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Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 8 Monaten
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No Buddy , Ingo-GL, ScheichManfred, Alqaszar

Gleicher Senderstandort - Gleiche Sendeleistung - Gleiche Senderhöhe - aber trotzdem unterschiedliche Feldstärken

Startbeitrag von No Buddy am 07.11.2011 14:51

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Antworten:

Was ist mit BNetzA-Editor-Datei gemeint? Wenn es um Daten von Koordinierungsergebnissen geht, dann ist zu berücksichtigen, dass das tatsächlich realisierte Richtdiagramm nicht unbedingt mit dem koordinierten Diagramm übereinstimmt.

Dachantenne oder Zimmerantenne?

Die Feldstärke verschiedener Sender desselben Standorts ist aufgrund von Interferenz nicht gleich. Je nach dem Weglängenunterschied der sich überlagernden Signalanteile und der Wellenlänge gibt es an einem bestimmten Standort bei der einen Frequenz vielleicht teilweise Auslöschung und auf der anderen Frequenz vielleicht positive Überlagerung. In bebauter Umgebung bei niedrig angebrachten Antennen ist der Effekt stärker als bei hoch angebrachten Antennen. Stellt man die Antenne an einen anderen Ort kehrt sich die Verteilung der Signalstärken eventuell um. Das kann man auch beim Empfang von Sendern des UKW-Hörfunks beobachten.

Eine andere Frage ist, was die am Empfängereingang verfügbare Leistung über die Feldstärke in der Umgebung der Antenne aussagen kann.

Die an den Antennenklemmen eines Dipols oder einer Stabantenne verfügbare Empfangsleistung nimmt umgekehrt proportional zum Quadrat der Frequenz ab, gleiche Feldstärke und einen jeweils optimal auf die Empfangsfrequenz abgestimmten Dipol vorausgesetzt. Verluste durch Fehlanpassung bei der breitbandigen Anwendung einfacher Antennen wie Dipol oder Stabantenne kommen hinzu. Bei Verdoppelung der Frequenz nimmt also die Empfangsleistung um 6 dB ab. Breitbandige TV-Antennen sind so abgestimmt, dass der Gewinn zu höheren Frequenzen hin zunimmt (Gewinn = Empfangsleistung bezogen auf einen Dipol). Dieser Gewinnanstieg kann den Frequenzeffekt teilweise kompensieren.

Wenn es wirklich eine Zimmerantenne war: Die VHF-Sektion und die UHF-Sektion verhalten sich eventuell völlig unterschiedlich. Und Zimmerantennen haben eventuell selbst innerhalb des Bandes einen merklichen Frequenzgang.

von Ingo-GL - am 07.11.2011 17:31
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von No Buddy - am 07.11.2011 19:11
Unterschiedliche Feldstärken bei anosnsten gleichen Parametern auf verschiedenen Frequenzen lassen sich wie folgt erkläreN.

-- Je höher die Frequenz, desto stärker die Dämpfung des Signals in der Atmosphäre. UHF-Sender wurdend daher mit einer 5 bis 10facher Leistung betrieben wie VHF-Sender, der das gleiche Gebiet versorgen sollte. VHF III geht von 174 bis 230 MHz, liegt also bei ca. 200 MHz. UHF beginnt bei 470 MHz und endet bei 860 MHz. So ist erklärbar, dass ein Sender auf Kanal 21 eine bessere Reichweite hat als der Selbe Sender auf Kanal 60.

-- Je höher die Frequenz, desto großer wirken sich außerdem Hindernisse (Bäume in der Nähe, bei Unterdachantennen die Dachhaut etc) aus.

-- Je höher die Frequenz, desto stärker ist auch die Dämpfung des Signals im Koaxialkabel. Schlechte Kabel (Alter, Beschädigungen) machen sich also zuerst auf den höheren Frequenzen/Kanälen bemerkbar.

-- Nicht jede Antenne empfängt über den gesamten Frequenzbereich gleich gut. Im VHF-Bereich gibt es Kanalantennen, welche nur einen bestimmten Kanal gut empfangen, daneben fällt der Gewinn stark ab, wenn man sich außerhakb des Vorzugsbereiches befindet. Auch für UHF gibt es Bereichsantennen, die eine bestimmte Gruppe von benachbarten Kanälen besonders gut empfängt, in den anderen Bereichen aber schlechter ist.

-- Nicht zuletzt kommt es auch auf den Aufbau der gesamten Anlage an. Besonders bei komplizieren Anlagen, welche auch "Nachbarprogramme" ("fremdes" Drittes Programm, Programme der Nachbarländer) empfangen sollten, waren oft mit Frequenzweichen oder besonderen Verstärkern ausgerüstet.

Beispiel: Eine UHF-Antenne ist auf den Senderstandort A ausgerichtet, der die Programme 1 bis 3 auf den Kanälen 22, 33 und 44 empängt. Eine weitere UHF-Antenne empfängt auf Kanal 55 das Programm 4 von einem Senderstandort B. Um die Signale aller vier Programme zu bekommen, muss man nun eine Frequenzweiche einsetzen, welche beispielsweise die Frequenzen unterhalb von Kanal 50 von der auf A ausgerichteten Antenne durchlässt, Kanäle über 50 aber von der auf B ausgerichteten Antenne nimmt.

Wird nun an Senderstandort A ein weiterer Sender auf Kanal 66 aufgeschaltet, kann dieser mit der bestehenden Anlage nicht optimal empfangen werden. Zwar gibt es ja eine Antenne, die auf A ausgerichtet ist und das Signal auch perfekt empfängt, aber dieses Signal wird ja von der Frequenzweiche herausgefiltert, da es oberhalb von Kanal 50 liegt. Das Signal auf Kanal 66 kommt somit von der auf B ausgerichteten Antenne, so dass möglicherweise nur ein schwaches Signal zu empfangen ist

von Alqaszar - am 07.11.2011 20:13
Die so oft erwähnte Dämpfung in der Atmosphäre macht sich erst bei Frequenzen um 10 GHz bemerkbar. Bei UHF spielt sie keine merkliche Rolle.

Verluste bei der Beugung um Hindernisse herum hingegen spielen schon eine Rolle. Bei gleichem Beugungswinkel werden höhere Frequenzen stärker geschwächt.

Als ersten Punkt hatte ich Auslöschung oder positive Überlagerung durch Selbstinterferenz genannt. Diese Aussage muss ich relativieren. Beim UKW-Hörfunk kann man sie gut beobachten. Die TV-Signale sind allerdings so breitbandig, dass nicht alle Frequenzen eines Kanals gleichermaßen durch Interferenz geschwächt werden können.




von Ingo-GL - am 07.11.2011 20:58
Ähnliches beobachte ich hier beim Großen Feldberg, zu dem ich quasi Sichtverbindung habe. Trotzdem kommen die 102,5 und 96,7 immer am besten, die 89,3 eher schwächer.

von ScheichManfred - am 07.11.2011 21:48
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