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Diskussionsforum-Angststörungen
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Soulpain, Christie, verena p., Yvonne, sallyy, Heidi

Mutter gestorben, Ängste wieder da wie früher

Startbeitrag von Soulpain am 20.05.2009 09:02

Hallo,



Vor 2 Wochen ist meine Mutter unerwartet an einer Lungenembolie gestorben, vorher war sie 1 Woche lang im Koma gelegen. Hab sie damals im Bad gefunden, und diese Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf wie sie am Boden lag und kurz noch röchelte, als der Notarzt kam musste er sie 3 mal reaniemieren, einfach der Alptraum für mich. Seither plagen mich Alpträume und ich kann kaum noch richtig schlafen.

Nun ist das Problem ich leide seit 6 Jahren an ganz schweren Angst u. Panikattacken die ich durch ein nicht behandeltes Trauma bekommen hatte, meine Mutter war immer für mich in dieser Zeit für mich da, wir hatten es ja schon so weit das meine Ängste sehr viel weniger wurde, und am 30.04, um 0:00h ist alles wieder zurückgekommen, da ich meine Mutter sterbend im Bad fand.

Bin zwar in Psychatrischer Behandlung wegen dem Problem und nehme auch sehr starke Medis, nur empfinde ich das nicht als entlastung eher als belastung da ich auch kaum Trauern kann. Leide durch die Ängste auch an phobische Ängste vor Ärzten weil ich damals als 6 Jähriger schlechte erfahrungen mit Ärzten gemacht habe.

Nun wollte ich fragen wer hat ähnliche Situationen gemeistert und könnte mir ein paar Tipps dazu geben, denn so komm ich nicht mehr weiter :(

Danke für die Hilfe

Antworten:

Hallo Soulpain,

das tut mir sehr sehr leid mit Deiner Mama und ich fühle mich auch gerade stark berührt. Auch ich habe ,als ich 16 Jahre alt war ,zusehen müssen wie meine Mutter an einer Lungenembolie erstickt ist und ich ihr in keinster Weise helfen konnte.Ich glaube diese Bilder wird man immer in sich tragen , wichtig ist nur das Du das in irgendeiner Weise auch verarbeiten kannst. Heule los wenn es Dir danach zumute ist unterdrücke Deine Gefühle nicht und spreche darüber mit anderen. Vielleicht hilft Dir ja auch eine Trauergruppe.Ich weiß wie schwer das ist und ich weiß auch ganz genau wie sich das anfühlt ,wie verlassen man sich fühlt. Du schreibst Du kannst nicht trauern, was hindert Dich daran? Versuche Deine Trauer zuzulassen und auch alle anderen Gefühle die auftauchen. Und denke daran es ist jetzt eine verdammt schwere Zeit aber es wird auch wieder besser werden.Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft . Lg Heidi

von Heidi - am 20.05.2009 12:34
Zunächst möchte ich Dir mein Beileid sagen, Soulpain.
Es ist sicher sehr schwierig, den Verlust der Mutter hinzunehmen, zumal in Deiner ohnehin belasteten Lebenslage. Auch ist sie plötzlich und unerwartet gestorben, so dass Schreck und Schock noch hinzukommen.

Lass Dir einfach Zeit und Raum zum Trauern. Vielleicht kann die eigentliche Trauerarbeit erst beginnen, wenn der Verlust akzeptiert ist. Vielleicht kannst Du auch in einer stillen Stunde in Gedanken noch einmal ein Gespräch mit ihr führen. Ihr noch etwas mitteilen, wünschen oder Adieu sagen. Mit Menschen, die sich sehr nahe gestanden haben, soll das funktionieren.
Setz Dich nicht unter Druck, irgendwas Bestimmtes fühlen zu müssen, sondern lebe in dieser schwierigen Zeit von einem Tag auf den nächsten.
Vermutlich kann Dir Dein Psychologe etwas helfen und die Therapie entsprechend gestalten.

Versuch auch zu akzeptieren, dass Deine Furcht durch die Anspannung gerade wieder mehr wird. Wie Du erfahren hast, lässt sich immer etwas daran drehen. Es ist schon einmal gelungen und ist sicher noch einmal möglich, wenn Du wieder zu Dir selber gefunden hast.
Niemand kann Dir den Schmerz abnehmen, aber früher oder später müssen wir alle mal durch ihn gehen.

Alles Gute
Chris



von Christie - am 20.05.2009 13:49
Hallo Heidi, Christie

Zitat

das tut mir sehr sehr leid mit Deiner Mama und ich fühle mich auch gerade stark berührt. Auch ich habe ,als ich 16 Jahre alt war ,zusehen müssen wie meine Mutter an einer Lungenembolie erstickt ist und ich ihr in keinster Weise helfen konnte.Ich glaube diese Bilder wird man immer in sich tragen , wichtig ist nur das Du das in irgendeiner Weise auch verarbeiten kannst. Heule los wenn es Dir danach zumute ist unterdrücke Deine Gefühle nicht und spreche darüber mit anderen. Vielleicht hilft Dir ja auch eine Trauergruppe.Ich weiß wie schwer das ist und ich weiß auch ganz genau wie sich das anfühlt ,wie verlassen man sich fühlt. Du schreibst Du kannst nicht trauern, was hindert Dich daran? Versuche Deine Trauer zuzulassen und auch alle anderen Gefühle die auftauchen. Und denke daran es ist jetzt eine verdammt schwere Zeit aber es wird auch wieder besser werden.Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft . Lg Heidi


Danke für die lieben Worte Heidi,
ich kann deswegen nicht Trauern da dadurch das mich meine Ängste so im Griff haben sehr schwer Gefühle zuzulassen die Schmerzen verursachen. Ich bin 33 Jahre alt und meine Mutter (ist auch viel zu Jung gestorben mit 59 Jahre) war mit mir in der Wohnung zusammen, sie fungierte als Aufsichtsperson für mich aber eine Liebevolle :) War für mich da wenn ich wiedermal eine schwere Attacke bekam, und schaffte es immer wieder mit ihrer ruhigen und liebevollen Art und Sprache mich von diesem Horrortrip runterzuholen. Seit es meiner Mam nicht mehr gibt, durchlebe ich ständig diese Attacken. Meine familie, ( Vater, Oma, Schwester) verstehen nicht was mit mir passiert.
Ich hab ja Psychologische Hilfe, ambulant da ich durchs Trauma als 6 Jähriger nicht in Kliniken gehen kann :( Aber das ist eine andere Baustelle.

Hallo Christie danke für die netten Worte,

Zitat

Zunächst möchte ich Dir mein Beileid sagen, Soulpain.
Es ist sicher sehr schwierig, den Verlust der Mutter hinzunehmen, zumal in Deiner ohnehin belasteten Lebenslage. Auch ist sie plötzlich und unerwartet gestorben, so dass Schreck und Schock noch hinzukommen.

Lass Dir einfach Zeit und Raum zum Trauern. Vielleicht kann die eigentliche Trauerarbeit erst beginnen, wenn der Verlust akzeptiert ist. Vielleicht kannst Du auch in einer stillen Stunde in Gedanken noch einmal ein Gespräch mit ihr führen. Ihr noch etwas mitteilen, wünschen oder Adieu sagen. Mit Menschen, die sich sehr nahe gestanden haben, soll das funktionieren.
Setz Dich nicht unter Druck, irgendwas Bestimmtes fühlen zu müssen, sondern lebe in dieser schwierigen Zeit von einem Tag auf den nächsten.
Vermutlich kann Dir Dein Psychologe etwas helfen und die Therapie entsprechend gestalten.

Versuch auch zu akzeptieren, dass Deine Furcht durch die Anspannung gerade wieder mehr wird. Wie Du erfahren hast, lässt sich immer etwas daran drehen. Es ist schon einmal gelungen und ist sicher noch einmal möglich, wenn Du wieder zu Dir selber gefunden hast.
Niemand kann Dir den Schmerz abnehmen, aber früher oder später müssen wir alle mal durch ihn gehen.

Alles Gute
Chris


Wenn ich das könnte mir raum lassen zum Trauern, aber meine Ängste geben mir einfach kaum Luft zum Trauern, denn wenn ich spüre der Schmerz um den Verlust meiner Mutter gehen die Attacken wieder los, sind ja schon 3 Wochen wieder her und in dieser Zeit hatte ich ca. 100 von Attacken eine schlimmer als die andere. Ich bin regelrecht schon Psychisch fertig, denn mich quälen ja nicht nur die attacken sondern auch Alpträume.

Ja ich weiss das ich das auch meistern kann, nur ist es halt sehr sehr schwer da ich relativ wenig unterstützung bekomme, das meiste muss ich jetzt alleine schaffen und ich nicht weiss wo ich anfangen soll, meine Mutter wusste immer genau wie sie mit solchen Situationen klarkommt und wusste immer wie sie mich anpacken musste. Das fehlt mir jetzt extrem. :(

Lfg
Soulpain





von Soulpain - am 20.05.2009 15:13

Re:Nachtrag

Es ist halt so ich fühle mich bei meiner Familie wie eine Circusattraktion, da sie es einfach nicht verstehen was mit mir passiert wenn ich eine so schwere Attacke bekomm. Werde in dieser Zeit von ganz schweren Krämpfen heimgesucht und mich treibts dann nach links wenn ich wo hingehe. Und seit dem Tot meiner liebenvollen herzensguten Mutter die das immer schaffte das ich mich in dem moment immer normal fühlte, wird das wieder so schlimm wie vor 6 Jahren.

Leide auch etwas an Autismus, ich muss mir ständig Fragen stellen bis ich eine konkrete Antwort bekomm, nun Frage ich mich immer und immer wieder ist wie eine entlosschleife wieso weshalb und warum meine Mutter gestorben ist. Manche sagen mir immer das ist eben der lauf der Dinge und prompt tauchen wieder neue Fragen auf und das geht immer und immer weiter bis zur erschöpfung.

Ich weiss auch das ich nie eine Antwort auf meine Fragen bekomm diesbezüglich, aber es belastet mich sehr. Bei mir schwirren so viele Gedanken rum im Kopf

Lfg
Soulpain

von Soulpain - am 20.05.2009 16:43
hallo soulpain (seelenschmerz)
du durchlebst eine sehr schwierige zeit fühle mit dir meine mutter starb auch als ich 20 war sie war erst 39 auch sie war für mich der mittelpunkt und es hat lange gedauert den schmerz zu überwinden
auch heute noch denke ich an sie
ich hoffe für dich das du deinen weg, denn du leider nun alleine gehst schaffen wirst
es ist ein steiniger weg doch du kannst es schaffen deine mutter wäre dann sicher stolz auf dich

alles gut für dich und gib nicht auf ahlte durch

von sallyy - am 20.05.2009 18:22
Hallo Soulpain,
eine Circusattraktion bist du sicher nicht, und für einen Autisten kommunizierst Du ziemlich flott. Hinterfrage die Situation nicht. Für schicksalhafte Dinge gibt es keine plausible Erklärung.
Du hast überschießende Angstreaktionen. Deine Mutz war auch Deine Stütze, die die Panik ihres Sohnes gut im Griff hatte. Sie war Deine Sicherheit und Geborgenheit. Durch den Verlust fühlst Du Dich von Deiner Angst wieder mehr bedroht und Deinem Anders-Sein. Versuch, Dir das klar zu machen und sprich mit Deinem Psychologen über das Thema.
Schreckliche Situation, kann ich nachfühlen, aber es ist doch alles noch sehr frisch. Es ist erst 3 Wochen her, nicht schon 3 Wochen.

Dir und Deiner Familie alles Liebe,
Chris

PS: Ich fahre dieser Tage in den Urlaub. Bin dann mal weg. Wundere Dich deshalb bitte nicht, wenn ich nicht mehr reagiere. Pfüati!




von Christie - am 21.05.2009 11:36
Zitat
Christie
Hallo Soulpain,
eine Circusattraktion bist du sicher nicht, und für einen Autisten kommunizierst Du ziemlich flott. Hinterfrage die Situation nicht. Für schicksalhafte Dinge gibt es keine plausible Erklärung.
Du hast überschießende Angstreaktionen. Deine Mutz war auch Deine Stütze, die die Panik ihres Sohnes gut im Griff hatte. Sie war Deine Sicherheit und Geborgenheit. Durch den Verlust fühlst Du Dich von Deiner Angst wieder mehr bedroht und Deinem Anders-Sein. Versuch, Dir das klar zu machen und sprich mit Deinem Psychologen über das Thema.
Schreckliche Situation, kann ich nachfühlen, aber es ist doch alles noch sehr frisch. Es ist erst 3 Wochen her, nicht schon 3 Wochen.

Dir und Deiner Familie alles Liebe,
Chris

PS: Ich fahre dieser Tage in den Urlaub. Bin dann mal weg. Wundere Dich deshalb bitte nicht, wenn ich nicht mehr reagiere. Pfüati!



Hi Christie,
Für meine Familie, habe nur noch 3 Menschen (Vater, Oma, Schwester) bin ich einfach ein komischer Mensch die mit meiner erkrankung nix anfangen können. Ich habe diesen Mist seit 6 Jahren, und die einzigste Person die sich wirklich ständig um mich sorgen machte und mir auch sehr viel half war meine Mutter. Meine Familie sagte immer ich wäre ein Symolant und würde nur den Leuten die Zeit stehlen.
Ja ich leide an Autismus, das fand man vor 3 Jahren herraus als sie mich untersuchten, nur ist das eine art Schutzautismus wenn Situationen kommen die mein Körper als gefahr sieht schalte ich total ab und meine Psyche versucht dann mit gedankenüberflutung mich davor zu schützen.
Es gibt ja Momente wo ich auch nur den ganzen Tag da sitz und die Wände ankuck und auf äussere reize nichtmal reagiere, ich bin dann in meiner Welt wo ich manchmal garnicht so gerne raus will, und zur zeit seit meine Mutter gestoben ist, häufen sich diese Momente, da esse ich nichtmal was :(

Wünsche Dir einen Erholsamen Urlaub Christie, schön wäre es wenn ich das auch könnte,33 Jahre keinen richtigen Urlaub gehabt.

Mfg
Soulpain



von Soulpain - am 21.05.2009 13:03
Zitat
sallyy
hallo soulpain (seelenschmerz)
du durchlebst eine sehr schwierige zeit fühle mit dir meine mutter starb auch als ich 20 war sie war erst 39 auch sie war für mich der mittelpunkt und es hat lange gedauert den schmerz zu überwinden
auch heute noch denke ich an sie
ich hoffe für dich das du deinen weg, denn du leider nun alleine gehst schaffen wirst
es ist ein steiniger weg doch du kannst es schaffen deine mutter wäre dann sicher stolz auf dich

alles gut für dich und gib nicht auf ahlte durch


Hi Sallyy,

Danke für die anteilnahme.

Ja irgendwie werd ich das schon schaffen müssen meinen Weg zu gehen, gerade weil ich meiner Mutter und mir beweisen will das ich es Schaff.
Nur zur Zeit geht alles nur noch bergab, so hab ich das gefühl, meine Mutter hat die welt für mich zusammengehalten, für mich liegt sie jetzt in trümmern.

Ich weiss es ist ein sehr schmerzhafter Prozess der jetzt abläuft, nur weiss ich einfach nicht wie ich es mir leichter machen könnte :(


Mfg
Soulpain

von Soulpain - am 21.05.2009 13:07
Liebe soulpain!

Ich verstehe deinen Schmerz...meine Mutter ist mit 57 Jahren an einer Hirnblutung gestorben..ich habe ihr beginnendes Ende bei einem letzten Telefonat mit ihr hautnah mitbekommen..mich plagen seit vielen Jahrzehnten Ängste und durch den Tod meiner Mutter ist mir ein lebenswichtiger "Anker" genommen worden...ich wurde amputiert...heute viele Jahre danach habe ich diesen quälenden Schmerz überwunden, bin mit ihm erwachsen geworden.....

Ich wünsche dir aus tiefster Seele, dass du deinen Schmerz irgendwann zulassen kannst, dass du im Laufe der Zeit spürst, wie er weniger wird und immer mehr das Gefühl der Dankbarkeit und der Zuversicht heranwächst....noch ist alles frisch, eine blutende Wunde sozusagen...glaube mir, sie wird irgendwann verheilen...deine Mutter wird dich weiterhin begleiten, wenn auch auf einer anderen Ebene...niemand ist für immer verloren...und wenn du fest an sie denkst, dann spürst du sie auch...

Viel Kraft, Liebe und Dankbarkeit auf deinem weiteren Weg wünscht dir,

Yvonne

von Yvonne - am 21.05.2009 13:48
Zitat
Yvonne
Liebe soulpain!

Ich verstehe deinen Schmerz...meine Mutter ist mit 57 Jahren an einer Hirnblutung gestorben..ich habe ihr beginnendes Ende bei einem letzten Telefonat mit ihr hautnah mitbekommen..mich plagen seit vielen Jahrzehnten Ängste und durch den Tod meiner Mutter ist mir ein lebenswichtiger "Anker" genommen worden...ich wurde amputiert...heute viele Jahre danach habe ich diesen quälenden Schmerz überwunden, bin mit ihm erwachsen geworden.....

Ich wünsche dir aus tiefster Seele, dass du deinen Schmerz irgendwann zulassen kannst, dass du im Laufe der Zeit spürst, wie er weniger wird und immer mehr das Gefühl der Dankbarkeit und der Zuversicht heranwächst....noch ist alles frisch, eine blutende Wunde sozusagen...glaube mir, sie wird irgendwann verheilen...deine Mutter wird dich weiterhin begleiten, wenn auch auf einer anderen Ebene...niemand ist für immer verloren...und wenn du fest an sie denkst, dann spürst du sie auch...

Viel Kraft, Liebe und Dankbarkeit auf deinem weiteren Weg wünscht dir,

Yvonne


hi Yvonne

Danke für die anteilnahme und auch von mir mein Beileid für Dich,

ja ich habe es auch mitbekommen bei meiner Mutter und das schlimmste ist für mich das ich hilflos zusehen musste, hab zwar den Notarzt gerufen aber es ist immer das Gefühl da man hätte vielleicht mehr machen können.

Seit dem Vorfall mit meiner Mutter ist in mir alles Leer, alles erscheint einem so unreal, und sehr schmerzhaft
Meine Ängste haben neue Nahrung bekommen durch das ganze.

Mfg
Soulpain

von Soulpain - am 21.05.2009 14:01
Hallo Soulpain*),
Du klingst wirklich wie ein großes Häufchen Unglück. Gefühlte 70 Prozent gehen mir ein, der Rest sollte verändert werden, weil er Dich belastet. Jeder kann sich im Leben verschanzen. Hinter Angst und Panik, hinter Depression, Lethargie oder Nichts-mehr-fühlen-Wollen. Da kann man sich dann selbst bedauern und Löcher in die Luft schauen. Nur, damit ändert sich nichts.
Du bist erwachsen, 33 Jahre alt, und musst lernen, die Verantwortung für Dein Leben selbst zu übernehmen. Die Nabelschnur zur Mutter ist durchgetrennt. Verstehst Du?
Ich weiß übrigens sehr genau, wovon ich rede. Leide seit 13 Jahren an einem Elterntrauma.

So, und nun muss ich machen. Kofferpacken und zwischendurch auch eine Kleinigkeit essen. Ich übernehme jetzt das Ruder . . . für mich und meine Bedürfnisse.

In diesem Sinne,
Chris

*) Würde Dich gern bei Deinem Vornamen nennen. Vielleicht verrätst Du uns den gelegentlich.







von Christie - am 21.05.2009 15:07
Zitat
Christie
Hallo Soulpain*),
Du klingst wirklich wie ein großes Häufchen Unglück. Gefühlte 70 Prozent gehen mir ein, der Rest sollte verändert werden, weil er Dich belastet. Jeder kann sich im Leben verschanzen. Hinter Angst und Panik, hinter Depression, Lethargie oder Nichts-mehr-fühlen-Wollen. Da kann man sich dann selbst bedauern und Löcher in die Luft schauen. Nur, damit ändert sich nichts.
Du bist erwachsen, 33 Jahre alt, und musst lernen, die Verantwortung für Dein Leben selbst zu übernehmen. Die Nabelschnur zur Mutter ist durchgetrennt. Verstehst Du?
Ich weiß übrigens sehr genau, wovon ich rede. Leide seit 13 Jahren an einem Elterntrauma.

So, und nun muss ich machen. Kofferpacken und zwischendurch auch eine Kleinigkeit essen. Ich übernehme jetzt das Ruder . . . für mich und meine Bedürfnisse.

In diesem Sinne,
Chris

*) Würde Dich gern bei Deinem Vornamen nennen. Vielleicht verrätst Du uns den gelegentlich.


Hi Christie,

ja in meinen 33 Jahren hatte ich immer nur Pech, alles was ich versucht hatte ist schiefgegangen. Ja ich will ja was dran ändern, aber zur Zeit bin ich der Sklave meiner Ängsten, und durch den Tot meiner Mutter hat sich alles um vieles erschwert, man kann sagen ich bin in ein schwarzes Loch gefallen und sehe nicht das ende. Da ich jetzt keinen mehr habe der meine Situation versteht, da ich von meiner Umgebung nur als Symolant hingestellt werde. Meine Mutter war ja die einzigste Person die sich gesorgt hatte und wir waren ja fast am Ziel, hatte ja seit 9 Monaten kaum noch Attacken etc, und das ohne Medis etc nur durch ihrer Anwesenheit, und die fehlt mir jetzt extrem.

Schau ich lebe zur Zeit bei meiner Oma, weil ich vorerst nicht mehr in meine Wohnung kann weil mich da zuviel an den schrecklichen Tag errinnert. NUr sitze ich da die meiste Zeit alleine in einem Zimmer, und hab keinen der sich mit mir unterhält.

Also mein realname ich Markus.

Mfg
Soulpain aka Markus

von Soulpain - am 21.05.2009 15:35

Hallo Markus,

. . . es ist Zeit zum Abendessen! Geh doch mal aus Deinem Zimmerchen, klopf bei Deiner Großmutter und frag, was so alles im Kühlschrank ist. Vielleicht könnt Ihr zusammen essen. Da ergibt sich dann ein kleines Gespräch. Man redet irgendwas und schon ist alles etwas leichter . . .

Übernimm das Ruder!
Gruß,
Chris

von Christie - am 21.05.2009 16:15
hallo markus,

auch von mir mein herzliches beileid.

es ist schlimm was dir passiert ist, und ich denke auch das es einige zeit braucht bis du damit zurecht kommen wirst. aber wenn ich deine beiträge lese kommt mir immer wieder in den sinn:

markus, nun musst du für dich sorgen!!!! fang endlich damit an. mit 33 jahren wird es höchste zeit. es ist egal ob die anderen dich verstehen oder nicht, du musst dich um dich kümmern. warte nicht drauf, das ein ersatz für deine mutter auftaucht und ihre fürsorge und hilfestellung übernimmt.

so schlimm das geschehene auch ist, aber vielleicht kannst du darin sowas wie ein zeichen sehen. das du auch alleine zurecht kommen kannst.
natürlich sind die ängste nun erstmal wieder da. aber erinnere dich an die worte deiner mutter, wie sie dir geholfen hat da raus zu kommen, und du wirst es auch alleine schaffen. stück für stück, mit ihrer stimme im ohr. verlange dir nicht zuviel ab, wenn dein körper und deine psyche im moment noch nicht bereit dazu ist "richtig zu trauern" dann braucht es eben noch eine weile, und solange schützt dich deine seele vor dem schmerz, den du vielleicht im moment noch nicht aushalte kannst.

ich wünsche dir auch ganz viel kraft und so schmerzhaft es für dich ist, dein leben geht weiter, die erde steht nicht still. und du musst deinen weg nun auch weiter gehen.

SORGE FÜR DICH!!!!

lg verena

von verena p. - am 22.05.2009 11:18
Zitat
verena p.
hallo markus,

auch von mir mein herzliches beileid.

es ist schlimm was dir passiert ist, und ich denke auch das es einige zeit braucht bis du damit zurecht kommen wirst. aber wenn ich deine beiträge lese kommt mir immer wieder in den sinn:

markus, nun musst du für dich sorgen!!!! fang endlich damit an. mit 33 jahren wird es höchste zeit. es ist egal ob die anderen dich verstehen oder nicht, du musst dich um dich kümmern. warte nicht drauf, das ein ersatz für deine mutter auftaucht und ihre fürsorge und hilfestellung übernimmt.

so schlimm das geschehene auch ist, aber vielleicht kannst du darin sowas wie ein zeichen sehen. das du auch alleine zurecht kommen kannst.
natürlich sind die ängste nun erstmal wieder da. aber erinnere dich an die worte deiner mutter, wie sie dir geholfen hat da raus zu kommen, und du wirst es auch alleine schaffen. stück für stück, mit ihrer stimme im ohr. verlange dir nicht zuviel ab, wenn dein körper und deine psyche im moment noch nicht bereit dazu ist "richtig zu trauern" dann braucht es eben noch eine weile, und solange schützt dich deine seele vor dem schmerz, den du vielleicht im moment noch nicht aushalte kannst.

ich wünsche dir auch ganz viel kraft und so schmerzhaft es für dich ist, dein leben geht weiter, die erde steht nicht still. und du musst deinen weg nun auch weiter gehen.

SORGE FÜR DICH!!!!

lg verena

*** shit happens - life goes on! *'**


Hi Verena,

danke für die Anteilnahme.

Ich war ja vor meinem zusammenbruch ja selbsttätig und konnte alles alleine machen, nur nach dem zusammenbruch bliebt davon nix mehr übrig und die einzigste Person die mich aufgefangen hatte war eben meine Mutter. Die ersten 6 Monate waren für mich wie wenn ich nur noch eine leere Hülle wäre, hab sehr intensiv davor studiert ( Informatik), der Lehrer sagte zu meiner Mutter ich hab das wissen von den anderen die schon 6-9 Monate gelernt haben. Und dieser zusammenbruch war so heftig das ich die ersten 6 Monate nicht mal wusste wie man einen PC oder der gleichen einschaltet oder was man damit machen soll, und wer war da um mich daraus wieder zu befreien meine Mutter. Man kann sagen sie musste mir alles neu zeigen und dank ihr habe ich auch sehr viel wieder bekommen. Alleine hätte ich das niemals rausgeschafft.
Man kann sagen meine Mutter ist ein Engel für mich.

Ich weiss das ich jetzt alles alleine schaffen muss, schritt für schritt. Nur wird mir einiges zuviel, z.B. Behördengänge etc. Auch wenn mein Vater dabei ist ist es so als würde ich alleine hingehen.

Ja das ist ein Schutzschild von meiner seele das sie zur zeit keine gefühle zulässt, und wenn welche durchkommen sollten bekomme ich gleich die Quittung in dem ich eine schwere Attacke bekomm.

Mfg
Soulpain aka Markus


von Soulpain - am 22.05.2009 17:22

Re: Hallo Markus,

Hi Christie,

das mache ich ja schon jeden Tag, nur merke ich das sich meine Oma und Vater einfach nicht so recht in meine lage reinversetzen können. Sie behandeln mich zeimlich Kühl und distanziert. Damit komme ich einfach nicht so klar.
Da war meine Mutter anders, die spürte es immer gleich wenn was mit mir nicht stimmte und sofort kam sie und beruhigte mich, sie spürte es regelrecht wenn bei mir eine Attacke sich bildete und kaum hörte ich ihre Stimme wurde ich innerlich ruhiger und die Attacke kam erst garnicht, darum brauchte ich kaum Medis.

Jetzt werd ich mit sehr starken Medis vollgepumpt, die genau das gegenteil bei mir bewirken, mir gehts schlechter, ja ich weiss das es 2 - 4 Wochen dauern kann bis die medis anschlagen aber ich durchlaufe dadurch noch eine zusätzliche Belastung.

MfG
Soulpain aka Markus

von Soulpain - am 22.05.2009 17:30
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