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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christie, iris

wollte mal was erzählen....eure erfahrungen ?

Startbeitrag von iris am 21.10.2009 11:09

hallo an alle !

ich wollte nicht paulis posting mißbrauchen um euch von einer meiner erfahrungen mit ärzten zu erzählen....
also- es ist schon über 4 jahre her, mein aufenthalt in der klinik lag einige monate zurück, ich nahm noch 10 mg paroxetin jeden tag und es ging mir sehr gut.
dann wurde ich- geplant- schwanger. ich rief meinen neurologen an ,um zu fragen wie es mit dem medi weitergeht. er sagte ich solle es sofort absetzen,was ich auch tat. die ersten beiden tage passierte nichts, dann ging es los...
massive angstzustände, ich rannte rum wie ein aufgescheuchtes kaninchen. grund war die hormonumstellung und das schnelle absetzen des medis.
also rief ich den neurologen an- die praxishelferin sagte,dass er an dem tag keine gespräche mehr annähme.
nach ein paar stunden rief ich- völlig verzweifelt und unter tränen- nochmal an. wieder sagte die helferin,dass ich nicht mit ihm sprechen könne, er hätte absolut keine zeit.
ich rief dann nochmal an, diesmal schrieb sich die helferin meine nummer auf, sollte er zeit haben, würde er " vielleicht" zurückrufen...
abends - der arzt hatte nich angerufen- brachte mich mein mann ins krankenhaus. endlich kümmerte sich jemand um mich, endlich nahm mich jemand ernst.
dort sagte der doc, ich solle sofort wieder mit dem medi anfangen ( dieses ist während der schwangerschaft und stillzeit erlaubt , was der neurologe anscheinend nicht wußte )- und wenn ich wolle könne ich eine nacht bleiben. natürlich erzählte ich auch von meinen anrufen, der doc im krankenhaus war empört- das grenze an unterlassene hilfeleistung- auch wenn es "nur " angst gewesen sei.
ich blieb eine nacht und am nächsten tag ging es mir viel besser.
erstaunlicherweise hatte sich mein neurologe noch am späten abend per handy bei meinem mann gemeldet....da plagte ihn wohl das schlechte gewissen und sicher hatte der doc vom krankenhaus ihn angerufen.
nunja- die weitere schwangerschaft verlief ohne probleme und es geht mir bis heute ( mit den 10 mg paroxetin )sehr gut.
aber wenn ich an das erlebnis denke wird mir noch immer komisch... ich habe mich so im stich gelassen gefühlt... so minderwertig...
klar- mein mann stand und steht immer zu mir, aber es war so erschreckend,dass der arzt nicht helfen wollte/ konnte.
achja- ich war dann nach einiger zeit wieder bei dem neurologen- da schob er dann das ganze auf seine helferin...tolle nummer, schließlich führte sie ja nur seine anweisungen aus.
dann gab er mir noch ein rezept mit tavor- damit ich was für solche notfälle hätte...

nun würden mich eure erlebnisse mit ärzten interessieren ?!

viele grüße
iris

Antworten:

Hallo iris,
die Erfahrung ist für Dich unangenehm gewesen, weil sie Dich noch heute beschäftigt. Aber man kann sie, wie vieles im Leben, aus verschiedenen Blickwinkeln sehen.
Dein Neurologe war vermutlich tatsächlich beschäftigt und hatte seiner Helferin eingeschärft, die Patienten zu vertrösten. Ob die das professionell macht oder nicht, konnte er nicht wissen. Er hatte sich auf ihre Hilfe verlassen.
Der Krankenhausarzt hat Dir gleich geholfen. Dadurch ist alles gut geworden. Eigentlich sogar optimal.

Generell ist es ja so, dass wir Angsthasen uns ein dickeres Fell, mehr Gelassenheit, Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen antrainieren müssen. Wenn wir gelernt haben, uns und unsere Bedürfnisse wichtig zu nehmen und in Situationen höflich aber bestimmt durchzudrücken, sind wir nicht mehr so "störanfällig" und verletzlich.

Ich war grad bei der Mammographie. Die Untersuchung war beendet, und ich sollte noch im Wartezimmer Platz nehmen, denn es wird zunächst geprüft, ob die Bildqualität der Aufnahmen in Ordnung ist.
Das Wartezimmer und die Anmeldung waren ein großer Raum. Hinter dem Counter hatten zwei sehr junge Helferinnen vorm Computer ihren Spass, die offensichtlich die Röntgenbilder auch einsehen konnten. Beide fanden das alles total lustig, weil "sogar ein Kinn mit zu sehen war".

Für einen Moment war ich entrüstet und hab überlegt, ob ich mich beschweren soll. Werde es nicht tun.
Hab mich erinnert, dass ich in einem Comicstrip die Stelle mal am witzigsten fand, als ein Mexikaner in der Pampa von seinem störrischen Gaul abgeworfen wurde und mit seinem Hintern mitten auf 'nem Kaktus landete.

Nicht alles so ernst nehmen, lockerer werden, auch mal loslassen!

Lieber Gruß
Chris

von Christie - am 21.10.2009 16:56
liebe chris !

du hast natürlich recht, man sollte nicht immer alles ernst nehmen...
für viele dinge kann ich das auch umsetzen.

ja, die sache damals hat mich sehr beschäftigt...und ich weiß auch nicht so richtig,warum ich euch jetzt nach so langer zeit davon geschrieben hab.
wahrscheinlich wirklich nur wegen paulis posting von unten, in dem sie schrieb,dass sie bei keinem neurologen einen termin bekommen hat.
da kam einfach die erinnerung hoch, diese hilflosigkeit...
damals hätte der neurologe wohl nur kurz mit mir sprechen müssen, um mich wieder auf den boden zu bringen.
im prinzip hab ich das auch losgelassen, ich gehe sogar weiterhin zu dem arzt...;)

ich hoffe ganz doll,dass bei der mammographie alles okay war !!!

viele grüße
iris

von iris - am 21.10.2009 18:38
Geht mir ganz ähnlich, iris. Werde hier oft an eigene Situationen erinnert! Man liest was, und – schwupps – ist die Reaktion da. :eek: Manchmal ist das nicht angenehm, andererseits merkt man dadurch, wo es hakt.
Ist wohl der tiefere Sinn des Forums.


von Christie - am 22.10.2009 07:55
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