +52 +58


Für einzelne UHF-Kanäle wird noch die folgende Formel genannt (offenbar Umgebung "normal", f = Frequenz in MHz):

Emin (dB(μV/m)) = 62 + 20 log ( f/474)

Zimmerantennen oder einfache Aussenantennen wurden im Analog-Zeitalter meines Wissens noch gar nicht für die TV-Versorgung berücksichtigt, zumal dann oft weniger die Feldstärke als Reflexionen den Empfang begrenzten. Die Möglichkeit zur Verwendung von einfachen Antennen war ja gerade ein Argument für den Umstieg auf DVB-T.

73 de Uli

von ulionken - am 22.10.2016 22:10
Die nachfolgenden Formeln geben an, welche Feldstärke erforderlich ist, um eine vorgegebene Empfangsspannung oder Empfangsleistung am Antennenausgang zu erzeugen.

Feldstärke als Funktion der Empfangsspannung am Widerstand R = 50 Ohm:
E/dBµV/m = Ue/dBµV - gi/db + 20 * lg(f/MHz) -29,8


Feldstärke als Funktion der Empfangsspannung am Widerstand R = 75 Ohm:
E/dBµV/m = Ue/dBµV - gi/db + 20 * lg(f/MHz) -31,5



Feldstärke als Funktion der Empfangsleistung:
E/dBµV/m = Pe/dBm - gi/db + 20 * lg(f/MHz) + 77,3


Ue ist die Empfangsspannung am Ausgang der Antenne. Hier ist darauf zu achten, für welche Impedanz (50 Ohm oder 75 Ohm) der Wert anzugeben ist.
Pe ist die Empfangsleistung.
Bei gegebener Spannung Ue oder Leistung Pe steigt die erforderliche Feldstärke mit der Frequenz f.
„lg“ steht für den Logarithmus zur Basis 10.
„gi“ ist der Gewinn der Antenne im Vergleich zur isotropen Antenne.
Hat meinen einen Wert gd für den Gewinn relativ zum Dipol, dann ist mit gi = gd + 2,15 dB zu rechnen.

Einen Term für die Kabeldämpfung bis zum ersten Verstärker kann man noch hinzufügen. Die Formeln liefern dann den Wert der erforderlichen Feldstärke für eine Wunschspannung oder Wunschleistung am Eingang des ersten Verstärkers.

von Ingo-GL - am 24.10.2016 16:17
Nachdem niemand den TE darauf hingewiesen hat, dass man mit dB ausschließlich logarithmiert Relationen wie Verstärkungen und Dämpfungen angeben kann, hole ich das mal nach.

Die Angabe von Spannungen oder Leistungen als logarithmierte Spannungs- oder Leistungs-Pegel oder auch von Feldstärken erfordert immer eine Bezugsgröße. Bei Spannungspegel ist noch ein Bezug auf die Impedanz erforderlich. Bereits in Beitrag # 2 wurde kommentarlos auf die richtigen Maßeinheiten umgeschwenkt.

Bevor man sich aber unnötig an abstrakten Feldstärken verkünstelt, die nur von wenigen Profis mit speziellem Equipment und Bezugsantennen gemessen werden kann, orientiert man sich einfacher an den Normpegelfenstern der DIN EN 60728-1 (VDE 0855-7):2015-03. Einige beispielhafte Spannungspegel kann man auch ohne Normenzugriff in technischen Anhängen wie z. B. dem im KATHREIN-Katalog nachlesen.

von Dipol - am 16.11.2016 00:08
Ja dB ans sich in keine Einheit (ohne Bezugspegel). Wann man das nur mal den Journalisten klar machen könnte...

von raeuberhotzenplotz1 - am 17.11.2016 10:47
Gibt es denn wirklich keine Tabelle, die einfach mal paar Beispiele fuer die Umrechnung der in Prognosekarten ueblichen uV/m in dBuV anhand eines voellig normalen 75 Ohm Dipols mit 0dB Gewinn darstellt? Wenn moeglich fuer die 3 ueblichen Frequnzbereiche, Band 2, 3 und 4.
Die Ursprungsfrage denke ich mal zielte genau darauf. Welchen Pegel habe ich am Antenneneingang wenn ein bestimmter uV/m Wert angegeben ist. Die einfache Hinzurechnung von Antennengewinn und Kabeldaempfung kann dann sicher jeder selber.

von Nordlicht2 - am 17.11.2016 12:38
Chris_BLN (Beitrag 19. Oktober 2016 23:44) gibt einen Link zu solchen Diagrammen.

von Ingo-GL - am 17.11.2016 14:43
Ah ok, die Links hatte ich wegen der .jpg Endungen gar nicht als das wahrgenommen, dabei enthalten die Bilder doch tatsächlich das Gesuchte.:spos:

von Nordlicht2 - am 17.11.2016 18:19
Zitat
raeuberhotzenplotz1
Ja dB ans sich in keine Einheit (ohne Bezugspegel). Wann man das nur mal den Journalisten klar machen könnte...


Mit absoluten und relativen dB schlampern auch Fachjournalisten. Da muss die Schreibweise Dezibel für C/N wie auch auch Pegel herhalten. Wenn ich sowas lese ...

Zitat

In zahllosen Publikationen steht geschrieben, dass der Mindestsignalpegel an der Antennensteckdose für UKW-Stereo 50 dB betragen muss. Das kommt mir irgendwie wenig vor. Reicht das überhaupt schon für rauschfreien Stereoempfang? Ab welchem Pegel ist dieser gewährleistet?
Für einwandfreies Mono sollten eigentlich 20 dB genügen, oder?


... krallen sich nicht nur wegen der dB statt dB(µV) meine RFT-Fußnägel.

Zu Zeiten, als man noch zwischen Antennenspannungen in mV und Spannungspegeln in dB(µV) und auch 60 und 240 Ohm Impedanz hin- und hergerechnet hat, hatte man noch einen Rechenschieber in der Gesäßtasche und ein Gefühl für Zehnerpotenzen.

von Dipol - am 17.11.2016 22:22
Hier ist die berühmte R&S Tasse zu sehen:

http://bewatermyfriend.org/p/2012/00f/

Wir die noch verteilt?

von raeuberhotzenplotz1 - am 22.11.2016 12:26
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