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DVB-T bald vor dem Aus?

Startbeitrag von Wiesbadener am 11.01.2012 08:06

Okay, die Überschrift ist wohl mal wieder etwas reißerisch, aber Anlass zur Sorge gibt es schon: Im Europäischen Parlament wurde inzwischen schon die Aufgabe der UHF-Kanäle 49-60 durch das Fernsehen besprochen. Die EU-Kommision sollte die freie Hand bekommen, ab 1.1.2015 diese Frequenzen für den Mobilfunk (LTE) umzuwidmen. Es wäre nach den Verlusten der VHF-Bänder I und III und Teilen des UHF-Bereich (Kanäle 61 bis 69) der vierte Frequenzverlust für das terrestrische Fernsehen in Folge. Ich sehe nicht dass alle deutsche Kanäle in den Bereich 21 bis 48 reingepresst werden können. Es sei denn man macht landes- oder gar bundesweite (ZDF) Riesen-SFNs, was aber technisch kaum realisierbar ist. Von Frequenzen für DVB-T2 will ich gar nicht erst reden.

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Manfred Z
1) Die ITU kann nur einstimmige Beschlüsse fassen.
2) Eine Abschaltung des terrestischen Fernsehens im UHF-Bereich steht daher heute und in Zukunft nicht auf der Agenda der ITU.

Danke für diese Infos. Finde ich positiv.

Zitat
Manfred Z
3) Was die ITU beschließen kann, ist die Freigabe bestehender Rundfunkbänder für die alternative Nutzung durch andere Dienste in den Mitgliedsländern und die dabei einzuhaltenden Regeln ("Schutz vor Interferenzen" ).

Das Problem bei einer gemeinsamen Nutzung sind v.a. die Bestandgeräte welche nicht dafür gebaut wurden, u. Signale vom Mobilfunk Empfangsstörungen bei vorhandenen Geräten verursachen können.

Zitat
Manfred Z
4) Die EU fordert eine effektive Nutzung aller Frequenzbereiche ("keine Frequenzhortung" ).

Das ist für mich nachvollziehbar.

Zitat
Manfred Z
6) Der Mobilfunk möchte weltweit einheitliche Frequenzbereiche. Dazu zählt vorzugsweise das 700-MHz-Band (wie in den USA schon zugeteilt).

Die Mobilfunkanbieter möchten das, die Realität sieht aber anders aus. Bereits bei GSM und UMTS werden in Europa und den USA unterschiedliche Frequenzbereiche genutzt.
Ich sehe nicht wie es zukünftig möglich sein soll die Frequenzbereiche für Mobilfunk weltweit zu Vereinheitlichen.

Zitat
Manfred Z
Deutschland ist in der EU Vorreiter bei der Nutzung des 800-MHz-Bandes (790-862 MHz) durch den Mobilfunk. Dabei ist dem Fernsehen nichts weggenommen worden. Denn es hat keine Nutzung dieses Bereiches durch das Analogfernsehen gegeben. Einzelne Kanäle im Bereich 64 bis 66 sind lediglich in einzelnen Bundesländern (NRW, Hessen, Bayern) während des Simulcast eingesetzt worden.

Das stimmt für Deutschland, aber nicht für Länder wie z.B. die Niederlande, Frankreich oder die Schweiz.

Zitat
Manfred Z
Ich gehe davon aus, dass Deutschland auch Vorreiter bei der Nutzung des 700-MHz-Bandes durch den Mobilfunk sein wird, begünstigt durch die ineffektive Nutzung des Fernsehbandes von 470-790 MHz durch DVB-T.

Bleibt v.a. die Frage wie die Sache mit den möglichen Empfangsstörungen bei DVB-T-Bestandsgeräten gelöst werden soll.

Zitat
Manfred Z
Da es außerhalb der Ballungszentren höchstens drei Bedeckungen gibt, ist die Abgabe weiterer Frequenzen in Deutschland problemlos durchführbar.

Nicht ohne Verlagerung der heutigen Sender im Bereich der Kanäle 50 bis 60 in niedrigere Frequenzbereiche. Was noch dazu kommt: Die Rundfunkproduktionstechnik nutzt diesen Frequenzbereich zusätzlich zu DVB-T, weiterhin wird dieser Frequenzbereich für drahtlose Mikrofone z.B. bei Konzertveranstaltungen genutzt.
So leer ist dieser Frequenzbereich also gar nicht. Das Problem ist eher das Stadt-Land-Gefälle. Während in ländlichen Gebieten viele UHF-Kanäle tatsächlich brachliegen, sind diese in Großstädten ziemlich ausgelastet.

Zitat
Manfred Z
HDTV wird dank DVB-T2 und MPEG-4 keine weiteren Frequenzen benötigen.

Mit DVB-T2 sind ohne aufwendigen Umbau des Rundfunk-Sendernetzes bestenfalls so um die 26 MBit/s möglich, damit auch die Leute mit Zimmerantenne einen stabilen Empfang haben.
Bei 4 TV-Programmen pro Bouquet bleiben dann rechnerisch (durchschnittlich) nur noch gut 6 MBit/s pro TV-Programm. Das reicht gerade so für die 720er Bildauflösung, aber nicht für mehr.

von Winnie2 - am 01.02.2012 14:17
Zitat
Martyn136
Für reine Notfallanrufe braucht es aber nicht vier GSM900 Netze. Da würde auch ein GSM900 Netz ausreichen.

Es gibt im Prinzip ja "nur" drei GSM900 Netze, da eplus nicht als Betreiber eines GSM900 Netzes gezählt werden kann.
Die Frage ist doch welches GSM900 Netz für solche Notfallanrufe übrig bleiben soll. Wer soll das bestimmen? Soll das ausgelost werden welcher Betreiber weiterhin ein GSM900 Netz bereitstellen soll?

Zitat
Martyn136
Weil für die 112 kann auch auf nicht erlaubte Netze zurückgegriffen werdne.

Ich bin mir zwar nicht 100% sicher, aber meines Wissens nach laufen diese Senioren-Notrufe nicht zwangsläufig über die Notrufnummer 112, es gibt da auch andere Notrufnummern für Senioren. Es gibt extra Call-Center die Hilfe für Senioren koodinieren, z.B. für ältere Menschen die sich sprachlich nicht ausdrücken können. Die haben Datenbanken und können der Rufnummer die Person zuordnen.

Zitat
Martyn136
Uralttelefone als Notfallgeräte sind aber eigentlich eh nicht besonders ilfreich.

Stimmt. Es gibt allerdings mittlerweile spezielle Notrufhandys die mit ganz normalen Mignon-Batterien betrieben werden können + Batterien mit sehr niedriger Selbstentladung oder über Dynamos mit denen die Handy-Akkus soweit aufgeladen werden können dass ein Notruf möglich ist.

Zitat
Martyn136
...Nach 6 oder 7 Jahren kann man den Kunden so ein Investition durchaus zumuten.

Laufen 112 Notrufe bei Handys derzeit nicht sowieso automatisch über die GSM-Netze?

Zitat
Martyn136
Sowas wird eh nur von grösseren Unternehmen eingesetzt. Und denne kann man durchaus zumuten nach 6 oder 7 Jahren mal neue Hardware anzuschaffen.

Naja, vielleicht können die die Daten auch über das verbleibende GSM-Netz für Notrufe schicken, das würde ja sonst ohnehin die meiste Zeit nur auf Stand-by-Betrieb laufen, falls keine Notrufe übertragen werden.
Größere Unternehmen, so wie z.B. Toll-Collect. Die nutzen GPRS zur Übertragung der Mautdaten.

Zitat
Martyn136
Bei Richtfunk braucht man keine neuen Richtfunkstrecken, sondern nur neue Hardware. Natürlich verursacht das auch Kosten, aber sie sind in einem vertretbaren Rahmen.

Höhere Datenraten erfordert meist mehr Bandbreite u. mehr Bandbreite bedeutet meist dass ein Wechsel in einen höheren Frequenzbereich notwendig wird.
Bedeutet neue Anträge bei der BNetzA, neue Genehmigungen einholen.

Zitat
Martyn136
GSM/LTE ist eine ganz schlechte Kombination, weil LTE derzeit nur als stationärer und partabler DSL Ersatz, aber nicht als Mobilfunknetz taugt.

Die Mobilfunkanbieter planen ab 2016 allerdings die mobile Nutzung von LTE. Bei der Telekom ist es heute bereits möglich LTE mobil zu nutzen, jedenfalls bei den höherpreisigen Mobilfunkverträgen. LTE soll lediglich vorübergehend ein Ersatz für (nicht realisierbare) DSL-Anschlüsse sein, aber nicht für längere Zeit.

Zitat
Martyn136
Es gibt einfach keine LTE 800/1800/2600 Handys, und das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Grund ist weil einerseits über LTE noch keine Sprachtelefonie möglich ist

Was nicht ist kann noch werden. Ausserdem gibt es keine Handys welche nur LTE unterstützen und keine anderen Standards.
LTE wird vermutlich zunächst von Geschäftskunden gebucht werden weil die UMTS-Netze bereits zeitweise von Privatleuten stark ausgelastet sind u. die Geschwindigkeit der Datenübertragung für Geschäftsleute daher nicht immer zufriedenstellend ist.

Zitat
Martyn136
Bei GSM/LTE Basisstationen hat der Kunde das Problem, das die Basstation zwar vielleicht bis zu 25 MBit/s könnte, aber wenn er mit seinem bis zu 21,6 MBit/s schnellen GSM/UMTS Handy davor steht, nur GSM/EDGE als kleinester gemeinsamer Nenner zur Verfügung steht. Und dann die Daten mit rund 80 KBit/s tröpfeln.

LTE würde vermutlich zusätzlich zu GSM u. UMTS installiert werden, zumindest für eine gewisse Übergangszeit.
Die Sache ist ja. Da wo jetzt kein UMTS verfügbar ist wird auch kein UMTS im 2,1 GHz Band mehr aufgebaut, dort wird entweder UMTS 900 oder LTE 900 kommen, zusammen mit ein paar Kanälen GSM 900.

Zitat
Martyn136
Heute 2012 ist UMTS mit HSDPA/HSDPA+/HSUPA State of Art, und das wird noch mindestens fünf Jahre so bleiben.

Niemand hat behauptet dass UMTS durch LTE ersetzt wird, ich meinte dass GSM durch LTE ersetzt wird.

von Winnie2 - am 02.02.2012 15:02
Zitat
Spacelab
Durch einheitliche Standards verringern sich ja auch die Produktionskosten von Empfangsgeräten enorm.

Trotz einheitlicher Standards werden sich doch sicherlich Geräte bauen lassen die in unterschiedlichen Frequenzbereichen funktionieren.

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Wenn die Geräte softwareseitig auf ein bestimmtes Land abgeriegelt werden müssen, wird das Roaming unnötig verkompliziert, falls nicht überall die gleichen Frequenzen verwendet werden.

Das Thema Roaming ist wieder eine ganz andere Baustelle. Da interessiert mich eher das Thema "Roaming-Gebühren ausserhalb der EU" oder ob mein Mobilfunkanbieter überhaupt ein Roamingabkommen mit einem Mobilfunkanbieter in dem Land abgeschlossen hat in welches ich reise.

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Ich sehe es auch nicht unbedingt gerne, dass das terrestrische Fernsehen Frequenzen abgeben soll. Aber wenn wir die rosarote Radioforumsbrille mal absetzen, müssen wir eben doch erkennen, dass das gesellschaftliche Bedürfnis nach Antennenfernsehen bereits heute viel kleiner ist als dasjenige nach mobiler Internetkommunikation. Und dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken.

Da in Zukunft ohnehin kleinere Funkzellen benötigt werden spricht nichts dagegen höhere Frequenzen zu nutzen. Es müssen dafür nicht dem UHF-Band weitere Frequenzen entzogen werden, zumal diese ohnehin überwiegend in ländlichen Gebieten mit den größeren Mobilfunkzellen sinnvoll genutzt werden könnten.
Wozu man in Ballungsgebieten unbedingt Mobilfunk im UHF-Band benötigt dafür sehe ich keinen Grund.

Zitat
TerranusI
Aber gerade wenn man mehr mobiles Internet will, muss man doch eher die höhere Frequenzbereiche wie das L-Band gehen und kleinere Zellen aufbauen.

Sehe ich genau so. Mobilfunk hauptsächlich ins L- und S-Band. Wozu haben die Mobilfunkunternehmen 190 MHz Bandbreite im 2,6 GHz Band ersteigert? Um diese Frequenzen nur punktuell zu nutzen?
Ich bin dafür dass die Mobilfunkunternehmen erstmal selber nachweisen müssen dass diese ihnen bereits zugewiesene Frequenzen sinnvoll nutzen bevor diese neue Bandbreite fordern dürfen.

Zitat
TerranusI
Die Umwidmung des 790+ Bandes war doch nicht für Smartphones gedacht, sondern als Ersatz für leitungsgebundenes Internet auf dem Land !

Wobei das bereits jetzt schon gelockert ist. Es gibt bereits Mobilfunkverträge von der Telekom und demnächst auch von Vodafone die die mobile Nutzung von LTE im 800 MHz Band (z.B. mit Smartphones oder Notebooks) erlauben.
Die Einschränkung des Nutzers auf eine LTE-Funkzelle entfällt dann.

Zitat
TerranusI
Für eine Vielzahl von Kleingeräten die alle vor sich hin senden, sind doch die QRGs unter 800MHz eher kontraproduktiv.

Zumindest in dichter bevölkerten Gebieten, ja.

Zitat
Martyn136
Irgendwo in Skandinavien oder in der Nordafrika, mit sehr geringer Besiedlungsdichte kann der 700 MHz und 800 MHz Bereich aber schon Sinn machen.

Genau darum wird es bei den Ländern in Afrika gehen. Die Bevölkerungsdichte ist dort gebietsweise so gering dass die bei LTE mögliche Größe der Funkzellen voll ausgeschöpft werden soll.
Das wären dann Funkzellen von 25 bis 30 km Durchmesser. Deshalb auch die relativ niedrigen Frequenzen im UHF-Bereich für den Mobilfunk.

von Winnie2 - am 10.02.2012 22:11
@ Thomas (Metal)

Zitat

Hinterherheulen tue ich ganz bestimmt nicht.


Kommt hier aber so rüber, wenn du andauernd der alten Bundespost und der "Hoheitlichkeit des Postwesens" hinterhertrauerst.


Zitat

"Faule die der Allemeinheit auf der Tasche lagen und nie was geleistet haben"


Und genau das ist völliger Unsinn. Da gibt es sehr wohl Beamte, die sich für ihre Aufgaben förmlich den A**** aufreißen, aber auch nicht wenige, die freitags um 12:30 Uhr nicht mehr ansprechbar sind aus Angst, nicht pünktlich den Arbeitsplatz verlassen zu können. Das große Problem dabei ist, daß beide Gruppen gleich bezahlt werden bzw. nicht nach Leistung, sondern nach Alter und Dienstgrad. Und mit solchen Strukturen können wir in unserer heutigen globalen (Telekommunikations-) Wirtschaft einfach nicht mithalten.

Es ist schon der Wahnsinn, daß z.B. die Telekommunikationsunternehmen in Indien es schaffen, jedes letzte Kaff mit Breitbandinternet zu versorgen, hier in Deutschland aber manche Kleinstädte immer noch keinen Breitbandinternetanschluß haben, obwohl zahlreiche Unternehmen dies anbieten und die notwendigen Geräte installieren würden, durch die Blockadepolitik des einstigen Staatsunternehmens Telekom deren Leitungen aber erst nutzen dürfen, wenn die Telekom über ihre Leitungen selbst DSL anbietet.

Dann darf es niemanden wundern, wenn potentielle Konkurrenten so heiß auf LTE sind und an den Kapazitäten von DVB-T knabbern wollen. Denn die Alternative wäre dann eigentlich nur, wenn jeder Internetanbieter sein eigenes Kupferkabel legen würde.


Zitat

So wurden einerseits ganze Existenzen geschlachtet, andererseits Menschen direkt in den Ruhestand geschickt nur weil sie nicht mehr paßten, bzw. vor allem Kopfzahlen reduziert werden sollten. Wer zahlt das denn alles?


Das ist aber nunmal so, wenn man einen Beamtenapparat in ein auf dem Markt konkurrenzfähiges Unternehmen umwandeln will.


Zitat

Andererseits zeigen gerade mit den vom Regulierer auferlegte Preise für Post und Bahn das man wohl soviel Ahnung von Marktwirtschaft hat wie auch die Oberen damals im Sozialismus.


Was noch ein Argument dafür ist, daß sich der Staat da weitesgehend raushalten sollte.


Zitat

Wo sind denn die anderen die Infrasturktur schaffen?


Eben jene Konkurrenz-Unternehmen zur Telekom, die auf LTE setzen, da sie das vom Staat geerbte Kupferkabel- und Glasfasernetz der Telekom nur drittrangig und zu horrenden Preisen nutzen dürfen.

Da wäre es besser gewesen, der Staat hätte mit der Auflösung der Bundespost das Kabelnetz in ein separates Unternehmen ausgegliedert, das in keiner Beziehung zur Telekom steht (also keine Tochtergesellschaft oder ähnliches), nicht als Provider auftritt, sondern nichts anderes tut als seine Kapazitäten an Provider zu vermieten.


Zitat

Was die Preise betrifft: Schau dir doch mal bitte z. B. Router an.


Ich meinte nicht die Hardware, sondern die Gebühren für Telephon und Internet. Denn die waren (zumindest die Telephongebühr) zu Bundespost-Zeiten deutlich höher und sind erst mit der Privatisierung gefallen.


Zitat

Schon mal mit Vermittlungstechnik auseinandergesetzt?


Als ITler, ja! :D


Zitat

Damit ist das Thema hier bitte durch.


Nö, die Geschichte mit LTE ist doch ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Markt entwickelt, wenn er von ehemaligen Staatsmonopolisten immer noch beherrscht wird.



@ Winnie2

Zitat

Es gibt schon Gründe für die Versorgung mit LTE in der Fläche, schliesslich soll LTE ja als _Mobilfunkdienst_ laufen, was bedeutet dass auch Landstraßen damit erreicht werden sollen.


Da muß man wohl erst mal eine Grundsatzentscheidung treffen, ob LTE als Mobilversorgung dienen soll oder als Alternative zum Telekomkabel.



@ Martyn136

Zitat

Was die Bandbreiten betrifft denke ich das der Bandbreitenhunger ohnehin bald ein Ende hat.


Sag das nicht. Als ISDN Ende der 1980er eingeführt wurde, hielt man die möglichen 128 kbit/s für astronomisch hoch.

Da der Trend im Internet immer weiter weg von "normalem" HTML hin zu Flash-basierten Seiten (bzw. mit Flash-Werbung zugemüllten Seiten) geht, ist das Ende des Bandbreitenhungers noch nicht absehbar.

von Kay B - am 27.05.2012 17:47
Zitat
Kay B
Zitat

Andererseits zeigen gerade mit den vom Regulierer auferlegte Preise für Post und Bahn das man wohl soviel Ahnung von Marktwirtschaft hat wie auch die Oberen damals im Sozialismus.

Was noch ein Argument dafür ist, daß sich der Staat da weitesgehend raushalten sollte.

Und? Glaubst du dann erhalten die ländlichen Gemeinden schneller einen Breitbandinternetzugang? Was sollte sie dazu bewegen auszubauen?
Zumal die Preise für die Anschlüsse stark steigen werden und es dann große Preisunterschiede für den Internetanschluß zwischen Stadt und Land geben würde.

Zitat
Kay B
Zitat

Wo sind denn die anderen die Infrasturktur schaffen?

Eben jene Konkurrenz-Unternehmen zur Telekom, die auf LTE setzen, da sie das vom Staat geerbte Kupferkabel- und Glasfasernetz der Telekom nur drittrangig und zu horrenden Preisen nutzen dürfen.

Das nutzt den Leuten die irgendwo in Dörfern abseits von Ballungsgebieten befinden wenig, denn gerade dort wurden keine Kabelnetze ausgebaut und die letzte Meile besteht rein aus Kupfertelefonleitungen.
Nix Glasfasernetz. Die Glasfaserleitungen müssen erstmal dorthin verlegt werden.
Und da die Anbieter selber entscheiden können wo diese ausbauen bauen diese für sie unrentable Gebiete nicht aus, einfach weil nicht sicher ist ob die in den Leitungsausbau investierten Gelder wieder über die Anschlussgebühren herein kommen werden.
Angenommen es baut ein Anbieter das Netz aus u. die Kunden wechseln zu günstigeren Alternativanbietern dann bleibt der Anbieter der in das Netz investiert hat auf den Kosten sitzen.
Von daher müsste der Ausbau der Netze doch wieder in die Hände eines Anbieters gelegt werden damit der Anbieter der ausbaut nicht auf den Kosten dafür sitzenbleibt. Das ist mit ein Hauptgrund weshalb der Ausbau so langsam vorangeht.

Zitat
Kay B
Da wäre es besser gewesen, der Staat hätte mit der Auflösung der Bundespost das Kabelnetz in ein separates Unternehmen ausgegliedert, das in keiner Beziehung zur Telekom steht (also keine Tochtergesellschaft oder ähnliches), nicht als Provider auftritt, sondern nichts anderes tut als seine Kapazitäten an Provider zu vermieten.

Ja, das wäre besser gewesen, meiner Ansicht nach.
Wettbewerb zwischen mehreren Unternehmen beim Ausbau von Infrastruktur ist nicht immer sinnvoll, denn es kann auch bedeuten dass sich diese gegenseitig blockieren u. dann keiner von denen in den weiteren Ausbau investiert.


Zitat
Kay B
...die Geschichte mit LTE ist doch ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Markt entwickelt, wenn er von ehemaligen Staatsmonopolisten immer noch beherrscht wird.

Gerade bei LTE liegt Vodafone mit dem Ausbau leicht vor der Telekom.

Zitat
Kay B
Zitat

Es gibt schon Gründe für die Versorgung mit LTE in der Fläche, schliesslich soll LTE ja als _Mobilfunkdienst_ laufen, was bedeutet dass auch Landstraßen damit erreicht werden sollen.

Da muß man wohl erst mal eine Grundsatzentscheidung treffen, ob LTE als Mobilversorgung dienen soll oder als Alternative zum Telekomkabel.

Diese Entscheidung steht überhaupt nicht an, denn die Antwort auf die Frage im Falle von LTE 800 lautet schlicht: Beides!
Es gibt keine Bestimmung die die Nutzung von LTE 800 als Mobilfunkdienst verbietet.
Man kann heute bereits mit einem Notebook u. LTE-Stick sowie passendem Mobilfunktarif LTE 800 mobil nutzen. Es magelt lediglich an passenden Smartphones für LTE 800.

von Winnie2 - am 27.05.2012 20:14
@ Winnie2

Zitat

Und? Glaubst du dann erhalten die ländlichen Gemeinden schneller einen Breitbandinternetzugang? Was sollte sie dazu bewegen auszubauen?
Zumal die Preise für die Anschlüsse stark steigen werden und es dann große Preisunterschiede für den Internetanschluß zwischen Stadt und Land geben würde.


Das ist nunmal generell dieser Stadt-Land-Unterschied (und das sage ich als Landbewohner). Das ist nicht schön, aber ich hätte nicht erwartet, von einer Bundespost, die - wie die die Telekom später auch noch sehr lange - auf ISDN setzte, einen DSL-Anschluß zu bekommen.

Es ist einfach so, daß große und noch dazu staatliche Unternehmen (oder Einrichtungen) zu unflexibel für die schnelle Entwicklung des Telekommunikationsmarktes sind.

Dieser Stadt-Land-Unterschied hatte sich damals ja schon beim Breitbandkabel gezeigt. Dabei sollte ursprünglich ganz Deutschland ans Breitbandkabel angeschlossen werden. Daß soetwas nicht wirtschaftlich und nicht finanzierbar war, sah man glücklicherweise früh genug ein.


Zitat

Nix Glasfasernetz. Die Glasfaserleitungen müssen erstmal dorthin verlegt werden.


Was hier in den neuen Bundesländern ja gegeben ist. Hier hat die Telekom wahrscheinlich das am besten ausgebaute Glasfasernetz der Welt. Aber sie hütet es wie ein Neugeborenes. Da darf ja keiner ran. :-(


Zitat

Angenommen es baut ein Anbieter das Netz aus u. die Kunden wechseln zu günstigeren Alternativanbietern dann bleibt der Anbieter der in das Netz investiert hat auf den Kosten sitzen.


Das ist auch so. Deswegen sollten Netzinhaber und Provider nicht ein- und dasselbe Unternehmen sein. Statt die Bundespost in Unternehmen aufzuspalten - hier zum Beispiel in einen Netzanbieter und einen Provider - und diese dann zu privatisieren, hatte die Telekom alles vom Staat geerbt. Daß ein Unternehmen, das vom Netz bis zu den Providerleistungen alles inne hat, ungern Konkurrenten in seine Netze rein läßt, ist natürlich klar.


Zitat

Von daher müsste der Ausbau der Netze doch wieder in die Hände eines Anbieters gelegt werden damit der Anbieter der ausbaut nicht auf den Kosten dafür sitzenbleibt.


Das stimmt auch nicht so ganz. Denn jene günstigeren Drittanbieter, die das ausgebaute Netz der Telekom mieten, müssen auch nicht wenig dafür zahlen. Das wird seitens der Telekom nur so gerne hingestellt, daß sie die Netze ausbauen und dann auf den Kosten sitzenbleiben würden um so den Ausschluß von Konkurrenten zu rechtfertigen.


Zitat

Wettbewerb zwischen mehreren Unternehmen beim Ausbau von Infrastruktur ist nicht immer sinnvoll, denn es kann auch bedeuten dass sich diese gegenseitig blockieren u. dann keiner von denen in den weiteren Ausbau investiert.


Das hat natürlich auch Nachteile, ist aber immer noch besser, als sich von einem Monopolisten abhängig zu machen. Neue Netze aufzubauen ist natürlich ein für einzelne Unternehmen kaum stämmbarer Akt. Es ist halt aber leider so, daß ein großes Unternehmen das bestehende Netz vom Staat geerbt hat und gerne darauf hockt wie die Henne auf dem Ei.


Zitat

...die Geschichte mit LTE ist doch ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Markt entwickelt, wenn er von ehemaligen Staatsmonopolisten immer noch beherrscht wird.

Gerade bei LTE liegt Vodafone mit dem Ausbau leicht vor der Telekom.


Das ist auch verständlich. Denn sie haben im Gegensatz zur Telekom kein Leitungsnetz geerbt. Der große Nachteil dabei ist halt, daß dadurch nun DVB-T eingeschränkt werden soll.

von Kay B - am 27.05.2012 22:12
Die Deutsche TV-Plattform hat heute eine PM zur Zukunft des terrestrischen Fernsehens in Deutschland herausgebracht:

Zitat

Digitales Antennenfernsehen in Deutschland braucht klare Zukunftsimpulse

Deutsche TV-Plattform plädiert für Weiterentwicklung von portablem Fernsehempfang -
Verkauf von DVB-T-Empfängern und neue Programmaufschaltungen belegen großes Potential der Fernsehterrestrik


Frankfurt am Main, 06.06.2012, Schon seit dreieinhalb Jahren ist die TV-Terrestrik in Deutschland vollständig digitalisiert. Doch wie geht es weiter mit der Antennentechnik? Die Deutsche TV-Plattform appelliert an die Branche, jetzt zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung des ÜberallFernsehens zu geben.

Das seit Ende 2008 in Deutschland flächendeckend und komplett digital verfügbare Antennenfernsehen DVB-T ist bei den Zuschauern nach wie vor sehr beliebt. Dies bestätigen aktuelle Verkaufszahlen der GfK Retail & Technology GmbH. So sind im vergangenen Jahr zum Beispiel für die Nutzung von DVB-T allein 690.000 Set-Top-Boxen und 720.000 USB-Empfänger verkauft worden. Letztere machen mit geringem Aufwand TV-Geräte oder PCs und Laptops fit für das digitale Antennenfernsehen. Selbst für Smartphones und Tablet PCs gibt es inzwischen solche preiswerten DVB-T-Lösungen.

Hervorzuheben ist auch das Engagement der Automobilindustrie, denn in hundertausenden PKW der Oberklasse gehört der Digitalfernsehempfang quasi zum Standard. DVB-T ist der einzige Verbreitungsweg, mit dem digitales Fernsehen unterwegs gesehen werden kann. Dieses einmalige Merkmal des terrestrischen TV-Empfangs erfüllt den Wunsch der Kunden, mobil und flexibel die Angebote des Rundfunks zu nutzen. Durch ein neuentwickeltes automatisches „Handover“ Verfahren konnte dabei der unterbrechungsfreie TV-Mobilempfang zusammen mit der Automobilindustrie weiter erheblich verbessert werden.

Das Potential der Terrestrik bietet auch den Programmveranstaltern die Chance zusätzlicher Verbreitung. So sind seit Jahresbeginn acht weitere Themensender in diversen Regionen wie Berlin-Brandenburg, Hannover-Braunschweig und im Rhein-Main-Ballungsraum aufgeschaltet worden. Kunden in diesen Gebieten sollten einen Sendersuchlauf an ihren Empfangsgeräten starten, um die zusätzlichen Angebote zu genießen. Dies gilt im Übrigen auch für Regionen, in denen Programme durch die Neubelegung von UHF-Frequenzen zu Gunsten des LTE-Mobilfunks auf andere Kanäle verlegt wurden.

Sogar interaktive HbbTV-Angebote sind heute schon über DVB-T nutzbar, wenn Zuschauer die smarten TV-Geräte zusätzlich zur Antenne auch per LAN oder WLAN mit dem Internet verbinden. Damit wächst die Inhalte- und Nutzungsvielfalt der terrestrisch versorgten Fernsehhaushalte – einfach per Knopfdruck auf der roten Taste der Fernbedienung.

Leider zeichnet sich seit Februar 2012 ab, dass die Zukunft der Terrestrik zunehmend in Frage gestellt wird. Auf der Weltfunkkonferenz WRC wurden die Weichen für die gleichberechtigte Nutzung von weiteren Rundfunkfrequenzen im UHF-Spektrum für Mobilfunk gestellt. Sollte dieses Modell auch für Deutschland greifen, könnte es erhebliche Einschränkungen für die Nutzung der Terrestrik durch die TV-Sender bedeuten. Nach der bereits erfolgten Umsetzung der Digitalen Dividende wäre eine weitere Frequenzumverteilung die Folge.

„Wer über den weiteren Abbau von Frequenzen bis in das 700 MHz-Spektrum diskutiert, verbaut dem Antennenfernsehen vitale Zukunfts-Chancen“, warnt Dr. Helmut Stein, Leiter der bisherigen AG Terrestrik und Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform: „Nötig sind jetzt klare Impulse durch konkrete Pläne aller Beteiligten zur Weiterentwicklung der digitalen Terrestrik sowie eine Unterstützung der Bundes- und Landespolitik“. Die Deutsche TV-Plattform appelliert daher an die Entscheidungsträger in der gesamten Wertschöpfungskette, die notwendigen Weichenstellungen zur Sicherung und für den weiteren Ausbau der Terrestrik vorzunehmen - besonders im Interesse der Zuschauer, die das Überallfernsehen schätzen und weiter in Empfangsgeräte investieren.


http://www.tv-plattform.de/images/stories/archiv/2012/pi-12-09_dvb-t_final.pdf

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Heute erschien auch eine gemeinsame Pressemitteilung von LfM und WDR zum selben Thema:

Zitat

WDR-Rundfunkrat und Medienkommission der LfM sorgen sich um Erhalt der Rundfunkfrequenzen

Die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und der Rundfunkrat des WDR sorgen sich darum, dass bei einer Umwidmung von Rundfunkfrequenzen für den Mobilfunk die Belange des Rundfunks als öffentliches Kulturgut zu stark vernachlässigt werden. Anlass ist die auf der World Radiocommunication Conference (WRC-12) im Februar 2012 in Genf getroffene Entscheidung, weitere Frequenzkapazitäten für die gleichberechtigte Nutzung von Rundfunk und Mobilfunk frei zu geben. Dieser möglicherweise in anderen Regionen der Welt sinnvolle Beschluss darf nach gemeinsamer Einschätzung von Rundfunkrat und Medienkommission in Deutschland nicht zur Anwendung kommen.

Beide Gremien haben die große Sorge, dass mit einer Umwidmung des Frequenzbandes der Rundfunk in seiner Aufgabenerfüllung eingeschränkt wird, weil die Entwicklungsmöglichkeiten der terrestrischen Verbreitung gekappt werden. So hat auch das renommierte Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München im Zusammenhang der World Radiocommunication Conference 2012 vor einer weiteren Umwidmung von Rundfunkfrequenzen für den Mobilfunk gewarnt.

Die freie Zugänglichkeit sowie eine sichere, flächendeckende und für alle Bevölkerungsteile kostengünstige Möglichkeit zur Versorgung mit Rundfunkprogrammen wird auch künftig eine zentrale Grundlage der demokratischen Willensbildung sein. In jedem Fall müssen die Belange des Rundfunks als kulturelles Gut Berücksichtigung finden. Frequenzen sind ein öffentliches Gut, auch für die Sicherstellung des Medienpluralismus.

Die Rundfunkveranstalter müssen nun baldmöglichst klare Aussagen zu den Entwicklungsperspektiven des digitalen terrestrischen Rundfunkempfangs machen. Vor allem müssen Vertreter des Rundfunks an allen Beratungen und Verhandlungen über die Rundfunkfrequenzen angemessen beteiligt werden.

Beide Vorsitzende, Ruth Hieronymi für den WDR-Rundfunkrat und Dr. Frauke Gerlach für die Medienkommission der LfM, sprachen sich weiterhin nachdrücklich dafür aus, zunächst die bisherigen Erfahrungen mit der Umwidmung von Rundfunkfrequenzen für den Mobilfunk auszuwerten und Lehren aus diesem Verfahren zu ziehen.

Die vorbereitenden Beratungen fanden in den jeweiligen Ausschüssen statt; im Ausschuss für Rundfunkentwicklung des WDR-Rundfunkrats unter Vorsitz von Horst Schröder und im Ausschuss für Medienentwicklung der LfM-Medienkommission unter Vorsitz von Matthias Arkenstette. Beide Ausschüsse befassen sich in regelmäßig stattfindenden Treffen mit den aktuellen medientechnologischen Themenbereichen sowie deren Auswirkungen auf den Rundfunk und die Nutzer. In diesem Jahr fand dieser Austausch bereits zum siebten Mal statt.


von Manfred Z - am 06.06.2012 16:26
Meldung von DigiTAG vom 19. Juni:

Zitat

EC calls for more frequencies for wireless broadband

The Vice President of the European Commission, Neelie Kroes, delivered a speech in favour of the further allocation of frequencies in the UHF band for wireless broadband services.

This speech was given at the Spectrum Management Conference on 19 June.

According to Kroes, the currently harmonised spectrum will not be sufficient to match the growing demands of wireless broadband services and more spectrum will be necessary.

She also called for a spectrum inventory to take place at a European level to better understand how frequencies are currently being used. Kroes believes that spectrum could be sourced by making more efficient use of frequencies or re-allocating the under-used frequencies.

The "shared access" to spectrum was another solution presented by Kroes. She noted that the Radio Spectrum Policy Programme is currently preparing a communications on the topic.

Most controversially for broadcasters, Kroes called for a gradual shift in broadcasting from high-power networks to low-power Single Frequency Networks. However, she noted that the cost of doing so should not be borne by broadcasters.


http://www.digitag.org/

Text der Rede: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/12/459&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

Zitat

There are new ways to make use of mobile broadband – new devices, new apps, new services.

And overall, mobile data traffic more than doubled in one year. By 2016, such traffic in Europe could reach three trillion megabytes a month. [...]

Second, we have seen increasing freeing up of spectrum. Analogue TV signals in more and more countries have been switched off, as we prepare to get the huge benefits of the digital dividend in the 800 Megahertz band.

Third, we agreed and adopted our Radio Spectrum Policy Programme, ahead of schedule. A framework to help make spectrum available, enhance flexibility and efficiency, and promote competition, without fragmentation.

Bringing down the barriers to exponential mobile growth.

Fourth, we had the World Radio Conference – and in particular, developments on the 700 MHz band.

Today I'd like to talk to you about how we plan to take all these issues forward. How to respond to developments – how to use our new toolbox to deliver for the industries using spectrum – and how to boost our overall economy. [...]


Of course you'll all be aware of the results of the 2012 World Radio Conference, especially on the 700 Megahertz band.

The next conference in 2015 will now inevitably allocate this band for mobile services alongside broadcasting. [...]


So I want us to reach a consensus on the long-term use of the 700 Megahertz band.

And to do that we need to have a discussion on the spectrum needs for broadcasting as a whole.

Let me already share with you some of our thinking.

We need to balance interests from the two sectors, broadcasting and wireless broadband services. But there are tools to make it easier.

Let's look at spectrum-efficient technologies - for both sectors.

Let's look at sharing, not just spectrum, but infrastructure, between the two sectors. Including "passive infrastructure" like sites and masts.

And while we're doing this, let's move away from the old, sterile fight about Broadcasting versus Broadband, and examine more forward-looking scenarios.

Let's see how we can help convergence between the two so that every European has easy access to innovative and interactive content and services.

Let's look at a gradual shift for broadcasting: moving from high-power networks to low-power Single Frequency Networks. Even though I realise that this will involve coordination negotiations between Member States and with neighbouring countries.

And let's ensure that the costs incurred are not carried by the broadcasters. After all, spectrum below 1 Gigahertz is valuable. Mobile operators can hardly expect to get those amazing opportunities for free.


Of course changes in the 700 Megahertz band may also affect others in other ways: from wireless microphones to emergency services, as well as cable and TV receivers. We have to ensure transparency, find ways to mitigate such interference, and, over time, help them migrate. [...]


von Manfred Z - am 20.06.2012 12:51
Beim Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) gab es am 26. Sept. ein Workshop zum Thema "Kultur funkt SOS: 'Save Our Spectrum' - Frequenzpolitik allein nach Marktrelevanz?". Es ging um UHF-Frequenzen für den Rundfunk (DVB-T) und vor allem um PSME (Funkmikrofone etc).

http://www.emr-sb.de/frame1.htm (nach 26.9.2012 suchen)

Inzwischen liegen die Präsentationen zu den meisten Vorträgen vor.

Zuerst ein Auszug aus der Einführung des Direktors des EMR, Dr. Norbert Holzer:

Zitat

Kultur – das ungeliebte Kind der Frequenzpolitik

Aktuell vollziehen sich im UHF-Band zwischen 470 und 862 MHz
bemerkenswerte Umwälzungen. Bis vor kurzem noch wurde dieser Teil des
Spektrums hauptsächlich vom terrestrischen Fernsehen (damals noch in
analoger Technik) genutzt, und zugleich - in sozusagen symbiotischer
Verflechtung - durch die drahtlose Produktions- und Veranstaltungstechnik
PMSE (Program Making and Special Events). Sie konnte in den zwischen den
Fernsehsignalen und den Kanälen verbleibenden Lücken von 1 MHz Breite
verlässlich arbeiten.

Die Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens (also der Umstieg auf
den Übertragungsstandard DVB-T einschließlich Kompression des Signals)
führte zu dem gewünschten Effekt, dass Frequenzbereiche in diesem wegen
seiner physikalischen Eigenschaften für viele Anwendungen sehr attraktiven
Band frei geworden sind. Dass sie auch einen Nebeneffekt hatte, nämlich
das Verschwinden der Übertragungsmöglichkeiten für drahtlose Produktions-
mittel, wurde bisher kaum thematisiert.


Forciert und beschleunigt wurde die Digitalisierung nicht etwa dadurch,
dass das Publikum hörbar nach digitaler Übertragungstechnik verlangt
hätte, sondern durch den erhöhen Frequenzbedarf der Mobilfunkanbieter,
die die verfügbar werdenden Frequenzen - man spricht bekanntlich von der
Digitalen Dividende I - für neue drahtlose Kommunikationstechnologien
und namentlich für ortsungebundene breitbandige und schnelle Internet-
zugänge benötigten.

In der Tat ist ein großer Teil des Abschnitts oberhalb von 790 MHz, auf
den sich die sog. Digitale Dividende I bezieht, im Einklang mit einer Mit-
teilung der Europäischen Kommission von 2009 mittlerweile in den meisten
EU-Mitgliedstaaten für Mobilfunkanwendungen freigegeben. In Deutschland
sind diese Frequenzen für den Betrieb im neuen Mobilfunkstandard LTE
(Long Term Evolution) vorgesehen, der Datenübertragungsraten bis zu
300MBit/sec erreichen kann, entsprechende Kanalbreiten vorausgesetzt.

Auf der WRC-12 (World Radiocommunication Conference 2012) wurden die
Weichen für die Umwidmung weiterer Frequenzen gestellt. Schon auf der
Folgekonferenz WRC-15 könnte nach den Anfang dieses Jahres
abgesegneten Plänen beschlossen werden, den Bereich 694-790 MHz (aus
dem die sog. Digitale Dividende II erwirtschaftet werden soll)
in der I.T.U.-Region 1 (sie umfasst Afrika, die arabischen Länder und
Europa) für den Breitbandmobilfunk freizugeben.

Der für die ursprünglichen Nutzer des UHF-Bandes verfügbare Frequenz-
abschnitt würde damit auf 224 MHz schrumpfen. Der Beschluss war auf
Initiative vorwiegend der arabischen und afrikanischen Staaten zustande
gekommen, die geltend gemacht hatten, sie benötigten für die Entwicklung
ihrer Internet-Infrastruktur funkgestützte Zugänge in DIESEM Band, weil
sie das 800-Meter-Band für militärische Anwendungen einsetzten.

Betrachtet man die praktischen Konsequenzen dieser Bewegungen, die
sich ja nicht vage am Horizont wahrnehmen lassen, sondern schon sichtbar
auf den Weg gebracht sind, dann fallen das terrestrische Fernsehen in
Europa und --leider erst beim zweiten Hinschauen-- die drahtlosen
Kommunikations- und Produktionsmittel
ins Auge.

Für das terrestrische Fernsehen in Europa dürfte sich eine weitere
Beschneidung seines Frequenzspektrums als problematisch erweisen, da
(anders als bei der Digitalen Dividende I) nun Bereiche betroffen wären,
deren Verlust auch eine erhebliche Umstrukturierung der TV-Sender
erforderlich machen würde und eine Einschränkung der DVB-T-Kapazitäten
zur Folge hätte. Das wäre aus Sicht der Veranstalter unangenehm und für
das Publikum lästig, beträfe gleichwohl nur einen von mehreren
Übertragungswegen, und nicht einmal den wichtigsten, wäre somit für das
Fernsehen auch nicht im Ansatz existenziell.

Bedrohlicher stellt sich die Lage für die PMSE dar.
Ihnen gilt heute unsere Aufmerksamkeit.


von Manfred Z - am 06.10.2012 16:39
Präsentationen vom Workshop des EMR:


I. Frequenzen als wertvolles Gut (5 Vorträge)


3) Schnelles terrestrisches Internet als Universalnetz in Europa?
Der Frequenzbedarf des Mobilfunks (engl.)
Karl-Heinz Laudan, Deutsche Telekom AG


4) Der Entwicklungsbedarf des terrestrischen Fernsehens in Europa (engl.)
Darko Ratkaj, EBU

Zitat

Can we agree that
• Spectrum management is a means to an end.
• The benefit of the end user is paramount.
-- increasing choice, high quality, low cost
• Users care about services, not technology.
• Services can be accessed in many different ways.
• The radio spectrum cannot be manufactured.
• The available spectrum should be used to maximise the benefits for the end users:
-- maximum choice, maximum quality, minimum cost

The terrestrial broadcasting networks are a key delivery infrastructure
for public service media in Europe.

• Technically efficient
• Near-universal coverage
• Legacy receiving equipment
• Cost efficient
• Free-to-air
No other delivery platform combines all these features to the same degree as DTT.

BROADCASTING OR BROADBAND?
This is a false dilemma!
>>> BROADCASTING AND BROADBAND!

To be done
1. Include broadcasting receivers in mobile devices (smartphones and tablets)
2. Facilitate cooperation between terrestrial broadcasting and mobile broadband networks
3. Enable spectrum sharing
- broadcasting and PMSE
- broadcasting and mobile broadband
- PMSE and mobile broadband
4. Promote the use of technology that is optimal for a specific service to be delivered

Spectrum needs for broadcasting
... depend on the specific circumstances in each country.
• European countries are very different in terms of the size and diversity of terrestrial broadcast market.
• Spectrum allocations should encourage further development of technology and services.



II. Kultur als wertvolles Gut (2 Vorträge)


1) Kultur und Frequenzen – Die Position des EP-Kulturausschusses
Sabine Verheyen, Mitglied des Europäischen Parlaments

Zitat

Programm für die Frequenzpolitik (RSPP)
• TK-Paket
-- Berücksichtigung des kulturellen Wertes des Spektrums
-- Störungsfreier Fortbestand und Entwicklungsfähigkeit des Rundfunks
• Entschließung des Europäische Parlaments vom 15. November 2011 zur ITU-Weltfunkkonferenz 2012
-- Forderung für den mobilen Datenverkehr bis 2015 hinreichende und geeignete Funkfrequenzen
in einer Gesamtbandbreite von mindestens 1.200 MHz bereitzustellen
-- Überprüfung der Freigabe zusätzlicher Frequenzbänder?
Diskussion um 700-MHz/Digitale Dividende II
• Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2012
über ein Mehrjahresprogramm für Frequenzpolitik (RSPP)
--> Kerndiskussion Kulturausschuss:
--> Adäquater Ausgleich
--> Terrestrischer Rundfunk
--> Begünstigung von Mobilfunkanbietern
--> Öffnung 700 MHz-Band
--> Interferenzproblematik (Billigkeitsrichtlinie BRD 29.09.2011?
Bund erstattet knapp 380.000 Euro für Störungen bei drahtloser Produktionstechnik)

Diskussion über die Zuordnung von weiterem Spektrum an den Mobilfunk
• Die Bundesnetzagentur plant, neue Frequenzen für das mobile Internet
im Bereich von 900 MHz und 1.800 MHz freizugeben (ab dem 1. Januar 2017).
• Gibt es wirklich einen Bedarf an mehr Spektrum?
-- Je höher der Entwicklungsstand des LTE, desto größer die Effizienz beim Gebrauch des Spektrums.
-- Zurzeit ist dreimal so viel Spektrum vorhanden, als die Mobilfunkanbieter tatsächlich benutzen.
Es wird zudem noch mehr Spektrum frei, sobald das technisch überholte GSM ausscheidet.
-- Das Spektrum kann mit der Verdichtung des mobilen Netzes ausgebaut werden.

EU-Kommission drängt auf Förderung der funktechnischen Innovation durch gemeinsame
Nutzung von Funkfrequenzen
[KOM(2012) 478, 3.9.2012]
• Gemeinsame Nutzung bestimmter Frequenzen durch neue Technologien
• “White Spaces” könnten für mobile Breitbanddienste genutzt werden.
• Der Frequenzbereich 470-698 MHz für eine gemeinsame Nutzung angeregt.
• EU-weit abgestimmte Regulierungskonzepte für gemeinsame Nutzungsrechte sollen gefördert werden.

Neelie Kroes, EU-Kommission, 2012:
„Funkfrequenzen sind ökonomischer Sauerstoff, den alle Personen und Unternehmen brauchen.
Wenn uns die Frequenzen ausgehen, dann werden unsere Mobilfunk- und Breitbandnetze
zusammenbrechen. Dazu darf es nicht kommen. Deshalb müssen wir diese knappe Ressource
bestmöglich ausnutzen, indem wir sie wiederverwenden und einen Binnenmarkt daraus machen.
Wir brauchen einen Frequenzbinnenmarkt, um unsere weltweite industrielle Spitzenposition
in der Mobilfunk- und Datentechnik zurückzuerobern und damit in Europa wieder mehr in
Forschung und Entwicklung investiert wird.“



III. Welchen Wert muss Kultur bringen? (2 Vorträge)


Die zitierten EU-Papiere sind unten auf der Übersichtsseite verlinkt.
Man beachte das neueste Papier: Mitteilung der Kommission -
Förderung der gemeinsamen Nutzung von Funkfrequenzen im Binnenmarkt

[KOM(2012) 478, 3.9.2012]

Direkt bei der EU

von Manfred Z - am 06.10.2012 16:44
Die Deutsche TV-Plattform hat ein Positionspapier zum frequenzpolitischen Programm der Bundesregierung „Mobile Media 2020“ vorgelegt.

Dazu die Presseinformation der Deutschen TV-Plattform vom 13. November 2012:

Zitat

Experten warnen: Verknappung der Rundfunkfrequenzen gefährdet die Zukunft der Terrestrik

Positionspapier der Deutschen TV-Plattform zum frequenzpolitischen Programm der Bundesregierung „Mobile Media 2020“ vorgelegt

Berlin. Um die Entwicklungsmöglichkeiten des Rundfunks nicht zu beschneiden, muss von einer überhasteten Vergabe von terrestrischen Frequenzen, insbesondere an den Mobilfunk, abgesehen werden. Kooperative Lösungen sind im Dialog zu entwickeln – hierzu steht die Deutsche TV-Plattform zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erarbeitet im Nachgang der Weltfunkkonferenz (WRC) 2012 bzw. in Vorbereitung der WRC 2015 eine Strategie zur Nutzung von Funkfrequenzen im Bereich 470 bis 790 MHz. Das gegenwärtig vom terrestrischen Rundfunk und den drahtlosen Mikrofonen genutzte Spektrum ist bei den Anbietern verschiedener Dienste aufgrund seiner Eigenschaften besonders beliebt. So haben nicht nur Mobilfunkbetreiber, sondern auch Anbieter von Sicherheits- und militärischen Anwendungen ein Auge darauf geworfen. Für das BMWi gilt es, die verschiedenen Ansprüche zu vereinbaren, wofür das frequenzpolitische Programm „Mobile Media 2020“ erarbeitet wird.

Aus Sicht der Deutschen TV-Plattform steht der Erhalt bzw. die Weiterentwicklung der beliebten terrestrischen Rundfunkverbreitung an erster Stelle - z.B. mit dem Nachfolgestandard DVB-T2. Das erfordert den Erhalt des gesamten verbleibenden Spektrums. „Dieses Vorgehen ermöglicht Planungssicherheit für alle Beteiligten inklusive der Verbraucher“, sagt Dr. Ulrich Liebenow (MDR), Leiter der AG Infrastruktur und Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform.

Die Experten der Deutschen TV-Plattform verweisen in ihrem Positionspapier gegenüber dem BMWi darauf, dass der Kapazitätsbedarf des Mobilfunks mit den bereits zugewiesenen Frequenzen, u.a. aus der „digitalen Dividende“, mittelfristig gedeckt ist. Die Mitglieder der Deutschen TV-Plattform unterstreichen neben dem Bedarf des Rundfunks, dass eine Koexistenz der drahtlosen Produktionsmittel mit Mobilfunk-Diensten im gleichen Spektrum nahezu unmöglich ist. Die Funkmikrofone, die u.a. in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen wie Theatern und bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen, mussten bereits nach der letzten milliardenschweren Frequenzversteigerung umziehen, was erheblichen Entwicklungsaufwand seitens der Industrie und umfangreiche Kosten sowohl bei Herstellern als auch Nutzern verursachte.

Eine vom BMWi vorgeschlagene Option zur künftigen Nutzung des UHF-Spektrums zielt auf kooperative Ansätze von Rundfunk und Mobilfunk. Aus Sicht der Deutschen TV-Plattform könnte angesichts der zunehmenden Konvergenz eine Kombination von großzelligen Rundfunk- mit kleinzelligen Mobilfunknetzen eine Chance für die kombinierte Verbreitung multimedialer Inhalte darstellen. Ein solches Szenario ist jedoch sorgfältig und unter Einbeziehung aller Marktbeteiligten vorzubereiten.

„Wir als Rundfunk-Branche verschließen uns einer Zusammenarbeit mit dem Mobilfunk keinesfalls und begrüßen ausdrücklich konstruktive Gespräche miteinander“, so Dr. Liebenow. Ein geeignetes Forum des produktiven Dialogs sei die Deutsche TV-Plattform mit ihren Arbeitsgremien.


http://www.tv-plattform.de/de/oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen.html

Seite "Frequenzpolitik" des BMWi:

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-Welt/Digitale-Infrastrukturen/frequenzpolitik.html

von Manfred Z - am 13.11.2012 17:40
Prof. Reimers hatte es auf dem TKLM-Symposium am 17. Januar (siehe die letzten zwei Beiträge auf der Vorseite) schon angekündigt:

Am 29. Januar ist ein Gutachten zur zukünftigen Nutzung des UHF-Bandes beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) abgegeben worden. Es trägt den Titel:

"Untersuchung der zukünftigen Frequenzbedarfe des terrestrischen Fernsehens und des Mobilfunkdienstes sowie weiterer Funknutzungen im Frequenzband 470-790 MHz sowie Bewertung von Optionen zur Verteilung der Frequenznutzungen unter sozio-ökonomischen und frequenztechnischen Gesichtspunkten insbesondere im Teilfrequenzband 694-790 MHz"

http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=548924.html

Aus der "Zusammenfassenden Darstellung" [Vorlaufseite i] des Gutachtens des IfN der TU BS (Profs Kürner & Reimers) im Auftrag des BMWi:

Zitat

Vor dem Hintergrund der Entscheidung der World Radiocommunication Conference (WRC) 2012 über die Tagesordnung der WRC 2015, bei der es unter anderem um Untersuchungen zur möglichen zukünftigen Nutzung des Frequenzbandes von 694 MHz bis 790 MHz für den Mobilfunkdienst gehen soll, analysiert das vorliegende Gutachten anfänglich die Perspektiven der bisher in diesem Frequenzband stattfindenden terrestrischen TV-Verteilung.

Es entwickelt drei mögliche Szenarien, von denen nur das Szenario „Umstieg von DVB-T auf DVB-T2“ und das Szenario „Ausstieg aus der terrestrischen TV-Verbreitung“ als realistisch angesehen werden. [Anmerkung MZ: Das Szenario "Fortführung der DVB-T-Ausstrahlung im Umfang des Jahres 2012" wird für unrealistisch gehalten.]

Sollte ein Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 erfolgen, so kann ab ca. 2018 in den Ballungsräumen und ab ca. 2020 bundesweit ein Teil des 700-MHz-Bandes für andere Dienste genutzt werden, sofern eine Koordinierung mit dem Ausland erfolgreich verläuft. Im Zuge einer Umnutzung müssen hunderte TV-Sendeanlagen verändert werden. Die Belange der Kabelnetzbetreiber, in deren Netzen in dem betrachteten Frequenzbereich sowohl TV- als auch Internetdienste betrieben werden, sind zu berücksichtigen. Betreiber von PMSE-Systemen benötigen Frequenzzuweisungen außerhalb des UHF-Bandes. Das Gutachten schlägt für dieses Szenario Bandpläne unter Berücksichtigung von Mobilfunkdiensten und Diensten der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vor, in denen insbesondere auch Koexistenz-Bedingungen zwischen unterschiedlichen Funknutzungen berücksichtigt werden.

Auch für den Fall eines Ausstieges aus der terrestrischen TV-Verteilung, der unter bestimmten Umständen bereits 2019 abgeschlossen sein könnte, stellt das Gutachten Bandpläne vor. Eine Vielzahl von offensichtlichen und weniger offensichtlichen Konsequenzen ist in einem solchen Fall zu bedenken. Neben der bereits erwähnten Koordinierung mit dem Ausland und der Berücksichtigung der Belange der Kabelnetzbetreiber müssen beispielsweise Finanzierungsmodelle für die Zukunft des privaten und des öffentlich-rechtlichen Hörfunks gefunden werden, da dieser die Mitbenutzungsmöglichkeiten von TV-Sendemasten etc. verliert. Die Betreiber von PMSE-Systemen benötigen in diesem Fall für sie reservierte Frequenzbereiche. Für die Übertragung von Live-Video zu portablen und mobilen, auch in Fahrzeuge fest verbauten, Empfangsgeräten müssen innovative Lösungen jenseits heutiger Mobilfunkstandards gefunden werden. Dabei sollte die Übertragung von Live-Video außerhalb der von Mobilfunknetzbetreibern in ihren Kunden-Verträgen vorgegebenen Daten-Volumen-Grenzen ermöglicht werden und evtl. mit einer Must-Carry-Verpflichtung verbunden sein u. v. a. m.


Falls es beim Ausstieg der RTL-Gruppe bleibt und ProSiebenSat.1 sich dem anschließt, rechnen die Gutachter mit dem Abschmelzen der DVB-T-Nutzung, sodass die KEF sich dann gezwungen sähe, die Wirtschaftlichkeit der Terrestrik in Frage zu stellen und keine weiteren Gelder für DVB-T(2) zu genehmigen. Es könnte dann schon Ende 2018 zur Abschaltung der Terrestrik kommen. [Seite 10,11]

--------------------------------------------------

Weiter erfährt man, dass MEDIA BROADCAST vorgeschlagen hat, im Frühjahr 2014 mit der Ausstrahlung von DVB-T2 in einem Kanal zu beginnen. Vermutlich handele es sich dabei um den Kanal, der ursprünglich für die Ausstrahlung von DVB-H (Handheld) vorgesehen war. Diese Ausstrahlung sollte in den Regionen erfolgen, in denen bereits derzeit sowohl öffentlich-rechtliche wie auch private Programmanbieter DVB-T ausstrahlen.

Die über DVB-T2 übertragenen Programme sollten aus dem Angebot der öffentlich-rechtlichen Programmanbieter stammen und in HDTV-Qualität angeboten werden. Im Verlauf des Jahres 2016 sollten entsprechend den Vorstellungen von Media Broadcast dann die bisherigen DVB-T-Angebote nach einer relativ kurzen Simulcast-Phase von DVB-T und DVB-T2 auf DVB-T2 umgestellt werden. [Seite 10 nach persönlicher Kommunikation mit MB]

Durch die RTL-Pläne wird dies nun konterkariert.

von Manfred Z - am 30.01.2013 21:35
Heute hat sich die mabb (Berlin-Brandenburg) zum DVB-T-Ausstieg von RTL in einer PM zu Wort gemeldet. Der zweite Teil der PM passt eher zum Thema dieses Threads als zum RTL-Thread.

Zitat

Verbraucherfreundlichen TV-Zugang in Ballungsräumen erhalten und ausbauen.
Medienrat der mabb fordert RTL zur Fortführung von DVB-T auf, bis das Internet dessen Rolle übernehmen kann.


Berlin, 31. Januar 2013. Mit der Ankündigung, Ende 2014 die Verbreitung über DVB-T einzustellen, stellt RTL sein betriebswirtschaftliches Ziel der Einsparungen in den Vordergrund und hat dabei die Interessen seiner Zuschauer (noch) nicht genügend berücksichtigt. Diese haben in Ballungsräumen wie Berlin, anders als im ländlichen Raum, meist nicht die Alternative des Satellitenempfangs, für den RTL die unverschlüsselte Verbreitung für die nächsten zehn Jahre gegenüber dem Bundeskartellamt zugesagt hat. In Berlin empfängt gut jeder fünfte Haushalt sein Fernsehsignal über DVB-T. Für rund die Hälfte dieser Haushalte ist es der ausschließliche TV-Übertragungsweg.

Der Medienrat und der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) haben sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Thema befasst und fordern RTL nun auf, die Verbreitung über DVB-T so lange fortzuführen, bis das offene Internet bei der Versorgung innerhalb von Gebäuden seine Funktion übernehmen kann und Verbrauchern wie Inhalteanbietern neue Möglichkeiten bietet. Davon zu trennen ist die Versorgung mit Fernseh- und Videoinhalten für die portable und mobile Nutzung außerhalb von Gebäuden und damit zusammenhängend die künftige Nutzung der bisher für DVB-T in Anspruch genommenen Frequenzen.

Zum Hintergrund

Berlin hat vor zehn Jahren als erste Stadt weltweit das analoge Antennenfernsehen abgeschaltet. Heute ist absehbar, dass Deutschland als erstes Land aus der terrestrischen Rundfunkversorgung aussteigt. Dies darf nun aber nicht bedeuten, dass die Verbraucher in Ballungsräumen ausschließlich auf Kabel und IPTV mit ihren laufenden Entgelten angewiesen sein müssen. Es muss eine Alternative zu diesen Abonnementmodellen geben, darüber hinaus sind Geschäftsmodelle legitim, die auf zusätzliche Qualität abzielen.

RTL ist darin zuzustimmen, dass ein Umstieg auf DVB-T 2, der frühestens 2016 beginnen könnte und für den Verbraucher die Notwendigkeit bedeuten würde, neue Geräte zu beschaffen, in Deutschland wenig sinnvoll ist. Es ist zudem abzusehen, dass der besondere Rundfunkübertragungsweg der Terrestrik mittelfristig durch das Internet überholt sein wird. Schon heute werden Programme wie die von ARD und ARTE vollständig und in solcher Qualität über das offene Internet übertragen, dass sie bei einem leistungsfähigen Breitbandanschluss auf großen Bildschirmen genutzt werden können. Dabei sind diese Angebote mit den vielfältigen programmlichen Möglichkeiten des Internets verbunden. Dem Radio ist es bereits gelungen, sein Programm vollständig und mit Zusatzangeboten im offenen Internet anzubieten. Auch die Fernsehsender – sowohl öffentlich-rechtlich als auch privat – sollten sich dies zum Ziel setzen.

Im Umstieg auf das Internet liegt eine Herausforderung, aber auch eine Chance: den kostengünstigen und sozialverträglichen Zugang zu Medieninhalten als Grundlage der öffentlichen Meinungsbildung zu erhalten. Das stellt Anforderungen an den Netzausbau ebenso wie an Medien- und Netzpolitik. Das Thema der Netzneutralität gewinnt neue Aktualität, ebenso die Frage der Priorisierung des Rundfunks und der Medien generell.


von Manfred Z - am 31.01.2013 18:13
Zitat
TerranusI
Vor allem beim ZDF herrscht seit dem Weggang von Stolte Chaos. Der Sender hat keine klare Linie mehr - weder bei der Technik und auch nicht inhaltlich. Der Sender ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Da bin ich mir nicht so sicher, ob das ZDF unter CDU-Stolte so viel besser war als unter dem heutigen Intendanten. Immerhin haben Schächter und Bellut doch Einiges richtig gemacht, etwa die Kabarett/Satire-Schiene mit der Anstalt, Pelzig und der Heute-Show. Auch der Relaunch der Digitalkanäle ist insgesamt gelungen. Dass ZDF Kultur nun leider eingestellt wird, hat ja hauptsächlich finanzielle Gründe.

Und ob die Champions League im ZDF laufen muss, darüber kann man sich streiten. Immerhin läuft das Ganze dann auch in HD im Free-TV, während es bei den Privaten Pay-TV wäre. Aber klar, für jemanden, der sich nicht für Fußball interessiert, ist das ein Graus. Einen Kompromiss gibt es hier nicht - entweder man kauft die Rechte oder halt nicht.

Zitat
RADIO354
Ja,

Die Grundversorgung per SAT und Kabel reicht aus.

Wenn man sich mittelfristig von der Terrestrik komplett verabschieden sollte, muss endlich jetzt der großflächige Glasfaserausbau mal angegangen werden!

Zitat
PEQsche
Wenn ich mir vorstelle, dass wir alle gleichzeitig versuchen über unsere ohnehin schon "abgespeckte" Leitung noch TV bzw. HDTV laufen lassen würden, dann wäre das schlicht unmöglich. Daher kann TV über Internet zumindest in schlecht ausgebauten Gebieten niemals die Alternative sein, wenn man nicht das Glück hat, eine SAT-Anlage installieren zu dürfen.

Eben. IPTV ist im Prinzip nur eine Übergangstechnologie bis hin zu "richtigem" FTTH. Und da haperts leider hierzulande. Schaut euch mal diesen Artikel an, Deutschland ist da nichtmal in der Tabelle aufgeführt, weil weniger als 1% der Haushalte Glasfaseranschlüsse haben. Einfach nur peinlich.:rolleyes:

Zitat
Exidor
Der Gesetzgeber tut sich ja gleichzeitig noch immer schwer, den vernünftigen Netzausbau zwingend vorzuschreiben. Die tatsächlichen Gegebenheiten, dass ein schneller Internetanschluss heute genauso wichtig und selbstverständlich ist wie Strom und fließend Wasser, ist bei den senilen Internetausdruckern im Bundestag noch nocht angekommen. Oder die "überzeugenden Argumente" auf dem Bankkonto, gezahlt durch die Netzbetreiber, waren mal wieder stärker.

Richtig. Das Internet gehört zur Grundversorgung, aber die Politik ignoriert jegliche Verpflichtungen der Netzbetreiber, weil sie (v. a. die derzeitige Bundesregierung) noch an die "Heilkräfte" des Marktes glaubt, wie andere an die Unfehlbarkeit des Papstes. :mad:
Aber der Markt funktioniert hier nicht, weil es einen Monopolisten wie die Telekom überhaupt nicht interessiert, von sich aus ohne Fördergelder mal im ländlichen Raum Glasfasernetze zu verlegen. Stattdessen verrennt man sich mit "Vectoring" und anderem Mist.

Nein, wenn schon die privaten Großkonzerne nichts tun, dann sollte der Netzausbau öffentlich geschehen, etwa durch Stadtwerke oder andere kommunale Allianzen. Es gibt hier schon gute regionale Beispiele, warum wird es also nicht bundesweit angegangen?

Damit hätte man nämlich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erstens die Breitbandversorgung von Regionen, die heute noch mit DSL-Light (oder schlechterem) herumgurken müssen und zweitens eine wirkliche Alternative bei der TV-Grundversorgung (und damit wieder zum Thema zurück). Zugleich sollte der Rundfunkstaatsvertrag dahingehend geändert werden, dass sämtliche Netzbetreiber die ÖR in Anzahl und Qualität unbeschnitten einspeisen müssen (SD wie HD), egal ob sie die KCC-Glasfasermuxe hernehmen oder Sat. Einspeisegebühren sollten verboten werden, damit so ein Desaster wie aktuell bei der KDG uns erspart bleibt. Dann hätten die ÖR mit Kabel und Sat zwei rechtlich abgesicherte freie Plattformen, wo sie direkt zum Zuschauer durchkämen.:)

Früher sollte man aber nicht über einen DVB-T-Ausstieg nachdenken...

von GLS - am 23.02.2013 12:41
Hier nun die von Satnews zitierte Original-PM der LfM vom 14. März mit drei Links auf weitere Dokumente:

Zitat

LfM-Medienkommission setzt sich für den Fortbestand eines eigenständigen, terrestrischen Verbreitungswegs für Rundfunkinhalte ein

Seit der Umstellung des terrestrischen Fernsehempfangs auf den digitalen DVB-T-Standard vor rund acht Jahren hat sich die Technik in vielen europäischen Ländern als niederschwelliger und mobiler Zugang zu Rundfunkinhalten etabliert. Die Entscheidung auf der diesjährigen World Radiocommunication Conference 2012 (WRC-12), weiteres Frequenzspektrum für die gleichberechtigte Nutzung von Rundfunk und Mobilfunk frei zu geben, hat eine kontroverse Debatte über die Zukunft der terrestrischen Übertragung von Rundfunksignalen ausgelöst. Die Medienkommission begleitet diesen Diskurs von Beginn an und hat sich bereits im Juni 2012 in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem WDR-Rundfunkrat dafür ausgesprochen, die Belange des Rundfunks als kulturelles Gut zu berücksichtigen.

Die Bekanntgabe der Mediengruppe RTL, ihre Programm ab Ende 2014 nicht mehr über DVB-T auszustrahlen, wurde vom Gremium mit Sorge zur Kenntnis genommen. Prognosen zufolge werden in Nordrhein-Westfalen rund 18 Millionen Menschen über DVB-T erreicht – entweder über eine Zimmer- oder über eine Dachantenne. Laut Digitalisierungsbericht der Medienanstalten aus 2012 nutzen rund 19% der Einwohner des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes DVB-T, etwa drei Viertel davon am Erstgerät. Insbesondere in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet oder der Region Düsseldorf/Köln kommt dem so genannten „Dritten Übertragungsweg“ von Rundfunksignalen neben Kabel und Satellit eine bedeutende Rolle zu, zumal auch die lokalen Hörfunksender die DVB-T-Sendemasten für die Verbreitung ihrer Signale nutzen.

Die Einstellung der DVB-Verbreitung wäre insofern mit weitreichenden, gesamtgesellschaftlichen Folgen für Nordrhein-Westfalen verbunden, deren Auswirkungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar sind. Die Medienkommission widerholt daher ihre Forderung, die freie Zugänglichkeit sowie eine sichere, flächendeckende und kostengünstige Möglichkeit zur Versorgung mit Rundfunkprogrammen für alle Bevölkerungsteile als zentrale Grundlage für eine demokratische Willensbildung sicherzustellen.

Eine Kompensation über die Kapazitäten des Mobilfunks auf gewohntem Niveau ist nach aktuellem Stand nicht möglich. Zudem ist fraglich, ob das mobile Internet auf absehbare Zeit diese Rolle übernehmen kann. Aufgrund der besonderen Bedeutung des Rundfunks für die gesellschaftliche Meinungsbildung bedarf es nach Ansicht der Medienkommission eines eigenständigen, terrestrischen Verbreitungsweges, über den sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch die privaten Programme möglichst flächendeckend empfangbar sein sollten. Eine Weiterentwicklung des bestehenden Standards ist gleichsam unabdingbar, um die terrestrische Rundfunkverbreitung an die veränderten Bedingungen anzupassen und die vorhandenen Potentiale so weit wie möglich auszureizen. Hierzu gehört beispielsweise die Ermöglichung der Übertragung in HD-Qualität.

Um diese Ziele zu erreichen bedarf es des Zusammenspiels und der engen Abstimmung aller Beteiligten. Die LfM hat am 5. Dezember 2012 erstmals alle relevanten Akteure der nordrhein-westfälischen Medienlandschaft nach Düsseldorf eingeladen, mit dem Ziel, die unterschiedlichen Positionen miteinander in Einklang zu bringen (Tagungsbericht). Aus Sicht der Medienkommission wäre es wünschenswert, wenn die Medienpolitik diesen Ansatz aufgreifen und vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen ihrerseits zu einem „Runden Tisch“ einladen würde. Bei diesem Gespräch sollte die Absicht im Mittelpunkt stehen, größtmögliche Planungssicherheit für die Medienunternehmen ebenso wie die Regulierung zu schaffen. Darüber hinaus würde ein solches Vorgehen maßgeblich zu einer Koordinierung des weiteren Verfahrens sowie einer Bündelung der Anstrengungen beitragen, insbesondere was eine Abstimmung mit der Bundesebene anbelangt.

Die Medienkommission wird sich auch weiterhin intensiv mit der Zukunft der Terrestrik befassen, die das Gremium angesichts der aktuellen Entwicklungen zu einem Schwerpunkt in 2013 erklärt hat (Schwerpunktplanung der Medienkommission 2013). Außerdem wird sie sich auch künftig dafür einsetzen, dass die gesellschaftlichen Belange in dem gegenwärtigen Diskurs Beachtung finden.


von Manfred Z - am 15.03.2013 17:06
Zitat

Bei den ehemaligen Bundespost-Tochterunternehmen herrscht da teilweise noch Beamtenmentalität und man wartet auf eine Dienstanordnung von oben.


Auch hier gilt: Das Posten von dumpfen Parolen ersetzt keine saubere Recherche. Schaust du in das UHF-Gutachten der Braunschweiger Professoren für das Bundeswirtschaftsministerium (ist hier bereits gepostet worden). Es werden drei mögliche Szenarien für die Zukunft entwickelt:

Zitat

2.3 Frequenzbedarf im Jahr 2020

[...]

2.3.1 Fortführung der DVB-T-Ausstrahlung im Umfang des Jahres 2012

[..., wird als unrealistisch bewertet]

2.3.2 Umstieg von DVB-T auf DVB-T2

In einer Pressemitteilung vom 12. September 2012 erklärt die ARD, dass mit DVB-T2
portabler und mobiler Empfang erreicht werden solle. Für die lineare Programmverbreitung
werde HDTV-Bildqualität angestrebt. Ein Einstieg in DVB-T2 komme frühestens 2016 bis
2018 in Betracht [10]. Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass das ZDF eine ähnliche
Zielsetzung verfolgt. Von Seiten der privaten Programmanbieter gibt es zur Einführung von
DVB-T2 derzeit keine verbindlichen Aussagen. Die Media Broadcast GmbH schlägt vor, im
Frühjahr 2014 mit der Ausstrahlung von DVB-T2 in einem Kanal zu beginnen. Vermutlich
handelt es sich dabei um den Kanal, der ursprünglich für die Ausstrahlung von DVB-H
(Handheld) vorgesehen war. Diese Ausstrahlung soll in den Regionen erfolgen, in denen
bereits derzeit sowohl öffentlich-rechtliche wie auch private Programmanbieter DVB-T
ausstrahlen
[12]. Die über DVB-T2 übertragenen Programme sollen aus dem Angebot der
öffentlich-rechtlichen Programmanbieter stammen und in HDTV-Qualität angeboten werden.
Im Verlauf des Jahres 2016 sollen entsprechend den Vorstellungen von Media Broadcast
dann die bisherigen DVB-T-Angebote nach einer relativ kurzen Simulcast-Phase (Simulcast:
Simultaneous Broadcast) von DVB-T und DVB-T2 auf DVB-T2 umgestellt werden. Etwa ab
Mitte 2017 würden dann in sechs oder sieben Kanälen DVB-T2-Signale ausgestrahlt werden.
Der Frequenzbedarf entspräche damit dem, der bereits in Abschnitt 2.3.1 für den Fall der
weiteren Ausstrahlung von DVB-T identifiziert worden war.

Ein seit langem bekanntes Problem bei einer Einführung von DVB-T2 liegt darin, dass, wie in
Abschnitt 2.2 beschrieben, mit DVB-T2 unterschiedliche Ziele realisiert werden können. Es
gibt Protagonisten der Idee, DVB-T2 für die Übertragung von HDTV-Programmen zu nutzen.
Ginge man von vier HDTV-Programmen pro Kanal aus (Abschnitt 2.2, Szenario 3), so bliebe
der Frequenzbedarf gegenüber der heutigen DVB-T-Ausstrahlung in erster Näherung
unverändert. Es muss allerdings gefragt werden, ob alle heute per DVB-T ausgestrahlten
Programme zukünftig in HDTV-Qualität angeboten werden. Es ist außerdem davon
auszugehen, dass die privaten Programmanbieter das bereits bei der Satellitenübertragung
ihrer HDTV-Programme genutzte HD+-Konzept auch terrestrisch umsetzen werden. Die
Vielfalt der dann unverschlüsselt empfangbaren Programme wird dadurch auf die
Programmangebote der öffentlich-rechtlichen Programmanbieter reduziert. Zuschauerinnen
und Zuschauer würden also auch bei der Nutzung von DVB-T2 eine gewisse Gebühr zahlen
müssen, um die derzeit in den Ballungsräumen genutzte DVB-T-Programmvielfalt auch
weiter erleben zu können. Dazu kommt die Frage, ob nicht diejenigen Zuschauerinnen und
Zuschauer, die an HDTV interessiert sind, bis zu einer HDTV-Einführung per DVB-T2 auf
einen anderen Verbreitungsweg (Kabel, Satellit oder IPTV) umgestiegen sein werden (vgl.
die Prognose der Verkaufszahlen von HDTV-fähigen Fernsehempfängern in Abschnitt 2.3.1).

2.3.3 Ausstieg aus der terrestrischen TV-Verbreitung

[..., wird im Falle eines Ausstiegs der privaten Programmanbieter für realistsch gehalten]

2.4 Empfehlung zur Zukunft der terrestrischen TV-Verbreitung

In Anbetracht der zu Jahresende 2012 existierenden Ungewissheit bzgl. der Fortführung der
terrestrischen TV-Verbreitung seitens der privaten Programmanbieter stellt die nachfolgende
Empfehlung einen Versuch dar, aus den drei vorgestellten Szenarien diejenigen zu
identifizieren, welche die sinnvollste Nutzung des UHF-Spektrum bieten und dabei eine
terrestrische Verbreitung von Live-Video ermöglichen. Die dauerhafte Fortführung der DVB-T-
Ausstrahlung im Umfang des Jahres 2012 kann nicht empfohlen werden. Also ist von
einem Umstieg auf DVB-T2 oder, nach Beendigung einer klassischen terrestrischen TV-
Verbreitung, von innovativen Konzepten für die Übertragung von Live-Video speziell zu
mobilen und portablen Endgeräten auszugehen, wobei es allerdings den Programmanbietern
überlassen bleiben muss, zu entscheiden, ob im Fall des Umstiegs auf DVB-T2 dann HDTV
oder SDTV+ angeboten wird, und ob die Programme unverschlüsselt (die öffentlich-
rechtlichen Programmanbieter haben sich dazu entschlossen) oder verschlüsselt übertragen
werden. [...]


Mir scheint, dass einigen hier im Forum nicht klar ist, dass private Programmveranstalter keine Wohltätigkeitsveranstalter sind, sondern Geld verdienen müssen - je mehr, umso besser.

Verschlüsseltes öffentlich-rechtliches TV wird es auf keinen Fall geben, da es keine hinreichende Begründung dafür gibt. Ich verstehe nicht, warum das von einigen hier im Forum immer wieder aufgetischt wird - zum Teil mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten ohne Bezug zur Rechtslage.

von Manfred Z - am 17.03.2013 08:41
Digitale Dividende II

Zur Zeit wird in mehreren Kommittees an den Bedingungungen für die Digitale Dividende II (700-MHz-Band) gearbeitet. Einige Punkte, die ich einem Artikel in der tech-i 15 (März 2013) der EBU entnommen habe:

• Finland has been the first to announce officially, on 26 September 2012, that the 700 MHz band will be allocated to wireless broadband in 2017.

• The UK followed on 16 November 2012 with a decision to support the international process and seek to enable a harmonized release of the 700 MHz band for mobile broadband use, but no timeline was indicated.

• The ITU schedule sets the deadline for draft Conference Preparatory Meeting texts at mid-August 2014 [Die WRC-15 findet im November 2015 statt].

• The European Commission is preparing a draft mandate to CEPT asking for the preparation of minimal (least restrictive) technical conditions for the use of the 700 MHz band by mobile broadband. The main driver for this new mandate is the priority given to a global harmonized use of the 700 MHz band for mobile broadband.

• The first issue for Europe in releasing the 700 MHz band is timing. Referring to the experience of the coordination activities which were carried out to release the 800 MHz band, it is expected that releasing the 700 MHz band will require several years of intensive negotiations for cross border frequency coordination.

• In some parts of Europe, like the area around Belgium, extremely difficult negotiations are expected, especially considering that around 60% of the GE06 plan entries for the French community in Belgium are above 694 MHz.

• Another concern about timing is the necessary transition to new modulation and compression systems to be able to accommodate the same number of programmes into fewer multiplexes. The release of the 700 MHz band corresponds to a loss of two full coverage multiplexes.

• A migration to DVB-T2 and the introduction of HEVC would be required if all existing DTT programmes are to be retained and upgraded to HDTV.

• In a recent proposal to the French government, the French broadcasting regulatory authority recommended an enforced supported transition to MPEG4 by end 2015 and a future transition to DVB-T2 and HEVC at the earliest in 2020.

Im zweiten Teil des Artikels geht es um technische Fragen wie z.B. Interferenzen zwischen TV und Mobilfunk.
Im dritten Teil beschäftigt sich der Auor mit den Kosten für die Umstellung. Da geht es auch wieder um drahtlose Mikrofone u. ä. (PMSE).

Zusammenfassung:

• Releasing the 700 MHz band will require several years of intensive negotiations for cross border frequency coordination.

• A migration to DVB-T2 and the introduction of HEVC would be required, with associated transition periods.

• Possible interference from mobile terminals into DTT portable and fixed reception using active antennas will be an issue.

• The feasibility of DTT and IMT co-channel operation between southern Europe and North Africa for example (required due to significant differences in likely implementation timetables) is still to be verified.

• The cost of releasing the 700 MHz band in European countries is still to be assessed.

• Cable TV service channel plans will need to be reorganized locally and immunity of their installations and receivers will need to be improved.

• Solutions and related costs will be needed to accommodate PMSE applications which will lose access to the 700 MHz band.

• Quick decisions are required in Europe under external constraints. There is a lack of time to consider alternative solutions to satisfy wireless broadband requirements.

von Manfred Z - am 03.05.2013 21:38
Die Bundesnetzagentur hat da gar nichts zu entscheiden. sie setzt nur die Vorgaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) um. Wenn es um bisher vom Rundfunk (hier Fernsehen) genutzte Frequenzen geht, müssen die Länder einer Änderung über den Bundesrat zustimmen.

Auf der WRC-12 ist nur der Beschluss gefasst worden, dass die Digitale Dividende 2 (700-MHz-Band) möglich ist. Voraussetzung ist aber die Verabschiedung der genauen Regularien auf der WRC-15 (im November). Ohne Kenntnis der Regularien ist eine Versteigerung gar nicht möglich; sie kann also erst 2016 stattfinden. Eine Umsetzung kann dann frühestens 2018 erfolgen.

Heute ist bei medienpolitik.net ein aufschlussreiches Interview zum Thema Netzpolitik erschienen:

Zitat

„Die Ziele der Bundesregierung ehrgeiziger als die der EU“

Für Breitbandstrategie der Bundesregierung sind zusätzlich Frequenzen für LTE notwendig

19.06.13 Interview mit Hans-Joachim Otto (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie

In einem Gespräch mit medienpolitik.net hat Hans-Joachim Otto, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die Ziele der Bundesregierung, eines flächendeckenden Internets mit 50 MBit/s bis 2018 nur erreicht werden können, wenn zusätzliche Frequenzen für LTE bereitgestellt werden. Das ist aber nur möglich, wenn die Länder zustimmen, nicht mehr benötigte Rundfunkfrequenzen für den Mobilfunk zu nutzen. Gegenwärtig ist eine solche Bereitschaft bei den Ländern nicht zu erkennen.

Hans-Joachim Otto: Klar ist, dass wir die ehrgeizigen Ziele nur erreichen, wenn alle nach ihren Möglichkeiten an der Umsetzung mitwirken. Bund und Länder agieren vornehmlich als Initiatoren und Koordinatoren und verbessern gemäß ihren Zuständigkeiten die Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau. Die Kommunen sind erste Ansprechpartner vor Ort und teilweise selbst im Ausbau aktiv, beispielsweise durch den Bau einer passiven Infrastruktur. Die Koordinierung der Aufgaben erfolgt über den Breitbandkoordinierungskreis, einem hochrangig besetzten Gremium mit Vertretern aus Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und der TK-Branche.


Das ganze Interview hier:

http://www.medienpolitik.net/2013/06/netzpolitikdie-ziele-der-bundesregierung-ehrgeiziger-als-die-der-eu/

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Im DigiTAG Web Letter Mai 2013 gibt es weitere Hintergrundinformation zur Digitalen Dividende 2 (700-MHz-Band). Entsprechende Planungen gibt es in Großbritannien, Italien, Finnland und evtl. Frankreich.

Für eine weitere Digitale Dividende gibt es zur Zeit keine Grundlage. Sie könnte frühestens bei der WRC-19 auf die Agenda kommen, ist aber extrem unwahrscheinlich

http://www.digitag.org/WebLetters/2013/External-May2013.html

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Zitat

Mal gucken, wann sie mit der Digitalen Dividende bei 87,5 MHz angekommen sind und der Rundfunk ins OIRT-Rundfunkband wechseln muß.


Eine sarkastische Bemerkung sollte schon eine sachliche Grundlage haben, sonst ist es einfach nur albern - so wie hier.

Eine Umsetzung um 2023 oder so muss man heute eh nicht diskutieren.

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Dann gab es am 18. Juni noch eine Veranstaltung bei der mabb in Berlin:

Zitat

WebTV statt DVB-T – das Internet als mediale Basisversorgung?

Knapp fünf Millionen TV-Haushalte in Deutschland nutzen derzeit DVB-T. Während die ProSiebenSat1-Gruppe sich bis 2018 zu der Verbreitung ihrer Programme über den digital-terrestrischen Weg bekannt hat, steigt die RTL-Gruppe zum Ende des nächsten Jahres aus. Gleichzeitig verzeichnen VoD-Portale und Sendermediatheken steigende Nutzerzahlen.

Im Mittelpunkt des mabb-Symposiums steht die Frage: WebTV statt DVB-T – das Internet als mediale Basisversorgung? Die mabb hat zwei Studien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse präsentiert werden und als Grundlage für vertiefende Diskussionen von Vertretern aus Medienwirtschaft und Medienpolitik dienen sollen: Beenden nach RTL immer mehr Sender ihre Verbreitung über DVB-T? Welche Distributionsstrategien verfolgen die Sender? Wie ist die internationale Situation der terrestrischen TV-Übertragung? Was passiert, wenn Medien online-only genutzt werden? Können Voraussetzungen für den stationären Empfang von TV-Programmen auf größeren Bildschirmen über Breitbandanschluss geschaffen werden? Und was bedeutet das alles für das Thema Netzneutralität?


Hier gibt es Übersichtsblätter und Präsentationen der Vorträge:

http://www.mabb.de/veranstaltungen-termine/veranstaltungen.html

PM dazu: http://www.mabb.de/presse-publikationen/archiv/2013/18062013.html

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Eins sollte inzwischen allen klar sein: RTL hat alles richtig gemacht.

von Manfred Z - am 20.06.2013 00:21
Wenn man das hier so liest, dann ist das Internet für Deutschland wirklich noch Neuland.

"Lineares fernsehen" -- also Programme wie Das Erstem ZDF, RTL, ProSieben... -- werden sicherlich auch in Zukunft eine Rolle spielen, weil sich die Menschen vom TV wie auch vom Radio einfach berieseln lassen wollen.

Allerdings ist es heute bereits nicht mehr einzusehen, dass, wenn man eine bestimmte Sendung sehen will, diese erst einmal in einem "Kanal" gezeigt wird. Beispiel: Die letzte Folge der aktuellen Serie "Game of Thrones" hat Downloadrekorde aufgestellt und hatte praktisch mehr "illegale" Zuschauer als die es in einem georgrafisch und technisch begrenzten Bereich über den TV-Kanal gesehen haben.

Hauptmedium ist das Internet, denn nur darüber ist es Möglich, Inhalte auf Abruf dann bereit zu stellen, wenn der Kunde es will. Für nebensächliche Nutzungen wie herkömmliches TV und Radio ist es also zunächst einmal unlogisch, überhaupt noch eigene Netze zu betreiben, die "nur" lineares Radio oder "nur" lineares TV können.

Egal ob, UKW, DVB-x, T-Dab: Zunächst einmal muss ein spezialisierter refinanzierbar sein. Ansonsten müssen die Inhalte über das Netz übertragen werden, das sowieso schon vorhanden ist: Das Internet.

Der Vorstoß der Telekom zur Datendrosselung wird genau vor diesem Hintergrund verständlich: In einem neutralen Internet sind die ISPs lediglich Bitschubser, währen der dicke reibach woanders gemacht wird. Insofern ist das sogar verstädnlich, wenn die Provider in ihren Netzen "manged services" wollen, um selbst Inhalte-Händler zu werden.

Das aber würde zu einem Monopol führen, so wie es ja bisher in den Kabelnetzen sowieo schon besteht.

Da kommt also noch eine Menge Investition auf die Provider zu -- im festen als auch mobilen Bereich!

Natürlich, die Träume einiger Provider, alles über mobile Netze machen zu können, wird sich allein durch die Knappheit des nutzbaren Frequenzspektrums zerschlagen.

Dennoch wird künftig der Anspruch entstehen, auf seinem (sowiso vorhandenen) Smartphone ganz selbstverständlich klassische TV- und Radio-Inhalte empfangen zu können. Daher kann eigentlich die Räumung der vom veralteten Medium "Fernsehen" genutzen Kapazitäten besonders im UHF-bereich eigentlich gar nicht schnell genug gehen.

Eigentlich -- denn in Wirklichkeit besteht noch ein relativ großes Zeitpolster, wenn man die Geschwindigkeit betrachtet, in welcher die Provider ihre Netze ausbauen. Klar, für die kommt erst der Gewinn, dann die Qualität des Service, wie es in der Marktwirtschaft eben üblich ist.

Insofern: ja, DVB-irgendwas steht mittel- bis langfristig vor dem Aus. Sogar DVB-C, denn warum sollen irgendwann TV-Sender noch teure Sat-Transponder bezahlen, wenn sie auch ohne das technisch 98 % der Bevölkerung erreichen -- und das notfalls auch mobil?

Daher glaube ich, dass die Diskussion hier völlig falsch geführt wird.

Die Fragen shene doch ganz anders aus:

-- Wie stellen wir sicher, dass alle einen bezahlbaren, schnellen festen & mobilen Intenetzugang bekommen?

-- Wie stellen wir sicher, dass der mobile Telekommunikationsmarkt nicht von einem Oligopol weniger Anbieter beherrscht wird, die sich die physisch begrenzten Bandbreite an einem Ort teilen?

-- Wie bekommt man Anbieter wie die Deutsche Telekom dazu, ihr veraltetes Doppelkupferadernetz durch ein leistungsfähiges Netz zu erstzen, welches auch Anschlussdatenraten von regulär über 50 Mbit/s bereitstellen kann? (Ja, genau wie DVB ist auch DSL ein Auslaufmodell, auf längere Sicht)

-- In der Schlacht um die anstehende Neuverteilung, bei der das System von Inhalteproduzenten, TV-Sender, Internetprovidern fürdie Zukunft entschieden wird: Wer hat welches Interesse? Wie versucht man, diese Interessen durchzusetzen?

-- Wie verhält sich die Politik? Wie wirkt sich die Verbandelung der Parteien mit klassischen Medienhäuser wie Bertelsmann, Springer etc aus? Wie sieht eigentlich der Parteipolitische Einfluss bei der Telekom aus?

-- Detailfragen: z. B. " Was ist in einem Markt wie Österreich tatsächlich geschehen oder unterlassen worden, so dass sich ein Unternehmen wie Sipgate dort zurückzieht und der Wettberwerb damit eher unterbunden statt gefördert wird?

von Alqaszar - am 20.06.2013 23:27
Am 13. Juni hat wieder die Radio Spectrum Policy Group, ein Beratergremium bei der EU-Kommission, getagt und einige Papiere produziert.

http://rspg.groups.eu.int/ref_doc/index_en.htm

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RSPG13-521 rev1 / Brussels, 13 June 2013

RSPG OPINION ON
STRATEGIC CHALLENGES FACING EUROPE IN ADDRESSING THE
GROWING SPECTRUM DEMAND FOR WIRELESS BROADBAND


Auszüge:

Zitat

9. KEY FREQUENCY BANDS WITH POTENTIAL FOR WIRELESS BROADBAND

9.1 The 700 MHz Band

The 700 MHz band is used in Europe for terrestrial television and PMSE. The
frequency band 694-790 MHz represents 30% of the total remaining UHF TV
spectrum. The impact of a reallocation of this spectrum for broadband will therefore
potentially be significantly more important for terrestrial broadcasting than in the case
of the 800 MHz band which was used in some countries for other services (i.e.,
defence). In addition, such a reallocation, which would take place after analogue
switchover, could not appear as a share of the digital dividend between the
broadcasting and mobile services but rather as a reduction of the capacity for
broadcasting, which would require in many countries the implementation of new
technologies (DVB-T2/HEVC) and would impact further developments of DTT
services, such as the introduction of higher definition video services. This
reallocation could have a financial impact for DTT viewers as they may have to again
buy new equipment with no clear benefit this time in terms of enhanced television
reception.

The UHF band is also heavily used for Program Making and Special Event (PMSE)
services, especially wireless microphones. PMSE services make use of the white
spaces between the TV broadcasts. It is unlikely that such use can continue in the
700MHz sub-band if it is used for mobile broadband. The amount of spectrum
available for PMSE services was already diminished when making the 800 MHz band
available for mobile broadband. There is need to take account of the spectrum needs
for PMSE services and to provide a solution for the continuation of PMSE services
elsewhere in the UHF band or in other appropriate bands.

The issue of cross-border interference between the broadcasting and mobile services
has been raised several times in the debate concerning the 800 MHz digital dividend.
It is one of the reasons why the coordinated approach within EU was implemented. In
this respect, it would be preferable to consider from the beginning the future of the
700 MHz band in a coordinated manner.

Bearing in mind that the decision to make IMT co-primary in the 700MHz band was
already agreed at WRC-12 to take effect after WRC-15, it would be appropriate for
Europe to develop a position in time for WRC-15 on the refinement of the lower band
edge and on possible channelling arrangements for mobile services in the 700 MHz
band.

It is important that Europe considers resolves 4 of Resolution 232 (WRC-12) as the
ITU studies (through JTG 4-5-6-7) have begun. Given that the decision to make IMT
co-primary in the 700 MHz band will take effect after WRC-15, it may also be useful
for Europe to take a longer-term view on the future use of the band from 470 to 790
MHz in order to develop a strategic view about the long-term future use of the band.
This long-term view should, in particular, take account of the long-term developments
of digital terrestrial television and their societal value, the possible benefit from
convergent platforms in the future to deliver linear media/audiovisual services and
increasing audience demand for video and data to mobile devices (smartphones,
tablets, etc.).

A detailed survey on the long-term spectrum requirements for television broadcasting
in the European Union including the number of TV services, HDTV, interactive
services, mobility requirements and the possible introduction of Ultra High Definition
Television has been carried out with the following results:

a) Long term spectrum need for broadcasting, varies amongst European
countries. However, several Member States are planning an increase of the
number of programmes, a widespread expansion of HD, additional mobility
and possible introduction of Ultra High Definition;

b) The relative penetration of each platform for TV delivery is highly country
dependent. However, most Member States consider that these platforms
complement each other and most countries have stressed the importance of
terrestrial TV for free-to-air services, for secondary TV sets, and that viability
of DTV requires access to sufficient spectrum resource;

c) Both broadcasting and mobile networks may complement each other in the
provisions of linear and non-linear audiovisual contents to mobile terminals.
However, for fixed reception, it is currently considered unlikely that mobile
networks will evolve to deliver video content to mass audiences, primarily
because of the increased demand for spectrum to support such a network
capability, which many considered inefficient. Introduction of new
technologies (DVB-T2, HEVC) will enable an increase of spectrum efficiency
and the provision of improved TV services. However, scenarios and timing
for transitioning to these technologies are critical and very much countrydependent.

The challenge for the development of an EU policy on the 700 MHz band will be to
address the variety of national situations in terms of digital terrestrial television
services and the need for additional wireless broadband services. In terms of timing,
there is a relationship in each country with the duration of broadcasting licenses, the
timeline for the introduction of the new services for broadcasting and the
implementation of more efficient broadcasting technologies and the need to meet the
targets set down nationally and at EU level in relation to delivery of broadband
capacity. This has also to be considered in the context of potential cross-border
frequency coordination difficulties, also taking into account the required time for
cross-border coordination and modifications of the broadcasting assignments.

An EU strategy needs also to be discussed on the future use of the 700 MHz band
taking into account all political, economical and technical elements. Elements which
could be considered by the Commission in developing a coherent strategy include:

a) The Commission should take into account the timing issues described above;

b) The Commission should be invited to support Member States taking measures
relating to TV receivers to mandate more efficient technologies;

c) The Commission should invite a review of ETSI and CENELEC standards
applicable to cable and terrestrial broadcast reception in the 700 MHz band
and below, in order to avoid harmful interference.

d) The Commission should take into account that there is also interest in use of
the 700 MHz band for PMSE and PPDR which is being studied elsewhere.

9.2 Bands 1350 – 1375, 1375 – 1400, 1427 – 1452 and 1492 – 1518 MHz

9.3 The Band 1452-1492 MHz

This frequency band has been harmonised since WARC-92 for terrestrial and satellite
sound broadcasting but with little development until now (although there are some
initiatives recently taken by some countries for licensing terrestrial sound
broadcasting in this band), thus attracting interest from other services.

After two years of an extensive review and studies of this band, CEPT decided in
September 2012 to develop an ECC Decision designating the band for mobile/fixed
communication networks (MFCN) supplemental downlink and defining the Least
Restrictive Technical Conditions with a harmonised band plan based on 8 blocks of 5
MHz each. This new regulatory framework will provide for mobile supplemental
downlink deployment and significant additional capacity for mobile networks. It
should also allow individual countries to meet national requirements by, if necessary,
using part of the band for terrestrial broadcasting and other terrestrial applications.

When developing Least Restrictive Technical Conditions in this band possible use of
the adjacent bands for WBB applications should be taken into account.

9.4 The 2 GHz Mobile Satellite Service Bands

9.5 The 2300-2400 MHz Band

9.6 The Band 3800-4200 MHz

9.7 The 5 GHz Bands


von Manfred Z - am 21.06.2013 19:45
In einem weiteren Papier erfährt man wie heterogen die Vorstellungen der Stakeholders in den EU-Mitgliedsländern zur zukünftigen Nutzung des UHF-Bandes 470 - 790 MHz sind:

RSPG13-520 / Brussels, 13 May 2013

4th Progress Report of the RSPG Working Group
on Future Demand for Spectrum for Wireless Broadband


Auszüge:

Zitat

Summary of responses to the Public Consultation on the draft RSPG Opinion
on Wireless Broadband


The Radio Spectrum Policy Group (RSPG) published its draft “Opinion on Strategic
Challenges Facing Europe in Addressing the Growing Spectrum Demand for Wireless
Broadband” in February 2013. In all, 51 responses were received to the draft Opinion.
A list of respondents is in the Appendix to this summary.

Respondents’ views remain divided on releasing more spectrum for WBB applications. Some
respondents favoured releasing additional spectrum while others did not. The reasons
provided by those who opposed releasing additional spectrum (at least in the short to medium
term) included:

• that those operators who already acquired a good amount of spectrum in the
recent auctions are well positioned to meet future customers’ demand through
investments in network rollout; and

• that the disparity in spectrum bands allocated for wireless backhaul across
member states makes it difficult to achieve economies of scale while meeting
capacity requirements. Highlighting this fact, one respondent suggested that
instead of allocating more spectrum to Wireless Broadband, the EC should look
at harmonising spectrum bands for wireless backhaul links across Europe.

The following sections summarise the responses received by the RSPG with regard to each of
the potential bands identified in the draft Opinion.

700 MHz Band

Some respondents strongly opposed releasing this band for future WBB applications and
recommended that the band should remain available to broadcasting services. These
respondents claimed that releasing these bands for WBB applications would de-stabilise DTT
as a platform, jeopardising future investments and having an adverse impact on the whole
broadcasting industry.

These respondents demanded that, before the 700MHz band is evaluated for WBB
applications, the following arguments be taken into consideration:


• that the forecasts for data traffic growth on mobile networks are overly
ambitious and that new studies should be carried out to assess real demand;

• an assessment of mobile broadband spectrum efficiency should be carried out to
determine the most spectrum-efficient technologies in all relevant bands. For
example, one respondent stated that out-dated GSM networks should be
replaced with more spectrum-efficient networks such as LTE;

• an assessment should be made of the impact on EU Member States of future
spectrum liberalisation, considering recent auctions in the 800 MHz band and
the investments planned and made by operators on LTE technology;

• an assessment of the incremental benefits of the 700 MHz band for the mobile
industry should be weighed against the costs of removing the incumbent
broadcast users of the band;

• an assessment should be carried out of the potential for interference from
wireless broadband in the 700 MHz band with existing customer equipment
(including cable equipment); and

• an assessment should be made of the relative demand for linear versus nonlinear
services;

Should these assessments show that sufficient justification does exist to release
spectrum in the 700 MHz band for WBB applications, these respondents requested:


• that individual Member States should develop conditions to foresee cooperation
between broadcast and broadband networks and to enable implementation of
broadcast receivers in mobile devices (smartphones, tablets etc);

• that a public consultation be carried out in advance of WRC-15 on a common
EU-level approach to the 700 MHz band, taking into account national
situations;

• that all Member States should have the flexibility to use the 700 MHz band for
terrestrial digital TV applications under RRC-06 arrangements and retain the
right of derogation if necessary;

• that a compensation scheme should be put in place for PMSE users if these
users are required to relocate again. Furthermore, this respondent suggested that
PMSE users should be awarded at least three 8 MHz channels of contiguous
spectrum in the 600 MHz band as a smaller, single lot, and

• that Licensed Shared Access (LSA) or Dynamic Spectrum Access could be
considered as a solution to provide additional capacity to wireless broadband
while at the same time ensuring capacity for digital TV and that this approach
be studied further.

Those respondents who were in favour of releasing the 700 MHz band for wireless
broadband made the following remarks:


• that the band should be harmonised across Europe in order to achieve
economies of scale, even if this takes longer to implement. In particular, these
respondents favoured a frequency arrangement in ITU region 1 that could
provide a global solution, leveraging already-existing specifications for Band 28
(B28) from 3GPP. This arrangement is based on the lower sub-band of
2x30MHz of the Asia-Pacific Telecommunity (APT) bandplan. The resulting
harmonisation would facilitate easier global roaming and more cost-effective
equipment;

• that WRC-15 should allocate the entire UHF band to mobile services on a
coprimary basis;

• that the broadband requirements for PPDR applications are taken into
consideration;

• that transitions should be well managed by governments and regulators and
should be developed in co-operation with the industry;

• that a transition to DVB-T2 should be considered as an adequate measure to
release the 700MHz band, and

• that there should be no disruption of the existing DTT services to consumers.


Hier findet man eine ZIP-Datei mit den Stellungnahmen:

https://circabc.europa.eu/faces/jsp/extension/wai/navigation/container.jsp

Lesenswert: Vodafone, TDF, DLM/Medienanstalten (de), DigitalEurope

von Manfred Z - am 21.06.2013 20:02
Ich bin eigentlich auch ein Freund von freiem, terrestrischem Fernsehen wie DVB-T.
Gleichzeitig bin ich als Mobilfunknutzer auf gute Netzversorgung angewiesen. Ich stelle immer wieder fest, dass es die gleichen Personen sind, die sich auf der einen Seite gegen die "digitale Dividende" stellen, anderseits aber rumnörgeln, dass ihr Mobilfunknetz zu langsam ist oder sie nur schlechten Empfang haben. Das sind oft auch genau die Leute, die auf die Werbelüge "D-Netz-Qualität" reinfallen.

Früher gab es GSM900, das waren unsere zwei D-Netze (Telekom und Mannesmann, heute Vodafone).
Dann kamen die GSM1800-Netze, mit E-Plus und Viag (heute o2). Diese hatten von Anfang an das Problem, auf Frequenzen um 1800 MHz nicht die gleiche Reichweite erzielen zu können, wie die GSM900-Netze. Bis Ende der 90er gab es auf der offiziellen E-Plus-Versorgungskarte Löcher in den Mittelgebirgen wie Spessart, Rhön und Hunsrück, die E-Plus auf der Karte mit Bäumchen kennzeichnete und darunter erklärte: Wald, nur eingeschränkten Empfang möglich.
Klar, die GSM900-Netze hatten in ländlichen Gebieten u.a. Ultra High Sites im Netz, also hohe, weitreichende Sender, die viel mehr Bevölkerung erreichten als GSM1800. Zudem kamen die Kanäle auf 900 MHz einiges besser durch Wände und in Täler als Kanäle auf 1800 MHz.

Dieses Problem wurde gelöst, in dem man den damaligen E-Netzen EGSM-Kanäle zusprach, sprich weitere GSM900-Frequenzen. o2 nutzt am Land fast ausschließlich GSM900, auch E-Plus hat viele Stationen umgebaut.

Gleichzeitig bekamen die alten D-Netze E-Netz-Kanäle zu ihrer Nutzung, denn für die Stadtversorgung war zum Mobilfunkboom um 2000 die wenigen D-Netzkanäle total ausgelastet. Man hatte zwar beste Netzversorgung, bekam beim Verbindungsaufbau aber ein "Netz belegt".

Allein an der GSM-Historie kann man erkennen, das ein einziger Frequenzbereich niemals ausreicht. Um ländliche Gebiete zu versorgen und gleichzeitig gute Indoorversorgung zu gewährleisten braucht man sowohl im Ländlichen als auch als Backup in der Stadt Freuqenzen unter 1000 MHz, um aber gleichzeitig in Wohn- und Ballungsgebieten ausreichend Bandbreite zu bieten, benötigt man Frequenzen von 1000-2000 MHz. Alles darüber eignet sich eigentlich nur zur Versorgung von hochfrequentierten Punkten wie Messen, Bahnhöfen und absoluten Innenstadtbereichen.

Ein LTE-Netz sieht nach unserer deutschen Frequenzeinteilung und -vergabe also so aus:
- flächendeckend LTE800 (zur Landversorgung und für die Keller, Erdgeschosse und Straßenschluchten der Städte)
- LTE1800 zur Versorgung von Orten >2000 Einwohner
- LTE2600 zur punktgenauen Kapazitätserweiterung

Wir haben in Deutschland nun aktuell 4 Netzinfrastrukturbetreiber und das ist aus Wettbewerbsgründen eigentlich auch gut so.
Die vergebenen Kanäle auf LTE800 reichen nur für 3. E-Plus ist leer ausgegangen und wird so am Land nie eine ausreichende Versorgung schaffen. Das hat schon mit GSM1800 nicht geklappt.
Vodafone und o2 haben das Problem, dass sie zwar mit LTE800 gut versorgen können, aber irgendwann in den Ballungsgebieten das Netz einfach dicht sein wird. LTE2600 ist zwar eine Lösung, aber selbst in Ballungsgebieten wird eine flächendeckende Versorgung kaum möglich sein. Es gibt auch immer wieder schnell das Problem der Bürgerinitiativen gegen Mobilfunk: Wird ein bestehender Mast erweitert, bekommen die das kaum mit, wird ein neuer errichtet, bekommen sie sofort Schlafstörungen. Gerade weitere Sendestandorte sind nötig für ein Netz auf 2600 MHz.

Mit UMTS haben wir in Deutschland bestes Beispiel, wie ein Netz mit ausschließlich hohen Frequenzblöcken nicht flächendeckend funktionieren kann. In Deutschland setzt man ausschließlich auf UMTS2100. Jeder mit einem 3G-Telefon wird die Situation kennen, dass er draußen noch bestes 3G-Netz hatte, aber sobald er im Haus ist, steht nur noch GPRS oder EDGE zur Verfügung. Genau das ist das GSM-Backup auf 900 und 1800 MHz.

Einige Länder nutzen UMTS900. Dieser Unterschied ist enorm. Seht euch die Versorgung der französischen Orange an, mit der Kombination aus UMTS900 am Land und UMTS2100 in den Städten erreicht man fast komplett Frankreich wirtschaftlich. Frankreich ist zudem wesentlich dünner besiedelt. Schweden, Finnen und Norweger versorgen so ihre weitläufigen Gebiete nördlich des Polarkreises mit Internet, von dem wir hier träumen.
Um den Unterschied von 900 MHz zu 2100 MHz in einer Karte zu zeigen: Seht euch die Versorgungskarte vom britischen o2 an. Wählt ein Telefon ohne UMTS900-Icon aus, z.B. das iPhone 3GS, sucht nach Canterbury im schönen Kent, klickt auf Mobile Internet (3G900) links und betrachtet die Versorgung um Canterbury herum. Dann ein Klick links unten Choose 3G900 Device und man sieht die Abdeckung mit UMTS900.

von m83 - am 14.07.2013 08:13
Die "D-Netz-Qualität" beruht in weiten Strecken noch heute auf der Indoktrinierung, dass man eben größere Gebiete abdecken konnte. Das eben Dank den 900 MHz Frequenzen. Genau das ist heute aber das Manko der D-Netze. Gerade in ländlichen Bereichen nutzt man diese jahrzehnealte Senderstruktur aus der Pionierzeit des Mobilfunks weiter. Das sieht dann zwar toll auf den Reichweiten-/Abdeckungskarten aus, aber zu viele Nutzer wollen dann in dieselbe Zelle und schwupp ist sie voll. Gerade VoIsDasFone hat hier nachholbedarf. In unserem Ort sind alle außer Voda mit eigener Basisstation vorhanden, O2 sogar mit UMTS Vollausschlag, während man von Vodafone aus 3-10km Entferung - wie in den 90ern eben - versorgt wird. Da hilft auch das sporadische Edge beim surfen nichts, wenn die Bits nur sekundenweise reintröpfeln.

Dabei ist das nicht das Problem von fehlenden Frequenzen, denn man könnte die Sender deutlich dichter aufbauen und dieselben Frequenzen öfters wiederverwenden. Hier haben die E-Netze heute eben dies als deutlichen Vorteil, da sie von Anfang an Basistationen enger beieinander bauen mussten. Die D-Netze decken halt das Gebiet ab, aber die Leistung hapert dann, dabei könnte man auch die 900 MHz Frequenzen ohne Probleme kleinere Gebiete abdecken lassen, man kann die Handys anweisen, nicht zu stark zu senden, um weiter entfernte Zellen mit gleichen Frequenzen nicht zu stören, gleichzeitig würde die Indoorversorgung besser, denn auch auf 900 MHz ist nach 2-3 km Entfernung von der Basisstation der Pegel Inhouse knapp an der Grenze.

Insofern ist das Anführen verschiedener Frequenzbereiche als Argument der beseren Versorgung nicht undebindgt weiterführend. In Waldgebieten ohne inhousenotwendige Versorgung, da haben die tiefen Frequenzen deutliche Vorteile. In urbanen Gebieten nicht mehr.

Außerdem wird mit LTE nun schon das nächste Netz aufgebaut, wiederum von jedem Mobilfunkbetreiber separat, dabei ist noch nicht mal das Vorgängernetz gescheit ausgebaut worden. Selbst GSM ist heute wichtiger denn je, garantiert es doch wenigstens eine Minimalversorgung, aber selbst das nicht überall. Ja, selbst bei diesem Grundnetz gibt es heute noch Lücken, und das sogar in Städten und da wird laufend nach neuen Frequenzen gegiert, obwohl die bisherigen noch lage nicht augeschöpft sind.

Ich denke mittlerweile sogar, dass es besser wäre, wenn es einen Sendernetzbetreiber für alle Anbieter gäbe, die sich einmieten müssten. Würde wahrscheinlich gerade im ländlichen Bereich kosten sparen, wenn nicht jeder Anbieter eine eigene Basisstation für ein paar Hansele aufbauen müsste. Aber das sind nur Gedankengänge, die jetzige Struktur bleibt sicher bestehen.

Wenn ich mir die Situation zu DVB-T bei uns im Dreiländereck anschaue, so frage ich mich wirklich, wie man die ganzen Kanäle bei uns zwischen 21 und 49 unterbringen soll, um auch Nachbarregionen nicht zu stören. Da muss mna direkt "froh" sein, dass es aus Deutschland nur 3 sind, ohne die privaten und die Schweiz auch nur zwei im Dreiländereck nutzt. Ob da nicht mal noch was dazukommen wird? Frankreich hat ja mindestens 6 Muxe live plus die HD Übergänge. Wenn dann auf DVB-T2 migriert werden sollte bleibt nur noch ein harter Übergang. Sollten die bisher koordinierten Kanäle genutzt werden wollen, wird es bei einer Digitalen Dividende 2 Absagen hageln. Dann darf man sich eben teure Flatrates für sein visuelles Entertainment zulegen, um dieselben Angebote zu nutzen wie heute schon via DVB-T kostenfrei. Denn notwendig sind die neuen Frequenzen für den Mobilfunk noch lange nicht.

von CBS - am 14.07.2013 10:34
Zitat
CBS
Dabei ist das nicht das Problem von fehlenden Frequenzen, denn man könnte die Sender deutlich dichter aufbauen und dieselben Frequenzen öfters wiederverwenden.


Das geht aber auch nur in Ballungsgebieten. Ich betrachte sowohl die Region Osthessen, das dichbevölkerte östliche Rhein-Main-Gebiet und sehr ländliche Gebiete wie Waldhessen, Vogelsberg, Westthürignen bei allen 4 Netzen sehr genau. Wenn ich nun die Sender zähle, komme ich für das Stadtgebiet Fulda von mir auf diese Sender (Anzahl Sektoren)

Telekom: GSM900: 65 / GSM1800: 0 / UMTS2100: 65 / LTE1800: 12
o2: GSM900: 12 / GSM1800: 50 / UMTS2100: 68 / LTE: 0
Vodafone: GSM900: 49 / GSM1800: 3 / UMTS2100: 55 / LTE: 0
E-Plus: GSM900: 12 / GSM1800: 32 / UMTS2100: 39 / LTE: 0

Daten von mir gesammelt, ohne Gewähr.
Man muss bedenken, dass LTE gleich das komplette Spektrum wegsaugt, sprich die Telekom hat mit ihren 12 Sendern ihre komplette 20 MHz belegt, weitere Sender stärken nur Netzempfang bzw. erweitern das Netz.

Egal, welcher Betreiber, alle versorgen mit GSM und UMTS, E-Plus fehlts an mehreren Stellen an lokalen Sendern, man setzte früher auf UHS, auch beim Aufbau von UMTS. Diesen Fehler merkt man. Genauso wie die fehlenden UMTS-Sender von Vodafone. Letztendlich sind das aber alles nur lokale Probleme, im Großteil wird alles outdoor gut versorgt. Die Kanäle um um 900 MHz sind komplett belegt, selbst die um 1800 MHz, denn die Telekom fährt hier ihr komplettes LTE-Netz und o2 und E-Plus ein Großteil Ihrer GSM-Netze. Für den Flächenausbau auf 2600 MHz stehen die allten auf 900- und 1800-MHz-ausgelegten Standorte zu weit auseinander und neue Sender sind dank Bürgerinitiativen hier nur schwer durchsetzbar. o2 verzichtet auf die Versorgung eines Ortsteils per UMTS, weil sich einfach kein Senderstandort, der nicht angefochten wird, aufbauen lässt. Vodafone und Telekom versorgen diesen Ort von Ihren eigenen kleinen vollgehängten Mästen, an denen physisch kein Platz mehr ist. E-Plus versorgt von einer UHS mehr schlecht als recht.

Vodafone und o2 werden wohl ihr LTE-Netz auf 800 MHz aufbauen, damit aber maximal jeweils ca. 50 Mbit bieten können. Für weitere Kapazitäten benötigen sie mehr Platz, 700 MHz wäre da genau richtig, denn die andere Alternative auf 2600 MHz benötigt ja weitere Standorte, die sich nicht durchsetzen lassen. Telekom bietet schon heute 100 Mbit auf 1800, hat dafür die GSM-Kapazitätserweiterung von vor 10 Jahren aufgegeben. Dank UMTS2100 war diese wohl nicht mehr nötig. E-Plus dürfte auch LTE1800 aufbauen, dafür müssten sie aber auch hier ein Großteil ihres alten GSM-Netz räumen, womit sie einen großen Teil ihrer Kunden vergraulen würden, denn UMTS2100 ist indoor miserabel und gerade die GSM-only Kunden werden nicht gleich auf LTE umsteigen.

Genau wie DVB-T sind also auch die Netzbetreiber in einer Misere. Natürlich sollte meiner Meinung nach TV terrestrisch als Grundversorgung bleiben. Hier in Osthessen gibt es insgesamt 12 Programme. Diese würden auch notfalls in zwei DVB-T2 Multiplexe passen. Wer HD möchte, der sollte aus meiner Sicht sich schon heute für Kabel oder Satellit entscheiden, notfalls meinetwegen auch IPTV. Die große Menge an HD-Sendern wird man auch so nicht ohne jede Dividende, also auf die TV-Kanäle 21 bis 69 quetschen können.

Zitat
CBS
Insofern ist das Anführen verschiedener Frequenzbereiche als Argument der beseren Versorgung nicht undebindgt weiterführend. In Waldgebieten ohne inhousenotwendige Versorgung, da haben die tiefen Frequenzen deutliche Vorteile. In urbanen Gebieten nicht mehr.


Oh doch. Ich stelle im Ausland immer wieder fest, wie toll UMTS900 funktioniert. Da sitze ich im Erdgeschoss und habe noch fast volle Netzanzeige und ordentliche Geschwindigkeit, während ich bei UMTS2100 schon Sichtkontakt zum Sender haben muss, damit die Netzanzeige mal volle Balken zeigt. Und LTE2600-only wäre ein reines Outdoor-Stadt-Netz, hier braucht es Frequenzen unter 1000 MHz.

Zitat
CBS
Außerdem wird mit LTE nun schon das nächste Netz aufgebaut, wiederum von jedem Mobilfunkbetreiber separat, dabei ist noch nicht mal das Vorgängernetz gescheit ausgebaut worden. Selbst GSM ist heute wichtiger denn je, garantiert es doch wenigstens eine Minimalversorgung, aber selbst das nicht überall. Ja, selbst bei diesem Grundnetz gibt es heute noch Lücken, und das sogar in Städten und da wird laufend nach neuen Frequenzen gegiert, obwohl die bisherigen noch lage nicht augeschöpft sind.


Mit GSM gebe ich dir vollkommen recht. So viele Sender können das nicht mehr sein, die letzten Lücken noch zu schließen, zudem ist die Technik heute günstig. Bei UMTS finde ich es gut, wenn der Ausbau stattdessen auf LTE fokussiert wird. Eine Telefongeneration weiter werden die meisten LTE nutzen (ohne es zu merken). Das ist in spätestens zwei Jahren. Solange würde auch ein weiterer UMTS-Ausbau dauern. GSM braucht man als Grundversorung, zudem gibt es viele automatisierte Modems in der Industrie, GSM kann man nicht einfach abschalten. Eher kann man das UMTS mittelfrisitig, aber hier werden nur Frquenzen um 2100 MHz frei.

Zitat
CBS
Ich denke mittlerweile sogar, dass es besser wäre, wenn es einen Sendernetzbetreiber für alle Anbieter gäbe, die sich einmieten müssten. Würde wahrscheinlich gerade im ländlichen Bereich kosten sparen, wenn nicht jeder Anbieter eine eigene Basisstation für ein paar Hansele aufbauen müsste. Aber das sind nur Gedankengänge, die jetzige Struktur bleibt sicher bestehen.


Davon halte ich in Deutschland eher wenig. Damit würde man nur eine Monopolstellung schaffen, die man Wettbewerbsmäßig nicht will. Die Netze unterscheiden sich aktuell schon stark. Hier in der Region bietet die Telekom ordentliche Geschwingkeiten, kostet aber einiges mehr als die anderen Netze. E-Plus ist am günstigsten, bietet aber auch recht wenig. o2 ist im Bereich Internet in Osthessen ein reines Stadtnetz, das innerhalb von größeren Orten gut funktioniert, aber im ländlichen durchgängig nur langsames EDGE bietet. Auch o2 ist günstiger als die Telekom.

In anderen europäischen Ländern werden Zwischenlösungen praktiziert, die ich nicht schlecht finde. So haben sich die 4 schwedischen Netzbetreiber in ländlichen Gebieten zu jeweils 2 Netzbetreibern zusammengeschlossen. Es gibt also noch eine Konkurrenz-Situation, aber der Netzbetrieb kostet außerhalb der Städte einfach nur mal die Hälfte. Der Kunde sieht das gar nicht, das Netz wird einfach mit dem selben Namen wie in der Stadt angezeigt. Nur der Ausländer findet nur das Netz "Schweden 3G".
In Großbritannien setzen in den dünn besiedelten Gebieten in den englischen Nationalparks und Hochmooren, im ländlichen Wales und im Großteil Schottlands die Betreiber auf Mast- und Infrastructur-Sharing. EE (Deutsche Telekom und die französische Orange) teilen sich mit dem chinesischen "3" nicht nur den Mast, sondern auch die Anbindung bis zu den HLRs (also bis zum Backbone-Netz). Sowas wäre hier für Vorpommern, Spreewald, Bayerischer Wald und Eifel evtl. sinnvoll. Leider arbeiten hier die deutsche Telekom, die britische Vodafone, die niederländische KPN (E-Plus) und die spanische Telefónica (o2) nicht so gut zusammen, wie die Betreiber im Norden des Kontinents. Dort sind es bis auf die Chinesen mit "3" ausschließlich skandinavische Konzerne, die schon von der Mentalität her ganz anders an das Problem Netzversorgung herangehen. Zudem sind es die Regierungen der Staaten, die harte Auflagen stellen, was in Deutschland unmöglich wäre. Dafür hält sich der Staat bei den Frequenzauktionen eher zurück und verpflichtet eher die Netzbetreiber, das Geld in die Infrastruktur zu stecken.

von m83 - am 14.07.2013 21:00
LTE wird zur Zeit von einigen Freaks oder Early Adopters anscheinend schon überbewertet. Hatte diese E-Plus Studie Mobilfunkmonitor 2013 gefunden und werde da recht recht gut in meinem Post etwas zuvor mit meiner Sichtweise unterstützt:

www.eplus-gruppe.de/wp-content/uploads/2013/06/e-plus_mobilfunkstudie_2013_final.pdf

Ich glaube, man muss dazu nicht "ach ja Eplus halt" o.ä. sagen, sondern es neutral sehen. GSM und UMTS wären, gerade wenn UMTS richtig ausgebaut würde, für das Mobile Internetvergnügen ausreichend. LTE würde sicherlich stationär einen guten Standard bieten, wo es eben keine schnellen leitungsgebundenen Zugänge gibt. Hierfür sind die bisherigen Frequenzen mehr als ausreichend - in Menge und Reichweite. In absehbarer Zeit benötigt es daher keine 2. Digitale Dividende.

Technologie dahinter erstmal egal:
Zitat

Die Umfrageergebnisse lassen den Schluss zu: Dem Verbraucher geht es in erster Linie nicht um immer neue Hochleistungstechnologien wie LTE. [...] Am Ende zählt das, was beim Nutzer ankommt und gefällt – nicht das, was technisch machbar wäre.


Smartphones sind groß im kommen:
Zitat

47 Prozent der befragten Mobilfunknutzer telefonieren mit den neuen Touchscreen-Geräten oder Blackberrys, 53 Prozent mit der herkömmlichen Technik. [...] Unterschiedliche Erhebungen kommen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass mindestens 63 Prozent aller 2012 verkauften Mobiltelefone Smartphones waren. Ihnen gegenüber stehen maximal 37 Prozent klassischer Handys mit Tasten und eher rudimentären Internetfunktionen.


Herkömmliche Nutzung inkl. SMS weiter am wichtigsten:
Zitat

99,9 Prozent der befragten Smartphone-Besitzer verwenden ihr Gerät für klassische Telefonate, 96 Prozent versenden damit nach wie vor – und allen Online-Messengern wie WhatsApp zum Trotz – Textnachrichten als SMS.


Mobile Datengeschwindigkeit ausreichend, Netzandeckung wichtiger:
Zitat

Die oft intensiv als Verkaufsargument beworbene Datenübertragungs-Geschwindigkeit im Mobilfunk ist aus Sicht der Kunden deutlich weniger relevant als Preis und Netzabdeckung: Lediglich 39 Prozent der Nutzer des mobilen Internets empfinden diesen Punkt als sehr oder äußerst wichtig. Tatsächlich sind 89 Prozent der Nutzer des mobilen Internets ausdrücklich zufrieden mit der verfügbaren Geschwindigkeit.


Bisherige Technik genügt:
Zitat

Die Geschwindigkeit von HSPA+ ist mehr als ausreichend, um die heute üblichen mobilen Datenanwendungen komfortabel zu nutzen. Dies deckt den Bedarf der großen Mehrheit der Kunden, die kein Interesse am Feature-Wettstreit haben. Diese Gruppe legt Wert auf gute Leistung bei Anwendungen, die sie weiterbringen, für sie sinnvoll sind und Spaß machen: von E-Mail über normale Internetseiten, Onlineshopping, Nachrichtenseiten, Suchmaschinen, geografische Kartendienste bis hin zum deutlich datenintensiveren Musik- oder Videostreaming. Geschwindigkeit und Kapazität der heute verfügbaren HSPA+-Netze reichen für diese Dienste problemlos aus. Selbst für sich erst abzeichnende, noch aufwendigere und datenintensivere Anwendungen gibt es ausreichend Puffer: Im Dualmodus („Dual Carrier“) verdoppelt sich die maximale Übertragungsgeschwindigkeit auf 42 MBit/s. Dank dieser Erweiterung wird auch das mobile Streamen von HD-Videoinhalten in Tablet-Größe in Kürze immer alltäglicher werden.


Viele fangen mit der technikdiskussion nichts an:
Zitat

Bei der öffentlichen Diskussion über die Möglichkeiten des mobilen Internets stehen technische Informationen im Vordergrund, beispielsweise Übertragungsstandards. Diese Perspektive deckt sich nur teilweise mit der Lebenswirklichkeit der Mobilfunkkunden: Diese interessieren sich kaum für die im Hintergrund arbeitende Technologie, die für ein gutes mobiles Surferlebnis via Smartphone oder Tablet sorgt.


Auch bei Vodafone und Telekom:
Zitat

Tatsächlich geben 81 Prozent der Nutzer des mobilen Internets an, die verwendete Technologie zur Datenübertragung spiele für sie bei der Tarifwahl keine Rolle. Selbst unter den Kunden von Vodafone und der Deutschen Telekom haben drei Viertel der Befragten kein Interesse für dieses technische Thema, dabei sind beide Anbieter führend mit dem Ausbau ihrer LTE-Netze.


LTE z.Zt. kaum bekannt:
Zitat

53 Prozent der befragten Mobilfunkkunden haben den Ausdruck LTE trotz massiven
Werbedrucks in Fernsehen, Printmedien und Internet noch nicht bewusst wahrgenommen.


Großteil betrachtet es z.Zt. als unnötig:
Zitat

Zwei Drittel der Smartphone-Nutzer sagen ausdrücklich, dass sie LTE für ihre heutige mobile Datennutzung nicht benötigen. Ungewöhnlich: Diese Einschätzung ist über alle Altersgruppen konstant.


UMTS günstiger LTE ähnlich aufrüstbar als neuen Standard komplett auszubauen, LTE Handys auch bei Neukauf kaum verbreitet:
Zitat

Gute Nachrichten gibt es für die Mobilfunkkunden, die in absehbarer Zeit nicht in ein LTE-fähiges Endgerät investieren möchten: Mittlerweile können sie bei allen Netzbetreibern bundesweit ihre Daten über den schnellen HSPA+-Standard im UMTS-Netz empfangen. Dabei sind durch technische Erweiterungen noch höhere Geschwindigkeiten möglich.
Zitat

83 Prozent aller Befragten, die das mobile Internet nutzen, lehnen höhere Preise für mehr Geschwindigkeit kategorisch ab. Die Befragung zeigt zudem, dass LTE in Deutschland selbst in finanzstarke Haushalte mit den üblichen Aufpreisen aktuell nur schwer zu vermarkten ist: Das Ablehnungsniveau von 83 Prozent zieht sich weitgehend konstant durch alle Einkommensklassen. Selbst in kleineren Orten, die oftmals nur eingeschränkt oder nicht ans terrestrische Breitbandnetz angebunden sind, ist die Zahlungsbereitschaft aktuell kaum höher.
Zitat

Ein weiterer hemmender Faktor ist, dass die meisten heute verbreiteten Smartphones noch nicht LTE-fähig sind oder nicht auf den im deutschen LTE-Netz verwendeten Frequenzen senden und empfangen.


Dennoch großes Potential, aber eher im stationären, punktuellen Versorgungsbereich:
Zitat

LTE unterstützt Dienste, die sich in der Entwicklung befinden – beispielsweise hochauflösendes Fernsehen für Großbildschirme über das Funknetz, mobiles Online-Gaming in Echtzeit oder auch 3D-Video-Streaming. LTE wird damit voraussichtlich frühestens ab dem Jahr
2014 eine echte Relevanz für die Kunden entwickeln.


von CBS - am 17.07.2013 07:43
Es gibt News vom Electronic Communications Committee (ECC) der CEPT:

Zitat

ECC reiterates importance of new expert study on UHF frequency band

Copenhagen, 26 June 2013 – As the spectrum community gathers together in Brussels for Forum Europe's European Spectrum Management Conference, the Electronic Communications Committee (ECC), the expert group responsible for harmonising the efficient use of the radio spectrum across Europe, reiterates its intention to set up a major study on the future use of UHF frequencies, with a special focus on 470-694 MHz, to consider the most effective spectrum management framework for its future use.

Mark Thomas, Director of the ECC's central office, said: "There has been much discussion about the future use of UHF frequencies, particularly in relation to 700 MHz, and there is a lot of technical work still to do."

He added: "The ECC believes that this work on the 700 MHz band should also be taken into account when a detailed analysis is carried out for the band below 694 MHz to gain a deeper understanding of the technical background to the various policy options to ensure those involved in this debate are better informed and better prepared for the longer term."

The ECC expects to complete its study of the UHF frequency band within a year. A new Task Group (TG6) has been established to take this work forward. It is led by ECC Vice-Chairman, Jaime Afonso, of the Portuguese spectrum regulator, ANACOM.

The meeting at which this decision was taken took place in Toulouse, France, on 18 - 21 June.

Speaking on the same subject after the ECC meeting in Toulouse last week, Eric Fournier, ECC Chairman, said: "The ECC wishes to look beyond a piecemeal approach (‘salami-slicing’) to the use of this prime range of spectrum, and to consider options for a more joined-up strategy, especially for the longer term and below 694 MHz. A particular challenge for us is that the optimum rate of evolution, as well as the ideal longer term equilibrium, is unlikely to be the same throughout Europe."

You can view the full statement made on 21 June 2013 here [siehe Link unten].

Ends.

Notes to Editors:

1 The band 470-862 MHz is allocated to broadcasting in the International Radio Regulations, and the band 790-862 MHz is also allocated for mobile. The 790-862 MHz range has been harmonised for use by mobile (i.e. for wireless broadband) throughout Europe, although a few CEPT countries will retain other existing services (TV, and an aeronautical navigation system) for several years yet. The frequencies below 790 MHz are mainly used in Europe for broadcasting, with some other uses (e.g. wireless microphones) sharing the spectrum on a secondary basis.

2 The International Telecommunications Union (ITU) decided at WRC-12 that the frequency range 694-790 MHz should also be allocated to mobile services on an equal status to broadcasting. WRC-15 will also consider making further allocations to mobile.

3 The technical differences between broadcasting and bi-directional mobile networks make it impractical for neighbouring countries to have different types of service for a long distance from their mutual border.

4 The ECC brings together 48 countries to develop common policies and regulations in electronic communications for Europe, and to provide a focal point for information on spectrum use. Its primary objective is to harmonise the efficient use of the radio spectrum, satellite orbits and numbering resources across Europe. Please visit our website for more information: www.cept.org/ecc.

5 The ECC is supported by its central office, the European Communications Office (ECO), based in Copenhagen, Denmark: www.cept.org/eco.


[Kursive Hervorhebungen von mir. Für zukünftige Nutzungen durch den Mobilfunk sind nur Frequenzbänder oberhalb von 400 MHz von Interesse. ]

Quelle: http://www.cept.org/ecc/ecc-reiterates-importance-of-new-expert-study-on-uhf-frequency-band

Link: http://www.cept.org/ecc/ecc-announces-long-term-vision-on-uhf-frequency-band

CEPT/ECC Hauptseite: http://www.cept.org/ecc/

von Manfred Z - am 22.07.2013 18:29
Neues vom Electronic Communications Committee der CEPT:

Der ECC Newsletter August 2013 ist ein "UHF Special" zu den neuesten Entwicklungen.

Titel und Einleitung der vier Artikel:

Zitat

The ECC has today published a special edition of its Newsletter which focuses on the package of measures it is taking to provide a co-ordinated strategy and long-term vision for the UHF band.

Scrambling for the sweet spot in UHF

Where is the 'sweet spot' in the radio spectrum? For many applications, it is the frequency range from about 380 to 1000 MHz (part of the UHF range). This offers an excellent compromise between the useful range of the signals, better building penetration, and the antenna size on mobile devices.

This popularity is reflected in a number of ways, most visibly in the prices fetched when spectrum is auctioned in this range. But you also see it in other ways, such as the number of spectrum news articles written about it, and the number of people who travel to meetings on the topic in the ECC family. Although the ECC’s technical expertise is perhaps its more unique characteristic, it is still the politics of spectrum allocation which brings the largest numbers onto the delegate lists. [...]

The 700 MHz Band: battleground or ‘fait accompli’?

The most important reason for the ECC to look at 700 MHz now (694 – 790 MHz) is the rising demand for mobile broadband services. This is not the only claim on the frequencies; notably there is the widespread existing use for terrestrial TV, using the GE06 digital TV plan which is a commitment by all countries in Europe, the Middle East and Africa. There are other services too, including the aeronautical radio navigation system in parts of eastern Europe (beyond the EU). There are some major differences in the national situations - current and envisaged - across Europe, especially with respect to broadcasting. So an identical pan-European approach based around just one service per frequency range may well be too simple and too inflexible. However, the large technical incompatibility between terrestrial broadcasting and mobile services across national borders, especially uplink mobile traffic, makes it essential to have a management framework and coordination of approach in place at the European level. [...]

UHF Band Study: not just 'salami'

The ECC's work on 700 MHz is closely structured around the allocation decision made at WRC-12. The working assumption of a lower limit at 694 MHz is a quasi-arbitrary compromise brokered at WRC-12. That alone is an important and pragmatic constraint, but it may or may not be optimum in terms of the European harmonisation plan for broadcasting and mobile in this band, either in the short or particularly in the longer term. In Europe we are keen to take the whole of the band into account. Already the decisions and implementations on 800 MHz are constraining the efficiency of the solutions considered at 700 MHz, and the phrase ‘salami-slicing’ is sometimes heard in describing this approach. [...]

Public Protection and Disaster Relief:
emergency communications live from the scene


In our October 2011 Newsletter we gave some background to our work to establish a way forward for broadband radio capacity for Public Protection and Disaster Relief (PPDR) services. This is particularly to bring high-quality video from large events and especially the scenes of major accidents. The existing robust and successful networks based on the TETRA technology in the 400 MHz band do not have the bandwidth to support this new and valuable requirement. [...]


Weiterlesen: http://apps.ero.dk/eccnews/aug-2013/index.html

Der Newsletter kann auch als PDF (gezippt) abgerufen werden.

von Manfred Z - am 24.08.2013 08:50
Pressemitteilung der LFK BaWü:

Workshop gibt Entwarnung: Keine Digitale Dividende 2 vor 2020 nötig

Zitat

Ohne Hast zur Digitalen Dividende 2
Beteiligte wollen frühzeitig tragfähige Gesamtlösung erarbeiten

Berlin, Stuttgart, 05.09.2013. Ab dem Jahr 2020 wird der Bedarf an schnellem Funkinternet so wachsen, dass weitere Rundfunkfrequenzen für LTE oder Nachfolgetechnologien genutzt werden müssen (digitale Dividende 2). Da die aktuellen Frequenzen für das mobile Internet noch einige Jahre ausreichen, ist aber keine Eile geboten und damit genügend Zeit, um eine austarierte Gesamkonzeption zu entwerfen, in die alle Beteiligten eingebunden werden können. Am Ende soll eine pragmatische Lösung stehen, die sich am Bedarf der einzelnen Player orientiert. Das ist das Ergebnis eines Workshops der Akademie ländlicher Raum in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und der Clearingstelle neue Medien im ländlichen Raum Baden-Württemberg in Berlin, an der unter anderem Vertreter des Bundes, der Länder und Kommunen, der Mobilfunkbetreiber und Rundfunkveranstalter, aber auch Mikrofonhersteller und Kabelnetzbetreiber teilgenommen haben.

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Bewegtbildinhalte werden über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet PCs abgerufen. Neben WLAN wírd zunehmend Funkinternet mit ständigen wachsender Kapazität genutzt, so Harald Geywitz, Leiter Government Relations von EPlus. Abgehängt von schnellen Bandbreiten ist aber nach wie vor der ländliche Raum in Deutschland, wie Dr. Klaus Ritgen vom Deutschen Landkreistag beklagte. 120.00 Haushalte in Deutschland verfügten nicht einmal über einen Anschluss von 1 MBit, nur etwa 26 Prozent der Haushalte im ländlichen Raum könnten auf mindestens 50 MBit zugreifen (54 Prozent in Deutschland). Vor diesem Hintergrund sieht der Landkreistag gerade im Funkinternet eine wichtige Technologie für breitbandiges Internet. „Bereits 50 Prozent der ländlichen Regionen sind mit LTE versorgt“, so Ritgen.

Mobile Technik kann den Glasfaserausbau allerdings nicht ersetzen, darauf wies der technische Leiter der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), Walter Berner, hin. Modellprojekte und Untersuchungen in Baden-Württemberg hätten gezeigt, dass die Funkzellen zu groß seien und zu viele Nutzer darin, so dass höhere Bandbreiten, die gerade für freie Berufe oder den Mittelstand nötig seien, über LTE nicht verfügbar sind. „Die letzten Lücken im ländlichen Raum müssen die Satellitenbetreiber mit ihren Internetangeboten schließen und nicht die Mobilfunkanbieter.“ Eine Einschätzung, die auch von E-Plus getragen wird; hier sieht man LTE primär für mobile Geräte statt als Ersatz für stationäres Breitband.

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Konsums mobilen Contents kann sich Heiko Zysk, Vice President Governmental Relations bei ProSiebenSat.1, eine intensivere Zusammenarbeit mit den Mobilfunkanbietern vorstellen, um etwa über intelligente Bezahlmodelle auch Programminhalte über LTE anzubieten. Allerdings prognostizierte er kein schnelles Ende von DVB-T, da für die Sendergruppe die Verträge noch bis 2018 laufen. „Die müssen erfüllt werden, da können die Frequenzen vorher nicht einfach neu verteilt werden“. Dazu machte er deutlich, dass Fernsehen auch ein Kulturgut und durch die Rundfunkfreiheit geschützt sei und damit bei der Frequenzverteilung nicht nur ökonomische Interessen des Mobilfunks zum Zuge kommen dürften.

Mit ganz anderen Problemen haben Mikrofonhersteller und auch Kabelnetzbetreiber durch das Funkinternet zu kämpfen. Nobert Hilbich, Vertretet von Sennheiser warnte vor den Auswirkungen einer erneuten Abschmelzung des Frequenzspektrums für Kultur- und Sportveranstaltungen, auf denen dann nur noch eingeschränkt Funkmikros genutzt werden könnten. „Olympische Spiele mit 18.000 drahtlosen Mikros sind dann nicht mehr möglich“. Bereits heute sei es schwierig, gerade bei Großevents genügend freie Frequenzen zu finden. Er forderte für die Zukunft ein gesichertes Frequenzspektrum für Drahltlos-Mikrofone. Und auch die Störungen des Kabelfernsehempfangs durch das Funkinternet sind nach Ansicht von Kabelverbands-Chef Heinz-Peter Labonte (FRK) noch nicht abschließend aufbereitet. Auch hier müssten pragmatische Lösungen gefunden werden, gerade auch bei der Störungsbeseitigung.

Dass man aus den Erfahrungen der Digitalen Dividende 1 gelernt hat, darauf verwies Reiner Wegner vom Bundeswirtschaftsministerium. „Wir sprechen mit allen Beteiligten frühzeitig und ohne Eile.“ Klar sei, dass man gerade bei den Ausbau-Vorgaben im ländlichen Raum gemeinsam mit den Ländern konkretere Ziele für die Mobilfunkanbieter erarbeiten werde. Und auch bei den möglichen Versteigerungserlösen sollen diesmal die Länder angemessen beteiligt werden, so Wegner.


von Manfred Z - am 05.09.2013 11:00
Hier ist die vollständige Presseinformation zu der Veranstaltung auf der Medienwoche der IFA am 11.9. in Berlin auf der Website der GFU:

Zitat

medienpolitik@IFA: Terrestrik Reloaded – Szenarien für die Zukunft des Antennenfernsehens

– Dank Sendestandard DVB-T2 könnten in Deutschland künftig auch HDTV-Programme über den terrestrischen Rundfunk empfangen werden
– Über Zeitplanung, Verteilung der Frequenzen und andere Details gibt es indes noch Kont-roversen zwischen Rundfunk und Politik


Damit die terrestrische Ausstrahlung von Fernsehsignalen auch in Zukunft attraktiv bleibt, planen die Fernsehsender die Einführung des leistungsfähigeren Sendestandards DVB-T2. Er ermöglicht zum Beispiel die Ausstrahlung von HDTV-Programmen. Doch die Einführung von DVB-T2 setzt einen breiten Konsens der Programmanbieter voraus – sowie Entwicklungsgarantien von Seiten der Netzpolitik. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde „Terrestrik Reloaded“ auf der Veranstaltung medienpolitik@IFA diskutierten unter der Moderation von Carine Chardon, Leiterin Medienpolitik im ZVEI, Optionen für die weitere Entwicklung von DVB-T in Deutschland.

Einig waren sich die Experten darüber, dass die terrestrische Rundfunkverbreitung von Bewegtbild-Inhalten auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Über die genauen Modalitäten und Details wurde dagegen kontrovers debattiert.

In einem Einführungsvortrag schilderte Prof. Dr.-Ing. Thomas Kürner vom Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig mögliche Szenarien für die Entwicklung der Terrestrik in Deutschland. Das Institut führte im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie eine Studie zum künftigen Frequenzbedarf im Frequenzband 470 bis 790 MHz durch. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist das UHF-Band für eine Reihe an Marktteilnehmern äußerst attraktiv. Neben dem Rundfunk haben auch Mobilfunk, Drahtlos-Produktionsmittel und der Behördenfunk ein Interesse an der Nutzung dieser Frequenzen. In beiden von Professor Kürner skizzierten Szenarien für die künftige Nutzung der Terrestrik spielt der Standard DVB-T2 eine zentrale Rolle.

Expertenrunde debattiert kontrovers, die Rundfunk-Anbieter sind jedoch optimistisch für die Zukunft des terrestrischen Fernsehens in Deutschland

In der anschließenden Expertendiskussion machte Holger Meinzer, Senior Vice President Business Unit TV des Rundfunk-Netzbetreibers Media Broadcast GmbH, deutlich, dass von Kundenseite nach wie vor ein hoher Bedarf an digital-terrestrischem Rundfunk besteht. Laut dem neuesten Digitalisierungsbericht der Medienanstalten nutzen bundesweit über vier Millionen (11 Prozent) und in den DVB-T-Kernregionen konstant über 20 Prozent der TV-Haushalte diesen Übertragungsweg.

Dr. Michael Rombach, Produktionsdirektor beim NDR und Vertreter der ARD-Technik-Kommission, verwies auf strategische Bedeutung der Terrestrik vor dem Hintergrund des Grundversorgungs-Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie die Bedeutung der zunehmend mobilen Mediennutzung.

Dr. Michael Müller, Senior Vice President Distribution bei der ProSiebenSat.1 Media AG, betonte die Bereitschaft seines Hauses, Programmangebote, vor allem in HDTV, über DVB-T2 auszustrahlen. Er verwies aber auf die für ein tragfähiges Geschäftsmodell der kommerziellen Anbieter erforderliche Adressierbarkeit. Auf dem österreichischen Markt strahlt sein Haus seit April 2013 die beiden Programme Sat.1 und Pro Sieben in HDTV über die DVB-T2 Plattform simpliTV aus.

Andreas Kunigk von der österreichischen Regulierungsbehörde RTR unterstrich, dass sich Österreich zum terrestrischen Rundfunk bekennt und eine weitere digitale Dividende ausschließt, um die Weiterentwicklung der Infrastruktur zu ermöglichen. Eine solche Dividende wird in Deutschland gerade heftig diskutiert.

Dr. Iris Henseler-Unger, Vize-Präsidentin der Bundesnetzagentur, verteidigte das Vorgehen ihrer Behörde, die gegenwärtig im Rahmen der Neuausschreibung von GSM-Mobilfunk-frequenzen die Vergabe einer „digitale Dividende II“ im 700 MHz Band vorantreibt. Den Hintergrund dieses Vorgehens bilden die Bandbreitenstrategie der Bundesregierung und die im vergangenen Jahr von der Weltfunk-Konferenz beschlossene Möglichkeit der ko-primären Nutzung der Frequenzen ab 2015.

Der Rundfunk lehnt eine Umwidmung der Funkfrequenzen, bevor der Umstieg auf den DVB-T Nachfolgestandard abgeschlossen ist, vehement ab, da in der Umstiegsphase zunächst ein erhöhter Frequenzbedarf erwartet wird. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Differenzen vor allem bei den Modalitäten einer Umverteilung liegen. Insbesondere über die Zeitachse der Dividende herrscht Uneinigkeit. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rundfunk-Gemeinde gegenwärtig noch kein konkretes Einführungs- und Umstiegs-Szenario zu bieten hat.

Deutlich wurde in der Debatte auf der medienwoche@IFA, dass alle Beteiligten sich mittelfristig eine konvergente Lösung aus terrestrischem Rundfunk und Mobilfunk vorstellen können. Bei dem von der TU Braunschweig entwickelten neuartigen Ansatz „Tower Overlay über LTE“ würden in einem Teil der Frequenzen DVB-T2 und der Mobilfunkstandard LTE koexistieren. Dies erfordert allerdings, neben der Entwicklung von internationalen Standards und kompatibler Endgeräte, auch aufwendige Umstellungen auf Senderseite. Der Zeithorizont bis zu einer möglichen Einführung dieses neuen Systems liegt also zeitlich noch in der Ferne.


„Tower Overlay über LTE“ bezeichnet ein System, bei dem LTE-Signale mit linearem Fernsehen nicht vom Mobilfunkmast kommen, sondern von größeren Senderstandorten, Motto "High Tower - High Power". Die LTE-Steuersignale können durch die Nutzung von sogenannten "Future Frames" bei DVB-T2 hinzugefügt werden, sodass keine separaten Sender benötigt werden. Falls dies verwirklicht wird, müssen zukünftige LTE-Geräte das gesamte UHF-Band empfangen können und im Broadcast- bzw. Multicast-Modus arbeiten können. Nur wenn das High-Tower-Signal nicht empfangbar ist, muss der Datenstrom des Fernsehsignals auf die LTE-One-to-one-Verbindung umgeschaltet werden.

Es ist klar, das private Programme dann verschlüsselt werden, damit sie kostenpflichtig und auch über DVB-T2 adressierbar sind.

von Manfred Z - am 12.09.2013 07:14
Es scheint, dass dieser Aus-Thread noch lange nicht vor dem Aus steht.

Nach einem Interview in der September-Ausgabe von promedia mit Dr. Iris Henseler-Unger, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, steht DVB-T/T2 zumindest partiell vor dem Aus, auch wenn die Überschrift was ganz anderes suggeriert:

„Die Bundesnetzagentur stellt DVB-T oder DVB-T2 nicht in Frage“
Weitere Frequenzen für Mobilfunk, ohne den Rundfunk zu behindern


Die EU-Kommission, das Bundeswirtschaftsministerium und auch die Bundesnetzagentur wollen weitere Rundfunkfrequenzen für die mobile Kommunikation nutzen. Dazu hat die Bundesnetzagentur einen Konsultationsentwurf und ein Strategiepapier veröffentlicht, mit dem „Impulse für einen transparenten Diskurs zur Bereitstellung von Frequenzen für den Breitbandausbau in Deutschland zur Unterstützung der Ziele der Breitbandstrategie gesetzt werden. Bis zum Jahr 2018 soll die flächendeckende Versorgung der Verbraucher mit mindestens 50 Mbit/s erreicht werden. Die Initiative der Bundesnetzagentur ist nicht unumstritten. Vor allem die klassischen Rundfunkanbieter fürchten um terrestrische Frequenzen, die gegenwärtig für DVB-T genutzt werden.

Online ist das Interview hier nachzulesen:

http://www.medienpolitik.net/2013/09/rundfunkdie-bundesnetzagentur-stellt-dvb-t-oder-dvb-t2-nicht-in-frage/

Einige Aussagen von Frau Henseler-Unger:

"Wir haben in Deutschland die Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende, die nun für den Aufbau von LTE-Mobilfunknetzen genutzt werden, vor sämtlichen anderen Ländern Europas versteigert."

Dieser Erfolg muss unbedingt wiederholt werden. Denn Deutschland ist die Speerspitze des technischen Fortschritts im Mobilfunk.

"Mit unserem Vorschlag, weitere Frequenzen schnellstmöglich für mobiles Breitband bereitzustellen, wollen wir zur Beschleunigung des Ausbaus funkgestützter Breitbandnetze beitragen. Unser Vorschlag zeigt, was machbar ist, wenn alle Beteiligten gemeinsam einem ambitionierten Zeitplan folgen. Insbesondere die Frequenzen im Bereich 700 MHz verfügen über gute Ausbreitungsbedingungen zur kosteneffizienten Versorgung ländlicher Gebiete. Sie können daher einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Breitbandstrategie leisten, bis 2018 Verbrauchern auch in dünn besiedelten Gebieten einen Zugang zum schnellen Internet mit 50 Mbit/s zu ermöglichen."

Etwas konkreter:

"Auf der Weltfunkkonferenz 2012 wurde beschlossen, den Bereich 700 MHz unmittelbar nach der nächsten Konferenz im Jahr 2015 neben dem Rundfunk gleichrangig dem Mobilfunkdienst zuzuweisen. Damit stünden weitere Frequenzen für den Breitbandausbau zur Verfügung, sofern es Änderungen der Frequenzordnung im Einvernehmen von Bund und Länder hierüber gibt. Es ist möglich, die bestehenden Rundfunknutzungen rechtzeitig in den Frequenzbereich unterhalb 700 MHz zu verlagern."

Da die Weltfunkkonferenz 2015 (WRC-15) im November stattfindet, kann die Zuweisung der Frequenzen an den Mobilfunk nicht vor 2016 erfolgen. Wirksam werden könnte es dann frühestens 2017, also zeitgleich mit dem Beginn des Wechsels von DVB-T auf DVB-T2,

Die von Bertelsmann und RTL haben das alles so kommen sehen; wahrscheinlich haben sie längst die Pläne für den Ausbau kostenpflichtiger Mobilfunkmedien in der Schublade.

Da die Terrestrik in Deutschland dank RTL und Co im Vergleich zu anderen Ländern weit unter Durchschnitt genutzt wird, werden die Länder dem Ansinnen des Bundes zustimmen müssen. Pokern können sie nur mit Hilfe der Frage nach Entschädigung für die bisherigen Nutzer des 700-MHz-Bandes.

von Manfred Z - am 19.09.2013 16:51
Von den Medientagen München 2013, Thema "Medien- und Netzpolitik":

http://www.medientage.de/programm.php?themen=1&tag=&schiene=Medien-%20und%20Netzpolitik

Panel 2.2 am 17.10.
"Smart Broadcasting - Smart Networks.
Die Zukunft der Mediendistribution"
veranstaltet von MEDIA BROADCAST

Einleitung im Programm der Medientage:

"Die Mediendistribution wird smart: Smartphones, Smart-TV… Aber was ist mit den Netzen? Sind sie smart genug, um die Anforderungen zu erfüllen, die künftig an sie gestellt werden? Haben wir kluge Lösungen aus technischer, wirtschaftlicher und politisch-regulatorischer Sicht, die verschiedenen Arten von Datenverkehr - von Telefonie bis zur linearen TV-Verbreitung - über die jeweils adäquaten Netze zu leiten? Diese Fragen stellen sich mit Blick auf verschiedene Entwicklungen im Infrastrukturbereich. Dahinter steht nicht zuletzt die Frage nach dem Wert der Rundfunkterrestrik und deren Rolle im Technologiemix der Zukunft. Welche hybriden Broadcast-Broadband-Lösungen möglich und welche Konvergenzmodelle im Sinne einer nachhaltigen Infrastrukturentwicklung zielführend sind, soll die Veranstaltung erörtern."

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Panel 2.5 am 18.10.
"Vorfahrt für Rundfunkinhalte in terrestrischen Netzen der Zukunft?
Anforderungen an Medien- und Telekommunikationsrecht"
veranstaltet vom Institut für Europäisches Medienrecht (EMR)

Einleitung im Programm der Medientage:

"Die Vorhersagen zur Nutzung mobiler Netze und Engeräte gehen für die kommenden Jahre von einem weiterhin stark zunehmenden Datenverkehr aus, wobei der Löwenanteil der Steigerung dem Abruf audiovisueller Inhalte über unterschiedliche Plattformen zugeschrieben wird. Es erscheint zweifelhaft, ob die dafür benötigten Kapazitäten und Bandbreiten allein durch terrestrische Netze für Mobilfunkdienste bereitgestellt werden können, selbst wenn diese durch Implementierung neuer Standards leistungsfähiger werden.

Die (momentan) Nutzungsberechtigten von Mobilfunknetzen einerseits und Rundfunknetzen andererseits haben jeweils damit begonnen, Lösungsansätze zu entwickeln, wie der beschriebene Bandbreitenbedarf durch Kooperation bereitgestellt werden kann. Dabei wären vor allem die Ausbreitungsbedingungen von geeigneten Frequenzspektren in den Blick zu nehmen.

Medienpolitisch betrachtet wäre ein alternatives Szenario mindestens ebenso spannend, bei dem bisher für Rundfunkdienste genutztes Spektrum grundsätzlich anderen Zwecken gewidmet würde und sich der stationäre Empfang von Rundfunkinhalten auf drahtgebundene Verbreitungswege und den Satellit beschränkt. Wie ließe sich dann sicherstellen, dass der Zuschauer mit seinem mobilen Empfangsgerät (z.B. Smart Device) auch dann Zugang zu (einer Grundversorgung mit) linearen Diensten erhält? Könnte es für einen solchen Fall notwendig werden, ein mit der Telekommunikationspolitik (insbesondere der Frequenzverwaltung) abgestimmtes Regulierungskonzept zu erarbeiten? Welche Anforderungen wären zu stellen, welche legislativen Anpassungen könnten erforderlich werden?"

Eine Zusammenfassung der Keynote von Dr. Norbert Holzer, RA, Direktor des EMR gibt es hier:

http://www.medienpolitik.net/2013/10/medienpolitikvorfahrt-fur-rundfunkinhalte-in-terrestrischen-netzen-der-zukunft/

Zusammenfassung des Panels: http://www.medientage.de/media/download/presse/2013_2_5.pdf

Audiofile in der Mediathek: http://www.medientage.de/db_media/mediathek/audio/13_audio_2013_1382093313.mp3

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Zum Thema gab es auch eine Gipfelveranstaltung:

Panel 1.1 am 16.10.
"Infrastrukturgipfel: Mobile Media 2020
Frequenzpolitik im Fadenkreuz"

PM: http://www.medientage.de/db_media/mediathek/text/13_text_2013_1382006699.pdf

Ein Video des Infrastrukturgipfels und einiger anderer Veranstaltungen gibt es in der Mediathek der Medientage und auch hier:

http://www.medienpolitik.net/2013/10/medienpolitikpublisher-gipfel-und-weitere-videos-der-medientage-munchen-2013/

von Manfred Z - am 19.10.2013 00:30
Ist das wirklich Prof. Reimers' Präsentation oder tritt hier jemand unter falschem Namen auf? Falls er es wirklich ist hat er entweder Narrenfreiheit, keine Experten um sich herum oder die Mobilfunkbranche lässt etwas fließen...

Auszüge:
Bei DVB-T2 gälte:
Zitat

The net data rate is sufficient for 7 to 8 SDTV+ programs per channel.

Also in Frankreich bekommt man mit simplen DVB-T und MPEG2 seit Jahren 6 Programme in sehr guter SD-Qualität auf den Schirm!
Zitat

The net data rate is sufficient for 3 to 4 HDTV programs

Schon heute schafft Frankreich mit DVB-T und MPEG4 3 Programme in HD-Qualität!
Zitat

In January 2013, RTL anounced that they will stop broadcasting DVB-T. RTL is the most important commercial broadcaster

Wer hat RTL den Preis als wichtigsten Komerzsender verliehen??
Zitat

Other commercial broadcasters will decide by the end of March and may follow RTL

Schwarzmalerei? Es ging ganz anders aus! Aber der miese Eindruck bleibt!
Zitat

The DVB-T audience even in the metropolitan areas will only receive public broadcast
programs ( ? RTL will stop on 31 July 2013 in Munich, on 31 Dec. 2014 in other regions)

Schon wieder scheint RTL das Maß aller Dinge zu sein! So langsam meldet sich das Abendessen wieder...
Zitat

The [--- cut, nur bullshit ---] viable?“

Weiteres abstruses an den Ohren herbeigezogenes Gelabere...
...
...
Zitat

But before we start talking about obligations: Will there be an interest in the future to watch Live TV on Tablet PCs and other portable devices outside your own appartment? Remember: DVB-T will no longer be there

Nach weiteren Seiten belanglosem gequatsche ist DVB-T schon längst abgeschrieben...
Zitat

LTE is being rolled out as we speak. It is a wonderful system

Warum fällt mir hier gerade Uschi Blums Sklavin der Liebe ein. It is just wonderful...berühr mich...
Zitat

In Germany, the regulator wants everyone to be connected at 50 Mbit/s. Can LTE help?

Es wird interessanter, 50Mbit/s für jeden... LTE... Trommelwirbel:
Zitat

My colleagues in our department „Mobile Radio Systems“ simulated a complete LTE network...

Aha! Kollegen seines Departments... wir kommen seinen Gründen für diese Präsentation näher.
Zitat

Here we assume a more realistic intersite distance of 2500 m. We also assume that users will operate an antenna with 10 dB gain. Using 140 MHz of spectrum, 20 users per km2 can expect 7,5 Mbit/s on 50 % of the locations

Immerhin wird klar, es geht nicht... aber wir sind ja noch nicht am Ende.
Zitat

my team not only works on Dynamic Broadcasting but also on a Tower Overlay over LTE-A - in which DVB-T2 as an LTE-carrier plays an important role

Also Forschung in verschiedene Bereiche...
Zitat

For Germany, we developed a number of band plans (with and without DVB-T2). This a band plan for the whole UHF band including some room for a Tower Overlay (size to be defined later) – but no more spectrum for classical terrestrial TV

Die aber auch nicht wirklich klappen will. Man modelt das ganze UHF Band um, selbst wenn kein Spektrum für klassisches TV übrig bleibt, irgendwie wird es zu eng...
Zitat

Classical terrestrial broadcast plays an important role in many countries – but no longer everywhere

Das ist also die Schlussfolgerung.
Zitat

there is no technology which has proven that it can do the job

Immerhin wird das erkannt, aber
Zitat

We offer a Tower Overlay over LTE-A as one possible solution

es scheint, als sei man insbesondere hinter Forschungsgeldern her!

Sorry, so viele Annahmen, so viele krude Schlussfolgerungen, ein System anpreisen, dass kein Ersatz sein kann... :wall:

von CBS - am 20.10.2013 16:49
Es gibt Kontra. Pressemitteilung vom 21.10.2013:

die medienanstalten-PM 09/2013; Gremienvorsitzende des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks:
Chancen der Terrestrik für die mobile Mediengesellschaft nutzen


In einer gemeinsamen Sitzung am 17. Oktober 2013 haben sich die Gremienvorsitzenden der ARD und der Landesmedienanstalten zur Bedeutung und Zukunft des terrestrischen Verbreitungswegs für den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk ausgetauscht.

Die Vertreter der Gesellschaft sind überzeugt, dass die Terrestrik nicht nur eine bedeutende zukunftsfähige und kostengünstige Technologie darstellt, sondern ein wichtiger Baustein ist, um die Anforderungen einer Mediengesellschaft zu erfüllen, die attraktive mobile und hybride Angebote erwartet.

Die Vorsitzenden der Rundfunk- und Verwaltungsräte der ARD sowie die Vorsitzenden der Beschlussgremien der Landesmedienanstalten plädieren daher dafür:

• den Ausbau des terrestrischen Verbreitungsweges nicht durch vorschnelle Frequenzentscheidungen zu erschweren,

• das Potential der Terrestrik für die Bedürfnisse der mobilen Mediengesellschaft auszuschöpfen,

• kombinierte Netze aus Rundfunk- und Telekommunikation zu entwickeln.

Die Gremienvorsitzenden betonen,

• dass der terrestrische Verbreitungsweg weiterhin notwendig ist, um den Versorgungsauftrag des öffentlichen Rundfunks und das Versorgungsinteresse des privaten Rundfunks flächendeckend wahrnehmen zu können,

• dass die frei empfangbare Terrestrik auch für die Sicherstellung der Information im Katastrophenfall äußerst wichtig ist,

• dass die Terrestrik den direktesten Weg zwischen Rundfunk und Nutzer bietet, ohne Gatekeeper und unabhängig von Geschäftsmodellen Dritter,

• dass die effiziente Technologie DVBT-2 neue Chancen eröffnet, um Fernsehen, Hörfunk, Internet und Telefonie in intelligenten hybriden Geräten zusammenzubringen.

Der ARD-GVK-Vorsitzende Uwe Grund erläutert: „Fernseh- und Hörfunkinhalte werden auch in der Zukunft genutzt werden, aber sie müssen dem Nutzer entgegenkommen. Gerade die Jüngeren wollen nicht an den alten Fernseher gebunden sein, sondern das, was sie sehen wollen, jederzeit und überall parat haben. Gerade DVBT-2 kann hier noch einiges bieten.“

Der GVK-Vorsitzende der Medienanstalten Winfried Engel ergänzt: „Aus unserer Sicht gibt es keinen zeitlichen Druck, jetzt in die Versteigerung einzusteigen, zumal selbst der Mobilfunk derzeit keinen Bedarf sieht. Auch wird z.B. durch ein Gutachten der TU Braunschweig bezweifelt, ob eine Vergabe des 700 MHz-Bandes an den Mobilfunk überhaupt zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung geeignet ist.“

Die Gremienspitzen appellieren daher an die Bundesnetzagentur, die frequenztechnischen Fragen einer weiteren digitalen Dividende erst dann anzugehen, wenn die derzeit in Arbeitsgruppen des Bundes und der Länder diskutierten technischen und ökonomischen Fragen hybrider Übertragungstechniken und Endgeräte gelöst sind.

Zum Hintergrund:

In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehntes benötigt das Fernsehen den Umstieg von DVB-T zu DVB-T2. Nach einer erfolgreichen Migration kann, europäisch harmonisiert, ab 2020 über die Abgabe des vom Rundfunk genutzten 700 MHz Frequenzbereichs entschieden werden. Eine langfristige Fortentwicklung der bisherigen Rundfunk‐ und Mobilfunktechnik, auch in Bezug auf die Versorgung mit lokalen und regionalen Medieninhalten, wird einen einheitlichen Übertragungsstandard ergeben, der sowohl lineare als auch nichtlineare Medieninhalte effizient und ökonomisch übertragen kann. Deutschland kann in diesem Bereich eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

Auch der Hörfunk benötigt hybride Anwendungsformen. Die analoge und digitale terrestrische Verbreitung von Radio wird absehbar auf lange Zeit nebeneinander mit unterschiedlichen Angebotsformen und in Koexistenz mit reinen Webradioangeboten bestehen. Erforderlich sind zukünftig Radiogeräte, die alle unterschiedlichen Signale empfangen und verarbeiten können.

Hörfunk, Fernsehen und rundfunkähnliche Telemedien brauchen Verbreitungswege, die auch lokale und regionale Kommunikationsräume berücksichtigen. Die Übertragungstechnik muss für unterschiedliche Angebotsformen und Formate skalierbar sein – so werden beispielsweise im lokalen und regionalen Bereich allenfalls langfristig HD-Angebote des Fernsehens verfügbar sein, die auf anderen Ebenen frühzeitig nachgefragt werden. Für Rundfunk und rundfunkähnliche Telemedien muss die Chance bestehen, dass sie außerhalb von Geschäftsmodellen des Mobilfunks – also auch ohne Sim-Karte in Smartphones und Tablets – den Endkunden erreichen. Zur Refinanzierung sind, etwa im privaten Rundfunk, gemeinsame Geschäftsmodelle mit Mobilfunkanbietern technisch offen zu halten.

[Ende der Mitteilung]

von Manfred Z - am 22.10.2013 16:30
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mobiles-Breitband-Telcos-beanspruchen-auch-DVB-T2-Frequenzen-2040906.html

heise online > News > 2013 > KW 45 > Mobiles Breitband: Telcos beanspruchen auch DVB-T2-Frequenzen

06.11.2013 13:04

Mobiles Breitband: Telcos beanspruchen auch DVB-T2-Frequenzen

Zwischen der Telekommunikationsbranche und den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ist ein Streit um die Nutzung des 700-MHz-Funkbands offen entbrannt. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations-
und Mehrwertdiensten (VATM), zu dem die Mobilfunknetzbetreiber E-Plus, Vodafone und Telefónica gehören, sowie Netzwerkausrüster plädieren dafür, das begehrte Funkspektrum nach dem benachbarten 800-MHz-Band auch noch möglichst rasch als Zweite digitale Dividende dem mobilen Internet zuzuschlagen, um so Lücken in der Breitbandversorgung zu schließen. ARD und ZDF wollen in diesem Bereich hingegen zunächst von 2017 an DVB-T2 zum Laufen bringen, die Nachfolgetechnik des terrestrischen Überall-Fernsehens.

Die Diskussion über die Nutzung des Spektrums müsse "unter Effizienzgesichtspunkten ehrlicher geführt werden", forderte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am Dienstag auf einer Konferenz der Deutschen Breitbandinitiative in Berlin. Die Nutzungsrate von DVB-T liegt nach seinen Worten derzeit bei extrem hohen Betriebskosten in einem niedrigen Bereich. Parallel kristallisiert sich laut Grützner der 700-MHz-Bereich weltweit als "das Breitband-Band" heraus. Er appellierte daher an die EU-Kommission, möglichst rasch den Startschuss für eine Umwidmung der derzeit noch von Fernsehsendern in Anspruch genommenen Frequenzen zu geben und die "Abwehrhaltung" der Rundfunkanstalten zu brechen.

Übernahme

Als Begründung zieht die Telco-Branche unter anderem heran, dass Frankreich schon von 2015 an das 700-MHz-Band dem Mobilfunk zuordnen will. Ulrich Dropmann von Nokia Solutions and Networks (NSN) meint, dass in dem Spektrumsbereich weltweit ein "ähnliches Potenzial wie bei GSM" steckt. Die neue Funktechnik könne dort an den gleichen Standorten wie den bisherigen LTE-Masten installiert werden, sodass man damit auch in Randgebieten der Zellen auf Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 MBit/s käme. Die Umstellung sei spätestens 2017 nötig, um die Breitbandziele der Bundesregierung mit einer flächendeckenden Verbreitung von 50 MBit/s bis 2018 zu erreichen.

Die erste digitale Dividende im 800-MHz-Band sei eine Erfolgsgeschichte hierzulande, betonte Walter Haas vom chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Das nun zur Disposition stehende Spektrum ist durchaus ähnlich charakterisiert, aber es erreicht wegen niedrigerer Frequenzen noch größere Reichweiten. Haas führt deshalb an, dass darum auch weniger Basisstationen nötig seien. Das würde die Kosten für den Breitbandausbau drücken.

Einig im Widerstreit: Ulrich Dropmann (NSN), Walter Haas (Huawei), Jürgen Grützner (VATM), Andreas Geiss (EU-Kommission) und Helwin Lesch (BR)

Helwin Lesch vom Bayerischen Rundfunk hielt dem entgegen, dass aus der ersten Dividende "nicht alle so glücklich herausgegangen sind" und verwies auf die Betreiber drahtloser Mikrofonsysteme. Diese müssen nun erhebliche Störungen durch LTE hinnehmen und unverschuldet in neue Technik investieren. Man wolle zwar keinen Entwicklungen im Wege stehen, halte einen Schnellschuss im umkämpften Funkbereich aber
für falsch. Lesch plädiert dafür, in diesem Bereich die kleinteiligen Mobilfunk- mit den großmaschigen Rundfunknetzen intelligent zusammenzubringen.

Intelligente Teilung

Ein künftiges Netz, das die Vorteile aus beiden Systemen miteinander verbindet, haben die Öffentlich-Rechtlichen bereits mit Ausrüstern simuliert. Lesch rechnet damit, dass die dafür nötigen Standardisierungsarbeiten bis spätestens 2025 über die Bühne gehen. Bis dahin erscheint die Funktechnik DVB-T2, die digitale TV-Signale befödert, für das Band die beste Wahl. Da damit ein "deutlicher Effizienzgewinn" einhergeht, ist eine Teilfreigabe entsprechender Frequenzen parallel möglich, so Lesch.

Andreas Geiss von der EU-Kommission hielt dem entgegen, dass das 700-MHz-Band bereits in vielen Ländern weltweit für Breitbandkommunikation zur Verfügung gestellt wird. Die USA spielten zwar nicht ganz mit, "aber sonst ergibt sich ein interessanter Markt". Da sich neben Frankreich auch Finnland und Großbritannien bereits in diese Richtung bewegt hätten, sei eine europäische Rechtsharmonisierung unumgänglich. Sonst käme es Geiss zufolge zu Problemen "bei der Grenzkoordinierung". Die Brüsseler Regierungseinrichtung spiele mit dem Gedanken, eine Frist zur Umwidmung der zweiten digitalen Dividende vorzugeben. Wer schneller vorangehen wolle, den werde man nicht aufhalten. Zunächst wolle die Kommission aber die Ergebnisse einer Studie zu den technischen Voraussetzungen des geplanten Nutzungsszenarios abwarten. (Stefan Krempl) / (dz)

von uhf - am 06.11.2013 19:19
Ist LTE die Eierlegendewollmilchsau? Auf keinen Fall, schauen wir mal in die Foren:
Die Kunden klagen:

Die Lösung: Netzverdichtung

Doch die Anbieter wollen nicht. Lieber mehr Frequenzen als mehr Sendemasten.

Doch sind die Nutzer wirklich unzufrieden? Eine Netzpetition erreichte nicht ausreinden Unterschriften:

Könnt Ihr Euch erinnern? Vodafone wollte alle DSL-Kunden auf LTE umstellen.
Die Einsicht, dass LTE da nicht reicht erreichte die Führung des Unternehmens sehr schnell.


Was sagt die EU dazu?

PROBLEME

  • Europa steht vor einem Frequenz-Wirrwarr, einem chaotischen Geflecht aus Vorschriften, Preisen und Zeitplänen, das die Verwirklichung europaweiter Geschäftsstrategien im Mobilfunk unmöglich macht.
  • Die Frequenzzuweisung ist größtenteils fragmentiert, und viele Länder kommen ihren Frequenzzuteilungspflichten nicht nach.
  • Bislang haben nur 5 von 28 Mitgliedstaaten alle Frequenzen des EU-weit harmonisierten Frequenzspektrums von 1025 MHz vollständig für breitbandige Mobilfunkanwendungen zugeteilt, was bis Ende 2012 hätte geschehen sollen.
  • Nur 12 Mitgliedstaaten haben das für 4G-/LTE-Dienste und für die Breitbandversorgung ländlicher Gebiete unverzichtbare 800-MHz-Band für die betreffenden Betreiber freigegeben.


Es gibt in Europa nur 12 bescheuerte Staaten, die auf die Werbeversprechen der Industrie reingefallen sind. Weiter teilt die EU mit:


  • Europa ist zwar nicht auf dem Stand eines Entwicklungslandes, aber unsere 4G-Abdeckung ließe dies vermuten. 4G-/LTE-Netze erreichen nur 26 % der europäischen Bevölkerung. In den USA erreicht allein ein Unternehmen 90 % der Einwohner (Verizon)!

Das klingt gut, schaut Euch die Karte der anderen Anbieter an:
http://www.verizonwireless.com/wcms/business/4glte/coverage-map.html
http://www.verizonwireless.com/wcms/consumer/4g-lte.html
Bei uns bauen gleich 3 Anbieter LTE aus und hilft es? Auf keinen Fall!

Quelle: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-779_de.htm

Es wird immer von ländlichen Regionen gesprochen. Auch im Ruhrgebiet gibt es Probleme.


Hier kann man nur sagen eigene Schuld:


Die Beispiele Sprockhövel zeigen, dass die Politiker die Schuld tragen. Es kann doch nicht sein, dass neue Baugebiete ausgeschrieben werden, die nicht sofort mit 1000 Mbit/s angebunden werden. Ich kenne das von Freunden, da hat der Bauträger nur die Leitung des Ex-Monopolisten in der Straße vergraben statt Leerrohre für alle Anbieter. Das einzige Unternehmen das Internet liefert ist der Ex-Monopolist. Das ist doch keine Marktregulierung. Richtig wären Leerrohre oder die Pflicht, dass mindestens 2 Anbieter jedes neue Haus erschließen müssen. Es würde doch auch keiner ein Haus bauen, wenn kein Unternehmen in der Straße Strom liefern würde. Anderseits wollen die Menschen billig wohnen und kämpfen später für das schnelle Internet. Da sollte es auch selbstverpflichtungen geben. Wer aufs Land zieht soll das Internetkabel selbst in die Stadt ziehen.

Wenn ich lese, dass 3/4 kein schnelles Internet haben, dann frage ich mich warum die in der Pampa existieren? Liegt es vielleicht an den anderen Vorteilen, wie einer geringen Gewerbesteuer usw.? Es ist der Wunsch alles billig haben zu wollen. Das geht nun mal nicht. Es gab schon mehrfach in der Geschichte eine Landflucht. Bitte sehr, in den Ballungsräumen gibt es schnelles Internet und ein paar Arbeitslose auch noch dazu, an Arbeitskräften wird es nicht mangeln.

In Polen bauen die ländlichen Gemeinden WLAN-Hotspots aus, statt Leitungen zu legen. In Deutschland ist es unmöglich. Ich kann noch nicht einmal meinen Nachbarn in mein WLAN reinlassen, denn macht er Blödsinn werde ich zur Verantwortung gezogen.
http://uke.gov.pl/hotspoty/

von Seltener Besucher - am 08.03.2014 21:23
Die CEPT ist bekanntlich von der EU-Kommission beauftragt worden, Studien zur Nutzung des 700-MHz-Bandes durch Mobile Broadband anzustellen. Außerdem werden Untersuchungen zur Vorbereitung der Weltfunkkonferenz WRC-15 gemacht.

Das Electronic Communications Committee (ECC) hat dafür verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet: CPG PTx, ECC PT1 und TG6.

http://www.cept.org/ecc/groups-list

Die Task Group 6 erstellt einen Bericht mit dem Titel "ECC Report on Long Term Vision for the UHF broadcasting band", der jetzt in einem fast fertigen Draft vorliegt.

Gliederung (gekürzt):

1 INTRODUCTION
2 DEFINITIONS
3 BACKGROUND
3.1 SCOPE
3.2 THE SPECTRUM CONTEXT
3.3 CURRENT SITUATION
3.4 ECONOMIC VALUE OF SPECTRUM
4 EVOLUTION OF SERVICES, TECHNOLOGY AND NETWORKS
4.1 EVOLUTION OF SERVICES
4.2 Evolution of Networks and Technologies
4.3 ITU Questionnaire on Spectrum Requirements for Broadcasting
4.4 Future delivery of high resolution AV Content
4.5 Summary on evolution of services, technology and networks
5 INDICATORS FOR THE MONITORING OF EXPECTED DEVELOPMENTS
6 LONG TERM VISION ISSUES
6.1 GENERAL CLASSES OF SCENARIOS
6.2 CLASS A: Primary usage of the band by existing and future DVB terrestrial networks
6.3 CLASS B: Hybrid usage of the band by DVB and/or downlink LTE terrestrial networks
6.4 CLASS C: Hybrid usage of the band by DVB and/or LTE (including uplink) terrestrial networks
6.5 CLASS D: Usage of the band by future communication technologies
6.6 Compatibility between classes of scenarios
6.7 Cross-border coordination and coexistence
7 RECOMMENDATIONS
8 CONCLUSIONS

------------------------------------------------------------------------
Unter Punkt 4.3 findet man die folgende Tabelle:

Erforderlicher Spektrum-	Anzahl
bedarf im Band 470-862 MHz der
für terr. DVB in der Zukunft Länder
------------------------------------------------------------------------
224 MHz (K 21 - 48) 2 EST, CZE
Zwischen 224 und 320 MHz 4 IRL, CH, BLR, ?
320 MHz (K 21 - 60) 16 NOR, DK, BEL, D, AUT, KRO, SRB,
HUN, SLK, PL, LIT, LAT, RUS, UKR
> 320 MHz 1 ITA
noch zu ermitteln 13 FIN, SWE, NL, UK, LUX, FRA, ESP,
POR, SLO, MOL, BUL
keine Angaben -- z.B. BOS, ROM, ALB, GRI
------------------------------------------------------------------------
(Länder aus Europakarte ergänzt)


Diese Angaben stehen zum Teil im Widerspruch zu politischen Ankündigungen und Absichten.

------------------------------------------------------------------------
Unter Punkt 7 findet man unverbindliche Empfehlungen zur Bewertung durch die nationalen Verwaltungen:

The consideration of the following non-binding elements may assist administrations when deciding on a particular scenario for the usage of the band 470-694 MHz:
• the current national interest objectives;
• the implications of a given scenario on the audiovisual industry, content creation and user expectations;
• monitoring of the market and technological developments by means of the key indicators as defined in Chapter 5;
• the cost/benefit analysis with a focus on the impact on consumers;
• assessment criteria such as but not limited to those that were used in the assessment of the scenarios listed in Annex 3;
• a realistic time frame for the transition towards a new scenario, taking into account duration of the existing rights of use and the spectrum needs during the transition period as well as the need for continuation of the service (in the context of this report);
• the necessity for cross-border coordination;
• the national legal and regulatory framework.

------------------------------------------------------------------------
Unter Punkt 8 findet man u.a. dies:

In relation to the evolution of delivery of broadcast services in fixed and mobile environments the following important developments are expected to continue:

• Broadcasting services will continue to evolve as can be seen by improvements in picture quality and user experience through the introduction of HDTV, UHDTV, 3DTV, etc;
• Linear viewing will remain the main way of viewing TV content for the forseeable future. Time-shifted and on-demand (non-linear) viewing will continue to grow, driven for example by services such as YouTube, Netflix, BBC iPlayer and Boox TV;
• Currently the majority of the TV viewing, both linear and non-linear, occurs in the home and this will not change. Viewing outside the home is growing but it will remain marginal to the in-home viewing;
• Most of the TV viewing will remain on the large screen, while viewing on handheld devices will increase. In the home, the latter will be driven by the growing availability of WiFi;
• Migration of services from SDTV to HDTV, and the introduction of additional HDTV services; The content offering will continue to increase;
• In many European countries, HDTV programmes are already offered on the DTT platform, and this could be expected to become the norm in the short to medium term. In order to allow the services described above to be delivered to the viewers efficiently the DTT networks need to continue to evolve and have access to a sufficient amount spectrum;
• Hybrid broadcast-broadband services will become commonplace, possibly including wireless broadband, to allow increased access to non-linear as well as linear content;
• Evolutions in DTT technology will support larger SFNs therefore increasing efficient use of spectrum;
• European Digital Agenda (DAE) objectives will lead to improved broadband capacity supporting improved availability of IPTV;
• LTE through its Broadcast and eMBMS applications will be able to deliver broadcast and multicast content;
• New mobile devices, tablets and smartphones, facilitate better user experience for mobile TV content consumption.

The studies contained in the draft Report are based on assumptions made on expected developments for the various current platforms and technologies under consideration and on the demand and supply of the envisaged services. Thus, it was necessary to develop relevant indicators in order to monitor the assumptions made on expected developments used for the construction of the scenarios in the future. These indicators are described in Chapter 5 and suggested as suitable for monitoring developments in the services expected to use the UHF band. Further consideration is required on the measurement and the monitoring of these indicators.

This Report discusses the general classes of scenarios considered by CEPT in defining the long term vision for the band 470-694 MHz. Annex 3 provides a detailed description and the assessment of all the scenarios studied by CEPT. CEPT considers that the following four classes of scenarios could cover the developments in the band 470-694 MHz in the long term:

• Class A: Primary usage of the band by existing and future DVB terrestrial networks
This class of scenarios assumes a natural evolution of the DTT platform based on HPHT and/or LPLT networks taking into account the ongoing technological and service developments, and assuming a stable regulatory environment and access to the spectrum.

• Class B: Hybrid usage of the band by DVB and/or downlink LTE terrestrial networks
This class of scenarios assumes that broadcast and mobile broadband services in the UHF band would in the future be delivered via LTE SDL/eMBMS, with or without DTT platform, based on HPHT and/or LPLT networks. The scenarios of this class generally provide additional unicast downlink capacity.

• Class C: Hybrid usage of the band by DVB and/or LTE (including uplink) terrestrial networks
This class of scenarios assumes that broadcast and mobile broadband services in the UHF band would in the future be delivered via LTE (including uplink), with or without DTT platform, based on HPHT and/or LPLT networks. This class corresponds to scenarios where IMT-like unicast uplink and downlink are introduced in the band.

• Class D: Usage of the band by future communication technologies
Though most scenarios described herein are derived and based on today’s DTTB and Mobile technologies it is envisaged, that new, more flexible and possibly convergent technologies, will be developed and implemented in future for the transmission/distribution of audiovisual content in the UHF band.

Content, which could be traditionally seen as typical broadcast content (i.e. audiovisual content like videos, music) is also available in the internet and distributed via cable, optical fibre or wireless broadband access. On the other hand, broadcast services are more and more heading for using reverse channels or additional parallel channels to allow the user more flexibility and access to additional information. A cooperation between radiocommunication services is expected on a long term.

von Manfred Z - am 10.06.2014 13:19
Der Bundestag hat am 3. Juli den Breitbandausbau beraten:

Beratung des Antrags der Abgeordneten Karl Holmeier, Thomas Jarzombek, Patrick Schnieder, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Martin Dörmann, Kirsten Lühmann, Sören Bartol, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD

Moderne Netze für ein modernes Land – Schnelles Internet für alle

Drucksache 18/1973

Darin geht es auch um das 700-MHz-Band:

Zitat

3. Konsequente und zeitnahe Nutzung der Potentiale von Funkfrequenzen
für den Breitbandausbau

Mobilfunk kann den weiteren Festnetzausbau nicht ersetzen.. Allerdings
bietet insbesondere der weiterentwickelte Mobilfunkstandard LTE
Advanced die Möglichkeit, unterversorgte Gebiete kostengünstiger und
vor allem schneller mit höheren Geschwindigkeiten zu versorgen als dies
durch Kabel-, Glasfaser- oder DSL-Anbindung möglich ist. Diese Mobilfunk-
Technologie sollte deshalb in Teilbereichen für die Erreichung der
Breitbandziele bis 2018 verstärkt genutzt werden, zumal ein weiterer
LTE-Ausbau immer auch mit dem Näherrücken der Glasfaser an die
Haushalte verbunden ist.

Der Verfügbarkeit von mobilen Breitbandzugängen kommt daher kurz- und
mittelfristig, aber auch langfristig eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung
zu. Kurzfristig wird mobiles Breitband eine entscheidende Rolle dabei spielen,
auch die Bürger in ländlichen Regionen mit leistungsfähigen Internet-
zugängen zu versorgen und damit gleichwertige Lebensbedingungen und
gesellschaftliche Teilhabe sicherzustellen. Mittel- und langfristig wird die
flächendeckende Verfügbarkeit eines leistungsfähigen Mobilfunknetzes für
die Bürger, aber auch für innovative Geschäftsmodelle bspw. im Verkehrsund
Logistikbereich eine Grundvoraussetzung darstellen.

Die mobile Breitbandnutzung wird weiter deutlich wachsen, insbesondere
wegen der starken Durchdringung mit Endgeräten, über die datenintensive
Internet-Anwendungen abrufbar sind. Der zunehmende Bedarf muss sich in
einer effizienten Frequenznutzung widerspiegeln, die vorhandene Bedarfe
angemessen berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund schlägt die Bundesnetzagentur
vor, zügig die Ende 2016 auslaufenden Frequenznutzungsrechte der
Bereiche 900/1800 MHz gemeinsam mit sämtlichen zum Breitbandausbau
geeigneten Frequenzen bereitzustellen („Projekt 2016“).

Aktuell etabliert sich der Bereich der 700 Mhz-Frequenzen weltweit als
nächster Standard für die Nutzung mobiler Breitbandanwendungen. Die bislang
vom Rundfunk genutzten Frequenzen im 700 MHz-Bereich bieten die
Möglichkeiten einer „Digitalen Dividende II“. Hierbei geht es darum, die
Umstellung auf den neuen, zukunftsträchtigeren Standard DVB-T2 zügig
vorzunehmen, damit terrestrische Rundfunkangebote in HD-Qualität möglich
werden. Damit kann der Rundfunk gleichzeitig Kosten und Frequenzbelegungen
einsparen. Hierdurch frei werdende Frequenzen sollten ab 2017
vorrangig für den Breitbandausbau in eher ländlichen Gebieten genutzt werden.

Die Länder sind sich mit dem Bund einig, mit dem Umstieg auf DVB-T2 im
HEVC-Standard auch weiterhin einen terrestrischen TV-Übertragungsweg
zu ermöglichen, der ohne monatliche Zusatzkosten auskommt und vor allem
in Ballungsräumen intensiv genutzt wird. Die rundfunkpolitischen Anliegen
der Länder und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Rundfunks sowie
die Interessen der Nutzer drahtloser Produktionsmittel (insbesondere Drahtlos-
mikrofone und -kameras von Kulturveranstaltern wie Bühnen und
soziokulturellen Zentren) müsse angemessen und ausreichend berücksichtigt
werden.

Zur Umsetzung einer solchen „Digitalen Dividende II“ ist auf hoher politischer
Ebene im gegenseitigen Einvernehmen durch Bund und Länder ein
nationaler Konsens für eine zukunftsgerichtete terrestrische Fernsehversorgung
mit dem Standard DVB-T2 und für die bessere Versorgung mit
leistungsfähigen mobilen Breitbandzugängen – insbesondere im ländlichen
Raum – zu erarbeiten. Die Frequenzordnung ist im Einvernehmen mit den
Ländern zu ändern.

Da sich bei der Umstellung auf DVB-T2 eine Reihe an technischen und
verfahrensmäßigen Fragestellungen ergeben, sollten offene Punkte bis zum
Ende des 3. Quartals 2014 geklärt werden. In dem politischen Kompromiss
ist ein hinreichender Interessenausgleich mit anderweitig vorgebrachten
Frequenzbedarfen (BOS-Netze, militärische Netze) und mit anderen betroffenen
Nutzergruppen (drahtlose Produktionsmittel) herzustellen, ohne dabei jedoch
die beiden übergeordneten Ziele – eine flächendeckenden Breitbandversorgung
(50 Mbit/s bis 2018) mit einer Nutzungsaufnahme von mobilem
Breitband 2017 und der schnelle Umstieg auf DVB-T2 – aus dem Auge zu
verlieren.

Ein frühes Signal von der politischen Ebene wird sich außerdem positiv auf
die Herstellerindustrie auswirken, die notwendigen Endgeräte für DVB-T2
pünktlich für den Massenmarkt zur Verfügung zu stellen. Mit DVB-T2 kann
den Bürgern zeitnah ein technisch fortschrittlicher Übertragungsstandard für
eine terrestrische Fernsehversorgung mit HD-Qualität zur Verfügung gestellt
werden. Es ist zu prüfen, ob die Umstellung auf DVB-T2 bis Mitte 2016
mindestens in den jetzigen Hauptverbreitungsgebieten, den Ballungsräumen,
realisierbar ist, um durch mediale Großereignisse wie der UEFA Fußballeuropa-
meisterschaft eine schnelle Marktdurchdringung zu erreichen. Außerdem
können durch ein entschlossenes Vorgehen bei der DVB-T2-Umstellung die
für den Betrieb erwarteten deutlichen Kostensenkungspotentiale früher realisiert
werden.

Nach Abschluss eines nationalen Konsenses zum Ende des 3. Quartals 2014
ist eine schnelle Frequenzvergabe oder -versteigerung möglichst Anfang
2015 anzustreben. Durch eine entsprechende Versorgungsauflage sollte eine
prioritäre Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum mit mobilem
Breitband erreicht werden.

Es müssen alle Potenziale zum Ausbau der digitalen Infrastruktur aktiviert
werden. Das bedeutet auch, dass die Potenziale von lokalen
Funknetzen (WLAN) als Zugang zum Internet im öffentlichen Raum
ausgeschöpft werden und Rechtssicherheit für die WLAN-Betreiber
besteht. WLAN-Betreiber, die keine Accessbetreiber sind, beispielsweise
kleine Gewerbetreibende, sehen sich mit unabsehbaren Forderungen aus
potentiellen Rechtsverletzungen ihrer Nutzer im WLAN konfrontiert
(Störerhaftung). Notwendig ist eine Klarstellung der Haftungsregelungen
analog zu den Accessprovidern.


von Manfred Z - am 03.07.2014 22:27
Hier ist die Antwort der EBU auf den Lamy-Report an die EU-Kommission.
Die EBU empfiehlt eine Freigabe des 700-MHz-Bandes um 2025 (Lamy: 2020 +/- 2 Jahre).

Zitat

European public broadcasters react to Lamy report on spectrum allocation

01 Sep 2014

The European Broadcasting Union (EBU) welcomes the European Commission’s High Level Group report recommending that the EU safeguard access to spectrum below 700 MHz for digital terrestrial television until 2030. However, it is concerned about the early release of the 700 MHz frequencies.

The group chaired by former European Commissioner and WTO Director General Pascal Lamy looked at future use of the UHF spectrum band between 470 to 790 MHz which is essential for the broadcast of free-to-air digital terrestrial television (DTT).

DTT is the most popular TV platform in Europe, reaching 100 million households and 250 million viewers, and it is an essential, innovative platform for meeting universal obligations of public service broadcasters and delivering content to mass audiences.

EBU Members welcome the report’s recommendation that the “EU should adopt a common position against the co-primary allocation of the core audiovisual band (470-694 MHz) to the mobile service at WRC 2015”.

"The EBU believes safeguarding spectrum below 700 MHz will enable public service broadcasters and the European audiovisual sector to continue reaching all sectors of the population, sustain broader content choice, and secure investments and innovation over the long term," said Simon Fell, the EBU's Head of Technology & Innovation.

Following a thorough assessment of consumer demand, network supply and Member State diversity, the report stressed that broadcasters and citizens should not be disadvantaged by the transition of DTT out of the 700 MHz band, and the costs of transition should be duly addressed.

“It is essential that broadcasters are not financially weakened by any loss of the 700 MHz band. Member States must heed the report's conclusions on compensation and transitional arrangements,” added Mr. Fell.

All costs should be offset, including investments in new and even more efficient technologies and the expense of mitigating mobile interference of DTT reception.

The EBU is concerned about the recommendations that the 700 MHz band be released to other stakeholders, especially mobile phone operators, by 2020 with the flexibility of +/- 2 years.

"There is a danger that this will not give broadcasters and viewers enough time to adapt to appropriate spectrum arrangements and ensure the necessary upgrade of DTT networks and consumer equipment, especially in countries where DTT is the main TV platform," said Mr Fell.

The broadcasting industry argues that an early release date is likely to cause disruption to TV services in a number of Member States, especially where, owing to the lack of capacity, the transition reduces the volume and quality of content offered to viewers.

The report notes that because of the "recent assignments in the 800 MHz band, the 700 MHz band is not immediately needed for mobile services" and proposes a "stock take" by 2025 to provide a factual basis for future policy decisions on spectrum allocation.

The EBU believes this should include all relevant market and technology developments as well as all relevant frequency bands for terrestrial broadcasting and mobile broadband.

With its Members, the EBU has formed the most innovative centre of research and understanding on spectrum, and represents its Members at various international bodies responsible for spectrum allocation, including the European Union, the ITU and at the national regulatory level.

Find out more at http://EBU.ch/spectrum


von Manfred Z - am 01.09.2014 11:10
Versteigerung der Bänder bei 700, 900, 1800 und 1500 MHz soll im 2. Quartal 2015 erfolgen

Pressemitteilung der BNetzA vom 22. Oktober:

Zitat

Präsidentenkammer stellt Entscheidungsentwurf zur Vergabe von Frequenzen für mobile Breitbanddienste zur Anhörung.

Homann: „Die Bundesnetzagentur unterstützt mit der Vorbereitung einer Vergabe von weiteren Frequenzen für den Mobilfunk die Digitale Agenda der Bundesregierung"

Die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur hat heute ihren Entscheidungsentwurf zur Versteigerung von Frequenzen in den Bereichen bei 700 MHz, 900 MHz und 1800 MHz sowie im Bereich 1,5 GHz für mobiles Breitband zur Anhörung gestellt.

„Die rasch anwachsende Nachfrage nach breitbandigen Anschlüssen erfordert eine zeitnahe Bereitstellung von Frequenzen für den Ausbau des mobilen Breitbandes in Deutschland“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur und ergänzt: „Die Bundesnetzagentur möchte, dass Deutschland beim Ausbau des mobilen Breitbandes in Europa weiterhin eine Vorreiterrolle einnimmt. Mit dem Entscheidungsentwurf fördern wir die Digitalisierung und unterstützen die Breitbandziele der Bundesregierung.“

Mit der Ausgestaltung der Auktion soll über die bestehende weitgehend flächendeckende Mobilfunkversorgung hinaus im Interesse der Verbraucher der weitere Ausbau des mobilen Breitbandes – gerade auch in ländlichen Gebieten – vorangetrieben werden. Gerade im Nachgang der Fusion der Unternehmen Telefónica und E-Plus und der damit geänderten Marktstruktur sollen die zur Verfügung stehenden Frequenzen zur Stärkung des Wettbewerbs schnellstmöglich in einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren bereitgestellt werden.

Die Vergabe der 700-MHz-Frequenzen, die derzeit noch durch den Rundfunk genutzt werden, der sogenannten „Digitalen Dividende II“, erfordert einen nationalen Konsens zwischen Bund und Ländern.

Vor einer abschließenden Entscheidung der Präsidentenkammer ist das Benehmen mit dem Beirat bei der Bundesnetzagentur herzustellen. Die Auktion soll sich an dem bewährten Verfahren, wie es zuletzt im Jahr 2010 durchgeführt wurde, orientieren. Es ist geplant, die Auktion im 2. Quartal 2015 durchzuführen. Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf können bis zum 26. November 2014 eingereicht
werden.

„"Damit werden wichtige Weichen für den Breitbandausbau in Deutschland gestellt"", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.



Der Entwurf der "Entscheidung der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur" zum Kommentieren:

http://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/OffentlicheNetze/Mobilfunk/DrahtloserNetzzugang/Projekt2016/EntscheidungsentwurfProjekt2016_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Auszüge aus den Erläuterungen in der Einleitung zum Entwurf:

Zitat

Rundfunk

Die Präsidentenkammer berücksichtigt die Bedeutung der terrestrischen Verbreitung
von Fernsehrundfunk als Übertragungsweg und den Umstand ausreichender Übertragungs-
kapazitäten für den Umstieg von DVB-T auf DVB-T2.

Im Interesse sowohl einer frühzeitigen und nachhaltigen Etablierung von DVB-T2 als
auch einer zügigen Verbesserung der Breitbandversorgung insbesondere in bislang
unversorgten Regionen ist es notwendig, den Umstieg auf DVB-T2 und den Breitbandausbau
möglichst schnell und verbraucherfreundlich zu realisieren.

Die Kammer ist sich hierbei durchaus bewusst, dass bei einer Räumung des
700-MHz-Bandes geeignete Maßnahmen ergriffen werden müssen, um sowohl technisch
als auch wirtschaftlich die Umstellung auf DVB-T2 und die Räumung des
700-MHz-Bandes durch den Rundfunk zeitnah zu gestalten.

Auf Basis eines DVB-T2-Bedarfskonzeptes der Länder entwickelt die Bundesnetzagentur
in enger Abstimmung mit den Ländern und Bedarfsträgern einen (in- und ausländisch)
frequenztechnisch koordinierten Umstellungsplan. Die Bundesnetzagentur
hat hierfür eine nationale Planungsgruppe („UHF AG“) eingerichtet, welche sich aus
Vertretern der Bundesländer, Rundfunkanstalten, Nutzer drahtloser Produktionsmittel
(PMSE) und weiteren Interessensvertretern zusammensetzt. Neben diesen Planungen
auf nationaler Ebene hat sich die Bundesnetzagentur bereits auf internationaler
Ebene mit den betroffenen europäischen Staaten in verschiedenen Gremien und Foren
ausgetauscht (WEDDIP, NEDDIF) und bereits mit nahezu allen Nachbarstaaten
bilaterale „Memoranda of Understanding“ oder „Letter of Intent“ vereinbart.

Für eine Einführung mobilen Breitbands im Bereich 700 MHz – vorzugsweise im ländlichen
Bereich – ist perspektivisch denkbar, dass der Ausbau des mobilen Breitbands
bereits frühzeitig regional (z. B. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg, Sachsen und Bayern) beginnt oder sogar eine frühzeitige bundesweite
Mobilfunknutzung ermöglicht wird. Die Bundesnetzagentur wird daher die privaten
und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unterstützen, damit diese die Rundfunksender
möglichst beginnend ab April 2015 technisch umstellen.


Zitat

Zeitplan

Es ist vorgesehen, das Vergabeverfahren schnellstmöglich zu eröffnen. Sobald der
nationale Konsens zur Einbeziehung der 700-MHz-Frequenzen zwischen Bund und
Ländern in der Ministerpräsidentenkonferenz am 11. Dezember 2014 beschlossen
wurde, soll das Benehmen mit dem Beirat bei der Bundesnetzagentur hergestellt und
anschließend die Entscheidung der Präsidentenkammer veröffentlicht werden. Mit
Veröffentlichung der Entscheidung wird das Zulassungsverfahren zur Versteigerung
eröffnet. Die Durchführung der Auktion ist für das 2. Quartal 2015 vorgesehen.
[Der zweite Satz enthält einen Grammatikfehler, richtig: beschlossen worden ist]


von Manfred Z - am 23.10.2014 20:59
***only***IP***all***over***the***world*** :(

Ich habe die Vorabversion des Consultingunternehmens Plumconsulting mal gelesen
- und wollte hier auch mal meine Gedanken zur Entwicklung von DVB-T schreiben:

Es geht doch nichts über perfide Bearbeitung von Entscheidern :(
Die Lobbyarbeit der Mobilfunk-, Netzanbieter und Contentindustrie in BRD und EU zeigt - wie immer - einen durchlagenden Erfolg !

800 MHz Spektrum -> Mobilfunk
700 MHz Spektrum -> Mobilfunk
470-694 MHz -> Mobilfunk

DVB-T wäre damit tot.

..... und DAB ?
Lebt wohl auch nur solange, wie dort auch auf IP only umgestellt wird.
TV analog -> DVB-T digital -> ip only
UKW analog -> DAB digital -> ip only

Am Besten die Spektren des Amateurfunks auch noch einstampfen; es gibt ja Skype over IP :(
[Wir erinnern uns - für alle die es nicht glauben wollen: Z.B. die Deutsche Telekom hatte vor einiger Zeit Skype in Ihren Handy-Nutzungsverträgen verboten; später gegen einen Aufpreis erlaubt]

Ist es nicht schon lange ein Traum der Mobilfunk-, Netzanbieter und Contentindustrie endlich etwas zu haben, wofür man nochmal extra die Kunden abkassieren kann ? Oder soll ich "melken" statt abkassieren sagen ?


1) Die Mobilfunk- und Netzbetreiber

Durchleitungsgebühren der IPTV-Betreiber für gebührenfinanzierten Content

Die Deutsche Telekom will 15 EUR für IPTV, Kabelanbieter ca. 18 EUR monatlich dafür haben. Zur Not garniert man dies künstlich mit irgendwelchen kastrierten Aufnahmefunktionen - die jeder DVB-S Receiver für 30 EUR einmalig schon beherrscht (allerdings ohne Kastration der Aufnahme).

Hier sollte man nicht übersehen, dass wir GEZ Zahler monatlich nochmal abkassiert werden, da wir bereits schon alles bezahlt haben, mit richtig ausgebauter Terrestrik könnten auch (fast) alle in der BRD Ihr gebührenfinanziertes Fersehen empfangen. Nein, da braucht es keine zusätzlichen Kostenverursacher.

Und die privaten Fernsehanbieter haben genügend Werbeeinnahmen, dass Sie sich an der Terrestrik flächendeckend beteiligen könnten.
Wenn man es endlich mal in die richtige Richtung regulieren würde.
Aber der mündige Bürger sieht es ja nicht, wo sein Steuergeld der Industrie in den Rachen geworfen wird.

Folgende Rechnung:
81 Millionen Einwohner der BRD x 75% GEZ Zahlende (neue Haushaltsgebühr seit 01/2013) -> 60 Millionen GEZ-Zahlende
60 Millionen GEZ-Zahlende x 17 EUR mtl x 12 Monate => 12,24 Milliarden EUR jährlich

Sollten 12,24 Milliarden EUR nicht reichen, um den Bürgern kostensparend das gebührenfinanzierte Fernsehen DIREKT ins Haus zu bringen ?????
Ohne einen Dritten, der die Hand aufhält und von dem man abhängig ist ?

Jetzt kommt der IPTV-Anbieter (Deutsche Telekom, später die Kabelanbieter und Mobilfunkprovider) ums Eck und möchte auch nochmal 15 EUR monatlich haben.

Der Kabelanbieter freut sich bei der IP-only-Migration; das ganze DVB-C Spektrum wird frei für Internet - und er benötigt nur wenige Mbit/s für die jeweiligen Multicast-Ströme des Fersehens (IPTV-Modell über Multicast wie T-Home) auf der Leitung zum Endkunden.
Und neue Geräte (Modem + IPTV-Receiver in einem Gerät) kann man jetzt als Anbieter zwangsweise auch endlich wieder verkaufen.
Ob es wohl dann auch Multicast im Handynetz geben wird ? Dann ohne Volumenbegrenzung auf Multicast-Fernsehen ?

Wie wäre es denn, wenn der Staat stattdessen von den IPTV Anbietern Gebühren verlangen würde - sagen wir mal 17 EUR monatlich pro Kunde - dafür, dass er das Programm überhaupt verbreiten darf ? Was hätten wir für Einnahmen im Staatshaushalt ! Da könnte man dann die GEZ vermutlich bald abschaffen oder reduzieren.
Womöglich wäre der Provider bald nicht mehr so interessiert daran.


2) Contentindustrie

a) Pairing
Dann springt die Contentindustrie auf den Zug und sorgt dafür, dass die Providerempfänger für die Endkunden grds. die Daten verschlüsselt ablegen, so dass man bei Geräteausfall oder gar einer Kündigung (beim IPTV Anbieter) nicht mehr von der Aufnahmen hat. Selbstverständlich kann nur das providereigene Empfangsgerät verwendet werden.
Das geht ja zwischenzeitlich soweit, dass ein handelsüblicher Samsung LED-TV selbst seine Free-TV Aufnahmen (z.B. ZDF) grds. verschlüsselt auf eine Festplatte ablegt, so dass man nicht an diese dran kommt - nur über genau diesen einen Samsung Fernseher, der sie aufgenommen hat.
Ach ja, Philips, Sony, LG TV´s verschlüsseln die Aufnahmen ebenso, so dass diese nur an dem TV-GErät, dass diese aufgenommer hat geschaut werden können.

b) Filterung
All-over-IP ist super: Schafft man neben der DVB-T-Terrestrik jetzt noch klssisches Satellit- und Kabelfernsehen (DVB-S2/-C) ab, hat es der Provider in der Hand nach Ländern oder Provider-IP-Ranges oder sonstwas zu schauen und alles easy zu filtern.

c) Privatsphäre
Da der IP-Strom individuell abgerufen wird, lassen sich super Bewegungsprofile erstellen. Den schweren Datenschutzverstoß haben wir ja schön gesehen, als herauskam, dass bei hbbTV-fähigen Fernsehern bei jedem umschalten eine Information an den TV-Hersteller und den hbbTV Anbieter ging.


3) Der nicht vorhandene Mehrwert

Ich selbst kann nur den Kopf schütteln über diese Verdummung der Bürger und bewussten Verschwendung von Steuergeldern allein zum Gewinnmaximierung der Mobilfunkprovider.
Der kostengünstigste Weg, die Terrestrik, soll eingestampft werden.
Und wofür ?
Damit Mobilfunkanbieter vollkommen überbuchte LTE Anbebote mir kastriertem Datenvolumen anbieten ?
Das ist vollkommener Unsinn !
Ausserdem stören sich die Mobilfunker im gleichen Sprektrum mit zunehmender Zahl der Kunden und kürzeren Abständen zu den Sendern.


4) Die eigentlich richtige Lösung wäre: Glasfaserausbau

Baut endlich die Gemeinden leitungsgebunden aus; am Besten gleich per Glasfaser.
Dann ist uns Bürgern geholfen.
Und Ruhe ist im Glasfaserbereich sicher auch lange; da wird nicht alle 2,5 Jahre ein neues Endgerät benötigt - wie im Mobilfunk.
Ach, und Bandbreite hat es im Glasfaserkabel übrigend satt.Man spricht von 10/40/100 Gbit/s als ein Standard in 2014.
Was schafft das shared Medium LTE-Funk und dessen Nachfolger bei Zehntausenden von Kunden am Sender-Uplink ?


Aber, so funktioniert unser System nunmal.
Entscheidend ist, wer die stärkste Lobbyarbeit ausübt.
Und das steuert die Industrieinteressen - nicht die Interessen der Bürger !

von uhf - am 13.11.2014 09:45
Nach der Plum-Studie, die nur einen Beitrag zur Entscheidungsfindung geleistet hat, hier nun richtiges Futter:

Am 12. November hat die Radio Spectrum Policy Group (RSPG), ein Beratergremium bei der EU-Kommission, getagt und zwei (Draft) Opinions veröffentlicht, die bis zur endgültigen Verabschiedung von den Betroffenen kommentiert werden können.

(Draft) RSPG Opinion
on a long-term strategy on the future use of the UHF band (470-790 MHz) in the European Union

(Draft) RSPG Opinion
on Common Policy Objectives for WRC-15

http://rspg-spectrum.eu/public-consultations/#ongoing_consultations


Auszüge aus "(Draft) RSPG Opinion on Common Policy Objectives for WRC-15"

Zitat

The RSPG Opinion on Wireless Broadband calls for a strategic plan that should include a detailed analysis of the usage of all bands preliminary identified as candidate bands (Annex 2 of that Opinion), including e.g. the 700 MHz, 1.5 GHz, 2.3 GHz, 3.8-4.2 GHz and 5 GHz bands, in Member States and their potential for wireless broadband services on a harmonised basis, prioritising the bands in accordance with their potential and timeframe in which they are likely to be available.

Complementary to the identification and possible implementation of wireless broadband in the 700 MHz band, the impact on the environment of media distribution, in particular terrestrial television, needs to be taken into account, when considering the further development of the band 470-694 MHz. It was noted that in Europe there has been careful consideration on all relevant levels on strategic elements regarding the use of broadcasting in the band 470-694 MHz during the last years.

In its [draft] opinion on the UHF band, RSPG recommends that the frequency band 470-694 MHz shall remain available for DTT in the foreseeable future, i.e. 2030. RSPG is of the view that Member States should also have the flexibility to use the 470-694 MHz band for WBB downlink, provided that such use is compatible with the broadcasting needs.

Europe is considering carefully the use of the 1.5 GHz band, to ensure the compatibility with other services (including those in adjacent bands) as well as seeking for appropriate provisions to ensure an effective and efficient use of the band by mobile broadband applications. Noting the use of the band by aeronautical telemetry by a few countries at the border area of the EU, it is necessary to avoid any new constraints on the land mobile service for the protection of aeronautical telemetry.

In addition it is well noted that some parts of bands within the 1.5 GHz range are used intensively for defence purposes and fixed links in support of nationally important infrastructure networks in some Member States, which needs careful consideration when implementing a positive decision at WRC-15.


Zitat

Elements for a common policy objective:

Under Agenda Item 1.1 Member states should ensure that at WRC-15 additional spectrum is identified for IMT and allocated to mobile services as appropriate taking into account the development of electronic communication services within the EU, the need to fulfil the tasks of the Digital Agenda for Europe and the RSPP and the protection of other radio applications.

In particular Member States should:

• support the harmonisation of existing allocations for electronic communication services in EU Member states on a global level to gain benefits from economies of scale and increased opportunities;
• support regulatory provisions in this spectrum which ensures an equitable access between countries,
• support no mobile allocation in the band 470 – 694 MHz
• support no regulatory additional constraints to mobile service for the protection of aeronautical telemetry in the band 1429 – 1518 MHz
• also support, based on the RSPG Broadband Opinion, the worldwide identification of the following additional frequency bands for IMT:
around 1.5 GHz, in particular
- 1427-1452 MHz
- 1452-1492 MHz
- 1492-1518 MHz
and
- 3400-3600 MHz
- 3600-3800 MHz

Under Agenda Item 1.2, Member States should:

• support 694 MHz as the lower edge for the allocation to the mobile service on a co-primary basis with the broadcasting service and identification for IMT in the 700 MHz band, while ensuring protection of the broadcasting service below 694 MHz;
• ensure that no regulatory provisions in RR relevant to coexistence with broadcasting (co-channel, co-frequency and adjacent frequency) in addition to GE-06 agreement is adopted;
• ensure that equitable access between mobile service and aeronautical radionavigation services so as to facilitate the deployment of mobile services in all EU countries through appropriate regulatory provisions in the RR. Cross-border coordination agreement should be aimed to be reached before WRC-15 for all countries bordering countries outside the EU operating aeronautical Radionavigation services.
• ensure that there is no new provision which prohibits options for PMSE equipment


von Manfred Z - am 14.11.2014 21:08
Aus der PM zum gestrigen Treffen der Ministerpräsidenten:

Zitat

Beim Thema Breitbandausbau bekräftigten die Regierungschefinnen und –chefs ihre Bereitschaft, dem Prozess einer beschleunigten Vergabe der 700-MHz-Frequenzen zuzustimmen. Ausdrücklich begrüßten sie, dass der Bund – wie von den Ländern bei der Jahreskonferenz im Oktober gefordert – einer hälftigen Aufteilung der Digitalen Dividende II zwischen Bund und Ländern zugestimmt hat. Woidke: „Die den Ländern zustehenden Mittel werden über den ´Königsteiner Schlüssel´ verteilt. Wichtig ist, dass jene Länder, die besondere Bedarfe beim Breitbandausbau haben, auch bevorzugt aus dem Bundestopf bedient werden. Die Versorgung mit schnellem Internet ist eine grundlegende Voraussetzung, damit der Industrie- und Wirtschaftsstandort Deutschland überall weiter gestärkt wird.“ Haseloff sagte dazu: „Im Osten stehen wir vor dem Problem, dass zahlreiche Netze, die in den neunziger Jahren auf- und ausgebaut wurden, nicht breitbandfähig sind. Hier ist daher ein besonderer Investitionsbedarf gegeben. Wir haben in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren die Grundversorgung abgedeckt. Um genügend Anschlüsse im Bereich von 50 Mbit/s zu schaffen, sind jedoch umfangreiche Investitionen nötig, die nur mit Hilfe von EU und Bund möglich sind.“


Ergänzende PM der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz:

Zitat

Zukunftsfähiges Breitband

Wie die Vorsitzende der Rundfunkkommission Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitteilte, haben sich Bund und Länder auf eine verstärkte Förderung des Breitbandausbaus verständigt. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um unser Land im Zuge der Digitalisierung zukunftsfähig zu machen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Anschluss an das Gespräch der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit der Bundeskanzlerin.

Dies ist möglich geworden, da im Zuge der ab 2016 beginnenden Umstellung des digitalen terrestrischen Fernsehens auf den fortschrittlichen und frequenzökonomischen Standard DVB-T2 bisher vom Rundfunk genutzte Frequenzen frei werden. Diese sollen von der Bundesnetzagentur im ersten Halbjahr 2015 versteigert und von Mobilfunkbetreibern zur Flächenversorgung mit mobilem Breitband eingesetzt werden. Parallel dazu sollen die erwarteten Versteigerungserlöse von Bund und Ländern ebenfalls zur Breitbandförderung verwandt werden.

„Ich freue mich, dass es heute mit der Bundeskanzlerin gelungen ist, uns auf eine hälftige Verteilung der Erlöse zwischen Bund und Ländern zu verständigen“, so die Vorsitzende der Rundfunkkommission. Auch die berechtigten Interessen der Sendernetzbetreiber im Rahmen der Umstellung des terrestrischen Fernsehens, der Nutzer drahtloser Produktionsmittel (Mikrofone), sowie der Sicherheitsdienste von Bund und Ländern (BOS) konnten berücksichtigt werden. „Ich erwarte allerdings, dass die noch offenen frequenztechnischen Fragen, insbesondere der Auslandskoordinierung, von der Bundesnetzagentur zur Zufriedenheit aller Beteiligten geklärt werden“, so die Ministerpräsidentin.

Der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 bietet dabei für die Nutzer erstmals die Möglichkeit, terrestrisch auch HD-Programme zu empfangen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer äußerste in diesem Zusammenhang, dass sie einen verbraucherfreundlichen Umstieg zu dieser fortschrittlichen Technik erwarte. Dies bedeute zum einen, dass eine ausreichende Simulcast-Phase für den Umstieg vorgesehen wird und die Geräte zu erschwinglichen Preisen in den Märkten vorhanden sind. Gleiches gelte für mögliche Entgelte für das im Zuge dieser Umstellung geplante terrestrische Fernsehen in HD-Qualität.


von Manfred Z - am 12.12.2014 13:15
Entscheidung der BNetzA zur Versteigerung ist online

Nach diversen Papieren und Konsultationen ist jetzt das endgültige Papier "Entscheidung" zum Projekt 2016 online gestellt worden.

>> Die Präsidentenkammer hat im Benehmen mit dem Beirat bei der Bundesnetzagentur eine Entscheidung über die Anordnung und die Wahl des Vergabeverfahrens sowie die Vergaberegeln und Auktionsregeln zur Vergabe von Frequenzen in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1800 MHz sowie 1,5 GHz getroffen.

Seit der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder und der Bundeskanzlerin am 11. Dezember 2014 liegt ein nationaler Konsens zwischen Bund und Ländern für die Einbeziehung der 700-MHz-Frequenzen vor. Damit kann den Zielen der Breitbandstrategie der Bundesregierung sowie der Digitalen Agenda 2014-2017, eine verbesserte Versorgung in ländlichen Gebieten zu erreichen, größtmöglich Rechnung getragen werden.

Entscheidung (pdf, 2 MB)

Mit Veröffentlichung der Entscheidung ist das Zulassungsverfahren zur Versteigerung eröffnet. Anträge auf Zulassung zur Auktion sind bis zum 6. März 2015 bei der Bundesnetzagentur, Tulpenfeld 4, 53113 Bonn einzureichen. Die Durchführung der Auktion ist für das 2. Quartal 2015 vorgesehen. Telekommunikation > Unternehmen/Institutionen > Frequenzen > Öffentliche Netze > Mobilfunknetze > Projekt 2016

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Pressemitteilung vom 29. Januar:

Zitat

Zulassungsverfahren zur Frequenzversteigerung eröffnet

Homann: "Mit der Frequenzversteigerung verbessern wir die Breitbandversorgung in Deutschland."

Die Bundesnetzagentur hat mit Veröffentlichung der Entscheidung zur Frequenzversteigerung das Zulassungsverfahren für alle interessierten Unternehmen eröffnet.

"Die Entscheidung der Bundesnetzagentur schafft die Voraussetzungen für die Versteigerung von Frequenzen für mobiles Breitband", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur und ergänzt: "Als erstes Land in Europa wollen wir auch die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich hierfür vergeben. Insbesondere die frühzeitige Vergabe dieser Frequenzen soll im ländlichen Raum die Breitbandversorgung im Wettbewerb der Anbieter spürbar verbessern."

Durch die Umstellung der Rundfunkausstrahlung auf DVB-T2 können die Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich im Umfang von 2 x 30 Megahertz ab 2017 schrittweise für mobiles Breitband genutzt werden. Diese Frequenzen ermöglichen mit relativ wenigen Funkstationen den Netzausbau insbesondere in Regionen, die bisher auf schnelles Internet verzichten müssen. Sie werden gemeinsam mit den Frequenzen in den Bereichen 900- und 1800-Megahertz versteigert, deren Nutzungsrechte Ende 2016 auslaufen.

Zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung sieht die Entscheidung vor, dass die bestehenden Netzbetreiber jeweils eine flächendeckende Breitbandversorgung von mindestens 97 % der Haushalte in jedem Bundesland und 98 % der Haushalte bundesweit sicherstellen. Dabei sind Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde pro Antennensektor zu erreichen. Den Haushalten sollen im Wettbewerb der Anbieter in der Regel Übertragungsraten von 10 Megabit pro Sekunde zur Verfügung gestellt werden. Auch ist die Versorgung mit mobilem Breitband entlang der Bundesautobahnen und der ICE-Strecken sicherzustellen. Neueinsteiger unterliegen diesen Auflagen nicht.

Die Entscheidung der Präsidentenkammer erging nach umfangreicher Konsultation der interessierten Kreise und im Benehmen mit dem Beirat der Bundesnetzagentur.

Unternehmen die an der Versteigerung teilnehmen wollen, können bis zum 6. März 2015 Zulassungsanträge stellen. Die Durchführung der Auktion ist Mai/Juni 2015 in Mainz vorgesehen. Die Entscheidung sowie weitere Informationen finden Sie unter www.bundesnetzagentur.de/projekt2016.


von Manfred Z - am 29.01.2015 10:15
Zitat
ulionken
In TVLIST und in der Sender-Tabelle habe ich die geplanten Abstellungen zwischen Kanal E49 und E60 gemäss BNetzA eingetragen.

Einige Sender werden wohl schon während der "Phase 1" bis März 2017 abgestellt oder auf andere Kanäle umgestellt; d.h. sie sind nicht am Simulcast "DVB-T nachlaufend" der Phase 1 beteiligt.


Das war ein Schnellschuss, und ist so nicht richtig. Ich habe meinen gestrigen Beitrag von 13:12 Uhr korrigiert und ergänzt. Die Meilensteine sind keine DVB-T-Abschalttermine, sondern T2-Starttermine. An den Abschaltterminen werden alle T-Muxe der betroffenen Standorte abgeschaltet. Ob und wie lange es einen Simulcast bei den Privatmuxen geben wird, ist nicht bekannt. Die Angabe der Phasen in der Sendertabelle ist nicht sinnvoll.

Gebietsweise können auch T2-Muxe temporär auf den Kanälen 49 bis 60 in Betrieb gehen.

Zum besseren Verständnis ergänze ich Auszüge aus den Erläuterungen im BNetzA-Papier:

>> Phase 1 (Ballungsraum-Regionen)

Mai 2016: Der aktuelle Stand des Migrationskonzeptes von ARD/ZDF und Media Broadcast GmbH zum Start von DVB-T2 in Deutschland sieht rechtzeitig zu der Fußball-Europameisterschaft 2016 den Beginn der Einführungsphase von DVB-T2 vor. Neben der weiter bestehenden DVB-T-Übertragung von öffentlich-rechtlichen und privaten Programmen auf den aktuellen Frequenzen (sogenannten Multiplexen) sollen auf mindestens einem weiteren Multiplex (entspricht einer weiteren Frequenz) sowohl private als auch öffentlich-rechtliche (Haupt-)Programme auf einer DVB-T2 Plattform von Media Broadcast übertragen werden.

März 2017: Die erste Migrationsphase von DVB-T auf DVB-T2 im März 2017 soll nach derzeitiger Planung ca. 70 Senderstandorte in Ballungsräumen umfassen. Dabei ist in diesen Ballungsräumen die komplette Umstellung sämtlicher Multiplexe (im Durchschnitt sechs, sowohl öffentlich-rechtliche als auch private) geplant. Ende des DVB-T-Simulcast am 31.12.2017.

Phase 2a/2b (Regionen mit Mittelzentren)

Oktober 2017/März 2018: In einer zweiten Phase soll die Umstellung auf DVB-T2 nach dem oben genannten Migrationskonzept in Regionen mit Mittelzentren erfolgen. Dies betrifft in erster Linie öffentlich-rechtliche Programme und nur vereinzelte private Programmaussendungen (private Multiplexe). Diese Regionen mit Mittelzentren weisen eine geringere Bevölkerungsdichte im Vergleich zu den Ballungsräumen auf.

Diese Umstellung sieht derzeit aus frequenztechnischen Gründen zwei Schritte vor (Oktober 2017 bzw. März 2018). Zu diesen Zeitpunkten könnte nach aktuellen Planungen zum Großteil mit einer Räumung des 700-MHz-Bereiches in diesen Regionen gerechnet werden. Ende des DVB-T-Simulcast am 01.07.2018 bzw. 31.12.2018

Phase 3 (Fläche)

Dezember 2019: Ende 2018 soll nach dem oben genannten Migrationskonzept mit der abschließenden Phase der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 begonnen werden. Diese sieht die Umstellung von ca. 60 Senderstandorten in der Fläche/ländliche Regionen durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkbetreiber vor. Diese Regionen weisen die geringste Bevölkerungsdichte in Deutschland auf.

Nach oben genanntem Migrationskonzept sollen final sämtliche Senderstandortumstellungen in Deutschland bis Anfang/Mitte 2019 vollzogen und das 700-MHz-Band somit komplett geräumt sein. Umstellung vermutlich ohne Simulcast. > In vielen Regionen ist eine Umstellungsphase von DVB-T nach DVB-T2 mit zeitlich beschränktem „Simulcast“ vorgesehen. Unter dem Begriff „Simulcast“ wird eine gleichzeitige Verbreitung desselben Inhaltes über mehrere Übertragungswege, in diesem Falle DVB-T und DVB-T2, zur Versorgung desselben Gebietes verstanden.

Die Kammer ist der Auffassung, dass eine nachhaltige Etablierung von DVB-T2 nur über einen verbraucherfreundlichen Umstieg bewerkstelligt werden kann.

Ausgehend von den positiven Erfahrungen beim Umstieg von analogem TV auf DVB-T bestehen Zweifel, ob ein Simulcast von 2 Jahren für den erfolgreichen Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 notwendig ist. Vielmehr ist davon auszugehen, dass nach dem erfolgreichen Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 in den Ballungsräumen der Umstieg in den ländlichen Regionen ohne den zuvor beschriebenen Simulcast erfolgen kann. Dies zeigt auch der derzeitige Vorschlag der oben beschriebenen Umstellung durch ARD/ZDF und Media Broadcast GmbH, im Speziellen die Phase der Umstellung in ländlichen Gebieten. Die von einem Kommentator vorgetragene „Beschädigung“ der terrestrischen Rundfunkplattform ist dadurch auch mit Blick auf wirtschaftliche Aspekte nicht zu befürchten.

Im Übrigen obliegt es den Ländern, mittels rundfunkrechtlicher 336 Festlegungen und entsprechender Bedarfsangaben den Umfang an Simulcast im Rahmen der Umstellung auf DVB-T2 vorzugeben. Aus Sicht der Kammer reicht es aus, wenn ein in der UHF AG erarbeiteter Planentwurf seitens der Länder als rundfunkrechtliche Festlegung und als Herstellung des Benehmens nach § 57 Abs. 1 TKG bestätigt wird. > Sofern mit Blick hierauf während der Umstellungsphase von DVB-T auf DVB-T2 für Rundfunk noch Frequenzen im 700-MHz-Bereich eingesetzt werden müssen, muss diese Frequenz- und/oder Ortsentkopplung optimiert werden. Diesbezüglich sind innerhalb des 700-MHz-Bereichs die Kanäle in der Mittenlücke vergleichsweise noch am ehesten geeignet. Die Kammer schließt unter den genannten Aspekten und aus Gründen der Frequenzeffizienz die Nutzung der Mittenlücke nicht aus.

von Manfred Z - am 30.01.2015 09:26
Zur Versteigerung der Frequenzbänder 700 (Digitale Dividende II), 900, 1500 (ex-L-Band) und 1800 MHz hat der Lobbyverband BITKOM eine Presseinformation herausgegeben. Man fordert mal wieder eine frühere Freigabe der 700-MHz-Frequenzen als den derzeitigen Inhabern der Nutzungsrechte, den TV-Betreibern, möglich ist.

http://www.bitkom.org/de/presse/8477_82306.aspx

Zitat

Starker Schub für Breitbandausbau

-- Versteigerung der Digitalen Dividende II beginnt am 27. Mai
-- BITKOM fordert Freigabe der 700-MHz-Frequenzen vor 2018

Berlin, 21. Mai 2015 - Weichenstellung für schnelles Internet: Die Versteigerung der 700-Megahertz-Frequenzen (Digitale Dividende II), die kommenden Mittwoch in Mainz beginnt, wird dem mobilen Breitbandausbau in Deutschland einen starken Schub geben. Das erklärt Prof. Dieter Kempf, Präsident des Digitalverbands BITKOM. „Wir begrüßen sehr, dass die Vorbereitungen so schnell abgeschlossen wurden und nun mit der Versteigerung begonnen wird“, sagte Kempf. „Damit stellt Deutschland entscheidende Weichen für Industrie 4.0, für selbstfahrende Autos oder intelligente telemedizinische Anwendungen. Zugleich profitieren auch die Verbraucher von einer besseren mobilen Breitbandversorgung.“ Die 700-MHz-Frequenzen, die bislang vom terrestrischen Fernsehen (DVB-T) genutzt werden, sollen künftig für die Breitbandversorgung mit Mobiltechnologien zur Verfügung stehen. So können auch in dünn besiedelten ländlichen Regionen per LTE hohe mobile Internetgeschwindigkeiten erreicht werden. Mit LTE-Advanced, der Weiterentwicklung von LTE, werden dann bald Geschwindigkeiten von mehreren hundert Megabit pro Sekunde verfügbar sein. Perspektivisch sind mit dem nächsten Mobilfunkstandard 5G Geschwindigkeiten im Gigabitbereich möglich. „Sollen Verbraucher und Wirtschaft schnell von Verbesserungen profitieren, müssen die Rundfunkanbieter die Frequenzen zügig freimachen“, appelliert Kempf.

Die Freigabe der Frequenzen sollte nach Ansicht des BITKOM deutlich vor 2018 erfolgen. „Andernfalls kann die zweite Digitale Dividende nicht mehr zum Erreichen der Breitbandziele der Bundesregierung beitragen“, sagte Kempf. Der Bund hat angekündigt, dass bis 2018 Breitbandgeschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde flächendeckend verfügbar sein sollen. „Zudem brauchen die Mobilfunkanbieter ein verbindliches Datum, damit sie die Umstellung vorbereiten können.“

Die baldige Nutzung der Frequenzen ist aus Sicht des BITKOM eine wesentliche Voraussetzung, um die Chancen, die die Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft bietet, voll auszuschöpfen. Bereits jetzt nutzen vier von zehn Industrieunternehmen (44 Prozent) aus den industriellen Kernbranchen Industrie 4.0-Anwendungen, die breitbandiges Internet erfordern. Weitere 18 Prozent planen den Einsatz solcher Anwendungen. Viele vernetzte Anwendungen werden zukünftig eine mobile Anbindung brauchen.

Gut 6 von 10 Deutschen (63 Prozent) verwenden ein Smartphone, also ein internetfähiges Mobiltelefon. Zugleich werden mobile Anwendungen, die große Datenmengen verarbeiten, immer beliebter, so zum Beispiel Videostreaming. Die Datenmengen in den deutschen Mobilfunknetzen steigen als Folge dieser Entwicklungen steil an – von rund 370 Millionen Gigabyte im Jahr 2014 auf voraussichtlich 480 Millionen Gigabyte 2015. Damit wachsen auch die Anforderungen an die Infrastruktur. „Mittelfristig sind weitere Investitionen in den Breitbandausbau – sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz – nötig“, so Kempf.


Es folgen "Fragen und Antworten zur Frequenzauktion".

von Manfred Z - am 21.05.2015 10:06
Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) kommentiert das Ergebnis mit Hinblick auf die Forderungen der Mobilfunkbranche, zukünftig auch den Bereich von 470 bis 694 MHz für den Mobilfunk zuzulassen (Thema auf der WRC-15 im November):

"Der deutliche Rückgang des Spektrumswerts unterhalb von 900 MHz in den letzten Jahren spricht dafür, dass aktuell kein akuter Bedarf nach noch mehr Spektrum in diesem Teil des UHF-Bereichs für die mobile Breitbandversorgung existiert."

Zitat

23.06.2015 — Frequenzversteigerung an Mobilfunkanbieter zeigt:
Deutlicher Rückgang des UHF-Spektrumswerts für Frequenzen unter 900 MHz


Am 19. Juni endete die Frequenzversteigerung der Bundesnetzagentur. Unter anderem wurde das 700-MHz-Band versteigert, welches zuvor noch dem Rundfunk zugewiesen war. Gegen die bereits laut gewordene Forderung, das UHF-Spektrum unterhalb von 700 MHz ebenfalls für den Mobilfunk zu öffnen, sprechen die sinkenden Erlöse, die einen geringeren Bedarf in diesem Frequenzbereich für die mobile Breitbandversorgung belegen. Offenbar ist der Mobilfunk vorerst mit ausreichend Frequenzspektrum ausgestattet, um die zahlungskräftige Nachfrage nach mobiler Breitbandnutzung befriedigen. Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) plädiert daher dafür, das verbliebene UHF-Spektrum von 470 – 694 MHz bis 2030 uneingeschränkt für den Rundfunk und seine zukünftigen Dienste zu erhalten.

Die Versteigerung von Frequenzen (700 MHz, 900 MHz, 1800 MHz, 1452 – 1492 MHz) für den Mobilfunk in Deutschland ist beendet. Das 700-MHz-Band, das bislang noch vom Rundfunk für die digitale terrestrische Übertragung von TV-Programmen im Standard DVB-T genutzt wird, soll bis Mitte 2019 vollständig für die Nutzung durch den Mobilfunk geräumt werden. Der Rundfunk wird diese Ausweitung des Spektrumsbereichs für den Mobilfunk durch den Umstieg auf den neuen und effektiveren Standard DVB-T2 ermöglichen. Damit leistet er einen Beitrag zur Umsetzung der Breitbandstrategie der Bundesregierung, nach der es bis 2018 jedem Haushalt ermöglicht werden soll, einen Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zu nutzen.

Dem Rundfunk verbleibt danach noch der UHF-Frequenzbereich von 470 – 694 MHz. Auf weltweiter Ebene sind jedoch schon Bestrebungen im Gang, auch diesen Frequenzbereich für den Mobilfunk zu öffnen. Ein wichtiger Schritt dazu wäre eine sogenannte koprimäre Zuweisung dieses Frequenzbereichs an Rundfunk und Mobilfunk bei der im Herbst anstehenden World Radio Conference (WRC) 2015 der internationalen Regulierungsbehörde ITU. Sollte es dazu kommen, wäre es den einzelnen Ländern freigestellt, zu entscheiden, ob dieser Frequenzbereich weiterhin vom Rundfunk oder ganz oder teilweise vom Mobilfunk genutzt werden kann. Begründet wird diese Forderung mit einem angeblich exponentiellen Wachstum der mobilen Breitbandnutzung und dem ökonomischen Nutzen dieser Entwicklung.

Die Ergebnisse der Frequenzversteigerung in Deutschland zeigen, was den Mobilfunkunternehmen in unserem Land weiteres Spektrum für die Breitbandversorgung wert ist. Sie sind daher ein wichtiger Indikator für den tatsächlichen Bedarf nach weiteren Spektrumszuweisungen an den Mobilfunksektor. Bei der Versteigerung wurden die sechs Vergabeeinheiten von jeweils 10 MHz im 700-MHz-Band für insgesamt rund 1 Mrd. Euro vergeben. Pro MHz werden somit 16,7 Mio. Euro bezahlt. Bei der Versteigerung der 800-MHz-Frequenzen (erste „Digitale Dividende“) im Jahr 2010 wurden noch 59,6 Mio. Euro pro MHz erzielt. Der deutliche Rückgang des Spektrumswerts unterhalb von 900 MHz in den letzten Jahren spricht dafür, dass aktuell kein akuter Bedarf nach noch mehr Spektrum in diesem Teil des UHF-Bereichs für die mobile Breitbandversorgung existiert. Offenbar verfügt der Mobilfunk vorerst über ausreichend Frequenzspektrum, um die Nachfrage nach mobiler Breitbandnutzung zu befriedigen.

Die Zukunft der terrestrischen TV-Übertragung, die mit zunehmender Mobilität der Mediennutzung weiter an Bedeutung gewinnt, ist nur gesichert, wenn das verbliebene UHF-Spektrum von 470 – 694 MHz uneingeschränkt für die Rundfunkübertragung erhalten bleibt. Andererseits zeigt das Ergebnis der Versteigerung, dass auf absehbare Zeit kein dringender Bedarf des Mobilfunks nach weiterem Spektrum im Rundfunkbereich gegeben ist. Das IRT plädiert deshalb dafür, bei dem erst 2014 im „Lamy-Report“ für die EU gefundenen Kompromiss zu bleiben. Danach soll das UHF-Spektrum unterhalb von 700 MHz bis 2030 uneingeschränkt dem Rundfunk zur Verfügung stehen. 2025 soll geprüft werden, ob ab 2030 weitere Änderungen der Spektrumsverwendung erforderlich sind.


von Manfred Z - am 23.06.2015 11:48
In dieser Woche hat die ITU Radiocommunication Assembly - das oberste Leitungsgremium der ITU-R - in Genf getagt. Dazu zwei Pressemitteilungen;

Zitat

ITU Assembly endorses IMT process for timely development of 5G mobile systems..
IMT-2020 to provide lightning speed, omnipresent, ultra-reliable mobile communications.

Geneva, 29 October 2015 – The Radiocommunication Assembly today endorsed a Resolution that establishes the roadmap for the development of 5G mobile and the term that will apply to it: “IMT-2020”. The overall “Vision” for 5G systems, along with the goals, process and timeline for its development, is now in place.

The detailed technical performance requirements for the radio systems to support 5G will be developed, in close collaboration with industry and national and regional standards organizations, following the stringent timelines defined by ITU.

“The new ITU-R Resolution sets the stage for the future development of 5G mobile technologies,” said ITU Secretary-General Houlin Zhao.

“The vision for IMT-2020 and beyond opens the doors to innovation that will determine how we communicate in the future, meeting the trend towards high data traffic in the Age of the Internet of Things,” said François Rancy, Director of the ITU Radiocommunication Bureau.

Mobile communication has seen revolutionary developments and growth in recent years. New demands, including applications requiring very high data rate communications, many more devices with diverse service requirements, better quality of user experience (QoE) and better affordability, will require an increasing number of innovative solutions.

Low latency and high reliability communication, eliciting instantaneous response at a single click, is perceived as an enabler for the future development of new applications in healthcare, safety, business, entertainment, and other sectors. Future wireless systems envisage machine-to-machine (M2M) communication and the Internet of Things with applications for enhanced mobile cloud services, emergency and disaster response, real-time traffic control optimization and driverless cars using vehicle-to-vehicle and vehicle-to-road infrastructure communication, along with efficient industrial communications and smart grids.

The new 5G specifications will facilitate not only infotainment applications in shopping malls and at large public gatherings, where a large number of handsets and devices could be in use concurrently in a high data traffic situation, but also support professional use among the police, fire brigade and ambulance services using public communication networks.

User devices will have enhanced media consumption capabilities, such as Ultra-High Definition displays, mobile 3D projections, immersive video conferencing, and augmented and mixed reality displays and interfaces.

Recognizing that a connected society in the years beyond 2020 will need to accommodate a similar user experience for end-users regardless of whether they are on the move or stationary, the new 5G standards aim at maintaining high quality service at high mobility, enabling the successful deployment of applications on a moving platform, such as in cars or high-speed trains.


Zitat

ITU Radiocommunication Assembly sets future direction for wireless communications.
New communication technologies to enhance connectivity and accessibility worldwide.

Geneva, 30 October 2015 – The ITU Radiocommunication Assembly concluded today after deliberating this past week on new directions in radiocommunications. Held every three to four years, the Radiocommunication Assembly deliberated the future direction of radiocommunications and reached significant decisions that will influence the future development of radiocommunications worldwide in an increasingly wireless environment.

The Radiocommunication Assembly (RA-15) was chaired by Mr Akira Hashimoto (Japan). Around 460 participants from 97 countries attended the Assembly.

“The ITU Radiocommunication Sector plays a central role in the technological progress of telecommunications and information and communication technologies,” said ITU Secretary-General Houlin Zhao, noting that issues facing the ICT sector have become increasingly diverse and complex.

“At a time when technical solutions require greater innovation and skill, this Radiocommunication Assembly addressed the rapid changes underway in the global telecommunications environment in a manner commensurate with its future needs,” said François Rancy, Director of the ITU Radiocommunication Bureau.

RA-15 set future work programmes on many technical issues in the field of radiocommunications and approved worldwide radiocommunication standards (ITU-R Recommendations). Resolutions were approved to focus future studies and new radiocommunication techniques and applications while also agreeing on changes to streamline the working methods of the ITU Radiocommunication Sector (ITU-R).

IMT-2020 Resolution approved, paving the way for 5G mobile systems

RA-15 established the principles and processes for the development of IMT-2020 – the next-generation 5G mobile system – as an extension of ITU’s existing family of global standards for International Mobile Telecommunication systems (IMT-2000 and IMT-Advanced), which serve as the basis for all of today’s 3G and 4G mobile systems. The World Radiocommunication Conference (WRC-15), in session 2-27 November, will address the requirements for additional spectrum to support IMT mobile broadband.

The 5G systems, set to become available in 2020, will usher in new paradigms in connectivity in mobile broadband wireless systems to support, for example, extremely high definition video services, real time low latency applications and the expanding realm of the Internet of Things.

Internet of Things (IoT)

International standards for the Internet of Things (IoT) technologies and its applications, including machine-to-machine (M2M) networks, smart cities and Ubiquitous Sensor Networks (USN) have been under development in the ITU Standardization Sector (ITU-T) and other standards bodies. RA-15 recognized that the globally connected world of IoT builds on the connectivity and functionality made possible by radiocommunication networks and that the growing number of IoT applications may require enhanced transmission speed, device connectivity, and energy efficiency to accommodate the significant amounts of data among a plethora of devices.

RA-15 resolved to conduct studies on the technical and operational aspects of radio networks and systems for IoT in collaboration with ITU-T and relevant standards development organizations.

Small satellites

RA-15 examined the issues related to the growing number of small satellites (with a mass less than 100 kg), including nanosatellites (typically 1 to 10 kg in mass) and picosatellites (typically 0.1 to 1 kg in mass), which provide an affordable means to access orbital resources for new entrants in space, including new space-faring nations. RA-15 resolved to develop material, such as Recommendations (standards), Reports, and a Handbook on small satellites, to enhance knowledge of the procedures for submitting filings of satellite networks to ITU. RA-15 also requested the ITU Secretary-General to bring this Resolution to the attention of the United Nations Committee On Peaceful Use of Outer Space.

Accessibility

RA-15 recognized the ongoing work in the Radiocommunication Sector (ITU‑R) to support and protect the needs of persons with disabilities and persons with specific needs. It asked ITU-R to continue studies and research related to accessibility in the development of devices and applications while promoting compatibility of new technologies. ITU-R will conduct these studies in collaboration with ITU’s Telecommunication Standardization and Development sectors and in consultation with persons with disabilities and specific needs.


von Manfred Z - am 31.10.2015 16:57
Pressemitteilung der ITU zur Eröffnung der Weltfunkkonferenz WRC-15:

Zitat

2015 World Radiocommunication Conference opens
Treaty-making Conference to allocate spectrum for rapidly evolving ICTs

Geneva, 2 November 2015 – The World Radiocommunication Conference, the international treaty-making Conference, opened in Geneva today. In session from 2 to 27 November, the Conference will review the international regulatory framework for radiocommunications – the Radio Regulations – and revise them as needed. This process will take into account the rapid evolution of information and communication technologies (ICT), ensuring the global management of the radio-frequency spectrum and satellite orbits, and enabling people to live and travel safely while enjoying high performance radiocommunications.

Mr Festus Yusufu Narai Daudu of Nigeria was appointed Chairman of the World Radiocommunication Conference along with six Vice Chairmen: Mr A. Jamieson (New Zealand), Mr Y. Al-Bulushi (Oman), Mr D. Obam (Kenya), Ms D. Tomimura (Brazil), Mr A. Kühn (Germany), and Mr N. Nikiforov (Russian Federation).

Over 3000 participants, representing more than 160 out of ITU’s 193 Member States are expected to attend the 2015 World Radiocommunication Conference (WRC-15). About 100 observers from among ITU’s 700 private sector members along with international organizations will also attend the conference.

“The 2015 World Radiocommunication Conference will define new and better ways to regulate radio services and applications,” said ITU Secretary-General Houlin Zhao. “In a world where radiocommunications play an increasingly important role in connecting people, I am convinced that the outcome of the conference will contribute towards making the world a better place for all.”

“With the relentless expansion of wireless services worldwide, all services relying on radio waves are competing for a share of the radio-frequency spectrum to support new applications, growing user numbers and exploding traffic,” said François Rancy, Director of ITU’s Radiocommunication Bureau. “The deliberations at WRC-15 and its outcomes will ensure that we can maintain a stable, predictable and universally applied regulatory environment that secures long-term investments for a multi-trillion dollar industry.”

WRC-15 will address a number of key issues, in particular:

-- Mobile broadband communications: Provision of additional frequencies to meet the rapidly growing demand for mobile broadband communications.

-- Emergency communications and disaster relief: Allocation of frequencies for advanced public protection and disaster relief.

-- Monitoring the environment and climate change: New allocations for earth-exploration satellite services with higher resolution radar imagery for improved global environmental monitoring.

-- Unmanned aircraft and wireless avionics systems: Spectrum for the aeronautical sector, related to the use of unmanned aircraft systems, and wireless avionics intra-communications to allow for the heavy and expensive wiring used in aircraft to be replaced by wireless systems.

-- Global flight tracking for civil aviation: WRC-15 will consider allocating spectrum for global flight tracking for improved safety.

-- Enhanced maritime communications systems: Maritime communications, facilitating the use of on-board digital transmissions and automatic identification system on vessels for improved navigation safety.

-- Road Safety: Allocation of frequencies for short range, high-resolution radars for collision avoidance systems in vehicles for increased road safety.

-- Operation of satellite systems: Allocation of spectrum for broadband satellite systems; providing for earth stations on-board moving platforms, such as ships and aircraft; and improving coordination procedures to make more efficient use of spectrum and satellite orbits.

-- Universal Time: examining the feasibility of achieving a continuous reference time-scale, by modifying Coordinated Universal Time (UTC).


von Manfred Z - am 03.11.2015 09:04
Mal ein paar Richtigstellungen:

Es gibt einen Entwurf der EU-Kommission vom Mai 2016 mit dem Titel "Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates über die Nutzung des Frequenzbands 470-790 MHz in der Union"

Jetzt ist ein Bericht des EU-Parlaments mit den Änderungsanträgen der zuständigen Ausschüsse veröffentlicht worden. Beschlossen ist noch nichts.

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A8-2016-0327+0+DOC+PDF+V0//DE

Niemand sollte erwarten, dass Festlegungen enthalten sind, die über die Vorschläge im Lamy-Report hinausgehen:
- Räumung des 700-Mhz-Bandes 2020, in Einzelfällen spätestens 2022,
- Überprüfung der Nutzung des Bereiches unter 700 Mhz ca. 2025.
- Sicherung der bisherigen TV-Nutzung bis mindestens 2030


Artikel 4 betrifft den Bereich 470-694 MHz. Entwurf der Kommission (letzter Stand):

>> (1) Die Mitgliedstaaten sorgen entsprechend dem nationalen Rundfunkbedarf für die Verfügbarkeit des Frequenzbands 470–694 MHz oder von Teilen dieses Bands für die terrestrische Bereitstellung audiovisueller Mediendienste für ein breites Publikum, einschließlich des frei zugänglichen Fernsehens, und für die Nutzung durch drahtlose Audio-PMSE-Ausrüstungen. Die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass eine anderweitige Nutzung des Frequenzbands 470–694 MHz in ihrem Hoheitsgebiet keine funktechnischen Störungen bei der terrestrischen Bereitstellung audiovisueller Mediendienste in benachbarten Mitgliedstaaten verursacht.

(2) Genehmigen die Mitgliedstaaten die Nutzung von Frequenzen des Frequenzbands 470-694 MHz über das Fernsehen hinaus auch für andere terrestrische Systeme, die elektronische Kommunikationsdienste bereitstellen können, so beschränken sie eine solche Nutzung auf die Abwärtsstrecke (Nur-Downlink). Verpflichtungen, die sich aus internationalen Übereinkünften und aus dem Unionsrecht ergeben, bleiben von einer solchen Nutzung unberührt. > (1) Die Mitgliedstaaten sorgen entsprechend dem nationalen Rundfunkbedarf für die Verfügbarkeit des Frequenzbands 470–694 MHz bis 2030 für die terrestrische Bereitstellung von Rundfunkdiensten für ein breites Publikum, einschließlich des frei zugänglichen Fernsehens und innovativer nutzerorientierter Initiativen, und für die Nutzung durch drahtlose Audio-PMSE-Ausrüstungen, wobei dem Grundsatz der Technologieneutralität Rechnung getragen wird. Im Hinblick darauf fördern die Mitgliedstaaten die Zusammenarbeit der Rundfunkveranstalter, Rundfunkbetreiber und Mobilfunkbetreiber, um die Konvergenz von audiovisuellen Plattformen und Internetplattformen und die gemeinsame Nutzung von Frequenzen zu erleichtern.

Alle Mitgliedstaaten gewährleisten, dass eine anderweitige Nutzung des Frequenzbands 470–694 MHz in ihrem Hoheitsgebiet mit dem jeweiligen nationalen Rundfunkbedarf vereinbar ist und keine funktechnischen Störungen bei der terrestrischen Bereitstellung von Rundfunkdiensten in benachbarten Mitgliedstaaten verursacht.

(2) Genehmigen die Mitgliedstaaten die Nutzung von Frequenzen des Frequenzbands 470-694 MHz über das Fernsehen hinaus auch für andere terrestrische Systeme, mit denen elektronische Kommunikationsdienste bereitgestellt werden können, so tragen sie dem nationalen Bedarf an der Verbreitung von Rundfunkdiensten für ein breites Publikum Rechnung. Verpflichtungen, die sich aus internationalen Übereinkünften, wie etwa Abkommen über die grenzübergreifende Koordinierung in Frequenzfragen, ergeben, bleiben von einer solchen Nutzung unberührt. > entfällt.

Begründung

Die sogenannte „Flexibilität“ sollte aus dem Vorschlag gestrichen und das UHF-Band unter 700 MHz mindestens bis Ende 2030 weiterhin für den digitalen Rundfunk genutzt werden.

von Manfred Z - am 16.12.2016 10:21
Welche Art von Nutzung in den den diversen Frequenzbereichen möglich ist, wird in den Radio Regulations (RR) der ITU für drei Regionen festgelegt. Für Europa gelten die Regeln der Region 1. Das Electronic Communications Committee (ECC) der CEPT kann weitere Nutzungsregeln beschließen.

Nach Abschluss der Weltfunkkonferenz WRC-15 hat das ECC die EUROPEAN TABLE OF FREQUENCY ALLOCATIONS AND APPLICATIONS IN THE FREQUENCY RANGE 8.3 kHz to 3000 GHz (ECA TABLE) neu herausgegeben (Stand Juni 2016).

http://www.erodocdb.dk/Docs/doc98/official/pdf/ERCREP025.PDF

Für das UHF-Fernsehband findet man diese Einträge:

RR Region 1 Allocation 	European Common Allocation 	ECC/ERC 	Applications 			Standard 	Notes	
and RR footnotes and ECA Footnotes harmonisation
applicable to CEPT measure
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

470 MHz - 694 MHz

BROADCASTING BROADCASTING Broadcasting (terrestrial) EN 302 296 Geneva Agreement 2006.
5.149 ECA 13 EN 302 297 TV Broadcasting
5.291A EN 302 998
5.296
5.306 PMSE Mobile applications
5.311A restricted to SAB/SAP
incl. radio microphones
Radio astronomy

ERC/REC 70-03 Radio microphones and ALD EN 300 422

Wind profilers Limited to 470-494 MHz.
Geographical sharing with
other Services
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

694 MHz - 790 MHz

BROADCASTING BROADCASTING Broadcasting (terrestrial) EN 302 296 Geneva Agreement 2006.
MOBILE EXCEPT MOBILE EXCEPT EN 302 297 TV Broadcasting
AERONAUTICAL MOBILE AERONAUTICAL MOBILE EN 302 998
5.312A 5.317A
5.300 ECC/DEC/(15)01 MFCN EN 301 908
5.311A ECC/REC/(15)01
5.312
PMSE SAB/SAP incl. radio microphones

ECC/DEC/(16)02 PPDR BB-PPDR options in
ECC/REC/(16)03 698-703/753-758 MHz,
703-733/758-788 MHz and
733-736/788-791

ERC/REC 70-03 Radio microphones and ALD EN 300 422 Within the band 470-789 MHz
on a tuning range basis
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

790 MHz - 862 MHz

BROADCASTING BROADCASTING -- This band is planned for
FIXED MOBILE EXCEPT AERONAUTICAL MOBILE future mobile applications,
MOBILE EXCEPT 5.312 ECA 13 based on the RR provisions
AERONAUTICAL MOBILE
Broadcasting (terrestrial) EN 302 296 Geneva Agreement 2006.
TV Broadcasting

MFCN EN 301 908

PMSE SAB/SAP radio microphones

ERC/REC 70-03 Radio microphones and ALD EN 300 422 Within the band 823-832 MHz

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Footnotes beschreiben abweichende Regelungen für einzelne Länder.

Abkürzungen:

ALD: Assistive Listening Devices (Hörgeräte, Funkkopfhörer)
MFCN: Mobile/Fixed Communication Networks
PMSE: Programme Making and Special Events (z.B. Funkmikrofone)
PPDR: Public Protection and Disaster Relief (BOS-Dienste)
SAB: Services Ancillary to Broadcasting
SAP: Services Ancillary to Programmin


von Manfred Z - am 24.12.2016 14:06
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