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SWR: Einstellung der Subregionalprogramme ab 2013?

Startbeitrag von ulionken am 16.02.2012 18:03

Laut der Badischen Zeitung vom 15.2. plant der SWR, die Subregionalsendungen in Südbaden ab 2013 zu streichen, um Kosten einzusparen. Dies würde die Fensterprogramme aus Offenburg, Lörrach und Villingen-Schwenningen innerhalb der Freiburger Regionalsendungen auf SWR 4 betreffen:

Zitat
Badische Zeitung
Dabei gehe es ihm nicht etwa darum, betont der Intendant, die Studiostruktur grundsätzlich anzutasten oder gar ein Studio zu streichen. "Im Gegenteil", schreibt Boudgoust, "die Studios sollen in ihrer journalistischen Bedeutung erheblich gestärkt werden." Boudgoust spricht sich in dem Brief einerseits ausdrücklich für ein Festhalten an der regionalen Berichterstattung in der Fläche aus, stellt andererseits jedoch die regionalen Frühsendungen und die subregionalen Sendungen zur Disposition – ab 2013. In einem Antwortschreiben an Boudgoust sorgen sich die Leiter der SWR-Büros in Offenburg, Lörrach und Villingen-Schwenningen und der Redaktionsleiter "Aktuell" des Studios Freiburg denn auch "um die Zerschlagung bewährter Strukturen".

Benachteiligtes Südbaden?

Die Büroleiter zählen auf, dass aus den Regierungsbezirken Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen jeweils zwei SWR-Studios vollständige Regionalprogramme senden und über insgesamt acht Korrespondentenbüros verfügen. Im Gegensatz dazu gebe es im "Regierungsbezirk Freiburg lediglich ein vollständiges Regionalprogramm sowie zwei Subregionalprogramme mit Subregionalnachrichten dreimal täglich und einer Halbstunden-Sendung, sowie ein Subregionalprogramm aus Villingen-Schwenningen mit lediglich einer Halbstunden-Sendung". Auch verfüge der SWR im Regierungsbezirk Freiburg lediglich über ein Korrespondentenbüro in Waldshut-Tiengen. Das Fazit der Büroleiter: "Streichen Sie die Subregionalisierung im Regierungsbezirk Freiburg, ist der südbadische Landesteil künftig im Vergleich der am schlechtesten mit Regionalprogrammen ausgestattete Regierungsbezirk des SWR. Es wird schwer fallen, den Südbadenern diese Benachteiligung zu vermitteln."


73 de Uli

Antworten:

Passt ja dazu, dass hier gerade diskutiert wird, wie Südbaden DAB-technisch stiefmütterlich behandelt wird.

Wenn die das durchziehen würden ja so einige SWR4-Funzeln frei werden (etwa in VS und RW). Was wohl daraus wird?

von RheinMain701 - am 16.02.2012 18:23
Gerade bei DAB+ wird das Thema generell wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Bei regionalaen Nachrichtenblöcken könnte man aus 1 Hauptprogramm 3 machen, aber lange Musiksträken, wie bei SWR 4 BW wird dann schwierig.

Ein Regionalmux muss man ja zuerst mal voll bekommen, damit es wirtschaftlich ist.

von Marcus. - am 16.02.2012 19:28
Die derzeitige SWR4-(Sub)Regionalstruktur wäre durchaus "DAB+-tauglich", wenn man
a.) 9D und 8D getrennt multiplext
b.) Nur während der Ausstrahlung der (Sub)regionalfenster, analog zu 90elf im Bundesmux, die Zahl der Streams entsprechend erhöht.
Lokalnachrichten müssen nicht unbedingt mit 120 kbit/s übertragen werden, da tuns zur Not auch 48 kbit/s mono.

Das Problem ist allerdings wie immer das liebe Geld - die Sparaktion hat ja nichts mit DAB zu tun.
Die Dankesbriefe für den Inhaltsabbau können jedoch an die gleiche Adresse gehen wie die wegen des langsamen DAB-Ausbaus: An die KEF.

von DH0GHU - am 16.02.2012 20:50
Das Problem ist aber, dass SWR4 nicht nur Regionalnachrichten besteht, sondern auch Musikstrecken.

von Marcus. - am 16.02.2012 20:54
Sicher, aber die Subregionalsendungen sind, soweit ich das mitbekommen habe, wortlastig.
Bei 8 Regionalfenstern - also 4 pro Multiplex - sollte für die Regionalfenster auch genug Datenrate für Musikstrecken übrig bleiben.
Das Stichwort ist: dynamische Konfiguration der CU-Verteilung.

von DH0GHU - am 16.02.2012 20:59
Ich sehe da in der Einstellung der Sub-Regionalprogramme eher weniger das technische Problem. Das kann man in der tat so machen wie Ulrich schon beschrieben hat. DAB ist da flexibel genug. Diese Programme werden wohl eher eingestellt weil der Rotstift mal wieder gewütet hat. :rolleyes:

von Spacelab - am 16.02.2012 21:22
Natürlich ist das der Grund und der Leute sterben ja auch aus. Die Regionalisierung gibt es ja leider nur auf den alten Programmen.

von Marcus. - am 16.02.2012 21:33
Man sieht das ja auch in den anderen Ländern: erst streicht der hr sein Regionalprogramm komplett und ersetzt es durch irgendwelche Magazine, dann fasst der BR das Regionalprogramm von Bayern 2 auf zwei Regionen zusammen. Ich warte nur darauf, dass die anderen Rundfunkanstalten nachziehen.

von RheinMain701 - am 16.02.2012 21:37
Die 2 Regionen in Bayern 2 gab es ja schon immer. Was man gestrichen hat, war die 6 Teilung am Sonntag.

von Marcus. - am 16.02.2012 21:38
Langsam bekomme ich echt nur noch das Heulen, wenn ich Neuigkeiten aus dem Radiobereich lese. Das 21. Jahrhundert ist schon eine seltsame Zeit. Nur noch Einsparung, Rationalisierung...Minimalprinzip überall. Ich erinnere mich da mit Freuden an die 80er-Jahre, als noch so eine richtige Aufbruchsstimmung im Radiobiz herrschte. Der SDR richtete damals ein Regionalprogramm nach dem anderen ein. Die Privaten schossen wie Pilze aus den Boden. Die Zeit war von good news geprägt, von Zukunftsvisionen, von Optimismus, von der Freude am Machen. Davon ist wirklich nicht mehr viel übrig. Alles wird zusammengestampft. Irgendwann bleiben von den Regionalprogrammen vermutlich nur noch die 3-Minuten-Slots um halb übrig und vielleicht eine halbe Stunde am Mittag. Traurig, traurig...es geht immer mehr bergab mit unserem geliebten Medium Radio. Wenn es DAB nicht gelingt, im letzten Moment das Ruder rumzureißen, dann sehe ich sehr schwarz...

von Peter Schwarz - am 16.02.2012 23:40
Ja es stimmt schon. Eine negative Meldung jagt die nächste. Die Interessen verschieben sich mehr in Richtung Fernsehen und vor allem Internet. Mein Vater erzählte mir mal das damals die ganze Familie abends vor dem Radio saß und bei den Shows und Hörspielen mitfieberte. Heute undenkbar. Nach dem großen Hype in den 80ern und teilweise noch in den frühen 90ern flachte das Medium Radio aber inhaltlich auch extrem ab. Durch die stark gestiegene Konkurrenz fingen die Programmveranstalter an ihr Programm durchzuformatieren. Nur keinen Fehler machen um der bösen Konkurrenz einen Vorteil zu verschaffen. Ich bin ja der Meinung das genau das der Grund war warum das Medium Radio letztendlich für gefühlte 99% der Bevölkerung zum reinen Nebenbeimedium (Hintergrundberieselung bei der Arbeit) verkommen ist.

von Spacelab - am 17.02.2012 07:36
Wie ich gestern in verschiedenen Zeitungen aus BW und RP lesen konnte, sollen beim SWR noch weiter gehende Einsparmöglicheiten in der Diskussion sein.

So droht angeblich spätestens 2016 das Ende aller regionalen Frühsendungen in SWR4. Und auch eine Fusion der beiden Sinfonie-Orchester in Stuttgart (102 Planstellen) sowie Baden-Baden und Freiburg (98 Planstellen) sei im Gespräch.

von Manager. - am 19.02.2012 14:06
Die regionalen Meldungen werden am Wochenende ja schon seit längerer Zeit nicht mehr aktualisiert.
Klar ist natürlich auch, dass ein Sender wie SWRinfo weitaus weniger kostet als SWRcontra, da wurde bekanntlich nicht nur der Name geändert.
1. Abschaltung der Mittelwelle
2. Kein aufwendig gestaltetes Programm, schlicht und einfach alle 15 Minuten Nachrichten und ENDE!
Auf SWR2 wird auch immer weniger Regionales ausgestrahlt, scheint mir.

von Hunsrücker - am 19.02.2012 14:43
Für wie dumm halten die Verantwortlichen eigentlich ihre Kunden, die Hörerinnen und Hörer? Da erzählt der Intendant etwas davon, das weniger Geld zur Verfügung steht und deshalb gespart werden müsse. Und zwar ausgerechnet bei den Regionalprogrammen, die doch eigentlich ein Markenzeichen und eine Grundversorgungspflicht des ÖR-Rundfunks sein sollten. Vielleicht sollte Herr Boudgoust mal mit seinen ARD-Kollegen darauf schauen, wie an vielen Stellen total sinnlos Geld rausgeworfen wird, z.B. für exorbitant teuere Sportübertragungen oder für die unverschämt hohen Gagen von Leuten wie Jauch und Gottschalk, deren Gerede einfach nur nervig und völlig überflüssig ist.

von wolfgangF - am 19.02.2012 15:47
Regionalprogramme gehören nicht zur Grundversorgungspflicht. Allerdings halte ich sie auch für so eine art Markenzeichen der Öffis. Die Verantwortlichen bei den entsprechenden Rundfunkhäusern kommen immer wieder gerne mit der (mittlerweile schon etwas älteren) Umfrage um die Ecke die besagt das der Hörer von der Lokal-/Regionalbezogenen Berichterstattung weg geht und auch mal etwas über den Tellerrand schauen möchte. Und wenn ich ein Regionalmagazin mit Infos aus den anderen Gebieten durchsetzen muss kann ich mir das Geld auch sparen und dieses Magazin gleich ganz einstampfen. Das Interesse an Lokalen und Regionalen Infos stirbt wohl mit der älteren Generation aus.

Gottschalk und Jauch kosten zwar zweifellos eine menge Geld, bringen aber auch eine sehr gute Quote. Und das relativiert ihren hohen Preis wieder. So freute sich vor ein paar tagen der Programmchef des "Ersten" im DLF Interview das man dank "Gottschalk Live" endlich wieder Licht im finstersten Quotendunkel des ARD Vorabendprogrammes sehe.

von Spacelab - am 19.02.2012 16:16
Nein, nein und nochmals nein zu dem, was diese Umfrage besagt: Auch in 20 Jahren wird man wohl noch erfahren dürfen, was bei jemandem in der Nähe passiert!
Übertrieben gesagt: Es kann nicht sein, dass ich zwar weiß wie es in Pakistan aussieht, aber nicht wie die Lage vor der eigenen Haustür ist.
Das wird wohl auch der SWR noch verstehen.
Außerdem ist Gottschalk bei der ARD gar nicht mal der TOP-Quotenjäger.

von Hunsrücker - am 19.02.2012 16:24
Zitat

Nein, nein und nochmals nein zu dem, was diese Umfrage besagt: Auch in 20 Jahren wird man wohl noch erfahren dürfen, was bei jemandem in der Nähe passiert!
Übertrieben gesagt: Es kann nicht sein, dass ich zwar weiß wie es in Pakistan aussieht, aber nicht wie die Lage vor der eigenen Haustür ist.

Um dich auf dem laufenden zu halten ist eine gute Nachrichtenredaktion zuständig. Sie hat dafür sorge zu tragen das du nicht nur über Pakistan sondern auch über die wichtigsten(!) Geschehnisse "vor deiner Haustür" auf dem laufenden gehalten wirst. Und das scheint den meisten ja auch zu genügen sonst wäre die Umfrage anders ausgefallen oder die Hörer würden sogar auf die Barrikaden gehen.

Zitat

Außerdem ist Gottschalk bei der ARD gar nicht mal der TOP-Quotenjäger.

Der Mensch sagte ja auch in dem Interview nichts von einem TOP Quotenbringer. Er sagte lediglich das es Gottschalk nach langer Zeit gelungen ist mal wieder eine Quote ins ARD Vorabendprogramm zu bringen für die man sich nicht Schämen muss. Und das scheint sich doch irgendwo zu rechnen sonst würde man sich keinen teuren Gottschalk leisten. Den so dicke hat es die ARD nämlich nicht das man sich so einen Mann ins Vorabendprogramm setzt nur um seines Namens willen.

Was mich an der ganzen ÖR Struktur viel mehr stört ist die ungleiche Verteilung der Geldmittel. Ich bin ja öfters im Funkhaus auf dem Halberg beim SR und auch bei der Funkhausbesichtigung die wir damals mit dem Forum hier machten staunten manche nicht schlecht. Da leistet man sich alle Nase lang neue Studios und neue Ausrüstung, aber im großen Sendesaal, also dem Raum mit dem man mit teuren Eintrittskarten richtig Geld verdienen möchte, hängt bereits der Schaumstoffbezug der Lautsprecher herunter und seit Jahren(!) führt der Weg in den Saal über Holzplanken weil der Fußboden total im Eimer ist. Die Seile an denen die Mikrofone über den Zuschauern befestigt sind hängen erbärmlich durch und müssten dringend erneuert werden und am Abmischpult funktionieren nur noch die hälfte der Kanalfader störungsfrei. Und als Backup wenn man eine Aufzeichnung macht hat man mittlerweile gleich 2 DAT Rekorder mitlaufen weil beide ihren Zenit schon weit überschritten haben und als Backuplösung eigentlich schon nicht mehr zu gebrauchen sind. An einer Stelle wird das Geld mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen und an anderer wird sich kaputt gespart. :sneg:

von Spacelab - am 19.02.2012 16:55
Zitat
Spacelab
Um dich auf dem laufenden zu halten ist eine gute Nachrichtenredaktion zuständig. Sie hat dafür sorge zu tragen das du nicht nur über Pakistan sondern auch über die wichtigsten(!) Geschehnisse "vor deiner Haustür" auf dem laufenden gehalten wirst.

Nunja, gut mag die regionale Nachrichtenredaktion ja sein, aber von Samstag Mittag bis Montag Früh hört/liest man von ihr (vom SWR ausgegangen) wenig. Man kann den Rundfunk eben nicht kaputtsparen.

von Hunsrücker - am 19.02.2012 17:01
Mit dieser Aussage rennst du bei mir offenen Türen ein.

von Spacelab - am 19.02.2012 17:32
@Spacelab Was genau willst du damit jetzt sagen?

von Hunsrücker - am 19.02.2012 17:48
Na das ich zu 100% auf deiner Seite stehe wenn du sagst das man den Rundfunk nicht kaputt sparen kann bzw. sollte. Und mit meinem Beispiel vom SR wollte ich noch ergänzen das die Rundfunkanstalten auch ein Stück weit selbst daran schuld sind wenn sie jetzt an allen Ecken und Enden sparen müssen. Ein normales Unternehmen wäre schon längst pleite würden sie ihr Geld so schlecht verwalten.

von Spacelab - am 19.02.2012 18:05
:cheers:

von Hunsrücker - am 19.02.2012 18:07
Zitat
eurasia
Klar ist natürlich auch, dass ein Sender wie SWRinfo weitaus weniger kostet als SWRcontra, da wurde bekanntlich nicht nur der Name geändert.
Laut SWR-Geschäftsführung ist es genau andersherum, zumindest, wenn man die Verbreitungskosten außen vor lässt. Und das ist auch verständlich, bei SWR-Info müssen das Sendestudio, Technik und Redaktion 14 Stunden am Tag besetzt sein, während SWR-Contra lediglich ein automatisierter Podcastdudler war.

Zitat
Spacelab
Er sagte lediglich das es Gottschalk nach langer Zeit gelungen ist mal wieder eine Quote ins ARD Vorabendprogramm zu bringen für die man sich nicht Schämen muss
Äh? Wie? Was? Die Quoten von Gottschalk sind unterirdisch.

von freiwild - am 19.02.2012 18:58
Zitat

Regionalprogramme gehören nicht zur Grundversorgungspflicht. Allerdings halte ich sie auch für so eine art Markenzeichen der Öffis. Die Verantwortlichen bei den entsprechenden Rundfunkhäusern kommen immer wieder gerne mit der (mittlerweile schon etwas älteren) Umfrage um die Ecke die besagt das der Hörer von der Lokal-/Regionalbezogenen Berichterstattung weg geht und auch mal etwas über den Tellerrand schauen möchte. Und wenn ich ein Regionalmagazin mit Infos aus den anderen Gebieten durchsetzen muss kann ich mir das Geld auch sparen und dieses Magazin gleich ganz einstampfen. Das Interesse an Lokalen und Regionalen Infos stirbt wohl mit der älteren Generation aus.

Sehe ich exakt auch so.
Außerdem sind die ARD-Sender -bis auf DLF/DLR- bereits Regionalprogramme.

von Schwabinger - am 19.02.2012 19:31
@Schwabinger Der User Peter Schwarz hatte das unter dem Punkt UKW-Frequenzvergabe NRW so treffend formuliert: Der Begriff REGIONALPROGRAMM gilt durchaus auch für ein Programm, das beispielsweise nur in einem Landkreis verbreitet wird.
Ich persönlich stelle mir in einem großen Land wie Deutschland (81 Millionen Einwohner, 357.000km²) unter einem Ö-R Regionalprogramm schon etwas mehr vor als ein ganzes Bundesland wie z.B. Baden-Württemberg mit dem gleichen Programm zu versorgen. Ein bisschen mehr Mühe seitens der ARD-Rundfunkanstalten wäre da schon angebracht.
Meiner Meinung nach sind die Regionen genau der falsche Punkt zu sparen.
Hier in RLP beispielsweise findet man kaum noch kompetente Regionalberichterstattung via Radio, RPR.1 Regionalnachrichten sagen mir da noch am meisten zu. In der Radio Group steckt keine wirkliche Kompetenz, da dürfte man meiner Meinung nach schon etwas mehr erwarten dürfen.:sneg:
Ich vertraue in puncto Regionalberichterstattung eigentlich (fast) nur noch meiner Tageszeitung.

von Hunsrücker - am 19.02.2012 19:48
In RLP kommt noch hinzu dass die Regionalprogramme geographisch ziemlich dämlich zugeschnitten sind. Niemand sonst außer dem SWR würde auf die Idee kommen, Kibo und Eisenberg ins Kaiserslautener Programm einzugliedern.

von RheinMain701 - am 19.02.2012 19:59
Zitat
Spacelab
Regionalprogramme gehören nicht zur Grundversorgungspflicht. Allerdings halte ich sie auch für so eine art Markenzeichen der Öffis.


Der erste Satz ist bezogen auf den SWR nicht ganz richtig. Der Staatsvertrag sieht nämlich vor:

Zitat
SWR-Staatsvertrag, ° 3.1
Der SWR veranstaltet folgende Rundfunkprogramme:
Jeweils zwei Landeshörfunkprogramme für die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz; davon soll jeweils ein Programm ein informationsbetontes Angebot enthalten und jeweils ein Programm der Darstellung der Regionen dienen und nach landsmannschaftlichen Gesichtspunkten sowie nach gewachsenen Wirtschafts- und Erlebnisräumen zugeschnitten sein;


Mit dem letzten Punkt sind zwar nicht explizit regionale Unterteilungen und erst recht keine subregionalen Fenster (um die geht es bei den Sparvorschlägen) vorgesehen, aber ein regionenbezogenes Programm ist ausdrücklich vorgeschrieben.

Zitat
Spacelab
Die Verantwortlichen bei den entsprechenden Rundfunkhäusern kommen immer wieder gerne mit der (mittlerweile schon etwas älteren) Umfrage um die Ecke die besagt das der Hörer von der Lokal-/Regionalbezogenen Berichterstattung weg geht und auch mal etwas über den Tellerrand schauen möchte. Und wenn ich ein Regionalmagazin mit Infos aus den anderen Gebieten durchsetzen muss kann ich mir das Geld auch sparen und dieses Magazin gleich ganz einstampfen. Das Interesse an Lokalen und Regionalen Infos stirbt wohl mit der älteren Generation aus.


Tatsache ist, dass unsere Gesellschaft immer älter wird, und dass auch jüngere Leute Interesse daran haben, was sich in ihrem Umfeld tut - seien es Veranstaltungen, Verkehrsprojekte oder Jugendhäuser. Von einem "Aussterben" des Interesses kann meiner Meinung nach nicht die Rede sein. Dieses Interesse wird vor allem durch die Lokalpresse, deren Onlineauftritte und in geringerem Umfang durch den Rundfunk und durchs Fernsehen gedeckt. Die kommerziellen Lokalsender auf UKW kann man (zumindest hier in Südbaden) diesbezüglich vergessen.

Eine andere Frage ist es, wie gut dieses Interesse durch die Subregionalprogramme des SWR abgedeckt wird. Als ich vor etwa einem Jahr mit dem Leiter des SWR-Studios Lörrach ins Gespräch gekommen bin, da musste ich ihm sagen, dass ich das Lörracher Subregionalfenster nur extrem selten höre: Während der Magazinsendungen muss ich normalerweise arbeiten, und bei dem musikalischen Umfeld von SWR 4 rollen sich bei mir sozusagen die Zehennägel hoch. :eek:

Wenn man die journalistischen Inhalte auf andere Weise überbringen würde (z.B. über Kurzmmeldungen in den Landesprogrammen und Podcasts oder Web-Artikel zur Vertiefung), dann könnte ich mit einer Einstellung dieser Subregionalfenster leben. Wenn die journalistischen Inhalte dagegen ersatzlos wegfallen, dann gäbe es nur noch die 1-2 Lokalzeitungen - nach meinem Eindruck wäre dann die Vielfalt bei der regionalen Berichterstattung in Gefahr.

73 de Uli

von ulionken - am 19.02.2012 20:14
@Uli: Volle Zustimmung. Ich gebe dabei noch zu Bedenenken:
a.) Gerade viele ältere Menschen haben kein Internet, sondern nur Radio & Zeitung für regionale Infos
b.) viele kommerzielle Regionalsender sind in der Hand der jeweiligen regionalen Tageszeitung.

Aufgrund (b) wäre eine Reduktion der Regionalberichterstattung gleichbedeutend mit einem Informationsmonopol der jeweiligen Tageszeitung. Das kann nicht im Interesse einer lebhaften, gesunden Demokratie sein! Die größten Defizite gibt es ja gerade "im Kleinen", lokaler Klüngel kommt oft nie ans Licht der Öffentlichkeit, Lokalpolitiker können oft noch ganz ungeniert "wulffen".

von DH0GHU - am 19.02.2012 20:21
Ihr habt da gerade etwas ganz interessantes erwähnt das ich nicht untergehen lassen will. Nämlich die "reinen" Lokalradios. Also die Radiosender die als Lokalradio gestartet sind und sogar den Stadtnamen tragen für den sie senden. Theoretisch(!) wäre das doch genau das was manche hier von einem Lokal-/Regionalprogramm fordern. Leider hat man das ganze meiner Meinung nach total verkackt. Wenn ich mir mal so die Livestreams der ganzen Lokalsender ( "Antenne XY" ) anhöre drückt sich mir der Eindruck auf das man hier unter dem Deckmäntelchen eines Lokalradios nur einen weiteren Hitdudler an den Start gebracht hat. Etwas aus der Rolle fällt hier "Radio Saarbrücken" weil man dort eine andere Musikfarbe spielt. Aber die Lokalinfos kann man auch dort mit der Lupe suchen gehen.

von Spacelab - am 20.02.2012 08:00
@Spacelab Man bräuchte lokale Radiosender mit dem Schwerpunkt lokale/ regionale Information.

von Hunsrücker - am 20.02.2012 10:43
Genau als solcher wurde uns Radio Saarbrücken auch verkauft. Anfangs gab es wirklich brauchbare Informationen aus der Region aber dann ließ das immer mehr nach. Mittlerweile beschränken sich die lokalen Informationen auf das aktuelle super sonder Leasingangebot des örtlichen Autohauses und die Veranstaltungshinweise die es aber genau so auch auf dem regionalen Hitdudler mehrmals täglich gibt. :rolleyes: Und bei den anderen "Radio Group" Lokalsendern sieht es auch nicht wirklich anders aus. :sneg:

von Spacelab - am 20.02.2012 11:44
Ganz meine Meinung. :) Anfangs hörte ich immer Radio Idar-Oberstein und Antenne Bad Kreuznach, aber die Musikrichtung gefällt mir nicht sehr gut und wirklich kompetente Berichterstattung vermisse ich. Also schalte ich lieber um halb wenn ich dran denke auf RPR.1 MZ und höre dort die Regionalnachrichten. Das macht mich auch nicht wirklich glücklich.

von Hunsrücker - am 20.02.2012 12:01
Der SWR (und wohl auch die anderen ARD-Anstalten) gehen wohl mittlerweile nach dem Grundsatz: "Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen."

von PhanTomAs - am 20.02.2012 23:12
Medienpolitik interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. Und die tolle Suchfunktion hilft mir auch nicht weiter. Deshalb schreibe ich es mal hier rein:

Gestern (also Sonntag) lief gegen 22 Uhr bei den baden-württembergischen SWR4-Sendern 90,1 Stuttgart, 104,1 Heidelberg und 107,3 Raichberg das rheinland-pfälzische SWR4-Programm. Alle Ansagen waren auf RP bezogen. Ebenso der Radiotext. Der PS-Code war jedoch korrekt.

Ist bestimmt nicht ungewöhnlich und ich bin nicht informiert. Denn: Medienpolitik interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. ;-)

von Natrium - am 05.03.2012 11:55
Das sagt die SWR Seite:

http://www.swr.de/swr4/bw/programm/-/id=258008/sdpgid=643590/nid=258008/did=292712/vbiyzj/index.html SWR4 BW

http://www.swr.de/swr4/rp/programm/-/id=263196/sdpgid=643590/nid=263196/did=292712/1p1255x/index.html SWR4 RP

Scheint also ein Programm aus RP zu sein, die Moderatoren kommen auch alle aus RP.

von Jassy - am 05.03.2012 11:59
Gut. Aber warum übernimmt man anscheinend auch den Radiotext?

von Natrium - am 05.03.2012 12:05
Sonntags kommt auf SWR4 ab 22 Uhr die Sendung Musik nach Noten. Diese ist auf beiden Programmen (BW und RP) gleich. Der PS-Code bleibt allerdings bei SWR4 IMMER derselbe wie bei regionalen Sendungen. Ähnlich SWR2, wo dauerhaft RP bzw. BW im PS zu lesen ist.

von Hunsrücker - am 05.03.2012 17:20
Moment! Die Technik muss dem Programm folgen, nicht anders herum.
Ich finde es falsch, sich aus den Regionen zurückzuziehen. Allerdings ist das, was man bei SWR4 BW macht, aus meiner Sicht schon etwas übertrieben viel.

von DigiAndi - am 05.03.2012 20:33
Aber Regionalisierungen muss es weiter geben. Hier sind unterschiedliche Muxe nötig, in diesen kann man sofern es nur Nachrichten also Sprache ist weiter regionalisieren. 96 kbits --> 3 x 32 kbits

von Marcus. - am 05.03.2012 20:33
Zitat
MoselSaarRuwer
Gestern (also Sonntag) lief gegen 22 Uhr bei den baden-württembergischen SWR4-Sendern 90,1 Stuttgart, 104,1 Heidelberg und 107,3 Raichberg das rheinland-pfälzische SWR4-Programm. Alle Ansagen waren auf RP bezogen. Ebenso der Radiotext. Der PS-Code war jedoch korrekt.
Während des SWR4-Gemeinschaftsprogramm übernimmt das nehmende SWR4-Landesprogramm immer auch den Radiotext vom gebenden SWR4-Programm. Kommt das Gemeinschaftsprogramm aus Mainz, steht dann eben auch "SWR4 RP" im baden-württembergischen Radiotext - und umgekehrt.

von freiwild - am 06.03.2012 00:05
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