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Informationen zum Thema:
Forum:
Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
ellen, Jana, Renate, Kathi, sallyy, verena p.

solange schon angst

Startbeitrag von ellen am 28.05.2009 11:18

hallo,ich lese schon eine weile bei euch mit.nun möchte ich mich mal bei euch ausweinen.meine angst hab ich nun schon über 25 jahre,medikamente habe ich zahlreiche probiert und wegen ängste auch wieder abgesetzt.aus einer angstklinik bin ich auch schon wegen der angst geflüchtet..nur solangsam habe ich keinen mut mehr..die paar schritte die ich alleine laufen kann sind wirklich nicht viel.mit verhaltenstherapie sind wir auch nicht weit gekommen,sie meinen alle es sei ungeeignet für mich....das reden hilft mir mehr als alles andere...nur wer hat den nerv mir meine chaotischen gedanken zu ordnen?..keiner mehr:-(
gibt es hier auch jemanden der solange mit seiner angst leben tut?
ich kann mir schon garnicht mehr vorstellen wie es ohne panik wäre..
wer hat es nach solanger zeit geschafft am leben teilzunehmen?
wäre nett wenn mir jemand antworten könnte
lg ellen

Antworten:

Hallo Ellen,

das ist eine lange Zeit die du da durchlebt hast :-(
Wie alt bist du denn ? Magst du uns ein wenig von deinem Leben erzählen ? Beruflich, Familie usw ?
Kennst du den Grund bzw Auslöser deiner Ängste ?
Was genau hast du für Ängste ? Was passiert mit dir wenn du Angst hast ?
So kann man sich ein besseres Bild machen finde ich.

Hast du schon eine Konfrontationstherapie gemacht ? Die hat sehr vielen Angsthasen schon weiter gebracht.

Lese dir doch mal die Erfolgsberichte durch, das gibt oft Mut !!!

Wäre schön mehr Details zu lesen von dir.

Auf jedenfall : NICHT AUFGEBEN!!!!!!

Jana

von Jana - am 28.05.2009 11:36
Hallo Jana
Jetzt hatte ich eben ein so langen Text geschrieben und hab ihn weggeklickt..ohje..wo fang ich nochmal an.Also ich bin 47 Jahre alt,verheiratet,2 Kinder
Meine Mutter starb als ich 9 Jahre alt war,bei der >Geburt meiner Schwester..ein 3/4 Jahr später bekam ich eine Stiefmutter di emich schlug wenn mein Vater ausser Haus ging,jedesmal bekam ich gemeine Schläge und sie mißhandelte mich wo sie nur konnte,fast ertränkte sich mich in der Wanne.
Bis mein Vater eine Platzwunde am Kopf bei mir entdeckte,glaubte er mir das sie mich schlug,sonst nannte er mich einen Lügner.die Ehe hielt zum Glück nicht allzu lange..aber ein Jahr darauf bekam ich eine neue Stiefmutter,die mich eigentlich nur duldete...von Vertrauen konnte man da auch nicht reden.Ich konnte sie nicht gerne haben,sie liebte nur ihre mitgebrachte Tochter,wir waren eben nur das Anhängsel meines Vaters.
Mit 18 hab ich meinen Mann geheiratet und bekam mein Wunschkind,das war 1980...1982 bekam ich meine erste Panik,im Sommer auf der Strasse..ich bekam keine Luft,war nur noch am japsen...da schnappte ich mir ein Taxi und fuhr in die KlinikTüte vors Gesicht und nach einer Weile ging es besser,ich dachte vorher jetzt sterbe ich.
Dann war ein paar Jahre Ruhe..1982 verlor ich dann ein Baby,ich war so traurig und alleine,keiner war für mich in dieser Zeit da.1887 bekam ic meinen Sohn der leider oft krank war und viel in der Klinik lag.Es war eine schlimme Zeit für mich..auch da war ich mit meinem Kummer oft alleine und konnte mich nie fallen lassen.Alles mußte unter meiner Kontrolle sein,sonst war ich nicht glücklich..aber durch diesen Stress kam die Panik wieder und mir wurde zu einer Mutter Kind-Kur geraten die ich auch alleine antrat.Es war eine gute Zeit,die mir heute noch fehlt.Dort war ich nach eingewöhnung wieder ich selbst...ich hatte Power ohne Ende danach.Leider hielt dieser Zustand nicht lange an,ich ging wieder arbeiten,die Kinder zur Schule...um alles kümmerte ich mich alleine.So kam immer mehr Panik in mein leben,so das ich für kurze Zeit mit dem trinken angefangen habe um raus zu kommen und auch reden zu können,es war wie ein Strohhalm in dieser Zeit.Gut das ich das nicht lange gemacht habe,ich hatte ich immer mehr geschämt für das was ich tat.Aber die Panik kam dann in kürzeren Abständen so das ich kaum vor die Tür konnte und Wochen am Stück zu Hause blieb und meine Kinder schickte zum einkaufen und andere Weg zu machen.
Vor ein paar jahren dann,hatte mein Mann die blendende Idee mir anzudrohen er würd mich verlassen und erfand eine Affäre.Ich fiel in ein tiefes Loch und verstand nichts mehr...so meldete ich mich in einer Klinik an wo ich nur bis abend aushielt und flüchtete..ich wollte nur nach Hause.Ich übte was das Zeug hält raus zugehen,meinem Mann zuliebe.
Dann kamen viele Arztbesuche,weil ich mich immer schlechter fühlte...leider wurde ich immer nur vertröstet ich muß in die Klinik,keiner nahm sich mal Zeit für ein Gespräch.Medikamente habe ich auch versucht,ohne Erfolg...eine Therapie nach der anderen angefangen,keiner konnte was mit mir anfangen hatte ich das Gefühl.
Ich fand eine neue Arbeitsstelle bei mir in der Strasse aber es zog mich immer nach Hause in Gedanken,was machen die Kinder...alles in Ordnung zu Hause?..mein Kontrollzwang wurde immer mehr und Depressionen kamen hinzu.
Mein Hund starb..kurz darauf wurde ich Oma..es war alles zuviel,ich dachte ich muß alles für jeden machen.Ich machte mich unentberlich für andere...das kann keiner lange durchstehen denke ich.
Naja und so kamen immer mehr Ängste..mehrmals die Woche und so brauchte ich dann immer jemanden an meiner Seite..kein Kaufhaus mehr,kein Bus fahren..einkaufen wird immer schwieriger..laute Geräusche...Hektik,längere Strecken so ab 15 Minuten werden zum Horrortrip.Ich denke ich bekomme immer weniger Luft und fange an Luft zu schnappen.Das ist meine größte Angst..zu ersticken ,nochmal zu hyperventilieren..
Seid letztem Jahr habe ich wieder einen Hund,so muß ich raus..egal wie es mir geht.
Ich schaffe es nun schon wieder 380 Schritte hoch zu laufen,zurück muß ich ja auch wieder,nur nicht zu weit..alleine..von zu Hause weg.
Dabei bin ich früher alleine viel Auto gefahren..alleine meinem Hobby dem reiten nachgegangen..das alles fehlt mir so sehr,ich habe nur noch mein zu Hause mit dem Blick aus dem Fenster,das ist meine Realität.Dabei möchte ich mal wieder wegfahren..am Leben teilnehmen.
Aber ich finde meinen Weg nicht..oft fühle ich mich noch wie ein keines Kind,das keine Ahnung vom Leben hat.
Ja das war ein kleiner Auszug meines Lebens...vielleicht kann man sich so ein Bild machen von Angstleben
Ich danke fürs zuhören
lg ellen

von ellen - am 28.05.2009 15:08
Hallo Ellen,

dein Bericht berührt mich sehr :-(

Ich bin der Meinung das eine weitere Therapie in Form von Konfrontation eine Möglichkeit wäre.
Das ist sicher hart aber einen Versuch wert.

Wie ist das Verhältnis heute zu deinem Vater ? Ich schätze das nämlich genau da der Hase begraben liegt :-(
Das alles ist für ein Kind nur schwer zu verdauen !!! Wirklich bitter :-(

Wenn ich das richtig rauslese hast du scheinbar wenig HIlfe von deinem Mann ?!?!
Ist sonst einer für dich da ?

Wie sieht es mit deinem Hausarzt aus oder Neurologen ?
Medikamente nimmst du jetzt nicht mehr ? Warum nicht ? Es gibt so gute Medis !!!
Ich weiss viele Fragen aber vielleicht entwickeln wir hier so eine Idee wo du ansetzen kannst ?!

Ach Mensch, irgendwie fehlen mir die Worte :-(

Auf jedenfall wirst du HIER Leute haben die dich verstehen, dir zulesen und Tipps geben wenn wir können !! Du bist nicht allein !!

Jana


von Jana - am 28.05.2009 15:51
deine geschichte ist ja wirklich traurig
doch es gibt immer hoffnung man muss nur ganz fest daran glauben
reden hat mir auch immer sehr geholfen hoffe du hast sowie ich jemanden den du alles erzählen kannst und der dich versteht jeder hier im forum hat mit dingen zu kämpfen der eine mehr der andere weniger versuche deinen kopf frei zu bekommen wie auch immer oder mit welcher methode auch immer nur du alleine kannst herausfinden wie dein weg enden wird sicher ist es schwierig doch es gibt wege glaube fest daran und finde zu dir selbst wünsche dir auf jedenfall alles gute und sei tapfer und denke du bist nicht alleine

lg sallyy



von sallyy - am 28.05.2009 17:05
liebe ellen,

darf ich mal fragen warum dein mann dich verlassen wollte und diese affäre erfunden hat?
das hört sich ja an, da fällt mir nichts mehr zu ein! er droht dir damit du wieder gesund wirst? hab ich das richtig verstanden?

grundsätzlich möchte ich dir sagen das es dir ähnlich geht wie vielen von uns. immer stark sein, immer alles im griff haben, immer schön für alle anderen da sein - und sich selbst völlig zu vergessen.
und immer schön alles unter kontrolle haben wollen ---- das knallt irgendwann. leider.

wenn ich deine geschichte lese kommen mir folgende gedanken (es sind meine gedanken, was nicht heisst das es so sein muss!!):

dein mann scheint - wie jana schon schrieb - nicht wirklich eine hilfe für dich zu sein.
angst wird sehr oft "eingesetzt" (unterbewusst) um aufmerksamkeit zubekommen, um zu erreichen, das sich jemand um einen kümmert, das man umsorgt wird, und das gefühl hat das man geliebt wird. dieses gefühl scheint bei dir in deinem ganzen leben ziemlich auf der strecke geblieben zu sein.

laienhaft ausgrdrückt habe ich das gefühl das du gerettet werden möchtest. das meine ich nicht böse, denn es ist völlig nachvollziehbar!

so wie ich es lese hast du niemals eine therapie gemacht ausser in der kur oder? ich denke das du auf jeden fall eine chance hast aus dem ganzen mist raus zu kommen, weil du schon ne menge weisst über dich und was so schief gelaufen ist.

jana sagte es schon, eine konfrontationstherapie kann dir erstmal helfen wieder am leben teil zu nehmen. wieder raus zu gehen und dein leben nicht mehr von den ängsten bestimmen zu lassen. aber ich denke das es auch wichtig für dich wäre eine verhaltenstherapie im anschulss, oder begleitend zu machen um deine muster zu erkennen. denn da wird es einige geben.
alles würde sehr schmerzhaft werden und sehr viel kraft kosten, aber ich glaube das du es schaffen kannst. ABER - tu es für dich und nicht für irgendjemand anderen, und sorry, vor allem nicht für jemanden der offenbar überhaupt kein verständnis für deine krankheit hat. es ist eine krankheit!!! und das ist wichtig zu verstehen und zu akzeptieren.

kommst du aus d oder österreich? in deutschland gibt es z.b. die christoph dornier stiftung, da habe ich damals eine therapie gemacht. keine 2 wochen und ich hatte alles im griff. kannst ja mal im netz nachschauen. und diese art therapien werden auch in anderen kliniken angeboten. auch ambulant.

gut das du hierher gefunden hast, denn auch reden und sich austauschen hilft wie sallyy schon sagte.

also kopf hoch - der kahn liegt noch nicht auf eis :)

alles liebe und ganz viel kraft wünsche ich dir.

verena




von verena p. - am 28.05.2009 18:18
hallo ellen,

eine wirklich sehr berührende geschichte die ich da lese. das erste was mir dazu eingefallen ist, eine klassiche "Vor Angstgeschichte". Mit 9 die Mutter gestorben, kein Halt beim Vater,2 mal Stiefmütter, die ihrer Vorurteilrolle sehr gerecht wurden und so weiter und so weiter.alles teilweise traumatische einschnitte,die deine kleine kinderseele nicht verarbeitet hat. was kommt??? panik. angst zu ersticken, deine kaputte seele nimmt dir die luft zum atmen,sie schreit nach hilfe.
ich will dir auf jeden fall sagen, kämpfe es lohnt sich!!!!! kämpfe für dich, nimm die ratschläge zur neuen therapiesuche an und geh den steinigen weg,der dich tausend mal stolpern lässt,aber ans licht bringen kann.
ich selbst bin 41, hab auch mit 9 einen elternteil, meinen vater durch suizid verloren, hab lange jahre ( ca 23) ganz harte panik und ängste gehabt,immer auf und ab.bin dann in eine 12 wöchige thera gegangen und hab mich damit sehr verändert. mir geht es heut nicht zu 100% gut, aber ich lebe wieder.was ich früher nicht konnte und tat.ich war in mir bereits tot,wäre ich nicht in die klinik gegangen, wäre ich sicher heut auch tot.
es hat mir geholfen,obwohl ich ein schwerer fall von skeptiker und therapiegegner war.
bitte ellen,gib nicht auf,du kannst das schaffen!!!

ich wünsch dir kraft alles liebe und fühl dich mal gedrückt

lg
kathi


von Kathi - am 28.05.2009 20:11
Guten Morgen,

bin heute schon mit Angst aufgewacht. Fliege morgen in den Urlaub und es geht mir beschissen. Jedes Mal dasselbe und doch wieder anders. Durch den innerlichen Druck hatte ich gestern das Gefühl jeden Moment tot umzufallen. Ich will noch vieles erledigen und bringe nichts auf die Reihe.
Benommenheit, Schwindel, Angst zu sterben usw. sind wieder total präsent. Ich kriege es einfach nicht auf die Reihe. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Liebe Grüße



von Renate - am 29.05.2009 04:07
Hallo..erstmal ganz lieben Dank fürs antworten.
Ich wollte euch bestimmt nicht traurig machen...jeder hat doch seine "Geschichte" im Leben,die einen geprägt hat.Man muß damit umgehen lernen,leider.
Zu meiner Geschichte eben...ist dieser Kontrollzwang und das vertrauen zu seinen Menschen...überwiegend oder sogar vorloren gegangen...da muß man dann eben hart an sich selbst arbeiten um sich wieder zu finden,seinen Weg suchen.
Ganz ehrlich..seid ich das gestern geschrieben habe gehts mir auch wieder richtig schlecht,hat wieder so viel aufgewühlt.Aber auch das steck ich wieder weg...
Hätte ich heute mehr Zeit würde ich gerne noch was dazu schreiben..kommt die Tage sicher noch.
Ich wünsche euch alles alles liebe....danke nochmal an euch.
Man ist stärker als man glaubt
Ellen

von ellen - am 29.05.2009 13:45
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