Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Diskussionsforum-Angststörungen
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
ritschi10, Melanie, Christian, JuleK, Elisa

Habe ich wirklich Panikattacken ?

Startbeitrag von ritschi10 am 10.09.2003 09:35

Hallo !

Ich leide seit ca. einem Jahr scheinbar an Angsstörungen und Panikattacken. Warum nur scheinbar ? 1. Weil ich es noch nicht wahrhaben will das es auch mich getroffen hat, und 2. kann ich mir noch immer nicht vorstellen, dass damit auch reale Schmerzen verbunden sind. Begonnen hat alles damit, dass ich das Gefühl hatte mir drückt jemand den Hals zu. Als ich das überstanden habe, begannen heftige Magen- und Rückenschmerzen. Ab diesem Zeitpunkt wachte ich nachts häufig aufgrund einer starken inneren Unruhe und mit starken Herzklopfen auf.
Ich ging also zum Arzt, der mich zu einer Blutuntersuchung schickte. Das Blutbild war völlig normal und die Sache für mich somit vorerst erledigt, noch dazu wo ich mich wieder besser fühlte. Einige Wochen danach wachte ich nachts wieder mit diesem oben beschriebenen Zuständen auf. Allerdings dachte ich diesemal meine letzte Stunde hat geschlagen und jetzt habe ich wirklich einen Herzinfarkt. Ich fuhr daraufhin in die Notaufnahme eines Spitals, wo neben einem EKG ein Ultraschall und neuerlich eine Blutuntersuchung vorgenommen wurde. Außer einen niedrigen Blutdruck waren alle Untersuchungsergebnisse normal. Ab diesem Zeitpunkt kam in mir der Verdacht auf, dass es sich vielleicht um Panikattacke handeln könnte. Danach war wieder einige Zeit Ruhe. Vor ca. 2 Monaten ging es wieder los. Es überfiehl mich abermals das Gefühl, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich verspürte damals Schmerzen im gesamten Oberkörper. Also bin ich wieder zum Arzt. Nochmals Blutuntersuchung, Harn- und Stuhluntersuchung, Magenröntgen und Belastungs-EKG und wieder alle Befunde in Ordnung. Mein Arzt meinte damals ich sollte vielleicht einen Neurologen aufsuchen, da es sich um Panikattacken handeln könnte, da organisch nichts festzustellen ist. Obwohl auch der Neurologe dieser Meinung war, und mir eine Psychotherapie empfahl, welche ich auch demnächst beginnen werde, bin ich noch immer skeptisch. Ich kann es noch immer nicht glauben, dass Panikattacken ein derart körperliches Unbehagen auslösen.

Ich würde mich freuen und es wäre mir sehr geholfen, wenn ich darauf einige Antworten erhalten könnte.

Liebe Grüße
Richard

Antworten:

Hallo Richard,
ja, Panikattacken und Angstzustände können durchhaus ein körperlisches Unbehagen auslösen, wie du beschrieben hast. Ich habe es selbst durchgemacht, war auch im Krankenhaus und dachte, ich würde bald sterben. Nun, anderthalb Jahren später bin ich immer noch da. Ich habe Medikamente genommen und eine Psychotherapie gemacht. Mir ist nicht 100% gut, aber es ist viel besser geworden.
Wenn du, wie du beschreibst, ärztlich untersucht wurdest und dabei nichts herauskam, ist es wahrscheinlich, dass es sich um Angst und Panik handelt.
Die Schmerzen können sehr wohl durch massive Muskelverspannungen ausgelöst werden.
Viele Grüße,
Elisa

von Elisa - am 10.09.2003 13:31
Liebe Elisa,

danke für Deine Antwort. Ich sage mir auch schön langsam, dass ich meinen Beschwerden nach, wahrscheinlich schon lange nicht mehr Leben dürfte und werde mich damit abfinden müssen, dass es halt so ist.

Trotzdem beruhigt es mich etwas, mit meinen Sorgen nicht allein zu sein.

Liebe Grüße
Richard

von ritschi10 - am 10.09.2003 13:48
Hallo zusammen

Bei mir hat die Angst auch massive körperliche Symptome ausgelöst. Ich hatte genauso wie Ritschi das Gefühl, dass mir jemand den Hals zu drückt, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und über Wochen Durchfall.Mir fiel und fällt es immer noch schwer zu akzeptieren, dass Angst meinen Körper so außer Gefecht setzen kann. Mit deinen sorgen und Empfindungen bist du ganz sicher nicht allein. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.Ich wünsche dir alles Gute.

Jule

von JuleK - am 10.09.2003 19:45
Hi Richard!

Man muss nur fest an etwas glauben und schon fühlt man sich entsprechend. Gilt auch für den vermeintlichen Herzinfarkt: Glaubt man nur fest daran, dass Schmerzen in der Brust bzw. Herzrasen Zeichen eines Herzinfarktes sind, dann fühlt man sich tatsächlich so, als hätte das letzte Stündlein geschlagen.

Wichtig ist folgendes: Gefühle sind Ergebnisse; Ergebnisse von Gedanken. Das Gefühl zu sterben ist (glücklicherweise) noch lange kein Beweis für eine Tatsache. Wenn ein Gedanke falsch ist, dann ist auch das Gefühl, was daraus resultiert falsch.
Mit andern Worten: Es handelt sich um einen falschen Alarm, der von einem Denkfehler ausgelöst wird.

Es ist für viele Menschen erschreckend welche Macht Gedanken haben können! Mit unseren Gedanken greifen wir DIREKT in unseren Gehirnstoffwechsel ein, wodurch wiederum Körperreaktionen ausgelöst werden. Eine Panikattacke ist das beste Beispiel dafür.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn man eine Panikattacke bekommt, dann deshalb weil man fest daran geglaubt hat in Lebensgefahr zu sein. Wenn man dann seinen Glauben ändert, wird langsam aber sicher auch die Panik abnehmen.

Alles Gute!

Christian

von Christian - am 10.09.2003 20:21
Hallo Christian!

Das was du hier geschrieben hast,ist wirklich sehr einleuchtend und man kann anhand deiner Erklärung sehr gut nachvollziehen warum es durch Denkweisen auch zu körperlichen Symtomen kommen kann. Deine Beschreibung hat mir ein wenig die Augen geöffnet u. ich werde versuchen mein denken umzuändern.
Ich hab das zwar immer wieder versucht,aber sicher nicht lang genug durchgehalten. Jedenfalls hast du mir mit deiner Erklärung schon viel geholfen!

Viele Grüße von Melanie

von Melanie - am 11.09.2003 13:14
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.