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Diskussionsforum-Angststörungen
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
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chipsigirl, adriane, kathi, sallyy, Christie, claudia29, Jana, Kathi, verena p.

Meine Gedanken

Startbeitrag von Kathi am 06.06.2009 14:40

Hallo,

als ich heut morgen so im bett lag und mir überlegte ob ich schon aufstehe, oder lieber noch bissl versuch zu schlafen schossen mir mal wieder so lebensgedanken durch den kopf.
auslöser war paulines posting und dessen folgen.ich möchte auf das thema als solches gar nicht groß eingehen, weil eben so wie verena,jana,sally und und und denke, es ist einfach verschwendete energie sich dazu im detail zu äußern.diese energie nutze ich lieber für jemand der echte hilfe braucht und für mich.
ich will mal meine gedanken zu einigem ganz allgemein anbringen.
ich stecke ja momentan in einer "kleinen" krise und dachte so über mein leben nach, wie es bis jetzt abgelaufen ist, gerade auch in bezug auf die ängste und panikanfälle.ich war teilweise so gefangen, dass ich ebenso wie,ich glaube melanie, nicht mehr am leben teilnehmen konnte.ich war hypernervös und war nur am rumlaufen in meiner wohnung, wand - fenster - tür - über stunden.kein schlaf,kein essen,kein denken, kein meine kinder wahrnehmen,nix,NULL.das wollte ich so nicht mehr und bin es mittels 12 wöchiger therapie angegangen. ich hab mehr als 2 jahre gebraucht um richtig wieder auf den füßen stehen zu können.heute bin ich so was von stolz auf mich,dass ich es kaum beschreiben kann.ich kann raus gehen in die welt,ich sehe die bäume wieder klar,ich kann essen gehen genießen,mensch im letzten jahr bin ich sogar das erste mal in 'n flieger gestiegen, sogar 3 mal. das war so eine enorme selbstbestätigung,das kann man nicht erklären. jeder, der den kampf gegen die angst aufgenommen hat, weiß von was ich gerade rede. das ist als wenn du in deiner größten lebensprüfung mindestens ne 2 geschrieben hast :-)
dennoch ist es nicht immer so schön. ich hab auch schlechte zeiten, gerade eben die letzten wochen in denen mein herz mich ganz laut angeschrien hat.ABER....es kommt immer darauf an, wie man mit dieser zeit umgeht. man hat 2 varianten, entweder man gibt sich dem hin und landet wieder auf der fresse in der gosse,ODER man kneift die arschbacken zusammen und stellt sich wieder der herausforderung.das ist kampf keine frage, aber ist es nicht so, dass das ganze leben ein kampf und eine herausforderung sind? von nichts kommt nichts und nichts ist dem selbstlauf zu überlassen, das ist so mit lernen,job,freundschaften, beziehungen und auch eben der angst.
wichtig ist eben auch,dass man sich selbst annehmen kann und auch gut mit sich umgeht. dazu gehört eben,dass man sich belohnt für dinge die man gut gemacht hat,man sollte eben auch mal lob von anderen annehmen und nicht denken,dass alles selbstverständlich ist.man soll kein ja sager sein, das macht auf dauer super krank. man soll sagen was man denkt, auch wenn es manchmal nicht so gut ankommt.man sollte jeden anderen so behandeln, wie man selbst auch gern behandelt werden möchte.ich denke das sind viele wichtige punkte zum wohl fühlen.andersrum soll man auch akzeptieren wenn man fehler gemacht hat,oder wenn es einem nicht gut geht. wir ängstler wollen immer perfekt sein.....wozu denn,um es den anderen recht zu machen??? wir sehen ja, wo uns dieser zwang zum perfektionismus hingebracht hat. der mensch besteht auch aus fehlern! wäre die welt toleranter,wären all unsere fehler weniger problematisch.
zum schluss möchte ich noch etwas wichtiges für mich aussprechen bzw, schreiben. meine angst ist zu 95 % der tatsache geschuldet, dass ich eines tages sterben muss.jedes symptom was ich hatte und auch manchmal habe zeigt meiner irrealen welt, das ich sterben muss.
es ist weiter ein harter kampf mich dem zu stellen. ich will mich die letzten ?? jahre nicht meiner angst vorm sterben hingeben.ich möchte weiter so gut genießen können, was in den damaligen jahren eben nicht drin war. ich möchte ,wenn es so weit ist, wissen, dass ich besser gelebt habe als mit der angst.ich möchte lernen gelassener mit dem thema sterben umgehen,genau dafür werde ich weiter kämpfen, egal wie viele blaue flecken ich bei diesem kampf abbekomme.ich hab ja nun bloß dieses eine leben,das ist keine generalprobe sondern DER AUFTRITT.und um in diesem auftritt gut zu sein muss man lernen,kämpfen und sein selbtsmitleid ablegen lernen.

in diesem sinne, danke für's zulesen.wo wenn nicht hier kann ich über sowas offen schreiben.und danke auch an die leute hier,die immer für mich da waren,wenn ich probleme hatte.
euch allen ein schönes we

lg
Kathi

Antworten:

liebe kathi,

ich find, du hast das gut zusammengefaßt (woraufs ankommt). daß man immer eine wahl hat.

schön find ich auch, daß du schon kannst: auf dich stolz sein und deine erfolge siehst. (ich lern das noch *g*)

und am besten find ich den satz: das ist keine generalprobe sondern DER AUFTRITT. das schreib ich mir auf!

wünsch dir (und euch allen) ein schönes wochenende


von adriane - am 06.06.2009 14:55
hallo kathi

ich hab deinen beitrag super gern gelesen.
ich finde du bist auf einem super weg!!!!! weiter so!!!!!!!!
ich denke eigentlich auch so,aber bei mir ist es leider umgekehrt.
ich hab 4 jahre mit meiner angst-panik alles gemacht. sowie ich ein medi bekommen hab und es zu wirken begann,bin ich wieder zur arbeit,einkaufen familie,haushalt also alles was so anfällt hab ich gemacht wie jeder andere auch.mal wars leicht mal schwer du und ihr wisst was ich meine.
und jetzt auf einmal geht nix mehr so leicht. keine arbeit mehr brauche stunden um mich selber zu motivieren dies und das zu machen. naja so kanns gehen. aber es ist schön hier auch mal was positives zu lesen. es gibt einem kraft und motivation weiter zu kämpfen!!!!!

lg chipsi

die auch nicht aufgibt,und das leben so geniesst wie es halt im moment ist!!!

von chipsigirl - am 06.06.2009 14:55
nachtrag: und irgendwann wirds uns nicht mehr als "kampf" vorkommen :-)

von adriane - am 06.06.2009 14:58

Re: Meine Gedanken für Kathi und alle anderen !




Mehr muss ich dazu nicht schreiben oder ;-)

Toll Kathi !


Jana, die sich heute freut hier soviel gutes zu lesen !



von Jana - am 06.06.2009 15:02

Re: Meine Gedanken für Kathi und alle anderen !

wow jana das ist super schön!!!!!

danke dafür!!!!

lg chipsi

von chipsigirl - am 06.06.2009 15:03

Re: Meine Gedanken für Kathi und alle anderen !

Voll schön, besser kann man es nicht sagen!


von claudia29 - am 06.06.2009 15:12
sehr schön geschrieben kathi!!!

ich seh nur die sache mit dem kampf immer etwas anders, weil ich denke das die angst ein teil von mir ist - gegen sie kann ich nicht kämpfen, denn ich würde versuchen mich selbst zu bekämpfen.

ich muss sie für mich akzeptieren, und damit ist sie schon nur noch halb so mächtig. - aber das ist meine ganz eigene einstellung dazu.

ihr habt alle soviel mut, und noch mehr kraft! behaltet es bei, und erinnert euch immer wieder an kathis worte: es ist der auftritt!!!

euch auch noch ein schönes wochenende.

und viiiiiiiell gelassenheit - die mir leider auch all zu oft fehlt.

verena




von verena p. - am 06.06.2009 15:51
wahnsinn toll geschrieben
bist eine sehr starke frau die kämpft
alle hier im forum sind persönlichkeiten mit einem siegeswillen- toll
"gesunde menschen" können diesen täglichen kampf nicht verstehen deswegen ist es wichtig ein forum zu haben indem man sich austauschen kann
auch ich hatte in meiner angstzeit hier sehr viel hilfe und dafür bin ich dankbar
es tut mir sehr leid das es doch menschen gibt die es aus eigener kraft nicht schaffen und auch leider professionelle hilfe ablehen (aber darauf will ich nicht näher eingehen ihr wißt ja wenn ich meine)
finde euch alle toll und bin froh das es euch gibt

dir kathi ein tolles wochenende und natürlich allen anderen auch

lg


:spos:

von sallyy - am 06.06.2009 15:57
hallo ihr,

lieben lieben dank für euer feedback. da gibt mir ne menge. echt danke dafür.

@ verena
mit dem kampf meine ich nicht den kampf gegen die angst,erst als ich aufhörte gegen sie zu kämpfen kam ich weiter nach vorn.
ich hätte für kampf immer das wort kraft einsetzten sollen, denn es kostet ne verdammte menge kraft. aber die lohnt sich so sehr.


@ chipsi
du hast nun eine schlechte zeit, aber du lässt dich nicht hängen,das ist wichtig,auch wenn es an manchen tagen schwer fällt und die ganze welt einen am hobel blasen könnte.aufgeben wäre doch zu einfach,darum gibst du nicht auf,weil du dich selbst als arbeitstier betitelst.es wird nur eben zeit brauchen dann geht es dir wieder besser.und schau immer,dass du dich auch für kleine sachen belohnst und stolz bist,das ist ganz wichtig. wir wollen immer gleich alles und jetzt und 50% ist doof nein wir wollen 100%
wir sollten es aber nicht wollen müssen.das ist eben ein enormer lernprozess, der schwieriger ist als jede verdammte unterrichtsstunde in chemie :-) ich habe chemie gehasst.
es ist immer schwer zu lernen,insbeondere wenn es an deine eigene persönlichkeit geht.....
aber ich bin sicher,dass du es schaffst und drück dir alle daumen dazu!!!
ich drück dich

lg
kathi

von kathi - am 06.06.2009 16:42
uiiiiiiiiiii kathi ich dank dir!!!!!!!!!!!

hab ein bissi pipi in den augen von deinen lieben worten und wünschen!!!!


nein wir geben alle nicht auf denn aufgeben tut man einen brief.

es ist wie balsam für die seele wenn man hier liest,so viele liebe menschen! so viele die einem kraft geben mit ihren lieben worten!!

danke kathi ich drück dich auch ganz dolle

lg chipsi

von chipsigirl - am 06.06.2009 16:51
Hallo Kathi,
Du schreibst, dass 95 % Deiner Ängste die Furcht vor dem Sterben ausmachen. Das finde ich viel, und es wäre schön, wenn Du an der Zahl etwas drehen könntest.

Wir haben das Thema Tod mal etliche Sitzungen lang in der Therapie besprochen, weil Hypochondrie letztlich immer eine Angst vor Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Krankheit ist, vor Siechtum und der Ungewissheit darüber, ob noch etwas nach dem Tod passiert mit der Seele oder ob man mausetot ist.
Ich sollte seinerzeit ein Büchlein von Kübler-Ross lesen und hab mich bewußt darauf eingelassen. Gleichzeitig fiel mir auf, was die alten Ägypter ihren Verstorbenen so alles an Proviant und Utensilien mit in die Grabkammer gestellt haben und dass auf Bali gefeiert wird, weil man dort denkt, dass die Verblichenen in ein besseres Leben überwechseln, was für uns Himmel oder Hölle Gepolten schon recht makaber klingt.
Die Angst vor dem Tod ist also etwas ganz reales. Nur sollte sie das Leben nicht zu sehr einengen. Bei mir war es dann tatsächlich so, dass, je mehr das Thema angegangen wurde, es etwas seinen Schrecken verloren hat.

Oft kommen ja diese dunklen Wolken bei Schwermut und Depression daher. Da hilft mir Tageslicht immer gut und ein wenig Kontakt nach außen; sprich in der hellen Jahreszeit geht es mir meist besser als im Winter.

Mir war übrigens auch recht mulmig, als ich mich 3 Tage nach dem Absturz der Air France-Maschine 4 Stunden lang ins Flugzeug gen Heimat setzen mußte. Aber die Ferien waren nunmal vorüber. Und siehe da, ich war noch nicht "dran". Und bis es mal soweit ist, sollten wir ein erfülltes Leben versuchen, trotz oder gerade wegen unserer Angststarre. Muß ja nicht immer die Sonne scheinen, darf auch mal blitzen und donnern oder stürmen . . . aber so ein Sonne-Wolken-Mix als Großwetterlage wäre doch prima!

Viele Grüße
Chris

von Christie - am 07.06.2009 09:00
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