DP, PA + anfälle mit halbseitiger lähmung

Startbeitrag von adriane am 12.05.2009 15:36

seit 20 jahren leide ich an "meinem schwindel" – wie ich es nenne. anfangs – so denke ich, waren es hauptsächlich kreislaufattacken (sehr niedriger bluttdruck) inkl. einiger kreislaufzusammenbrüchen. später wurde der schwindel chronisch – hatte (oder habe?) panikattacken, wobei mein ständiges unwirklichkeitsgefühl (depersonalisation DP) das für mich größte problem darstellt. ich habe schon vor einigen jahren viel auf dieser seite gelesen und mit hilfe von einigen büchern die panikattacken wirklich gut in den griff bekommen.

einleitung: bei mir äußert sich ein "anfall" so, daß mir schwarz vor den augen wird, meine linke hand zu kribbeln anfängt und ich merke, daß mir wörter einfach nicht mehr einfallen. ca. 20 minuten später kippe ich um und mein gesamter körper ist halbseitig gelähmt. spüre nichts mehr, verstehe nichts mehr und kann auch nicht mehr sprechen (nur noch lallen).
(die momentane diagnose ist eine gewisse form von migräne (ohne kopfweh).

nun zum eigentlichen diskussionsthema: ich hab natürlich große angst davor, daß mir das passiert. is ja irgendwo logisch. und entweder hab ich mir so panikattacken "herangezüchtet" oder diese "anfälle" resultieren aus einer eben solchen.

größtenteils komme ich mit meinem leben gut zurecht und wie es bei den meisten ist, merkt "außen" kaum wer, wie's mir geht. ich arbeite an mir und versuche wirklich alles, um ein "normales" leben führen zu können.

meine frage ist nun: grundtheorie ist ja nun folgende... man soll alles tun, was man tun würde, wenn man "gesund" wäre. (vereinfacht gesagt). vermeidung ist gift für die angst bzw. nährt sie. also "leben" (bzw. so tun alsob, weil mit DP hat man einfach nicht das gefühl wirklich sein eigenes leben zu leben) und dann merken, daß nichts passiert. problem ist aber eben, daß bei mir etwas passiert. und zwar diese "anfälle" eben. natürlich nicht immer, aber oft genug, um die angst aufrecht zu erhalten. (ich vermute eben, daß meine DP durch diese ständige unbewußte angst geschürt wird). und ich will die nicht mehr ;-) ich möchte mein leben auch er-leben und spühren und fühlen.

kennt das von euch noch jemand?

Antworten:

Ich denke, dass Deine PA eher eine Sekundärerkrankung darstellt.
Das mit der halbseitigen Lähmung scheint ja was anderes zu sein - vielleicht ist es eine Art von dissoziative Störung?

von Marcel - am 12.05.2009 17:19
Hallo Adriane,

hört sich für mich auch so an als ob die Panikattacken von sekundärer Bedeutung sind. Mit der Sprachstörung und der halbseitigen Lähmung hört sich eher nach was neurologischem an. Du hast das doch bestimmt auch schon neurologisch abklären lassen, oder?Lg Heidi

von Heidi - am 12.05.2009 17:50
danke, für eure rückmeldungen.

stimmt. hab schon physisch und neurologisch alles schon doppelt abklären lassen. alles ok. bin völlig "gesund" ;-) fühlt sich nur leider nicht so an.

von adriane - am 12.05.2009 19:16
Hallo Adriane,
damals vor 20 Jahren, gab es da ein Ereignis (vor den Kreislaufattacken), was Dich aus der Bahn geworfen hat? Meist entstehen Angstgeschichten aus einer belastenden Situation heraus. Oder waren die Zusammenbrüche selbst der Angstauslöser? Vielleicht auch beides.
Im Falle einer verdrängten seelischen Belastung müsstest Du gegebenenfalls etwas aufarbeiten oder nochmals hinschauen, um Dich zu erleichtern.
Falls Du Angst „nur“ vor Deinen Symptomen hast, gehört das vermutlich in die hypochondrische Ecke. Dann müsstest Du lernen, Dir und Deinem Körper wieder zu vertrauen. Bei Unsicherheit fehlt Urvertrauen. Je mehr fehlt, umso schlimmer die Befürchtung.

Viele Grüße!
Chris



von Christie - am 13.05.2009 06:36
@marcel: dissoziative störung: denk ich auch.

@christie: kein auslösendes ereignis, an das ich mich erinnere. wenn ein trauma, dann tief im unterbewußtsein vergraben.

am "vertrauen" arbeite ich bereits. ;-)

liebe grüße
adriane

von adriane - am 13.05.2009 09:01
Hallo adriane...zum Thema "Gewisse Form von Migräne"kann ich Dir sagen-meine Aura-Migräne-Anfälle äußern sich ähnlich und verlaufen meistens ohne Schmerz,sondern nur mit halbseitig auftretenden Lähmungserscheinungen...bei mir sind es Stellen wie Hand und Gesicht,an denen es taub wird.Sprachausfälle habe ich nicht bei jeder Attacke und dunkel wird es immer.Hast Du auch mit dem typischen Augenflimmern zu tun?Flimmerskotom??
Schwindel und Depersonalisation/Derealisation gehören auch in meinen täglichen Tagesablauf-leider-aber mittlerweile versuch ich es zu ignorieren.Hab manchmal das Gefühl,durch diese immer wiederkehrenden "Aura-(augenbelastenden)Phasen haben meine Augen irgendwie ne Macke davongetragen.Bin extrem lichtempfindlich bzw. fast nachtblind und scharf sehen geht auch nicht wirklich immer gut.Dann gibt es auch wieder Tage,an denen seh ich wunderbar.
Also--unterm Strich gesehen geht es mir GENAUSO,wie Dir...und durch die täglichen ("Belastungen")bzw.Anforderungen,die ein 8 Monate altes kleine Energiebündel an einen als Mama stellt,verstärken sich auch die Symptome...zudem Schlafentzug auf Dauer auch ganz merkwürdige Wahrnehmungserscheinungen erzeugt-Halluzinationen und richtig kurzfristige (Wahrnehmungs-)Ausfälle ...hab auch neurologisch den Spaß abklären lassen und denke mir-da alles gesund ist-es kann nur mit den Migränen zusammenhängen(die man ja nur im Anfall selbst im EEG sehen kann) und ein Rest meiner damaligen Panik irgendwo noch in mir herumgeistert.
Wenn Du neurologisch und sonst okay bist,dann liegt's eventuell bei Dir an der gleichen Mischung.Mein Blutdruck ist schon immer eher niedrig-sprich bei 100/60 geht's mir schon blendend! :spos: :rp: :D
So...bist nicht allein*Trostschick*..allerdings hilft Dir das auch nicht weiter.Fühl mich weitestgehend ebenfalls nicht mehr..an manchen Tagen wie "abgekapselt".Sage meinem Mann dann immer"ich sitz gerade ewieder im Glashaus"...kann alles sehen,aber die Wärme der Sonne,den Wind etc. nicht richtig fühlen...alles läuft wie im Film ab!
Die eine Sache mit Deiner Migräne ist bestimmt real vorhanden...die zweite Angelegenheit ein Gebilde aus Angst & Co,was sich "dazugesellt"und die Gesamtangelegenheit etwas verwirrend erscheinen läßt.Blicke da bei mir bis heute noch nicht wirklich durch.
Alles Liebe und Kopf hoch....Hannah


von HannahHannah - am 13.05.2009 12:55
liebe hannah,

oh, doch, das hilft mir wohl. ist doch schön zu lesen, daß man damit nicht alleine ist (bis jetzt hatte ich noch niemanden gefunden, dems ähnlich geht). blöd nur, daß das gleichzeitig bedeutet, daß es einem andren (in dem fall dir) auch so mies geht.

ich habs auch mit ignorieren versucht. hat nicht lange angehalten, weil sich norbert (der schwindel, der ja keiner is) dann um so mehr in den mittelpunkt gedrängt hat - der alte effekthascher. und ihn "lieben" und akzeptieren funktioniert genausowenig immer, weil ich oft halt schon fuxig werd, wenns mir längere zeit einfach nur extra-mies geht, ich auf der couch lieg und das gefühl hab, das leben geht an mir vorbei.

das mit den augen (ja, flimmern und blitzen (auch bei geschlossenen augen) hab ich übrigens auch, aber nicht ständig) ist mir seit kurzem auch aufgefallen. also, daß ich das gefühl hab, daß sich meine sehkraft verschlechtert, ohne daß der augenarzt davon was bemerken würde.

jaja, der blutdruck verdient den namen "druck" garnicht. 100 hab ich so gut wie nie.

was sind wahrnehmungs-ausfälle, von denen du sprichst?

also uns allen - kopf hoch
liebe grüße adriane

von adriane - am 13.05.2009 13:17
Huhu Leidensgenossin :D ...Wahrnehmungsausfälle sind jetzt erst in der letzten Zeit bei mir ein Thema.Meine Kleine ist nun gute 8 Monate und hat bis heute nur eine Nacht durchgeschlafen...und diese Ausfälle -bedingt durch den Schlafmangel-äußern sich ganz beängstigend.Beispiel->ich fahre eine Strecke mit dem Auto und plötzlich ist es so ein Gefühl,als würde ich aus einem Traum erwachen-aber der Moment,in dem das Träumen begonnen hat,den entsinne ich nicht mehr und darauf baut sich dann ganz intensiv das Gefühl,ich hätte ein Stück der Gesamtwegstrecke gar nicht erlebt....sehr verwirrend beschrieben,aber irgendwie geht es nicht besser...es ist wie ein "wegbeamen"über eine gewisse Zeit,ein "aus sich heraustreten"für Sekunden und dabei ein totales Ausschalten des Realisierens.Ach-jedendalls ist das völlig ekelig,wenn sowas während der Autofahrt vorkommt.Hatte es vor Kurzem auch im gespräch mit meiner Schwiegermama-war sehr relaxed am Quasseln,schau währenddessen in die Gegend(wir standen draußen)und plötzlich ruckt es mich innerlich-wie hochschrecken aus einem Traum.Hatte wieder dieses Filmrissgefühl....hatte dann meine Schwiegi gefragt,ob was gewesen wär mit mir(Blödsinn geredet hätte,getaumelt oder Ähnliches...)...sie meinte,nein.Also ist es ein Zustand,der in Sekundenbruchteilen passiert,sich aber länger anfühlt.
Absolut unheimlich.Hab schon den Doc gefragt...kommt ganz klar vom Schlafmangel!!Nicht umsonst wird Schlafentzug als Foltermethode genommen!! :eek: :(

von HannahHannah - am 13.05.2009 13:30
Hallo Adriane, hallo Hannah,

Ihr Beide seid mit der Migräne ja echt noch übler dran als ich:-( Mit Hannah habe ich ja schon öfters darüber gesprochen, dass ich auch die Aura mit anschließendem geringen Kopfschmerz habe. Die Aura finde ich immer wieder sehr beängstigend. Vor zwei Wochen bekam ich das erste Mal nachts Migräne, nachdem ich meine Kleine gefüttert habe. Wahrscheinlich war es das Aufschrecken aus dem Tiefschlaf und die schwummrigen Lichteinflüsse, die als Auslöser fungierten. Nachts ist natürlich auch alles gefühlt immer noch schlimmer als tagsüber und ich habe erstmal wieder ein paar Tage gebraucht den Schock zu verdauen:-( Ich "kleiner" Hypochonder denke ja dann immer sofort an einen Schlaganfall, obwohl ich eindeutig Migräne habe und die sich auch jedesmal völlig gleich äußert.

Liebe Adriane, ich denke, Du hast wirklich primär Migräne und Deine völlig verständlichen Ängste sind daraus entstanden. Tun kannst Du nichts, außer Dir das immer wieder vor Augen zu führen. Der Schwindel und die DP sind ja typisch für Angststörungen und ich denke, jeder hier im Forum kennt das Gefühl ganz genau. Ich helfe mir immer damit, dass ich die Augen zumache und ein paar Schritte weiterlaufe oder auf einem Bein stehen bleibe. Fällt man dabei nicht um, ist es der harmlose Angstschwindel und das beruhigt mich meistens sofort und der Schwindel geht weg. Probier es mal aus. Ansonsten Ohren steif halten und nichts vermeiden! Ablenkung ist immer noch die beste Medizin und erhält vor allem die Lebensfreude.

Liebe Grüße

Pia

von Pia - am 14.05.2009 10:05
liebe hannah,

meine güte, das hört sich ja nach richtigen "blackouts" an. glaub ich sofort, das das beängstigend ist. bestell dir das wieder ab. ;-) braucht ja echt keiner.

liebe pia,

hab jetzt von einem arzt mal tabletten bekommen, die werd ich beim nächsten "aus/anfall" mal testen. wenn die helfen, dann kann zumindest mal sicherer angenommen werden, daß es eine migräne is. das mit dem auf einem bein stehen find ich gut. das werd ich mal austesten. danke! weil ich hab eh schwierigkeiten, meine unterschiedlichen schwindelarten auseinanderzuhalten.

ohren sind steif, kopf ist oben!

liebe grüße an alle
adriane

von adriane - am 14.05.2009 11:55
ich hatte damals, als ich noch starke PA's hatte manche dieser symptome.
kriebbeln und taubheit im linken arm
taubheit teilweise im gesicht, kopf.
und mir wurde ab und zu ganz rot in den augen, also ich konnte nichts sehen ausser rote flecken, oder nur rot fuer ca 10 - 20 min.
schwarz vor augen wurde mir nur wenn ich hyperventilierte nach jeder PA, aber das war durch den ueberhoehten sauerstoff gehalt im gehirn
seit die PA's fast weg sind, sind auch diese symptome verschwunden.
lG

von cosmic - am 16.05.2009 03:12
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