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laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Startbeitrag von KlausD am 11.12.2011 14:15

Der aktuelle "Focus" berichtet von geplanten Veränderungen bei den Sendern des Deutschlandradio. Unabhängig davon gibt es unter der obigen Überschrift auch folgende Meldung dazu im ard-text:

"Deutschlandradio vor Veränderungen

Deutschlandradio-Intendant Willi Steul will seinen Sender anlässlich des 50- jährigen Bestehens im kommenden Jahr neu ausrichten. Von ihm formulierte "Ziele, Leitlinien und Profile" sollen Anfang Januar bei einem Kongress diskutiert werden, berichtet der "Focus".

Deutschlandfunk und Deutschlandradio- Kultur müssten Steul zufolge "in sich Vollprogramme bleiben". Zulieferungen zwischen den Programmen seien nicht geplant. Ein Sender habe "hohe Kosten für Organisation, Herstellung und Verbreitung, bevor wir an den Inhalten sparen, gehen wir da ran."
(Quelle: ard-text z.Z. Seite 412)

Klingt irgendwie vielversprechend, hoffentlich ist es auch so umzusetzen - :spos:

Die 50 interessantesten Antworten:

Also ich denke, es wird Zeit sich von der alten Mittelwelle zu verabschieden. In Zeiten der digitalen Übertragung reicht es, das 60 Jahre alte UKW System noch ein paar Jahre zu betreiben, bis sich die digitalen Radios durchgesetzt haben. Die Mittelwelle hat definitiv zu wenig Hörer, um für deren Betrieb noch so viel Geld auszugeben. Selbst die UKW Übertragung kostet gegenüber der DAB+ Technologie viel zu viel Geld und gehört deshalb eigentlich schnell abgeschaltet. Leider ist dies auf Grund der vielen UKW Empfänger noch nicht so schnell möglich. Der Funzel- Senderteppich vom D-Radio besonders in den westlichen Bundesländer ist teuer und nicht besonders effektiv.
Der Schwerpunkt des D-Radios Ausbaues sollte sich auf die Förderung des Bundes MUX Ausbaues konzentrieren! Alle drei D-Radios müssen in Kürze in ganz Deutschland von jedem Hörer in erstklassiger digitaler Qualität zu empfangen sein. Dann liegt es nur noch am Hörer, wenn er kein DAB+ Radio hat. Die flächendeckende Versorgung über DAB+ wird mit Sicherheit kostengünstiger, als der derzeitige UKW Flickenteppich und die AM Übertragung zusammen!


von jug - am 11.12.2011 19:19
UKW ist für das DLR gar nicht mal so teuer, eben weil man fast nur Funzeln hat. Im UKW Bereich gibt man sicher nicht zuviel Geld aus, sieht man mal von der Tatsache ab, dass einige Funzeln eine derart schlechte Reichweite haben, so dass sie schlicht sinnlos sind und daher auch das Geld nicht wert sind.
Bei der Mittelwelle müsste man eben wirklich nur die einigermaßen brauchbaren Standorte erhalten, die noch einen "Restsinn" machen. zB die 1422 mit der sehr guten Nachtreichweite oder die 1269 für den Norden. Aber 100kW in Thurnau, das ist reine Geldverschwendung. Alleine die dürfte im Jahr mindestens 100.000 Euro kosten, die man sparen könnte.
Und dann gibts ja noch die Langwellen. Tja, will man die wirklich aufgeben ? Irgendwie nicht... hab ich den Eindruck.

von Terranus - am 11.12.2011 20:10
Vor allem weil das doch schon von der KEF bei den DAB+ Verhandlungen alles festgelegt wurde. Die Gelder für die DAB+ Ausstrahlung wurden freigegeben wenn die DRadios dafür im Gegenzug an den AM Ausstrahlungen sparen. Diese neue Meldung hat also nichts mit der AM Verbreitung zu tun. Hier geht es tatsächlich nur um inhaltliche fragen.

Wenn man überhaupt etwas verändern sollte dann vielleicht das der DLF weniger Musik spielen sollte. Bei DKultur sehe ich da schon größere Schwierigkeiten etwas zu verändern. Noch mehr Musik ist hier kontraproduktiv denn Kultur ist nicht nur Musik.

von Spacelab - am 12.12.2011 07:58
Das ist auch der Punkt mit dem ich noch hadere. Der Begriff "Kultur" kann alles und nichts bedeuten. Den kann man auslegen wie man gerade lustig ist. Ich würde es ja, um mal bei DKultur im speziellen zu bleiben, sehr begrüßen wenn man das normale Tagesprogramm wieder besser durchmischen würde. Die 10 Minutenblöcke sind doch Käse. Vor allem bei Interviews wirkt das alles sehr gedrängt. So als würde der Moderator mit scharrenden Hufen auf die Uhr schauen. Außerdem war damals der "Umschaltreflex" nicht so groß wenn mal Musik kam die einem nicht so gut gefallen hat. Dank 10 Minutenblock weiß man das da so schnell nichts anderes kommt und schaltet eher um. Aber der alte Programmchef war ja davon nicht abzubringen obwohl sich viele Hörer beschwert haben. Er dachte ja er hätte den Stein der Weisen gefunden.

von Spacelab - am 12.12.2011 08:43
Zitat
Manager.
War doch klar: Wenn DAB+ (Bundesmux) kommt, muss dafür AM (und DRM) weichen.


Aber das muss ja nicht gleich komplett sein. Ich denke mal, es gibt durchaus Einsparungspotenzial, ohne dass die Versorgung leiden muss, siehe hier im alten Thread:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,867233,868022#msg-868022

Vielleicht kann man auch dort weiter über die AM-Geschichte diskutieren, und hier mehr über zu erwartende programmliche Veränderungen?


von Habakukk - am 13.12.2011 08:37
Natürlich wird man nicht gleich alle AM Sender sofort ausschalten. Man bekam als Auflage damals das man als Gegenzug für die DAB+ Gelder an der AM Ausstrahlung sparen muss um das Geld wieder rein zu bekommen. Wie man wo sparen muss wurde nicht festgelegt. Das DRadio kann also alleine entscheiden ob es an 3 Sendern die Sendeleistung runterdreht, sie nur noch tagsüber funken lässt, oder ob man lieber einen oder zwei Sender komplett abschaltet. Man kann also schon recht flexibel hin und her schieben. Ich denke das man zuerst mal die kleinen AM Sender abschaltet und die Sender wo man schon verhältnismäßig gut per UKW vertreten ist. Dann kommen die Sender die voll im DAB+ Versorgungsgebiet stehen und irgendwann dann mal die Großsender wie Heusweiler oder Neumünster die ja eine beachtliche Reichweite haben. Zu allerletzt wird man dann die Langwellensender ausknipsen da diese die größte Reichweite haben.

von Spacelab - am 13.12.2011 09:11
Zitat
Spacelab
Ja da wären mal verlässliche Zahlen sehr interessant.

Da die Langwellensender und die meisten MW-Sender von MB betrieben werden, ist deren Preisliste sicher der beste Anhaltspunkt. MB mag dem D-Radio zwar Rabatte gewähren, aber die sollten für LW und MW ähnlich sein...

So riesig sind die Unterschiede nicht.

Laut http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/PL_Analoge_Hoerfunk-Sendeanlagen_MB_110901.pdf gilt:

500-kW-Langwellensender mit erhöhter Betriebssicherheit: 389 k¤ / Monat
400-kW-Mittelwellensender mit erhöhter Betriebssicherheit: 278 k¤ / Monat
600-kW-Mittelwellensender mit erhöhter Betriebssicherheit: 402 k¤ / Monat


Der Mittelwert aus 400- und 600-kW-Sender wäre auch schon 340 k¤ / Monat.
Ergo: Ein Langwellensender dürfte ca. 10-20 % teurer sein als ein gleich starker Mittelwellensender, hat aber eine wesentlich höhere und vor allem konstantere (Tag/Nacht) Reichweite.

Ich persönlich bin freilich der Überzeugung, daß diese von der KEF aufgezwungene Entscheidung "DAB oder AM" grundsätzlich falsch ist, eine AM-Abschaltung auf LW/MW halte ich für weitaus schlimmer als z.B. eine Abschaltung kleinerer UKW-FM-Funzeln. Denn LW/MW-AM geht eben genau dort überall, wo DAB, UKW-FM und Internet nie gehen werden.
Bei mir kommt zugegebenermaßen auch das persönliche Interesse dazu, z.B. im Urlaub auf Langwelle (und nachts ggf. auf MW) Nachrichten aus D hören zu können. Mit der SWR-Abschaltung am 8. Januar wird einem das eh schon erschwert :-(.

Freilich ist unter den o.g. Voraussetzungen die Entscheidung pro DAB / conta AM durchaus nachvollziehbar. Die Gralshüter der konstanten GEZ-Gebühr trotz steigender Kosten lassen keine andere Lösung zu.



von DH0GHU - am 13.12.2011 11:50
400k¤ im Monat für einen 500kW-Bräter, momentan zahlt ein Veranstalter 400k¤ pro Jahr für einen Slot im Bundesmux.
Ich denke, mit der Abschaltung von 2-3 größeren MW-Sendern ist die Austrahlung im endausgebauten Bundesmux problemlos finanzierbar.
Zudem sind die Programme dort auch präsenter, weil gleich beim Durchschalten in der Liste drin.
Rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen sollte die Verlagerung in Richtung DAB forciert werden.
Dann könnten in den gut mit DAB versorgten Gebieten in ein paar Jahren auch die ersten UKW-Funzeln abgeschaltet werden, das spart nochmal.
Ich kann mir gut vorstellen, daß die DRadios zukünftig nur noch über DAB und wenige starke UKW-Grundnetzsender ausgestrahlt werden.
Vom Kosten-Nutzen-Verhältnis sehe ich das als die beste Lösung an. Auch wenn so mancher um die MW/LW jammert.


von Nohab - am 13.12.2011 12:41
Hier eine bereits gestellte Frage:
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Zur Frequenzdiskussion: wo lest ihr aus dieser kurzen Meldung im Ausgangsposting heraus, dass die Mittel- und/oder Langwellen aufgegeben werden sollen? Interpretiert ihr da nicht ein bisschen viel hinein?


Hier eine halbe Antwort
Zitat
Terranusl
Das kann man deswegen rauslesen, weil es heißt: bevor wir am Programm sparen, sparen wir an der Verbreitung. Und was wird wohl das erste sein, was auf der Liste angestrichen wird um zu kürzen? Sicher die teure Mittelwelle.


Und hier die komplette Antwort aus dem allerersten Posting:
Zitat
KlausD
Ein Sender habe "hohe Kosten für Organisation, Herstellung und Verbreitung, bevor wir an den Inhalten sparen, gehen wir da ran."


Also ich sehe da zu dem heutigen Zeitpunkt auch nicht unbedingt den einzigen und zwingenden Zusammenhang zu den Mittel- und Langwellen. Nur 1/3 der angesprochenen hohen Kosten entsprechen der Verbreitung. Meine Vermutung liegt immer noch im Hauptteil in der Verwaltung. Wenn das DAB+ Netz einmal völlig flächendeckend ist, dann wird es mit Sicherheit eine Übergangszeit zu den AM Bändern geben und dann könnten die bestimmt auch tatsächlich abgeschaltet werden. Aber derzeit eher Einsparungen in Organisation und Herstellung, was auch immer genau damit wieder gemeint ist.

von Jens1978 - am 13.12.2011 17:18

Deutschlandfunk plant Änderungen

Inzwischen geht es zwar in nachstehender Meldung erst einmal mehr um programmliche Änderungen im Nachtprogramm, ich setze es aber trotzdem ausnahmsweise hier rein, damit die Linie passt.

"Deutschlandfunk plant Änderungen

Deutschlandradio-Intendant Willi Steul plant Änderungen im Nachtprogramm des Deutschlandfunks. Es werde geprüft, daraus ein reines Wortprogramm zu machen, sagte er in Berlin. Als Termin für eine Umsetzung ist der 1. Januar 2013 im Gespräch.

Derzeit sendet der Deutschlandfunk nachts vor allem Musikstrecken. Es gebe im nächtlichen Hörfunkangebot in Deutschland "kein hochwertiges reines Wortprogramm", sagte Steul weiter. Der Deutschlandfunk lebe "von der hintergründigen Bearbeitung der Aktualität"." (Quelle: ard-text z.Z. Seite 413)


So ganz falsch mit dem immer wieder gemachten Vorschlag einer Umwandlung des DLF in ein fast reines Wortprogramm lag man hier also garnicht, auch wenn es erst einmal nur die Nachtstrecken zu betreffen scheint - :spos:

von KlausD - am 18.12.2011 10:32
Zitat
Steul
Der Deutschlandfunk lebe "von der hintergründigen Bearbeitung der Aktualität"

Richtig :spos:
Also alle Musik zum DLR.
Zitat

Als Termin für eine Umsetzung ist der 1. Januar 2013 im Gespräch.

:sneg: Warum nicht früher?

Der Tagesspiegel schreibt:
Das Deutschlandradio, das 2012 fünfzig Jahre alt wird, will seine drei Wellen künftig stärker konturieren. Dazu gehört, dass im Deutschlandfunk der Informationsanteil ausgebaut wird. Es werde geprüft, von 2013 an die Nacht zum Wortprogramm umzubauen, sagte Steul. Auch das Deutschlandradio Kultur soll sein Profil schärfen, der Sender müsse kulturell mehr wahrgenommen werden. Das ausschließlich digital verbreitete DRadio Wissen soll nach den Worten von Deutschlandradio-Programmchef Andreas-Peter Weber „einen Tick jünger und szeniger“ werden.


von Schwabinger - am 18.12.2011 10:59

Re: Deutschlandfunk plant Änderungen

Zitat
Japhi
Zitat

Das ausschließlich digital verbreitete DRadio Wissen soll nach den Worten von Deutschlandradio-Programmchef Andreas-Peter Weber „einen Tick jünger und szeniger“ werden.


Szeniger? Das heißt, entweder dürfen wir poetisches Studentengeklampfe erwarten...ODER DUBSTEP :hot: :D


Bisher hat es einen leicht müffeligen Campus Radio Geschmack. Szeniger kann nur gut sein, aber noch nen Ticken jünger? Also U18?

von wavefinder - am 19.12.2011 12:30

Re: Deutschlandfunk plant Änderungen

Zitat
KlausD
"Deutschlandfunk plant Änderungen

... Es gebe im nächtlichen Hörfunkangebot in Deutschland "kein hochwertiges reines Wortprogramm", sagte Steul weiter." (Quelle: ard-text z.Z. Seite 413)

Wenn ich hier in Norddeutschland z. B. um 5:15 Uhr Nachrichten im Radio hoeren moechte, bin ich auf die ARD-Infonacht angewiesen. Und die kann ich hier zzt. nur auf MW empfangen (MDR Info, Antenne Saar und - noch - SWR cont.ra).

von kokido7 - am 19.12.2011 15:50
Zitat
kokido7
Zitat
Manager.
War doch klar: Wenn DAB+ (Bundesmux) kommt, muss dafür AM (und DRM) weichen.


Und nach der gleichen Logik muessen ja auch Gassen von Innenstaedten und Fusswege weichen, wenn Autobahnen kommen - Letztere sind ja moderner und ermoeglichen zumeist ein schnelleres Vorankommen

Sag's der KEF. Die haben sich das ausgedacht - nicht ich.


Die Idee nachts Info-Sendungen anstatt Klassik im DLF auszustrahlen finde ich richtig gut. Noch besser wäre es mit den Veränderungen bereits am Abend anzufangen. Die kleinen Infosendungen, die es bis zur Programmreform am 01.04.89 gab, vermisse ich heute noch um diese Tageszeit. Und insbesondere das dröge Sonntagsprogramm gehört schleunigst reformiert. Das ganze Kulturgedöns wäre sicher besser im Schwesterprogramm aufgehoben.

von Manager. - am 19.12.2011 18:25
Dadurch, dass Deutschland mitnichten ein säkularer Staat ist. Die katholische Kirche wie die evangelischen Landeskirchen genießen diverse Vorrechte (durch Reichskonkondat, Staatskirchenverträge und diverse Gesetze abgesichert), erhalten Kirchensteuern und sind selbst von diversen Steuern befreit, haben ein eigenes Arbeitsrecht, dürfen über den Schulunterricht an öffentlichen Schulen mitgestalten, sitzen in diversen Rundfunkräten und, ja, dürfen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie auf privaten Sendern Verkündigungssendungen veranstalten.

von freiwild - am 19.12.2011 19:41
Zitat
RheinMain701
Ich finde es auch in einem säkularen Staat wie Deutschland eine Schande, dass im DLF pünktlich um 6:30 eine Kirchenpredigt gehalten wird.


[OT] Das nervt auch in anderen Programmen. Mich hindert es, bei meiner morgentlichen Autofahrt zum Bahnhof kurz vor 7 Uhr WDR 5 zu hören, was ich vorher zu Hause beim Frühstück immer gern eingeschaltet habe. Würde mich mal interessieren, wie viele Leute das wirklich toll finden. [/OT]

Aber es ging ja eigentlich ums Deutschlandradio...

von Funkohr - am 19.12.2011 20:21
Zitat
Funkohr
Zitat
RheinMain701
Ich finde es auch in einem säkularen Staat wie Deutschland eine Schande, dass im DLF pünktlich um 6:30 eine Kirchenpredigt gehalten wird.


[OT] Das nervt auch in anderen Programmen. Mich hindert es, bei meiner morgentlichen Autofahrt zum Bahnhof kurz vor 7 Uhr WDR 5 zu hören, was ich vorher zu Hause beim Frühstück immer gern eingeschaltet habe. Würde mich mal interessieren, wie viele Leute das wirklich toll finden. [/OT]


Geht mir genau so gegen den Strich. Reden wir hier weiter http://forum.mysnip.de/read.php?15515,971612 .

von Dr. Antenne - am 19.12.2011 20:33
Zitat
Spacelab
Dann müsste man aber eher AM mit Feldwegen und DAB+ mit ausgebauten Bürgersteigen vergleichen. Denn du kannst ja schlecht die Fußgänger über die Autobahn schicken.

Stimmt. Und ebensowenig kann man Leute, die Stationen hoeren wollen, die mehrere hundert Kilometer entfernt sind, auf DAB+ verweisen.
Zitat
Spacelab
Und das mit den Unzulänglichkeiten kannst du so ja auch nicht sagen. Es sei denn du gehörst zu den ewig gestrigen die jede Umstellung und Modernisierung als "Unzulänglichkeit" bezeichnen. Damals bei der UKW Einführung war es ja noch etwas krasser als jetzt mit DAB+.

Mit "Unzulaenglichkeiten" meine ich im Wesentlichen die geringere Reichweite von DAB+ im Vergleich zu AM.

von kokido7 - am 19.12.2011 21:30
Zitat
Spacelab
Aber irgendwo muss man ja sparen und da die Anzahl der Hörer über AM nun mal sehr niedrig ist tut es hier am wenigsten weh.

Aber wenn die Hoerer sich ein DAB+-faehiges Radio kaufen muessen, koennen sie weniger sparen ;-)

Und ueberhaupt: Warum als Steuern zahlender Hoerer das Man-muss-ja-sparen-Argument derjenigen verteidigen, die einem etwas Bewaehrtes wegnehmen (in diesem Fall Analog-Rundfunk) und so zu Ausgaben (fuer ein neues Geraet) zwingen wollen?

Wegen der Reichweite kann DAB+ bestenfalls eine Alternative zu Analog-UKW sein und ist nur dann vonnoeten, wenn sonst nicht genug Stationen untergebracht werden koennen. (Die meisten der zzt. auf Analog-UKW sendenden Stationen bringen allerdings Programme mit oft redundanten Inhalten; das betrifft nicht nur Dudelfunk, sondern auch Informationsprogramme u. Ae. Mit anderen Worten: Es werden gar nicht so viele Stationen gebraucht, als dass eine Ueberfuellung des Analog-UKW-Bandes in Kauf genommen werden muss.)

von kokido7 - am 20.12.2011 10:19
Man muss aber auch schon etwas in die Zukunft schauen. Bei gleicher Abdeckung verbraucht DAB+ weniger Strom als UKW und viel weniger als AM. Das meinte ich mit Sparen. Die teure Wartung von AM Sendeanlagen lasse ich jetzt mal unter den Tisch fallen. Klar man kann es nicht allen recht machen und es werden anfangs immer Leute auf der Strecke bleiben bis sie in einem DAB+ Ausbaugebiet wohnen oder zumindst ein paar neue UKW Funzeln vor die Tür gesetzt bekommen. Dafür kann man aber doch jetzt den Fortschritt nicht ausbremsen und sagen wir bleiben beim total überfüllten UKW Band und werfen das Geld Schubkarren weise für eine sehr überschaubare AM Hörerschaft aus dem Fenster. Um DAB+, UKW und AM gleichzeitg laufen zu lassen bekommen die DRadios zu wenig Gebührengelder zugeteilt weil sie zu wenige Hörer haben. Für die Jungs von der KEF ist das eine recht einfache Rechnung über deren Richtigkeit man selbstverständlich streiten kann.

von Spacelab - am 20.12.2011 11:02

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Die Empfangbarkeit allein reicht ja nicht.
Was bringts mir, wenn der Stau dummerweise außerhalb der Reichweite des aktuell gehörten Programms ist? Meine Routen-Wahl muß ich ein bischen früher entscheiden.

Da sind dann auch 3-km-Staus absolut irrelevant (die sind weg, bis man dort ist...).
Dank täglichem DLF-Konsum bekommt man mit der Zeit auch ein gewisses Gefühl dafür, wo's außerhalb der eigenen Region klemmt.

... mir würd's ja auch schon reichen, wenn die TMC-Daten etwas "weiter" reichen würden. Aber die sind in ihrer Flächenabdeckung oft deckungsgleich mit dem gesprochenen Verkehrsfunk.

von DH0GHU - am 28.01.2013 20:22

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat

Ich bin dafür. Es war schon sehr sinnlos wenn sowieso nur "Staus mit einer Länge von über 9 km" vorgelesen werden und man dann in einen 8 km langen Stau kommt.

Die Sinnlosigkeit wird daran deutlich, dass "die Staus ab xy km" mal ab 2, 3, 4, 5 oder gar 8 km betragen. Manchmal aber auch gar keine "Mindestmenge" vorhanden sein muss. Also irgendwie Glücksspiel für Routenplaner.

Zitat

Da sind dann auch 3-km-Staus absolut irrelevant (die sind weg, bis man dort ist...).

Na ja. Jeder 8-km-Stau entwickelt sich von 0 km aufwärts. Und bei einer Vollsperrung ist aus 3 km (die der DLF u. U. als für nicht erwähnenswert bei den "Staus ab 4 km Länge" erachtet) innerhalb einer halben Stunde während den "Informationen am Morgen" schnell mal auf 8 km gewachsen. Da nutzt dann die beste Routenplanung nichts.

von Schwabinger - am 29.01.2013 16:33

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Das wird für den stolzen Besitzer eines Autoradios ohne UKW-Teil heikel werden... ;-)

Da muß ich wohl durch!

Davon unabhängig ist der DLF ohne Verkehrsmeldungen der endgültige Absturz des deutschen Hörfunks in die Kleinstaaterei. Selbstverständlich bietet die UKW-Verbreitung den "Overspill" und bei modernen Radios findet man den Verkehrsfunk auch recht einfach.

Aber zumindest auf gefühlte Weise gehören bundesweite Verkehrsmeldungen zum DLF nun mal dazu und ohne dieselben verliert der Sender an Authentizität.

Wahrscheinlich wollen NDR, WDR und BR nur ihre eigenen "Veras" aufwerten und drängen mit der Kostenkeule den DLF dorthin, wo er redaktionell nicht hingehört.

gb

von gb - am 29.01.2013 17:12

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
gb
Wahrscheinlich wollen NDR, WDR und BR nur ihre eigenen "Veras" aufwerten und drängen mit der Kostenkeule den DLF dorthin, wo er redaktionell nicht hingehört.


Auf welcher rechtlichen Grundlage? Das geht überhaupt nicht.

Die Verkehrsmeldungen im Deutschlandfunk sind nichts anderes als vergeudete Sendezeit. Wenn ich den Deutschlandfunk höre, will ich keine Verkehrsmeldungen hören und wenn ich Verkehrsmeldungen hören möchte, würde ich nicht den Deutschlandfunk hören, denn Warn- und Geisterfahrermeldungen, die mich direkt auf der Autobahn betreffen, höre ich dort sowieso nicht (zeitnah/unmittelbar). Weg damit und die Zeit für sinnvollere Inhalte nutzen.

von DigiAndi - am 29.01.2013 17:20

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
gb
Davon unabhängig ist der DLF ohne Verkehrsmeldungen der endgültige Absturz des deutschen Hörfunks in die Kleinstaaterei.

Der DLF ist doch ein Sender in Trägerschaft der (kleinstaatlichen/kleingeistigen) Länder. Richtig bundesweit mit einem "Zentralrundfunk" dürfen wir ja nicht (sonst werden die Deutschen doch sofort wieder alle Nazis). :D

Zitat
gb
Aber zumindest auf gefühlte Weise gehören bundesweite Verkehrsmeldungen zum DLF nun mal dazu und ohne dieselben verliert der Sender an Authentizität.

Einspruch. Mit den wie ich finde peinlichen mal "ab 4 km", mal (wenns in der Republik "dicht" ist) erst "ab 8 km" und dann mal (wenn das Land relaxt oder da und dort Feiertage sind) ohne jede km-Beschränkung hat sich der DLF lächerlich gemacht. Auch wenn der DLF den VF einst erfunden hat.
Einen Glücksspiel-Verkehrsfunk wie er zumindest morgends und abends stattfindet, würde ich nicht als für den DLF Authentizität vermittelnd bezeichnen. Eher das konkrete Gegenteil.

von Schwabinger - am 29.01.2013 17:26

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Bevor man über Veränderungen im Deutschlandradio diskutiert und alle Musik nach Berlin verlagern will, sollte man sich erst einmal an die einst brillante Soundqualität von Deutschlandradio Berlin bis 2004 erinnern und diese wieder einfordern. Was heute dort abläuft, ist schon fast tragisch, kennt man den Originalklang. Nun, 2013, wurde noch ein Zahn Kompression mehr zugelegt, grausam für ein Kulturprogramm. Unter Frau Holunder wurde noch perfektes Handwerk abgeliefert.

Hier eine Kurz-Doku des Niedergangs allein schon am Beispiel des Wortklangs:

http://www.imagenetz.de/f08f36ea4/2003-2013_Zerhackst-ckelung-eines-brillanten-RadioSounds.mp3.html

Musikalische Klangbeispiele könnten mittelfristig folgen, wenn mir mal jemand sagen würde, wie lang
die Ausschnitte wegen Urheberrecht maximal sein dürfen. Es lohnt sich echt, diesen Vergleich zu heute anzustellen – wo sind wir nur hingekommen!

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 29.01.2013 19:49

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Vielleicht könnte ja der DLF seinen VF auch etwas regionalisieren. "Meine" 96,6 aus Wiederau muss mir nicht jeden Stau aus dem Ruhrgebiet vorlesen von wegen A1, A2, A3 und A40. Dann wäre auch Zeit für Staus unter 9 km, die Meldungen könnte man vertrauensvoll von der jeweiligen ARD-Servicewelle übernehmen. Oder eben per EON den DLF mit der passenden Servicewelle vom gleichen Senderstandort verknüpfen. Ich weiß aber nicht, ob das so ohne größeren Aufwand zu realisieren ist. Denn eines ist klar. ´S derf nix koschte!

von dlf-fan - am 29.01.2013 20:58

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Marcus.
Bei EON ist halt nur das Problem, dass die Nachrichten auf DLR und DLF meistens länger als die 3 Minuten gehen wie in den Landeswellen mit VF, so dass der Verkehrsfunk in die Nachrichten "reinfunkt".


ist doch bei DKultur auch so...

mann könnte eigl. beim DLF eig. beides anbieten, sowohl eigener VF als auch EON

man könnte in der zeit von XX.00 bis XX.10 uhr ganz normal
RDS-TP: 01 / TA:00 senden, dann kommt ca XX.08 der DLF VF mit TP: 01 / TA:01 und die restliche zeit von XX.15- XX.59 könnte man auf EON-VF verweißen, so macht das Bayern 1 immer von 19-20 uhr
Das hätte denn vorteil das man auch geisterfahrer usw. mitbekommt und die DLF Nachrichten zur vollen stunde, würden nicht unterbrochen werden...

von Kohlberger91 - am 30.01.2013 18:37

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Schwabinger
Zitat
Sachse
Unter Frau Holunder wurde noch perfektes Handwerk abgeliefert.

Mag in Sachen Soundqualität stimmen nicht aber in Sachen Programm. Gerda Holunder hat das DLR nicht gerade prächtig positioniert. Eher das genaue Gegenteil. Nämlich einen wirren Kraut- und Rübensender, der schlichtweg in der Wahrnehmung absolut bedeutungslos ist.


Den Eindruck hatte wohl fast jeder, nur war dies eindeutig den föderalen Strukturen geschuldet und von der Seite her politische Zielsetzung. Es darf nicht übersehen werden, dass die föderalen Verkrustungen in Ost und West ausgesprochen scharf darauf waren, das D-Radio Berlin möglichst ganz zu verhindern und den nationalen Hörfunk auf ein Programm zu begrenzen, so z.B. die Strategie unserer sächsischen Landesregierung bzw. Staatskanzlei, die stets gegen den Rias und eine eventuelle Nachfolge eingestellt war. Lange Zeit gab‘s auch nur die eine einzige Alibifrequenz in Dresden mit 1kW für ganz Sachsen. Nach allem was man wahrnehmen konnte, war es schlicht eine Überlebensstrategie des Berliner Funkhauses, den Landesanstalten möglichst keinen einzigen Hörer wegzunehmen. Dazu die Konstellation, zwei unterschiedliche Sender zwangsverschmelzen zu müssen, das grenzte an die Quadratur des Kreises, was die Programmchefin da zu bewältigen hatte. Populäre Musik gab es fast nur noch nachts 2 bis 5 Uhr. Die bewährten Unterhaltungs- und Nachrichtenredaktion wurden sicher nicht auf Betreiben des Hauses selbst abgeschafft. Das war doch die Ausgangslage. Die Politik vertrieb sämtliche Hörer durch die gesetzten Rahmenbedingungen. Und d a h i n ist auch die Kritik zu richten, was die Inhalte in den ersten Jahren anbetrifft. Politiker dürfen sich hier nicht rausreden können.

Die streiten zwar ab mit angeblicher Unabhängigkeit der Medien. Lediglich der Auftrag Kultur sei vorgegeben. Das ist aber d e r deutsche Treppenwitz der Geschichte. Nirgendwo hat sich die Politik durch strangulierenden Rahmen so sehr eingemischt wie dort, sofern nicht gleich Kleinholz draus gemacht wurde (Dt64, DFF usw.). Man nutzte jeden Hebel, sämtliche Rias-Hörer heimatlos zu machen.

Umso tragischer ist es, nachdem man am Hans-Rosenthal-Platz diese Jahre durchgehalten hat und exzellente Programmstrecken in oft in hörerschwachen Nachtzeiten (viele kennen die gar nicht) entwickeln konnte, und nun sogar wieder Hörer haben darf und auch wieder Rockmusik spielen kann, dass die Sendequalität seit ca. 2006 schleichend aber stetig verlässlich den Bach runtergeht. Für ein Gebühren- bzw. Zwangssteuer- finanziertes Radio verbietet es sich schlicht, aufkeimende Quotenbefindlichkeiten gut bezahlter zugewanderter Funktionsträger in den Mittelpunkt zu stellen. Um gutes Radio zu machen, hat man in Berlin derlei Überbau und wenn man die ARD auch noch mitrechnet einen ÜberÜberbau nie gebraucht. Das Subsidiaritätsprinzip würde so einer Radio-Einheit, wie sie in Berlin gottseidank noch halbwegs solide existiert, gut eine selbständige Meinungsbildung und Handlungsfreiheit zubilligen.

Aufmerksame ehemalige Rias-Hörer haben über die Jahrzehnte jedenfalls reichlich Außenansichten gesammelt, wurden zudem durch die politischen Rahmenbedingungen gleichfalls mit drangsaliert und können das somit sehr gut beurteilen.

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 30.01.2013 19:52

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Sachse
Es darf nicht übersehen werden, dass die föderalen Verkrustungen in Ost und West ausgesprochen scharf darauf waren, das D-Radio Berlin möglichst ganz zu verhindern und den nationalen Hörfunk auf ein Programm zu begrenzen, so z.B. die Strategie unserer sächsischen Landesregierung bzw. Staatskanzlei, die stets gegen den Rias und eine eventuelle Nachfolge eingestellt war.

Erstmal interessantes Posting :spos:

Aber: Hat nicht Sachsen -relativ blödsinnig- mal auf den DT64 Frequenzen kurzerhand RIAS 1 aufgeschalten?
Ein nationales Programm (wohl DLF als "Überlebender" im "Ost-West-Radiokrieg") wäre ehrlicher und vor allem konsequenter gewesen als partout noch ein West-Ostprodukt weiterwursten zu lassen. Auch wenn das mit dem RIAS -leider- gefüttert wurde. Da muss sich das DLR-Berlin schon den Vorwurf gefallen lassen, dass sie entscheident mitgespielt haben in dem traurigen Konzert. Es ging doch -mit Zutun vom DLR- nur darum
a) den alten West- und neuen Ost-Öffis Konkurrenz vom Hals zu halten
b) den DLF für langjährige "Bonner Treue" zu belohnen (obwohl dessen Auftrag eigentlich genauso wie vom RIAS und ex-Stimme der DDR weg war)
c) den (zu Recht) beliebten RIAS irgendwie elegant weg zu kriegen
d) bloß keinen reinen Ostfunk zu erhalten (DLS, DFF)
e) DT64 weg zu kriegen und ja kein gesamtdeutsches DT64 (z. B. auch aus den "Zutaten" RIAS und DLS) zu formieren
Die einfachtse und für alle verträglichste Lösung war dann halt das Konstrukt DLR-Berlin. Hat von Anfang an null Bedeutung gehabt, keinem Weh getan und daher den Vorhaben a) - e) am meisten geholfen.
Und die Verantwortlichen vom DLR-Berlin haben das brav so umgesetzt und machen es noch heute so.
Übrigends den Namen "DLF 2" hat man sich auch nicht getraut. Man hat lieber den (blödsinnigen!) Zusatz "Berlin" im Namen gehabt (was ich auch als Kapitalfehler bezeichnen würde). Jetzt "Kultur".
Den DLF hat man ja seinen altbewährten Namen einfach behalten lassen. Auch das spricht Bände. Hat aber die Frau Holunder wohl nie kapiert.

von Schwabinger - am 31.01.2013 18:20

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Schwabinger
Aber: Hat nicht Sachsen -relativ blödsinnig- mal auf den DT64 Frequenzen kurzerhand RIAS 1 aufgeschalten?

Nach meiner Erinnerung gab es damals noch die DDR-weiten Senderketten, wo die Länder noch nicht wie heute, föderal zementiert (länderübergreifende Abdeckungen können ja – echt krank - nicht mal mehr zur Optimierung herangezogen werden) die Hand darauf hatten. Dass dieser Coup misslingen musste, war an sich allererster Gedanke nach Kenntnis dessen. Selbst als eingefleischter Rias-Hörer fand ich das Vorgehen so unmöglich, dass ich einen Beschwerdebrief an den Rias schickte, der sich prompt entschuldigte. Man kann das höchstens als Kurzschlusshandlung und grobe Fehleinschätzung in diesen bewegten Zeiten ansehen. Auch würde ich in der Rückschau nicht auszuschließen, dass hier Leute ihre Finger im Spiel hatten, die bereits bewusst Schaden herbeiführen wollten.
Zitat
Schwabinger
Ein nationales Programm (wohl DLF als "Überlebender" im "Ost-West-Radiokrieg") wäre ehrlicher und vor allem konsequenter gewesen als partout noch ein West-Ostprodukt weiterwursten zu lassen.

In dieser Beurteilung ist mir zu viel Ost-West-Klischee enthalten. Wer wirklich journalistische Vielfalt haben wollte, hätte für den Fortbestand eines unabhängigen Rias und auch von Elementen des Ostrundfunks sein müssen. Ein DLF allein tut das nicht. Und spätestens seit Anfang der Siebziger war der Rias sehr eigenständig in seiner journalistischen Arbeit. Das steht für mich fest (daher ja Rias statt RIAS). Jetzt allerdings versucht man doch, den Sender oft als Vorlese-Kabinett von Kölner Beiträgen zu missbrauchen. Alle, die hier noch an Medienvielfalt und journalistische Freiheit glauben, täuschen sich da sehr gründlich. Mit dem ganzen Konstrukt von heute und der Einmischung einflussreicher bundesdeutscher Interessen, bleibt mittlerweile immer mehr auf der Strecke.
Zitat
Schwabinger
Da muss sich das DLR-Berlin schon den Vorwurf gefallen lassen, dass sie entscheident mitgespielt haben in dem traurigen Konzert.

Ich glaube nicht, dass man den Leuten dort, die man in den Anfangsjahren zur reinen Verfügungsmasse bundesdeutscher Föderalbürokratie gemacht hat, dahingehend Vorwürfe machen kann. Das wäre eher den ehemaligen Hörern vorzuwerfen, die sich nicht im ausreichenden Maß um ihr Radio kümmerten und den Dingen in purer Naivität freien Lauf ließen.
Zitat
Schwabinger
Es ging doch -mit Zutun vom DLR- nur darum
a) den alten West- und neuen Ost-Öffis Konkurrenz vom Hals zu halten
b) den DLF für langjährige "Bonner Treue" zu belohnen (obwohl dessen Auftrag eigentlich genauso wie vom RIAS und ex-Stimme der DDR weg war)
c) den (zu Recht) beliebten RIAS irgendwie elegant weg zu kriegen
d) bloß keinen reinen Ostfunk zu erhalten (DLS, DFF)
e) DT64 weg zu kriegen und ja kein gesamtdeutsches DT64 (z. B. auch aus den "Zutaten" RIAS und DLS) zu formieren

a) STIMMT!
b) STIMMT möglicherweise
c) STIMMT EXTREM!
d) STIMMT EXTREM und spricht gegen die vorgegebene Maxime von angeblicher journalistischer Vielfalt
e) DA WAR WOHL SCHON DIE PANIK SPÜRBAR, weswegen der wuchernde und schon weit heruntergekommene bundesdeutsche Formatmüll durch Verhinderung von Dt64 seine Protektion bekam.
Zitat
Schwabinger
Und die Verantwortlichen vom DLR-Berlin haben das brav so umgesetzt und machen es noch heute so.

Also ich würde diese Vorwürfe als haltlos ansehen und glaube, auch Hörer dürfen sich hier einmischen und den Politikern mal die Leviten lesen, damit wir wieder solide überregionale Radios bekommen. Vielfalt ist tatsächlich einzufordern. Denn Medien von ARD und ZDF, die in ihrer „Breite“ z.B. die Leute ganz bewusst nicht über die extrem gefährliche demografische Situation und deren Ursachen aufklären, haben aus meiner Sicht ihre Rolle vollends verspielt. Deren Weisheiten, Frauen zu rekrutieren und Unter-Drei-Jährige zu kasernieren wird alsbald nach hinten los gehen.
Zitat
Schwabinger
Übrigends den Namen "DLF 2" hat man sich auch nicht getraut. Man hat lieber den (blödsinnigen!) Zusatz "Berlin" im Namen gehabt

Als Rias-Hörer kann man nichts gegen den Namen Berlin sagen - im Gegenteil. DLF2 würde ich dagegen absoluten Blödsinn finden – wo gerade was Eigenständiges wieder her soll. Das hat früher funktioniert und wird auch wieder funktionieren. Und was die Kosten anbelangt, bei der ARD wird mit Masse statt Klasse (und dazu noch den unflexiblen übertriebenen föderalen Befindlichkeiten) genügend Geld verbrannt. Allein schon die Frequenzverstopfung ist ein Skandal.

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 03.02.2013 19:22

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Erste Einblicke in die neue DLF-Nacht ab 8.4.
Mo, 8.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Deutschlandfunk Radionacht

0.05 Fazit
Kultur vom Tage (Wdh.)
1.00 Nachrichten
1.05 Interview der Woche (Wdh.)
anschließend ca.
1.30 Essay und Diskurs (Wdh.)
2.00 Nachrichten
2.05 Kulturfragen
Debatten und Dokumente (Wdh.)
anschließend ca.
2.30 Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person (Wdh.)
3.00 Nachrichten
4.00 Nachrichten
4.05 Radionacht Information
4.30 Nachrichten
Di, 9.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Deutschlandfunk Radionacht

0.05 Fazit
Kultur vom Tage (Wdh.)
1.00 Nachrichten
1.05 Kalenderblatt
anschließend ca.
1.10 Hintergrund (Wdh.)
anschließend ca.
1.30 Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft (Wdh.)
2.00 Nachrichten
2.05 Sternzeit
anschließend ca.
2.07 Kommentar (Wdh.)
anschließend ca.
2.15 Andruck – Das Magazin
für Politische Literatur (Wdh.)
3.00 Nachrichten
3.05 Weltzeit
anschließend ca.
3.30 Forschung aktuell
Aus Naturwissenschaft
und Technik (Wdh.)
anschließend ca.
3.52 Kalenderblatt (Wdh.)
4.00 Nachrichten
4.05 Radionacht Information
4.30 Nachrichten
Mi, 10.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Deutschlandfunk Radionacht

0.05 Fazit
Kultur vom Tage (Wdh.)
1.00 Nachrichten
1.05 Kalenderblatt
anschließend ca.
1.10 Hintergrund (Wdh.)
anschließend ca.
1.30 Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft (Wdh.)
2.00 Nachrichten
2.05 Sternzeit
anschließend ca.
2.07 Kommentar (Wdh.)
anschließend ca.
2.10 Studiozeit
Aus Religion und Gesellschaft
anschließend ca.
2.30 Lesezeit
3.00 Nachrichten
3.05 Weltzeit (Wdh.)
anschließend ca.
3.30 Forschung aktuell
Aus Naturwissenschaft
und Technik (Wdh.)
anschließend ca.
3.52 Kalenderblatt (Wdh.)
4.00 Nachrichten
4.05 Radionacht Information
4.30 Nachrichten
Do, 11.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Deutschlandfunk Radionacht

0.05 Fazit
Kultur vom Tage (Wdh.)
1.00 Nachrichten
1.05 Kalenderblatt
anschließend ca.
1.10 Hintergrund (Wdh.)
anschließend ca.
1.30 Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft (Wdh.)
2.00 Nachrichten
2.05 Sternzeit
anschließend ca.
2.07 Kommentar (Wdh.)
anschließend ca.
2.15 Zur Diskussion (Wdh.)
3.00 Nachrichten
3.05 Weltzeit (Wdh.)
anschließend ca.
3.30 Forschung aktuell
Aus Naturwissenschaft
und Technik (Wdh.)
anschließend ca.
3.52 Kalenderblatt (Wdh.)
4.00 Nachrichten
4.05 Radionacht Information
Fr, 12.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Deutschlandfunk Radionacht

0.05 Fazit
Kultur vom Tage (Wdh.)
1.00 Nachrichten
1.05 Kalenderblatt
anschließend ca.
1.10 Hintergrund (Wdh.)
anschließend ca.
1.30 Tag für Tag
Aus Religion und Gesellschaft (Wdh.)
2.00 Nachrichten
2.05 Sternzeit
anschließend ca.
2.07 Kommentar (Wdh.)
anschließend ca.
2.15 DLF-Magazin (Wdh.)
3.00 Nachrichten
3.05 Weltzeit (Wdh.)
anschließend ca.
3.30 Forschung aktuell
Aus Naturwissenschaft
und Technik (Wdh.)
anschließend ca.
3.52 Kalenderblatt (Wdh.)
4.00 Nachrichten
4.05 Radionacht Information
4.30 Nachrichten
Sa, 13.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Mitternachtskrimi
1.00 Nachrichten
1.05 Deutschlandfunk Radionacht

1.05 Soundcheck
Am Mikrofon: Thomas Elbern
2.00 Nachrichten
* 2.05 LiederLaden
Mit kraftvoller Zerbrechlichkeit
Kitty Hoffs neues Album
›Argonautenfahrt‹
Am Mikrofon: Bernd Gürtler
3.00 Nachrichten
3.05 Spielraum
Rock ohne Grenzen
Am Mikrofon: Carlo May
4.00 Nachrichten
4.05 Klanghorizonte
Jack DeJohnette, Duke Ellington,
Dr. John u.a.
Mit Michael Engelbrecht
5.00 Nachrichten
5.05 Alte Musik
5.30 Nachrichten
5.35 Presseschau
Aus deutschen Zeitungen
So, 14.4.
0.00 Nachrichten
0.05 Lange Nacht
1.00 Nachrichten
2.00 Nachrichten
2.05 Deutschlandfunk Radionacht

2.05 Sinfonische Musik
3.00 Nachrichten
3.05 Vokalmusik
4.00 Nachrichten
4.05 Neue Musik
5.00 Nachrichten
5.05 Kammermusik
Weitere Änderungen:
Sonntags
15.05 Rock et cetera
(bisher Montags 22.05)
Die Musikszene künftig montags um 20.10, ab 21.05 das 2-stündige Musik-Panorama.
Dienstags:
21.05 Jazz live
22.00 Nachrichten
22.05 Musikjournal

Berichte – Informationen –
Kommentare
(bisher Montags um 20.10 Uhr)
Donnerstags:
21.05 JazzFacts
22.00 Nachrichten
22.05 Historische Aufnahmen

Eher marginal die Veränderungen beim Dradio Kultur, so tauschen die Konzertstrecken vom Montag-und Mittwochabend und die Sonntagsmotette entfällt, die Lounge geht dann bis um 7.

von simselabum - am 18.02.2013 17:34

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Ich weiß nicht was die Musik beim DLF soll.

Zitat
Rias--Sachse
Als Rias-Hörer kann man nichts gegen den Namen Berlin sagen - im Gegenteil. DLF2 würde ich dagegen absoluten Blödsinn finden – wo gerade was Eigenständiges wieder her soll. Das hat früher funktioniert und wird auch wieder funktionieren.

Nachvollziehbar.
Aber: Der DLF heißt nach wie vor Deutschlandfunk (in einem Wort). Das partout Eigenständige hat man -obwohl man uns beide Progamme als bundesdeutschen nationalen Hörfunk verkaufen will- beim DLR sowohl mit DeutschlandRadio (2 Wörter, jedoch -warum auch immer- als eines geschrieben) und dann mit dem Zusatz "Berlin" gemacht. "Berlin" und deutschlandweit hat sich jedoch von anfang an widersprochen. "Berlin" bei RIAS Berlin nie, denn es war ein Sender eben für Berlin und drum her um, aber nicht auch für Aachen oder Kleve.
Aber jetzt kläre uns mal auf, warum du RIAS als Rias schreibst (ok, ich kenne eigentlich nur das 2. Programm auf der 94,3 rias2).

von Schwabinger - am 18.02.2013 18:17

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Schwabinger
Aber jetzt kläre uns mal auf, warum du RIAS als Rias schreibst (ok, ich kenne eigentlich nur das 2. Programm auf der 94,3 rias2).


Der Rias war nicht nur für Berlin und drum herum, der war auch in Sachsen, Thüringen und Franken beliebt und geschätzt. Ich würde es als außerordentlichen Verlust bezeichnen, ihn nicht gehört und gekannt zu haben.

Vermutlich wegen der späteren zwei sehr erwachsenen Jahrzehnte des Radiohandwerks wird in den Reprisen alles so verklärt dargestellt – der RIAS wird reduziert auf Stimme im Kalten Krieg. Das mag zutreffen für die 50er und 60er, wo er R.I.A.S. (Rundfunk Im Amerikanischen Sektor) war, nicht aber ab den 70ern.

Ab den 70ern war er Generationen-prägendes werbefreies Vollprogramm auf zwei Frequenzketten mit allen Inhalten, die Radio erst zum Radio machen, von Klassik, vernünftigem Jugendprogramm mit fundierten Persönlichkeiten am Mikro, solidesten Magazinstrecken über Jahrzehnte (sowas sucht man heute vergebens), Wissenschaft (Harro Zimmer) und Unterhaltung (Hans Rosenthal), die sich sehen lassen konnte.

Kommt irgendwo eine Jubiläumssendung, reduziert man mit artigem Föderal-Komplex stets auf die erstgenannte Frühphase, um jeden Anschein möglicher Andersartigkeit oder gar Überlegenheit gegenüber dem oft langweiligeren ARD-Funk zu vermeiden. Da ich SFB, NDR, BR und HR auch über weite Strecken in den 70ern bzw. 80ern dazu vergleichen konnte, maß ich mit diese Einschätzung schlicht an.

In den meisten RIAS-Reprisen kamen anfangs zu 99% die Insulaner und zu 1% was aus dem Rias der 70ern oder 80er. Das hatte Methode und entsprach schon dem Schema der medialen Gleichschaltung, wie man sie heute auf immer mehr Gebieten erleben muss. Ein reales Abbild war das auf keinen Fall. Daher konnten die meisten Westdeutschen leider nie erfahren, was der Rias wirklich war und was man auch hier kaputt gemacht hat. Allerdings muss man zugeben, dass die Demontage (ob Selbstmontage – Zweifel – Zweifel / denn der Bund war wohl der Finanzier in den späteren Jahren) des Rias bereits Mitte der 80er eingeleitet wurde, mit der Installation des rias2-Dudelfunks. Der war zwar ebenfalls sehr beliebt, aber gleichwohl hat man damit die Erosion der Substanz eingeleitet.

Kompetentes Personal wurde hinauskomplimentiert und zumindest war die Tendenz spürbar, etwas überspitzt beschrieben, mehr und mehr auf Zeit- und Stauansager umzustellen - wesentliche Voraussetzungen, den Rias nach der Wende möglichst schnell loszuwerden. Solider Jugendfunk war passé, werbefreier Dudelfunk freilich unhaltbar ab Mitte der 90er. Der Rias wurde prophylaktisch zu Lebzeiten schon amputiert. Dt64 konnte seine Hochzeiten erleben.

Die fünfundzwanzig Jahre Vollwert-Rias zwischen "RIAS" und "rias" wurden anfangs fast Orwell-mäßig ausradiert. Heute bringt man ja im D-Radio auf sparsamster Flamme wieder mal das eine oder andere auch aus diesen „verbotenen“ Jahren.

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 05.03.2013 21:49

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

@ RIAS!!
JA!!

Also für einen Radio-"Freak" war natürlich der Sender auch weit über B/DDR hinaus "Pflicht".
Ich war immer sehr erstaunt, dass die KW 6005 (deutschl. und europaweit gut) nie
ernsthaft von der DDR gejammt wurde, auch nicht in den 60ern und 70ern. Nur im
Winter musste man abends als "westhörer" auf die MW 854/989 ausweichen, wo natürlich
die DDR-Störsender gelegentlich in kurzen Phasen dominierten, bis zur ihrer Abschaltg. 78.

war ne schöne zeit, zB mit Heinz Petruo als Nachr.sprecher, der die Gänsefüßchen beim Lesen
von"DDR" so schön mit rüberbrachte, Horst Kintscher als "Zwerg Allwissend" (Kenner
wissen, was gemeint ist) oder Rainer Brandt als "Löffelbarbier"....

Da könnte man einen eigenen "Memory Thread" aufmachen;)

satjay 7-3

von satjay - am 07.03.2013 16:16

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Peter Schwarz
Bei der Musik kann ich in dem Beispiel spontan keinen Unterschied feststellen.


Klar, sollte auch nur die Einleitung sein. Ein Staccato von Beispielen kommt noch, muss aber nochmal die Sachen zwecks Verkürzung der Hörproben durchgehen. Auch bei 256kb/s war es ein echter DSR-Nachhall, wie bis 2004 gesendet wurde - leider vorbei in dieser Geschichte der Menschheit.

Übrigens die MA2013 sagt aus:
Soundverbesserung (weniger Kompressor) = mehr Hörer (MDR1 Sachsen)
Soundverschlechterung (mehr Kompressor) = weniger Hörer (rbb)

Zitat
satjay
@ RIAS!!
JA!!
Da könnte man einen eigenen "Memory Thread" aufmachen;)


Im Moment leider zu wenig Zeit+Muse dafür und dieses Forum = Technikforum!
Aber hier gibts was Ordentliches zum Rias von andem Hörer:
http://www.studio89.de/

Bis dann! "Gleiche Stelle, gleiche Welle!"

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 07.03.2013 20:42

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Gestern musste ich echt zweimal auf`s Display des Autoradios schauen...Jetzt wird man schon beim DLF mit David Guetta terrorisiert.So langsam reicht es echt,die Dummfunker dudeln diesen völlig überschätzten Möchtegern DJ schon bis zum erbrechen und nun auch noch der DLF.:wall:

19.04.2013

Sendezeit 14:35
Titel Play hard feat. Neyo & Akon
Album Single
Interpret David Guetta
Komponist Smith/Thiam
Länge 3:08 Min
Label Virgin

von Hallenser - am 20.04.2013 07:48

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Sei's drum. Ich werd mir das Programm vorurteilsfrei anhören, genauso, wie ich das bei DWissen gemacht habe. Bei letzterem habe ich schnell festgestellt, dass mich die Art der Moderation wenig bis nicht anspricht. Vielleicht ist es bei DKultur dann anders. In Sachen Musik wäre ich mit DWissen zu 2/3 einverstanden. Schaun mer mal, was die Berliner da bringen. Aber Musik ist ja fast Nebensache, die hol ich mir meist sowieso bei Programmen jenseits des deutschen Sprachraums. Aber ich würd mal wieder gern öfter Inhalte in meiner Heimatsprache hören. Gut, das wär im DKultur sicher auch möglich, gibt ja genug Schwaben in Berlin. :bruell:

von Peter Schwarz - am 05.06.2014 20:45

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Murky
Hmm, die "Ortszeit" wurde in "Studio 9" (beknackter Name...) umbenannte, die Abendsendung um 17 Uhr überschneidet sich jetzt mit der Info-Sendung des DLF (18 Uhr) um eine halbe Stunde und Kinderradio nervt immer noch...

Da sicherlich nicht die Definition des Begriffs "Kultur" geändert wurde: weiterhin keinerlei Einschaltgründe gefunden.

Warum man die "Ortszeit" nicht beibehalten hat, verstehe ich auch nicht. Vor allem, wo es ja die "Weltzeit" weiterhin gibt.

Aus Deinem Beitrag schließe ich, dass Du auch bisher keine Einschaltgründe gefunden hast. Man kann ein Programm aber eigentlich nur beurteilen, wenn man hin und wieder einschaltet.

Die Info-Sendungen in DLF und DKultur unterscheiden sich in einem ganz wichigen Punkt: Im DLF gibt es praktisch Wort pur, in DKultur gibt es Musikstücke zwischendurch. Ich finde die Musikauswahl dabei ziemlich gut. Tolle Musik abseits des Standardgedudels. Aus meiner Sicht haben deshalb die Info-Sendungen in beiden Programmen ihre Existenzberechtigung, zur Not auch teilweise parallel. Das ist ja morgens auch jetzt schon so.

Ansonsten sollte man ab und zu bei DKultur mal in die Programmvorschau schauen. Das tue ich auch viel zu selten. Letztens im Urlaub bin ich beim Scannen bei DKultur auf ein Konzert von Suzanne Vega gestoßen, nur sie selbst, begleitet von einem weiteren Musiker mit Gitarre/E-Gitarre. Da habe ich mit dem Scannen aufgehört, mich aufs Sofa gelegt und dem Konzert gelauscht. Richtig gut war das. Das zum Thema, dass der Begriff "Kultur" nicht weit genug gefasst ist. Wobei ich damit nicht sagen will, dass man sich in diese und andere Richtungen nicht noch weiter öffnen könnte.

von Funkohr - am 07.06.2014 12:14

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Bei DKultur hat mich diese strikte Aufteilung in diese 10 Minuten Blöcke genervt. Das war vor der damaligen Programmreform wesentlich besser durchmischt und das Programm war besser durchhörbar.

Was die Musik bei DKultur angeht muss ich sagen das ich diese auch sehr gelungen finde. Ich hab mir deswegen schon so manche CD gekauft die ich vorher mit dem Allerwertesten nicht angeschaut hätte.

Das "Kinderradio", also der Kakadu, ist ein Steckenpferd von DKultur was denen schon unzählige Preise eingebracht hat. Die werden sich hüten da was dran zu verändern.

von Spacelab - am 07.06.2014 12:43

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Ich hatte die 97,4 sehr lange in allen Radios abgespeichert. Habe mich also schon mit diesem Programm auseinandergesetzt. Danke, da sind mir die reinen Wortstrecken auf dem DLF lieber.

Ich fahre jeden Tag 30 Minuten zur Arbeit. Da ist das Programm von der 103,5 nahezu perfekt:
7.00 Nachrichten, 7.05 Presseschau, ab 7.15 "Interview des Tages" und Berichte.

Und, Sorry, aber Suzanne Vega tut niemanden weh. Ein Konzert mit ihr ist für mich kein herausragendes Radioereignis. Aber schön, wenn es Dir gefallen hat.

von Murky - am 08.06.2014 12:38

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Also ich glaube 99% aller deutschen Radiosender würden kein Susanne Vega Konzert komplett ausstrahlen. Also in so fern ist das für mich schon etwas besonderes. Mal davon abgesehen war das ja auch nur ein Beispiel. Ich hab auf DKultur auch schon einem Konzert der "The Electric Prunes" gelauscht. Das ist Musik die jeder andere Sender hier zu lande noch nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde.

Zitat
Murky
Ich fahre jeden Tag 30 Minuten zur Arbeit. Da ist das Programm von der 103,5 nahezu perfekt:
7.00 Nachrichten, 7.05 Presseschau, ab 7.15 "Interview des Tages" und Berichte.

Na ist doch wunderbar wenn du den für dich idealen Sender gefunden hast. Für andere ist halt DKultur der ideale Sender weil sie länger als 30 Minuten Radio hören. Es kommt halt immer aus die Ansprüche und Bedürfnisse an die man an ein Programm stellt.

von Spacelab - am 08.06.2014 12:57

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Ich gönne jedem "sein Radioprogramm", egal ob DRKultur, Nordwestradio oder welcher Sender auch immer. Was ich meine ist jedoch, dass z.B. wegen Suzanne Vega wohl nicht viele Stammhörer eines Senders wegschalten würden. Und auch auf den Radiokonzerten von NDR2 lief ja schon REM oder ähnliches. Sowas ist in meinen Augen immer noch erweiterter Mainstream.

Hat ein Kultursender der ARD aber schon mal ein Konzert der Sex Pistols oder von Motörhead übertragen? Beides sind für mich Bands, die in der Vergangenheit die Musikgeschichte beeinflusst haben. Wie würde darauf ein DRKultur-Hörer reagieren?

Und kommt mir aber jetzt bitte nicht mit Sendeplätzen Pfingstmontag 2 Uhr Nachts auf SR2 oder so!

von Murky - am 08.06.2014 14:49

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Mittwochs Abends um 20:05 Uhr lief das von mir genannte Konzert der "The Electric Prunes" auf DKultur. Und das ist Psychedelic Rock vom allerfeinsten gewesen. Und wie Japhi ja schon bemerkte sagte liefen um diese Zeit auch schon die Sex Pistols und ähnliches.

Zitat
Murky
Wie würde darauf ein DRKultur-Hörer reagieren?

Was ist denn für dich "der DRKultur-Hörer"? Ein Anzug und Schlips tragender Mittdreißiger der teuren Wein schlürfend im echt Leder Ohrensessel sitzt und Finanzzeitungen liest?

von Spacelab - am 08.06.2014 15:03

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Japhi
Zitat

Hat ein Kultursender der ARD aber schon mal ein Konzert der Sex Pistols oder von Motörhead übertragen? Beides sind für mich Bands, die in der Vergangenheit die Musikgeschichte beeinflusst haben. Wie würde darauf ein DRKultur-Hörer reagieren?


DKultur überträgt sowas regelmäßig zum typischen Konzerttermin um 20 Uhr. Auch die Sex Pistols o.Ä.


Nun, auf diesen Hinweis hin habe ich mir mal für die nächste Woche das Programm um 20 Uhr angesehen. Da läuft genau das, was ich von deutschen Kultursendern gewohnt bin: Klassik und Oper.

Sollte also tatsächlich irgendwann mal was Härteres eingestreut sein, kann man es suchen wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen.

Vielleicht habe ich ja Glück und am 2. Februar 2029 wird der 50 Todestag von Sid Vicious mit einer Sondersendung um 1.30 Uhr für 20 Minuten gewürdigt. Als Skurrilität läuft dann sicherlich "My Way"...

Dumm nur das der Geburtstag von Lemmy Kilmister der 24. Dezember ist. Da wird es selbst im Jahr 2045 zum Hundertsten nicht für einen raren Live-Mitschnitt ein Sendeplatz frei geräumt...

von Murky - am 08.06.2014 15:18

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Murky
Nun, auf diesen Hinweis hin habe ich mir mal für die nächste Woche das Programm um 20 Uhr angesehen. Da läuft genau das, was ich von deutschen Kultursendern gewohnt bin: Klassik und Oper.

Ich habe auch nochmal ins Programm geschaut. Das Suzanne-Vega-Konzert wurde in der Reihe "In Concert", die montags um 20:03 Uhr läuft, am 5. Mai gesendet. "In Concert" fällt in der kommenden Woche wegen Pfingstmontag aus.

Das Kriterium "tut keinem weh" verbinde ich überhaupt nicht mit DKultur. Ich denke, damit wird man den Machern dort auch nicht gerecht.

Wie schon gesagt, finde ich, dass DKultur durchaus mehr Sendeplätze für Musik und Konzerte abseits von "Klassik und Oper" einrichten könnte. Ich wollte mit meinem Beispiel nur sagen, dass es so etwas aber auch jetzt schon gibt.

von Funkohr - am 08.06.2014 15:57

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Hab mal recherchiert:

Im November 2009 Lief in der Reihe "In Concert" bei Deutschlandradio Kultur ein Konzertmitschnitt von Siouxsie & The Banshees aus dem Jahre 1983.
Ist das nun "schäg" genug ? oder immer noch zu mainstreamig ? :xcool:

Das Dradio Kultur schrieb in seiner Programmankündigung :
In Concert: Siouxsie & The Banshees
"Nocturne" (London, Royal Albert Hall, 1983) .
Siouxsie & The Banshees kommen aus London (AP Archiv).
Die englische Avantgarde-Wave-Band Siouxsie & The Banshees entstand 1976 im Umfeld der Londoner Punk-Band The Sex Pistols. Die ehemalige Kunststudentin Susan Janet Dallison und ihr Freund Steven John Bailey begannen, wie viele damalige Punkbands, ohne jegliche Bühnenerfahrung Musik zu machen.
In anfangs wechselnden Besetzungen sorgte die Band mit ihrer Mischung aus Düster-Rock und unterkühltem Wave-Punk in der Londoner Szene schnell für Aufsehen.
Bei dem Konzert in der Royal Albert Hall, das 1983 auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität und Popularität stattfand, trat die Band mit der Unterstützung des Cure-Gitarristen Robert Smith auf.

von SagittariusA - am 08.06.2014 17:55

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei und meinen trotzdem dasselbe ;)

SagittariusA hat also eine Stecknadel im Heuhaufen gefunden: Vor fünf Jahren lief also mal ein Konzert von Siouxsie & The Banshees. Super *g*

Klar, Siouxsie & The Banshees ist aus der genialen Zeit zwischen 1977-82, in der sich viele neue Musikstile entwickelt hatten und die Band experimentierten konnten und trotzdem wahrgenommen wurden, weil alle neugierig wahren. Aber mit Siouxsie verhält es sich wie mit Suzanne-Vega: Es ist im Grunde ruhige Musik, die heutzutage niemanden verschreckt. Der "normale" DRadio-Hörer stellt vielleicht sein Radio leiser aber er läuft nicht schreiend davon.

Punk, Heavy-Metall aber auch Techno sind für mich auch Kultur. Wenn also "The Prodigy" gleichberechtigt neben Mozart und Bach laufen, dann darf aus meiner Sicht von einem Kultur-"Voll"-Programm geredet werden.

von Murky - am 09.06.2014 08:53

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Zitat
Spacelab
Also ich glaube 99% aller deutschen Radiosender würden kein Susanne Vega Konzert komplett ausstrahlen.


http://www.br.de/radio/bayern2/inhalt/musik/bayern2-studioclub/suzanne-vega-studioclub-muenchen100.html ;)

Ich lasse mich überraschen, was genau sich am Tagesprogramm verändernd wird. Bisher haben mich die Ortszeit und vor allem das Radiofeuilleton überhaupt nicht angesprochen. Letzteres war mir irgendwie zu "durcheinander". Am befremdlichsten an der Reform finde ich das Verschieben von "Aus den Archiven" auf 5:05 Uhr. Was bitte soll das? Da fehlt nicht mehr viel, um die Sendung gleich komplett abzuschaffen.

von DigiAndi - am 09.06.2014 10:18

Re: laut "Focus": Deutschlandradio vor Veränderungen

Gleich um 1:05 Uhr kann über die Reform bei DKultur in der Sendung "2254" diskutiert werden : :xcool:

"In zehn Tagen, am 21. Juni, startet Deutschlandradio Kultur mit seinem veränderten Programm. Was wird anders? Was bleibt, was ist neu, was fällt weg? Und vor allem: Welche Ideen stecken hinter dieser Reform?

Über diese und andere Fragen wird Kultur-Chef Hans Dieter Heimendahl heute Nacht mit Ihnen, den Hörerinnen und Hörern, diskutieren. Was immer Sie wissen möchten über Ihr Radioprogramm: Bitte fragen Sie!

Diskutieren Sie um 1.05 Uhr mit unter der kostenfreien Telefonnummer 00800 2254 2254, gleich hier in der Kommentarspalte oder auf unserer Facebook-Seite". (Text DRadio)

von SagittariusA - am 10.06.2014 20:58
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