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[HU] Klubradio verliert alle Frequenzen

Startbeitrag von mor_ am 21.12.2011 14:37

Der rechtsnationale FIDESZ Klan macht seine Drohungen wahr:
Der letzte "Nicht-FIDESZ" Sender Klubradio verliert ab März 2012 seine Frequenzen:
http://www.fr-online.de/politik/medienrat--ungarn-dreht-letztes-oppositions-radio-ab-,1472596,11338760.html
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/21/drk_20111221_1222_5c23a43f.mp3


Gruss an Horthy :D

Antworten:

Eine Katastrophe, wie es in Ungarn zugeht. Das Land geht wirklich den Bach hinunter. Traurig! :-(

Danubius war ja schon sehr schlimm, aber bald gibt es da wohl wirklich nix mehr was man hören kann. Die Entwicklung ist eindeutig: :sneg:

von RTL 102.5 Fan - am 21.12.2011 17:55
Wohl den Ungaren, die einigermaßen in Grenznähe wohnen und wenigstens dort noch halbwegs anständige Sender empfangen können. Alleine, über die ganzen schon allmählich als kriminell zu bezeichnenden Vorgänge werden diese auch nur rudimentär berichten. :(

von Wrzlbrnft - am 21.12.2011 17:59
:kotz: Da müsste doch sofort wieder das RFE- Ungarisch- Programm reaktiviert werden ! :cool:

von RealRock - am 21.12.2011 19:27
Kaum zu glauben.
Erst Roxy pleite, dann Danubius weg und Slager, der beliebteste Sender dort überhaupt, auch weg. Und jetzt das ...
Fehlt ja nur noch Juventus Radio :rolleyes:

von DX OberTShausen - am 21.12.2011 19:34
Selbst der einigermaßen neutral gehaltene Bericht in der "OrtsZeit" heute Mittag im DKULTUR hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Ein EU-Mitgliedsstaat, der sich die Demokratie zurechtbiegt (zu Jahresbeginn gibt es ja eine neue Verfassung, welche die derzeit Herrschenden innerhalb kürzester Zeit durchgedrückt haben) und mit subtilen Mitteln wie Lizenzentzung missliebiger Radiostationen die letzten kritischen Stimmen zum Schweigen bringt, sollte die Verantwortlichen der EU-Bürokratie, die ja sonst jeden Pipifuck bis ins kleinste Detail zu regeln versteht, auf den Plan rufen.:kotz:

von Heinz Schulz - am 21.12.2011 19:49
Das Mediengesetz wurde ja vom ungarischen Verfassungsgericht als illegal zurückgewiesen. Das Verfassungsgericht ist noch nicht von Fidesz gleichgeschaltet worden, aber das kommt noch.

von Alqaszar - am 21.12.2011 22:40
Zitat
RTL 102.5 Fan
Eine Katastrophe, wie es in Ungarn zugeht. Das Land geht wirklich den Bach hinunter. Traurig! :-(


Ungarns manipuliertes Fernsehen

von Scrat - am 21.12.2011 23:23
In Deutschland hat man es einfacher: Hier brauchen keine Frequenzen entzogen zu werden, da man unabhängigen Anbietern gar nicht erst die Nutzung derselben gestattet.

Wer der Auffassung ist, in Ungarn gäbe es inzwischen keine Programmvielfalt mehr, sollte mal bei FMSCAN einen virtuellen Bandscan für Budapest machen. Dieser liefert folgendes Ergebnis:

87,6 - Kontakt Rádió
88,1 - Radio Face
89,5 - Juventus Radio
90,3 - Tilos Radio
90,9 - Jazzy Radio
92,1 - Klasszik Radio
94,2 - Mária Rádió
95,3 - Klubrádió
95.8 - InfoRadio
97,0 - Első Pesti Egyetemi Rádió
98,0 - Civil Radio
99,5 - Radio Q
100,3 - Lanchid Radio
100,8 - Neo FM
102,1 - Magyar Katolikus Rádió
103,3 - Class FM
103,9 - Rádió 1
104,8 - Budaörs Radio
105,9 - Gazdasági Rádió
107,3 - Cool FM

Von so einer Auswahl können wir in den meisten deutschen Städten nur träumen.
Bitte nicht nur ins Ausland schauen und die dortigen Zustände kritisieren, wenn die Frequenzvergabepolitik in den meisten deutschen Bundesländern noch viel rigider ist, als in Ungarn!

von Yagi2.0 - am 22.12.2011 07:48
Mit anderen Worten: Sogenannte Programmvielfalt ist wichtiger als Meinungsfreiheit?

von hegi_ms - am 22.12.2011 08:27
6 dieser Programme sind direkt staatlich, zwei weitere sind kirchlich. Die übrigen 12 Programme sind zwar privatrechtlich, aber Regierungstreu. Das ist auch nicht besser als in NRW, im Gegenteil.

von Bolivar diGriz - am 22.12.2011 08:31
Heute morgen kurz vor 7 Uhr hat sich im Deutschlandfunk der Schriftsteller Rudolf Ungvary kritisch zur Lage in Ungarn, zur Medienpolitik und auch zur Schliessung von Klubradio geäussert: "Die nationale Medienaufsichtsbehörde, der verlängerte Arm der Regierung, vergab nämlich die Frequenz kurzerhand an einen völlig unbekannten Konkurrenten. Das bedeutet, dass es keinen unabhängigen Radiosender mehr in Ungarn gibt."

Zum Nachlesen oder Nachhören: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1634945/

73 de Uli


von ulionken - am 22.12.2011 09:11
Jetzt noch ein Beitrag in den IaM im DLF.

von Japhi - am 22.12.2011 11:39
...und man merkt wieder, dass im DLF nicht kritisch nachgefragt wird, sondern Politiker einfach drauf los labern dürfen..."Klubradio ist sicherlich nicht der einzige unabhängige Radiosender, öffentlich-Rechtliche Sender sind ja auch unabhängig...ich kenne die ungarische Radioszene nicht, aber Ungarn ist auf einem guten Weg." (CDU-Europa-Abgeordneter Michael Gahler).

von Japhi - am 22.12.2011 11:47
Zitat
Japhi
Zitat
CDU-Europa-Abgeordneter Michael Gahler
Klubradio ist sicherlich nicht der einzige unabhängige Radiosender, öffentlich-Rechtliche Sender sind ja auch unabhängig...ich kenne die ungarische Radioszene nicht, aber Ungarn ist auf einem guten Weg."
Auf deutsch: Wenn man könnte, würde man auch selbst gerne den "ungarischen Weg" einschlagen.

von freiwild - am 22.12.2011 11:57
Das wird doch schon lange praktiziert. Wo wird denn wirklich noch Kritisch berichtet? Pseudo- Kritik Sendungen beherrschen doch den Rest dieses Genres.

von Scrat - am 22.12.2011 12:08
Zitat
Yagi2.0
Bitte nicht nur ins Ausland schauen und die dortigen Zustände kritisieren, wenn die Frequenzvergabepolitik in den meisten deutschen Bundesländern noch viel rigider ist, als in Ungarn!


Dann kennst du Österreich noch nicht ;) Hier ist man von demokratisch weit entfernt (und eine externe Behörde verklagte in den 90ern ja Österreich wegen seines Monopoles,dass eine "massive Einschränkung der Menschenrechte u. Meinungsfreiheit" dargestellt hat) und die heimische Politkwelt selbst hätte da am liebsten nichts geändert, praktisch ist es auch heute noch so, die Frequenzvergabe ist auch mehr oder weniger parteipolitisch beeinflusst.

Was aber Österreich/Deutschland von Ungarn unterscheidet ist das, dass in Ungarn eine Regierung sitzt, die quasi alles ausschalten will, was nicht ihrer Meinung ist. Egal ob diese neuen Gesetze oder die Entzüge von Frequenzen, das sind alles düstere Vorboten für ein diktatorisches System. Obwohl ich kein Freund der deutsch-österreichischen Radioszene bin finde ich schon grobe Unterschiede im Vergleich zu Ungarn.

Zitat
Heinz Schulz
Ein EU-Mitgliedsstaat, der sich die Demokratie zurechtbiegt (zu Jahresbeginn gibt es ja eine neue Verfassung, welche die derzeit Herrschenden innerhalb kürzester Zeit durchgedrückt haben) und mit subtilen Mitteln wie Lizenzentzung missliebiger Radiostationen die letzten kritischen Stimmen zum Schweigen bringt, sollte die Verantwortlichen der EU-Bürokratie, die ja sonst jeden Pipifuck bis ins kleinste Detail zu regeln versteht, auf den Plan rufen.


Darf die EU ja nicht. Da man nach Brüssel nicht mehr Macht abgibt, kann sie direkt recht wenig ausrichten. Aber mehr Druck und Sanktionen sollte es schon geben, schließlich gab es die 2000 für Österreich auch, wieso auch nicht in diesem Fall.

von RTL 102.5 Fan - am 22.12.2011 14:20
Zitat
Yagi2.0
Wer der Auffassung ist, in Ungarn gäbe es inzwischen keine Programmvielfalt mehr, sollte mal bei FMSCAN einen virtuellen Bandscan für Budapest machen. Dieser liefert folgendes Ergebnis:

(...)

Von so einer Auswahl können wir in den meisten deutschen Städten nur träumen.

Nun ist Budapest aber auch nicht ganz Ungarn. Ich genieße die Budapester Radiolandschaft auch jeweils, wenn ich dort auf dem Weg nach Rumänien ;) dort vorbei komme. Abseits davon sieht es aber oft deutlich magerer aus. Und wenn eben auch noch das letzte "blockfreie" Programm zwangsabgeschaltet wird, habe auch ich ein großes Problem damit. Nicht zuletzt, da die Internetanschlussrate in Ungarn noch nicht so dicht wie bei uns ist und damit stellenweise schon gar nicht mehr garantiert ist, dass die Leute noch an unabhängige Informationen kommen.

von Wrzlbrnft - am 22.12.2011 19:24
Weiß eigentlich jemand von euch, was aus den netten kleinen Lokalsendern am Balaton, wie z.B. Rádio Jam oder Delphi Rádio aus Balatonfüred geworden ist? Im Netz konnte ich nichts finden, daher vermute ich auch eine Stillegung.

von Mathias Volta - am 22.12.2011 20:10
Zitat
Mathias Volta
Weiß eigentlich jemand von euch, was aus den netten kleinen Lokalsendern am Balaton, wie z.B. Rádio Jam oder Delphi Rádio aus Balatonfüred geworden ist? Im Netz konnte ich nichts finden, daher vermute ich auch eine Stillegung


Vermute ich auch. Und Balaton 88,2 gibt es ja auch nicht mehr...

von DX OberTShausen - am 22.12.2011 20:31
@Wetterauer:

Danke, Balaton 88,2 aus (ich glaube) Siófok war es, der mir noch im Hinterkopf geisterte, aber gestern nicht auf Anhieb einfiel. ;-)
Obwohl Ö3 damals in den 90ern noch ein Spitzen-Sender war, waren Rádio Jam und Balaton 88,2 bei jedem Plattensee-Urlaub wegen der abwechslungsreichen Urlaubsmusik Pflichtprogramm.
Rádio Jam war bei Balaton-Freunden wie mir ein Insider, da von den einheimischen Moderatoren zur halben Stunde deutsche Nachrichten gelesen wurden. Die Inhalte wurden damals, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, von der Redaktion aus den verfügbaren deutschen Tageszeitungen, sowie vom Videotext von ARD, ZDF und ORF unkompliziert (!) zusammengestellt. Das scheint bei den derzeit geschiderten Zuständen der ungarischen Medienlandschaft nun wohl ein absolutes Ding der Unmöglichkeit zu sein.
1999 habe ich Rádio Jam mal besucht und man hat mit mir unkompliziert on air über meinen damaligen Urlaub geplaudert. :-)
Delphi Rádio war wahrscheinlich ein 1-Mann-Sender, der sich ab 22:00 Uhr als Timesharing die Frequenz mit Rádio Jam geteilt hat und nonstop schon damals in Vergessenheit geratene 80er gespielt hat - schöne Erinnerungen !

Es ist einfach nur eine Schande, was aus meinen schönen Ungarn geworden ist, welches Ende der 80er Jahre mit seiner Liberalität und Weltoffenheit mit dazu beigetragen hat, den Einsernen Vorhang einzureißen !! :mad:

von Mathias Volta - am 23.12.2011 12:04
Rieb mir gerade verwundert die Augen als ich in Esztergom, meinem Feriendomizil von 1997 bis 2001, auf 92,5 Magyar Katolikus Radio lesen musste. Das war seit 1996 die Hausfrequenz von Kék Duna Radio (Blaue Donau Radio). Ebenso abgschaltet wurde die 107,0 Tatabanya... Die Website vermeldet mit ein paar Zeilen das die Genehmigung für die Standorte Ende 2012 ausgelaufen ist und man nur noch in Györ und Komarom zu hören sei. Wielange halt noch.

Die 98,1 (ex Klubradio, zuvor Uj Esztergom Radio) schweigt ja nun schon n ganzes Jahr. Nur noch kirchlicher Rundfunk neben MR in Esztergom auf Sendung.

von Scrat - am 17.04.2013 21:47
Zitat
Scrat
Rieb mir gerade verwundert die Augen als ich in Esztergom, meinem Feriendomizil von 1997 bis 2001, auf 92,5 Magyar Katolikus Radio lesen musste. Das war seit 1996 die Hausfrequenz von Kék Duna Radio (Blaue Donau Radio). Ebenso abgschaltet wurde die 107,0 Tatabanya... Die Website vermeldet mit ein paar Zeilen das die Genehmigung für die Standorte Ende 2012 ausgelaufen ist und man nur noch in Györ und Komarom zu hören sei. Wielange halt noch.

Die 98,1 (ex Klubradio, zuvor Uj Esztergom Radio) schweigt ja nun schon n ganzes Jahr. Nur noch kirchlicher Rundfunk neben MR in Esztergom auf Sendung.


Wie, der ist jetzt auch weg? :eek:

Unfassbar.... es wird immer weniger in Ungarn! Und die Kette von ex Neo FM schweigt auch seit November bereits ohne Nachfolger, einzigartig in Europa, eine landesweite Kette frei zu lassen!

von DX-Project-Graz - am 17.04.2013 23:10
Naja, schau nach Slowenien, die Mux B Kette ist auch unbenutzt (Mux C bekommt andere Kanäle).

von andimik - am 18.04.2013 08:53
Je mehr Frequenzen in Ungarn daselbst schweigen, desto besser werden die DX-Bedingungen Richtung Balkan und für Sporadic-E am Balaton wieder. :xcool:

von Peter Schwarz - am 18.04.2013 10:55
Zitat
Peter Schwarz
Je mehr Frequenzen in Ungarn daselbst schweigen, desto besser werden die DX-Bedingungen Richtung Balkan und für Sporadic-E am Balaton wieder. :xcool:


Dafür geht die Vielfalt weiter zurück und die Meinungsfreiheit wird weiter eingeschränkt, bei den ohnehin nicht grad großen Demokratiebewegungen der letzten Monate in Ungarn

von RTL 102.5 Fan - am 18.04.2013 13:10
Zumindest ein paar gute Frequenzen sind weg...Mal sehen wielange die das durchhalten. Danubius wollte ja auch im Web weiter machen.

Kék Duna , Esztergom URH 92,5 im Sommer 1999
12-Uhr-Nachrichten

von Scrat - am 18.04.2013 16:58
Zitat
Yagi2.0

Von so einer Auswahl können wir in den meisten deutschen Städten nur träumen.


Stimmt, aber auch Ungarn ist nicht Einzelfall, z.B. in Lithuania (Litauen) hat man da auch fette Auswahl...

von Tracker001 - am 18.04.2013 21:02
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