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vor 13 Jahren, 11 Monaten
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stay tuned, Grenzwelle, Matthias K., Brubacker, Alqaszar, maggus, Free Speech

DAB L-BAND NRW

Startbeitrag von Matthias K. am 03.01.2004 17:25

Zum Thema L-Band-Ausschreibung

"Im L-Band Kapazitäten für die Regionen
- Köln/Bonn
- Düsseldorf
- Essen
- Dortmund/Bochum"

Was ich am L-Band so demaßen schlecht finde :
Ich fahre, wie viele aus der Region, oft zwischen Wuppertal und Essen hin und her.
Was bringt mir DAB für ein Vorteil, wenn ich ständig den Empfang einer Region verliere ?

Die Lokalbereiche müssten gut ineinander greifen.

Man sollte beispielsweise ESSEN+WUPPERTAL zu einem großen Lokalgebiet zusammenfassen (guter zentraler Senderstandort vorrausgesetzt), so dass man empfangsmäßig nahtlos vom Düsseldorfer Bereich in den Bereich Essen/Wuppertal einfährt, dort lückenlos guten Empfang hat und erst mitten in Bochum in den Dortmunder Bereich einfährt.

Antworten:

Wozu sollen L-Band-Bereiche ineinandergreifen? Sie sind für die lokale Versorgung konzipiert. Es sei denn, man hat Programme im Ensemble, die bereichsübergreifend versorgen sollen.

Hier zeigt sich deutlich der Designfehler von DAB - der Zwang zum Ensemble.

von Grenzwelle - am 03.01.2004 17:38
Warum ?
Was macht den der, der zwischen zwei Regionen wohnt
oder schlicht der Essener, der nach Düsseldorf zur Arbeit fährt und umgekehrt ?



von Matthias K. - am 03.01.2004 17:45
Ensemblezwang hin oder her, das könnte man medienrechtlich ja noch irgendwie regeln, das Problem aber ist das L-Band an sich. Die hohen Frequenzen sind einfach nicht unmepfindlich genug, um einen unkomplizierten, portablen Betrieb zu ermöglichen. Weg mit L-Band, her mit mehr VHF III Kapazitäten.

Zum Ensemblezwang: Es könnten beispielsweise künftig lokale Ensembles ausgeschrieben werden, in denen dann mehrere kommerzielle Anbieter senden, diese dann aber z. B. kostenlos einen nichtkommerziellen Anbieter (NKL, offener Kanal etc.) "mitnehmen" müssen.

Imho ist das gerechtfertigt, da die kommerziellen Sender ja mit den zugeteilten Frequenzen ein öffentliches Gut benutzen, und somit in die Pflicht genommen werden können einen Teil des damit erwirtschafteten Kapitals nichtkommerziellen Interessen zur Verfügung zu stellen.

von Alqaszar - am 03.01.2004 17:49
Matthias,

die eine Lokalklitsche sendet für Essen, die andere für Bochum. Wer in Essen lebt, aber in Bochum arbeitet, wird beim Pendeln ein Empfangsproblem bekommen. Das hat doch aber nix mit DAB zu tun.

Ich wusste nicht, dass man alle NRW-Lokalklitschen landesweit verbreiten will. Macht abgesehen von der Technik eh keinen Sinn, weil sie fast alle pleite sind und zu 90% das Mantelprogramm läuft.

Tja und dann haben wir ein Hauptprogramm mit lokalen Splittings - das ist was, das DAB nicht oder nur unzureichend abbilden kann.

von Grenzwelle - am 03.01.2004 17:51
NRW-Lokalradio im DAB wäre Vorrausetzung zur stückweisen Ablösung von UKW.

Es wäre doch gar nicht so abwägig :
1 Deutschlandweites Band-III-Ensemble, mit zB. Sendern, die auch Deutschlandweit im Kabel empfangbar sind.
1 Landesweites Band-III-Ensemble, mit Sendern, die nun auch Landesweit auf UKW zu hören sind.
Lauter kleine L-Bandfunzeln, für die Lokalsender/Stadtsender, die jetzt auch mit den UKW-Funzeln auf Sendung sind.

Der NRW-Lokalfunk ist doch nur pleite, weil man es hier so kompliziert macht, kommerziell in die Sender einzusteigen.
Sunshine-Live hatte beispielsweise mehrfach versucht, in die Ketten zu kommen, hat aber bei den harten politischen Reglementierungen schnell aufgegeben.



von Matthias K. - am 03.01.2004 18:03
Matthias K. schrieb:
Zitat

Warum ?
Was macht den der, der zwischen zwei Regionen wohnt
oder schlicht der Essener, der nach Düsseldorf zur Arbeit
fährt und umgekehrt ?

Was macht der Mainzer, der täglich nach Wiesbaden fährt? Oder der Viernheimer, der in Mannheim oder gar Ludwigshafen Schaffen geht? So ist es halt leider von offizieller Seite und da eben beim DAB die Versorgungsgrenzen streng eingehalten werden sollen wird man damit dann eben die Probleme haben ...

von Brubacker - am 03.01.2004 18:18
@Matthias K.:

Der NRW-Lokalfunk ist doch nur pleite, weil man es hier so kompliziert macht, kommerziell in die Sender einzusteigen.
Sunshine-Live hatte beispielsweise mehrfach versucht, in die Ketten zu kommen, hat aber bei den harten politischen Reglementierungen schnell aufgegeben.


Sorry, das stimmt nicht, bei Radio EN hat SunshineLive so ein schlüssiges Konzept vorgelegt, dass die LfM zugestimmt hätte. Auch die Veranstaltergemeinschaft war bereit. Nur Sunshine Live durfte nicht mehr, weil einer der Gesellschfter nicht wollten.

von stay tuned - am 03.01.2004 23:39
Matthias, was willst du denn alles in diesem Topic diskutieren?

''Lauter kleine L-Bandfunzeln, für die Lokalsender/Stadtsender, die jetzt auch mit den UKW-Funzeln auf Sendung sind''

Welche 4-5 Programme sollen in denn den Rest dieser Lokal-Ensembles? Ich bezweifle, dass es bei Gegenwart des allmächtigen WDR genügend Markt für so viele Lokalradios gibt.

Die Ensemblestruktur passt eben nicht zu einer lokal orientierten Radiolandschaft, wie sie ansatzweise in NRW vorhanden ist. Wie machen das eigentlich die Bayern?

Um mal wieder was konstruktives zu schreiben, folgendes Szenario:

* 2-3 DAB Ensembles im Band 3 für landes- und bundesweite Programme (Privat + Öffis)
* aller Lokalfunk, NKLs, private Spartenprogramme, usw. senden auf UKW (und haben durch Aufgabe der alten Grundnetzsender genügend Platz)
* das L-Band wird komplett aufgegeben

Aber das hatten wir auch schonmal besprochen, sowas wird in Deutschland nie kommen, da zuviel Markt entstehen könnte.

von Grenzwelle - am 04.01.2004 02:04
Der WDR ist einfach anzugreifen, denn Eins Live und WDR 2 leisten sich Ecken und Kanten, die vergleichbare Programme im Rest der Republik nicht haben. Dies geschieht in Übereinstimmung mit der sozialdemokratischen Intention hinter der Medienpolitik in NRW, nämlich den kommerziellen Stumpfsinn so weit wie möglich zurück zu drängen.

Der Preis ist eine gigantische Mediokrizität und schieres Desinteresse der Gesellschafter am Lokalfunk, an dem der WDR ja auch noch beteiligt ist.

Dies bedeutet, das Medienbiotop NRW existiert nur so lange, wie die Politik es will. Clement hat zwar eine Menge Atem geholt, ist dann aber nach Berlin verschwunden. Jetzt sitzt dieser Typ aus Hamburg im Neuen Stadttor von Düsseldorf, und auch er lässt die Dinge ziemlich uninspiriert laufen und wurschtelt sich mit der Bildungsmisere gerade so durch.

Das wird wohl darauf hinauslaufen, das beispielsweise im Düsseldorfer L-Band-Paket auch noch Radio Neandertal, NE-WS 89,4 und das Hochschulradio senden würden. Macht schon 4 besetzte Plätze. Dann noch ein paar harmlose Kandidaten wie Klassik Radio und Radio Melodie, dazu die Bankrotterklärung der katholischen Medienintentionen in Form des Domradios und das Ensemble ist voll.

Wenn wir viel Glück haben, bekommne wir nach den nächsten Landtagswahlen eine Große Kolaition in NRW, wobei dann die CDU auch auf eine offenere Mediengestaltung drängen wird. Dann kommt es darauf an, wie billig sie dieses Ziel dann im Koalitionsschacher verkaufen werden. Die SPD wird ein Auge darauf haben. Im Falle einer Schwarz-Grünen Koalition in NRW werden die Grünen eher den Status Quo verteidigen, um am Ende nicht als Verräter urlinker Ideale dazustehen (Bürgerfunk!). Man denke nur an die ganzen grünen Ortsverbände im Ruhrgebiet.

Am Ende wird sich in NRW also nichts ändern, denn die CDU ist meist tiefer in den rheinisch-westfälischen Klüngerl und Filz verwickelt als es zunächst den Anschein hat. Auf die kleinen Parteien kann man keine Hoffnungen setzten, auf die Grünen nicht -- aus oben genannten Gründen -- und auf die Ex-Mölleman-FDP schon gar nicht.

von Alqaszar - am 04.01.2004 02:58
DAB wird nur dann UKW ersetzen können, wenn das UKW Angebot abgebildet wird. D.h., wenn im Raum K/D/W auch SWR und RPR angeboten werden, im Raum H auch MDR und WDR etc. Ob das so gemacht wird, dass die Leistungen der Sender an der Grenze, also z.B. Linz so hochgefahren wird, dass der Empfang so weit wie bei UKW möglich ist, also z.B. vom SWR bis Wuppertal oder ob die regionalen/lokalen Ensembles die Nachbarprogramme mit verbreiten, ist in dem Zusammenhang egal.

von Free Speech - am 04.01.2004 09:21
@Grenzwelle:

Zitat

Die Ensemblestruktur passt eben nicht zu einer lokal orientierten Radiolandschaft, wie sie ansatzweise in NRW vorhanden ist. Wie machen das eigentlich die Bayern?


Ich habe zwar nur einen Wellespiegel von 2002 hier. Dem nach senden in Bayern DLF und D-Radio in den Lokalensembeln. Dazu kommen noch lokale Sender.


Zitat

aller Lokalfunk, NKLs, private Spartenprogramme, usw. senden auf UKW (und haben durch Aufgabe der alten Grundnetzsender genügend Platz)


Das wird nicht funktionieren, denn der WDR hat eine Versorgungspflicht und wird noch 20 Jahre über UKW senden.


@alqaszar:


Zitat

Der WDR ist einfach anzugreifen, denn Eins Live und WDR 2 leisten sich Ecken und Kanten, die vergleichbare Programme im Rest der Republik nicht haben. Dies geschieht in Übereinstimmung mit der sozialdemokratischen Intention hinter der Medienpolitik in NRW, nämlich den kommerziellen Stumpfsinn so weit wie möglich zurück zu drängen.


Der WDR kann sich ein anspruchvolleres Programm, als NDR 2 leisten, weil die Mitbewerber fehlen. Wenn WDR 2 mit HRA konkurrieren müsste, dann wäre es auch ganz anders.


Zitat

Der Preis ist eine gigantische Mediokrizität und schieres Desinteresse der Gesellschafter am Lokalfunk, an dem der WDR ja auch noch beteiligt ist.


Der WDR ist nicht am Lokalfunk beteiligt, nur an Radio NRW. Das wird hier gern durcheinander gebracht. Vergessen wir nicht, dass die Gesellschafter Geldverdienen wollen. Einem Schnellrestaurant würde das keiner vorwerfen, Radiomachern wird das gern vorgeworfen.


Zitat

Dies bedeutet, das Medienbiotop NRW existiert nur so lange, wie die Politik es will.


Das existiert solange, wie die SPD am Lokalfunk und landesweiten Sendern in anderen Bundesländern, wie ffn und Co. beteiligt ist. Allerdings ist der Glaube Bürgerfunk verschwindet mit der SPD falsch. Wer hat in Hessen der SPD geprägten Medien NKLs entgegengesetz? Es war die CDU. OK, es sind Sender entstanden, die teilweise noch Linker sind, als die SPD. Und die CDU wird in NRW auch nicht viel mehr ändern. Überlegt euch das Geschrei, wenn man alle Lokalstationen einstellt. Zuerst werden die Mitarbeiter schreien, denn eine Landeweitewelle wird sie alle nicht einstellen und zweitens die Lokalradios die mit plusminus Null arbeiten. Warum sollten sie ihren Betrieb einstellen wollen?

Hochschulradio wird wahrscheinlich nie im L-Band senden, weil sie kein Geld haben, um die Leitung zu finanzieren. Nach der Bildungsreform ist fraglich, ob die Uni-Radios in einem Jahr ihren Betrieb einstellen, wenn es nicht honoriert wird, dass man da mitmacht. Es werden eher Sender sein, die schon immer in NRW gesendet haben, wie Sunshine Live, die schon immer in NRW senden wollten und DAB erfahren sind.

@robiH:

Zitat

Ohne BFBS wirst Du keinen NRW-Hörer auf DAB locken.


Aber nur, wenn man es auf UKW abschaltet. Also ist die Auschreibung des PowerRadio Kanals ein Fehler. Der hätte gemeinsam mit den BFBS-Frequenzen ausgeschrieben werden müssen.

@raschwarz:

Essen und Wuppertal haben nichts miteinander gemeinsam. Wenn ein anderer nach Münster fährt, könnte auch er fordern, sein lokales Programm durchhören zu wollen. Jeder Aussenrand des Ruhrgebietes orientiert sich auch nach Aussen. Das kann man nicht berücksichtigen.

von stay tuned - am 04.01.2004 11:56
Der Mainzer wird wohl kaum ein problem haben das L-Band in Wiesbaden zu empfangen weil das geht problemlos in der Wiesbadener Innenstadt!!!Ich fahre fast jeden Tag von Mainz nach Wiesbaden ich habe da kein problem mit dem L-Band und schon garnicht mit K12!!!

von maggus - am 04.01.2004 19:40
@robiH:

Was machen eigentlich die Leute, die BFBS nicht empfangen können. Haben die überhaupt noch ein Radio? Ich glaube nicht.

von stay tuned - am 04.01.2004 20:27
Ach stimmt, bei den Bayern senden ja DLF/DLR im L-Band. So bekommt man zwar die Ensembles voll, pervertiert das ganze System aber noch mehr. Ohne diesen pseudo-cleveren Schachzug würden die Bayern ihre Lokalensembles auch nicht vollbekommen. DLF/DLR gehören bundesweit ins Band 3!

@robiH

Dein exzessives BFBS-Geschwafel gehört nicht hier rein und nervt kollosal. Sorry für die deutlichen Worte.

von Grenzwelle - am 04.01.2004 23:01
@Grenzwelle:

In NRW wäre das Band 3 schon mit den sechs Programmes des WDR voll. Ohne einen weiteren Band 3 Kanal geht es wirklich nicht mehr.

von stay tuned - am 06.01.2004 10:52
robiH schrieb:
Zitat

Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, daß es für
Hörer in NRW und NDS absolut unverzichtbar ist und somit dort
für DAB eine Frage des "sine qua non" ist.

Ist es für den normalen Hörer denn so unverzichtbar wie Du Dir grade einzureden versuchst?

von Brubacker - am 06.01.2004 11:50
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