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ARD und ZDF wollen keine Einspeisegebühren mehr zahlen

Startbeitrag von BetacamSP am 18.01.2012 20:16

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ARD-und-ZDF-wollen-nicht-mehr-fuers-Kabel-zahlen-1416612.html

:spos: Gefällt mir!

Endlich lösen sich die Öffis dadurch los von der Kabelmafia...Das kann ja auch nicht angehen, dass jahrzehntelang die Kabelnetzbetreiber da doppelt abkassieren. Irgendwann muss mit dieser Abzockerei Schluss sein.

Die 50 interessantesten Antworten:

Es wird halt mal Zeit, dass die Kabelgesellschaften auch etwas für die Kohle bieten und nicht mehrfach abzocken, nur für die eigene Tasche.

Analogem Kabel wiegt das kostenlose DVB-T gegen.
Also dürfte dafür gar nichts mehr berechnet werden, nur noch für´s digitale Fernsehen und dann bitte pro Haushalt, wie bei analogem Kabelfernsehen, nicht pro Gerät.

Ich sehe Kabelanschluss immer noch als eine Empfangsdienstleistung.
Die stellen die Schüssel und die Umsetzer statt Multischalter auf und legen die Kabel.
Dafür bekommen sie vom Kabelkunden Geld.
Mehr Geld dürfte nicht fließen.

Zusatzdienste auf dem Kabel im Sinne von Provider statt Dienstleister kosten eh zusätzlich.

Eigentlich müsste sogar mal Nägel mit Köpfen gemacht werden.
10 Euro im Monat fest für Kabel Digital (1 Haushalt), Kabel Analog aus!
Was bei Antennenfernsehen ging, geht bei Kabel auch.
Dafür müssten die Programme, die über 19.2 Grad Ost Sat und DVB-T frei, kostenlos und unverschlüsselt verbreitet werden, im Kabel ebenso frei und unverschlüsselt eingespeist werden.

Ich bin schon ewig dafür, dass dieses Grundangebot und eine entsprechende Vorschrift mal gesetzlich festgehalten wird, aber man kann oder will einfach nicht.

von Matthias K. - am 18.01.2012 21:14
Zitat
Matthias K.
Die können froh sein, wenn sie bald nicht mehr nur noch die Kunden haben, die aus irgendeinen Grund nicht zu DVB-S oder DVB-T wechseln können oder wollen.

Die Methodik mit dem Verschlüsseln von Free-TV-Programmen, um dann mehrfach pro Haushalt abzuzocken ist mehr als nur kundenfeindlich.

Ich kenne nur wenige, die zu digital-TV im Kabel gewechselt sind, obwohl sie´s eigentlich gerne würden.
Zwangszusatzbox oder teureres Mietmodul, pro TV, Computer, Videorekorder, das geht dann spätestens zu weit.
Ein typisches Bild ist, deswegen weiter analog zu schauen oder sich wieder nur auf die ÖR zu beschränken.


Aber du kannst dem Ganzen auch sympatisch aus dem Weg gehen, indem du die Privaten weiterhin analog schaust und die ÖR digital..;)


Zitat
Rheinmain701
Richtig. Offiziell müssen nur ARD, ZDF, und das lokal zuständige Dritte analog ins VHF-Band (wichtig! kein UHF- oder Sonderband) eingespeist werden. Alles andere ist optional.


MÜSSEN ins VHF? An heutigen Geräten, wo man schon standardmäßig den automatischen Suchlauf hat, ist das doch egal? Früher, mit alten Fernsehgeräten, in denen noch ein kleines Rad verbaut war, um von Kanal zu Kanal zu wechseln - da hätte das weitaus mehr Sinn gemacht.

von BieMa - am 18.01.2012 21:44
Einerseits haben ARD und ZDF mit ihrer Haltung recht, daß sie keine Einspeisegebühren an die Kabelnetzbetreiber zahlen wollen. Wenn aber andererseits die Konsequenz daraus wäre, daß die neuen öffentlich-rechtlichen HD-Sender nicht oder nur teilweise in die Netze der großen Kabelnetzbetreiber eingespeist werden, dann sind wieder einmal die Zuschauer die gelackmeierten. Dieser ganze Hickhack zwischen Kabelnetzbetreibern und den Sendern geht grundsätzlich immer zu Lasten des Zuschauers, der die Sender letztendlich nicht sehen kann. Es wäre absolut inakzeptabel, wenn die in einigen Monaten startenden öffentlich-rechtlichen HD-Sender nur über Satellit und einige kleinere Kabelnetze gesehen werden können, ein Großteil der Zuschauer aber ausgesperrt wird. Schließlich wurden nicht Millionen von Gebührengeldern in die Umrüstung auf eine neue Technik investiert, damit nur ein Teil der Zuschauer davon profitieren kann.

Es wird Zeit, daß es eine Must-Carry-Regelung gibt, welche die Einspeisung sämtlicher öffentlich-rechtlicher Sender und selbstverständlich auch die HD-Varianten vorschreibt. GEZ-Gebühren zahlen schließlich alle Fernsehnutzer und somit finanzieren sie auch die HD-Ausstrahlung, also sollte sie ihnen auch zugänglich sein. Gut, jetzt könnte man fragen, was ist mit DVB-T? Dort wird es aus technischen Gründen schwierig, HD-Sender anzubieten. Jedoch DVB-T wird nur von einer Minderheit genutzt. Im Kabelanschluß wäre die Einspeisung der öffentlich-rechtlichen HD-Sender jedoch technisch kein Problem (ggf. müßten ein paar analoge Kanäle abgeschaltet werden) und Kabel ist der meistgenutzte Empfangsweg. Hier sollten die öffentlich-rechtlichen HD-Sender ohne Wenn und Aber angeboten werden und wenn die Netzbetreiber es nicht freiwillig machen, muß man sie eben dazu verdonnern. In der Schweiz funktioniert es doch genau so, dort ist die Einspeisung aller öffentlich-rechtlichen Sender verpflichtend. Hier sollte es genauso sein.

von Lahnwelle - am 19.01.2012 09:46
90% der Schüsselverbote sind auch jetzt schon Null und nichtig, man müsste sich nur die Mühe machen, dagegen zu klagen. Grundlage ist immer Artikel 5 Grundgesetz, welches den freien und ungehinderten Zugang zur Information gewährleistet. Dazu gehört nicht nur selbstverständlich ARD und ZDF, sowie beispielsweise auch Russia Today oder Al Jazeera. Irgend einen passenden Grund, was nicht im Kabel zu empfangen ist, aber wo man persönlich Wert drauf legt, findet man immer. Daneben sind pauschale Verbote nicht zulässig, beispielsweise eine aufgestellte (nicht montierte) Schüssel auf der Terasse oder Balkon kann im Normalfall nicht verboten werden. Es ist kein sachlicher Grund, und damit kein besonderes Interesse des Vermieters, erkennbar, wieso eine unsichtbare oder nur schwer sichtbare Schüssel verboten werden kann. Der Vermieter hat natürlich einen Anspruch darauf, dass sein Haus nicht beschädigt oder verschandelt wird, er kann also einen Platz zur Montage zuweisen. Die beiden letzten Gründe funtionieren auch immer bei Schüsselverboten wegen Denkmalschutz, insbesondere bei einem generellen Schüsselverbot per Gemeindesatzung. Ich würde es in so einem Fall immer auf eine Klage ankommen lassen.

Das alles ist den Kabelbetreibern durchaus bewusst. In Städten mit hervorragender DVB-T Versorgung wie Berlin oder dem Ruhrgebiet laufen den Kabelbetreibern die Kunden scharenweise davon. Die ausländischen Mitbürger hatten schon immer eine Schüssel. Wenn jetzt noch ARD und ZDF rausfliegen, oder auch nur die Oma in Stuttgart, Köln oder Hamburg nicht mehr MDR gucken kann (ich nenne jetzt absichtlich westdeutsche Städte, wo der Grundversorgungsauftrag dieser Sender nicht gilt), wird der Vertrag gekündigt. Ohne die Programme der ARD und des ZDF kann das Kabelnetz sich zuscheißen lassen. Das ist den Verantwortlichen jetzt auch aufgegangen, und nach 30 Jahren lässt man sich endlich nicht mehr verarschen.

von Bolivar diGriz - am 19.01.2012 11:30
@ Matthias K.

Zitat

Eigentlich müsste sogar mal Nägel mit Köpfen gemacht werden.
10 Euro im Monat fest für Kabel Digital (1 Haushalt), Kabel Analog aus!
Was bei Antennenfernsehen ging, geht bei Kabel auch.


Ganz und gar nicht. Terrestrisches Analogfernsehen wurde kaum genutzt - ganz im Gegenteil zu Kabel analog. Man müßte es aber schon so machen, daß Kabel digital mit den über Sat unverschlüsselt empfangbaren Sendern im Grundpreis, den man jetzt für Kabel analog bezahlen muß, mit drin ist. Dann gäbe es da eine Chance, Kabel analog mittelfristig abzuschalten.



@ Mr. John Doe

Zitat

Wäre es irgendwie technisch möglich, daß die Kabelanbieter einfach das Sat Signal (beispielsweise von Astra 19,2 grad Ost) 1 zu 1 ins Kabel einspeisen, so daß man keinen DVB-C sondern einen DVB-S Empfänger bräuchte, aber selber keine Sat Schüssel aufstellen muß?


Nein! Dann müßte man die 1. ZF (also das, was nach dem LNB rauskommt, nämlich 950 bis 2150 MHz) verteilen und das liese sich bestenfalls innerhalb einer Wohnanlage machen. Im Kabelnetz wäre die Dämfpung für diesen Frequenzbereich viel zu hoch und die Verstärker müßten alle ausgetauscht werden, da die bestenfalls bis 860 MHz gehen.

Zudem läßt lassen sich 4 x (950 bis 2150 MHz) = 4800 MHz nicht im Kabel unterbringen. Es sei denn man setzt die 1. ZF mit nur den gewünschten Transpondern neu zusammen. Das würde sich für eine Wohnanlage mit Baumverteilung lohnen. Für ein Kabelnetz wäre die Umsetzung auf DVB-C einfacher.


Zitat

Wäre mir ja ganz recht, wenn KDG dies endlich mal täte, da dann die unsäglichen S02 und S03 wegfallen würden, welche ja bei vielen Leuten Probleme machen, die eine zu lange Wohnungsverkabelung haben oder zu stark verzweigt haben.


Das dürfte eigentlich nicht sein. Denn in diesem Bereich lag früher DSR, sodaß das selbst die steinälteste Kabelanlage korrekt verteilen müßte.



@ BieMa

Zitat

MÜSSEN ins VHF? An heutigen Geräten, wo man schon standardmäßig den automatischen Suchlauf hat, ist das doch egal? Früher, mit alten Fernsehgeräten, in denen noch ein kleines Rad verbaut war, um von Kanal zu Kanal zu wechseln - da hätte das weitaus mehr Sinn gemacht.


Damals in den frühen Jahren des Kabelanschlußes war es so geregelt, daß Wohneinheiten innerhalb eines verkabelten Gebäudes, die keinen Kabelanschluß haben wollten, eine Frequenzweiche vorgeschaltet bekamen, die nur alles bis 230 MHz (oder so ähnlich) durchließen. Deshalb mußten unterhalb dieser Grenze ARD, ZDF und das jeweilige Dritte liegen.

Das sollte die durch den Kabelanschluß fehlende Dachantennenverteilung (die der Vermieter bereitstellen mußte) ersetzen.



@ Wiesbadener

Zitat

In der Vergangenheit blieben die Netzbetreiber immer stur. Es gab ja schon häufiger Protest an den Einspeisungsentgelten, zuletzt durch Klassik Radio. Das ganze hat nichts bewirkt, außer dass die Netzbetreiber den Sender abgeschaltet haben. Die sitzen so hoch auf ihrem Ross, da würden sie auch ARD und ZDF abschalten.


Der UKW-Empfang über Kabelanschluß führt aber ein absoluten Nischendasein. Ganz im Gegensatz zum TV-Emfpang von ARD und ZDF sowie den anderen großen TV-Sendern.

von Kay B - am 19.01.2012 18:36
Zitat
Lahnwelle
Es wird Zeit, daß es eine Must-Carry-Regelung gibt, welche die Einspeisung sämtlicher öffentlich-rechtlicher Sender und selbstverständlich auch die HD-Varianten vorschreibt. GEZ-Gebühren zahlen schließlich alle Fernsehnutzer und somit finanzieren sie auch die HD-Ausstrahlung, also sollte sie ihnen auch zugänglich sein. Gut, jetzt könnte man fragen, was ist mit DVB-T? Dort wird es aus technischen Gründen schwierig, HD-Sender anzubieten. Jedoch DVB-T wird nur von einer Minderheit genutzt.


Die Ausstrahlung von HD-Programmen über DVB-T ist keineswegs technisch schwierig; sie kostet nur etwas mehr als SD, nämlich Bandbreite. Man hat sich in D entschieden, über DVB-T vorerst kein HD anzubieten. Für den angepeilten Kreis der Gelegenheitszuschauer mag das ja auch Sinn machen. Bandbreite wäre aber genug vorhanden - viele der zugeteilten UHF-Kanäle liegen bekanntlich wegen der Zurückhaltung kommerzieller Anbieter bisher brach.

In UK und in Frankreich hat man anders als in D entschieden: Über Freesat in UK werden derzeit vier HD-Programme angeboten: http://freeview.co.uk/HD . Mit Ausnahme von NHK HD ist das nicht weniger als über Freesat. Der terrestrische Empfangsweg ist dort auch nach der Analogabschaltung weit verbreitet, und man findet Freeview sogar an Hotel-Fernsehern, die die alten Röhren-Glotzen abgelöst haben.

Aus Frankreich empfange ich hier im Grenzgebiet ebenfalls vier unverschlüsselte HD-Programme über TNT: http://www.haute-definition.info/tag/tnt-hd . Zwei zusätzliche MUXe mit insgesamt sechs weiteren HD-Programmen sind dort ausgeschrieben worden. Weitere HD-Inhalte dürften mit der langfristig geplanten Umstellung auf DVB-T2 hinzu kommen.

73 de Uli

von ulionken - am 19.01.2012 20:07
@ transponder

Zitat

Die Kabelnetzbetreiber wollen sich auf dieses Nullsummen-Spiel hingegen nicht einlassen.


Was wollen sie denn groß machen, wenn ARD und ZDF ihnen zurecht den Geldhahn zudrehen.


Zitat

Ein Vertreter des Marktführers Kabel Deutschland sagte der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe), man könne nicht nachvollziehen, dass für die Übertragung per Satellit und Hausantenne von den Sendeanstalten weiterhin gezahlt werde, man aber den Kabelsektor ausklammern wolle.


Mmmmmhhh, ich würde mal sagen, weil das Kabel nicht jedem zugänglich ist und somit auch nicht über die Rundfunkgebühr finanziert werden sollte.


Zitat

Es gebe keinen Grund, das seit Jahren existierende Vertragsmodell in Frage zu stellen.


Das da vorsieht, daß das Kabel in der Fläche weiter ausgebaut wird. So zumindest die Absichten aus den 1980er Jahren. Seit den 1990er Jahren haben sich die Kabelanbieter aber selbst nicht mehr an dieses "Vertragsmodell" gehalten. Dann ist es natürlich echt seltsam, daß die öffentlich-rechtlichen Sender dieses "Vertragsmodell" nun in Frage stellen. :rolleyes:



@ Wrzlbrnft

Zitat

Wobei auch die Argumente der Kabelmafia nicht so aus der Luft gegriffen sind. Man zahlt jährlich Unsummen an Astra zur Verbreitung der dutzenden ARD- und ZDF-Programme, die "der deutsche Steuerzahler grundsätzlich auch ohne Schüssel empfangen könnte" (eine entsprechende DVB-T-Verbreitung vorausgesetzt).


Doch, es ist schon aus der Luft gegriffen. Den öffentlich-rechtlichen Sendern ging es um eine alternative flächendeckende Verbreitung ihrer Programme, die sie anfänglich im Kabel sahen. In einer Zeit, als man noch beabsichtigte, das ganze Land zu verkabeln.

Diese alternative flächendeckende Versorgung hat sich nunmal über Satellit etabliert. Und zwar soweit, daß sie nicht mehr die alternative Versorgung, sondern die Hauptversorgung geworden ist.

Sicherlich könnte man auf einen preisgünstigeren Satelliten wechseln. Da wären die Kosten pro Nutzer dann aber weithaus höher, weil man bei weitem nicht mehr so viele Zuschauer erreicht wie über Astra.

In der Schweiz mag das bei der hohen Kabeldichte mit der Versorgung der paar deutschschweizer Satellitenhaushalte über einen Satelliten abseits von Astra funktionieren; hier in Deutschland aber nicht.

von Kay B - am 20.01.2012 13:48
@ RheinMain701

Zitat

Wie hoch muss das Verhältnis dann erst zu Analog-TV-Zeiten gewesen sein, 98 : 2?


Damals soll der Anteil an Zuschauern, die terrestrisch empfangen, 4 Prozent gewesen sein. Da machten halt auch die Ballungsräume, in denen einige private TV-Programme terrestrisch empfangbar waren, etwas aus.



@ mago

Zitat

Kabel-TV ist ja eh bei uns komisch. Ich meine mich zu entsinnen, dass es in anderen Ländern sogar so ist, dass Anbieter, den Sendern Geld zahlen damit sie ausgestrahlt werden dürfen.


In Ländern, in denen Kabelfernsehen von Anfang an eine kommerzielle Einrichtung war, müssen die Endkunden für die Übertragung (also das Kabelnetz) und die Inhalte (also die Sender) bezahlen. Hierbei lassen sich zu einem Grundangebot weitere Sender dazubuchen. Im Analogbereich wird das über Bandpässe geregelt, im Digitalbereich (DVB-C) über Verschlüsselung. Der Kabelnetzbetreiber führt dann die Gebühren an die TV-Sender ab.

In deutschland sollte das Kabelnetz etwas öffentliches werden und dem Gemeinwohl dienen. Deshalb auch die Subventionen seitens des Staates, der Bürger (Kabelgroschen) und der öffentlich-rechtlichen Sender. Seit der Privatisierung der Kabelnetze ist dieses, seitens der Kabelanbieter hochgelobte Vertragsmodell aber hinfällig.


Zitat

Wären die Privaten schlau, würden sie sich auch nicht so gängeln lassen sondern anstatt von DVB-T ab, aufspringen.


Die Privaten wollen es sich mit den Kabelanbietern sicher nicht ganz so verscherzen, da sie - im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Sendern - eine Grundverschlüsselung anstreben.

von Kay B - am 20.01.2012 18:23
Zitat
Kay B
Damals in den frühen Jahren des Kabelanschlußes war es so geregelt, daß Wohneinheiten innerhalb eines verkabelten Gebäudes, die keinen Kabelanschluß haben wollten, eine Frequenzweiche vorgeschaltet bekamen, die nur alles bis 230 MHz (oder so ähnlich) durchließen. Deshalb mußten unterhalb dieser Grenze ARD, ZDF und das jeweilige Dritte liegen.

Das sollte die durch den Kabelanschluß fehlende Dachantennenverteilung (die der Vermieter bereitstellen mußte) ersetzen.


Wegen der Sache, dass die drei Grundversorgungssender ins VHF Band müssen:

Das hat nicht nur den schon genannten Grund, dass es TV-Geräte ohne UHF geben könnte. Das anzunehmen ist auch nicht mehr zeitgemäß.
Es hat einen anderen Grund, der auch noch heute wichtig ist:
Es gibt Wohnanlagen, in denen die Grundversorgung auch für Teilnehmer verfügbar sein muss, die den Kabelanschluss selbst nicht nutzen und demzufolge auch nicht zahlen (zum Beispiel, weil es keine andere Möglichkeit gibt, die Programme im Haus sonst zu empfangen)
In deren Leitungen kommen die sogenannten Grundleistungsfilter. Und die setzen voraus, dass sich die Rundversorgungsprogramme auf VHF befinden (ARD ist sogar in einem großen Teil des Bundesgebietes auf dem selben Kanal).
Der Vorteil ist, dass man fast überall die gleichen Filter einsetzen kann.
Das war nicht nur in den frühen Jahren so, das wird noch immer so gemacht.

Zitat
Mr. John Doe
Wäre mir ja ganz recht, wenn KDG dies endlich mal täte, da dann die unsäglichen S02 und S03 wegfallen würden, welche ja bei vielen Leuten Probleme machen, die eine zu lange Wohnungsverkabelung haben oder zu stark verzweigt haben. Die höheren Frequenzen sind da offensichtlich etwas robuster. Die Frage ist nur, wann dies KDG mal macht.

Das kann ich so nicht stehen lassen :D.
Das angesprochene S02/S03 Problem hat nichts mit den Leitungslängen zu tun.
Viel mehr mit den Antennendosen. Wenn es solche sind, die UKW und TV auf je eine Buchse splitten, so sind die Filter darin so ausgelegt, dass S02/S03 an der UKW-Buchse anliegen und nicht an der TV-Buchse.
Solche Dosen werden für Kabelfernsehen nicht mehr neu verwendet (bzw. besser gesagt sollten dafür nicht verwendet werden ;-)).
Bei zu langen Leitungen oder zu großer Verteilung werden die hohen UHF Frequenzen stark gedämpft, aber nicht S02/S03, die sind VHF...
UM hat, nachdem jahrelang das RTL-Paket auf dem betroffenen Kanal lag und es Störungsmeldungen hagelte (wobei man dann die korrekte Dose kostenlos eingebaut bekam), inzwischen einfach die Kanäle anders belegt, auf den Problemkanälen ist jetzt "Kino auf Abruf".
Auch nett, wenn man sich da einen Film bestellt hat, den man ja vorher bezahlen muss, und dann aber erst am Ausstrahlungszeitpunkt feststellt, dass man den Kanal nicht an der Dose empfängt (vorher kann man es ja nicht testen, da verschlüsselt :D)

von WiehengeBIERge - am 21.01.2012 09:08
@ freiwild

Zitat

In den USA zahlen die Kabelnetzbetreiber Geld an die Sender (auch an die frei empfangbaren) dafür, dass sie deren Programme verbreiten dürfen. OK, dort gibt es auch Konkurrenz zwischen verschiedenen Kabelnetzbetreibern darum, das attraktivere Angebot zusammenzustellen.


In den USA ist es in der Regel so, daß die Verteilung von Energie, Telephon und Kabelfernsehen überirdisch über Holzmasten erfolgt. Befestigt dann jeder Kabelanbieter - wenn es mehrere gibt - eigene Kabel? Oder wird das anders geregelt?



@ WiehengeBIERge

Zitat

Wenn es solche sind, die UKW und TV auf je eine Buchse splitten, so sind die Filter darin so ausgelegt, dass S02/S03 an der UKW-Buchse anliegen und nicht an der TV-Buchse.


Das war wegen DSR, das auf 118 MHz übertragen wurde.


Zitat

Solche Dosen werden für Kabelfernsehen nicht mehr neu verwendet (bzw. besser gesagt sollten dafür nicht verwendet werden ;-)).


Die Dosen, die derweil eingebaut werden, haben immer noch die Unterteilung Radio, TV und zusätzlich noch eine F-Buchse für den Rückkanal. Trennen die jetzt S02 und S03 korrekt oder gibt es damit immer noch Probleme?

Eigentlich ist dieser Bandpass für TV und Radio doch unnötog. Es ist doch Wurscht, ob am TV-Gerät das UKW-Band oder an der Stereoanlage die TV-Bänder mit anliegen.

von Kay B - am 21.01.2012 14:55
Zitat
Ulrich Hilsinger
Wenn ich bestimmte Dinge via DVB-T sehen will, zahle ich als Kunde für den Übertragungsweg (zumindest in Stuttgart für die Privaten).
Wenn ich bestimmte Dinge via DVB-S sehen will, zahle ich als Kunde für den Übertragungsweg (zumindest bei den Privaten in HD).


Ich zahle auch beim Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme über DVB-T oder über DVB-S einen Teil der Kosten des Übertragungswegs bis zum Empfänger. Ich muss mir nämlich eine Empfangsantenne für DVB-T oder DVB-S installieren (lassen), es sei denn, ich wohne direkt im Inhouse-Einzugsbereich eines DVB-T-Senders. Für eine Erstinstallation kommt da mit Blitzschutz und Arbeitslohn locker ein Tausender zusammen.

Zitat
Ulrich Hilsinger
Wenn ich bestimme Dinge via DVB-C sehen will, zahle ich als Kunde für den Übertragungsweg.


Und auch hier nur für einen Teil: Die ARD liefert zum Beispiel an Kabel BW die fertig zusammengestellten Multiplexe per Glasfaserkabel an, und das auch künftig gratis. Es geht also nur noch um die Weiterverteilung dieses Signals von einem Netzknoten der Kabel BW zur Antennendose des Endkunden. Über den gleichen Weg werden auch Internet-, Telefon- und andere Rundfunkdienste verteilt, für die Kunden kostenpflichtig. Wieso sollen die Gebührenzahler für die Weiterverteilung über diese Netze auch nur einen Cent bezahlen? Wenn ja, wieso bekommen dann nicht auch die kleinen Kabelnetze oder die Anbieter von IP-TV solche Gebührenanteile?

Die Öffis haben es genauso gemacht wie mit jemand mit einem Handyvertrag, der ihm unangemessen teuer ist: Den Vertrag fristgerecht kündigen und nach Ablauf des Vertrags nichts mehr zahlen. Wenn die Netzbetreiber dann die Öffis nicht mehr einspeisen wollen, dann sollen sie das halt so tun - viel Spass mit den Kundenreklamationen!

Zitat
Ulrich Hilsinger
Wenn da nicht das Problem "Zwangskabel" wäre, wäre das alles nicht so schlimm. Wenn die ÖRs keine Einspeiseentgelte zahlen wollen, sollen sie vom gesparten Geld wenigstens DVB-T flächendeckend ausbauen, so wie früher zu Analogzeiten...


DVB-T müsste dann zumindest in den Städten und Gebieten verfügbar sein, wo der Empfang via DVB-S aus den verschiedensten Gründen (z.B. Abschattungen, historischer Ortskern) nicht möglich oder sinnvoll ist.

73 de Uli

von ulionken - am 12.06.2012 19:02
Im "Handelsblatt" ist nachzulesen, dass sowohl Kabel Deutschland, als auch Unity Media bereit sind, es im Januar 2013 auf einen Machtkampf mit ARD + ZDF ankommen zu lassen, sprich etliche Sender der öffentlich-rechtlichen aus dem analogen Kabel herauszunehmen.

Auf diesen "Machtkampf" freue ich mich jetzt schon. Was würde wohl passsieren, wenn plötzlich ab 2013 bei den großen Kabelanbietern für den Normalzuschauer ARD + ZDF aus dem analogen Angebot rausfliegen?? Der Aufschrei und das anschließende typisch deutsche Gegacker werden sicher ein Hochgenuss.:cool:

Zitat
Auch der Konkurrent Unitymedia ist nicht bereit, die vielen Programme von ARD und ZDF ab dem nächsten Jahr kostenlos zu vertreiben. Das bestätigte Vorstandschef Lutz Schüler dem Handelsblatt. Hinter vorgehaltener Hand drohen die Kabelkonzerne der ARD und dem ZDF sogar mit einem Boykott. Sollten die Anstalten stur bleiben, werden es die Kabelriesen auf eine Machtprobe ankommen lassen. „Im schlimmsten Fall gibt es dann nicht mehr alle Sender von ARD und ZDF in unseren Netzen“, sagte ein Kabelmanager. Ob das überhaupt rechtlich möglich ist, ist umstritten.


http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/kein-geld-mehr-ab-2013-ard-und-zdf-gehen-auf-konfrontation-mit-kabelkonzernen/6748058.html

von transponder - am 16.06.2012 08:02
Zitat
Seltener Besucher
Irgendwie sind ARD und ZDF bei der Diskussion um die Einspeisegebührend nicht mehr ernst zu nehmen. Die wollen keine Einspeisegebühren zahlen. Können die auch von ASTRA verlangen ihre Programme kostenlos zu verbreiten? Wohl kaum!

Ob das Eine was mit dem Anderen zu tun hat? Nehmen wir mal an man wäre selbst in der Lage ein kleines Kabelnetz aufzubauen, vielleicht so erstmal wie sogar manche hier im Forum. Du gehtst jetzt her und erzähltst mal davon in der Nachbarschaft ;-) . Aus technisch glücklichem Grund gäbe es eine Anschlußmöglichkeit und das Netz wächst und wächst. Sicherlich utopisch. Aber: Ab einer gewissen Größe können dir die Landesmedienanstalten vorschreiben welche Programme drin sein müssen. Ob du dann von denen Geld eintreiben kannst?
Zitat
Seltener Besucher
Satellit ist trotz der viel beschworenen Wahlfreiheit in vielen Städten keine Alternative, denn die Vermieter können nach wie vor eine Installation durch einen Handwerksbetrieb verlangen und bei einem Mehrfamilienhaus explodieren die Kosten wenn alle Kabel neuverlegt werden müssen.

Das wäre ja noch der Idealfall! Kosten ist hier immer die Frage des Ansatzes einer Gegenrechnung bis wann diese sich amortisiert haben.

von Thomas (Metal) - am 24.06.2012 16:35
Nicht wirklich. Die Geschichte ist da zu beachten (kurzer Auszug):

"Hintergrund der weltweit einmaligen Praxis der doppelten Einnahmen von den Kabelkunden und den Programmanbietern sind die verschiedenen Kabelpilotprojekte, die in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland gestartet wurden. In der Folge sollte der flächendeckende Ausbau der Kabelnetze durch die Mischfinanzierung von Kunden und Programmanbietern durch die Deutsche Bundespost beschleunigt werden.

Durch die Privatisierung der Deutschen Bundespost und der Ausbreitung des Satellitenempfangs etwa 10 Jahre später wurde der flächenmäßige Ausbau der Kabelnetze weitgehend eingestellt, da der Fernsehempfang via Satellit in Deutschland flächendeckend möglich ist. Investitionen in die Kabelnetze wurden in der Folge nur noch für die Modernisierung gemacht. Das Einspeiseentgelt wird jedoch auch heute noch erhoben, obwohl der Grund für das Einspeiseentgelt weggefallen ist"

Nachtrag:
Meldung vom 25.04.2012

Die Mediengruppe RTL erhält von dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia künftig eine Gebühr für die Einspeisung der HD-Kanäle. Dies hat das „Handelsblatt“ (Ausgabe vom 25. April) aus Verhandlungskreisen erfahren. Demnach bekomme RTL einen Anteil aus der HD-Zusatzgebühr, die Unitymedia in Höhe von vier Euro monatlich von seinen Kunden verlangt. Die Vereinbarung stellt eine Zäsur im Einspeismarkt dar.

...und zuvor verlangte man von ARD/ZDF höhere Einspeisegebühren für ihre HD Programme.


Desweiteren könnte die Lektüre des Rundfunkstaatsvertrages von Interesse sein, insb. §§50ff:

http://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/Download/Rechtsgrundlagen/Gesetze_aktuell/13._RStV_01.04.2010_01.pdf

von CBS - am 25.06.2012 06:50
Ich gehe ja davon, dass sie die Must-Carry-Programme weiter einspeisen. Sonst wäre es ein Rechtsbruch. Ich behaupte ja auch nicht, daß das Verhalten der Öffentlich-Rechtlichen Anbieter falsch wäre.

Du solltest meinen leicht zynischen Unterton bemerkt haben: ;-)

Ich sehe als Hauptproblem den Kabel-Zwang - und dort, wo der existiert, den Zwang zur Nutzung bestimmter Receiver, die Nichtempfangbarkeit bestimmter Angebote, etc.
Erst dadurch entsteht ein Monopol, denn sobald ich z.B. Sat-TV als Alternative habe, gibt es eine Konkurrenz zum Kabelfernsehen. Das Monopol wird durch IPTV allerdings eh aufgebrochen.

Das Verhalten der Kabel-Provider ist in aller ersten Linie kundenunfreundlich; Kundenfreundlichkeit ist aber keine gesetzliche Vorschrift ;-). Mir käme nie Kabel-TV/Radio ins Haus; Kabel-Internet wäre ein anderes Thema...

Nebenbei: Must-carry verringert leider auch den Druck, DVB-T auszubauen und auf DVB-S präsent zu sein. Wenn alle wichtigen Programme im Kabel sind, sinkt natürlich die Bedeutung von DVB-T (und von DVB-S) in Ballungsräumen. Das führt wiederum zu einer Benachteiligung der Konsumenten in nicht verkabelten Gebieten. Aber das wäre jetzt OT.

von DH0GHU - am 25.06.2012 11:24
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Ulrich Hilsinger
Zitat
delfi
Ich habe jietzt das meiste nur überflogen. Dass die Kabel-Kunden benachteiligt werden, sehe ich aber nicht so. In der Betrachtung wird meist vergessen, dass der Kabel-Betreiber die Infrastruktur aufbaut und für deren Benützung Miete kassiert. Beim Sat-Empfang muss der Kunde alles selbst kaufen und installieren. Das kostet auch eine Menge Geld.

Naja.

Bei Kabel-BW kostet das billigste Paket 18,90 € pro Monat.
Nehmen wir mal ein, ein Häuslebesitzer will sein Haus mit 5 Fernsehern bestücken (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Hobbyraum, 2 Jugendzimmer). Dann zahlt er vielleicht 400 € für die Receiver, und vielleicht nochmal 350 € für Mast, Schüssel und LNB mit Switch.
Macht 750 €, ohne dabei auf Billigstkomponenten zurückzugreifen. 5 Jahre sollte sowas auf jeden Fall halten.
In 5 Jahren würde er 1134 € an KDG abführen....
Noch extremer ist das natürlich dann, wenn jemand z.B. nur einen TV-Receiver betreibt, wie das z.B. bei mir der Fall ist.


Die Rechnung geht nur auf, wenn Du allein die Installation an deinem Haus durchführst , wenn der Vermieter Dir vorschreibt, dass ein Handwerkbetrieb diese Installation durchführen soll und diese nach den Vorgaben des Vermieters erfolgt, kannst Du noch 500 ,- Euro drauf setzen. Ich kenne viele Menschen die einen Vermieter haben, der nichts gegen eine Sat-Schüssel hat, bei mir ist schon deshalb keine drin, weil ich keinen Aussicht nach Süden habe und der Vermieter einen Antennewald fürchtet.

Einen vielleicht noch zu diesem Thema: Wie hier im Forum schon erwähnt ist in der Infosat 06/2012 ein lesenswerter Bereicht bezüglich Erdung. Auch ich habe in meinem "16mm²"-Thema vieles gelernt [Ausdürcklich nochmals Danke!], und so langsam komme ich zu dem Schluß, daß selbst ein Laie (ich würde mich jetzt eigentlich nicht dazu zählen ;-) ) der schonmal eine Sat-Schüssel aufgebaut hat kaum eine Chance hat dies zu berücksichtigen. Und genau da sind wir dann: Der Vermieter hat völlig unabhängig von einer Diskussion bezüglich Schüsselverbote das Recht (und vermutlich auch die Pflicht) seinen Mietern entsprechend auf die Finger zu klopfen, das es nich sicherheitskritisch wird. Und dann bleibt häufig nur noch Kabel übrig :heul: .
Somit, und hier ist mir bewußt, daß ich möglicherweise gegenüber meinen vorhergehenden Posts in der Meinung etwas abweiche: Da man mit der Umstellung auf DVB-T eben nicht mehr Wert auf eine vollständige Flächenversorgung legt und auch sonst die Versorgung teilweise aus den eigenen Händen gibt, könnten vielleicht natürlich auch jetzt andere Empfangswege mit einem Versorgungsauftrag argumentieren...und entsprechend die Hand aufhalten. Die Büchse der Pandora hätte man dann aber selbt geöffnet. Man hätte dann also nicht nur einen Verbreitungsweg (Terrestrisch) und alles andere ist "schön das ihr es macht"... :rolleyes:

von Thomas (Metal) - am 26.06.2012 13:02
Das Jahr 2012 geht mit Riesenschritten seinem Ende entgegen, da äußert sich der Chef von Kabel Deutschland mal wieder zur Einspeiseproblematik mit ARD und ZDF.

Der KDG-Chef droht erneut damit, in wenigen Wochen alle jeweiligen landesfremden Dritten analog ab Januar aus dem Kabelnetz zu schmeissen. Daneben will KDG durch alle Instanzen bis zum Bundesgerichtshof gehen.

Es ist also alles auf den großen Showdown ausgerichtet. Ich werde mich köstlich amüsieren, wenn der Sturm der Entrüstung über die Wohnungswirtschaft und die Kabelgesellschaften in ein paar Wochen hereinbricht.

http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=69937

Zitat
KDG-Chef droht ARD mit „Ausspeisung“ analoger Programme – Streit um Einspeisegebühren

Kabel Deutschland (KDG) verschärft die Gangart im Streit um die Kabel-Einspeisegebühren. „Sollten wir bis zum neuen Jahr keine Lösung finden, müssen wir unser Leistungsspektrum für die öffentlich-rechtlichen Sender überprüfen“, sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein der „Financial Times Deutschland“ (FTD, Ausgabe vom 12. November).

Ohne Risiko sei eine „Ausspeisung“ für die KDG indes nicht, so die „Financial Times Deutschland“. Die technische Umsetzung und eine spätere Aufklärung der Kunden verursache Kosten. Auch dürfte ein solches Vorgehen der Wohnungswirtschaft kaum gefallen



von transponder - am 12.11.2012 17:05
Zitat
transponder
Der KDG-Chef droht erneut damit, in wenigen Wochen alle jeweiligen landesfremden Dritten analog ab Januar aus dem Kabelnetz zu schmeissen. Daneben will KDG durch alle Instanzen bis zum Bundesgerichtshof gehen.


Wenn es sich wirklich nur um die analogen landesfremden Dritten handelt, dann würde ich das nur vernünftig finden, daß endlich einmal ein paar analoge Sender herausgeschmissen würden, die in der begrenzten Kapazität des Kabelfernsehens meiner Meinung nach nur unnötig Bandbreite verschwenden. Die digitalen öffentlich-rechtlichen Sender (leider nur in SD!) sind laut diesem Artikel ja bundesweit Must-Carry und das ist auch gut so. Wenn Kabelgesellschaften jetzt damit drohen würden, öffentlich-rechtliche Sender aus dem digitalen Angebot herauszuschmeißen, dann wäre das der Gipfel der Unverschämtheit. Aber das dürfen sie zum Glück nicht, wenn der Artikel recht hat. Aber leider wird man von der KDG wohl kaum erwarten, daß sie die frei gewordenen Kapazitäten unter anderem für die noch fehlenden öffentlich-rechtlichen HD-Sender verwenden würden, denn dafür wollen sie dann bestimmt wieder die Hand aufhalten. Stattdessen wäre wohl eher mit noch mehr Pay-TV-Angeboten zu rechnen, die nur für eine Minderheit der Zuschauer interessant wären. Es wird Zeit, daß auch die öffentlich-rechtlichen HD-Sender einen Must-Carry-Status bekommen, damit sich die Kabelgesellschaften nicht mehr weigern können, diese einzuspeisen.

Solange aber tatsächlich nur analoge Sender herausgeschmissen werden, ist das meiner Meinung nach alles halb so wild. Schließlich sind alle öffentlich-rechtlichen Sender auch weiterhin digital und unverschlüsselt verfügbar. Ein Nachteil wäre es nur für unverbesserliche Analog-Klammerer und Digitalverweigerer. Leider bleibt dann immer noch diese unsägliche Grundverschlüsselung der privaten Sender, welche weiterhin ein Hemmschuh für den Digitalumstieg bleibt. Im Gegensatz zu Unitymedia, was hoffentlich wie angekündigt in ein paar Wochen diesem Spuk weitgehend ein Ende bereitet, sind mir von KDG solche Pläne leider nicht bekannt.

von Lahnwelle - am 12.11.2012 17:41
Zitat
TerranusI
Für die digitale Einspeisung besteht gar keine Pflicht. Nur analog müssen ARD,ZDF, das jew. Dritte, Phoenix, arte, 3sat und Kika eingespeist werden.

Doch, auch da besteht eine Pflicht!

http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/05173.pdf auf Seite 15
Zitat

Der Rundfunkstaatsvertrag sieht drei verschiedene Kategorien bei der digitalen Kabelbelegung vor: Im Must-Carry-Bereich hat der Kabelbetreiber zunächst im Umfang von drei analogen Kanälen die Übertragungskapazitäten für die im jeweiligen Land gesetzlich bestimmten öffentlichrechtlichen Programme einschließlich ihrer Bouquets zur Verfügung zu stellen. Dies sind Das Erste, ZDF, 3sat, arte, Phoenix, KiKa und das jeweilige Dritte sowie ARD Digital (EinsExtra, EinsPlus, EinsFestival, fast alle Dritten Programme und BR-alpha) und ZDFvision (ZDFinfokanal, ZDFdokukanal, ZDFtheaterkanal). Zweitens müssen Kapazitäten für die beiden bundesweit verbreiteten reichweitenstärksten Fernsehvollprogramme bereitgestellt werden (zurzeit RTL und Sat.1). Drittens ist der Umfang eines analogen Kanals für die im jeweiligen Land zugelassenen regionalen und lokalen Fernsehprogramme und Offenen Kanäle verpflichtend vorgesehen.


Zitat
Rundfunkstaatsvertrag
§ 52
Weiterverbreitung
(3) Der Betreiber einer Kabelanlage hat sicherzustellen, dass

die erforderlichen Übertragungskapazitäten für die für das jeweilige Land gesetzlich bestimmten Fernsehprogramme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einschließlich seiner Programmbouquets zur Verfügung stehen,


Nach diesem Leitbericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle, Teil des Europarats in Straßburg, "können Netze, die durch gesetzliche Must-Carry-Bestimmungen zur Übertragung bestimmter Sender verpflichtet sind, ein Entgelt von diesen Sendern erwarten".
Wenn's danach geht, haben ARD&ZDF allerdings schlechte Karten gegenüber der KDG. Gleichzeitig könnten auch die kleineren Netze Einspeiseentgelte von ARD&ZDF verlangen.

von iro - am 12.11.2012 19:47
Zitat
Kay B
Es sollte eigentlich die Sache der Kabelnetzbetreiber sein, was sie einspeisen und fertig!


Ist es aber nicht. Er soll sogar die Interessen der angeschlossenen Teilnehmer berücksichtigen... Unverschämtheit :D

Dazu dann noch der Rest von §52 RStV:
Zitat

(3) Der Betreiber einer Kabelanlage hat sicherzustellen, dass

die erforderlichen Übertragungskapazitäten für die für das jeweilige Land gesetzlich bestimmten Fernsehprogramme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einschließlich seiner Programmbouquets zur Verfügung stehen,
die Übertragungskapazität eines analogen Fernsehkanals für die im jeweiligen Land zugelassenen regionalen und lokalen Fernsehprogramme sowie die Offenen Kanäle zur Verfügung steht; soweit diese Übertragungskapazität danach nicht ausgeschöpft ist, richtet sich die Belegung nach Landesrecht; die landesrechtlichen Sondervorschriften für Offene Kanäle und vergleichbare Angebote bleiben unberührt,
die technischen Übertragungskapazitäten nach Nummern 1 und 2 im Verhältnis zu anderen digitalen Kanälen technisch gleichwertig sind,
Entgelte und Tarife für die Programme nach Nummern 1 und 2 offengelegt werden; Entgelte und Tarife sind im Rahmen des Telekommunikationsgesetzes so zu gestalten, dass auch regionale und lokale Angebote zu angemessenen und chancengleichen Bedingungen verbreitet werden können; die landesrechtlichen Sondervorschriften für Offene Kanäle und vergleichbare Angebote bleiben unberührt.
(4) Die Entscheidung über die nach Absatz 3 hinausgehende Belegung mit in digitaler Technik verbreiteten Fernsehprogrammen und Mediendiensten trifft der Betreiber
innerhalb einer weiteren Übertragungskapazität im Umfang von einem Drittel der für die digitale Verbreitung zur Verfügung stehenden Gesamtkapazität, soweit er darin unter Berücksichtigung der Interessen der angeschlossenen Teilnehmer eine Vielzahl von Programmveranstaltern sowie ein vielfältiges Programmangebot an Vollprogrammen, nicht entgeltfinanzierten Programmen, Spartenprogrammen und Fremdsprachenprogrammen einbezieht sowie Mediendienste angemessen berücksichtigt,

innerhalb darüber hinausgehender Übertragungskapazitäten allein nach Maßgabe der allgemeinen Gesetze.


von iro - am 12.11.2012 19:55
@ iro

Zitat

Dieses tolle Geschäftsmodell gefällt Astra aber auch sehr gut, darum gibt es jetzt HD+..., wo man ja auch nur für den Service der Programmanlieferung an Astra zahlt, nicht für die Programme. Sonst wäre das ja auch Pay-TV... :rolleyes:


Da bringst du jetzt etwas durcheinander. Bei solchen Sachen wie HD+ geht es den Programmanbietern darum, die Zuschauer zur Kasse zu bitten um sie angeblich an den Kosten der Programmverbreitung zu beteiligen. Ob das wirklich so ist und es sich nicht um eine zusätzliche Einnahmequelle handelt, sei jetzt mal dahingestellt. Fakt ist aber, daß die Zuschauer keine Gebühren an die privaten Programmanbieter zahlen.

Ganz anders ist es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Man zahlt eben die Rundfunk- und Fernsehgebühren unter anderem dafür, daß damit die Programmverbreitung finanziert wird. Somit stehen da auch solche Sachen wie HD+ oder sonstige Maßnahmen, die den Zuschauer zusätzlich zur Kasse bitten sollen, nicht zur Debatte.



Zitat

weshalb die Fernsehanstalten dann auch noch dieses Geschäft unterstützen müssen. Immerhin bieten sie den Content ihrer Programme kostenlos an.

hakt auch ein bisschen. Sie liefern das Signal kostenlos an. Für den Content zahlen die Kabelanbieter aber auch Gebühren für die Kabelweiterverbreitung, die an die Rechteinhaber gehen (also Sender, Autoren etc.).


Das müssen aber auch selbst kleine Antennengemeinschaften. Und da zahlen diese GEMA-Abgaben auch die Mitglieder und nicht die Öffentlich-Rechtlichen.

von Kay B - am 14.11.2012 16:38
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation mit dem Kabelanschluss aber extrem in Richtung Gewinnmaximierung und Ausnutzung der Kunden bewegt, und nur so kann man es eigentlich bezeichnen.

Mal die Historie:
1. Vor ca. 20 Jahren war es so: Wenn jemand keinen Kabelanschluss bspw. in einem Mehrfamilienhaus wollte, wurde ein Filter vor die Antennendose angeschlossen. So wurde es dem Zuschauer ermöglicht, die Ö-R- Fernseh- und Radioprogramme empfangen zu können. Die Zusatzprogramme (auf höheren Kanälen vom Filter entfernt) konnten nicht empfangen werden.
=> Zusammenfassung: kein Kabelanschluss Ö-Rs alle frei, keine Kosten, Kabelgebühren wurden erst für volles Angebot mit privaten Programmen fällig. Die einzigen Kosten die anfielen, waren die Kosten für die Installation des Anschlusses und zwar einmalig zu Beginn.
2. Derzeit ist es so, dass quasi nur noch das Full-Package gekauft werden kann (jedenfalls meines Wissens nach).
=> Egal was, der Kabelbetreiber bekommt die volle Höhe der Gebühren zugestanden.
3. Die dritte Stufe kehrt nun den Spieß komplett um. Die Gebühr wird für ein Standardangebot fällig, welches früher frei war. Wenn ich zukunftsweisende HD-Programme (der Privaten) oder ausländische Zusatzprogramme schauen möchte, muss ich Zusatzgebühren bezahlen.
=> Im Vergleich zu Punkt 1 zahlt der Kabelkunde mittlerweile eine Kabelgrundgebühr, ohne einen Mehrwert zu bekommen. Und das ist die eigentliche Frechheit!

Wieso kann ich wohl eigentlich nicht mehr das Paket 1 buchen (also alle Ö-Rs frei und die privaten und alle Zusatzprogramme erst gegen Entrichtung der Kabelgebühr)?

von Jens1978 - am 14.11.2012 17:16
Man stelle sich vor, es gibt irgendwo eine Obstwiese. Diese ist frei zugänglich und jeder darf sich soviel Obst mitnehmen wie er möchte - und das kostenlos.
Ein findiger Zeitgenosse geht nun zum Besitzer und verlangt Geld dafür, damit er das kostenlose Obst auch abtransportieren könne.
Nicht genug, er verkauft es auch noch für teurers Geld, weil er es allein nicht verwerten kann.
Das ist nicht nur ein Schlitzohr, sondern ein geldgieriger Hansel. :sneg:
Im Idealfall würde es ausreichen, das nicht selbst gebrauchte Obst gegen Aufwandsentschädigung plus kleinem extra Obulus zu verkaufen. Hat er auch was von.

So etwa sehe ich das mit der Kabelmafia.
Normalerweise sollten ALLE Rundfunk- und Fernsehsender die Zahlungen einstellen.

Es wird immer gern mit Zahlungen an SAT-Betreiber und MB verglichen. Das ist falsch!!
Dieses sind Sendeeinrichtungen. Denn so'n eigenen Satelliten ins All zu schießen kostet einen Haufen Geld. Da mietet man sich lieber ein und bezahlt.

Kabelfernsehen ist aber keine Sendeeinrichtung, sondern eine Empfangseinrichtung, die viele, viele Einzel- und Gemeinschaftsantennen ersetzt.
Das ist eine Dienstleistung an den Endverbraucher und nicht etwa für die Schar der Radio- und Fernsehmacher.
Die Programme, die via Kabel zu bekommen sind, holt sich der Dienstleister kostenlos - meist, oder ausnahmslos vom Himmel. Da muß nix zugeführt werden.
Wenn diese Dienstleistung bei Einführung gefördert wurde, mag das gut und richtig gewesen sein. Inzwischen aber nicht mehr nötig.
Wie sagt man doch so schön: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. ;-)

Diese eigentlich prima Dienstleistung muß auch irgendwie bezahlt werden. Ist gut und richtig. Muß ja alles gepflegt und gewartet werden.
Private Einzelempfangsanlagen gibt es ja auch nicht umsonst. Bei Montage über Dach kommt da noch ne Haftpflichtversicherung dazu. Könnte ja abknicken und jemanden auf dem Kopf fallen.

Zudem muß auch dem Unsinn ein Ende bereitet werden, Zwangsabgabe an die Kabelmafia zu bezahlen - egal, ob man das Angebot nutzt, oder nicht.
Gibt genug Mietswohnungen, wo sich SAT und/oder DVB-t - UKW sowieso - realisieren lassen, ohne die Auflagen des Vermieters zu verletzen. Also keine Wandmontage und sonstige "Verschandelungen" an Hausfront und Balkonias.

Solange diese Kabelmafia ihr Geld quasi im Schlaf verdient, ändert sich wenig.

von bikerbs - am 07.01.2013 21:03
Zitat
DH0GHU
Wer Kabel hat, hat meist keine Möglichkeit, auf andere Empfangswege auszuweichen, wenn DVB-T nicht "indoor" funktioniert.


Ich habe hier Breitband-Kabel - es ist nämlich hier bislang der einzige Weg für schnelles Internet. Aber als wir eingezogen sind, habe ich trotz des Kabelanschlusses ein Antennenstandrohr mit Blitzschutz und Weichen installieren lassen - Kostenpunkt um 1 k€. OK, der Amateurfunk war natürlich auch ein Motiv dafür.

Mittlerweile beziehe ich alle TV- und Hörfunkprogramme von den Antennen (für 4 Satellitenpositionen und 11 DVB-T-MUXe). Ich bin inzwischen richtig froh, dass ich damals das Geld für drahtlosen Empfang in die Hand genommen habe - das Angebot im Kabel-TV wird immer dürftiger, wenn man nicht auf Bezahlpakete ausweichen möchte.

Seit einiger Zeit ist nun auch die "Entbündelung" des Kabelanschlusses von Telefon/Internet möglich. Das ist zwar für Bestandskunden äusserst mühsam, aber der Streit um die Einspeisegebühren war für mich der letzte Anlass, nun diesen mühsamen Weg zu gehen. Für die Mitnahme der Rufnummer muss ich das Telefon kurzzeitig wieder auf die alte Kupfer-Doppelader wechseln. Die Kündigungen sind raus. :D

73 de Uli, DK2GO

von ulionken - am 07.01.2013 21:33
Zitat
Martyn136
Aber es gibt doch keinen rationalen Grund dafür, warum die öffentlich-rechtlichen Programme keine Einspeisegebühren zahlen sollen, wenn die Privaten auch Einspeisegebühren zahlen müssen.

Ach Martüüün...
Jetzt mal ernsthaft: Es gibt keinen rationalen Grund dafür, daß Kabelzuschauer zweimal für die gleiche Dienstleistung zahlen sollen, nämlich einmal über die Kabelentgelte und dann nochmal über GEZ/Rundfunkbeitrag. Und es gibt auch keinen vernünftigen Grund, daß bei den privaten Programmen zweimal gezahlt werden soll, nämlich einmal über die Kabelentgelte und dann nochmal über den Kaufpreis der im Privat-TV beworbenen Produkte. Zweimal kassieren ist offensichtlich das einzige, was die Kabelmafia noch fertigbringt.

In anderen Ländern ist es Standard, daß die Kabelnetzbetreiber die Programme entweder kostenlos durchleiten oder sogar für die Programme bezahlen, nur damit das Kabel interessant/konkurrenzfähig bleibt. Ich gehe davon aus, daß die Privaten bei der Verlängerung der Einspeiseverträge das Thema Einspeisegebühren ebenfalls auf den Tisch bringen werden. Davor haben KDG & Co. natürlich Angst.

Also Martünchen, es geht um das doppelt kassieren. Jetzt verstanden?

von Nohab - am 08.01.2013 00:18
Zitat
Marcus.
Warum?

ARD,ZDF, das eigene Dritte + Gemeinschafte sind gesetzlich vorgeschrieben, diese Programme werden den KNB kostellos zur Verfügung gestellt. Das ist das Grundangebot,um den Rest kann der KNB sein ANgebot aufbauen einschließlich fremde Dritte.[/quoute]
Keine Sorge, die Must Carry Programme werden die Kabelnetzbetreiber sicher nicht ausspeissen.

Jetzt in der ersten Stufe hat man ja nur die Bitraten bei DVB-C reduziert und unterschiedliche Regionalversionen entfernt.

In der zweiten Stufe könnte es dann sein das man die nicht obligatorischen Dritten sowohl analog als auch über DVB-C abschaltet.

Und in der dritten finalen Stufe könnte es dann sein das man noch die öffentlich-rechtlichen HD Programme entfernt.

Aber die Must Carry Programme bleiben sicher im Kabel.


Zitat
fatal error

Andersherum wird ein Schuh draus: Es gibt für mich keinen rationalen Grund, warum irgend wer Einspeisegebühren zahlen sollte, wenn die Kabelkunden eine monatliche Gebühr zahlen müssen. Oder andersherum: Es gibt für mich keinen rationalen Grund, warum die Kabelkunden im Gegensatz zu SAT oder DVB-T monatliche Gebühren zahlen müssen, wenn bereits die Fernsehsender die Einspeisegebühren zahlen.
Die Einspeisegebühren allein reichen sicher nicht aus um den Betrieb zu finanzieren. Momentan ist es eben eine Teilung der Kosten, vielleicht so 20% durch die Einspeisegebühren und 80% durch die Kundengebühren.

Wenn nun die Kabelnetzbetreiber auf die Einspeisegebühren verzichten würden, dann würden sie sicher nicht auf das Geld verzichten wollen. Sondern sie würden es auf die Kundengebühren aufschlagen.

Und ich denke nicht das jemand von euch freiwillig so 4-7€ mehr an die Kabelnetzbetreiber zahlen würde, wenn diese im Gegenzug auf die Einspeisegebühren verzichten würden.


von Martyn136 - am 08.01.2013 01:44
@ Martyn136

Zitat

Dann nenne mir doch mal einen rationalen Grund, warum die öffentlich-rechtlichen Sender irgendwelche Vorrechte gegenüber den privaten Sendern haben sollten, bei Diensten die über Must-Carry hinausgehen.


Nenne mir doch bitte mal einen rationalen Grund, warum privatwirtschaftliche Kabelnetze über eine öffentlich-rechtliche Anstalt und damit über den Rundfunkbeitrag eines JEDEN subventioniert werden sollen?


Zitat

Wenn die öffentlich-rechtlichern Sender mehr als nur Must-Carry wollen, dann haben sie dafür zu zahlen, genauso wie andere Kunden auch.


Eigentlich haben die Kabelanbieter dafür zu sorgen, daß sie jene Programme einspeisen, die die KABELTEILNEHMER sehen wollen. Denn dafür werden sie schließlich bezahlt. Wenn die Kabelanbieter ihr Angebot nicht der Nachfrage anpassen, dann werden sie sich früher oder später selbst absägen und ihre Existenzberechtigung verlieren. Denn irgendwann wird der Unmut dann auch in zwangsverkabelten Gebieten so groß, daß ganze Wohnungsgesellschaften da aussteigen, weil ihre Mieter Stress machen. Und das ist auch gut so!


Zitat

Die Einspeisegebühren allein reichen sicher nicht aus um den Betrieb zu finanzieren.


Die Kabelnetze in Deutschland sind KEINE öffentliche Infrastruktur, die auch durch die Öffentlichkeit bezahlt werden muß!!!

Es ist alleine die Sache des Kabelanbieters, wenn seine Erlöse nicht ausreichen um seine Kosten zu decken. Aber das wird nicht mal der Fall sein, wenn es kleine, als Verband organisierte Kabelnetze schaffen, ein größeres Angebot als Kabel Deutschland für 20 Euro pro Jahr (nicht pro Monat) anzubieten!

Es geht schlicht und einfach darum, daß Kabel Deutschland die Einspeisegebühren als zusätzliche Einnahmequelle behalten will.

Und diese Einspeisegebühren waren einst nur dafür vorgesehen, eine öffentliche Infrastruktur (also als das Kabelnetz noch staatlich war) mitzufinanzieren. Kabel Deutschland und alle anderen Kabelanbieter sind aber keine öffentliche Infrastruktur mehr!!!


Zitat

Wenn nun die Kabelnetzbetreiber auf die Einspeisegebühren verzichten würden, dann würden sie sicher nicht auf das Geld verzichten wollen. Sondern sie würden es auf die Kundengebühren aufschlagen.


Es geht denen - wie jedem anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen auch - einfach um Gewinnmaximierung. Wenn sie die fehlenden Einspeisegebühren auf die Kabelgebühren draufschlagen, wird das Echo von den Kunden nicht lange auf sich warten lassen. Und irgendwann ist auch bei zwangsverkabelten Haushalten das Maß voll!!!

Kabel Deutschland kann momentan auch noch auf jene Haushalte bauen, die glauben, daß Kabelanschluß die größtmögliche Auswahl an Fernsehprogrammen bieten würde, wie es uns damals die Bundespostbeamten eintrichtern wollten. Aber jene Haushalte werden auch immer weniger, sobald sie irgendwo mal aufgeschnappt haben, daß der Schwager mit seiner Sat-Anlage aus dem Baumarkt ein Vielfaches an Programmen für Lau bekommt.

von Kay B - am 08.01.2013 08:59
Zitat
fatal error
Zitat
Zwölf
Zitat

Quatsch, es geht nicht ums Parallelschauen, es geht um die Auswahl. Wenn ich ab morgen das MDR Regionalprogramm Sachsen oder Thüringen schauen will, kann ich das nicht mehr, weil bei mir wohl nur noch das von Sachsen Anhalt eingespeist wird. Gleiches beim NDR, BR, SWR. Und beim WDR hat KDG es ja eh noch nie hinbekommen die verschiedenen Regionalfenster einzuspeisen, da gibt es nur Köln.
Die Regionalfenster sind alle über die Mediathek abrufbar. Sicher, es gibt ein paar Leute, die die Regionalversion eines anderen Bundeslandes/Region schauen wollen und kein Internet haben oder keine Lust haben sich das in der Mediathek anzuschauen, aber die Anzahl dieser Leute dürfte sich doch stark in Grenzen halten. Die Abschaltung einiger Regionalversionen im Digitalkabel finde ich weniger problematisch als die Abschaltung ganzer Programme im Analogkabel. Diese Leute zahlen schließlich genauso für ihren Kabelanschluss.


Wenn ich alles in der Mediathek gucken soll, weil es ausgekabelt wurde, dann brauch ich auch keinen Kabelanschluß mehr und kann mir das Geld dafür sparen. Dumm nur, daß ich zwangsverkabelt bin und deshalb keinerlei Wahl habe dies so zu regeln, wie es in der freien Marktwirtschaft üblich ist (sprich KDG zu kündigen). Also: Wenn ich schon gegen meinen freien Willen etwas zahlen muß, was ich gar nicht haben will, dann will ich wenigstens das volle Leistungsspektrum haben, sprich sämtliche ÖRs, auch die WDR Regionalfenster und alle anderen free-to-air Sender, die es über Astra gibt und zwar ohne Grundverschlüsselung wie es am Satelliten üblich ist und das alles ohne Bitratenreduzierung. Wenn ich von der einen Seite gegen meinen Willen gezwungen werde einen Kabelanschluß zu beziehen und zu bezahlen, will ich auch eine entsprechende Gegenleistung haben oder aber die sofortige Abschaffung der Zwangsverkabelung.


Tolle Forderungen die Du aufstellst. Aber wer zwingt Dich dort zu wohnen wo du zwangsverkabelt bist?

von mago - am 08.01.2013 12:03
Zitat

Man kann jedoch jetzt nicht herkommen und meinen, daß die Öffentlich-Rechtlichen Einspeisegebühren bezahlen sollen und JEDER das privatwirtschaftliche Kabelnetz finanzieren soll, damit alle Zwangsverkabelten das bekommen, was ihnen eigentlich für ihre Kabelgebühren zusteht.
Wobei man schon auch sagen muss, dass Kabelkunden mit ihrer GEZ ja auch Sat und DVB-T mitfinanzieren und dass bei Sat und teilweise auch bei DVB-T-Sendern das Geld auch an priwatwirtschaftliche Unternehmen fließt. Diese kassieren dann zwar nicht noch ein zweites Mal ab, dennoch könnte man sich fragen, warum nicht die Sender für die Ausstrahlung in den Kabelnetzen bezahlen und die Kabelanbieter im Gegenzug diese Programme allen Haushalten bei denen Kabel verfügbar ist, kostenlos zur Verfügung stellen (+ einem verschlüsseltem, zubuchbarem Angebot, das eine Auswahl der Programme enthält, die für eine kostenlose Verbeitung ihrer Programme nicht extra zahlen möchten).

Dass KDG nicht einfach auf die Einspeisgebühren verzichten will ist klar. Dass man jetzt, wo man dazu gezwungen wird, nicht einfach klein bei gibt, sondern die "Gegner bestrafen" will, ist auch einigermaßen nachvollziehbar. Mit der Herausnahme von Regionalversionen und einer (leichten) Verschlechterung der Bildqualität hat man Bereiche gewählt, die für die meisten eigenen Kunden nicht besonders schmerzhaft sein dürften. Wenn sich viele beschweren und etwas Gras über die Sache gewachsen ist, kommen die Regionalversionen wahrscheinlich auch irgendwann wieder zurück.

von Zwölf - am 08.01.2013 14:32
Irgendwie wird hier der urspruengliche Sinn der Kabelnetzbetreiber voellig verkannt.
Die (eigentlich der) wurden erschaffen, um mehr Programmvielfalt zu ermoeglichen und um eine Alternative zur eigenen Dachantenne oder zur eigenen Sat Schuessel bereitzustellen. Fuer die Programmweiterverteilung dann Geld von den Programmanbietern zu verlangen ist umso mehr absurd, da die selben Programmanbieter bei kleinen Verteilanlagen das Ganze umdrehen und von den kleinen dann Geld verlangen, damit die ihre Programme ueberhaupt weiterverteilen duerfen. Wenn jemand also Geld verlangt, dann bitte von seinen Kunden und die oeffentlichen rechtlichen sind nunmal nicht Kunde der KDG. Und bevor jemand meint es sei kein simples weiterverteilen, die Gebuehrenzahler zahlen auch alle fuer die Uebergabe der Programme an die KDG, wenn die nicht mehr uber Sat erfolgt. Die wuerde ich als OR sofort abschalten und dann soll die KDG das doch wieder von Sat oder DVB-T uebernehmen.
Wie absurd das alles ist zeigt sich auch darin, dass die KDG nun der Letzte ist, der mit solchen Aktionen Geld eintreiben will und der sich auch gegen die unverschluesselte Aussendung der Privaten wehrt. Wohl weil er der groesste Kabelbetreiber ist und meint er habe genug Macht.
Schon jetzt aber kann ich bei vielen Neubauten in Mietwohnungen Gemeinschaftssatverteilungen sehen und ein Kabelanschluss wird dem Vermieter gar nicht erst angeboten.
Man wird sehen wie es ausgeht.

von Nordlicht2 - am 08.01.2013 15:15
@ fatal error

Zitat

Richtig wäre es dem Mieter den freien Willen zurück zu geben und nicht Ausflüchte zu suchen um eine Zwangsverkabelung zu rechtfertigen :sneg:


Ja, aber das ist eine Sache, die DU mit deinem VERMIETER klären mußt und nicht alle Rundfunkbeitragzahler zur Subvention des Kabelnetzes heranziehst, damit sich der Kabelanbieter bereit erklärt, keine Programme mehr abzuschalten.


Zitat

Deine Argumentation läuft alleine deshalb schon ins Leere, weil ich erst zwangsverkabelt worden bin, NACHDEM ich hier schon längere Zeit gewohnt habe.


magos Argumentation läuft keinesfalls ins Leere. Denn sobald eine bestehende Mietwohnung in ihren Eigenschaften so abgeändert wird, daß sie dir nicht mehr zusagt, steht es dir jederzeit frei, dort auszuziehen.



@ Zwölf

Zitat

Wobei man schon auch sagen muss, dass Kabelkunden mit ihrer GEZ ja auch Sat und DVB-T mitfinanzieren und dass bei Sat und teilweise auch bei DVB-T-Sendern das Geld auch an priwatwirtschaftliche Unternehmen fließt.


Wobei es aber jedem frei steht, diese Empfangswege ohne irgendeine Bindung zu nutzen, während das beim Kabel nicht so ist.

von Kay B - am 08.01.2013 15:30
Zitat
TerranusI
Nein, die ÖR wurden bisher nicht transkodiert !

Die ÖR haben extra für die Kabelverbreitung ein sogenanntes "Kabelkompressionscenter" KCC in Betrieb genommen. Dieses encodiert die Sender extra für die Kabelfirmen, und stellt ihnen die QAM256 Muxe per Glasfaser zur Verfügung. In Frankfurt werden diese Muxe den Kabelformen als IP übergeben.
Dieses Paket wurde bisher von Unitymedia, Kabel BW und seit einigen Monaten auch von KDG übernommen.
KDG will das aber jetzt nicht mehr tun, sondern die Sender wie bei den Privaten transkodieren, um die Datenraten auf ihren "Plattformstandard" abzusenken.
Das was KDG machen will, ist letztlich technisch viel aufwändiger, als was sie bisher gemacht haben, nämlich einfach die Signale 1:1 weiterleiten...


Zitat
DigiAndi
Muxe zusammenlegt


Äußert sich das dann so, dass die Sender nicht wie bisher (vor Nov12) geordnet waren, sondern schlichtweg willkürlich durcheinandergewürfelt sind?
geordnet: z. B. S41=ARD-Radiosender plus SR und BR-Alpha oder ARD-Anstalten eigene Muxxe/Kanäle. - Ungeordnet nun, ein undefinierbares Senderzusammengewürfle.

DANN nehme ich an, diese Transkodierung muss im November schon durchgeführt worden sein?

von BieMa - am 09.01.2013 06:55
"Wer in Bayern wohnt und am Netz von Kabel Deutschland hängt, wird auf die digitale Übertragung des SWR 3-Fernsehprogramms bald verzichten müssen. Auf analogem Weg werde es weiterhin überspielt, versichert Unternehmes-Sprecherin Gisela Bauer.
Hintergrund ist die Weigerung von ARD und ZDF, weiter Geld für die Einspeisung ihrer Programme an die Kabelnetzbetreiber zu zahlen. Die beiden öffentlich rechtlichen Sendeanstalten haben ihre Verträge auch mit dem Netzbetreiber Kabel Deutschland Mitte vergangenen Jahres gekündigt. Der muss aus rechtlichen Gründen zwar einen großen Teil des öffentlich-rechtlichen Angebots liefern. Doch eben nicht alles. So wird in Bayern künftig nur noch ein Programm aus dem SWR-Angebot digital zu schauen sein. Doch nicht das aus Baden-Württemberg, was auf Grund der gemeinsamen langen Landesgrenze naheliegend wäre. Sondern das aus Rheinland-Pfalz. Für alle "Bayern", die wissen wollen, was sich direkt hinter ihrer Landesgrenze tut, bleibt nur, auf die analoge Übertragung des SWR oder auf Satelliten-Empfang zurückzugreifen.
Gisela Bauer findet die Entscheidung für das Pfälzer-Programm "nicht glücklich". Sie sieht nach Rückfrage bei ihren technisch versierten Kollegen aber keine Chance, diese Auswahl noch zu ändern. Wann genau SWR 3 abgehängt werde, stehe noch nicht fest."
Quelle: Südwest Presse Ulm vom 23.1.2013

von RolfS - am 23.01.2013 19:21
Zitat
RolfS
"Wer in Bayern wohnt und am Netz von Kabel Deutschland hängt, wird auf die digitale Übertragung des SWR 3-Fernsehprogramms bald verzichten müssen. Auf analogem Weg werde es weiterhin überspielt, versichert Unternehmes-Sprecherin Gisela Bauer.
Hintergrund ist die Weigerung von ARD und ZDF, weiter Geld für die Einspeisung ihrer Programme an die Kabelnetzbetreiber zu zahlen. Die beiden öffentlich rechtlichen Sendeanstalten haben ihre Verträge auch mit dem Netzbetreiber Kabel Deutschland Mitte vergangenen Jahres gekündigt. Der muss aus rechtlichen Gründen zwar einen großen Teil des öffentlich-rechtlichen Angebots liefern. Doch eben nicht alles. So wird in Bayern künftig nur noch ein Programm aus dem SWR-Angebot digital zu schauen sein. Doch nicht das aus Baden-Württemberg, was auf Grund der gemeinsamen langen Landesgrenze naheliegend wäre. Sondern das aus Rheinland-Pfalz. Für alle "Bayern", die wissen wollen, was sich direkt hinter ihrer Landesgrenze tut, bleibt nur, auf die analoge Übertragung des SWR oder auf Satelliten-Empfang zurückzugreifen.
Gisela Bauer findet die Entscheidung für das Pfälzer-Programm "nicht glücklich". Sie sieht nach Rückfrage bei ihren technisch versierten Kollegen aber keine Chance, diese Auswahl noch zu ändern. Wann genau SWR 3 abgehängt werde, stehe noch nicht fest."
Quelle: Südwest Presse Ulm vom 23.1.2013


Tja einige Kunden die die Freiheit (DVB-T oder -S) haben können ja kündigen und genau das als Grund nennen, vielleicht hiflt das etwas vom hohen Ross runter...

von RainerZ - am 23.01.2013 20:27
@ RolfS

Zitat

Gisela Bauer findet die Entscheidung für das Pfälzer-Programm "nicht glücklich". Sie sieht nach Rückfrage bei ihren technisch versierten Kollegen aber keine Chance, diese Auswahl noch zu ändern.


Da geht's ja noch zu wie damals 1993 bei der Bundespost, die meinte:
"dass MTV derzeit 'technisch in Pfarrkirchen nicht empfangbar sei'."
( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,16576,16876#msg-16876 ) :joke:

Jede Astra-Baumarktanlage war da seit 1989 anderer Meinung. :joke:

Und jetzt schafft Kabel Deutschland trotz seines dollen Glasfasernetzes immer noch nicht das, was Ottornomalo mit jeder Baumarktanlage kann.



@ DX-Fritz

Zitat

Gibt es eigentlich einen plausiblen Grund, warum die privaten Sendeanstalten noch dafür zahlen, dass sie der Kabelgesellschaft Futter liefern?


Die haben halt im Gegensatz zu den, für das jeweilige Gebiet zuständigen öffentlich-rechtlichen Sender keinen Grundversorgungsauftrag.

Aber gerade RTL und P7S1 könnten wegen ihrer starken Marktposition schon pokern und mal gucken, ob Kabel Deutschland es wagt die großen Privaten rauszuschmeißen.



@ Marcus.

Zitat

Wie war das nochmal an der Grenzen von Hessen und BW versorgt dort Kabel BW hessische Gebiete oder KDG Badische Gebiete?


Wenn ich mich nicht täusche, war das beim Brubacker (ist schon länger nicht mehr hier im Forum aktiv) so. Er wohnte damals in Südhessen und hing am Mannheimer Kabel.

von Kay B - am 23.01.2013 22:28
So ist es. Hinzu kommen weitere Einzel-Adressen (z. B. hier bei Ulm) an der Landesgrenze, die neben den bedauernswerten Riesbürgern ihr eigenes (!) ARD-Drittes nicht mehr per DVB-C bekommen werden.:mad:

Wirklich eine Unverschämtheit, die sich KDG da leistet! Kann mir auch gut vorstellen, dass da einige Lokalzeitungen kritische Artikel schreiben; die sind bei sowas erfahrungsgemäß immer schnell dabei.

Zitat
Kay B
Da geht's ja noch zu wie damals 1993 bei der Bundespost, die meinte:
"dass MTV derzeit 'technisch in Pfarrkirchen nicht empfangbar sei'."
( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,16576,16876#msg-16876 ) :joke:

Jede Astra-Baumarktanlage war da seit 1989 anderer Meinung. :joke:

Es gab damals tatsächlich in den kleinen BK-Netzen der Post/Telekom keine Astra-Schüsseln. Die wurden schrittweise bis Mitte der 90er aufgebaut und Pfarrkirchen war da offensichtlich spät dran. Zudem konnte der Ort nicht an einen AMTV-Stern angebunden werden (in der Gegend gab es keinen und Passau war zu weit weg), dann wären dort MTV & Co. schon früher verfügbar gewesen. Generell wurde in den ganz kleinen BK-Netzen, wo eine AMTV-Anbindung früher oder später geplant war, nie eine Astra-Schüssel installiert.

Zitat

Und jetzt schafft Kabel Deutschland trotz seines dollen Glasfasernetzes immer noch nicht das, was Ottornomalo mit jeder Baumarktanlage kann.

Von der Technik her hat KDG mit dem Backbone seit letztem Jahr Boden gut gemacht. Das eigentliche große Problem der KDG ist das Missmanagement. Die BWL-Abteilung schießt sozusagen einen Bock nach dem anderen und die Technik-Abteilung muss mehr oder weniger ratlos zusehen. Und wenn's kein Geld für einen Mux mit SWR BW gibt, hat man halt Pech gehabt.:rolleyes:

von GLS - am 23.01.2013 23:39
@ GLS

Zitat

Es gab damals tatsächlich in den kleinen BK-Netzen der Post/Telekom keine Astra-Schüsseln.


Ja, das war das lustige mit MTV, TCC und Lifestyle. Als die noch über Intelsat auf 27,5° West sendeten, waren die in einigen Kabelnetzen drin. Als die dann alle auf Astra wechselten, war es dann mit der Kabeleinspeisung vorbei.

Mit Astra hatte die Bundespost damals bekanntlichermaßen ihre "Probleme", weil es halt die ungeplante Konkurrenz aus dem Ausland war, die die lange gehegten Pläne mit TV-Sat 2, D2-MAC und Kopernikus zunichte machte. Erst als sich die Telekom selbst an Astra beteiligte und Kopernikus aufgab, legte sich das.

Die Leidtragenden waren halt nur die Kabelunden. :-(


Zitat

Von der Technik her hat KDG mit dem Backbone seit letztem Jahr Boden gut gemacht. Das eigentliche große Problem der KDG ist das Missmanagement. Die BWL-Abteilung schießt sozusagen einen Bock nach dem anderen und die Technik-Abteilung muss mehr oder weniger ratlos zusehen. Und wenn's kein Geld für einen Mux mit SWR BW gibt, hat man halt Pech gehabt.:rolleyes:


Ja, das ist der reinste Kindergarten. Die Technik hat Kabel Deutschland ja um ihren Kunden richtig was zu bieten. Man will halt nur für jedes Progrämmchen sowohl vom Programmanbieter wie auch vom Kabelkunden Geld sehen. :-(

von Kay B - am 23.01.2013 23:51
Eine Sauerei sondersgleichen, was hier gefahren wird. Die doppelte Vergütung hin oder her - aber jetzt sowas..
Sobald mein Kabelvertrag ausläuft, werde ich mir eine mobile Schüssel in den Garten stellen. Wenn dann der Vermieter meint, er müsse z. B. Rasenmähen mit seinem Fuhrgerät, dann müsse er lediglich die Einrichtung vor mein Fenster stellen.
Gab es da nicht mal ein Gesetz, dass die Grundversorgung auf jeden Fall stattfinden muss mit Begründung auf die mangelhafte und sture Bereitstellung von Kabel Deutschland?
Traurig ist vielmehr, dass sich die Kabelgebundenen Teilnehmer nicht rächen können.

Ich persönlich sag mal so - dass nur ein Drittes der jeweiligen Anstalten drin ist, wäre noch zu verkraften, aber dass man jetzt schon so weit geht, dass man das angrenzende Regionale Programm nicht mehr empfangen kann, das ohnehin auf andere Wege zu empfangen ist, nämlich DVB-T, ist mehr als traurig.

War es nicht früher so, dass man das im Kabel hatte, das ohnehin schon empfangen wurde. Das ist doch auch die Begründung, dass man in Südostbayern teilweise noch den ORF drin hat.
Mich wundert ja immernoch, dass man fünf ORF-Radiosender plus ORF2 (jeweils nur analog!) im Regensburger Netz hat, obwohl die KDG mit Sicherheit kein Geld vom ORF sieht.

von BieMa - am 24.01.2013 15:30
@ BieMa

Zitat

Sobald mein Kabelvertrag ausläuft, werde ich mir eine mobile Schüssel in den Garten stellen.

Wenn dann der Vermieter meint, er müsse z. B. Rasenmähen mit seinem Fuhrgerät, dann müsse er lediglich die Einrichtung vor mein Fenster stellen.


Sat-Empfang hinter Glas funktioniert auch halbwegs zuverlässig. Hängt halt in erster Linie von der Mischung des Glases ab.


Zitat

Ich persönlich sag mal so - dass nur ein Drittes der jeweiligen Anstalten drin ist, wäre noch zu verkraften, aber dass man jetzt schon so weit geht, dass man das angrenzende Regionale Programm nicht mehr empfangen kann, das ohnehin auf andere Wege zu empfangen ist, nämlich DVB-T, ist mehr als traurig.


Ja, da pokern die Manager von Kabel Deutschland ganz schön hoch. Und wahrscheinlich ohne es zu wissen, weil man sich im Management dieser bundeslandübergrenzenden Kabelnetze nicht bewußt ist.

Für die Presse dürfte das aber ein gefundenes Fressen sein.


Zitat

War es nicht früher so, dass man das im Kabel hatte, das ohnehin schon empfangen wurde.


Ja, die ortsüblichen mußten auf jeden Fall rein. Darüber hinaus wurden noch Programme eingespeist, für die ein erhöhter Aufwand getrieben wurde. Denn irgendwie mußte man den Kabelkunden einen Mehrwert bieten. Hinzu kamen dann noch die Sat-Programme.

Den Mehrwert mit dem Satellitenempfang sicherte sich die Bundespost damals, indem sie den privaten Satellitenempfang nur unter Genehmigung, damit einhergehender Einmalzahlung für die Genehmigung (meist einige hundert DM) und monatlicher Gebühr (meist ein mittlerer zweistelliger DM-Betrag) zuließ, sodaß Sat-Empfang gegenüber dem Kabel kaum Vorteile hatte. Erst ab 1991 war der private Satellitenempfang genehmigungs- und gebührenfrei.

Der einzige Vorteil, den die Kabelnetzbetreiber heute bei der Fernsehversorgung noch bieten können ist, daß vom Kabelkunden keine eigenen Empfangsantennen bereitzustellen sind.

Das ganze Management von Kabel Deutschland verhält sich nun so, als hätte das Kabel noch eine Monopolstellung. Tatsächlich ist es aber so, daß das Management auf der Basis von einem Kundenstamm, der nicht ganz so schnell wegbricht (Wohnungsgesellschaften mit Kabelzwang sowie Kunden, die Kabelfernsehen noch für das Fortschrittlichste überhaupt halten), pokert.

von Kay B - am 24.01.2013 17:09
"Neu-Ulm protestiert, dass Kabel Deutschland "SWR Baden-Württemberg" durch den Fernsehsender "SWR Rheinland-Pfalz" ersetzen will. Die Stadt hat eine Resolution verfasst.
Geographische Berührungspunkte zwischen Bayern und Rheinland-Pfalz gibt es nicht. Auch wenn die Pfalz von 1816 bis 1946 bayerisch war, haben Bayern und Rheinland-Pfälzer wenig miteinander zu tun. Direkte Kontakte zwischen Bayern und Baden-Württemberg? Die gibt es zuhauf, gerade an Donau und Iller. Mit Verwunderung haben viele Menschen deshalb zur Kenntnis genommen, dass Kabel Deutschland als digitaler Anbieter plant, den Fernsehsender „SWR Baden-Württemberg“ durch „SWR Rheinland-Pfalz“ zu ersetzen. Hintergrund: ein Streit der öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF mit Kabel Deutschland. Es geht um Geld.
Die Folgen: Wer Kunde von Kabel Deutschland ist, also Menschen in Neu-Ulm, Elchingen oder Nersingen, bekommt künftig nichts mehr aus Stuttgart oder Ulm mit. Dafür aber aus Mainz, Koblenz und Trier. Gerade Kunden der Grenzregionen empfinden dies als Unding. SWR Baden-Württemberg soll es künftig nur noch analog geben.
In den bayerischen Rathäusern an Donau und Iller wird überlegt, wie man auf Kabel Deutschland einwirken kann. Der Neu-Ulmer OB Gerold Noerenberg hat Kontakt zu den Fraktionsvorsitzenden aufgenommen. Alle haben eine Resolution an Kabel Deutschland unterschrieben. Ziel ist, dass SWR Baden-Württemberg auch digital im bayerischen Teil der Region verfügbar bleibt.
Im ländlichen Raum wird diese Initiative unterstützt. „Das Vorgehen von Kabel Deutschland ist nicht nachvollziehbar, um nicht zu sagen eine Frechheit“, findet Erich Winkler, Bürgermeister in Nersingen. „Wir sind die Gebührenzahler, die Betreiber können sich nicht einfach über unsere Köpfe hinwegsetzen.“ Joachim Eisenkolb, Bürgermeister in Elchingen, setzt noch einen drauf: „Das ist jetzt der Sargnagel.“ In seiner Gemeinde habe Kabel Deutschland 2012 viele Kunden verloren. Das Unternehmen habe es im vergangenen Jahr nicht für nötig gehalten, einen Kabelbruch zeitig zu reparieren – 600 Kunden schauten wochenlang in die Röhre."
Quelle: Südwest Presse Ulm 25.1.2013

von RolfS - am 25.01.2013 11:34
Zitat
RheinMain701
Zitat
Thomas (Metal)
Und wie sieht es mit dem "schönsten Fleck von Bayern" aus, dem Nordwesten? Dort war man kurzmainzisch und Südwest3 gab es fast überall vom Donnersberg auf E60, natürlich als RLP-Variante. :-) . E58 aus Mudau war bereits in Amorbach so eine Sache...

Wahnsinn, wie sehr sich im Falle von Mudau UKW und UHF in der Reichweite unterscheiden.

Klar, in Unterfranken waren die Rheinland-Pfalz-Programme absolut üblich, da ging und geht Ba-Wü ziemlich schlecht, weil der komplette Odenwald im Weg liegt. Dummerweise ist Bayern etwas größer als Unterfranken...

[Halb-OT] Jetzt muß ich das mal etwas konkreter beschreiben. Mudau ist zwar schön hochgelegen, aber die Täler gerade im Südspessart sind schön tief eingeschnitten. Folglich strahlte der Sender schön brav oben drüberweg, es war "unten" nur noch ein Reflexionsempfang, häufig mit massiven Geisterbilder, möglich.Dort wo man schon Teil der Rhein-Main-Ebene ist, war Mudau durch den Odenwald verdeckt. Donnersberg hatte da eher freies Feld. Der Empfang war auf Grund der Entfernung in etwa mit ORF in München vergleichbar. Hinter dem Spessart war Donnersberg praktisch nicht empfangbar. Südwest3 gab dort, abgesehen von Höhenlagen, kaum: Mudau war häufig vom Spessart abgeschattet, bei Langenburg war die Entfernung zu groß. Beide strahlten also oben drüber weg. Eine Ausnahme machte bei Langenburg der Raum KT, sowie teilweise der Altkreis MAR bei Mudau.
Damit hat wohl die Masse die Südwest3 empfangen konnte dies via Donnersberg, Südwest3 RLP, getan.
Was Mittelfranken betrifft: Da strahlte wohl Südwest3 kaum ein. Langenburg hat durch die Frankenhöhe schon bald ein natürliches Hindernis. Man findet bis in den Raum Ansbach keinerlei (!) Antennen für einen ehemaligen S3-Empfang. Antennen für ARD-SDR waren dagegen in dieser Gegend eher häufig.
Oberbayern wurde hier schonmals in anderem Zusammenhang erwähnt: Dort gab es S3 wohl nur im Raum Landsberg. Der Sender Ulm dürfte zudem auch in das bayerische Schwaben kaum eingestrahlt haben, er ist schlicht nicht exponiert genug dazu. Ravensburg lag wohl zuweit in schon in BW und war zudem eher niedrig. Um die Iller herum kommt man immerhin auf etwa 700m! Bliebe die Unbekannte namens Heubach.
Unterm Strich beleibt natürlich festzustellen, daß man als zahlender Kunde durchaus erwarten könnte daß der DVB-C-Mux regionalbezogen zusammengestellt wird. Der direkte Nachbar oder der den man immer von einem 3. Programm hatte sollte nach meiner Meinung mit das Letzte sein was verschwindet "wenn es nicht anders geht" :rolleyes: .

von Thomas (Metal) - am 25.01.2013 19:33
Wir sind nun dabei, die Fernsehzuschauer in eine Zweiklassengesellschaft zu trennen:

Auf der einen Seite die Sat-Nutzer, die alles sehen und nichts zahlen, u.a. auch die Dritten in HD.
Auf der anderen Seite wird man als zahlender Zwangsverkabelter nun mehrerer Dritter Programme beraubt, die man auch nie in HD zu Gesicht bekam. Was gibt KDG das Recht, frei empfangbare ÖR-Dienste den Nutzern vorzuenthalten, wo es keine Möglichkeit der alternativen Nutzung gibt?! Ich und etliche andere können und dürfen keine Sat-Anlage betreiben und nutzen.
Wozu braucht es unzählige Auslandsdienste in minderster Qualität im Kabelnetz, die nur ein Bruchteil der Nutzer sieht, während die seit Jahrzehnten bundesweit genutzten Dritten nun einem vorenthalten werden.
Wenn ein ausländischer Mitbürger seine Heimatsender sehen will, darf er eine Sat-Anlage verwenden, auch wenn diese sehr groß sein muss, weil er nicht den üblichen Astra nutzt.
Wenn ich als ehem. sächsischer Bürger nun weiterhin MDR sehen möchte, wird mir kein Gericht in diesem Land das Recht zusprechen, dazu eine eigene Empfangsanlage zu betrieben, nur weil ich zwangsverkabelt bin und der Zensur öffentlich-rechtlicher Dienste seitens KDG unterliege.

Ich zahle Rundfunkgebührbeitrag für ÖR und darf fortan nur noch einen Bruchteil davon nutzen, wo der Sat-Nutzer alles hat und das in HD.

Dieser Sache muss schnelllstens Einhalt geboten werden. Es ist einfach ungeheuerlich, welche Rechte sich ein Kabelmonopolist gegenüber Millionen deutscher Bürger herausnimmt und diese auch noch dafür zur Kasse bittet!

von Radio_DDR - am 26.01.2013 10:20
Zitat
WiehengeBIERge
Das ältere Menschen überwiegen Kabel analog schauen kann ich (als Kabelnetztechniker) übrigens eher nicht bestätigen. Gerade ältere schauen auffallen oft digital (!), allein auch schon deshalb, weil sie dadurch in der Regel ein drittes mehr haben (in NRW ist das vielfach wegen Hessen und dem MDR so, die in bestimmten Gebieten nicht analog im Kabel sind).


In meinem Verwandten- und Bekanntenkreis kenne ich keinen Einzigen mehr, der noch analoges Kabel-TV nutzt. Mein Vater geht auf die 90 zu und nutzt seit Jahren DVB-C, aus den von Dir genannten Gründen. Fast jeder neue Flachbild-Fernseher unterstützt doch heute DVB-C und DVB-T. Für einige Leute ist das Fernsehen ziemlich nebensächlich, und diese Bekannten nutzen DVB-T oder DVB-C, aber kein analoges Kabel mehr.

Wenn die Kabelnetzbetreiber ihre Finanzlage verbessern wollen, dann sollten sie baldmöglichst einen Abschalttermin für die analogen Sendungen festlegen und kommunizieren, und dann den Kram abstellen. Das Spielchen, was sie jetzt treiben, vergrault jedenfalls Kunden und macht die Zwangsverkabelten zu Recht wütend.

Ich habe übrigens gestern einen Anruf von Unitymedia erhalten mit der Frage, wieso ich den Kabelanschluss gekündigt habe. Meine Antwort könnt Ihr Euch sicher vorstellen. ;)

73 de Uli

von ulionken - am 26.01.2013 16:56
Zitat
Radio_DDR

Wenn ein ausländischer Mitbürger seine Heimatsender sehen will, darf er eine Sat-Anlage verwenden, auch wenn diese sehr groß sein muss, weil er nicht den üblichen Astra nutzt.
Wenn ich als ehem. sächsischer Bürger nun weiterhin MDR sehen möchte, wird mir kein Gericht in diesem Land das Recht zusprechen, dazu eine eigene Empfangsanlage zu betrieben, nur weil ich zwangsverkabelt bin und der Zensur öffentlich-rechtlicher Dienste seitens KDG unterliege.


Da wäre ich mir nicht so sicher! Grundsätzlich sind Schüsseln ja erlaubt, und zwar nach Artikel 5 des Grundgesetzes. Einschränkungen gibt es durch das Eigentumsrecht des Vermieters. Und da muss der Richter abwägen, welches der beiden Rechte höher wiegt: Ein paar Dübellöcher oder die Informationsfreiheit. Wenn du glaubhaft machen kannst, dass da weder eine optische, noch materielle Beeinträchtigung der Bausubstanz vorliegt, reduziert sich das Ermessen des Richters auf Null, er muss zustimmen. Nicht zu vergessen der kleine, aber sehr wichtige Unterschied "installieren" und "aufstellen". (Wobei natürlich auch ein Richer grob ermessensfehlerhaft entscheiden kann, wie du als Sachse (ich denke da an Dresden) sicherlich weißt.)

von Bolivar diGriz - am 26.01.2013 17:22
Wie sieht es denn mit privaten Kabelnetzen aus? Könnte man den Mietern so etwas nicht schmackhaft machen? Im Nachbarort hat vor etlichen Jahren eine Wohnungsbaugesellschaft eine ganze Siedlung hochgezogen und die war anfangs Zwangsverkabelt. Irgendwann wurde dann eine Mieterversammlung einberufen bei der auch der örtliche Fernsehtechniker anwesend war und dieser hat den anwesenden Mietparteien erklärt was man vor hat. Nämlich schnellstmöglich von der KDG wegzukommen. Dazu würde man selbst eine Satantenne aufstellen und ausgewählte Programme wie bisher analog über das Kabel verbreiten. Die ganze Aktion war ruck zuck beschlossene Sache als die Mieter hörten das es monatlich weniger als die hälfte des bisherigen Kabelanschlusses kosten würde. Jetzt, ein paar Jahre später, sind ein paar Mieter mit der Idee an die Wohnungsbaugesellschaft herangetreten das ganze sogar noch zu erweitern. Und zwar sollen jetzt neben den üblichen analogen Programmen ganze Transponder digital ins Kabelnetz eingespeist werden und das nicht nur von Astra. Man möchte eine Multifeedanlage aufbauen. Allerdings ist das ganze noch nicht in trockenen Tüchern. Man prüft derzeit noch die entstehenden kosten und dann muss ja auch wieder eine Mieterversammlung einberufen werden. Wenn die Mieter und der Fernsehtechniker sich preislich einig werden und bereit sind die Zusatzkosten zu tragen hat die Wohnungsbaugesellschaft nichts dagegen. Die wollten nur vorab wissen ob an der Bausubstanz etwas verändert werden muss (neue zusätzliche Kabel ziehen, zweite Schüssel...) und haben dann aber als sie hörten das da gar nichts verändert werden muss gleich grünes Licht gegeben. Ich finde so ein privates Kabelnetz ist doch ein Modell mit Zukunft.

von Spacelab - am 27.01.2013 12:28
Hier die Termine:

24. Januar: Michendorf, Hameln, Bad Marienberg, Greifswald, Magdeburg, Ansbach
31. Januar: Neuwied, Gransee, Wittenberg, Cottbus, Cottbus für Weißwasser, Bremen, Bremen fürs Umland, Nürnberg, Nürnberg fürs südliche Umland, Illertissen
4. Februar: Oldenburg, Lübeck, Bremerhaven, Bremerhaven fürs Umland, Ludwigshafen, Neustadt/Weinstraße, Kaiserslautern, Schnaitsee, Würzburg, Coburg
5. Februar: Berlin (alle Kopfstationen), Königs Wusterhausen, Halle, Mühlhausen, Hagenow
6. Februar: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Falkensee, Fürstenwalde, Verden-Walle, Wolfsburg, Mainz, Bad Kreuznach, Augsburg, Kempten, Bad Kissingen
7. Februar: Stendal, Koblenz, Erfurt, Gera, Rosengarten, Flensburg, Braunschweig, Pfaffenhofen, Landshut, Regensburg
11. Februar: Dresden, Rostock, Wilhelmshaven, Heide, Norden, Osnabrück, Lingen, Aschaffenburg, Saarbrücken, Straubing
12. Februar: Bad Freienwalde, Neuhaus, Plauen, Bergen, Perleberg, Hamburg, Hamburg für Südholstein, Wittlich, Gemünden, Torgau
13. Februar: Chemnitz, Hannover, Helmstedt, Landau, Rosenheim, Passau, Traunstein, Bayreuth, Weiden, Schweinfurt
14. Februar: Suhl, Wismar, Waren, Kiel, Walsrode, Göttingen, Pirmasens, Deggendorf, Lüneburg, Hildesheim
18. Februar: Zeitz, Schwerin, Cloppenburg, Neustadt i.H., Bautzen, Stralsund, Waakirchen, München (alle Kopfstationen)
19. Februar: Pasewalk, Itzehoe, Leipzig, Stade, Salzgitter, Bamberg, Meiningen, Eggenfelden
20. Februar: Leer, Nienburg, Trier, Garmisch-Partenkirchen

Quelle:

http://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Termine_der_%C3%84nderungen_bei_ARD_und_ZDF

von 101,4 - am 27.01.2013 15:20
Zitat
BieMa
Zitat
Kay B
Wenn die noch weiter so hoch pokern, dann wächst der Unmut soweit, daß auch die hartgesonnenste Wohnungsgenossenschaften da aussteigen.

Falsch. Ich wette mit dir, von zehn Wohnungsgenossenschaften oder Wohnbau-Gesellschaften, wissen zwei, oder mit viel Glück auch drei, was im Kabel abgeht. Die Wohnbau selbst haben SAT und geben in den meisten Fällen den Häusern Kabel. Ich weiß, wovon ich rede, wenn man als Elektriker durch die Häuser renoviert und dort in allen Wohngesellschaften Kabel angeobten wird, und die Übergeordneten selbst wissen über die Kabelsituation nicht bescheid. Darüber hinaus schauen von 50 Wohnungen 45 analog. Und das ist kein Witz.

Wohnbaugesellschaften haben fast immer Gemeinschaftsvertäge, also Pauschaltarife, so dass der Kabelanschluss für den einzelnen Mieter sehr günstig ist (in der Größenordnung 2-15 Euro pro Monat), das schließt meist auch noch einen Wartungsvertrag des KNBs mit ein, so dass die NE4 vom KNB mit betrieben wird...
Die Wohnungsgesellschaften selbst haben eigentlich immer mindestens eine Person, die sich mit dem Kabelanschluss und dem drumherum bestens auskennt, meist haben sie für ihre Objekte auch noch einen extra Betreuer beim KNB.
Die wissen genauestens Bescheid, was im Kabel abläuft - Ich rede hier von seriösen Wohnungsgesellschaften, nicht von Treureal, GOAL, Hanseatic, Deutsche Annington usw. ;-) (Wobei letztgenannte eigentlich auch Bescheid weiß, nicht umsonst haben die schließlich für alle ihre Objekte in NRW die Zusammenarbeit mit dem KNB gekündigt - die arbeiten jetzt mit der Telekom zusammen und werden in Zukunft neben Telefonie-/Internet sogar Kabelfernsehen (inkl. Analog-TV) von der Telekom (!) beziehen (technisch wird das über Glasfaser angeliefert und in den Objekten per Fibernode auf Koax gewandelt).

von WiehengeBIERge - am 27.01.2013 16:15
Zitat
TerranusI
In Hamm (NRW) gibt es auch so einen Glasfaser Kabelanbieter. Die liefern die Signale wirklich bis in die Häuser mit Glasfaser, dort sitzt dann ein Wandler, wo alles auf Koax wieder ausgegeben wird. Das ist sogar in EFH dort so.

Sowas gibt es bei uns in Regensburg auch - die bringen es sogar fertig, egoFM im Kabel zu haben, die KDG nicht...
Ich frage mich, wo die Glasfaserleitungen herkommen, die R-KOM, die das Glasfaser anbietet, sitzt am anderen Ende der Stadt. IP? Oder doch abschnittsweise Koax?

Zitat
WiehengeBIERge
Zitat
BieMa
Zitat
Kay B
Wenn die noch weiter so hoch pokern, dann wächst der Unmut soweit, daß auch die hartgesonnenste Wohnungsgenossenschaften da aussteigen.

Falsch. Ich wette mit dir, von zehn Wohnungsgenossenschaften oder Wohnbau-Gesellschaften, wissen zwei, oder mit viel Glück auch drei, was im Kabel abgeht. Die Wohnbau selbst haben SAT und geben in den meisten Fällen den Häusern Kabel. Ich weiß, wovon ich rede, wenn man als Elektriker durch die Häuser renoviert und dort in allen Wohngesellschaften Kabel angeobten wird, und die Übergeordneten selbst wissen über die Kabelsituation nicht bescheid. Darüber hinaus schauen von 50 Wohnungen 45 analog. Und das ist kein Witz.

Wohnbaugesellschaften haben fast immer Gemeinschaftsvertäge, also Pauschaltarife, so dass der Kabelanschluss für den einzelnen Mieter sehr günstig ist (in der Größenordnung 2-15 Euro pro Monat), das schließt meist auch noch einen Wartungsvertrag des KNBs mit ein, so dass die NE4 vom KNB mit betrieben wird...
Die Wohnungsgesellschaften selbst haben eigentlich immer mindestens eine Person, die sich mit dem Kabelanschluss und dem drumherum bestens auskennt, meist haben sie für ihre Objekte auch noch einen extra Betreuer beim KNB.
Die wissen genauestens Bescheid, was im Kabel abläuft - Ich rede hier von seriösen Wohnungsgesellschaften, nicht von Treureal, GOAL, Hanseatic, Deutsche Annington usw. ;-) (Wobei letztgenannte eigentlich auch Bescheid weiß, nicht umsonst haben die schließlich für alle ihre Objekte in NRW die Zusammenarbeit mit dem KNB gekündigt - die arbeiten jetzt mit der Telekom zusammen und werden in Zukunft neben Telefonie-/Internet sogar Kabelfernsehen (inkl. Analog-TV) von der Telekom (!) beziehen (technisch wird das über Glasfaser angeliefert und in den Objekten per Fibernode auf Koax gewandelt).


Ist also alles eine Frage der Seriösität. Naja, ...
Werden da nicht auch Cardsharing unterstüzt? Und, was ist, wenn ein Mieter ,,mehr" sehen will á la Digital/andere Bouquets? Dann mal eben nen Receiver mit Karte kaufen? Wohl kaum, da muss quasi ein eigener TEURER Anschluss her?

von BieMa - am 27.01.2013 16:37
Zitat
WiehengeBIERge
[...]Deutsche Annington usw. ;-) (Wobei letztgenannte eigentlich auch Bescheid weiß, nicht umsonst haben die schließlich für alle ihre Objekte in NRW die Zusammenarbeit mit dem KNB gekündigt - die arbeiten jetzt mit der Telekom zusammen und werden in Zukunft neben Telefonie-/Internet sogar Kabelfernsehen (inkl. Analog-TV) von der Telekom (!) beziehen (technisch wird das über Glasfaser angeliefert und in den Objekten per Fibernode auf Koax gewandelt).

Kennt jemand eine Seite im Internet, wo man mal so eine Programmbelegung der Telekom anschauen könnte? Ich finde bei denen immer nur ihr Entertain-IPTV-Zeug, noch nie habe ich eine Telekom-PÜK mit DVB-C und Analog-Kabel-TV gesehen (naja nicht ganz richtig: sagen wir, seit 10 Jahren hab ich keine mehr gesehen;-)). Würd mich aber mal interessieren, was da im Vgl. zu KDG und UM-KBW eingespeist wird.

Zitat
BieMa
Zitat
TerranusI
In Hamm (NRW) gibt es auch so einen Glasfaser Kabelanbieter. Die liefern die Signale wirklich bis in die Häuser mit Glasfaser, dort sitzt dann ein Wandler, wo alles auf Koax wieder ausgegeben wird. Das ist sogar in EFH dort so.

Sowas gibt es bei uns in Regensburg auch - die bringen es sogar fertig, egoFM im Kabel zu haben, die KDG nicht...

Das ist das Projekt "Glasfaser Ostbayern".:) Davon hab ich schon gehört, die machen nen guten Job und haben ein im Vgl. zur KDG deutlich besseres Free-TV-Angebot. Auch die Firma Mnet sollte man erwähnen, die besonders in München und Nürnberg aktiv ist (siehe z. B. hier).

Zitat

Ich frage mich, wo die Glasfaserleitungen herkommen, die R-KOM, die das Glasfaser anbietet, sitzt am anderen Ende der Stadt. IP? Oder doch abschnittsweise Koax?

Koax glaub ich nicht, das würde das Signal zu stark dämpfen. Man hat hier sicher komplett Glasfaser in der NE3 verlegt, also bis zu den Häusern (FTTB). Irgendwo haben die eine ganz normale Sat-Kopfstation, wo sie das Free-TV vom Astra und das Pay-TV vom Kabelkiosk holen.

Wenn man ein Telefonnetz auf mind. FTTB aufrüstet, hat man gewonnen: Superschnelles Internet und das Fernsehen muss nicht mehr ressourcenintensiv per IPTV angeboten werden, sondern über DVB-C. FTTH ist natürlich nochmal besser. FTTC reicht aber nicht, da der Telekom-Klingeldraht auf den letzten Metern kein DVB-C erlaubt.

Ich sag's ja: Den Glasfaseranbietern gehört die Zukunft. Da nehmen jetzt viele kleine private oder Stadtwerke-Anbieter die Zügel in die Hand und rüsten Städte mit FTTB/H auf - mit oftmals viel besserem Angebot als z. B. Kabel Deutschland. Dann entsteht endlich mal echter Wettbewerb und die KDG müsste theoretisch ihr Angebot gewaltig nachbessern.:p

von GLS - am 27.01.2013 18:49
Zitat
Thomas (Metal)
Ist die Liste richtig und vollständig?


Sieht so aus, denn der KDG-Helpdesk meldet exakt die gleiche Liste mit Aktualisierungsdatum 10/2014: http://helpdesk.kdgforum.de/sendb/belegung-22.html

Schaun wir mal zur WillyTel... die haben exakt die gleichen Frequenzen belegt mit den gleichen Programmen. Aber dazwischen war irgendwie noch Platz. *fg*

http://www.willytel.de/fileadmin/redaktion/TV-und-Radio/Radiosender_Analog_20140303_ng_Web.pdf

Da kann man dann wohl auch die alten RB-Frequenzen wiederfinden. Und ne Menge mehr. NDR Blue ist dabei (UKW!!!), Bayern 2 und BR Klassik, Paloma und Schlagerparadies, ... ist halt nicht die große KDG, sondern ein lokales Unternehmen. Muß offenbar nichts an Aktionäre abführen und muß nicht zickig sein.

(Ich frage mich, wie das überhaupt qualitativ aussieht, wieviele Mischprodukte es da gibt, wieviele Geistersender durch Übersteuerungen, ...)

Und weiter gehts: http://www.willytel.de/fileadmin/redaktion/TV-und-Radio/Senderlisten_20140825_web.pdf

Die sind so wahnsinnig, auch noch die regionalen und auch etliche überregionale UKW-Angebote auf 666 MHz digital auszukabeln, u.a. Regionalversionen der ARD-Programme, die nicht auf dem Hörfunktransponder sind. Da wäre mal die Bitrate interessant.

von Chris_BLN - am 02.11.2014 00:10
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