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Diskussionsforum-Angststörungen
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heidi, M, Christie, Claudia29, Jana

Angst vor eigenen Gedanken

Startbeitrag von Heidi am 22.06.2009 15:03

Hallo an Alle,

wer kennt das auch so? Ich habe in meinen Angstphasen, die eben immer mal wieder für einige Tage auftreten keinerlei körperlichen Symptome sondern nur angsteinflößende Gedanken. Ich kann eigentlich alles machen, raus gehen, in die Arbeit gehen, Freunde treffen usw. alles ohne Angst. Aber letzte Woche hab ich mir wieder Gedanken gemacht ob dies oder jenes passieren könnte bezügl. Krankheit meiner eigenen Person. Ob ich jemals die Kontrolle über mich behalte, wenn ich wütend bin. Also wirklich reines Gedankenkreisen. Von einem Gedanken zum nächsten und dann wieder zurück. Bin dann auch eher in mich gekehrt und stiller, bin eben mit mir beschäftigt.Ist das auch nur Angst oder was anderes? Wie bekommt ihr Eure Gedanken wieder in den Griff? Lg Heidi

Antworten:

Hallo Heidi,

ja ich schätze das kennen wir alle.

Schau mal in Verena's Thread : Was mir gut tut wenns mir schlecht geht, da sind wirklich gute Tipps dabei die sicher auch bei so einem Gedankenkarussel funktionieren.

Ich habe das auch manchmal und denke dann immer weiter, zb habe ich vor ein paar Jahren eine Krebs-OP gehabt und dieser Gedanke kommt natürlich immer wieder zurück. Was wenn es wiederkommt ? Was wird aus meinen Kindern ? Was aus meinem Mann ? Werden sie das alleine alles schaffen ? usw. lauter schlechte Gedanken. Ich denke dann immer weiter, ok wenn ich wieder an Krebs erkranke dann mache ich eben eine Chemo, ich stelle mir vor wie mir die Haare ausgehen und wie ich damit lebe, wie ich meine Kinder und meinen Mann darauf vorbereite usw

Ich lasse diese Gedanken zu ! Ich denke sie eben zuende ! Und dann bin ich beruhigt und die Gedanken sind wieder frei !!!

So ist das bei mir.

Jana

von Jana - am 22.06.2009 15:43
Hallo Jana,

danke Dir für die Antwort. Du hast recht, mit dem Zulassen der Gedanken und vor allem zu Ende denken. Ich kann Dich auch gut verstehen mit Deinen Gedanken aber ich bewundere Dich, dass Du da so gut mit umgehen kannst.Bei mir ist es dann so ich komme eben wie gesagt so schnell von einem zum nächsten und das schaukelt sich dann ganz schnell hoch und dann kommt der Gedanke was stimmt nicht mit mir? Werde ich vielleicht doch verrückt? Denken andere auch so was?Kann ich mir selber noch trauen? Ich werde weiter üben. Ich wünsch Dir einen schönen Tag! Lg Heidi

von Heidi - am 23.06.2009 07:39
Hallo......

Ich glaube ich habe das gleiche Problem wie du.....

Im Gegensatz zu meinen Anfängen habe ich kaum noch körperliche Symptome. Aber was mir ab und an mal mehr mal weniger Schwierigkeiten macht sind diese angsteinflösenden Gedanken. Ich weiß auch nicht was das ist. Frage mich auch immer ob dies der Anfang vom Totalausfall im Gehirn ist.

Ich hoffe, dass dies eines Tages wieder weg ist, da ich diese "Kopfangst" schlimmer finde als eine pure Agoraphobie etc...

von M - am 23.06.2009 09:18
Hallo M,

kennst Du das denn auch, dass es manchmal total schlimm ist und man das Gefühl hat gleich funktioniert das Gehirn oder eher der Verstand nicht mehr richtig? Ausgelöst durch diese vielen Gedankengänge. Ich bin froh, dass Du das auch kennst, denn irgendwie schreiben immer alle von bestimmten körperlichen Ängsten mit Symptomen und diese Symptome habe ich gar nicht. Dies schürt meine Angst, dass ich vielleicht gar keine AS habe sondern was schlimmeres... Ein Glück habe ich immer längere Zeiträume wo ich mich wirklich ganz normal fühle und auch normal denke. Kennst Du das auch? Was machst Du denn dagegen wenn die Gedankenspirale in Gang kommt? Es beruhigt mich auch, dass ich mich normal verhalte, also das es mir niemand anmerkt. Hoffentlich bleibt das auch so.... Lg Heidi

von Heidi - am 23.06.2009 09:49
Also ich weiß jetzt nicht was du genau mit Gedankengängen meinst bzw. mit "normal denken", aber bei mir ist es meist so, dass ich eben denke "was wäre wenn ich doch kurz vor eine Psychose stehe und keiner merkst..." Am schlimmsten ist es, wenn ich mal kurz wegen irgendetwas misstrauisch bin oder ähnliches... dann steigt die Angst ziemlich schnell!

Ein paar köperliche Symptome habe ich schon, aber die stehen absolut nicht im Vordergrund wie bei anderen. Meistens sind es bei mir Verspannungen im Kopfbereich, die einem ein wenig das Gefühl geben, als drehe man gleich durch!

Aber ich glaube, dass das Symptom "Angst vor dem Verrückt werden" bei mir bzw. uns besonders ausgeprägt ist. Warum auch immer...

Aber die Angst es könnte vielleicht doch keien AS sein kenne ich sehr gut! Auch wenn meine Therapeutin meinte, dass die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalles (Schizophrenie) bei mir gegen Null geht. Aber irgendwie will mir das nicht in die Birne. Das schlimmste ist eben, dass man diese Krankheit nicht 100% mit irgendwelchen Tests ausschließen kann.

Was mach ich dagegen? Meinstens versuche ich mich zu beruhigen und sage mir, dass meine Therapeutin dies geradezu vollständig ausgeschlossen hat und auch meinte dass es ein Verrücktwerden auf Knopfdruck nicht gibt, es sei denn, es drück tatsächlich jmd auf den Knopf ;).
Aber ein wirkliches Mittel ist dies auch nicht.... Weiß auch nicht ob dieses Beruhigen nicht auch eine From der Vermeidung darstellt. Vielleich sollten ich mich tatsächlich mehr auf diese Gedanken einlassen!

von M - am 23.06.2009 10:06
Hallo M,

wollte Dir noch kurz schreiben was ich mit Gedankengängen meine oder mit normal denken. Also bei mir ist das auch so wenn ich kurz misstrauisch bin, dann kommt gleich wieder dieses denken: wieso bist Du jetzt misstrauisch? Ist das jetzt ein Vorzeichen? Diese Gedankengänge entstehen dann und die finde ich nicht normal, vor allem ist es ja auch nicht immer gleich. Kann auch normal misstrauisch sein, ohne das ich gleich in Panik verfalle. Aber letztendlich muss man sich vielleicht wirklich genau mit diesen Gedanken auseinandersetzen. Denn dieses Absichern durch Arzt und Therapeutin habe ich alles schon hinter mir und im Grunde ist es eine Vermeidung, wie Du auch schon geschrieben hast. Eine hundertprozentige Sicherheit kann einem niemand geben und wenn es so sein soll, wird es auch eine Lösung geben. So versuche ich das jetzt mal zu sehen. Lg Heidi

von Heidi - am 23.06.2009 18:48
Hallo Heidi,
möchte mich auch noch kurz zu dem Thema melden.
Hab keine Angst, Du wirst nicht "irre". Mir ging es am Anfang meiner Angstgeschichte genauso: nur noch Katastrophe, Hinterfragen, Gedankenkreisel im Kopf.
Im Grunde hast Du Dir die Antworten schon selbst gegeben. Hinter diesem Gedankengewusel steckt die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Es geht also hauptsächlich um Kontrolle, die man nunmal nicht in allen Lebenslagen hat.
Deshalb sind die Panikgedanken nicht nur schlecht, sondern, so blöd das jetzt klingt, auch recht hilfreich. Versuch mal herauszufinden, was Du kontrollieren willst.
Lass Dich ein auf die Gedanken, langsam und in kleinen Schritten. Du wirst sehen, dass da kein hässliches Monster dahintersteckt. Die Angst will Dir etwas Wichtiges sagen. Lass sie ruhig mal zu Wort kommen.

So jedenfalls ist es mir ergangen. Und dabei habe ich gelernt, dass die Welt sich nunmal so dreht wie sie will und nicht so, wie ich sie hinrücken möchte.

Liebe Grüße
Chris

von Christie - am 24.06.2009 16:28
Hallo Chris,

vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung. Du hast recht, dass diese Gedanken eventuell auch hilfreich sein sollen, dass kann ich in diesen Momenten, wenn ich so in dieser Angst stecke immer nicht glauben da es einfach nur schrecklich ist..... aber ich habe schon überlegt, was sonst noch so anliegt bei mir oder was mir diese Phase aufzeigen will. Aber leider komme ich nicht drauf, Zusammenhang zu was?Echt keine Ahnung. Es ist soweit alles O.K. und dadurch habe ich natürlich noch mehr Angst "irre" zu werden denn ich finde des Rätsels Lösung nicht. Vielleicht auch wie Du geschrieben hast allgemein mit der Kontrolle. Hätte gern für alles eine Sicherheit, das eben nichts Schlimmes passiert, dass ich mich korrekt Verhalte in Job, in Beziehungen usw. Ja vielleicht ist es das.... danke Christie hast mir einen wichtigen von vielen möglichen Wegen aufgezeigt.Lg Heidi

von Heidi - am 24.06.2009 17:29
Ich bins nochmal...

also mich interessiert brennend wie man die Kontrolle über Bord wirft oder wie man sie zumindest etwas verlernen kann. Wer hat Erfahrung und Tipps? Ist natürlich ein weitumfassendes Thema aber vielleicht kann jemand berichten wie er es in einem bestimmten Bereich geschafft hat oder ausprobiert hat. Mit dem "Alles im Griff" haben wollen läuft doch auch irgendwie unbewußt ab ,denn sonst würden ja nicht die vertrauten Angstsymptome auftreten, oder? Wenn man alles lockerer angehen würde und vertrauen zu sich aufbaut oder schon hat müsste langfristig doch auch die Angst verschwinden? Also das wollte ich nochmal loswerden, mache mir grad viele Gedanken darüber und ich finde das Thema an sich auch ganz spannend. Allen noch einen schönen Abend. Lg Heidi

von Heidi - am 24.06.2009 18:41
Hallo.....

Meine Therapeutin meinte mal zu mir, dass bei Menschen die Angst vor eine Psychose haben (wie wir also ;) ) häufig die Angst einen bestimmten Schritt zu tun oder die Angst vor einer neuen Situation eine Rolle spielt. Hätte man also diese Psychose, dann müsste man diesen Schritt nicht gehen etc.... vielmehr wäre man in der Psychiatrie und alles würde für einen erledigt. Die Angst bewahrt einen sozusagen vor diesem Schritt

Vielleicht kann man aber auch die Angst vor dem Kontrollverlust als die Angst vor dem nicht Normal sein ansehen. Hätte man tatsächlich eine Psychose, würde man mit Sicherheit in der Öffentlichkeit unangenehm auffallen. Vielleicht ist die "Urangst" die vor dem nicht Normal sein. Vielleicht sind wir die Anti-Punker ;)

Aber alles nur Vermutungen.

von M - am 25.06.2009 06:11
Hallo Heidi,
stell Dir mal folgenden Zeichentrickfilm vor:

Da ist eine Perlenkette. Jede Perle verkörpert einen Deiner Persönlichkeitsanteile, hat zwei Beine und tanzt mit allen Perlengliedern schön rund im Kreis.
Eine der Perlen ist leider etwas klein geraten, runzlig und matt. Sie ist für Deinen Selbstwert zuständig. Seine Schwäche macht nichts, denn er hat zwei wertvolle Helfer, die sich neben ihn stellen, um zu kompensieren. Die Helfer heißen Perfektionismus und Kontrolle.
Alles dreht sich zunächst ziemlich reibungslos, bis die Helfer etwas müde werden. Ab und zu schielen sie zur schwachen Perle rüber, aber die denkt scheinbar nicht daran, sich selbst aufzuwerten. Das fällt ihr im Traum nicht ein.
Perfektionismus und Kontrolle sind schon ganz aus der Puste, bangen um ihre Sicherheit und stolpern. Nichts dreht sich mehr . . .

Kann es sein, dass die kleine Perle Heidi heißt?

Liebe Grüße
Chris



von Christie - am 25.06.2009 06:17
Guten morgen,

oh Christie das hast Du aber schön beschrieben anhand der Perlenkette.Ich finde Du beschreibst oft Situationen oder Beispiele sehr gut und das bleibt immer im Gedächtnis(wie mit dem Stöckchen, oder dem alten runzligen Mann in der Firma) So kann ich mir das sehr gut vorstellen und ja so ist es wahrscheinlich auch mehr oder weniger. Danke Dir!


@ M
also mit dem Angst haben vor Neuem trifft auf mich auch voll zu. Es stehen Entscheidungen an für die Zukunft und ja klar wenn man jetzt in der Psychatrie sitzen würde müsste man sich um nichts kümmern.Habe auch darüber schon nachgedacht. Aber es hilft ja nichts wir sitzen ja nicht dort, ein Glück, also müssen wir durch diese sämtlichen Ängste durch. Lg Heidi


von Heidi - am 25.06.2009 07:41
Naja... aber trotz allen theoretischen Wissens ist es doch verdammt schwer diese Angst wieder loszuassen.

Das "witzige" bei mir war, dass nachdem ich etwas über Psychosen/Schizophrenie gelesen habe meine Herzangst (die am Anfang meiner Angsterkrankung sehr präsent war) wie weggeblasen war. Seit diesem Tag hatte ich keine Herzprobleme mehr. Aber diese Angst vor Psychosen will nicht verschwinden. Ich weiß nicht wie ich diese wieder los werden soll.
Mein Hausartz und meine Thera. hätten mich fast ausgelacht als ich ihnen gesagt habe, dass ich Angst habe eine Psychose zu entwickeln. Mein Hausarzt meinte, dass er das schon längst gemerkt hätte wenn ich eine Psychose entwickeln würde, weil sich da schon viel früher Anzeichen gezeigt hätten und meine Thera. (Psychiaterin) meinte, dass die Wahrscheinlichkeit bei mir gegen Null geht, dass ich ein Psychose hätte. Aber mir will das irgendwie nicht so ganz in den Kopf.
Ich habe häufig Angst gerade in dieser Vorphase (keine Ahnung wie der Fachausdruck dafür ist) einer Psychose zu sein, weil es in dieser auch zu einer Angsterkrankung kommen kann mit so tollen Symptome wie Nervosität etc. Allerdings hab ich mich noch nie getraut zu fragen, wo denn genau der Unterschied ist.

von M - am 25.06.2009 09:18
Hallo M,
alles was Du schreibst könnte auch von mir sein. Ich hatte vor dieser Psychose Angst auch eine andere und als ich was über Schizophrenie gelesen hatte war diese andere Angst wie weggeblasen und dieses Schizo Thema hatte sich in mein Gehirn gebrannt, ich konnte an nichts anderes mehr denken. Das ging wirklich lange so. Jetzt würde ich sagen ist diese extreme Angst weg aber manchmal habe ich eben noch diese Anflüge... Vielleicht solltest Du versuchen, das nicht um jeden Preis wieder loswerden zu wollen sondern diese Angst annehmen. Ich weiß wie schwer das ist aber ich denke mit Hilfe der Thera ist das möglich. Außerdem habe ich das Gefühl Du weißt selbst schon unheimlich viel über den Umgang mit der Angst. Eigentlich kann ich heute drüber lachen aber wenn man in dieser Angst steckt hat man ja wirklich dieses Gefühl gleich ist es soweit.Also M ich glaube nicht, dass Du Dich in dieser Vorphase befindest denn wie lange befindest Du Dich denn gefühlt schon darin? Meinst Du nicht das es dann schonmal irgendwann ausgebrochen wäre? Wirklich alles nur die Angst! Schönen Abend noch. Lg Heidi

von Heidi - am 25.06.2009 18:48
Naja.... theoretisch befinde ich mich seit ca einem 3/4 Jahr in dieser Vorphase ;) zumindest hab ich seitdem Angst davor.... Aber ich glaub die entscheidende Situation (seit der es mit mir psychisch bergab ging) liegt bei mir ca 3-4 Jahre zurück. Hab also noch paar jahre zittern vor mir! ;) ! Glaub diese Phase kann über mehrere Jahre andauern....

Das mit dem Annehmen is auch so ne Sache. Die meiste Zeit kann ich ganz gut mit dieser Angst leben. Aber wenn es mir schlechter geht oder die Zeit etwas stressiger ist, dann wird es schlimmer. Dann habe ich Angst irgendwelche Halluzinationen zu schieben etc... Jedes Geräusch dass ich dann nicht gleich zuordnen kann macht mich fast kirre! Naja.... die Zeit wirds zeigen!

von M - am 26.06.2009 08:29

Re: "Psychosenangst"

Hallo ihr,

ich hab auch diese "Psychosenangst" und das ganz schlimm.
Die Panikattacken hab ich jetzt manchmal schon gut im Griff und dann kommt die Angst einfach so, nur mit Gedanken und alles wirkt so unwirklich auf mich.
Jeder Arzt sagt mir es ist eine Derealition aber die hat man ja bei Psychosen auch oder?
Ich höre keine Stimmen oder sehe was, das andere nicht sehen, die Gedanken machen mir einfach Angst.
Das ewige Gedankenkreisen das man fast nicht durchbrechen kann und da bin ich dann fast wie weggetreten, ganz komisch. Die Welt wirkt dann irgendwie unreal und fühl mich dann auch in Gegenwart von Freunden nicht besser, die machen mir dann auch schon Angst und bei einer Psychose hat man doch auch den sozialen Rückzug oder?

Schönes Wochenende
Claudia29

von Claudia29 - am 26.06.2009 16:51

Re: "Psychosenangst"

Hallo Leute,
wir leiden hier alle an einer Angststörung, und das ist eine Neurose. Kein Vorhof zur Psychose.

Ich arbeite in einer Forschungseinrichtung für hochfrequenztechnische Systeme: Antennen jeder Art (auch Mobilfunk) und Satellitenanlagen. Zu uns kommen öfters Menschen, ich nenne die mal ganz salopp "Verstrahlte", deren Gesundheit, wie sie meinen, massiv beeinträchtigt ist durch Elektrosmog: Handymasten, Stand-by-Funktion bei TV oder Stereoanlage, nicht abgedeckelte Steckdosen. Das sind Neurotiker. Hypersensible, so wir wir.

Neulich war eine Frau da, der "der KGB bei einer Blinddarmoperation eine Sonde in den Darm plaziert hat, um sie zu überwachen". Und seit einigen Tagen kommt ein Amerikaner, dem sie kurz nach der Geburt "einen Mikrochip hinters Ohr gespritzt haben". Der Mann ist ca. 35 Jahre alt. Damals gab es noch keine Mikrochips. Letztere sind Menschen, die an einer Psychose leiden. Psychotiker fühlen sich überwacht und gegängelt. Müssen Stimmen, Befehlen usw. folgen.

Ich denke, dass es zwischen Neurotikern und Psychotikern einen gravierenden Unterschied gibt.

Unsere Depersonalisation oder Derealisation sind Schutzmechanismen unserer Seele. Die drosselt ihre Funktion, damit wir nicht noch weiter belastet und durch Eindrücke gereizt werden. Und wenn wir entspannt genug sind, funktioniert unser Empfinden wieder besser . . .

Bitte, macht Euch nicht verrückt.
Ich bin auch durch diese "Verrücktenphase" gegangen. Zum Glück war sie bei mir nur kurz. Hat "nur" ca. 1 1/2 Jahre gedauert. Das war vor vielen Jahren. Inzwischen warte ich nicht mehr auf meine Psychose.

Hoffe, ich konnte Euch etwas beruhigen.
Liebe Grüße



von Christie - am 26.06.2009 18:41

Re: "Psychosenangst"

Hallo Christie,

ja du hast vielleicht Recht und es ist nur eine Neurose aber es fühlt sich einfach grauslich an.
Hab ständig Gedankenkreisen, fühl mich unwirklich als ob ich schon in meiner Angstwelt lebe und das könnte doch psychotisch sein oder?
Jeder Arzt sagt mir, ich habe eine normale Angsterkrankung, aber ich kann damit nicht umgehen.
Bin echt am überlegen ob ich wieder stationär in Behandlung gehen soll. Hab echt Angst verrückt zu werden, dagegen muß man doch was machen können.
Hab nichts mehr vermieden und bin rausgegangen, die Derealition wird aber immer schlimmer bei mir und dazu kommt dann diese starke Unruhe und ständig grübeln und denken.
Wie geht es anderen mit der Derealition?
Lg Claudia29

von Claudia29 - am 27.06.2009 17:11

Re: "Psychosenangst"

Hallo Claudia,
Du verstärkst die Angst, wenn Du dahinter eine schlimme Krankheit vermutest. Schau, Deine Ärzte haben Dir gesagt, dass Du eine normale Angsterkrankung hast.
Es wirft jeden aus der Bahn, wenn die Attacken angerollt kommen. Je katastrophenbeladener die Denke, desto größer der Angstschub.
Versuch die negativen Gedanken durch positive zu ersetzen ("ich schaff das" anstatt "ich schaff das nicht" usw.), damit Du Dich nicht noch weiter runterziehst. Und mach kleine Schritte. Probier den Tag zu gestalten und alles darüber hinaus auszublenden. Nimm Dir Zeit und hab Geduld. Ich weiß es ist schrecklich schwer, aber es geht.
Machst Du eine Gesprächstherapie?

Bei mir ist das Unwirklichkeitsgefühl vergangen, als ich mein Angstleben akzeptieren konnte. Allerdings kommt es an schlechten Tagen immer noch mal zurück, vergeht aber dann wieder.

Wünsch Dir, dass Du keinen Kopf bald frei kriegst!
Chris

PS: Übrigens, die momentan zuständige Bachblüte wäre die Cherry Plum. Am besten Rescue mit noch extra 2 Tropfen Cherry Plum kontinuierlich über mehrere Tage einnehmen . . . bis sich's im Oberstübchen entspannt.



von Christie - am 28.06.2009 06:36

Re: "Psychosenangst"

Hallo Christie,

danke für deine schnelle Antwort. Ja, versuche jetzt Bachblüten um den Kopf ein wenig frei zu bekommen.
Mein Arzt hat mir Seroquel verschrieben was ein Medikament für Schizophrenie ist und von dem werde ich einfach nur müde aber die Unwirklichkeit und das Gedankenkreisen ist trotzdem da.
Versuche jeden Tag rauszugehen und mich der Angst zu stellen aber komischerweise macht mir immer mehr Angst. Wenn ich Besuch bekomme oder bei Freundinnen die Angst wird irgendwie immer stärker als schwächer.
Versuche dann ständig positiv zu denken aber die Angstgedanken holen mich immer wieder ein.
Ich war ein Jahr in einer Gesprächstherapie aber das hat mich nicht weiter gebracht.
Hab jetzt Gespräche mit der Energetikerin die ist auch Psychotherapeutin.
Diese Ungeduld und Hoffnungslosigkeit ist wieder mal stärker als ich.
Schönen Sonntag
Claudia



von Claudia29 - am 28.06.2009 09:21

Re: "Psychosenangst"

Mensch, Claudia, das klingt ja super! Energetikerin und Psychotherapeuthin.

Das war es eigentlich, was ich Dir mitteilen wollte: Wenn die Angst zu wahnwitzig ist, blockiert man sich selbst für mögliche Auswege, weil man zuviel Furcht hat, hinzuschauen. Deine Angst ist ja noch recht "jung", und es dauert eine Weile, bis man checkt, was eigentlich los ist und wie man den kleinen Angststier am besten bei den Hörnern packt.
Beipackzettel besser nicht zu genau lesen. Mein Nervenarzt hat sie mir immer weggenommen. Er kannte seine "Pappenheimer". Und das mit dem Empfinden und sozialen Leben wird auch besser klappen, wenn Du Deine Angst erst besser kennengelernt hast und sich alles ein wenig entspannt. Wirst schon sehen.

Ich denke, Du bist jetzt gut unterwegs.
Freu Dich!
Chris

Wer einen langen Weg vor sich hat, der sollte nicht laufen.


von Christie - am 28.06.2009 13:08

Re: "Psychosenangst"

Hy Christie,

ja die Beipackzettel lese ich nicht mehr. Hab ich auch ein Verbot bekommen von meinem Arzt!
War jetzt eine Runde spazieren und in der Stadt ein Eis essen, die Panik bleibt aus hab nur ein komisches Kribbeln so wie ein Stromschlag und ganz schlimme Unwirklichkeitsgefühle und das macht mir Angst. Das ist die Angst den Verstand zu verlieren und wahnsinnig zu werden.
Fühl mich wie in einem Film oder Traum, kann es nicht besser beschreiben. Alles um mich herum ist dann komisch und wenn ich dann mal drin bin mit den Gedanken hält es eine Zeit lang an.
So werd jetzt mal Abendessen machen und dann meine kids ins Bett bringen!
Wünsche dir noch einen schönen Abend und danke für den guten Spruch.
Lg Claudia

von Claudia29 - am 28.06.2009 16:29

Re: "Psychosenangst"

Hallo....

Also meine Thera. (gleichzeitig Psychiaterin) meinte mal zu mir, dass sie es durchaus erkennen würde, wenn ich unter einer (beginnenden) Psychose leiden würde. Diese Aussage musste ich mir auch von 3 weiteren Ärzten anhören. Woran sie das erkennen können, weiß ich zwar nicht, aber es geht anscheinend.

Als ich meiner Thera erklärte, warum ich meine eine Psychose zu haben, meinte sie anschließend lächelnd zu mir. OK... am besten ich schreibe sofort die Einweisung in die Psychiatrie. Sie meinte dann, dass all die "Vorpostensymptome" wie soz. Rückzug oder Unruhe auch bei einer Angsterkrankung, Depression etc. vorkommen können. Dass allein rechtfertigt nicht die Annahme einer beginnenden Psychose. Außerdem hätten beginnende Psychotiker keine Angst verrückt zu werden. Die hätten eher Angst, dass ihnen einer etwas antun könnte oder er irgendwie verfolgt wird etc. Aber niemals Angst verrückt zu werden. Für Psychotiker sind alle verrückt nur nicht sie. Sie meinte, dass das Hauptmerkmal eine Psychose die ich-fremde Erklärung sei. Was genau das bedeutet weiß ich nicht, aber anscheinend trifft es auf mich nicht zu.

von M - am 29.06.2009 07:55
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