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Diskussionsforum-Angststörungen
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Nevada, Christie, Otto1962, angstalex, Heidi

VCD mit Angst/Panikattacken und Posttrauma

Startbeitrag von Nevada am 28.03.2010 15:34

Hallo,

durch Suche nach Verhalten bei Panikattacken bin ich auf diese sehr informative Seite von Dr. Morschitzky gekommen und habe mir letzte Woche das Buch "Die zehn Gesichter der Angst" bestellt.
Ich finde dieses Buch sehr interessant, vorallem weil ich dadurch einige Erkenntnisse gewonnen habe. Ich würde mich gerne ein bisschen austauschen und hoffe hier noch einiges zu lernen, bzw. vielleicht ist Dr. Morschitzky so nett und kann mir die Adresse eines Kollegen in München nennen, der nach Ihren/seinen Methoden behandelt?! Das wäre supernett. Danke.

Vorher als Fehldiagnose 1,5 Jahre Bronchialasthma..mit den Sprays wurde es immer schlimmer, nie besser. Der Lungenfacharzt hat mich nicht errnst genommen und gemeint: ich solle den Ball flach halten und nicht hyperventillieren... und dann halt ein Hub Salbutamol weniger nehmen..., wobei ich fast jedesmal davon umgefallen bin. Dann hat es mir gereicht und ich habe den Lungenfacharzt gewechselt, der bei mir vor knapp 3 Wochen eine VCD (Vocal Cord Dysfunktion = Stimmbandritzenverkrampfung) festgestellt hat.
[www.vcd-selbsthilfe.de]

Seit nunmehr gut 8 Wochen habe ich immer öfter auftretende Panikanfälle mit allen im Buch (die 10 Gesichter der Angst) beschriebenen Symptomen. Aber diese Attacken dauernd nicht 5-30 min., sondern Stunden. Durch die Atemnot und Erstickungsängste und nächtl. Aufwachen mit "nicht mehr Luft ziehen können und totale Panik habend" habe ich große existenzielle und sehr bedrohliche Angstattacken. Ich schlafe fast nicht mehr und am schlimmsten ist es, wenn ich in Ruhe bin oder versuche zu schlafen, bzw. schlafe (wenn mal), dass ich totale Beklemmungen bekomme als ob die Bronchien kollabieren würden, ich das zittern anfange, meine Nacken- und Bauchmuskeln verkrampfen, mein Blutdruck steigt, mein Herz rast, ich schlimme Schwindelanfälle bekomme, meine Füße und Hände einschlafen und ich nur noch kurzatmig bin und oft das Gefühl habe zu ersticken. Durch die Erstickungsängste kamen die "Sterbensängste" wegen Trauma aus meiner Kindheit/Jugendzeit/Erwachsenenalter durch Bedrohungen meines Vaters (seit ca. dem 4./5. Lebensjahr - bis ich 37J war - er ist dann gestorben) hinzu, da er immer wieder drohte mich umzubringen (Kopf abschneiden, erschiessen, etc.). Bisher war ich 5mal in der Notaufnahme in einer Klinik und 2mal war der Notarzt da. Das Einzige was ihnen dazu einfällt (bis zur Diagnose VCD), Tavor mit Gewalt in den Mund schieben, damit sich "Hysterische Panikpatientin" beruhigt. Trotz Hinweis auf meine VCD werde ich nur psychosomatisch behandelt. Letzte Woche sagte mir eine Schwester, was ich in der Klinik will - ich solle in die Psychiatrie. Nur dass die Angstattacken wegen Luftnot durch Verschluss der Stimmbandritzen hervorgerufen wird, interessiert keinen..
Ich bin mit den Kräften und Nerven komplett am Ende und hoffe auf ein bisschen Erfahrungsaustausch mit euch und vielleicht auch auf einen Tipp vom Herrn Dr. bezüglich eines Kollegen im Bereich Verhaltenstherapie etc. (der mir helfen kann wieder Mensch zu werden.)

Entschuldigt den langen Text und viele Grüße
Tami

Antworten:

Hallo Tami,
ich habe gerade Deinen Beitrag gelesen. Denke, hier bist Du richtig. Außerdem finde ich, dass Du Dich und Deine Krankheit(en) schon sehr gut einschätzen kannst. Deine Angst hängt sich am Atem auf. Und der Atem an Deiner Angst. Denke, Du hast zwei Dinge, die sich "bedingen".
Schön wäre es, wenn es Dir erstmal gelingen könnte, beim Zu-Bett-Gehen nicht so sehr an die Angst zu denken, damit Du schlafen und Dich etwas erholen kannst für den neuen Tag. Wenn Du beim Schlafengehen an die Angst denkst, dann verkrampft Du Dich nur. Lass mal den Atem fließen und alles, was Dir geschehen ist, einfach wegfliessen. Leg Deine Hände auf den Bauch, lass Dich fallen und spüre, wie der Atmen kommt und geht. Es wird Dir nichts passieren. Vielleicht spürst Du Dich selber dabei wieder mehr und merkst, dass Deine Stimmbanderkrankung zwar stört, aber nicht so lebensbedrohlich ist, wie Du meinst.

Ansonsten finde ich, dass es für Dich wichtig wäre, wenn ein/zwei Ärzte Deine Geschichte gut kennen und die Fäden bei Deiner Behandlung in der Hand behalten würde. Damit nicht nur das Körperliche, sondern auch das Seelische berücksichtigt wird.

Meine Beschwerden dauern schon 14 Jahre lang und haben ganz viele kleine Ursachen, die ich in einer Therapie aufarbeite. Ich muss auch mal wieder hinschauen und nachhaken, weil die alten Ängste (bei Dir waren es "Kopf ab", "erschiessen" usw.) so tief im System drin sitzen. Und auch meine Panikattacken sind nicht nach einigen Minuten vorüber, hängen mir noch nach . . .

Dr. Morschitzky meldet sich hier selten persönlich. Vor fast 10 Jahren, als er das Forum eingerichtet hat, hat er es mal getan. Aber es gibt halt zu viele Gesellen unserer Art, die man nicht mal so nebenbei online "auf den rechten Weg" bringen kann.

Und zum guten Schluss: Du musst Dich hier für rein gar nix entschuldigen. Wir sind alle Angsthasen hier. Manche schon älter, und haben gelernt, mit ihren Beschwerden umzugehen, manche sind noch neu und wissen nicht, was eigentlich mit ihnen passiert.

Lebst Du in München?

Gutes Nächtle wünscht Dir
Chris

von Christie - am 29.03.2010 16:57


Hallo Tami!

Du schießt ja zur Zeit aus allen Rohren!! Klingt echt schlimm was du momentan durchmachst. Es ist natürlich schwer dir jetzt hilfreiche Tips zu geben, aber ein paar Anregungen konnen vielleicht nicht schaden.(sagen wir so: ich würde es so machen, wenn ich an deiner Stelle wäre)

1.Einen Arzt meines Vertrauens suchen. Hast du einen Hausarzt, bei dem du länger schon in Behandlung bist? Schildere ihm deine Beschwerden, vielleicht kann er dich schon mal auf ein AD einstellen.

2. Such dir schnell einen Psychiater. Er kann gegebenenfalls mit weitern Medikamenten versuchen deine Symtome zu lindern. Er wird dir auch bezüglich Therapie helfen.

3. Such dir einen HNO Arzt. Mit ihm kannst du Maßnahmen besprechen bezüglich der VCD.

4. Hast du einen Freund/Freundin bei dem/der du dir vorerst einmal dein Herz ausschütten kannst.
Das kann in so einer Phase gleich mal sehr hilfreich sein.

5. Hast du ein Medikament wie Tavor zu hause? Wenn die Zustände unerträglich werden, nimm eine.(WICHTIG: vorsichtig damit umgehen!!!!)

6. Auch wenns schwer fällt: nie die Hoffnung aufgeben....es gibt immer einen Weg aus der Krise, auch wenn er momentan nicht zu sehen ist.

6. Laß den Kopf nicht hängen, versuch nicht alles auf einmal anzugehen(zu lösen). Mach Schritt für Schritt. Wenn dich die Panik im Griff hat, immer versuchen ruhig zu atmen. Auch nicht immer vehement dagegen ankampfen....sondern auch mal zulassen Ich wünsch dir viel Kraft und alles Gute. glg Otto

von Otto1962 - am 29.03.2010 17:00



Hi Christie!



Wie immer hervorragend kommentiert!!


lg otto

von Otto1962 - am 29.03.2010 17:14
Liebe Christie, lieber Otto,

vielen Dank für eure Antwort. Es hat mir gut getan, dass ihr geantwortet habt.

Bei mir ist die Sache sehr verzwickt... Ich war 2 Jahre in Posttraumabearbeitung und musste durch die Krankenkasse bedingt, zzangspause machen (für 2 Jahre). Ich kann erst ab Juli weitermachen. Leider habe ich auch chron. Schmerzern und dadurch bedingt bin ich oft überfordert. Zudem war ich auf Rat eines Schmerzspez. und meiner Traumatherapeutin ca. 2 Monate in einer psychos. Tagesklinik - das war mehr als schrecklich. Hinterher ging es mir schlecht. Die Ärzte alle jung und keine Ahnung, nur das Programm durchziehen - auch wenn man krank ist. Dann hatte ich einen Tag einen Schreikrampf (wir sollten etwas malen, was uns belastet).... die haben mir sofort rausgeholt und gesagt, ich muss ich sofort beruhigen. Das war der größte Fehler überhaupt. Alles was rauskam (das Entsetzen über meinen Vater, der mich seit meiner Kindheit mit dem Tod bedroht hat) musste wieder unterdrückt werden.
Ich habe diverse Untersuchungen machen lassen... und seit letzter Woche eine sehr nette Hausärztin gefunden. Ich werde in eine Spezialklinik für VCD kommen (wenn meine Krankenkasse es genehmigt), aber meine Panikattacken dauern Stunden.... oft muss ich meinen Mann wecken, damit er mir hilft - sonst komme ich kaum raus. Das Schlimmste ist das krampfhafte ruhige und bewußte Atmen. Manchmal mache ich es für 4-5 Std. und dann habe ich Probleme normal zu atmen, weil ich das Gefühl habe, mein Körper weiß nicht mehr wie es geht... ich bin zwar in der Atemtherapie - aber habe erst 4 Std. bekommen. 6 Std. sind noch zu machen, aber die Termine schlecht zu bekommen.
Ich habe gelesen, man soll die Angst kommen lassen... - wie soll ich das machen, wenn ich keine Luft bekomme und Angst habe zu ersticken. Ich kann nicht loslassen, weil ich durch die langjährige Bedrohung meines Vaters, Angst habe zu sterben... Ich will nicht dauernd Medikamente nehmen... in der Klinik hat man mir mit Gewalt schon einige Male 2-2,5 mg Tavor eingegeben. War schon 5mal in der Notfallambulanz und 2mal Notarzt da. Jedesmal geben sie einem Tavor. Ich habe auch einen Pschychologen, der Medikamente verschreibt. Letztes Mal hat er mir Alpramazol verschrieben. Aber ich will die nicht auch noch nehmen. Die letzten 2 Tage habe ich -weil die Attacken von Samst. auf Sonntag 3,5 Std. gedauert haben (mit andauernd. Zittern, Blutdruckanstieg, Herzrasen, Beklemmungen, Nackenschmerzen, weil verspannt, Durchfall,
Blasenprobleme, eingeschlaf. Hände und Füße) eine halbe Tavor Explid. genommen. Nach 20min. hörte das Zittern und das Herzrasen auf. Gestern Abend vor dem Fernseh, wieder leichtes innerl. Zittern, die ersen Beklemmungen kamen wieder.... im Bett, schreckte ich hoch weil ich den Atem nicht ziehen konnte und merkte wie ich zitterte und kurzatmiger wurde. Ich habe sofort 1/2 Tavor
genommen und nach ca. 40min. mit bewußtem Atmen, bini ch eingeschlafen. Das Ganze geht seit über 8 Wochen. Ich habe einfach keine Kraft mehr.... und ich weigere mich SSRI etc. zu nehmen. Tavor wirklich nur als Notfall - obwohl auf dem Beipackzetter sogar noch extra davor gewarnt wird, bei Atemproblemen...
Ich habe inzwischen -durch die massive Atemnot und Erstickungsängste noch Angst vor Medis bekommen. Alles war Atemnot, anaphylaktischen Schock etc. macht, macht mir total Angst - das etwas passieren könnte... Ich traue mich nichtmal Pantoprazol 40mg zu nehmen (obwohl ich müßte), da ich total Angst habe - es könnte etwas passieren.

Was habt ihr denn so für Tricks und Tipps und wie kann man denn die Panik kommen lassen, wenn man dabei das Gefühl hat zu ersticken?

Bin so müde und kaputt...
Danke euch und liebe Grüße
Tami

von Nevada - am 29.03.2010 17:20
Tami,
im Moment bist Du komplett angstgesteuert, und das solltest Du Dir eingestehen. Es hilft nichts, da schnell raus zu wollen, sondern Du musst wohl erstmal geduldig sein. Bist ja eh schon dran an vielen Dingen. Vielleicht wird es besser, wenn Dein VCD jetzt gescheit behandelt wird, damit die Erstickungsangst aufhört. Das wäre Dir wirklich zu wünschen. Und auch, dass Dir die Atemübungen bald helfen.

Manchmal muss man erstmal die Basis ebnen, bevor die psychischen Hintergründe angeschaut werden können. Deine Probleme haben sich ja viele Jahre lang aufgebaut. Dann dauert es auch eine Weile, bis man alles auf die Reihe gebracht hat und sich zwecks Seelenbeschau auf den Weg machen kann.

Der Satz über Deine Hausärztin klingt sehr positiv. Vielleicht hast Du in ihr eine Vertrauensperson gefunden.

Bei Panikattacken sollte man, wenn sie anrollen, sich bewegen und ablenken. Vielleicht ist Dir auch aufgefallen, dass der Körper dann auch den Drang hat, sich zu bewegen und irgendwas zu tun.

Hoffe, es erleichtert Dich ein wenig, hier zu schreiben. Schau, bei vielen hier hat die Auseinandersetzung mit der Angst Erfolge gezeigt. Manchmal merkt man’s gar nicht sofort, dass sich was verändert. Nur wenn man zurückschaut sieht man, dass es früher mal krasser oder arger war . . .

Liebe Grüße
Chris


von Christie - am 30.03.2010 07:11
Naja, Otto, wir mit unserer jahrelangen Seelenmassage haben gut reden. Manchmal ist es schwierig, Tipps ohne „Du musst jetzt . . ./Du solltest schnell . . .“ zu beginnen. An uns rumkritisiert und rumgenörgelt wurde meist eh schon bis zum Abwinken.

Wünsch Dir einen netten Frühlingstag!
Chris


von Christie - am 30.03.2010 07:12
Hallo Tami,

wenn Du in München wohnst, vielleicht möchtest Du Dich mal an die Münchner Angstselbsthilfe wenden ( MASH ). So weit ich das noch weiß haben die Mo und Do Telefonsprechzeiten wo man sich auch beraten lassen kann. Unter anderem geben die auch Therapeutenlisten raus mit Verhaltentherapeuten ,die speziell mit Angstpatienten arbeiten. Bekommt man aber glaube ich nur ,wenn man auch Mitglied in einer Gruppe ist. Aber frag doch einfach mal nach. Ansonsten kannst Du mich auch nochmal fragen denn ich hatte mal die Liste, müsste nur nochmal suchen wo die jetzt ist in meinem ganzen Verhau:) Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem ganz viel Kraft, es wird wieder besser werden. Ganz bestimmt. Lg Heidi

von Heidi - am 30.03.2010 09:18
hallo nevada

war echt ein total interessanter beitrag zu lesen, daß es sowas auch gibt.

ich leide auch unter dem gefühl immer eine blockade im hals zu haben und nicht richtig durchatmen zu können, räuspern ja klar ständig. bei mir denken alle, es käme von der halswirbelsäule... meine angstattacken dauern auch bis zu stunden, wobei dies immer wellenartig ansteigt und wieder weniger wird, ich könnte durchdrehen. aber ich werd auch mal zur hno-ärztin gehen, vielleicht kann man ja mal was feststellen, denn auch ich habe asthmasprays und die brennen nur im hals, ich hab das gefühl, die kommen garnicht unten in der lunge an wo die hingehören.

wünsch dir einen guten erfolg bei deiner bewältigung und alles liebe von
alexandra

von angstalex - am 31.03.2010 12:49
Huhu Alex,

ich kann gut mit dir fühlen, mir geht es auch so. Es fing auch mit Kurzatmigkeit und Diagnose Asthma Bronchiale an. Die Medis haben überhaupt nichts gebracht und vom Salbutamol gings mir total schlecht... Der Lungenfacharzt hat es nicht erkannt, obwohl der jahrelang an einer renommierten Klinik außerhalb von München gearbeitet hat. Erst nachdem ich gewechselt habe.
Die Kehle wird auf einmal eng, als ob dir jemand den Hals zudrückt, ich habe viel Reizhusten und muss mich auch dauernd räuspern, zu den anderen beschriebenen Symptomen dazu.
Vielleicht solltest du dich auch einmal auf VCD untersuchen lassen bzw. dann solltest du lieber zu einem erfahrenen Lungenfacharzt gehen. Ich geb dir mal hier den Link für die VCD-Selbsthilfeseite:
[www.vcd-selbsthilfe.de]

Ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir, dass es dir bald wieder gut geht und die Ursache gefunden wird! Lies dir mal die Seite von VCD durch. Es gibt auch eine Selbsthilfegruppe, dort kann man mehr Infomaterial anfordern und lass dich nicht unterkriegen. Ich habe heute Morgen meine Eil-Reha durch die Krankenkasse genehmigt bekommen. Die wollten es erst nach Berlin zur BfA weiterleiten, aber als ich einen Heulkrampf (vom Feinsten) durchs Telefon hingelegt habe (weil ich wieder Erstickungsängste hatte) hat der entscheidende Sachbearbeiter wohl gemerkt, dass das kein Witz, sondern bitterer Ernst ist..

Alles Gute und liebe Grüße
Tami

von Nevada - am 01.04.2010 11:20
Hallo Otto,

lieben Dank für deine Antwort und die Tipps! Alle deine Punkte sind bereits in Bearbeitung ;-) bzw.
hatte ich schon eingeleitet. und wie "angstalex" geantwortet, habe ich heute Morgen die Eil-Reha genehmigt bekommen. Zum Glück behandeln die in der Klinik VCD zusätzlich mit der psychosomatischen Abteilung. Ich bin also guter Hoffnung, dass mir dort geholfen werden kann.

Hatte vorgestern und seit letzter Nacht wieder ununterbrochen Atemnot und einen schlimmen massiven Druck auf der Brustwirbelsäule. Heute Morgen 3 Std. beim Lungenfacharzt gewartet, damit einem gesagt wird, ja sie haben ja VCD (http://www.vcd-selbsthilfe.de/Einfuehrung/Wasistvcd_neu.html)
sie müssen sich beruhigen und jetzt kommen sie ja bald in die Klinik.... wie schön (sarkastisch gemeint), denn jetzt kann ich wohl mit dieser Aussage besser atmen.

Tavor Explidet habe ich übrigens zu Hause. Mein neuer und sehr verständnisvoller Hausarzt hat mit die kleinste Verpackung verschrieben (man glaubt es kaum, es sind 50 Tabletten drin - damit kann man sich ...)
Ich nehme das Zeug nur im absoluten Notfall, weil es hoch abhängig macht. Eigentlich möchte ich garnichts nehmen, aber manchmal geht es nicht ohne.

Habt ihr auch schon so eine schlimme Atemnot mit Druck auf dem Brustbein verspürt, die stundenlang anhält und trotz Lippenbremse nicht viel besser wird... Ich weiß garnicht mehr, was ich tun soll.

Lieben Dank für eure Anteilnahme und eure Hilfe.
Tami

von Nevada - am 01.04.2010 11:27
Hallo Heidi,

ja ich lebe in München und habe soeben die MASH kontaktiert... muss mich aber nochmal zwischen 16-18h melden, dann ist Telefondienst. Ich versuche mal einen Termin dort zu bekommen und mich beraten zu lassen.

Lieben Dank für diesen Hinweis!
Tami

von Nevada - am 01.04.2010 11:31
Liebe Chris,

vielen lieben Dank für deine Antwort. Ja es ist nicht einfach mit Ängsten und Traumata aus der Kindheit zu leben. Vorallem weil man selbst nicht verstehen kann, dass man 50 J. ist und es immer noch nicht überwunden hat. Liegt vielleicht auch daran, dass die Krankenkasse nach 45 Std. bei mir weitere Sitzungen abgelehnt hat und mich zu einer 2-jährigen Wartezeit verdonnert hat. Also ob so etwas warten kann.... Gerade als ich in die Richtung Verarbeitung kam.....

Jetzt war ich wieder bei meiner Traumatherapeutin. Erst hieß es ich kann 5 Probestunden nehmen, dann doch nicht... Es gibt neue Richtlinien und ich kann erst Ende Juni weitermachen. In der Zwischenzeit sind meine Panikattacken (ausgelöst durch mein VCD und die Luftnot mit Erstickungsangst, getriggert durch die Sterbensängste aus der Kindheit) zu stundenlangen Attacken geworden. Ja dann soll man halt Antidepressive nehmen oder Benzodiapine, machen ja alle nicht abhängig..... bloß ich reagiere auf die Sachen mittlerweile quasi allergisch und zeige dir komischten Symptome...

Leider kommen die Anfälle meistens in Ruhephasen oder wenn ich im Bett bin, mitten aus dem Schlaf raus und zwar heftig. Da ist nichts mehr mit Entspannen - ich versuche bzw. zwinge meinen Körper durch absolute Kontrolle zu ruhigen Atmen - stundenlang, das strengt mich wahnsinnig an und kostet mich endlos Kraft... Habe schon über 6 kg abgenommen, mag kaum noch etwas essen und habe überhaupt keine Freude mehr. Sogar mein Hund leidet drunter und mein Mann sorgt sich sehr und weiß manchmal nicht wie er mir helfen kann....Zum Glück bleibt er ruhig und gelassen, aber ihn fast jede Nacht aus dem Bett schmeißen, tut mir total leid.

Seit letzter Nacht habe ich wieder schlimme Atemnot und weiß überhaupt nicht mehr, wie ich da rauskomme...

Danke und liebe Grüße
Tami

von Nevada - am 01.04.2010 11:39
Hallo Tami,
als ich vor Jahren in einer psychosomatischen Klinik behandelt worden bin, sollten sich die Angstpatienten in einem Raum versammeln. Ich weiß nicht mehr, wie die Behandlungsstunde genannt wurde, aber es wurde uns eine "Geschichte" erzählt, um uns Ängstlern aufzuzeigen, wie es sich mit der Angst verhält.
Die Geschichte hieß "Hicham und seine Angst vor dem Skorpion".
Ich versuche, sie hier mal nachzuerzählen. Vielleicht hilft sie Dir ein wenig über die Angstklippen zu kommen bis zu Deiner Behandlung.

Hicham war als kleiner Junge von seiner Mutter erzählt worden, dass Stiche von Skorpionen tödlich sind.
Über die Zeit war Hicham nun kein kleiner Junge mehr, sondern ein gestandener Mann, der es mit Salzhandel zu einem kleinen Vermögen gebracht hatte. Er hatte ein gutes Kamel von seinem Vater übernommen. Und mit dem zusammen machte er sich mehrmals im Jahr ganz allein von seinem Wohnort aus auf den Weg über mehrere Tage und Nächte mitten durch die Wüste zu den Salzseen im Inneren des Landes, um die kostbaren Salzsäcke zu erstehen.
Hicham hatte schreckliche Angst während dieser Reisen. Jedes Mal, wenn es Abend wurde, fürchtete er den Stich des Skorpions, mochte sich auf seinem Lager unter freiem Himmel kaum bewegen oder atmen. Er gab zunächst seinem treuen Kamel Wasser, trank selbst ein paar Schlucke, bettete sich dann hin. Doch insgeheim fürchtete er den todbringenden Stich des Skorpions jede Sekunde.
In einer Nacht der Reise zog er seine Wolldecke bis über die Nase, und plötzlich machte es "Stich!",
Hilfe, rief Hicham, jetzt bin ich dran! Auf den Erstickungstod wartend durch das Nervengift des Skorpions, dachte er über sein Leben nach. Seine Gedanken liefen Amok. Er wollte liebend gerne noch etwas auf Erden bleiben und nicht schon jetzt in die ewigen Jagdgründe eingehen. Es war außer sich. Er schwitzte und zitterte, er bekam kaum Luft, sein Herz schien aus der Brust zu springen. Er war hysterisch und total hyper. Es dauerte dann eine Weile bis er - vor lauter Erschöpfung - einschlief.
Am nächsten Morgen wachte er auf und fühlte sich ziemlich unwirklich. Mit dem beginnenden Tageslicht konnte er erkennen, dass sich in seiner Decke eine Distel verfangen und ihn "gestochen" hatte. Vom gefürchteten Skorpion gab es weit und breit keine Spur.
Hicham hat seine Distel behalten und wahrt sich in einer wertvollen Schatulle auf . . .



Dir, liebe Tami, und allen anderen Angsthasen hier, wünsche ich angenehme Ostertage!
Chris

von Christie - am 02.04.2010 16:26
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