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Informationen zum Thema:
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Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
TeDea, anke, Stellina, Johanna.K., giovanni

Ich brauche dringend Hilfe

Startbeitrag von TeDea am 14.06.2003 13:21

Hallo,

ich brauch dringend Hilfe. Ich leide seit 8 Jahren unter Angstzuständen und PA. Meine Geschichte könnt ihr unter [tedea.gothic.at] nachlesen.

Vor 3 Wochen bin ich an einer schweren Lungenentzündung erkrankt und ich war 2 Wochen im Krankenhaus. Seit 2 Tagen bin ich wieder zu Hause, habe aber derartig starke PA, dass ich es fast nicht schaffe, ein bestimmtes Zimmer meiner Wohnung zu verlassen. Der Gang vom Krankenhaus zum Auto war die reinste Hölle für mich. Ich hatte das Gefühl jeden Moment zusammenzubrechen und zu sterben.
Ich habe wieder enormes Herzrasen, Beklemmungsgefühle und Schwindelanfälle und jedesmal enorme Angst, umzukippen.

Es liegt ca. 6 Jahre zurück, dass ich PA einer derartigen Stärke hatte und ich bin wirklich verzweifelt. Meine Passedantropfen, die mir ansonsten immer gut geholfen haben, zeigen jetzt absolut keine Wirkung.

Ich hab das Gefühl das alles nciht mehr auszuhalten. Ich kann nicht mal was kochen oder meine Tiere versorgen. Alles muss momentan mein Lebensgefährte für mich erledigen.

Ich bin momentan dankbar für jeden Strohhalm, an den ich mich halten kann.

Verzweifelte Grüsse,
Dea

Antworten:

Liebe Dea,

gerade habe ich Deinen Hilferuf gelesen und es ist mir durch und
durch gegangen.
Ich möchte Dir ganz kurz schildern, wie es mir erging.
Vor ca. 10 Jahren litt ich unter schweren Angstzuständen. Wie viele
andere lief ich von Arzt zu Arzt, weil ich dachte, es müßte eine organische
Ursache haben. Eine neue Ärztin in unserer Stadt stellte "entlich" bei mir
die Krankheit fest - Depressionen begleitet mit Panikattacken. Ich wollte nie
Medikamente nehmen, aber ich stellte auch fest, daß ich es ohne nicht
schaffen konnte. Nach der Einnahme begann meine Leben wieder "normal"
zu werden. Nach ca. 1 1/2 Jahren konnte ich mit dem Antidep. aufhören. Das
ist jetzt ca.6 Jahre her.
Seit März diesen Jahres ging es mir wieder sehr schlecht. Ich war drauf und
dran freiwillig in die Klinik zu gehen. Mein Verstand sagte mir, nehme wieder
ein Antidep. ein. Leider konnte ich diesmal die ersten beiden Antidep. nicht
vertragen. Mir ging es schlechter als vorher. Dann gab mir der Arzt Remergil.
Entlich konnte ich wieder schlafen und essen. Und entlich hatte ich auch mal
wieder Lust auf Sex. Ich nehme dieses Med. seit ca. 6 Wochen ein. Seit dem
hatte ich keine Panikattacke mehr und mir geht es super.
Ich schreibe Dir das deswegen, weil ich weiß, wie verunsichert man Medikamenten
gegenüber ist. Gerade Angstpatienten haben Angst davor. Aber ich versuche
unsere Krankheit als Stoffwechselstörung im Gehirn zu sehen. Der Serotonin-
gehalt ist im "Keller". (Ist vielleicht ein bißchen primitiv ausgedrückt, aber
am Anschaulichsten).
Ich finde Antidep. besser als Beruhigungsmittel. Letzteres macht nur abhängig.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Du kannst mich auch gern privat anmailen.
Liebe Grüße Anke

von anke - am 14.06.2003 17:38
Liebe TeDea,

Ich habe seit 20 Jahren Panikattacken. Ich habe bemerkt, daß in Zeiten wo ich körperlich stark beansprucht war, z.B. nach der Geburt meiner Kinder ganz schlimme PAs hatte. Der Zusammenhang zwischen Körper und Psyche ist nicht zu unterschätzen!!! Das heißt für mich: gesund leben, Nahrungsergänzungs-
mittel (ich nehme z.B. Spirulina) weil wir "Panikkranken" sehr viel mehr an Vitaminen und Mineralstoffen brauchen und möglichst wenig Stress. Ich trinke auch ganz große Mengen an Wasser oder grünen Tee. Energie braucht einen Träger und da ist Wasser sehr gut. Du kannst dir auch denken, daß du ganz viele Giftstoffe damit ausleitest (auch psychische!!). D solltest aber auch wenigstens versuchen, einige Dinge im Haushalt erledigen, damit du "Erfolgserlebnisse" hast. Du wirst sehen, sobald sich dein Körper wieder erholt hat, wird es dir auch psychisch besser gehen.

Ganz gute Besserung und liebe Grüße
von Johanna

von Johanna.K. - am 14.06.2003 17:47
Vielen lieben Dank für eure Nachrichten.
Ich habe ehrlich gesagt grosse Angst vor Antidepressiva, da ich 2 Jahre lang davon "abhängig" war. Ich konnte ohne diese Tabletten einfach nichts mehr tun und hatte sie ständig bei mir. Ich will das einfach nicht nochmal durchmachen müssen, weil es mir sehr schwer gefallen ist, wieder davon loszukommen.

Ich hatte auch vor 2 Jahren nochmal eine Therapie mit "Gladem", die mich gänzlich verändert haben (ein allgemeines Gefühl der Gleichgültigkeit, keine Lust auf Sex, etc...)

Ich habe vor einem halben Jahr meine Ernährung umgestellt. Ich bin Vegetarieren und trinke auch meine 3 Liter Wasser am Tag, die ich mit Edelsteinen versetze.

Heute Nacht hat meine Katze Babys bekommen und ich hab ihr bei der Geburt geholfen. Natürlich kein Anflug von Panikattacken, sondern nur Stolz ob der kleinen Mietzekatzen. Sie machen mir wirklich grosse Freude.
Ich werd mir euren Rat zu Herzen nehmen und wieder kleinere Dinge in Angriff nehmen.
Ich habe auch den Verdacht, dass meine Kurzatmigkeit, die ich ja jetzt wegen der Lungenentzündung habe, mitspielt und ich mich da wieder reinsteigere und das zu den PAs führt.

Lg und nochmal Danke,
Dea

von TeDea - am 15.06.2003 07:57
Liebe Dea,

herzlichen Glückwunsch zu den Katzenbabys.
Nach meinem Wissensstand kann man von Antidep. nicht abhängig werden,
sondern nur von Beruhigungstabletten z.B. Tavor.
Antidep. nimmt man über einen längeren Zeitpunkt ein und muß sie deshalb
auch ausschleichend absetzen. Natürlich auch deswegen, weil sie auf den
Stoffwechsel in Deinem Gehirn einwirken.
Es ist natürlich oft schwer, genau das richtige Mittel für sich zu finden, da es
soviel unterschiedliche Präperate gibt. Laß Dich beraten.
Das Du soviel Wasser trinkst ist sehr gesund. Das tue ich auch. Morgens ein
Glas Kristallsole zum Entgiften.
Meine Ernährung habe ich auch umgestellt, aber nur auf die glutenfreie E.
Fleisch esse ich weiter, aber möglich wenig Schweinefleisch.
Alles Liebe Anke

von anke - am 15.06.2003 09:13
es ist eine scheiss situazion habe panikkatacken seit ich zwei jahre nur nachtschicht gemacht habe

von giovanni - am 16.06.2003 00:54
Hallo, Du.
Du bist nicht alleine. Ich habe 1999 die Hölle auf Erden durchgemacht.
Vielleicht können wir ja mal in Kontakt treten. Lb. Gruß, Stellina

von Stellina - am 17.06.2003 14:17
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